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Samstag, 15. August 2026
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Deutsche Teilung - Berlin erinnert an Mauerbau vor 65 Jahren

Medienspektrum

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14. August
Deutschlandfunk

Deutsche Teilung - Berlin erinnert an Mauerbau vor 65 Jahren

Die Lektion der Mauer bleibe: Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich; man müsse immer dafür kämpfen. Bei einer Gedenkveranstaltung in der Kapelle der Versöhnung würdigte Bundestagspräsidentin Klöckner die Mauertoten und erinnerte an das erste Opfer des Schießbefehls, Günter Litfin. Die CDU-Politikerin sagte, die frühere Grenze sei heute fast unsichtbar, habe in Deutschland aber Spuren hinterlassen. Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren worden seien, wirke die Mauer nach. Zugleich verwies sie auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West und rief dazu auf, dass die Menschen in Deutschland einander zuhören sollten. Anschließend wurden am Mauer-Denkmal Kränze für die Opfer niedergelegt. Am Brandenburger Tor erinnert eine 30 Meter lange Installation an die einstigen Grenzanlagen. Gedenken auch am Grenzübergang Marienborn Mit einer Gedenkveranstaltung wurde auch am früheren Grenzübergang Marienborn an die Errichtung der Berliner Mauer vor 65 Jahren erinnert. Als Folge des Mauerbaus habe die DDR ab dem 13. August 1961 auch die innerdeutsche Grenze abgesperrt, teilte die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt mit. Tausende Menschen seien zwangsweise aus grenznahen Orten umgesiedelt worden. Man erinnere an jene, die durch das DDR-Grenzregime ihre Freiheit, ihre Gesundheit oder ihr Leben verloren. Marienborn war bis zum Fall der Mauer 1989 der größte innerdeutsche DDR-Grenzübergang. Weimer warnt vor "Zerrbildern der DDR-Diktatur" Kulturstaatsminister Weimer warnte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reiche das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne, sagte Weimer mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau. Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. Private nostalgische Erinnerungen seien zutiefst menschlich, sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, "wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten". Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Bergner, bezeichnete den Mauerbau als essentiellen Bestandteil der Diktatur in der früheren DDR. Die Isolation der Menschen vom Westen sei eine Unterdrückungsmaßnahme gewesen, die die Bevölkerung sehr stark getroffen habe, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Weimer: Straßen nach DDR-Widerstandskämpfern benennen Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister Weimer macht sich nach eigenen Worten „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor“, sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei. Als aktive Form der Erinnerungsarbeit regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er. Diese Nachricht wurde am 14.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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13. August
taz (Öko & Co)

65. Jahrestag des Mauerbaus: Ein Sprung über die Mauer zur Ostalgie

65. Jahrestag des Mauerbaus: Ein Sprung über die Mauer zur Ostalgie Vor 65 Jahren wurde Berlin durch den Bau der Mauer geteilt. Bei einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag warnen CDU-Politiker vor einer Verklärung der DDR. Es ist eine Stimme vom Band, die am Donnerstag durch die kleine Kapelle an der Gedenkstätte Berliner Mauer hallt: „Die 7.000 Westberliner müssen nun sehen, wie sie ohne ihren Pfarrer fertig werden.“ Es sind die Worte von Pfarrer Jörg Hildebrandt, der hier im September 1961 in der damaligen Versöhnungskirche kurz nach dem Bau der Berliner Mauer seine letzte Predigt hielt. Nur wenig später war die Kirche dann auch für Ostberliner nicht mehr zugänglich, denn das Gebäude aus rotem Backstein stand mitten im Todesstreifen. Mitte der 80er wurde die Versöhnungskirche dann gesprengt. Heute steht auf ihrem Fundament die ovale Kapelle der Versöhnung, in der nun 65 Jahre nach dem Mauerbau die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag stattfindet. Neben Politikern sitzen im Publikum auch der Sohn des damaligen Pfarrers – der Journalist Jörg Hildebrandt und die beiden Enkeltöchter. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erinnerte an die über 140 Menschen, die an der Mauer getötet wurden. Die Mauer sei nicht einfach nur eine Mauer gewesen: „Hinter dieser Mauer war ein Todesstreifen. Schießbefehl. Selbstschussanlagen. Minenfelder.“ Das SED-Regime sei ein „Unrechtsstaat“ gewesen und dieser Teil der deutschen Geschichte dürfe niemals verharmlost werden. Eine Verharmlosung sehe er von Extremen rechts wie links, sagte Wegner im Anschluss an seine Rede der taz. Verklärte Ostalgie Diskussionen um die Bewertung der DDR als Unrechtsstaat sind nichts Neues. So hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) etwa 2019 gesagt, sie würde den Begriff nicht verwenden, weil er als Herabsetzung der Lebensleistung von Ostdeutschen empfunden werden könne. In den vergangenen Jahren hat allerdings auch die extreme Rechte gefallen an der „Ostalgie“ gefunden und weiß sie geschickt zu nutzen. Der rechtsextreme Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke lässt sich gern auf den Mopeds der ostdeutschen Kultmarke Simson fotografieren – obwohl die Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie des Unternehmens sich Anfang des Jahres von der AfD distanzierten: „Wir empfinden jegliche Verbindung mit der AfD als abstoßend und als eine Beleidigung unseres Namens.“ Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) fragte sich am Donnerstag auf der Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Mauerbaus: „Warum konnte eigentlich die Mauer als Bauwerk so schnell verschwinden und dennoch teilen wir dieses Land so häufig noch in Ost und West?“ Es gebe nach wie vor junge Menschen, die sich als Ostdeutsche fühlten. Björn Höcke fabulierte im Juni in einem Interview mit der Schweizer Zeitung Weltwoche davon, dass Ostdeutsche noch Deutsche seien. Im Westen lebten hingegen deutsch sprechende Amerikaner. Zuletzt sorgte der Kabarettist Uwe Steimle für Aufsehen, als er die DDR-Nationalhymne auf einer AfD-Veranstaltung anstimmte. Auch Kulturstaatsminister Weimer (parteilos) warnt vor einer Verklärung der DDR: „Links- wie Rechtsextreme versuchen derzeit, die DDR gezielt zu verharmlosen.“ Doch das SED-Regime sei eine brutale Diktatur mit Todesstreifen an der Mauer gewesen. Klöckner plädierte bei der Gedenkveranstaltung am Donnerstag dafür, einander zuzuhören. Für Westdeutsche habe sich durch die Wende kaum etwas geändert, für Ostdeutsche nahezu alles: „Im Westen begann die Demokratie mit dem Wirtschaftswunder. Im Osten mit Massenarbeitslosigkeit.“ Für alle gelte: „Wir müssen verstehen wollen.“ Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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13. August
FAZ (Politik)

