Themen
lage

Dienstag, 28. Juli 2026
Zurück zur Übersicht

Washington, D.C.: Trump führt »produktive« Gespräche mit Selenskyj und Netanjahu

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
28. Juli
Die Zeit (Politik)

Washington, D.C.: Trump führt »produktive« Gespräche mit Selenskyj und Netanjahu

Die US-Regierung hat sich positiv über die Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj sowie dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu geäußert. »Beide Treffen verliefen positiv und produktiv!«, schrieb Trumps Sprecherin Karolien Leavitt auf X. An beiden Gesprächen nahmen unter anderem auch US-Außenminister Marco Rubio und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teil; die Begegnung mit Netanjahu dauerte etwa eineinhalb Stunden, die mit Selenskyj etwa eine Stunde. Auch Netanjahu lobte das Treffen: »Es war eines der besten Gespräche, die ich je mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten hatte, unserem Freund Donald Trump.« In dem Gespräch sei es um das »gemeinsame Ziel« beider Politiker gegangen: Den Iran am Bau einer Atomwaffe zu behindern, sagte Netanjahu nach dem Treffen in einer Videobotschaft. Auch Selenskyj zeigte sich nach dem Treffen mit Trump zufrieden. Hauptthema des Gesprächs im Oval Office waren nach seinen Angaben Lizenzen für die ukrainische Produktion von US-Abfangraketen für das Patriot-System sowie die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit Russland. »Wir haben auch über Diplomatie gesprochen – es ist wichtig, den diplomatischen Prozess zu intensivieren«, schrieb Selenskyj auf Telegram. Die Begegnung von Selenskyj und Trump fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde. Die USA unter Trump sehen ihre Rolle im Ukrainekrieg als die eines Vermittlers – ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Krieges gegen den Iran in den Hintergrund geraten. Der Irankrieg wiederum dürfte Hauptthema des Treffens von Trump mit Netanjahu gewesen sein. Netanjahu hatte bereits zu Beginn seiner US-Reise gesagt, dass es in dem Gespräch vor allem um den Iran gehen werde. Es handelt sich um das erste Treffen von Trump und dem israelischen Regierungschef im Weißen Haus seit Beginn des Irankriegs. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen im Ende Februar gemeinsam von Israel und den USA begonnenen Krieg zuletzt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten. Verhältnis von Trump und Netanjahu belastet Nach Darstellung von Trump versuchte der israelische Ministerpräsident, die USA davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Berichten zufolge wollte Netanjahu Trump auch Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bemühungen des Iran vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Das einst gute Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu gilt auch wegen der Differenzen im Irankrieg als belastet. Während die israelische Regierung den Krieg gegen den Iran fortsetzen will, lag Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung. Netanjahu und Selenskyj halten sich anlässlich der Beerdigung des kürzlich verstorbenen US-Senators Lindsey Graham in der US-Hauptstadt auf. Der Republikaner galt als vehementer Unterstützer sowohl der Ukraine als auch Israels.

Artikel lesen
28. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Ukraine und USA: Späte Genugtuung für Selenskij

