6. September FAZ (Politik)
Liveblog Ukrainekrieg: US-Vermittler Witkoff und Kushner in Kiew eingetroffen
Liveblog Ukrainekrieg : US-Vermittler Witkoff und Kushner in Kiew eingetroffen
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt Steve Witkoff (r) und Jared Kushner.AFP
Selenskyj begrüßt Sondergesandte +++ Wechselseitige Luftangriffe trotz Vermittlungsaktion der USA +++ Weißes Haus und Kreml äußern sich positiv zu Gesprächen in Moskau +++ alle Neuigkeiten im Liveblog
Alle Texte, Hintergründe und Kommentare zum Krieg in der Ukraine finden Sie auch auf unserer Sonderseite.
Witkoff und Kushner in Kiew eingetroffen
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Die beiden wollen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beraten. Am Samstag hatten sie in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. Ziel der Beratungen ist die Beendigung des Krieges.
Sie wurden am Bahnhof der Stadt vom Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, begrüßt, wie ein Video der Nachrichtenagentur Unian zeigte. Am Vortag hatten Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Moskau Gespräche über ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs geführt. Dort sprachen sie fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.
In Kiew war ein Treffen mit Selenskyj geplant. „Wir sind bereit für das Gespräch. Die Ukraine war und wird immer konstruktiv sein“, schrieb der Präsident in den sozialen Netzwerken. „Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges näherzubringen.“ Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung. Insgesamt aber sind die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen Vermittlungsbemühungen der USA gering.
Sie wurden am Bahnhof der Stadt vom Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, begrüßt, wie ein Video der Nachrichtenagentur Unian zeigte. Am Vortag hatten Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Moskau Gespräche über ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs geführt. Dort sprachen sie fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.
In Kiew war ein Treffen mit Selenskyj geplant. „Wir sind bereit für das Gespräch. Die Ukraine war und wird immer konstruktiv sein“, schrieb der Präsident in den sozialen Netzwerken. „Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges näherzubringen.“ Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung. Insgesamt aber sind die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen Vermittlungsbemühungen der USA gering.
Die US-Sondergesandten Witkoff (m.) und Kushner (r.) am Sonntag mit dem ukrainischen Präsideten Selenskyj in Kiew. Reuters
Witkoff und Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren für ihre Vermittlungsbemühungen aber noch nie in Kiew. Damit hatten sie bei Selenskyj für Unmut gesorgt. Im April kritisierte er, es sei respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen. Die jüngsten Aufnahmen aus Moskau vom Samstag dürften in Kiew nicht gut angekommen sein. Putin erklärte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hätten. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel“, sagte der Präsident. Witkoff sagte, die Treffen mit Putin gehörten für ihn zu den erinnerungswürdigsten überhaupt.
Die „New York Times“ hatte im Vorfeld unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte berichtet, dass sich die Verhandlungen über die Reise wochenlang zogen. Die USA hätten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die russischen Streitkräfte müssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen, schrieb die Zeitung. Putin ordnete eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt an. Auch Selenskyj sagte zu, dass auf Angriffe auf Moskau bis einschließlich Montag verzichtet werde.
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Vanessa Angermann
Wechselseitige Luftangriffe trotz Vermittlungsaktion
Während einer US-Vermittlungsmission haben Russland und die Ukraine wie vereinbart die Hauptstädte Kiew und Moskau von Angriffen verschont, an anderen Stellen aber aus der Luft attackiert. In der Ukraine wurde die frontnahe Großstadt Saporischschja beschossen, es gab nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow Opfer.
An der Grenze der Ukraine nach Rumänien trafen russische Drohnen nach Angaben örtlicher Behörden einen Grenzübergang. Dieser musste zeitweise geschlossen werden. Am Samstagabend tötete eine russische Drohne in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw drei Mitglieder einer Familie.
In Russland verursachte ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Raffinerie von Rjasan südöstlich von Moskau, wie Telegramkanäle inoffiziell berichteten. Regionalgouverneur Pawel Malkow bestätigte den Angriff und ein Feuer in einem nicht näher bezeichneten Industriebetrieb. Drohnenattacken wurden auch aus dem Gebiet Rostow in Südrussland gemeldet.
