Themen
lage

Freitag, 17. Juli 2026
Zurück zur Übersicht

Marl - Flügelkämpfe bei der NRW-AfD: Weidel und Chrupalla fordern Abbruch des Parteitags

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
16. Juli
Die Zeit (Politik)

AfD Nordrhein-Westfalen: AfD-Bundesspitze fordert Wahlwiederholung

Die Bundesspitze der AfD hat einen Versuch gestartet, ihren Problemverband in Nordrhein-Westfalen zur Vernunft zu bringen. In einem Brief an alle Mitglieder fordert sie den NRW-Landesvorstand auf, die Wahlversammlung in Marl, die am vergangenen Wochenende in einem heillosen Chaos zu Ende gegangen war und an diesem Freitag fortgesetzt werden soll, abzubrechen und die gesamte Aufstellung der Kandidaten für die Landtagswahl 2027 komplett neu anzusetzen. Das Schreiben wurde am Donnerstagabend verschickt und liegt der ZEIT vor. »Übereinstimmende Schilderungen« würden dafür sprechen, dass »stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt wurden«, heißt es darin. Durch die Vorgänge in Marl drohe eine Nichtzulassung der Landesliste für die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr. Ein »derartiges Debakel«, wie bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2023 geschehen, gelte es, »im größten Landesverband der AfD« zu verhindern. Gezeichnet wurde das Schreiben von den beiden Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Der Brief ist offenbar auch der Versuch, einen Machtkampf zu entschärfen, den die verfeindeten Anhänger der beiden Bundeschefs in NRW zunehmend erbarmungslos gegeneinander führen. In der Partei gegenüberstehen sich auf der einen Seite das Netzwerk des Landessprechers Martin Vincentz, das den Bundeschef Tino Chrupalla unterstützt, und auf der anderen Seite das geringfügig schwächere Lager des Landtagsabgeordneten Sven Tritschler und des Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich, das Alice Weidel nahesteht. Ausschluss hätte zu Patt-Situation geführt Das Schreiben ist deutlich glimpflicher ausgefallen, als einige in der Partei erwartet hatten. Zwischenzeitlich war davon die Rede, zwei der Vincentz-Leute aus dem Landesvorstand des Amtes zu entheben, ein Parteiausschlussverfahren zu starten und ihnen die Mitgliedsrechte abzuerkennen. Die beiden sollen während des ersten Teils der Wahlversammlung vom vergangenen Wochenende Parteikollegen bedroht und körperlich angegriffen haben. Ein solcher Ausschluss hätte in dem politisch gespaltenen Landesvorstand eine Patt-Situation herbeigeführt, das Gremium wäre gelähmt worden. Zudem hätten damit Weidel und ihre Leute erst recht die Kampfeslust im gegnerischen Lager gereizt. Vincentz’ Leute hatten auf der Wahlversammlung von Marl ihre Wunschkandidaten weitgehend durchsetzen können, das Helferich-Lager unterlag. Wohl auch deshalb signalisierte das Vincentz-Lager in einer ersten Reaktion am Abend bereits, der Forderung von Weidel und Chrupalla nicht Folge leisten zu wollen. Die Stimmungslage, schreibt ein Sprecher auf Anfrage der ZEIT, sei eindeutig: Die Versammlung in Marl soll fortgesetzt werden. Es sei ja nicht einmal bekannt, welche Fälle der Bundesvorstand überhaupt genau meine. Christian Loose, Mitglied im Landtagsfraktionsvorstand, sagte der ZEIT, nicht der Bundes- oder Landesvorstand, sondern nur die Delegierten selbst könnten über einen Abbruch der Wahlversammlung entscheiden. »Der Bundesvorstand will die Wahlen rückgängig machen«, sagte Loose. »Das ist etwas, was wir sonst nur von der CDU kennen.