65 Jahre Danach: Die neue Mauer

65 Jahre Danach : Die neue Mauer „Die Mauer muss weg!“ war der Schlachtruf einer Nationalbewegung. Heute spaltet eine Mauer ganz ohne Stacheldraht die Nation. Das geht nicht gut. An der Erinnerungskultur lässt sich gut studieren, wie ein Konsens über die Grundlagen deutscher Politik verschwunden ist. Der Bruch in der Leitkultur, denn nichts anderes ist die Erinnerungskultur, äußert sich in frivoler Verharmlosung: Die „Nazis“ und „Faschisten“ werden frivol für beliebige Zwecke eingesetzt, Stalin und die DDR-Hymne als nette Folklore unters Volk gebracht. Dass es zum Mauerbau vor 65 Jahren keine ernst zu nehmende Wortmeldung aus der Linkspartei oder der AfD gibt, ist Ausdruck dieser neuen deutschen Unkultur, die nicht aus der Geschichte gelernt hat. In Berlin steht eine Wahl bevor, aus der eine Partei als Siegerin hervorgehen kann, die das Erbe der DDR mit Kapitalismuskritik, Meinungsunterdrückung, Antisemitismus und Revolutionsträumen angetreten hat. In Sachsen-Anhalt ist nach der Wahl die Alleinregierung einer Partei möglich, die Menschen nach Identitäten einteilt und den aus ihrer Sicht minderwertigen Teil loswerden möchte. Der Irrtum moralischer Überhöhung Mit Erinnerung lässt sich einer solchen Haltung durchaus entgegenwirken. Es ist allerdings ein Irrtum zu glauben, die moralische Überhöhung des „Nie wieder“ sei ein Mittel, eine wehrhafte Demokratie zu kultivieren. Die lebt von Integration, nicht vom Zeigefinger, von Schulmeisterei und Ausgrenzung. Dass es nach so vielen Gedenktagen, so vielen Mahnungen, so vielen Einschärfungen wieder so viele Linksextremisten, so viele Rechtsextremisten in Deutschland gibt, liegt auch daran, dass die Überzeugungskraft allzu dick aufgetragener Weisheiten nachgelassen hat. Gerade das Mauergedenken müsste die Einsicht fördern, dass ein Denken in ideologischen Schutzwällen nicht weiterhilft. Die Linkspartei hat das Privileg, dass eine breite linke politische Kultur Westdeutschlands ihr den Weg bis in die Regierungsverantwortung geebnet hat. Diese Integrationsleistung, in deren Genuss vor der Linkspartei auch die Grünen gekommen waren, ist bislang auf der rechten Seite nicht möglich gewesen. Diese Mauer, ganz ohne Beton und Stacheldraht, droht das Land wieder zu teilen.

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13. August
ZDF heute

SED-Opferbeauftragte warnt vor DDR-Verklärung

Berlin erinnert an 65 Jahre Mauerbau:SED-Opferbeauftragte warnt vor DDR-Verklärung Am 65. Jahrestag wird der Mauer-Opfer gedacht. Politiker warnen vor Verharmlosung der DDR-Diktatur. Mehr Aufklärung über den Alltag im Stasi-Staat fordert die SED-Opferbeauftragte. Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, hat zum 65. Jahrestag des Mauerbaus kritisiert, die DDR werde von manchen als "gemütlich und gemeinschaftlich" verklärt. "Das Problem ist", erklärte Zupke im ZDF-Mittagsmagazin, "dass das ja keine homogenen Erinnerungen sind". Auf der einen Seite stünden "die persönlichen Erinnerungen", auf der anderen Seite stehe der "Charakter der DDR als Unrechtsstaat". Zupke sagte zudem der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", private nostalgische Erinnerungen seien "zutiefst menschlich". Problematisch wird es jedoch, wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten. Evelyn Zupke, Beauftragte des Bundestages für Opfer der SED-Diktatur "Wenn dann kein Korrektiv dazukommt - etwa durch Schule oder Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen - bleibt oft nur eine einseitige und nostalgische Erzählung hängen, während die Realität der Diktatur verschwimmt", erläuterte sie zudem in der "Rheinischen Post". SED-Opferbeauftragte mahnt mehr Aufklärung an Mehr Aufklärung in der Gesellschaft sei dringend nötig. "Diktatur ist immer so abstrakt", sagte Zupke im ZDF. "Ich erlebe jeden Tag, welche Folgen die Diktatur hatte. Die DDR ist 1989 zusammengebrochen, aber diese Menschen leben, ihre Kinder leben, die haben aufgrund ihrer Erfahrung im Gefängnis - Einzelhaft, Dunkelhaft, Wasserzelle, Haft-Zwangsarbeit - ein Leben lang zu leiden. Das wissen viele nicht". Mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und einer Kunstinstallation am Brandenburger Tor wird in Berlin heute an den Mauerbau vor 65 Jahren erinnert. 13.08.2026 | 1:31 minWeimer: Straßen nach DDR-Widerstandskämpfern benennen Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) warnte vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden "in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne", sagte Weimer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau. Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister Weimer macht sich nach eigenen Worten "große Sorgen" um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden. Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor. Wolfram Weimer, Kulturstaatsminister In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei. Als "aktive Form der Erinnerungsarbeit" regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er. Jörg Hildebrandt, heute 87 Jahre, erinnert sich genau an den Sonntagmorgen, der sein Leben, die Stadt, das Land veränderte. Der Mauerbau geschah vor seiner Haustür in der Bernauer Straße 4. 13.08.2026 | 3:35 minKanzler Merz ruft zum Kampf für Freiheit auf Bundeskanzler Friedrich Merz rief zur Verteidigung der Demokratie auf. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb er im Onlinedienst X. Er wies zugleich darauf hin, dass die Menschen heute "in Frieden und Freiheit" leben könnten: Deutschland sei inzwischen länger vereint, als es durch die Mauer geteilt gewesen sei. X-Post von Friedrich Merz Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Bau der Mauer durch die DDR-Führung als "das Zeugnis eines hoffnungslosen Scheiterns". Auf X ließ der Steinmeier über seine Sprecherin verlauten: "Vor 65 Jahren riegelte die SED-Diktatur Berlin ab. Die Mauer teilte eine lebendige Stadt, Familien, Freundschaften und Leben." Steinmeier erinnerte daran, dass "mindestens 260 Menschen an der Mauer ihr Leben durch das DDR-Grenzregime verloren" hätten. X-Post des Bundespräsidenten Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. Klöckner weist auf Spaltungen zwischen Ost und West hin Bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin, an der auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) teilnahm, wies Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hin. In einer Ansprache sagte sie: Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen. Julia Klöckner (CDU), Bundestagspräsidentin Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach. "Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet", sagte die Bundestagspräsidentin mit Blick auf Debatten über Corona-Schutzmaßnahmen, Migration oder den Umgang mit Russland. Die 1960er-Jahre stehen nach dem Mauerbau im Zeichen der Erneuerung. Mit Reformen will die SED die DDR modernisieren und stabilisieren. Aber wie erfolgreich sind sie tatsächlich? 28.08.2022 | 43:34 minGedenkveranstaltung in der Bernauer Straße Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Die Grenzanlagen wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, in den Folgejahren kamen mindestens 140 Menschen ums Leben, etwa bei Fluchtversuchen. Der Mauerfall am 9. November 1989 leitete das Ende der Teilung ein; formal vollendet wurde die deutsche Einheit am 3. Oktober 1990. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zu Mauerbau und DDR - Gesellschaft | Volle Kanne:65 Jahre Mauerbau: Zeitzeuge berichtetVideo4:53 - Themenseite:Die Berliner Mauer - Momente der Geschichte:Der Bau der MauerVideo3:06 - 35 Jahre Deutsche Einheit:Wie Jugendliche im Osten auf die DDR schauenvon Katrin Lindnermit Video1:43 - Doku | ZDFinfo Doku:Das war die DDR