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Vanessa Angermann
US-Gesandte reisen nach Treffen mit Putin nach Kiew
Nach einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau reisen die US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals zu Gesprächen über eine mögliche Beendigung des Ukrainekriegs nach Kiew. Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Gesandten von US-Präsident Donald Trump heute in der ukrainischen Hauptstadt empfangen. Der Besuch soll im Schutz einer von Selenskyj und Putin erklärten örtlich und auf drei Tage begrenzten Waffenruhe stattfinden. Moskau hat zugesichert, zur Sicherheit für die US-Gesandten auf Luftangriffe gegen die Stadt Kiew zu verzichten.
Witkoff und Trumps Schwiegersohn hatten den Kreml in der Nacht nach einem gut dreistündigen Gespräch mit Putin verlassen. Dem Vernehmen nach brachte die Unterredung zunächst keine greifbaren Ergebnisse. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von konstruktiven, inhaltsreichen und vertrauensvollen Gesprächen.
Aus dem Weißen Haus hieß es, Witkoff und Kushner hätten mit Putin „konkrete Pläne“ für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukrainekriegs erörtert. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Witkoff und Trumps Schwiegersohn hatten den Kreml in der Nacht nach einem gut dreistündigen Gespräch mit Putin verlassen. Dem Vernehmen nach brachte die Unterredung zunächst keine greifbaren Ergebnisse. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von konstruktiven, inhaltsreichen und vertrauensvollen Gesprächen.
Aus dem Weißen Haus hieß es, Witkoff und Kushner hätten mit Putin „konkrete Pläne“ für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukrainekriegs erörtert. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
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Putin empfängt Witkoff und Kushner für knapp drei Stunden
In Moskau sind die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner zu Ende gegangen. Nach etwa dreistündigen Unterredungen verließen die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump in der Nacht den Kreml, wie Staatsmedien berichteten und dazu auch ein Video der Fahrzeugkolonne veröffentlichten.
Über Ergebnisse der Unterredungen ist noch nichts bekannt. Der hochrangige russische Regierungsvertreter Kirill Dmitrijew bezeichnete die Reise auf der Plattform X aber als „wichtigen Friedensbesuch“. Dmitrijew, der an dem Treffen teilnahm, veröffentlicht diese Äußerung zusammen mit Fotos, die ihn bei der Verabschiedung von Steve Witkoff und Jared Kushner auf einem Moskauer Flughafen zeigen. Eine Stellungnahme der USA liegt zunächst nicht vor.
Witkoff und Trumps Schwiegersohn wollen nach Kiew weiterreisen, wo sie an diesem Sonntag vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen werden. Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow hatten die US-Unterhändler neue Vorschläge im Gepäck gehabt. Peskow nannte keine Details. Auch Trump hatte gesagt, dass Witkoff und Kushner einen Vorschlag mitbrächten.
„Liebe Kollegen, ich begrüße Sie herzlich in Moskau. Die Situation ist natürlich nicht einfach“, hatte Putin den US-Gesandten in einem vom russischen Staatsfernsehen übertragenen Video zu Beginn der Gespräche gesagt. Die Begrüßung fand in einer großen Halle im Kreml statt. Vor Beginn der Gespräche wolle er „jeden bitten, ihre besten Wünsche und Worte der Dankbarkeit an US-Präsident Herrn Trump zu übermitteln“, sagte Putin.
Putin sagte zudem, Moskau werde die Sicherheit der Gesandten in Kiew garantieren - nachdem die russische Armee die ukrainische Hauptstadt zuletzt immer wieder unter Beschuss genommen hatte. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Sicherheit des Verhandlungsprozesses und von Vermittlern wie Ihnen zu gewährleisten“, sagte Putin zu Witkoff und Kushner.