« Brief trägt Alice Weidels Handschrift Aus Vincentz’ Sicht dürfte es sich ohnehin um ein vergiftetes Angebot handeln. Denn der Brief trägt in weiten Teilen die Handschrift Weidels. Die Verfehlungen, die ihre Unterstützer in Marl begangen haben sollen, werden nur am Rande erwähnt. Vincentz dagegen wird direkt und namentlich adressiert. Die Gewichtung spiegelt die neuen Machtverhältnisse im Bundesvorstand wider, der vor zwei Wochen in Erfurt gewählt worden war. Die meisten sind getreue Weidel-Leute, der Einfluss Chrupallas dagegen ist erheblich geschrumpft. Der NRW-Landeschef wird also wissen, wie er dieses Schreiben zu bewerten hat. Ausgelöst wurde die jüngste Auseinandersetzung durch die Wahlversammlung vom vergangenen Wochenende in Marl, die selbst in der an Skandalen nicht gerade armen AfD in die Geschichte eingehen dürfte. Bei einigen Wahlgängen kam es zu Tumulten, die beiden Gegner erhoben wechselseitig Vorwürfe der Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung und Erpressung. Ihr Ende fand die Versammlung mit der Wahl zum Listenplatz 22. Allein für diesen bewarben sich 95 Kandidaten, allein die Vorstellungsreden dauerten Stunden. Weil Zweifel an der Zuverlässigkeit einer extra beschafften Stimmenauszählungs-Maschine aufkamen, wurde per Hand ausgezählt, was weitere Zeit in Anspruch nahm. Es herrschte Chaos. Sogar in der AfD sind manche der Meinung: Ein solcher Auftritt ist für eine Partei, die die Umfragen in Deutschland seit geraumer Zeit anführt und in Sachsen-Anhalt sogar demnächst die Regierung stellen könnte, einfach nur peinlich. Vincentz spricht von gezielter Blockade Ein sogenannter Filibuster, also eine gezielte Blockade durch stundenlange Dauerreden, sei der Sonntag von Marl gewesen, warf Vincentz seinen Gegnern vor. Der Verdacht lag nahe, denn seine Kontrahenten hatten ihren Parteitags-Chat, mit dem sie ihre Aktion offenkundig über Smartphones orchestriert hatten, genauso genannt: »Operation Filibuster«. Ziel der Aktion war, ausreichend eigene Leute auf die Liste der Landtagskandidaten zu bekommen. Am Mittwoch hatte Vincentz einen gepfefferten fünfseitigen Brief nach Berlin geschickt – samt Anlage mit seitenweise Screenshots aus besagter Chatgruppe – und klagte darin vor allem eine Person an: Alice Weidel, der er »Antifa-Auswüchse« vorwarf. Sie und das Tritschler-Helferich-Netzwerk hätten die Wahlversammlung sabotiert. Er sprach von »Antifa-Auswüchsen«, die die Parteichefin befördern würde. Es herrsche »Entsetzen, wie eine künftige Kanzlerkandidatin derartige Zustände zulassen kann«. Für Chrupalla, der den Filibuster auf der Social-Media-Plattform X verurteilt hatte, fand er dagegen nur lobende Worte. Wenige Stunden zuvor hatte Vincentz einen Vermittlungsversuch der Bundesspitze nach wenigen Minuten platzen lassen, wie Beteiligte der ZEIT übereinstimmend berichteten. Aus Berlin wurde ein Mediator geschickt. Aber auch hier vermutete Vincentz eine Trickserei. Die Person stehe über Umwege Weidel nahe und sei daher als neutraler Vermittler »ungeeignet«, schrieb er in seinem Brief. Die Mediation endete nach wenigen Minuten, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Wie es nun am Freitag in Marl weitergehen wird, ist völlig unklar. Am vergangenen Sonntag jedenfalls hatte das Weidel nahe Lager offenbar den Plan, den Filibuster fortzusetzen. »Die Schattenarmee muss stehen«, hatte Tritschler in seiner Chatgruppe geschrieben. Zumindest dazu wird es wohl eher nicht mehr kommen.