Für Wolodimir Selenskij dürfte dieser 28. Juli in Washington in vielerlei Hinsicht ein bedeutender Tag sein. Der ukrainische Präsident ist in der National Cathedral in Washington geladener Gast bei der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham, einen der treuesten Fürsprecher, die sein Land in der Ära Trump in den USA hatte. Zum anderen wird er an diesem Abend offiziell im Senat empfangen, also in allen Ehren. Alle 100 Senatoren sind zu dem Treffen geladen, auch die Republikaner. Und zum dritten – das war wohl die Voraussetzung für die beiden anderen Termine – wurde Selenskij an diesem Dienstagvormittag, noch vor dem Gedenkgottesdienst, von Donald Trump im Weißen Haus empfangen, ebenfalls in Ehren. Und auch das ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Die Maga-Bewegung hat sich neu orientiert Vor nicht ganz anderthalb Jahren war der Ukrainer von Trump und seinem Vize J. D. Vance im Oval Office vor laufenden Kameras und damit Augen der Weltöffentlichkeit als vorlauter, undankbarer Bittsteller abgekanzelt worden. Im Sommer vergangenen Jahres mussten ihm dann die wichtigsten Staats- und Regierungschefs sozusagen Geleitschutz geben, indem sie ihn bei seiner nächsten Visite ins Weiße Haus begleiteten. Seither hat Selenskij den US-Präsidenten zwar nicht in Washington, aber doch persönlich zu Vieraugengesprächen am Rande der Papstbeerdigung in Rom und des Nato-Gipfels in Ankara getroffen. Dort hatte Trump überraschend angekündigt, dass die Ukraine künftig Patriot-Flugabwehrraketen zur Abwehr russischer Luftangriffe in Lizenz produzieren dürfe. Eine vergleichbare Zusage haben bisher nicht einmal engste US-Verbündete erhalten. Die Patriot-Raketen waren nun offensichtlich auch Thema bei dem Gespräch am Dienstag im Oval Office. „Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können“, schrieb Selenskij nach dem Treffen im Kurznachrichtendienst X. „Ich bin den Vereinigten Staaten dankbar für ihre feste Unterstützung.“ Zwei Entwicklungen dürften zu der Annäherung beigetragen haben, das zähe Wirken Grahams und eine ungeahnte Neuorientierung in der Maga-Bewegung, Trumps politischer Basis. Graham hatte seit seinem Einzug in den Senat 2003 als außenpolitischer Falke gegolten und trat stets für eine harte politische Linie ein, insbesondere gegenüber den Expansionsbestrebungen Russlands unter Präsident Wladimir Putin. Vor allem warb er für verschärfte Sanktionen gegenüber Moskau. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte Graham bereits vor einem Jahr im Senat eingebracht und dafür heftig im Weißen Haus geworben. Doch stets zögerte Trump. Auch, nachdem die wichtigste Strafmaßnahme – US-Importzölle auf Waren aus Ländern, die Öl in Russland kaufen, also vorneweg China und Indien – entschärft worden war: Die Zölle wurden von 500 auf 100 Prozent des Warenwerts reduziert. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf Sanktionen gegen Präsident Putin persönlich, gegen weitere Banken und russische Energieprojekte vor. Auch die Strafmaßnahmen gegen die sogenannte Schattenflotte, ausgeflaggte Tanker, mit denen Russland Erdöl exportiert, sollen erweitert werden. Die Trump-Flüsterin und Influencerin Laura Loomer gesteht, sie habe sich von Russland „anschwindeln“ lassen Unmittelbar vor seinem Tod am 11. Juli war Lindsey Graham von einer Reise in die Ukraine zurückgekehrt. Dort hatte er den Erfolg seiner unermüdlichen Bemühungen vermelden können: Trump hatte endlich seinen Widerstand gegen das Sanktionspaket aufgegeben. Die Abstimmungen darüber sollen nun – auch zu Ehren Grahams – nach Selenskijs Besuch im Senat noch an diesem Dienstag beginnen, um das Sanktionspaket auf den Weg zu bringen, ehe der Kongress in die Sommerferien geht. Es wird mit breiter politischer Unterstützung aus beiden Parteien gerechnet. Trumps Umschwenken in seiner Haltung zur Ukraine dürfte auch von einem Sinneswandel der in Maga-Kreisen hoch angesehenen Influencerin Laura Loomer erleichtert worden sein. Sie hat das Ohr des Präsidenten. Loomer hatte in der vergangenen Woche die Ukraine besucht. Dabei erlebte sie russische Luftangriffe und war von Selenskij zu einem persönlichen Treffen geladen worden. Später schrieb sie, sie sei ein „Arschloch“ gewesen, dass sie den Verteidigungskampf der Ukrainer gegen Russland so lange verächtlich gemacht habe. Sie habe sich von der russischen Propaganda „anschwindeln“ lassen. Trump hatte Loomers Post zu ihrer Ukraine-Visite auf seine Plattform Truth Social hochgeladen und ihn mit den Worten „sehr gut“ kommentiert. Vor dem Treffen im Weißen Haus am Dienstag hatte der ukrainische Präsident Selenskij der US-Nachrichtenagentur AP zufolge angekündigt, Trump auf die enge Zusammenarbeit Irans und Russlands hinzuweisen. Moskau unterstütze das Regime in Teheran mit Satellitenaufnahmen der US-Basen im Nahen Osten. Es gebe einen „klaren Zusammenhang“ mit der Übermittlung der Aufnahmen und iranischen Luftschlägen bald danach. Trump hingegen hatte die Bedeutung der Kooperation zwischen Russland und Iran noch am Montag herunterzuspielen versucht. Vor Reportern sagte er: „Ich glaube nicht, dass sie das machen, sicherlich nicht auf einem hohen Niveau.“ In jedem Fall habe eine solche Zusammenarbeit kaum Auswirkungen gehabt.

Artikel lesen
28. Juli
Handelsblatt

+++ Ukraine-Krieg +++: Treffen von Selenskyj und Trump im Weißen Haus beendet – Selenskyj spricht von gutem Treffen