Putin hat eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Sie soll gewährleisten, dass Witkoff und Kushner, die bereits mehrfach in Russland zu Gesprächen waren, erstmals überhaupt auch Kiew besuchen können. Der Kremlchef hatte die beiden am Samstag lange warten lassen. Er nahm eine neue Metro-Linie in Moskau und einen neuen riesigen Ölterminal samt Pipeline in Sibirien per Videoschalte in Betrieb. Selenskyj bekräftigte, dass er die beiden Gesandten Trumps am Sonntag in Kiew erwarte.
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Selenskyj kündigt Unterbrechung von Angriffen auf Moskau an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, die Ukraine werde Moskau in den kommenden Tagen nicht aus der Luft angreifen, sofern Russland die ukrainische Hauptstadt in dieser Zeit ebenfalls nicht angreift.
Am Samstagnachmittag schrieb Selenskyj in sozialen Medien, er habe bereits mit den in Moskau eingetroffenen amerikanischen Sondergesandten gesprochen. Seit dem Ende des Telefongesprächs und bis zum Montagabend werde man auf Angriffe gegen Moskau verzichten, wenn Russland spiegelbildlich handle, kündigte er an.
Der Plan für den Besuch der Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew stehe. „Wir sind bereit für eine inhaltliche Unterhaltung“, ergänzte Selenskyj.
Am Samstagnachmittag schrieb Selenskyj in sozialen Medien, er habe bereits mit den in Moskau eingetroffenen amerikanischen Sondergesandten gesprochen. Seit dem Ende des Telefongesprächs und bis zum Montagabend werde man auf Angriffe gegen Moskau verzichten, wenn Russland spiegelbildlich handle, kündigte er an.
Der Plan für den Besuch der Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew stehe. „Wir sind bereit für eine inhaltliche Unterhaltung“, ergänzte Selenskyj.
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Putin ordnet dreitägige Pause für Angriffe auf Kiew an
Der russische Präsident Wladimir Putin hat angeordnet, die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew für drei Tage einzustellen. Putin habe den „Befehl erteilt, Kiew ab heute Mitternacht für drei Tage nicht anzugreifen“, zitierte die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Samstag Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Diese Entscheidung hänge mit der „Vorbereitung und Aufnahme von Kontakten“ mit der in Kiew erwarteten US-Delegation zusammen.
Zuvor hatten die russischen Nachrichtenagenturen Ria Nowosti und Tass gemeldet, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner seien am Samstagmittag in Moskau eingetroffen. Dort sollen sie den Angaben zufolge den russischen Machthaber Wladimir Putin treffen. Später werden sie zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erwartet.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Kriegs angekündigt. Er bezeichnete Witkoff und seinen Schwiegersohn Kushner am Freitag als „zwei großartige Verhandler“. Er fügte hinzu: „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“. Witkoff und Kushner haben einen amerikanischen Plan zur Beendigung des Kriegs für ihre Gespräche in Moskau dabei.
Zuvor hatten die russischen Nachrichtenagenturen Ria Nowosti und Tass gemeldet, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner seien am Samstagmittag in Moskau eingetroffen. Dort sollen sie den Angaben zufolge den russischen Machthaber Wladimir Putin treffen. Später werden sie zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erwartet.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Kriegs angekündigt. Er bezeichnete Witkoff und seinen Schwiegersohn Kushner am Freitag als „zwei großartige Verhandler“. Er fügte hinzu: „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“. Witkoff und Kushner haben einen amerikanischen Plan zur Beendigung des Kriegs für ihre Gespräche in Moskau dabei.
Ein auf dem X-Konto des russischen Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew (Mitte) veröffentlichtes Foto zeigt Jared Kushner (links) und Steve Witkoff (rechts) am Samstag am Flughafen Vnukovo in Moskau. AFP
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US-Sondergesandte treffen in Moskau wohl auf Dmitrijew
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind russischen Nachrichtenagenturen zufolge in Moskau angekommen. Sie werden bei ihrer Ankunft am Samstag in Moskau einem Insider zufolge mit dem russischen Präsidentenberater Kirill Dmitrijew zusammentreffen. Dies erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit dem Besuch vertrauten Personen. Dmitrijew hatte im Juni gegenüber Reuters erklärt, er sei während einer Unterbrechung der Besuche mit den US-Unterhändlern in Kontakt geblieben. Er nahm zudem an allen früheren Treffen der US-Gesandten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teil und war in diesem Jahr an den Verhandlungen über Ausnahmen von den US-Sanktionen für russisches Öl beteiligt.