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13. August
Neues Deutschland

65 Jahre Mauerbau | 65 Jahre Mauerbau: Das ewige Dilemma

- Kommentare - 65 Jahre Mauerbau 65 Jahre Mauerbau: Das ewige Dilemma Die Schießanlagen an der DDR-Grenze waren eines sozialistischen Staates unwürdig. Doch das aktuelle Gedenktheater ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Schrecklich, traumatisch für Berliner, deren Familien auseinandergerissen wurden; unverzeihlich, dass mehrere Hundert Menschen, die die DDR verlassen wollten, sterben mussten: All das waren Folgen des Mauerbaus in Berlin ab dem 13. August 1961. Für einen Staat, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, eine menschenfreundliche Gesellschaft aufzubauen, hätte sich mindestens das Schießen unter allen Umständen verboten. Doch jene, die heute über den Unrechtsstaat DDR schwadronieren, verschweigen strategisch jeden Kontext. Zum Beispiel das Interesse Adenauers und der Westalliierten an der deutschen Teilung. Und vor allem, dass das mögliche Entstehen von Alternativen zum Kapitalismus diesen stets zu konzertierter psychologischer, wirtschaftlicher und militärischer Kriegführung veranlasste, um ein Gelingen zu verhindern. Das relativiert keine Fehler und Verbrechen. Doch es ist wohlfeil, im Nachhinein zu sagen, die DDR-Führung hätte die gezielte Abwerbung von auf Staatskosten ausgebildeten Fachkräften, die zu Hunderttausenden auswanderten, einfach hinnehmen und kapitulieren sollen. Klar ist auch: Nichts legitimiert Vertreter der heutigen Bundesrepublik zu ihren alljährlichen Tiraden über die »zweite deutsche Diktatur«. Das ist angesichts der unzähligen Opfer allein des deutschen Kapitalismus an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Denn allein das europäische Grenzregime, dessen Architekten deutsche Politiker waren, hat in den letzten zehn Jahren mindestens 30 000 Menschen das Leben gekostet. Ungezählt auch die Opfer deutscher Waffenexporte. Und von staatlicher Willkür und Klassenjustiz können Millionen arme Deutsche ein Lied singen. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen aufgreifen → marginalisierten Stimmen Raum geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten voranbringen Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.

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13. August
Tagesschau

Gedenken an Mauerbau - Warnung vor Geschichtsvergessenheit

65. Jahrestag Berliner Mauerbau "Wir müssen aus unserer Geschichte lernen" Vor 65 Jahren begann der Bau der Mauer in Berlin. Bei der zentralen Gedenkfeier haben Spitzenpolitiker dazu gemahnt, die Erinnerung an die deutsche Teilung wachzuhalten - und vor einer Verklärung der Geschichte gewarnt. Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus ist bei einer zentralen Gedenkfeier in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte an die Opfer der deutschen Teilung erinnert worden. Rund 120 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). "Die frühere Grenze ist fast unsichtbar geworden", sagte Klöckner in ihrer Rede. "Und doch ist sie da. Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen." Zwar sei die Mauer 1989 gefallen, sie scheine aber häufig noch in den Köpfen zu stecken. "Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet: Migration, Corona, der Umgang mit Russland", so Klöckner. "Wir müssen aus unserer Geschichte lernen. Wir dürfen uns nicht in ihr verlieren." "Die Mauer teilte nicht nur die Bernauer Straße, nicht nur Berlin. Sie teilte Deutschland, Europa. Und sie teilte die Welt", so die Bundestagspräsidentin. Sie rief dazu auf, dass die Menschen in Deutschland einander zuhören sollten. In der Kapelle der Versöhnung würdigte Klöckner auch die Mauertoten und erinnerte etwa an Günter Litfin, der als erstes Opfer des Schießbefehls gilt. Weimer warnt vor Verharmlosung Kulturstaatsminister Weimer warnte vor einer Instrumentalisierung des SED-Regimes: "Links- wie Rechtsextreme versuchen derzeit, die DDR gezielt zu verharmlosen. Doch das SED-Regime war eine brutale Diktatur ohne freie Wahlen, ohne Pressefreiheit, ohne Reisefreiheit, dafür aber mit Stasi, Folterkellern und Todesstreifen an der Mauer." Auch Weimer forderte ein regelmäßiges Gedenken an die Opfer der DDR: "Da immer mehr Zeitzeugen sterben, sind Orte der Erinnerung besonders wichtig", sagte er. "Wenn die Erinnerung an die SED-Diktatur verblasst und das Unrecht und die Verbrechen verharmlost werden, beginnt Geschichtsvergessenheit. Eine freie Gesellschaft darf das nicht zulassen." Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich Bundeskanzler Friedrich Merz rief auf der Onlineplattform X zur Verteidigung der Demokratie auf. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", so der CDU-Chef. Er wies zugleich darauf hin, dass die Menschen heute "in Frieden und Freiheit" leben könnten: Deutschland sei inzwischen länger vereint, als es durch die Mauer geteilt gewesen sei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Bau der Mauer durch die DDR-Führung als "das Zeugnis eines hoffnungslosen Scheiterns". Er schrieb auf X: "Vor 65 Jahren riegelte die SED-Diktatur Berlin ab. Die Mauer teilte eine lebendige Stadt, Familien, Freundschaften und Leben." Steinmeier erinnerte daran, dass "mindestens 260 Menschen an der Mauer ihr Leben durch das DDR-Grenzregime verloren". DDR-Volkspolizisten und Arbeiter beim Bau der Mauer im Norden Berlins. Mauer sei Symbol der Unfreiheit gewesen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bezeichnete die Berliner Mauer als "das Symbol für Unfreiheit in der DDR". "Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde die deutsche Teilung für 28 Jahre zementiert", sagte die SPD-Politikerin in einer Mitteilung. "Wir erinnern an diesem Tag an alle, die beim Versuch, die Mauer oder die innerdeutsche Grenze zu überwinden, ums Leben gekommen sind oder in Folge von Fluchtversuchen verletzt, inhaftiert oder drangsaliert wurden." Obwohl die Mauer lange gestanden habe, seien die Verbindungen zwischen Ost und West nie vollständig abgerissen, sagte Schwesig. Inzwischen seien fast 37 Jahre seit dem Fall der Mauer vergangen. "Wir haben das große Glück, dass wir heute in einem vereinten Deutschland in Frieden, Freiheit und Demokratie leben. Das müssen wir uns unbedingt bewahren", erklärte sie. Mauer sollte Abwanderung in den Westen verhindern Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde am 13. August 1961 begonnen. Die SED-Führung in der DDR wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen. Das Bauwerk und weitere Sperranlagen entlang der innerdeutschen Grenze trennten die Bundesrepublik Deutschland und die DDR 28 Jahre lang. Nach Massenprotesten im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR wurde die Mauer am 9. November 1989 geöffnet. Am 3. Oktober 1990 folgte die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.