Ukraine-Krieg: Treffen von Selenskyj und Trump im Weißen Haus beendet US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: Die Ukraine benötigt zur Abwehr des russischen Angriffskriegs dringend mehr Unterstützung bei der Flugabwehr. Foto: REUTERS Treffen von Selenskyj und Trump im Weißen Haus beendet Das Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus ist beendet. Es fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde. Selenskyj könnte auch Senatoren treffen Es wird erwartet, dass Selenskyj am Abend (US-Ostküstenzeit) auch Senatoren beider Parteien trifft. Nach Informationen des US-Portals „The Hill“ wurden alle 100 Senatoren zu dem Treffen eingeladen. In der Kongresskammer wird seit Langem über ein neues Sanktionspaket gegen Russland verhandelt, das der Trump-Verbündete Graham maßgeblich vorangetrieben hatte.Es richtet sich unter anderem gegen Länder, die russische Energieträger importieren und damit helfen, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Nach dem Tod Grahams versuchen mehrere Senatoren, das Anliegen ihres gestorbenen Kollegen zum Abschluss zu bringen. Treffen von Selenskyj und Trump im Weißen Haus hat begonnen Das Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus hat begonnen. Es sei um 9.47 Uhr Ortszeit (15.47 Uhr MESZ) losgegangen, teilte das Weiße Haus mit. „Der Frieden muss näher gebracht werden“, sagte Selenskyj, der am Dienstagmorgen (Ortszeit) am Weißen Haus ankam. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte, Trump werde sich auf den „laufenden Friedensprozess“ zwischen Russland und der Ukraine konzentrieren.Selenskyj hatte kurz nach seiner Ankunft in den USA in einem Social-Media-Beitrag erklärt, seine oberste Priorität seien „die Raketenabwehr und die strategische Zusammenarbeit mit Amerika“. Außerdem sagte er, Russland unterstütze den Iran in dessen Krieg gegen die USA mit Satellitenbildern von US-Stützpunkten in der Golfregion. Es gebe einen „klaren Zusammenhang“ zwischen den russischen Aufnahmen und den darauf folgenden iranischen Angriffen. Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in den USA. imago Irland beharrt auf Produktion russischer Aluminium-Fabrik Der irische Regierungschef Micheal Martin lehnt weiter ab, dass die russische Aluminium-Raffinerie im Norden Irlands unter EU-Sanktionen fällt. Aluminium stehe bisher nicht auf der Sanktionsliste, sagt er bei einem Besuch von Kanzler Friedrich Merz in Dublin. Die Raffinerie beliefere auch Fabriken in der EU wie etwa im französischen Dünkirchen. Merz sagt, dass man über das russische Werk reden werde, aber nicht öffentlich. „Hier gilt es auch, die eigenen europäischen und nationalen Interessen zu wahren“, mahnt er. Der Frage, warum im niedersächsischen Lingen die Produktion russischer Brennelemente erlaubt werde, wich er aus.  Die EU hatte kürzlich ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Etliche EU-Staaten verhindern aber, dass Wirtschaftsbereiche unter die Sanktionen fallen, die für sie wichtig sind. EU bestellt nach Luftraumverletzung Vertreter Russlands ein Die EU hat in Reaktion auf neue Drohnenvorfälle und die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der Ostukraine den Geschäftsträger Russlands in Brüssel einbestellt. „Wir haben unsere scharfe Verurteilung der vorsätzlichen Verletzung des rumänischen Luftraums durch russische Drohnen zum Ausdruck gebracht“, erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Dieser rücksichtslose Akt stelle eine ernste Eskalation dar und bedrohe die Sicherheit der Menschen in der EU, die regionale Stabilität und den internationalen Frieden.Den Angaben zufolge wurde bei dem Treffen zudem die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der frontnahen ukrainischen Stadt Slowjansk in der Region Donezk thematisiert. Nach Angaben Lettlands handelt es sich bei dem Konsulat um die einzige dauerhaft besetzte europäische Vertretung in der Frontregion. Sie wurde von einer russischen Präzisionslenkbombe vom Typ KAB-250 getroffen. Kallas hatte nach dem Angriff am vergangenen Freitag auch Vorschläge für weitere Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex angekündigt. Polen: Erheben keine Gebietsansprüche gegen die Ukraine Polen hat die Behauptung von Kremlchef Wladimir Putin dementiert, wonach es Teile der Westukraine für sich beansprucht. „Polen hat keine territorialen Ansprüche gegenüber der Ukraine erhoben, erhebt derzeit keine und beabsichtigt auch in Zukunft nicht, solche geltend zu machen“, erklärte das Außenministerium in Warschau.  Vielmehr erkenne Polen die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine in ihren gesetzlich festgelegten, international anerkannten Grenzen uneingeschränkt an, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die Andeutungen Moskaus über angebliche Pläne zur Annexion westlicher Gebiete der Ukraine, unter anderem durch Polen, stellen einen primitiven Versuch der Desinformation dar.“ Kreml: Ukraine weitet geographischen Radius ihrer Angriffe aus Russland macht die Ukraine für einen Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer verantwortlich und erklärt, dass dies als Angriff auf den Iran selbst gewertet werden müsste. Die Ukraine weite den geografischen Radius ihrer „terroristischen Angriffe“ aus, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. So habe sie auch die Nord-Stream-Pipelines gesprengt. „Diese Bedrohung muss neutralisiert und definitiv zerstört werden.“  Das iranische Außenministerium hatte den ukrainischen Angriff auf das Schiff am Samstag verurteilt. Ein Besatzungsmitglied sei getötet und ein weiteres verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, sein Land habe Schiffe beschossen, die für militärische Frachttransporte mit iranischer Beteiligung genutzt worden seien. Kiew bestreitet zudem, für die Nord-Stream-Explosionen verantwortlich zu sein. Russland und der Iran sind enge Verbündete. Raffinerie in Westsibirien steht nach Angriff still Die russische Raffinerie Tjumen im Westen Sibiriens hat Insidern zufolge die Ölverarbeitung am vergangenen Samstag nach einem ukrainischen Drohnenangriff eingestellt. Eine Anlage zur Diesel-Entschwefelung und eine zur Benzinproduktion hätten Feuer gefangen. Die Insider lehnen es ab, sich dazu zu äußern, wann die Raffinerie den Betrieb wieder aufnehmen könnte. Der Betreiber ist für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.  