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Selenskyj berichtet von russischen Angriffen auf Flughäfen
Russland hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge vor dem Besuch zweier US-Sondergesandter die Flughäfen von Kiew und der nahegelegenen Stadt Boryspil angegriffen. Der ukrainische Luftraum ist seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands im Februar 2022 gesperrt. Selenskyj zufolge wurde jedoch die Möglichkeit erörtert, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner für ihren am Sonntag erwarteten Besuch in Kiew ein Flugzeug benutzen könnten. „Offensichtlich sind diese russischen Angriffe auf die Flughäfen eine Reaktion auf die Gespräche und Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz eines US-Flugzeugs in der Ukraine mit Landung auf dem Flughafen Kiew oder dem Flughafen Boryspil“, erklärt Selenskyj auf Telegram. „Russisch-iranische Drohnen als Antwort auf die amerikanische Diplomatie.“
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Sabrina Frangos
Russland: USA sollten Realitäten vor Ort berücksichtigen
Russland ruft die USA vor einem möglichen Besuch ihrer Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew auf, bei Gesprächen über ein Ende des Konfliktes die Realitäten auf dem Schlachtfeld zu berücksichtigen. Die Lage verändere sich zuungunsten der Ukraine, sagt der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Die Schlüsselfrage ist, inwieweit die US-Regierung angesichts der Realitäten vor Ort bereit ist, in die Suche nach einer echten Lösung für die aktuelle Krise zu investieren.“ Am Wochenende reisen Witkoff und Kushner Medienberichten zufolge nach Russland und - erstmals seit Kriegsbeginn - auch in die Ukraine. US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, Ziel einer Reise Witkoffs und Kushners ins Ausland sei ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine. Eine Bestätigung des Besuches durch das russische Präsidialamt gibt es bislang nicht. Die Regierung in Kiew sprach davon, dass zwei ranghohe US-Vertreter am Sonntag in die Ukraine kämen.
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Sabrina Frangos
Vor US-Vermittlung: Tote bei Luftangriffen auf Ukraine
Vor einer US-Vermittlungsmission im Ukraine-Krieg sind vier Menschen im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk durch einen russischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff habe einen Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen, teilte Gebietsgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Es habe sechs Verletzte gegeben. Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf ein großes Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere.
Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Großraum Kiew gemeldet. Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schließen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.
Der Sondergesandte Steve Wittkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, werden angeblich heute in Moskau erwartet. Am morgigen Sonntag sollen sie erstmals Kiew besuchen, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt hat.
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Sabrina Frangos
Trump schickt Vermittler nach Kiew und Moskau
In die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs könnte unter Vermittlung der USA wieder Bewegung kommen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte einen Besuch des US-Sondergesandten Steve Witkoff und des Schwiegersohns von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, am Wochenende an. Besprochen sei, dass beide zunächst Moskau besuchen und am Sonntag erstmals überhaupt nach Kiew reisen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Für Medienberichte über den angeblichen Beginn einer zumindest einseitigen Waffenruhe am Wochenende, die Selenskyj ausgerufen habe, gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.
Die russische Seite hielt sich bedeckt. Kremlsprecher Dmitri Peskow antwortete der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge auf die Frage, wann Witkoff und Kushner in Moskau erwartet würden: „Ich werde nichts ankündigen. Wenn diese Kontakte stattfinden, werden wir darüber informieren.»
Trump bestätigte im Weißen Haus auf Reporternachfrage, dass er seine beiden Unterhändler entsandt habe. Konkrete Daten nannte er nicht. Sie würden einen Vorschlag mitbringen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, sagte Trump - auch hierzu blieb er Details schuldig. „Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können“, sagte er bloß.