Artikel lesen
16. Juli
Die Welt (Politik)

AfD-Chefs Weidel und Chrupalla fordern Abbruch der Listenwahl in Nordrhein-Westfalen

AfD-Chefs Weidel und Chrupalla fordern Abbruch der Listenwahl in Nordrhein-Westfalen Die AfD-Bundesspitze fordert den Landesvorstand der NRW-AfD zu einer Neuwahl der Landesliste für die Landtagswahl 2027 auf. Weidel und Chrupalla begründen dies mit der Befürchtung eines Nichtantritts – wegen angeblicher Drohungen. Die AfD-Bundesspitze fordert den Abbruch der Aufstellungsversammlung der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und eine Neuwahl der Landesliste. Dies geht aus einem WELT vorliegenden Schreiben hervor, das die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla am Donnerstagabend an den Landesvorstand der NRW-AfD um Martin Vincentz verschickt haben. „Mehrere in ihrem Kern übereinstimmende Schilderungen sprechen dafür, dass stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt wurden“, heißt es in dem Brief. „Auch Sie, Herr Dr. Vincentz, schließen in Ihrem letzten Schreiben mögliche Drohungen oder Handgreiflichkeiten nicht aus. Eine bloße Verurteilung solcher Vorgänge und der Verweis auf staatliche Ermittlungen reichen jedoch nicht aus, um die drohende Gefahr einer Nichtzulassung der Landesliste abzuwenden.“ Ein zwingendes Anliegen aller Beteiligten müsse es daher sein, „eine Anfechtung der Liste zur Unzeit und deren mögliche Folgen für eine Zulassung zur Wahl zu vermeiden“, schreiben Weidel und Chrupalla weiter. „Der Bundesvorstand fordert den Landesvorstand auf, unmittelbar nach der Fortsetzung der Versammlung darauf hinzuwirken, dass diese wegen der existierenden Risiken abgebrochen wird, um die Landesliste in einer neuen Aufstellungsversammlung rechtlich einwandfrei aufzustellen.“ Zudem fordere man den Landesvorstand auf, „angesichts der krisenhaften Situation im Landesverband NRW seine ablehnende Haltung gegenüber einer Mediation zu überdenken“, heißt es im Brief der Parteispitze weiter. „Eine Überwindung derartiger Konflikte wird nach allen bisherigen Erfahrungen nicht durch Konfrontation, sondern durch Kompromisse erreicht.“ Die am vergangenen Wochenende begonnene Aufstellungsversammlung soll ab Freitagmorgen fortgesetzt werden. Am vergangenen Wochenende wurden bereits 22 Listenplätze besetzt, auf denen sich mehrheitlich das Lager um den innerparteilich gemäßigt auftretenden Landeschef Vincentz gegen das Lager um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich durchsetzte. Helferichs Lager sorgte ab dem Listenplatz 22 mit Massenkandidaturen für eine Blockade des Parteitags – mit dem Ziel, für den weiteren Verlauf der Listenwahl neue Verhandlungen mit der Gegenseite zu erreichen. Am Sonntag konnte dann lediglich ein einziger Wahlgang durchgeführt werden. Auf der Bühne behaupteten zudem Redner, aus den eigenen Reihen bedroht worden zu sein. In einer E-Mail von fünf Helferich-nahen Landesvorstandsmitgliedern der NRW-AfD an den Bundesvorstand von Montag, über die der „Politico“-Podcast „Inside AfD“ berichtete, werden vier „Bedrohungsszenarien“ auf dem Landesparteitag behauptet. „Zu Recht beklagen wir eine arrogante Behandlung und undemokratische Ausgrenzung durch die Altparteien“, heißt es in dem Schreiben vom Montag. „Es ist aus unserer Sicht beschämend, wenn wir derartige Verhaltensmuster innerparteilich nicht nur kopieren, sondern geradezu eskalieren.“ Der Bundesvorstand beschloss am Montag, für die Schlichtung zwischen den Lagern einen Mediator nach Nordrhein-Westfalen zu schicken. WELT berichtete am Mittwoch über ein fünfseitiges Schreiben von Vincentz an die Parteispitze. Daraus geht hervor, dass Vincentz den Mediationsvorschlag des Bundesvorstands ablehnt. „Das Scheitern dieser sogenannten Mediation ist von Teilen der neu gewählten Bundesvorstands-Mehrheit offenkundig fest eingeplant, damit die Initiatoren ihre Sabotageaktion in Marl fortsetzen können“, behauptet der Landesvorsitzende. Vincentz erhebt in dem Schreiben schwere Vorwürfe gegen Weidel: Die „Sabotageaktion in Marl“ finde „im Auftrag“ des „Weidel-Helferich-Lagers“ statt, schreibt er. „Wir sind fassungslos, dass sich eine Bundessprecherin nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-ähnlichen Auswüchsen distanziert.“ Politikredakteur Frederik Schindler berichtet für WELT über die AfD, Islamismus, Antisemitismus und Justiz-Themen. Zweiwöchentlich erscheint seine Kolumne „Gegenrede“. Seit Februar 2026 erscheint wöchentlich sein Podcast „Inside AfD“.

Artikel lesen
16. Juli
Tagesschau

AfD-Spitze fordert Ende von NRW-Landesparteitag

Verhärtete Fronten AfD-Spitze fordert Ende von NRW-Landesparteitag Bei der AfD in Nordrhein-Westfalen eskaliert ein Streit über die Kandidatenaufstellung für die Landtagswahl im kommenden Jahr. Die Bundesvorsitzenden Chrupalla und Weidel fordern den Landesvorstand nun auf, die Aufstellung abzubrechen. Den Parteitag abbrechen, das fordert die Bundesspitze der AfD vom Landesverband Nordrhein-Westfalen. Die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla begründen das mit erheblichen Risiken, die Landesliste rechtlich einwandfrei aufzustellen. In einem Schreiben, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, nehmen die Bundesvorsitzenden - Alice Weidel und Tino Chrupalla - den Landesvorsitzenden Vincentz in die Verantwortung. Es bestünden erhebliche Anhaltspunkte, dass bei der Kandidatenaufstellung für die Landtagswahl Wahlgrundsätze verletzt worden seien. Delegierte seien bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt worden. Es liege in der Verantwortung des Landeschefs, ein Debakel auszuschließen. Blockade bei Landesparteitag Der Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen ist heftig zerstritten. Zwei Lager stehen sich gegenüber. Auf der einen Seite Landeschef Martin Vincentz, der als gemäßigter gilt. Auf der anderen Seite extremere Kräfte um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Auf dem Landesparteitag war der Streit eskaliert. Er wurde blockiert, weil das Helferich-Lager mehr als 100 Kandidaten für einen Listenplatz zur Landtagswahl vorgeschlagen hat. Landeschef Vincentz warf Bundesprecherin Alice Weidel vor, hinter der Aktion zu stecken. Der Landesparteitag soll am Freitag fortgesetzt werden.