Lokalbehörden hatten am Samstag lediglich mitgeteilt, dass ein ukrainischer Drohnenangriff ein Feuer in der Raffinerie ausgelöst habe. Die Anlage liegt mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt. In ihr werden Branchenschätzungen zufolge jährlich rund sechs Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet und etwa eine halbe Million Tonnen Benzin und 2,8 Millionen Tonnen Diesel hergestellt. Die Ukraine nimmt seit geraumer Zeit verstärkt die russische Ölinfrastruktur ins Visier, was in einigen Gebieten zu akuten Treibstoffengpässen geführt hat. Viele Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Busse Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse sind nach russischen Angaben insgesamt 25 Menschen verletzt worden. In der Grenzstadt Schebekino sei eine Drohne in einen Linienbus eingeschlagen, teilte der amtierende Gouverneur der westrussischen Region Belgorod, Alexander Schuwajew, mit. 19 Menschen seien verletzt worden, 6 davon schwer.  Eine zweite Attacke wird aus den von russischen Truppen besetzten Gebieten in der Ukraine gemeldet. In der Stadt Horliwka unweit von Donezk habe eine ukrainische Drohne fünf Personen verletzt, als sie in einen Bus eingeschlagen sei, teilte Horliwkas Bürgermeister Iwan Prichodjko mit. Wegen Ukraine-Drohnen: Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein Finnland schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in das Gebiet eindringen, sagt ein finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußert er sich nicht.  Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine dagegen vor, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern. Drohnen treffen Wohnhaus und Recyclinganlage bei Moskau Die Ukraine hat nach russischen Angaben bei einem großen Drohnenangriff auf Moskau im Umland der Hauptstadt schwere Schäden angerichtet. Eine Drohne sei in einem Wohnblock eingeschlagen, teilte der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, mit. „Außerdem sind durch eine abgestürzte Drohne Reifen auf einer Freifläche in Brand geraten“, schrieb er auf Telegram.  Nach Behördenangaben trafen die Drohnen dabei eine Recyclinganlage, in der die Reifen zu Gummischrot verarbeitet werden. Bilder deuten auf einen Großbrand hin. Medienberichten zufolge traf es zudem erneut eine Lagerhalle. Selenskyj in USA eingetroffen: Treffen mit Trump geplant Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mittlerweile in den USA eingetroffen. Er teilt dies über den Kurznachrichtendienst X mit. Mit Blick auf sein geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump erklärt er, oberste Priorität hätten die Raketenabwehr und die strategische Kooperation mit den USA. Die Ukraine benötigt zur Abwehr des russischen Angriffskriegs dringend mehr Unterstützung bei der Flugabwehr. Erneut Drohne in rumänischen Luftraum eingedrungen Eine Drohne ist nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums kurzzeitig in den Luftraum des Nato-Mitgliedslands eingedrungen. Anschließend habe sie die Grenze zur Ukraine überquert, wo später Explosionen gemeldet wurden. Zur Überwachung des Luftraums seien zwei F-16-Kampfjets aufgestiegen, teilte das Ministerium mit. Es war bereits der vierte derartige Vorfall innerhalb von vier Tagen. Die drei zuvor eingedrungenen Drohnen waren nach Angaben der rumänischen Behörden abgeschossen worden. Burnham empfängt Selenskyj als ersten ausländischen Besucher Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als seinen ersten ausländischen Besucher empfangen. Dies unterstreiche Großbritanniens unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine, teilt Burnhams Büro mit. „Großbritannien steht Seite an Seite mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt ungebrochen“, erklärt Burnham. „Russland sollte keinen Zweifel an unserer Entschlossenheit haben, und wir werden nicht nachgeben, bis wir einen dauerhaften und gerechten Frieden für die Ukraine erreicht haben.“Großbritannien werde neue, im Inland entwickelte Störtechnologie zum Schutz ukrainischer Drohnen bereitstellen. Burnhams Vorgänger Keir Starmer besuchte wenige Tage vor seinem Rücktritt Anfang Juli die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dort sagte er 300 Millionen Euro zu, um die Ukraine mit einer Staffel von 16 in Schweden hergestellten Gripen-Kampfjets auszustatten. Ehefrau von Kreml-Sprecher Peskow klagt gegen EU-Sanktionen Die Ehefrau des russischen Präsidialamtssprechers Dmitri Peskow, Tatjana Nawka, geht juristisch gegen ihre EU-Sanktionen vor. Wie aus einer Veröffentlichung der EU hervorgeht, klagt die ehemalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Aufhebung der Strafmaßnahmen. Sie fordert zudem Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro.  Die EU hatte Nawka im Juni 2022 im Zuge des russischen Vorgehens in der Ukraine mit einem Einreiseverbot und finanziellen Restriktionen belegt. Auch Jekaterina Ignatowa, die Ehefrau des Chefs des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow, geht offiziellen Datenbanken zufolge auf diesem Weg gegen die Sanktionen vor. Selenskyj in Großbritannien eingetroffen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu Gesprächen mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham nach England gereist. Selenskyj schrieb am Montag auf der Plattform X, er sei für sein Treffen mit Burnham „sowie unseren Kriegern“ in Großbritannien eingetroffen.Russland: Offen für neue Vorschläge im Ukraine-Friedensprozess Russland ist bereit, neue Ideen und Vorschläge für den Friedensprozess in der Ukraine zu prüfen, wie das Außenministerium in Moskau mitteilt. Einem ukrainischen Insider zufolge haben die USA und die Ukraine zuletzt über eine mögliche Aussetzung der Luftangriffe beraten. Das russische Präsidialamt hat heute erklärt, es lägen keine