Wie schon bei vorherigen Vermittlungsbemühungen der USA in dem Krieg gab sich der Republikaner optimistisch, dass das gelingen könnte. Ein echter Durchbruch wurde bislang aber nicht erreicht - obwohl Trump einst verkündet hatte, er könne den Krieg binnen 24 Stunden beenden.
Selenskyj sagte, Ziel sei es, einen möglichst konstruktiven und inhaltsreichen Besuch und Verhandlungen mit der US-Seite zu ermöglichen, damit dieser Krieg zu Ende gebracht werden könne. Er kündigte an, dass die Ukraine - „wie es bei vorherigen diplomatischen Besuchen der US-Seite war“ - die Sicherheit des russischen Luftraums gewährleisten werde, damit die Verhandler sicher ankommen könnten. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, versprach er. Russland müsse spiegelbildlich reagieren, sagte Selenskyj.
Allerdings gab es in der Nacht zu Samstag dann wieder Luftalarm und Berichte über Explosionen im Großraum Kiew. Laut dem Nachrichtenportal „Kyiv Independent“ gab es eine Welle von Drohnenangriffen, bei denen im Vorort Boryspil ein neunstöckiger Wohnblock beschädigt wurde. Zwei Frauen seien verletzt worden, hieß es unter Berufung auf Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
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Ukrainische Geheimdienstzentrale von russischer Drohne getroffen
Das Hauptquartier des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU in Kiew ist nach F.A.Z.-Informationen von einer russischen Drohne getroffen worden. Auch die Nachrichtenagentur AFP schreibt unter Berufung auf einen Reporter von einem solchen Angriff. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte im Onlinedienst Telegram, der Angriff habe „direkt“ auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt. Der Staatschef gab demnach SBU-Chef Olexander Poklad Anweisung, den Russen „spiegelbildlich“ auf diesen Schlag zu antworten.
AFP-Reporter sahen nach Angaben der Nachrichtenagentur mehrere Krankenwagen nahe dem Gebäude im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt. Angaben der Stadtverwaltung zufolge gab es bei dem Angriff mindestens sieben Verletzte. Über dem getroffenen Gebäude steigt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters dichter schwarzer Rauch auf. Es ist eines der wichtigsten Regierungsgebäude in der Ukraine.
AFP-Reporter sahen nach Angaben der Nachrichtenagentur mehrere Krankenwagen nahe dem Gebäude im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt. Angaben der Stadtverwaltung zufolge gab es bei dem Angriff mindestens sieben Verletzte. Über dem getroffenen Gebäude steigt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters dichter schwarzer Rauch auf. Es ist eines der wichtigsten Regierungsgebäude in der Ukraine.
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Der freie Journalist Christian-Zsolt Varga war in Kiew vor Ort, als die Zentrale des Inlandsgeheimdienstes von einer Drohne getroffen wurde. Für uns hat er aufgeschrieben, was er erlebt hat:
„Es ist 15.30 Uhr Ortszeit, als eine russische Angriffsdrohne tief über das Zentrum von Kiew fliegt. Ich sitze mit einem ukrainischen Fotografenkollegen vor einem Café, als plötzlich das Dröhnen über uns zu hören ist. Im nächsten Moment schießt der schwarze Flugkörper über uns hinweg.
„Es ist 15.30 Uhr Ortszeit, als eine russische Angriffsdrohne tief über das Zentrum von Kiew fliegt. Ich sitze mit einem ukrainischen Fotografenkollegen vor einem Café, als plötzlich das Dröhnen über uns zu hören ist. Im nächsten Moment schießt der schwarze Flugkörper über uns hinweg.
