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Samstag, 15. August 2026
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Thüringen: Björn Höcke will mit BSW parteiunabhängigen Regierungschef suchen

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14. August
Die Zeit (Politik)

Thüringen: Björn Höcke will mit BSW parteiunabhängigen Regierungschef suchen

Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat die BSW-Fraktion aufgefordert, gemeinsam nach einem parteiunabhängigen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu suchen. »Lassen Sie uns gemeinsam nach einer unabhängigen Persönlichkeit suchen, die Autorität besitzt, das Land zusammenführen kann und im Thüringer Landtag eine Mehrheit hinter sich versammelt«, schreibt Höcke in einem offenen Brief an die Thüringer BSW-Abgeordneten, wie seine AfD-Fraktion mitteilte. Zuvor war ein Beschluss des BSW-Bundesvorstands bekanntgeworden, in dem dieser die Thüringer BSW-Fraktion auffordert, Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Unterstützung zu entziehen. Darin heißt es: »Das BSW darf sich nicht zum Mehrheitsbeschaffer eines Mannes machen, der seine persönlichen Interessen über das Wohl des Landes stellt. Wir erwarten daher von der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag, dass sie Mario Voigt nicht weiter stützt und den Weg für einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiert, auch in Thüringen unterstützt.« Höcke hatte am Mittwochabend mit einem Video überrascht, in dem er BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht als mögliche neue Regierungschefin ins Spiel brachte. Diese lehnte jedoch ab. Höcke wisse, dass »die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«, hatte Wagenknecht ihr Nein begründet. AfD und BSW könnten theoretisch Mehrheit bilden Nun greift Höcke ihren Wunsch nach einem parteiunabhängigen Kandidaten auf. Gespräche zwischen Fraktionen sollten in einer parlamentarischen Demokratie keine Ausnahme, sondern eine Selbstverständlichkeit sein, schreibt er in dem offenen Brief. »Deshalb lade ich Sie herzlich zu einem zeitnahen Treffen ein.« Thüringens Ministerpräsident Voigt steht politisch unter Druck, weil ihm die TU Chemnitz den Doktortitel entzogen hat. Die AfD-Fraktion von Höcke bereitet dem Vernehmen nach ein konstruktives Misstrauensvotum vor. Darüber könnte Voigt nur dann gestürzt werden, wenn anstatt seiner ein anderer Kandidat mit absoluter Mehrheit gewählt würde. AfD und BSW könnten diese Mehrheit im Thüringer Landtag theoretisch bilden. Voigts CDU regiert bislang in einer Koalition mit BSW und SPD. Diese sogenannte Brombeer-Koalition hat aber keine eigene Mehrheit und ist bei Gesetzesvorhaben auf das Abstimmungsverhalten der Opposition angewiesen.

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14. August
Die Welt (Politik)

„Steigbügelhalter“ – Linke wirft BSW zu große Nähe zur AfD vor

„Steigbügelhalter“ – Linke wirft BSW zu große Nähe zur AfD vor Die Linke kritisiert das BSW vor den Landtagswahlen in mehreren ostdeutschen Bundesländern. Bodo Ramelow und Bernd Riexinger sehen in Wagenknechts Kurs eine gefährliche Annäherung an Höcke. Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke und BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht verbindet nach Einschätzung des Linken-Politikers Bodo Ramelow deutlich eine politische Nähe. Der Thüringer Ex-Regierungschef sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) mit Blick auf Höckes Vorstoß, die BSW-Gründerin zur Ministerpräsidentin des Freistaates zu wählen: „Herr Höcke hat Frau Wagenknecht wörtlich genommen und die Einladung ausgesprochen, die Frau Wagenknecht in Sachsen-Anhalt an die AfD formuliert hat. Das passt zusammen. Mehr will ich kopfschüttelnd dazu nicht sagen.“ In einem Interview mit WELT TV kommentierte Ramelow den Vorschlag Höckes mit den Worten: „Man sieht, dass da Parteien mittlerweile zusammenwirken, bei der sich das Bündnis Sahra Wagenknecht nur noch aufmacht, als Steigbügelhalter für die AfD zu fungieren.“ Wagenknecht hatte signalisiert, dass ihre Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte. Den Vorschlag Höckes, sie zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, lehnte sie am Donnerstag ab. „Steigbügelhalter für die AfD“ Der frühere Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger sagte gegenüber dem RND: „Der Schachzug von Höcke dient dazu, Wagenknecht und das BSW vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Spiel zu halten.“ Er fügte hinzu: „Das Beste wäre, das BSW käme gar nicht in den Landtag. Denn wer mit dem Feuer spielt, der sollte kein Benzin bekommen.“ Mit Blick auf Wagenknecht selbst sagte Riexinger: „Es gibt immer wieder Politiker, die ganz links starten und ganz rechts unten landen.“ Er sprach von einem „moralischen und politischen Zerfall“. Höcke hatte in einem Video, das er bei X postete, an Wagenknechts Adresse gesagt: „Ich reiche Ihnen die Hand. Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.“