konkreten Informationen über neue Friedensinitiativen vor. In Washington steht ein Treffen zwischen Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj an.Russland meldet Angriffe auf drei ukrainische Häfen Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau drei ukrainische Häfen angegriffen. In Odessa seien Verlade- und Lageranlagen für Treibstoff der ukrainischen Armee getroffen worden, teilt das Ministerium mit. Zudem seien im Hafen von Tschornomorsk Treibstoff- und Schmiermitteltanks für die ukrainischen Streitkräfte attackiert worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das militärische Ausrüstung transportiert habe.Insider: Kasachstan halbiert Ölförderung nach Angriffen auf Export-Terminal Kasachstan hat seine Ölförderung nach der Schließung seines wichtigsten Exportterminals im russischen Teil des Schwarzen Meeres mehr als halbiert. Einem Branchen-Insider zufolge brach die Produktion am Sonntag von durchschnittlich 2,16 Millionen Barrel pro Tag im Juni auf rund eine Million ein. Das Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums CPC war nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Tanker aus Sicherheitsgründen für eine Woche geschlossen worden.Am Montag teilte das kasachische Energieministerium jedoch mit, dass die Ölverladung wieder aufgenommen worden sei. Zwei Tanker würden mit Öl des vom US-Konzern Chevron geführten Konsortiums Tengizchevroil beladen. Ukraine treibt europäische „Patriot“-Alternative zur Raketenabwehr voran Das europäische Raketenabwehrsystem „Freyja“ zur Ergänzung des US-Systems „Patriot“ soll nach dem Willen der Ukraine im kommenden Jahr vorläufig einsatzbereit sein. „Wir wollen in der ersten Hälfte des nächsten Jahres eine erste funktionsfähige Version fertig haben“, sagte der Vizesekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Dawyd Alojan, der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist ein Prototyp, der bereits erste praktische Ergebnisse zeigen kann.“ Ein internationaler Lenkungsausschuss zur Abschätzung der Forschungs- und Entwicklungskosten solle in Kürze erstmals zusammentreffen.Zehn europäische Staaten und rund ein Dutzend Rüstungsunternehmen hatten am 13. Juli in Paris eine Allianz zum Ausbau der Luftverteidigung geschlossen. Kernprojekt ist das System „Freyja“, mit dem die Partner ihre Abhängigkeit von den knappen „Patriot“-Systemen aus den USA verringern wollen. Die Ukraine ist zur Abwehr russischer ballistischer Raketen bisher vollständig auf „Patriot“-Raketen angewiesen, deren Nachschub jedoch stockt. Russland hatte dies zuletzt bei wiederholten Luftangriffen auf Kiew und die wichtige Hafenstadt Odessa ausgenutzt, die die Ukraine größtenteils nicht abwehren konnte. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, steht bei seinem Besuch auf einem Truppenübungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Flugabwehrraketensystem vom Typ "Patriot" (Archivbild) Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ CSU-Papier: Bundeswehr soll technologisch von Ukraine profitieren Die Bundeswehr soll nach dem Willen der CSU im Gegenzug für die deutsche Unterstützung der Ukraine von deren Militärtechnologie profitieren. „An diesen Rüstungsinnovationen muss Deutschland teilhaben, um seine eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken“, heißt es in einem Papier der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Das Dokument, das Reuters vorliegt, soll am Dienstag bei der Klausurtagung im oberfränkischen Kloster Banz verabschiedet werden. Die Tagung beginnt am Montagmittag. Die deutsche Unterstützung der Ukraine bei ihrem Verteidigungskampf gegen Russland solle fortgesetzt werden, heißt es in dem CSU-Papier. Diese Hilfe habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ukraine schlagkräftige Militärtechnologie entwickelt habe, etwa in den Bereichen Marschflugkörper, Kampfdrohnen und Drohnenabwehr. „Wir fordern ein zwischenstaatliches Abkommen mit Kiew, in dem sich die ukrainische Seite verpflichtet, ihre technologischen Fähigkeiten mit uns zu teilen, damit wir gemeinsam stärker werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Ukraine attackiert wieder russische Öl-Anlagen – Russland beschießt Hafen Die Ukraine und Russland melden wieder gegenseitige Angriffe. Das ukrainische Militär attackierte in der Nacht auf Montag nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein russisches Öl-Exportterminal in der südlichen Grenzregion Rostow sowie Ölanlagen in den zentralrussischen Regionen Jaroslawl und Udmurtien. „Wir setzen unseren Plan für weitreichende Sanktionen um und verringern Russlands Fähigkeit, den Krieg zu finanzieren“, erklärte Selenskyj auf der Online-Plattform X mit Blick auf die Angriffe teils tief im russischen Landesinneren.Die Ukraine nimmt seit Wochen verstärkt russische Öl-Anlagen ins Visier. Dies führt auch zu Treibstoffengpässen in Russland. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, das russische Militär habe zwei Schiffe in der südukrainischen Hafenstadt Mykolajiw beschossen. Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe im und um das Schwarze Meer sowie das Asowsche Meer in den vergangenen Wochen verstärkt. Ukraine: Zwölf Verletzte bei Drohnenangriff auf russische Stadt Belgorod Bei einem Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze werden nach Behördenangaben zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Dies teilen die regionalen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Mehrere Wohnungen in einem Wohnhaus und über 15 Autos seien in Brand geraten. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht nicht unabhängig überprüfen. Russland: Zwei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Rostow Bei einem ukrainischen Luftangriff auf die südrussische Stadt Rostow am Don werden nach Angaben des Gouverneurs zwei Menschen getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, zwei davon befänden sich in einem kritischen Zustand, teilt Juri Sljussar auf Telegram mit. Herabfallende Drohnentrümmer hätten an mehreren Orten Brände verursacht, darunter in Lagerhäusern.