„Ich werfe mich zu Boden, sofort darauf folgt ein heftiger Knall.“
Knapp hundert Meter entfernt hat die Drohne das Hauptquartier des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU getroffen. Auf dem Weg dorthin liegen Glasscherben auf der Straße, die Fensterfront des erst kürzlich eröffneten Cafés Zavertaylo ist komplett entglast. Aufgelöste Mitarbeiter und Passanten stehen davor. Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen fahren eilig heran. Aus Fenstern des SBU-Gebäudes schlagen Flammen, dichter Rauch steigt auf.“
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WHO: Wichtiges humanitäres Lager in der Ukraine getroffen
In der Ukraine ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eines ihrer wichtigsten Lager bei einem Luftangriff getroffen worden. In dem Lager in dem Gebiet Kiew lagerten „humanitäre medizinische Güter“, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Freitag. Der Zugang sei wegen dichten Rauchs und aus Sicherheitsgründen vorerst nicht möglich. WHO-Beschäftigte seien nicht verletzt worden.
Der Angriff sei Teil eines „umfassenderen Musters, das humanitäre Einsätze im ganzen Land beeinträchtigt“, sagte der WHO-Sprecher weiter. In diesem Jahr hätten bislang mindestens 20 Angriffe Auswirkungen auf Lager gehabt, in denen Güter für humanitäre Hilfe lagerten. In den vergangenen Monaten seien drei von der WHO genutzte Lager in verschiedenen Regionen der Ukraine durch Luftangriffe beschädigt worden, sagte der Sprecher weiter. Dadurch seien medizinische Hilfsgüter zerstört wurden, die für Frontgebiete und schwer erreichbare Regionen bestimmt waren. Laut dem WHO-Sprecher wurden die Standorte aller genutzten Lager in der Ukraine den Konfliktparteien mitgeteilt.
Der Angriff sei Teil eines „umfassenderen Musters, das humanitäre Einsätze im ganzen Land beeinträchtigt“, sagte der WHO-Sprecher weiter. In diesem Jahr hätten bislang mindestens 20 Angriffe Auswirkungen auf Lager gehabt, in denen Güter für humanitäre Hilfe lagerten. In den vergangenen Monaten seien drei von der WHO genutzte Lager in verschiedenen Regionen der Ukraine durch Luftangriffe beschädigt worden, sagte der Sprecher weiter. Dadurch seien medizinische Hilfsgüter zerstört wurden, die für Frontgebiete und schwer erreichbare Regionen bestimmt waren. Laut dem WHO-Sprecher wurden die Standorte aller genutzten Lager in der Ukraine den Konfliktparteien mitgeteilt.
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Schusswechsel zwischen Sicherheitskräften in Kiew: Selenskyj fordert Aufklärung
Vermummte und bewaffnete Sicherheitskräfte sind in Kiew kein seltener Anblick. Sie stehen zum Beispiel an Checkpoints vor dem abgeriegelten Regierungsviertel oder vor militärischen Liegenschaften. Dass diese aber Schüsse abgeben, noch dazu auf andere vermummte Sicherheitskräfte, sieht man nicht alle Tage. Deshalb ist das, was sich am Mittwoch im Dnipro-Bezirk ereignete, in der Ukraine Gesprächsthema.
Videos aus der Nacht zu Mittwoch zeigen grobe Wortgefechte und Schusswechsel zwischen Männern in Tarnkleidung in einem Wohngebiet. Umliegende Straßen wurden gesperrt, am Morgen fielen dann wieder Schüsse. Noch bis in den Mittwochnachmittag standen sich Vermummte in der Großwohnsiedlung gestikulierend gegenüber. Die offizielle Kommunikation dazu war zunächst spärlich, umso schneller verbreiteten sich Gerüchte.
Nach allem, was man bislang weiß, waren an dem Vorfall zwei Sicherheitsbehörden beteiligt; der Inlandsgeheimdienst SBU und der Militärnachrichtendienst HUR. Im Zentrum ihres Disputs steht der Verbleib von Stepan Kaplunow, einem russischen Staatsbürger, der seit 2014 auf Seiten der Ukraine gegen Russland kämpft. Er ist Teil des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), eines unter dem Dach des HUR agierenden Zusammenschlusses russischer Rechtsextremisten, der von dem Neonazi Denis Kapustin (Nikitin) angeführt wird. Zum Ablauf der Ereignisse in der Großwohnsiedlung und deren Deutung gibt es widersprüchliche Angaben.