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13. August
Handelsblatt

Jahrestag: „Aus Geschichte lernen“: Erinnerung an Mauerbau in Berlin

Jahrestag: „Aus Geschichte lernen“: Erinnerung an Mauerbau in Berlin Berlin. Mit einer Gedenkveranstaltung am früheren Todesstreifen ist in Berlin an den Mauerbau vor 65 Jahren erinnert worden. In der Kapelle der Versöhnung an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße versammelten sich Vertreter aus Politik und Gesellschaft, um der Mauertoten zu gedenken. Dabei wurden auch Auszüge aus der Biografie eines Opfers gelesen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und andere legten Kränze an einem Mahnmal nieder. Klöckner beklagte in einer Ansprache eine anhaltende Mauer in vielen Köpfen und plädierte für mehr Zuhören und Zusammenhalt in Deutschland. „Die frühere Grenze ist fast unsichtbar geworden“, sagte die CDU-Politikerin laut Manuskript. „Und doch ist sie da. Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen.“ Klöckner beklagt Mauer in den Köpfen Ost und West spielten im Selbstverständnis vieler weiterhin eine Rolle. „Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet: Migration, Corona, der Umgang mit Russland“, so Klöckner. „Wir müssen aus unserer Geschichte lernen. Wir dürfen uns nicht in ihr verlieren“, mahnte sie. 1989 habe Mut die Mauer zum Einsturz gebracht. „Auch heute ist Mut gefragt. Der Mut, aufeinander zuzugehen. Wir wollen die Hindernisse überwinden, die manchmal immer noch zwischen uns sind.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie auf. „Vor 65 Jahren ließ die DDR-Führung die Mauer errichten. Heute ist unser Land länger vereint, als es geteilt war und wir leben in Freiheit und Frieden“, schrieb Merz auf der Plattform X. „Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen.“ Warnung vor Verharmlosung der DDR-Diktatur Wegner nannte den 13. August 1961 einen der dunkelsten Tage in der Geschichte Berlins. „Vor 65 Jahren riss der Bau der Berliner Mauer Familien auseinander, trennte Freundinnen und Freunde, zerstörte Lebensentwürfe und sperrte Millionen von Menschen in der SED-Diktatur ein.“ Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärte zum Jahrestag: „Die Berliner Mauer war fast drei Jahrzehnte lang das sichtbarste Symbol für die Unfreiheit und die Unterdrückung in der Deutschen - sogenannten Demokratischen - Republik.“ Links- wie Rechtsextreme versuchten derzeit, die DDR gezielt zu verharmlosen, fügte er hinzu und warnte vor „Geschichtsvergessenheit“. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Menschen zu benennen, die in der DDR gegen das Unrechtssystem opponiert hätten, im Gefängnis saßen oder gar getötet wurden. Mehr DDR-Geschichte in Schulen? Nach Einschätzung des Direktors der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, sollte die Geschichte der DDR intensiver an Schulen unterrichtet werden. „Die DDR-Geschichte, die Geschichte der deutschen Teilung, ist viel zu wenig im Lehrplan, kommt häufig viel zu spät, mitunter dann auch erst in der Oberstufe, im Gymnasium“, sagte Klausmeier im RBB-„Inforadio“. Außerdem sei es wichtig, daran zu erinnern, dass die DDR autokratisch und ohne freie Wahlen regiert worden sei. „Das sagt uns, Demokratie ist nicht selbstverständlich.“ Verwandte Themen Mauer stand mehr als 28 Jahre Der Bau der Berliner Mauer besiegelte am 13. August 1961 die deutsch-deutsche Teilung. Die SED-Führung in der DDR wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen, die die DDR-Wirtschaft bremste und den Staat destabilisierte. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre lang, trennte viele Familien und den Westteil der Stadt von seinem Umland. Nach Angaben der Stiftung Berliner Mauer wurden während dieser Zeit mindestens 140 Menschen an der Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Außerdem starben demnach mindestens 251 Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. Nach Massenprotesten im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR wurde die Mauer am 9. November 1989 geöffnet. Am 3. Oktober 1990 folgte die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.

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13. August
Die Zeit (Politik)

65 Jahre Mauerbau: Julia Klöckner ruft am Jahrestag des Mauerbaus zu Einigkeit auf

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer auf fortbestehende Spannungen zwischen Osten und Westen in Deutschland hingewiesen und zu Einigkeit aufgerufen. »Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen«, sagte die CDU-Politikerin bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin. »Wir nehmen es kaum noch wahr, wenn wir von Niedersachsen nach Mecklenburg-Vorpommern fahren, von Thüringen nach Hessen, von Bayern nach Sachsen.« Dennoch würde die damalige Spaltung noch immer eine Rolle spielen. »Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet«, sagte Klöckner mit Blick auf Debatten über Corona-Schutzmaßnahmen, Migration oder den Umgang mit Russland. Das hänge auch mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zusammen. »Für Westdeutsche änderte sich mit der Einheit nicht viel, für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles.« Wer das verstehen wolle, »muss bereit sein zuzuhören«, sagte die Bundestagspräsidentin. »1989 war es Mut, der die Mauer zum Einsturz brachte. Auch heute ist Mut gefragt. Der Mut, aufeinander zuzugehen.« Klöckner warnt vor »Desinteresse« an Freiheit und Demokratie Der Bau der Berliner Mauer begann am 13. August 1961. Das Bauwerk und weitere Sperranlagen entlang der innerdeutschen Grenze trennten 28 Jahre lang die Bundesrepublik und die DDR. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, ein knappes Jahr darauf folgte die Wiedervereinigung. Vor rund 120 Gästen in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Berlin-Mitte sagte Klöckner weiter: »Die Mauer teilte nicht nur die Bernauer Straße, nicht nur Berlin. Sie teilte Deutschland, Europa. Und sie teilte die Welt.« Die Wende 1989 würdigte die Bundestagspräsidentin als »erste friedliche Revolution, die in Deutschland geglückt ist«. Die damalige Freiheitsbewegung sei jedoch erneut in Gefahr, diesmal »durch Gleichgültigkeit und Desinteresse«, warnte Klöckner. »Freiheit können wir nicht verwalten. Wir müssen sie mit Leben und mit Vertrauen fühlen.« Die Entscheidung dafür müsse jede Generation »neu treffen«. Vor Klöckner hatten bereits mehrere Politiker angesichts des Jahrestages davor gewarnt, die DDR zu verharmlosen. So würde unter anderem die AfD »in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren«, sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur in der DDR, Evelyn Zupke, kritisierte, dass der ostdeutsche Staat als »gemütlich und gemeinschaftlich« verklärt worden sei.