Artikel lesen
28. Juli
taz (Öko & Co)

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Selenskyj in Washington, Drohnen auf Moskau

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Selenskyj in Washington, Drohnen auf Moskau Der ukrainische Präsident Selenskyj ist zu Gesprächen mit US-Präsident Trump in den USA eingetroffen. Finnland schließt derweil teilweise seinen Luft- und Seeverkehr. Selenskyj trifft Trump in Washington afp | Vor dem Hintergrund verstärkter gegenseitiger Angriffe zwischen Russland und der Ukraine empfängt US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Washington. Selenskyj gab am Dienstag im Onlinedienst X bekannt, er sei in der US-Hauptstadt eingetroffen. Das Gespräch mit Trump im Weißen Haus ist auf 9.30 Uhr (Ortszeit, 15.30 Uhr MESZ) angesetzt. Die russischen Behörden meldeten derweil ukrainische Drohnenangriffe. Selenskyj erklärte auf X, bei dem Besuch in Washington sei die „Priorität Nummer eins die antiballistische Verteidigung und die strategische Zusammenarbeit mit den USA“. Der Frieden müsse außerdem nähergebracht werden. Der ukrainische Staatschef wird bei seinem Besuch im Weißen Haus voraussichtlich auf neue Lieferungen antiballistischer Raketen drängen, wie ein ranghoher ukrainischer Vertreter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. „Es ist entscheidend, dass Washington dem Kauf eines Pakets von Patriot-Raketen zustimmt“, sagte der Vertreter AFP. Demnach will der ukrainische Präsident mit Trump außerdem über Wege zur Wiederaufnahme eingefrorener Gespräche zur Beendigung der Kämpfe beraten. Nach Angaben der UNO töteten russische Angriffe mit ballistischen Raketen im Juni die meisten ukrainischen Zivilisten in einem Monat seit April 2022. Diese Raketen kann die ukrainische Luftabwehr nur mit Patriot-Systemen aus den USA abfangen. Der Ukraine mangelt es jedoch dramatisch an Patriot-Raketen vom Typ PAC-3. Diese Situation hat sich seit dem Beginn des Irankriegs im Februar noch weiter verschärft. Spannend dürfte das Treffen auch auf persönlicher Ebene werden: Trump und Selenskyj haben ein schwieriges Verhältnis. Unvergessen ist, wie der US-Präsident und seine Entourage den ukrainischen Staatschef im vergangenen Jahr im Oval Office des Weißen Hauses vor laufenden Kameras demütigten. In den vergangenen Monaten hat es aber eine Annäherung gegeben. So lobte der US-Präsident den Ukrainer als „mutig“. Beim Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli erlaubte Trump der Ukraine den Nachbau von US-Luftabwehrsystemen vom Typ Patriot. Während seines Besuchs in Washington will Selenskyj außerdem an der Trauerfeier für US-Senator Lindsey Graham teilnehmen. Der 71-jährige Senator war vor rund zwei Wochen überraschend nach einem Besuch in der Ukraine gestorben. In der Nationalkathedrale ist eine Trauermesse geplant, bei der Trump eine Rede halten will. An der Trauerfeier will auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilnehmen, der am Dienstag ebenfalls Trump im Weißen Haus trifft. EU bestellt nach Luftraumverletzung Vertreter Russlands dpa | Die EU hat in Reaktion auf neue Drohnenvorfälle und die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der Ostukraine den Geschäftsträger Russlands in Brüssel einbestellt. „Wir haben unsere scharfe Verurteilung der vorsätzlichen Verletzung des rumänischen Luftraums durch russische Drohnen zum Ausdruck gebracht“, erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Dieser rücksichtslose Akt stelle eine ernste Eskalation dar und bedrohe die Sicherheit der Menschen in der EU, die regionale Stabilität und den internationalen Frieden. Laut den Angaben wurde bei dem Treffen zudem die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der frontnahen ukrainischen Stadt Slowjansk in der Region Donezk thematisiert. Nach Angaben Lettlands handelt es sich bei dem Konsulat um die einzige dauerhaft besetzte europäische Vertretung in der Frontregion. Sie wurde von einer russischen Präzisionslenkbombe vom Typ KAB-250 getroffen. Kallas hatte nach dem Angriff am vergangenen Freitag auch Vorschläge für weitere Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex angekündigt. Sie sollen in den kommenden Wochen von Vertretern der Mitgliedstaaten diskutiert werden. Zu den jüngsten Luftraumverletzungen in Rumänien war es am Wochenende gekommen. Die rumänische Luftwaffe schoss dabei mehrere der Flugobjekte im eigenen Luftraum ab. Moskau mit über 390 Drohnen angegriffen afp | Die russischen Behörden meldeten derweil neue Drohnenangriffe. Moskau wurde nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit mehr als 390 Drohnen angegriffen. Die Drohnen seien größtenteils von der Luftabwehr „lange vor Erreichen der Stadt neutralisiert“ worden, erklärte Sobjanin im Onlinedienst Telegram. 