Artikel lesen
16. Juli
taz (Öko & Co)

Machtkampf in der AfD in NRW eskaliert: Hier wird gefilibustert und blockiert

Machtkampf in der AfD in NRW eskaliert: Hier wird gefilibustert und blockiert Der eskalierte Machtkampf in NRW zeigt, wie heftig das Hauen und Stechen in der extrem rechten Partei noch immer ist. Auch Weidel steht in der Kritik. Ein Stinkefinger zeigender Bundestagsabgeordneter, gegenseitige Bezichtigungen als „Kameradenschweine“, mutmaßliche Handgreiflichkeiten, Strafanzeigen und eine komplett blockierte Listenaufstellung für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2027: Das ist die Kurzbilanz vom ersten Wochenende der Listenaufstellung im chronisch zerstrittenen Landesverband der AfD Nordrhein-Westfalen. Die Listenaufstellung lief zunächst recht geräuschlos an. Der sich für AfD-Verhältnisse gemäßigt gebende Landeschef Martin Vincentz – Typ TV-Arzt, aber halt rechtsradikal – wurde als Spitzenkandidat bestätigt. Nach ein paar Kampfkandidaturen zeichnete sich ab, dass seine Mehrheit von rund 55 Prozent recht stabil war. Sein Lager war gewillt, die eigenen Kandidaten konsequent durchzubringen und die vom verfeindeten Lager um den völkisch-nationalistischen Matthias Helferich, bekannt als „freundliches Gesicht des NS“, allesamt durchfallen zu lassen. Dessen Kandidaten kamen zumeist auf lediglich rund 40 Prozent. Ab Listenplatz 22 setzte das Helferich-Lager schließlich auf eine Blockadestrategie, um Verhandlungen über die restlichen aussichtsreichen Listenplätze zu erzwingen. Das Helferich-Lager schlug für den Listenplatz 22 kurzum über 100 Kandidaten vor, häufig junge Nachwuchsradikale, denen allesamt 8 Minuten Redezeit zustanden. So konnte am Sonntag nur ein einziger Listenplatz gewählt werden. Der Parteitag wird dieses Wochenende fortgesetzt, insgesamt will die AfD 80 Kandidaten aufstellen. Die Blockaden wurden minutiös über eine Chatgruppe koordiniert. Der taz liegen Screenshots der internen Telegram-Gruppe des Helferich-Lagers mit den Namen „Operation Filibuster“ vor. Mit dem sogenannten „Filibustern“ (oder auch Ermüdungsreden) zögern Minderheiten im US-Senat politische Entscheidungen oder Gesetze durch endloses Reden hinaus. „KI-Reden gibt es bei mir!“ Neben Helferich ist auch der als Vertrauter von Parteichefin Alice Weidel geltende Vizeparteichef Sven Tritschler Mitglied der Gruppe. Dieser hatte die Chatgruppe für die Blockaden als Admin selbst erstellt. Im Chat trugen die Mitglieder Namenslisten für Kandidaturen zusammen, ein Landtagsabgeordneter schreibt: „KI-Reden gibt es bei mir!“ Ein Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten: „Es ist wichtig, dass alle Kandidaten die 8 Minuten Redezeit auch ausschöpfen.“ Ein anderer schreibt: „Bitte langsam zur Bühne, langsam reden, Sprechpausen machen.“ Die Gruppenmitglieder haben sichtlich Spaß an ihrer Blockade, machen sich in heimlich aufgenommenen Fotos über ihren gestressten Landeschef Vincentz lustig, teilen schadenfrohe Memes. Am Ende wird der Parteitag spätabends nach nur einem Listenplatz unterbrochen. Am nächsten Tag schreibt der Weidel-Vertraute Tritschler in die Gruppe: „Jetzt mobilisieren für Freitag. Die Schattenarmee muss stehen, egal was passiert“. Vorab verbreitete er schon mal Vorlagen für schriftliche Kandidaturen in Abwesenheit – für noch mehr Kandidaten. Am Freitag könnte die Blockade also offenbar weitergehen. Weidel und Chrupalla im Kreuzfeuer Längst strahlt der Konflikt auch auf die Bundesebene aus. Nach der Blockade rief der AfD-Bundesvorstand die Konfliktparteien am Montag zur Mäßigung auf und stieß ein Mediationsverfahren an. In einem gemeinsamen Zitat sagten Weidel und Chrupalla: „Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten.“ Blöd nur, dass Weidel selbst in den Fokus der Kritik rückte – eben, weil sie eng mit Tritschler vernetzt sein soll, der die Blockaden orchestrierte. Ebenfalls kursieren Screenshots aus einer Chatgruppe des Vincentz-Lagers, in der das Gerücht kolportiert wird, dass Tritschler das Vorgehen mit „Alice Merkel“ abgestimmt habe. Auf taz-Anfrage gibt es dazu bislang keine Antwort von Weidel. Klar aber ist: Die vom Bundesvorstand angestrebte Mediation scheiterte bereits am Mittwoch kurz nach Beginn. Landeschef Vincentz habe das Gespräch mit einem Mediator im Landtag nach nur zehn Minuten abgebrochen – wohl auch weil Tritschler dabei und dessen Rolle bei der Blockade bekannt war. Vincentz beschimpfte Tritschler anschließend in einem Schreiben an den Bundesvorstand als „verzichtbaren Erfüllungsgehilfen“ für die „Destruktion“ des Helferich-Lagers. Tritschler wollte sich auf taz-Anfrage nicht zu seiner Rolle in der Chatgruppe äußern, warf aber seinerseits Vincentz „katastrophales Führungsversagen“ vor. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