Aus Sicht des Inlandsgeheimdienstes SBU hat man eine Operation des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB mit dem Ziel der Tötung eines russischen Oppositionellen vereitelt. Im Zuge einer damit in Zusammenhang stehenden Hausdurchsuchung in dem Wohngebiet seien SBU-Agenten von einer bewaffneten Personengruppe angegriffen worden. Am Donnerstag verbreitete der SBU dann ein Video von Kaplunow, in dem dieser (offenbar unter Druck) vor einer Kamera aufsagt, er sei im Auftrag des FSB wegen Auftragsmorden gegen Armeeangehörige kontaktiert worden. Dazu veröffentlichte der SBU Bildschirmaufnahmen eines Telegram-Chatverlaufs, der den Austausch über bezahlte Auftragsmorde auf ukrainischem Territorium belegen soll. Ukrainische Medien berichteten später, dass die Anschlagsplanungen dem Führer der tschetschenischen Exilregierung, Achmed Sakajew, gegolten hätten.
Der Anwalt von Kaplunow und Vertreter von HUR und RDK verbreiten hingegen eine andere Version. Sie beschuldigen den SBU, Kaplunow bereits Ende August verschleppt zu haben. Zudem hegen sie den Verdacht, dass SBU-Agenten versucht hätten, in der Nacht zu Mittwoch verbotene Gegenstände in Kaplunows Wohnung zu verstecken, um ihm diese unterzujubeln. In der Folge seien HUR-Angehörige zum Ort des Geschehens gekommen, um den Plan zu vereiteln. Aus der Konfrontation mit den anwesenden SBU-Agenten habe sich dann der Konflikt entsponnen, im Zuge dessen SBU-Vertreter auch auf Unbewaffnete geschossen hätten; drei Menschen seien dadurch verletzt worden.
Ausgetragen wird der Konflikt auf offener Bühne. Mit Anschuldigungen, Videonachrichten und zahlreichen Unterstützungsbekundungen in den sozialen Medien. Aus dem jeweiligen Inhalt lässt sich ablesen, zu welchem Teil des fragmentierten Sicherheitsapparats die Absender sich selbst zählen. Die beiden Geheimdienste SBU und HUR kooperieren im Kampf gegen Russland, stehen aber auch in einem gewissen Konkurrenzverhältnis. Zu Auseinandersetzungen führen wohl auch widersprüchliche Geschäftsinteressen, insbesondere im kriminellen Bereich.
Präsident Selenskyj gab sich Mühe die Schießerei zu verurteilen, ohne sich selbst auf eine Seite zu schlagen. Am Mittwochmorgen brachte sein Presseteam in Umlauf, er habe die Verantwortlichen kritisiert und eine Erklärung gefordert. Am Donnerstag dann folgte eine Videonachricht, in der er die Zusammenstöße allgemein kritisierte und Aufklärung versprach. „In der Ukraine darf man nur auf russische Besatzer schießen“, sagte er darin. Für die Aufklärung der Affäre sind nun andere verantwortlich: die Generalstaatsanwaltschaft und eine weitere Behörde aus dem Sicherheitsapparat, das staatliche Ermittlungsbüro. Personelle Konsequenzen soll es auch geben. Selenskyj kündigte an, einen stellvertretenden Chef jeweils beider Dienste zu entlassen.
Videos aus der Nacht zu Mittwoch zeigen grobe Wortgefechte und Schusswechsel zwischen Männern in Tarnkleidung in einem Wohngebiet. Umliegende Straßen wurden gesperrt, am Morgen fielen dann wieder Schüsse. Noch bis in den Mittwochnachmittag standen sich Vermummte in der Großwohnsiedlung gestikulierend gegenüber. Die offizielle Kommunikation dazu war zunächst spärlich, umso schneller verbreiteten sich Gerüchte.