81 „feindliche“ Drohnen seien zerstört worden, als sie sich Moskau näherten, fügte er hinzu. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, meldete ebenfalls Drohnenangriffe. Dabei seien Wohnhäuser in der Stadt Tschechow und dem Dorf Waulowo vor den Toren Moskaus beschädigt worden. Später erklärte das russische Verteidigungsministerium jedoch, dass insgesamt 356 ukrainische Drohnen über mehr als einem Dutzend Regionen abgeschossen worden seien, darunter in der Nähe der Hauptstadt. Weder das Verteidigungsministerium noch Sobjanin machten weitere Angaben zu der Abweichung. Fast viereinhalb Jahre nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Beide Seite verstärkten zuletzt ihre Luftangriffe. Dabei führt die ukrainische Armee zunehmend auch Angriffe tief im russischen Staatsgebiet aus. Neben dem Zerstören von Militärinfrastruktur und Öldepots will Kyjiw mit den Angriffen auch Moskau an den Verhandlungstisch zwingen. Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein rtr | Finnland schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in das Gebiet eindringen, sagt ein finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußert er sich nicht. Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine dagegen vor, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern. Viele Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Busse dpa | Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse sind nach russischen Angaben insgesamt 25 Menschen verletzt worden. In der Grenzstadt Schebekino sei eine Drohne in einen Linienbus eingeschlagen, teilte der amtierende Gouverneur der westrussischen Region Belgorod, Alexander Schuwajew, mit. 19 Menschen seien verletzt worden, 6 davon schwer. Eine zweite Attacke wird aus den von russischen Truppen besetzten Gebieten in der Ukraine gemeldet. In der Stadt Horliwka unweit von Donezk habe eine ukrainische Drohne 5 Personen verletzt, als sie in einen Bus eingeschlagen sei, teilte Horliwkas Bürgermeister Iwan Prichodjko mit. Die Ukraine hat zur Abwehr der seit 2022 von Russland betriebenen Invasion ihre Drohnenangriffe zuletzt massiv ausgeweitet. Ziel ist es, die russischen Truppen an der Front vom Nachschub abzuschneiden. Dabei werden aber auch immer wieder zivile Ziele getroffen. Das verstößt gegen das Kriegsrecht. Die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen ist freilich schwierig, weil das russische Militär eigene Fahrzeuge teilweise als zivil tarnt – auch dies ist ein Verstoß gegen das Kriegsrecht. Raffinerie in Westsibirien steht nach Drohenangriff still rtr | Die russische Raffinerie Tjumen im Westen Sibiriens hat laut Insidern die Ölverarbeitung am vergangenen Samstag nach einem ukrainischen Drohnenangriff eingestellt. Eine Anlage zur Dieselentschwefelung und eine zur Benzinproduktion hätten Feuer gefangen. Die Insider lehnen es ab, sich dazu zu äußern, wann die Raffinerie den Betrieb wieder aufnehmen könnte. Der Betreiber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Lokalbehörden hatten am Samstag lediglich mitgeteilt, dass ein ukrainischer Drohnenangriff ein Feuer in der Raffinerie ausgelöst habe. Die Anlage liegt mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt. In ihr werden Branchenschätzungen zufolge jährlich rund 6 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet und etwa eine halbe Million Tonnen Benzin und 2,8 Millionen Tonnen Diesel hergestellt. Die Ukraine nimmt seit geraumer Zeit verstärkt die russische Ölinfrastruktur ins Visier, was in einigen Gebieten zu akuten Treibstoffengpässen geführt hat. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