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13. August
Die Welt (Politik)

„Wir müssen dafür kämpfen“ – Merz ruft zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie auf

„Wir müssen dafür kämpfen“ – Merz ruft zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie auf Bundeskanzler Merz erinnerte zum 65. Jahrestag des Mauerbaus daran, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich seien. „Wir müssen immer dafür kämpfen“, sagt er. Wolfram Weimer warnt vor DDR-Verharmlosung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zum Jahrestag des Mauerbaus zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie aufgerufen. „Vor 65 Jahren ließ die DDR-Führung die Mauer errichten. Heute ist unser Land länger vereint, als es geteilt war, und wir leben in Freiheit und Frieden“, schrieb Merz auf der Plattform X. „Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen.“ Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus ist bei einer zentralen Gedenkfeier in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte an die Opfer der deutschen Teilung erinnert worden. Rund 120 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Klöckner: Mut aufeinander zuzugehen In ihrer Rede bei der Veranstaltung wies Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) auf fortbestehende Spaltungen zwischen Ost und West hin. „Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen.“ Selbst bei denen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, wirke sie nach. „Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet“, sagte die Bundestagspräsidentin mit Blick auf Debatten über Corona-Schutzmaßnahmen, Migration oder den Umgang mit Russland. Dies hänge auch mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zusammen. „Für Westdeutsche änderte sich mit der Einheit nicht viel, für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles.“ Wer dies verstehen wolle, „muss bereit sein zuzuhören“, mahnte Klöckner. „1989 war es Mut, der die Mauer zum Einsturz brachte. Auch heute ist Mut gefragt. Der Mut, aufeinander zuzugehen“, sagte sie weiter. Weimer warnt vor DDR-Verharmlosung Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) warnt zum Jahrestag vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden „in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren“. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne“, sagte Weimer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau. Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister macht sich nach eigenen Worten „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor“, sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei. Als „aktive Form der Erinnerungsarbeit“ regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. „Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen“, sagte er. Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird am Donnerstag in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. An den ab dem 13. August 1961 errichteten Grenzanlagen kamen mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen ums Leben. Mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 endete die Teilung.

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13. August
Deutschlandfunk

Deutsche Teilung - Berlin erinnert an Mauerbau vor 65 Jahren

Die Lektion der Mauer bleibe: Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich; man müsse immer dafür kämpfen. Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert - bei einer Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße. Am Brandenburger Tor erinnert eine 30 Meter lange Installation an die einstigen Grenzanlagen. Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert - bei einer Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße. Am Brandenburger Tor erinnert eine 30 Meter lange Installation an die einstigen Grenzanlagen. Kulturstaatsminister Weimer warnte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reiche das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne, sagte Weimer mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau. Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. Private nostalgische Erinnerungen seien zutiefst menschlich, sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, "wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten". Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Bergner, bezeichnete den Mauerbau als essentiellen Bestandteil der Diktatur in der früheren DDR. Die Isolation der Menschen vom Westen sei eine Unterdrückungsmaßnahme gewesen, die die Bevölkerung sehr stark getroffen habe, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Weimer: Straßen nach DDR-Widerstandskämpfern benennen Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister Weimer macht sich nach eigenen Worten „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor“, sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei. Als aktive Form der Erinnerungsarbeit regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er. Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird am Donnerstag in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Die Grenzanlagen wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, in den Folgejahren kamen mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen ums Leben. Mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 endete die Teilung. Diese Nachricht wurde am 13.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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13. August
FAZ (Politik)

Gedenken zum 13. August: Der Bischof, der als Junge den Mauerbau erlebte

Gedenken zum 13. August : Der Bischof, der als Junge den Mauerbau erlebte Als Kind spürte Matthias Heinrich die Angst und Unsicherheit, als der Mauerbau begann. Heute gedenkt der Weihbischof der Opfer der jahrzehntelangen Teilung. Der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich erinnert sich noch gut an den Tag, als der Mauerbau begann. „Ich war damals sieben Jahre alt. Wir hörten morgens im Radio, dass die Grenze geschlossen war. Ich spürte die Angst meiner Eltern und große Unsicherheit.“ Seine Großeltern väterlicherseits wohnten damals im östlichen Berliner Bezirk Friedrichshain, seine eigene Familie im westlichen Stadtteil Steglitz. Zur Angst vor einem neuen Krieg trat die Sorge um die Verwandten im Ostteil der Stadt, und sie bestand nicht zu Unrecht: Es dauerte viele Jahre, bis der Vater seine Eltern wiedersah und der Junge Matthias seine Großeltern. Wenn der Weihbischof an diesem Donnerstag, dem 65. Jahrestag des Mauerbaus, in der frisch sanierten Sankt-Hedwig-Kathedrale in Mitte eine Heilige Messe ausdrücklich zum Gedenken an alle Opfer der deutschen Teilung hält, so weiß er aus persönlicher Erfahrung, wovon er spricht. „Es gab so viele, die unter dieser Diktatur litten, zum Teil bis heute leiden. Die politisch verfolgt wurden, ihre Ausbildung, ihr Studium und ihren Beruf nicht frei wählen durften, eingesperrt wurden oder an der Mauer starben, und viele andere Opfer, die man nicht übersehen sollte.“ Die Mauer konnte das Bistum nicht zerstören Heinrich, geprägt von seiner katholischen Mutter, studierte Katholische Theologie, zuerst an der Freien Universität Berlin, später in Paderborn und Irland. Er war der Erste in seiner Familie, der sich „tiefer in die Materie einarbeitete“, wie er sagt. Während des gesamten Studiums hielten die jungen angehenden Theologen Kontakt mit den Theologiestudenten im Ostteil der Stadt, besuchten sie zu Weihnachten und anderen Festtagen. Durch das Bistum hatten die DDR-Oberen zwar eine Mauer gezogen, doch die Einheit selbst konnten sie nicht zerstören. Das Bistum behielt einen Bischof, eine Kathedrale, so schwer es die DDR-Behörden den Gläubigen auch zu machen versuchten. „Die Verbundenheit blieb“, sagt Heinrich. Wenn man ihn heute fragt, ob er im Westen oder im Ostern Berlins gelebt habe, so antwortet er: „Weder noch. Ich bin schon an der Hand meiner Eltern durch das Brandenburger Tor gegangen, als es noch gar keine Mauer gab. Dann schauen immer alle ungläubig: So ein Fossil bin ich!“ Für die Gedenkveranstaltung habe das Erzbistum versucht, so viele der Menschen wie möglich aus diesen schweren Jahren zu erreichen und einzuladen. Die Sankt-Hedwig-Kathedrale hat heute keine eigene Gemeinde mehr. „Wir versuchen, die Menschen nach der Umgestaltung der Kathedrale wieder zurückzugewinnen“, sagt Heinrich. Das gelinge, auch dank wachsender Zahlen von Gläubigen aus Polen, Italien und Kroatien, schon recht gut.