Artikel lesen
16. Juli
Der Spiegel (Politik)

AfD in NRW: Zerstrittene Lager blockieren Einigung im Landesverband

Verfeindete Lager Schlichtungsversuch bei AfD-NRW-Landesverband scheiterte offenbar binnen Minuten Die AfD ist vorerst damit gescheitert, einen internen Machtkampf in ihrem Landesverband in Nordrhein-Westfalen zu befrieden. Wie die »Zeit« berichtet, wurde ein Meditationsgespräch in den Räumen der Fraktion im Düsseldorfer Landtag nach »nur fünf bis acht Minuten« abgebrochen. Weitere Gespräche habe es danach nicht gegeben. Die bereits seit Längerem schwelenden internen Auseinandersetzungen in dem Landesverband waren am vergangenen Wochenende auf dem Landesparteitag in Marl eskaliert. Die Veranstaltung war im Chaos geendet, Fraktionskollegen hatten sich etwa körperliche Übergriffe, Beleidigungen und Einschüchterungsversuche vorgeworfen. Die beiden Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich und Knuth Meyer-Soltau stellten Strafanträge gegeneinander. An dem Schlichtungsgespräch hatten nun laut »Zeit« die Vertreter der beiden Lager teilgenommen: NRW-Landeschef Martin Vincentz und sein Kontrahent Sven Tritschler, der seit neuestem Mitglied des AfD-Bundesvorstands ist. Lager stehen jeweils Weidel und Chrupalla nahe Vincentz gilt als eher gemäßigter AfD-Vertreter, steht dem Co-Bundeschef Tino Chrupalla nahe. Das Lager um Tritschler, dem auch der völkisch-rechtsextreme Matthias Helferich angehört, ist dagegen mit der anderen Bundes-Co-Chefin Alice Weidel verbündet. Die verschiedenen Lager-Zugehörigkeiten führten offenbar auch zum Eklat bei dem Schlichtungsgespräch. Demnach soll Vincentz nach kurzer Zeit von zwei Parteikollegen seines eigenen Lagers aus dem Raum geholt worden sein – das Gespräch endete. Später soll Vincentz in einem Schreiben an den Bundesvorstand die Unabhängigkeit des Mediators angezweifelt haben. Dieser sei »ungeeignet«, da er sich in Brüssel im Umfeld eines Europaabgeordneten bewege, der dem Weidel-Lager nahestehe, zitiert die »Zeit« aus dem Schreiben. »Das Scheitern dieser sogenannten Mediation ist von Teilen der neu gewählten Bundesvorstandsmehrheit offenkundig fest eingeplant, damit die Initiatoren ihre Sabotageaktion in Marl fortsetzen können«, so Vincentz. Bei dem Vermittler soll es sich um einen Sprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament handeln. Vincentz erhebt Vorwürfe gegen Weidel Vincentz wirft in dem Schreiben auch Parteichefin Weidel vor, für die Aktionen auf dem Parteitag in Marl mitverantwortlich zu sein. Es herrsche »Entsetzen, wie eine künftige Kanzlerkandidatin derartige Zustände zulassen kann oder gar selbst befördert«, wird Vincentz zitiert. Man sei »fassungslos, dass eine Bundessprecherin sich nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-ähnlichen Auswüchsen distanziert.« Der Vorwurf bezog sich offenbar auf Vorwürfe des Vincentz-Lagers an das Tritschler-Lager, dieses habe die Aufstellung der Landesliste gezielt sabotiert, indem es etwa »Spaßkandidaten« aufgestellt habe. So hatten sich teils für einen einzigen Listenplatz fast 100 Kandidaten beworben, offenbar mit dem Ziel, Verhandlungen über die kommenden Listenplätze zu erzwingen. Weil die Massenbewerbungen auch den Zeitplan des Parteitags sprengten, wurde die Versammlung schließlich nach der Wahl von nur 22 von insgesamt 80 Kandidaten unterbrochen.