Artikel lesen
28. Juli
Tagesschau

Selenskyj bei Trump: Eine kaum für möglich gehaltene Annäherung

Selenskyj bei Trump Eine kaum für möglich gehaltene Annäherung Einen Rauswurf muss der ukrainische Präsident Selenskyj nicht mehr befürchten, wenn er heute von US-Präsident Trump im Weißen Haus empfangen wird. Im Gegenteil. Momentan stimmt es im Verhältnis. Selbst MAGA-Influencer denken um. Das Verhältnis zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hat sich zuletzt spürbar verbessert. Erst vor wenigen Wochen trafen sich beide am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Trump zeigte sich dabei beeindruckt davon, dass die Ukraine trotz des Krieges inzwischen selbst moderne Waffensysteme entwickeln und produzieren kann. Zudem stellte er Selenskyj eine Lizenz zum Bau von Patriot-Abwehrraketen in Aussicht. Entsprechend optimistisch äußerte sich der ukrainische Präsident kurz vor seiner Reise nach Washington in einem Interview mit dem Sender Sky: "Wir hatten wirklich gute Treffen mit ihm. Der G7-Gipfel war sehr gut, und auch der NATO-Gipfel in Ankara verlief positiv. Deshalb hoffe ich und rechne damit, dass unsere Beziehungen weiter besser werden. Wir sind darauf angewiesen." Loomer leistet Abbitte Tatsächlich hat sich der Blick Washingtons auf Kiew deutlich verändert. Vor anderthalb Jahren wurde Selenskyj bei seinem Besuch im Weißen Haus noch als Bittsteller abgekanzelt, dessen Karten schlecht stünden. Inzwischen mehren sich die Zeichen einer Annäherung. Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch die Reise der rechtskonservativen Influencerin Laura Loomer nach Kiew. Loomer gilt als Trump-nah und nutzte ein Interview mit Selenskyj, um öffentlich einzuräumen, dass sie in der Vergangenheit Unwahrheiten über die Ukraine verbreitet habe. Ich gebe zu, dass ich einige schlimme Dinge über die Ukraine, aber auch über Sie gesagt habe. Das habe ich offen in den sozialen Medien getan. Ich gehörte zu einer Gruppe von Menschen in den USA, die sehr frustriert über den Zustand unseres Landes waren. Ich bin Republikanerin, keine Demokratin, und ich war unzufrieden damit, dass Milliarden Dollar in die Ukraine flossen, während unser eigenes Land Probleme hatte. Während ihres Aufenthalts zeigte sich Loomer beeindruckt von der Widerstandskraft der Ukrainer. Nach einem russischen Luftangriff schrieb sie auf der Plattform X, sie komme sich "wie ein echtes Arschloch" vor, weil sie das Leid der Ukrainer in den vergangenen Jahren heruntergespielt habe. Verneigung vor Graham Die Reise Selenskyjs nach Washington findet zugleich vor dem Hintergrund der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham statt. Graham hatte den ukrainischen Präsidenten kurz vor seinem Tod noch in Kiew besucht und dabei erklärt, ein neues Sanktionspaket gegen Russland stehe unmittelbar vor der Verabschiedung: "Wir haben uns mit dem Weißen Haus auf ein Sanktionsgesetz verständigt, das die Regierung unterstützen wird. Das bedeutet, dass es Gesetz werden kann. Wenn ich nach Washington zurückkehre, werde ich gemeinsam mit Senator Blumenthal auf die Führungen von Republikanern und Demokraten zugehen, um das Paket auf den Weg zu bringen. Es wird Präsident Trump die Instrumente an die Hand geben, diesen Krieg zu beenden." Sanktionen träfen auch Oligarchen und Putin Die geplanten Sanktionen würden weite Teile der russischen Wirtschaft treffen, darunter die Energiebranche, den Finanzsektor und die Rüstungsindustrie. Auch Oligarchen, Unternehmer und Präsident Wladimir Putin selbst stünden im Fokus. Darüber hinaus sind Strafzölle für Staaten vorgesehen, die russisches Öl und Gas kaufen. Nachdem sich Trump lange gegen weitere Verschärfungen gesperrt hatte, klingen seine Äußerungen inzwischen deutlich aufgeschlossener. Selenskyj dürfte an der Trauerfeier für Graham teilnehmen. Den Senator hatte er als einen "wahren Verfechter der Freiheit" gewürdigt. In Washington will der ukrainische Präsident mit Trump nicht nur über die neuen Sanktionen sprechen. Ganz oben auf seiner Agenda steht auch die weitere Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. "Wir haben einfach nicht genug Systeme, um ballistische Raketen abzufangen. Für Drohnen und andere Bedrohungen, teilweise auch Raketen, verfügen wir über eigene ukrainische Lösungen. Russische ballistische Raketen können wir jedoch nicht allein bekämpfen. Dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Partner."

Artikel lesen
© 2026 Themenlage