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13. August
FAZ (Politik)

65 Jahre Mauerbau: „Haben Sie schon gehört? Westberlin ist zu“

65 Jahre Mauerbau : „Haben Sie schon gehört? Westberlin ist zu“ 65 Jahre nach dem Mauerbau kämpfen Zeitzeugen gegen eine Verharmlosung der DDR. Eine Frau, die dort im Gefängnis saß, fürchtet heute vor allem zwei Parteien. Den Bau der Mauer am 13. August 1961 erlebte Renate Werwigk-Schneider wie die meisten Deutschen: aus der Ferne. Sie stand im Garten ihrer Eltern in Teupitz, einem Städtchen in Brandenburg, als der Bauer wie jeden Sonntag eine Kanne Milch vorbeibrachte. „Herr Doktor“, sagte der Bauer zu ihrem Vater, „haben Sie schon gehört? Westberlin ist zu.“ Einen Tag später sah sie es selbst. Sie fuhr nach Ostberlin, wo sie Medizin studierte, eine Frau von 22 Jahren. Von ihrer Wohnung brauchte sie nur zehn Minuten zur Grenze an der Bernauer Straße. Regimekräfte montierten dort Stacheldraht und ließen sich von Bürgern beschimpfen. Abend für Abend lief sie zur Bernauer Straße, und jedes Mal war die Mauer ein Stück gewachsen. Sie wusste noch nicht, dass sie zweimal versuchen würde, aus der DDR zu flüchten, erst durch einen Tunnel, dann mit falschem Pass über Bulgarien in die Türkei. Sie ahnte nicht, dass sie im Gefängnis landen und Jahre später von der Bundesrepublik freigekauft würde. Aber sie spürte, dass nun alles anders war. Bevor die Mauer stand, war sie oft mit der S-Bahn in den Westen gefahren. In der Amerika-Gedenkbibliothek las sie Hemingway. Im Kino am Ku’damm liefen Filme mit Audrey Hepburn. Sie träumte von der Welt. Paris, Rom, New York. „Als die Mauer gebaut wurde“, sagt Renate Werwigk-Schneider heute, „ist in mir ein Wahnsinnszorn entstanden.“ Heute ist sie 87 Jahre alt und tritt als Zeitzeugin auf. Alle paar Wochen erzählt sie Schülern ihre Geschichte, spricht über die Mauer, die gescheiterten Fluchtversuche, die Vernehmungen in Hohenschönhausen, dem Stasi-Untersuchungsgefängnis. Sie kämpft gegen einen Satz, den sie vor vielen Jahren das erste Mal gehört hat: „So schlimm war es doch nicht.“ Der Gedanke, so schlimm sei die DDR nicht gewesen, begegnet ihr immer wieder. Mal wird er geflüstert, mal gerufen, wie Werwigk-Schneider sagt. Oder er steht unausgesprochen im Raum, wie neulich, als der Kabarettist Uwe Steimle bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung die Nationalhymne der DDR sang und Politiker der Partei miteinstimmten. 65 Jahre nach dem Bau der Mauer kämpfen Zeitzeugen gegen eine Verharmlosung des Staates, dessen Opfer sie geworden sind. AfD-Politiker verurteilen die DDR zwar als „Diktatur“, die Partei spielt aber auch mit dem Empfinden vieler, mit der Wende sei auch Gutes verlorengegangen. Die Linke hat eine Jugendorganisation, bei deren Bundeskongress das Staatswappen der DDR an der Wand hing; auf Instagram sahen sich Funktionäre in der „Tradition realsozialistischer Staaten“. Werwigk-Schneider sagt, sie sei vor mehr als 20 Jahren als Zeitzeugin angetreten, um gegen die damalige PDS zu kämpfen, aus der die Linke hervorging. Jetzt werde die Linke wieder stark. „Und dann ist da noch diese blöde AfD. Ich habe Angst vor den Linken und den Rechten.“ Rostbraune Stahlstangen markieren den Grenzverlauf An der Bernauer Straße, wo sie im August 1961 stand, markieren heute rostbraune Stahlstangen den früheren Grenzverlauf. Ein Teil der Mauer ist noch erhalten. Ganz in der Nähe hat Axel Klausmeier sein Büro, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer. „Wir haben 36 Jahre nach dem Ende der DDR nicht erreicht, was wir mit Blick auf den Nationalsozialismus erreicht haben: eine einhellige und eindeutige Meinung, dass das eine Diktatur war“, sagt er. Die Stiftung Berliner Mauer will das ändern. Klausmeier und seine Mitarbeiter kümmern sich um die Gedenkstätte an der Bernauer Straße, den Checkpoint Charlie, das Notaufnahmelager Marienfelde und andere Orte in Berlin, die an das SED-Unrecht erinnern. „Wir müssen deutlich machen, dass dieser Staat seine Bürger eingemauert und mit dem Schießbefehl den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen hat, die flüchten wollten“, sagt Klausmeier. Sie dokumentieren die Erzählungen der Zeitzeugen Die Erinnerungsarbeit steht vor Herausforderungen. Klausmeier und seine Mitarbeiter stellen sich darauf ein, dass Zeitzeugen früher oder später sterben. Sie führen Interviews, filmen die Erzählungen, um sie zu konservieren. „Gerade hat die ARD eine App entwickelt, mit der von uns vermittelte Zeitzeugen gewissermaßen ins Klassenzimmer kommen.“ Künftig wolle die Stiftung noch stärker mit digitalen Medien arbeiten, um junge Menschen zu erreichen. Klausmeier weiß aber auch, wie wichtig Orte sind, an denen Besucher „eine emotionale Erfahrung“ machen können. Die verbliebenen Teile der Mauer, die Gebäude des Notaufnahmelagers Marienfelde, all das muss kontinuierlich repariert und der Verfall verlangsamt werden. Gerade weil sich der Blick auf die DDR ständig verändere, sollten diese Orte daran erinnern, was das politische System ausgemacht hat. „Es geht nicht darum, individuelle Biographien oder Lebensleistungen infrage zu stellen“, fügt Klausmeier hinzu. An den Alltag erinnern, ohne die Diktatur zu relativieren Die meisten Forscher sind sich einig, dass an den Alltag in der DDR erinnert werden kann, ohne die Diktatur zu relativieren. Der Historiker Martin Sabrow schlug schon vor Jahren vor, zwischen Diktatur-, Arrangement- und Fortschrittsgedächtnis zu unterscheiden. Während beim Diktaturgedächtnis das politische System der DDR im Fokus steht, geht das Arrangementgedächtnis der Frage nach, wie sich Menschen in diesem Staat ein Leben aufbauten und sich mit den Verhältnissen auseinandersetzten. Das Fortschrittsgedächtnis wiederum begreift die DDR als Versuch, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen, der gut gedacht, aber gescheitert sei. In letzter Zeit stellt Sabrow eine „Mythisierungsöffnung“ fest: „Man kann sich der DDR heute stärker bemächtigen als früher.“ So gehe die AfD in sozialen Netzwerken „mit dem Simson auf Menschenfang“, einem ostdeutschen Moped mit Kultstatus, auf dem sich der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke gern fotografieren lässt. „Wir erleben gerade vonseiten der Rechten ein Beharren auf einem ostdeutschen Selbstbewusstsein, das sich mit einer kritischen Durcharbeitung der Vergangenheit wenig verträgt.“ Seit fünf Jahren hat der Bundestag eine Beauftragte für die Opfer der SED-Diktatur: Evelyn Zupke, die als junge Frau selbst Flugblätter gegen das Regime verteilte und zu Protestkundgebungen aufrief. Heute ist sie die Stimme derjenigen, die unter dem System zu leiden hatten. „Wer verfolgt oder inhaftiert wurde, für den ist die Vergangenheit nie vorbei“, sagt Zupke. „Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich. Problematisch wird es, wenn der wahre Charakter der DDR hinter dieser Nostalgie verschwimmt, wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten.“ Der Historiker Jörg Ganzenmüller spricht von einer „politischen Instrumentalisierung“ der DDR. „Das findet sich vielfach bei der AfD, die mit ihrer Kommunikation an die friedliche Revolution von 1989 andockt oder andere Parteien als ,Blockparteien‘ verunglimpft.“ Bei der Linken sehe er zumindest „ein Bemühen um ein differenziertes Bild und um Aufarbeitung“. Sehnsüchte nach der DDR nehme er in der Partei nicht wahr. Hinter den Vorfällen bei der Linksjugend vermutet er Provokation. Viele, die einen problematischen Blick auf die DDR hätten, seien zudem zum BSW gewechselt. Dort schaue man „am ehesten einseitig auf die vermeintlichen Errungenschaften der DDR“. Den Fall der Mauer am 9. November 1989 erlebte Renate Werwigk-Schneider wie die meisten Deutschen: aus der Ferne. Sie saß zu Hause in Lichterfelde, tief im Berliner Westen. Als die Grenze offen war, fuhren ihre Freunde aus dem Osten zu ihr, ungefähr 20 Menschen. Sie bestellten Pizza und feierten bis in die Nacht.

