Themen
lage

Mittwoch, 5. August 2026
Zurück zur Übersicht

Infineon auf Rekordkurs: Mit dem KI-Turbo

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
5. August
FAZ (Wirtschaft)

Infineon auf Rekordkurs: Mit dem KI-Turbo

Infineon auf Rekordkurs : Mit dem KI-Turbo Der Halbleiterhersteller kommt immer stärker in Schwung. Das liegt vor allem an den KI-Rechenzentren. Es ist noch nicht allzu lange her, da musste der Vorstandschef von Infineon, Jochen Hanebeck, seine Prognosen wegen der Flaute am Chipmarkt regelmäßig nach unten korrigieren. Inzwischen ist seine Treffsicherheit nicht besser geworden, aber es ist ihm sicherlich lieber, dass er nun seinen Ausblick für den weiteren Geschäftsverlauf von Quartal zu Quartal anheben muss. Der von ihm vor wenigen Monaten angekündigte „breite Aufschwung“ prägt schon die Ergebnisse im dritten Quartal. Da kann es Hanebeck egal sein, wenn die Börse wegen der Ertragskraft enttäuscht reagiert und den Aktienkurs um fünf Prozent nach unten drückt. Noch immer ist die Infineon-Aktie der Spitzenreiter im Dax mit einem Kursplus von 60 Prozent seit Jahresanfang. Die Investoren haben schon viel vorweggenommen, insbesondere das rasant wachsende Geschäft mit den Leistungschips für Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz (KI). Die sind sehr energiehungrig und erhalten von Infineon effiziente Stromversorgungslösungen, mit denen die Rechenzentren den Energiebedarf effizienter gestalten können. Das ist ein Wachstumsmarkt und Infineon spielt mit seinen KI-Leistungschips an der vordersten Front mit. Günstige Aussichten Zu den Marktführern zählt Infineon auch bei den Halbleitern für softwaredefinierte Autos. Im gemessen am Umsatz wichtigsten Geschäftsfeld von Infineon zieht das Geschäft wieder an, nachdem es in den vergangenen Jahren eher zäh lief. Kein Wunder, wenn Hanebecks Zuversicht von Quartal zu Quartal zunimmt. Denn die Aussichten stellen sich für Infineon derzeit sehr günstig dar. Das gilt vor allem für das Geschäft mit den KI-Rechenzentren. Hier gibt es bereits Reservierungskapazitäten, für die Kunden Vorauszahlungen leisten. Dadurch wird das Geschäft planbarer, auch was die Produktionskapazitäten betrifft. Schon jetzt ist sich Hanebeck sicher, dass er die Umsatzprognose für KI-Chips im November deutlich nach oben anpassen muss. Bislang ging er für das Geschäftsjahr 2026/27 (per 30. September) von 2,5 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden Euro 2025/26 aus. Wie viel es werden, bleibt vorerst noch offen. Für Infineon und die Investoren ist es aber erfreulich, wenn die Prognosen angehoben und nicht gekürzt werden müssen. Es bleibt Hanebeck zu wünschen, dass er im November keinen Übermut einräumen muss. Das ist auch nicht zu erwarten – dem KI-Turbo sei Dank!

Artikel lesen
5. August
FAZ (Wirtschaft)