Nach allem, was man bislang weiß, waren an dem Vorfall zwei Sicherheitsbehörden beteiligt; der Inlandsgeheimdienst SBU und der Militärnachrichtendienst HUR. Im Zentrum ihres Disputs steht der Verbleib von Stepan Kaplunow, einem russischen Staatsbürger, der seit 2014 auf Seiten der Ukraine gegen Russland kämpft. Er ist Teil des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), eines unter dem Dach des HUR agierenden Zusammenschlusses russischer Rechtsextremisten, der von dem Neonazi Denis Kapustin (Nikitin) angeführt wird. Zum Ablauf der Ereignisse in der Großwohnsiedlung und deren Deutung gibt es widersprüchliche Angaben.
Aus Sicht des Inlandsgeheimdienstes SBU hat man eine Operation des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB mit dem Ziel der Tötung eines russischen Oppositionellen vereitelt. Im Zuge einer damit in Zusammenhang stehenden Hausdurchsuchung in dem Wohngebiet seien SBU-Agenten von einer bewaffneten Personengruppe angegriffen worden. Am Donnerstag verbreitete der SBU dann ein Video von Kaplunow, in dem dieser (offenbar unter Druck) vor einer Kamera aufsagt, er sei im Auftrag des FSB wegen Auftragsmorden gegen Armeeangehörige kontaktiert worden. Dazu veröffentlichte der SBU Bildschirmaufnahmen eines Telegram-Chatverlaufs, der den Austausch über bezahlte Auftragsmorde auf ukrainischem Territorium belegen soll. Ukrainische Medien berichteten später, dass die Anschlagsplanungen dem Führer der tschetschenischen Exilregierung, Achmed Sakajew, gegolten hätten.
Der Anwalt von Kaplunow und Vertreter von HUR und RDK verbreiten hingegen eine andere Version. Sie beschuldigen den SBU, Kaplunow bereits Ende August verschleppt zu haben. Zudem hegen sie den Verdacht, dass SBU-Agenten versucht hätten, in der Nacht zu Mittwoch verbotene Gegenstände in Kaplunows Wohnung zu verstecken, um ihm diese unterzujubeln. In der Folge seien HUR-Angehörige zum Ort des Geschehens gekommen, um den Plan zu vereiteln. Aus der Konfrontation mit den anwesenden SBU-Agenten habe sich dann der Konflikt entsponnen, im Zuge dessen SBU-Vertreter auch auf Unbewaffnete geschossen hätten; drei Menschen seien dadurch verletzt worden.
Ausgetragen wird der Konflikt auf offener Bühne. Mit Anschuldigungen, Videonachrichten und zahlreichen Unterstützungsbekundungen in den sozialen Medien. Aus dem jeweiligen Inhalt lässt sich ablesen, zu welchem Teil des fragmentierten Sicherheitsapparats die Absender sich selbst zählen. Die beiden Geheimdienste SBU und HUR kooperieren im Kampf gegen Russland, stehen aber auch in einem gewissen Konkurrenzverhältnis. Zu Auseinandersetzungen führen wohl auch widersprüchliche Geschäftsinteressen, insbesondere im kriminellen Bereich.
Präsident Selenskyj gab sich Mühe die Schießerei zu verurteilen, ohne sich selbst auf eine Seite zu schlagen. Am Mittwochmorgen brachte sein Presseteam in Umlauf, er habe die Verantwortlichen kritisiert und eine Erklärung gefordert. Am Donnerstag dann folgte eine Videonachricht, in der er die Zusammenstöße allgemein kritisierte und Aufklärung versprach. „In der Ukraine darf man nur auf russische Besatzer schießen“, sagte er darin. Für die Aufklärung der Affäre sind nun andere verantwortlich: die Generalstaatsanwaltschaft und eine weitere Behörde aus dem Sicherheitsapparat, das staatliche Ermittlungsbüro. Personelle Konsequenzen soll es auch geben. Selenskyj kündigte an, einen stellvertretenden Chef jeweils beider Dienste zu entlassen.
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