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13. August
Tagesschau

Kampf gegen die Berliner Mauer - für Achim Neumann ein Lebensthema

Erinnerung an Mauerbau vor 65 Jahren Freiheit statt "lebenslänglich DDR" - dank Doppelgänger Der Mauerbau vor 65 Jahren war für viele in der DDR ein Schock. Eine Abriegelung des Landes vom Westen schien unvorstellbar. Für Achim Neumann wurde der Kampf gegen die Mauer zum Lebensthema. Semesterferien - Achim Neumann, Student aus Berlin, ist mit seiner Clique zum Zelten an die Ostsee gefahren. Es ist der 13. August 1961. Typisch norddeutsches Wetter, 18 Grad, Wolken. Morgens wird als erstens das kleine Kofferradio angeschaltet. Und plötzlich heißt es in den Nachrichten, dass in West-Berlin die Grenze dicht gemacht wurde - über Nacht. Tausende bewaffnete Kräfte der Volksarmee und Volkspolizei haben in dieser Augustnacht die Sektorengrenze abgesperrt, Straßen aufgerissen und Stacheldraht gespannt. In den Monaten und Jahren danach folgen Betonmauern, Wachtürme und ein bis zu 160 Meter breiter Todesstreifen. Achim Neumann war Student in Berlin, als die Mauer 1961 gebaut wurde. Nach seiner Flucht wenige Monate später half der heute 86-Jährige, Fluchttunnel zwischen Ost- und West-Berlin zu bauen. Berlin abriegeln? "Geht doch technisch gar nicht" Das Entsetzen ist groß, Familien werden getrennt. Wer im Osten wohnt und im Westen arbeitet, kann nicht mehr zur Arbeit kommen und verliert seinen Job. Junge Leute, die in Ost-Berlin wohnen, aber im Westen studieren, können nicht mehr an ihre Uni. Während in Berlin der Ausnahmezustand herrscht, sehen Achim und seine Freunde das Thema in ihrem Urlaub eher locker: "Es geht ja technisch gar nicht, so eine Stadt wie Berlin so abzuriegeln, dass da keiner mehr durchkommt. Wir haben uns da ganz stark gefühlt: Wenn wir nach West-Berlin wollen, schaffen wir das auch", erzählt der heute 86-jährige Achim in der neuen Staffel des Podcasts "Zeitkapsel" von NDR Kultur. Aber bei ihrer Rückkehr kommt das böse Erwachen. Als er sich die Mauer angucken will, wird Achim schon 200 Meter vorher von einer Polizeistreife angehalten und nach Hause geschickt. "Das war für uns ein ziemlicher Schock. Jetzt darfst Du noch nicht mal in deiner Heimatstadt da langgehen, wo Du sonst immer langgegangen bist." Ein Freund von Achim hat daraufhin den Satz gesagt: "Jungs, jetzt haben wir alle lebenslänglich DDR." "Niemand hat die Absicht ..." Erst sechs Wochen zuvor hatte eine westdeutsche Journalistin den DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht bei einer Pressekonferenz gefragt: Soll an der Berliner Grenze eine Mauer gebaut werden? Seine Antwort ging in die Geschichte ein: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Offiziell heißt die Mauer in Ost-Berlin "antifaschistischer Schutzwall". Ab jetzt soll sie die Massenflucht der Menschen aus der DDR in den Westen verhindern. Wohl eine der berühmtesten Lügen der Geschichte: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", erklärte der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht bei einer Pressekonferenz am 15.06.1961. Sechs Wochen später begannt der Mauerbau. Verhaftung auf einer Party als Zäsur für Achim Von September 1949 bis zum Mauerbau im August 1961 hatten mehrere Millionen Menschen die DDR verlassen, viele davon im erwerbstätigen Alter, was die DDR in ökonomischer Hinsicht schwächt. Mit der Mauer will die DDR-Regierung verhindern, dass noch mehr gut ausgebildete und arbeitende Bürger und Bürgerinnen fliehen. Kurz nach dem Mauerbau passiert etwas, das Achim einen weiteren Schock versetzt: Bei einer Party wird verbotene "Westmusik" gespielt und dazu getanzt. Die Polizei rückt an, greift wahllos Menschen heraus und verhaftet sie. Einer davon ist ein Freund von Achim, der mit der Party gar nichts zu tun hatte. Er wird als "Rädelsführer" zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. "Er hat buchstäblich nichts gemacht. Und da habe ich gesagt: Jetzt reicht es mir, ich will weg", erzählt Achim. Flucht mit geliehenem Schweizer Pass Doch raus aus der DDR? Wie soll das jetzt gehen? Seit dem verschärften Passgesetz von 1957 ist jede unerlaubte Ausreise aus der DDR strafbar, gilt als sogenannte "Republikflucht". Es drohen Stasi-Gefängnis oder sogar der Tod. Dennoch gelingt mehr als 5.000 DDR-Bürgern zwischen 1961 und 1989 die Flucht von Ost- nach West-Berlin. Unter den Flüchtlingen ist auch Achim. Schon vier Monate nach dem Mauerbau gelingt ihm die Flucht. Dabei hilft ihm der geliehene Pass eines Schweizers, der ihm auf dem Passbild erstaunlich ähnlich sieht. Im Pulk einer Touristengruppe wird Achim am Grenzübergang Friedrichstraße nach West-Berlin durchgelassen. Einer der etwa 70 Fluchttunnel zwischen Ost- und West-Berlin. Eine große Gefahr für Tunnelbauer und Flüchtlinge waren Wassereinbrüche. Die Mauer unterwandern Danach gehört Achim zu einer Gruppe junger Männer, die Freunde und Familie zu sich holen wollen. Sie beginnen damit, Tunnel unter der Mauer zu graben, von West- nach Ost-Berlin. Einige Versuche scheitern. Es gibt einen Wassereinbruch, und ein Tunnel wird verraten - doch viele Menschen können tatsächlich durch die Tunnel aus der DDR fliehen. Achim geht es dabei vor allem um seine große Liebe Christa, die er zu sich in den Westen holen will. Doch als der Tunnel fertig ist, sitzt sie noch im Gefängnis, verurteilt wegen versuchter Republikflucht. Als Regierender Bürgermeister von Berlin wendete sich Willy Brandt am 16.08.1961 mit scharfen Worten gegen den Mauerbau. "Die Stasi hat sich im Keller auf die Lauer gelegt" Mehr als 70 Tunnel wurden in Berlin gegraben, aber nur 19 waren erfolgreich. Auch Tunnelbauer, zu denen Achim Neumann gehörte, werden getötet: "Zweimal sind Tunnelbauer erschossen worden", erinnert sich Achim. "Die Stasi hat sich im Keller auf die Lauer gelegt. Als sie aus dem Loch gekrabbelt sind, haben sie sie erschossen." Willy Brandt, der damalige Regierende Bürgermeister in West-Berlin, wendet sich 1961 in einer dramatischen Rede direkt an die Grenzsoldaten der DDR: "Lasst euch nicht zu Lumpen machen! Zeigt menschliches Verhalten, wo immer es möglich ist, und vor allem: Schießt vor allem nicht auf eure eigenen Landsleute!" Doch dieser Aufruf verhallt in der DDR ungehört. Die Mauer bleibt deutsch-deutsche Realität - für mehr als 28 Jahre.