Artikel lesen
15. Juli
Die Zeit (Politik)

AfD Nordrhein-Westfalen: AfD-Landeschef wirft Weidel »Antifa«-Auswüchse vor

Der tief zerstrittene Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen kommt nicht zur Ruhe. Ein Versuch des Bundesvorstands, die beiden verfeindeten Lager durch einen Mediator zumindest vorübergehend zu befrieden, ist am Mittwochmittag schon nach wenigen Minuten gescheitert. Das bestätigten beide Seiten der ZEIT auf Anfrage. Hintergrund der jüngsten Eskalation ist die Landeswahlversammlung des mit mehr als 12.000 Mitgliedern mächtigsten AfD-Landesverbandes am vergangenen Wochenende in Marl, die im Chaos endete. Beide Seiten werfen sich vor, die Wahl der Listenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gezielt sabotiert oder mit womöglich gar strafrechtlich relevanten Mitteln beeinflusst zu haben. An dem Mediationsgespräch in einem Fraktionsraum der Partei im Düsseldorfer Landtag am Mittwochmittag nahmen neben dem Schlichter NRW-Landeschef Martin Vincentz und sein Kontrahent Sven Tritschler teil, der auch dem Landesvorstand angehört. In die Wege geleitet hatte das Verfahren nach Informationen der ZEIT der erst vor zwei Wochen neu gewählte Bundesvorstand der AfD am Montag. Innerhalb des Gremiums stehen die meisten Mitglieder Landeschefin Alice Weidel nah, darunter auch Tritschler, der neuerdings auch Bundesparteivizechef ist. Weidels Co-Bundeschef Tino Chrupalla zählt wiederum zu den Unterstützern von Vincentz. Schlichtergespräch dauerte nur wenige Minuten Als Mediator hatte der Bundesvorstand der AfD ein Parteimitglied gewählt, das im Hauptberuf Sprecher der AfD-Delegation im Europäischen Parlament ist. Dessen Schilderung nach dauerte der Vermittlungsversuch im Düsseldorfer Landtag nur fünf bis acht Minuten. Er habe den Vertretern der beiden Konfliktlager, Vincentz und Tritschler, das Verfahren der Mediation erläutern wollen, als Vincentz von zwei Parteikollegen seines Lagers aus dem Raum geholt wurde, sagte der Vermittler der ZEIT. Zu weiteren Gesprächen kam es nicht. In einem Schreiben an den Bundesvorstand, das der ZEIT vorliegt, erhebt Vincentz nun schwere Vorwürfe. »Das Scheitern dieser sogenannten Mediation ist von Teilen der neu gewählten Bundesvorstandsmehrheit offenkundig fest eingeplant, damit die Initiatoren ihre Sabotageaktion in Marl fortsetzen können.« Der Mediator sei »ungeeignet«, da er sich in Brüssel im Umfeld eines Europaabgeordneten bewege, der dem Weidel-Lager nahestehe. Hintergrund für das Misstrauen gegen Weidel ist der Machtkampf, den sich Vincentz seit Jahren mit dem völkischen Dortmunder Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich liefert. Auch Helferich gilt als Verbündeter der Parteichefin. Auf fünf Seiten beschreibt der NRW-Landeschef detailliert, was sich aus seiner Sicht auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende zugetragen haben soll. Demnach soll Tritschler eine Chatgruppe mit dem Namen »Operation Filibuster« administriert haben, deren Ziel es gewesen sein soll, den Parteitag mit »Spaßkandidaten« zum Erliegen zu bringen. Screenshots liegen der ZEIT