Hohe Nachfrage: Infineon erzielt Rekordumsatz

Hohe Nachfrage : Infineon erzielt Rekordumsatz Der Halbleiterhersteller aus München verzeichnet einen breiten Aufschwung in allen Geschäftsfeldern. Vor allem die Nachfrage nach KI-Chips geht steil nach oben. Ein breiter Aufschwung hat dem Halbleiterhersteller Infineon im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) einen Rekordumsatz beschert. „Immer mehr unserer Zielmärkte zeigen einen positiven Trend“, zog der Vorstandsvorsitzende Jochen Hanebeck am Mittwoch zufrieden Bilanz. Infineon setzt seinen Worten zufolge den Wachstumskurs konsequent fort. Der Auftragsbestand erhöhte sich im dritten Quartal um fünf Milliarden auf 30 Milliarden Euro. Eine hohe Nachfrage verzeichnet Infineon für seine Leistungschips, die für einen effizienten Energieeinsatz in den energiehungrigen Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgen. „Anpassung wird wesentlich sein“ „Die Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber“, sagte Hanebeck. Mehrere führende Kunden aus dem Bereich KI-Rechenzentren haben nach Angaben von Infineon mehrjährige Kapazitätsreservierungsvereinbarungen abgeschlossen oder befinden sich in entsprechenden Verhandlungen. Diese Vereinbarungen umfassten ein kumuliertes Umsatzvolumen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich und beinhalteten auch bestimmte Vorauszahlungen. „Wir stärken also unsere Kundenbeziehung weiter und teilen Investitionsrisiken“, sagte Hanebeck auf der Telefonkonferenz. Hanebeck erwartet im laufenden Geschäftsjahr mit den KI-Chips einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro nach zuvor 1,5 Milliarden Euro. Die entsprechenden Ziele für 2026/27 will er anlässlich der Veröffentlichung der Geschäftsjahresergebnisse im November anheben. „Wir erwarten, dass diese Anpassung wesentlich sein wird.“ In die neue Prognose würden auch die Umsätze von rund 500 Millionen Euro im Jahr mit Leistungshalbleitern für klassische Rechenzentren einbezogen, weil sich diese beiden Bereiche nur schwer trennen ließen. Infineon erwartet bei KI-Leistungshalbleitern bisher im kommenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Gewinn steigt um mehr als ein Fünftel Darüber hinaus sorgten weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge nach Aussage Hanebecks spürbar an. Der Spartenumsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um sechs Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, was der Vorstandschef mit der höheren Nachfrage aus dem Bereich softwaredefinierter Fahrzeuge begründete. Viele Hersteller füllten ihre Lager wieder auf, sagte er. Gleichzeitig wachse die Nachfrage aus China, weil es dort Engpässe bei bestimmten Halbleitern gebe. Das Automobilgeschäft ist die größte Sparte von Infineon mit einem Umsatzanteil von 50 Prozent. Den höchsten Umsatzanstieg verzeichnete die zweitgrößte Sparte Power Systems & Solutions: Die Erlöse erhöhten sich um 14 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Grund dafür war die steigende Nachfrage im Bereich Server und KI-Rechenzentren. Im dritten Quartal legte der Konzernumsatz gegenüber dem Vorquartal um 360 Millionen Euro auf 4,2 Milliarden Euro zu. Es war nach Unternehmensangaben bislang der höchste Umsatz in einem Quartal in der Geschichte von Infineon. Das Segmentergebnis, also der operative Gewinn der vier Geschäftsfelder, erhöhte sich um mehr als ein Fünftel auf 797 Millionen Euro. Der Vorstand hob seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2025/26 leicht an. Der Umsatz wird nun bei 16,3 Milliarden Euro gesehen, was einem Anstieg von elf Prozent entspräche. Nach dem zweiten Quartal hatte Hanebeck einen Umsatz von mehr als 16 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der frei verfügbare Mittelzufluss (Free Cashflow) wird nun bei 1,85 Milliarden Euro nach zuvor 1,25 Milliarden Euro gesehen. Unverändert erwartet Infineon eine Segmentergebnis-Marge von rund 20 Prozent. Im dritten Quartal lag die Marge bei 19,1 Prozent nach 18,0 Prozent zwölf Monate zuvor. An der Börse enttäuschte die Ertragskraft. Der Aktienkurs gab am Mittwoch um fünf Prozent nach. Die Infineon-Aktie war Schlusslicht unter den 40 Dax-Werten. Seit Jahresanfang ist der Titel mit einem Kursplus von 60 Prozent allerdings der Dax-Spitzenreiter. „Infineon ist in strukturellen Wachstumsmärkten mit seinem Produktportfolio und entsprechenden Fertigungskapazitäten hervorragend positioniert – und wir übersetzen diese Chancen in profitables Wachstum“, sagte Hanebeck. Dazu beitragen soll auch die vor gut einem Monat eröffnete neue Fabrik in Dresden. Sie komme genau zum richtigen Zeitpunkt, so der Konzernchef. Und das Marktumfeld werde zusehends günstiger.

Artikel lesen
© 2026 Themenlage