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13. August
Tagesschau

Vor 65 Jahren: Berlin erinnert an den Mauerbau

Baubeginn vor 65 Jahren Berlin erinnert an den Mauerbau Am 13. August 1961 begann die DDR-Führung, die Berliner Mauer zu errichten. Bundestagspräsidentin Klöckner mahnt eine Erinnerungskultur an, Kulturstaatsminister Weimer warnt vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. Mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und einer Kunstinstallation am Brandenburger Tor wird in Berlin an den Mauerbau erinnert, der heute vor 65 Jahren begann. Zur zentralen Veranstaltung an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße wird auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erwartet. "Gerade für junge Menschen, für die die DDR immer weiter in die Geschichte rückt, müssen wir diese Erinnerung wachhalten", sagte die CDU-Politikerin bereits gestern. Die "Freiheitsideen", die 1989 zum Fall der Berliner Mauer führten, seien "in Gefahr - nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse." Die Entscheidung für Freiheit und Demokratie müsse jede Generation neu treffen. Klöckner rief dazu auf, die besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen mit der deutschen Teilung und der darauf folgenden Vereinigung zu respektieren. "Für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles", erklärte sie. "Manche Erfahrungen wirken bis heute nach. Wer sie verstehen will, muss bereit sein, zuzuhören." Warnung vor "positiven Zerrbildern der DDR" Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) warnt zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden "in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne", sagte Weimer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle in Dessau. Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als "gemütlich und gemeinschaftlich" verklärt. "Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich", sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, "wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten". Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können. Benennung von Straßen nach Widerstandskämpfern Der auch für Gedenkstätten zuständige Weimer macht sich nach eigenen Worten "große Sorgen" um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September gewählt wird. "Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor", sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei. Als "aktive Form der Erinnerungsarbeit" regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er. Gedenkveranstaltung in Berlin Die Grenzanlagen in Berlin wurden ab dem 13. August 1961 errichtet. Die DDR-Führung wollte so die Abwanderung von Menschen in den Westen verhindern. In den Folgejahren starben mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen. Bei der Gedenkveranstaltung heute werden in der Kapelle der Versöhnung Auszüge aus den Biografien von Todesopfern der Mauer gelesen. Geplant ist auch eine Kranzniederlegung. Am Brandenburger Tor erinnert seit Dienstag eine 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation an den Mauerbau und die Teilung. Die 30 Meter lange Installation, die an die einstigen Grenzanlagen erinnert, erscheint durch das Material je nach Blickwinkel durchlässig oder undurchdringlich.

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13. August
Die Zeit (Politik)

Mauerbau in Berlin: 65 Jahre Mauerbau – Die blinden Flecken des Erinnerns

Vor 65 Jahren, am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer und damit die endgültige Abriegelung der Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Die DDR-Führung wollte damit die Fluchtbewegung aus der DDR stoppen. Mindestens 140 Menschen starben bei Fluchtversuchen oder anderen Zwischenfällen an der Mauer. Am 9. November 1989 fiel sie, knapp ein Jahr später endete die DDR. Die Erinnerung an die DDR und die deutsche Teilung ist bis heute unterschiedlich geprägt. Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, fordert deshalb einen stärkeren Fokus auf die DDR-Geschichte im Schulunterricht und unter anderem verpflichtende Besuche von Gedenkstätten. Wie man Menschen für die Geschichte der DDR sensibilisieren kann, erläutert Evelyn Zupke im Podcast. Die Kölner Sozialarbeiterin Eva Maria Michelmann hat mit der ZEIT über ihre monatelange Haft in Syrien gesprochen. Sie war im Januar gemeinsam mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Ahmet Polat festgenommen worden und wurde nach eigenen Angaben in sechs verschiedene Gefängnisse in Aleppo, Idlib und Damaskus gebracht. Einen Großteil der 152 Tage habe sie in Isolation verbracht. Michelmann warf dem syrischen Übergangsregime unmenschliche Haftbedingungen vor und warnte davor, Menschen aus Deutschland nach Syrien abzuschieben. Sie forderte zudem die Freilassung ihres weiterhin vermissten Kollegen Polat und aller politischen Gefangenen in Syrien. Warum Michelmann überhaupt verhaftet wurde, erklärt Anastasia Tikhomirova, Redakteurin im Politikressort der ZEIT. Und sonst so? Die Deutschen sind nicht die größten Liegenreservierer. Moderation und Produktion: Hannah Grünewald Redaktion: Philip-Johann Moser Mitarbeit: Lisa Pausch, Celine Yasemin Rolle Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie hier die ZEIT auf WhatsApp.

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