vor. Sabotagevorwurf an Parteichefin Alice Weidel In der Tat hatten sich für einen einzigen Listenplatz am vergangenen Sonntag fast 100 Kandidaten beworben, offenbar mit dem Ziel, Verhandlungen über die kommenden Listenplätze zu erzwingen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Vincentz-Lager die ersten 20 Kandidatenplätze fast alle für sich gewonnen, die Helferich-Leute waren weitgehend gescheitert. In seinem Schreiben wirft Vincentz anderen Landesverbänden, aber auch der Parteichefin selbst vor, sich an der Sabotageaktion beteiligt zu haben. Im gesamten Bundesgebiet herrsche »Entsetzen, wie eine künftige Kanzlerkandidatin derartige Zustände zulassen kann oder gar selbst befördert«. Man sei »fassungslos, dass eine Bundessprecherin sich nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-ähnlichen Auswüchsen distanziert«. Lobend dagegen erwähnt er Weidels Co-Sprecher Tino Chrupalla. Mit einem Post auf X habe er deutlich gemacht, dass eine »satzungsmissbräuchliche Blockade von Mehrheitsentscheidungen nicht zweckdienlich und nicht im Sinne der Partei ist«. Weidel-Umfeld spricht von »Kriegserklärung« Das Lager um Tritschler, zu dem auch Helferich gehört, wirft der Gegenseite wiederum vor, auf dem Parteitag Delegierte gezielt eingeschüchtert und sogar erpresst zu haben, um sich Stimmen für einen ihrer wichtigsten Kandidaten zu sichern. In mindestens einem Fall wurde deshalb Strafanzeige erstattet. Sie liegt der ZEIT vor. Es falle auf, schreibt Tritschler auf Anfrage der ZEIT, dass Vincentz kein Wort zu den »zahlreichen Drohungen« und »anderen Unregelmäßigkeiten« verliere. Zudem wirft er dem Landeschef vor, verantwortlich für das Scheitern der Mediation zu sein. Andere aus dem Umfeld von Weidel bezeichnen die Vorwürfe von Vincentz als absurd. Dessen Attacken gegen die Parteichefin seien eine »Kriegserklärung«. Matthias Helferich sagte der ZEIT: »Vincentz kann es nicht ertragen, dass sich sein eigener Landesverband seit Jahren im Streit befindet, während Alice Weidel die Partei auf Bundesebene geeint hat und erfolgreich führt.« Am vergangenen Wochenende wählten die in Marl versammelten Delegierten nur 22 von etwa 80 vorgesehenen Kandidaten. Die Versammlung wurde am Sonntagabend schließlich unterbrochen. Am Freitagvormittag soll die Listenwahl fortgesetzt werden. Dabei droht weiteres Chaos: Mit Billigung des Landesvorstandes um Vincentz habe man auf dem Tagungsgelände in Marl eine zusätzliche Halle angemietet, sagte ein Sprecher des Landesverbandes. Sie soll Raum geben all jenen Interessenten, die auf die weiteren Listenplätze kandidieren könnten, und einen rechtssicheren Ablauf der Wahl sicherstellen. Denn den Regeln der NRW-AfD nach kann jeder Bundesbürger sich zur Kandidatenwahl stellen – eine Parteimitgliedschaft ist keine Bedingung dafür. Man rechne damit, dass radikale Kräfte bis hin zur Antifa dafür mobilisieren. Da den Kandidaten für ihre Vorstellung zwischen zwei und acht Minuten Redezeit zustehen, kann sich die Wahl der nächsten Listenplätze über Stunden, wenn nicht über Tage hinziehen.

Artikel lesen
14. Juli
FAZ (Politik)

Streit in der AfD: Weidel und Chrupalla ermahnen den NRW-Landesverband

Streit in der AfD : Weidel und Chrupalla ermahnen den NRW-Landesverband Nach der einstweilen im Chaos versunkenen Listenwahlversammlung ihres NRW-Landesverbands verlangt die AfD-Bundesspitze eine Erklärung. Weidel und Chrupalla setzen dabei auf Mediation. Wegen des nach heftigen Streitigkeiten einstweilen unterbrochenen Wahlparteitags der nordrhein-westfälischen AfD am Sonntag in Marl hat die AfD-Bundesspitze ihren größten Landesverband zur Stellungnahme aufgefordert und von ihm Professionalität eingefordert. Es gehe darum, „einen akkuraten Überblick zu den Geschehnissen vor Ort zu erhalten“, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Stellungnahme der beiden AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Nach dem Willen des Bundesvorstands soll zudem „das bewährte Mittel der Mediation genutzt werden, um zwischen den verschiedenen Lagern Kompromisse zu finden“. Beides werde „einige Tage Zeit in Anspruch nehmen“. Die ersten 21 Plätze der AfD-Liste für die nordrhein-westfälische Landtagswahl waren am Freitag und Samstag noch unter überwiegend gesitteten Bedingungen gewählt worden. Auf ihnen konnten sich Kandidaten um den als gemäßigt geltenden Landes- und Fraktionsvorsitzenden Martin Vincentz durchsetzen. Er selbst steht auf Platz eins der Liste. Das völkisch-nationale Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich ging weitgehend leer aus. Bei der Fortsetzung am Sonntagmorgen geriet der Parteitag dann aus dem Ruder, als für Listenplatz 22 mehr als 90 Kandidaten antraten, von denen jedem bis zu acht Minuten Redezeit zustanden. Damit war die Listenwahlversammlung faktisch lahmgelegt. Die Partei will insgesamt 80 Listenplätze vergeben Angesichts hoher Umfragewerte rechnet die Partei damit, dass sie im kommenden April mit mindestens 30 Abgeordneten ins Parlament in Düsseldorf einzieht. Insgesamt will sie auf mehreren Konferenzen bis Mitte September 80 Listenplätze vergeben. Ziel müsse es sein, dass die übrigen Kandidaten für die NRW-Landesliste „schnell und rechtssicher“ aufgestellt werden könnten, mahnten Weidel und Chrupalla. „Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten. Gerade jetzt muss es einzig um unser Land gehen und weder um persönliche Konflikte noch um Machtspiele.“ Der größte Landesverband der AfD ist notorisch zerstritten. Zu den Flügelkämpfen zwischen dem Vincentz-Lager und den Völkisch-Nationalen kommen persönliche Feindschaften, die auf offener Bühne ausgetragen werden. In Marl beschimpften sich Delegierte etwa wechselseitig als „Spalter und Kameradenschweine“ und „Definition von Kameradenschwein“.

Artikel lesen
14. Juli
Die Welt (Politik)

Chaos nach Parteitag der NRW-AfD – Jetzt schalten sich Weidel und Chrupalla ein

Chaos nach Parteitag der NRW-AfD – Jetzt schalten sich Weidel und Chrupalla ein Beim Parteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen war es zum offenen Streit gekommen. Zwei Lager blockierten sich bei der Aufstellung der Kandidatenlisten für die Wahl 2027. Nun greift der Bundesvorstand ein. Die AfD-Bundesspitze hat von der nordrhein-westfälischen AfD wegen heftiger interner Streitigkeiten bei deren Wahlparteitag am vergangenen Wochenende Aufklärung gefordert und zur Professionalität aufgerufen. Die Beteiligten seien um Stellungnahme gebeten worden, „um einen akkuraten Überblick zu den Geschehnissen vor Ort zu erhalten“, teilte die Bundespartei in Berlin mit. „Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten. Gerade jetzt muss es einzig um unser Land gehen und weder um persönliche Konflikte noch um Machtspiele“, erklärten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Die Mitteilung aus der AfD-Bundesgeschäftsstelle ist überschrieben mit den Worten „Einigkeit der AfD jetzt wichtiger denn je“. Per Mediationsverfahren sollen den Angaben zufolge zwischen den verschiedenen Lagern Kompromisse gefunden werden. Ziel sei es, dass die übrigen Kandidaten für die NRW-Landesliste schnell und rechtssicher aufgestellt werden könnten. Beim AfD-Wahlparteitag in Marl war am Wochenende ein Streit zwischen dem Lager von Landeschef Martin Vincentz und dem rechten Lager eskaliert. Es ging um die Bestimmung der Listenplätze für die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr. Angesichts hoher Umfragewerte rechnet die Partei damit, dass sie mit mindestens 30 Abgeordneten ins Parlament in Düsseldorf einziehen könnte. Insgesamt will sie auf mehreren Konferenzen bis Mitte September 80 Listenplätze vergeben. Die Plätze 1 bis 10 wurden zwischen beiden Lagern aufgeteilt, so dass alle Bewerber dort ohne Gegenkandidaten antraten. Bei weiter dahinter liegenden Plätzen, mit ebenfalls guten Chancen auf ein Landtagsmandat, trat der interne Streit dann offen zu Tage. So traten etwa für Listenplatz 22 mehr als 90 Kandidaten an, von denen jedem bis zu acht Minuten Redezeit zustanden – was den Zeitrahmen des Parteitages sprengte. Dem Sender WDR sagte Vincentz: „Ich erwarte, dass der Bundesvorstand die Initiatoren dieser Blockade dazu auffordert, die Entscheidungen unserer Delegierten zu akzeptieren und den Weg für weitere Wahlen freizumachen.“

Artikel lesen
© 2026 Themenlage