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13. August
Die Zeit (Politik)

Thüringen: Linken-Politiker kritisieren Nähe zwischen AfD und BSW

Der Linken-Politiker Bodo Ramelow hat dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht politische Nähe vorgeworfen. »Herr Höcke hat Frau Wagenknecht wörtlich genommen und die Einladung ausgesprochen, die Frau Wagenknecht in Sachsen-Anhalt an die AfD formuliert hat. Das passt zusammen. Mehr will ich kopfschüttelnd dazu nicht sagen«, sagte Ramelow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ramelow reagierte damit auf Höckes Vorstoß, die BSW-Gründerin mithilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Freistaates zu wählen. In einem Video, das er bei X postete, sagte er an Wagenknecht gerichtet: »Ich reiche Ihnen die Hand. Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.« Wagenknecht hatte ihrerseits zuletzt signalisiert, dass ihre Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte. Wagenknecht und BSW-Landesverband schlagen Angebot aus Wagenknecht hatte das Angebot abgelehnt und es als »weder ehrlich noch seriös« bezeichnet. Zugleich gab sie dem Chef des als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands in seiner Bewertung der Thüringer Landesregierung recht: »Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss.« Auch Katja Wolf, Chefin des Thüringer BSW-Landesverbands, schlug das Angebot aus. »Eine Unterstützung des rechten Kulturkampfes und der völkischen Ideen, die die AfD propagiert, lehne ich aus tiefster persönlicher Überzeugung entschieden ab«, teilte Wolf auf Anfrage der ZEIT mit. »Das vergiftete Angebot des Herrn Höcke werden wir sicherlich nicht annehmen.« Der frühere Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger sagte dem RND unterdessen: »Der Schachzug von Höcke dient dazu, Wagenknecht und das BSW vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Spiel zu halten.« Er fügte hinzu: »Das Beste wäre, das BSW käme gar nicht in den Landtag. Denn wer mit dem Feuer spielt, der sollte kein Benzin bekommen.« Wagenknecht warf er »moralischen und politischen Zerfall« vor. In Thüringen regiert seit Dezember 2024 eine Koalition aus CDU, SPD und BSW. Das BSW und die AfD haben mit zusammen 47 von 88 Sitzen im Erfurter Landtag jedoch eine hypothetische Mehrheit.

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13. August
taz (Öko & Co)

AfD, BSW und die Ostwahlen: Die Linke als Stabilitätsanker

AfD, BSW und die Ostwahlen : Die Linke als Stabilitätsanker Höcke lockt Wagenknecht zur Zusammenarbeit in Thüringen. Beim BSW dürfte das nicht alle erfreuen. Die CDU täte gut daran, sich um die Linke zu bemühen. D a hat Thüringens AfD-Chef Björn Höcke einen Punkt: Wenn Sahra Wagenknecht und ihre Partei dazu bereit sind, in Sachsen-Anhalt mit der AfD zusammenzuarbeiten – warum dann nicht auch in Thüringen? Deshalb macht er ihr ein vergiftetes Angebot: Wagenknecht könne in Thüringen sogar Ministerpräsidentin werden, wenn sie es wolle, denn rein rechnerisch haben AfD und BSW dort zusammen im Landtag eine Mehrheit. Höcke weiß natürlich, dass Thüringens BSW-Landeschefin Katja Wolf, die dem BSW einst beigetreten ist, um die Regierungsbeteiligung der Rechtsextremen zu verhindern, dazu nicht bereit ist. Aber mit seinem Vorstoß treibt Höcke einen Keil in die Partei, deren Spitze die Brandmauer zur AfD offen ablehnt. Wagenknecht hat Höckes Idee zwar prompt zurückgewiesen. Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier. Zugleich aber macht sie keinen Hehl daraus, dass sie die Koalition ihrer Partei in Thüringen mit SPD und CDU ablehnt und Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gern stürzen würde, wenn sie könnte. Nur hat sie ihren Thüringer Landesverband nicht im Griff, was sie unumwunden zugibt. Nicht auszuschließen ist aber, dass sich einige BSW-Abgeordnete in Thüringen nun von ihrer Landeschefin abwenden und die bundesweit einmalige „Brombeer-Koalition“ aus CDU, BSW und SPD zerbröselt. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Voigt ist ohnehin unter Druck und seine Regierung hat im Landtag schon jetzt keine Mehrheit. Er kann sich bei der Linken bedanken, dass sie seiner Regierung, wenn es drauf ankommt, zur nötigen Mehrheit verhilft – so, wie es die Linke auch in Sachsen macht, wo CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer ebenfalls keine Mehrheit im Landtag hat. Auch in Sachsen-Anhalt dürfte die CDU nach der Wahl auf die Linke angewiesen sein. Die Linke ist im Osten Deutschlands ein Stabilitätsanker. Sie hat auch keine Alternative zu dieser Rolle, will sie eine Regierungsbeteiligung der AfD verhindern. Dass dieses Ziel Vorrang hat, darüber herrscht in der Linken breiter Konsens. Die CDU sollte sich dafür aber allmählich erkenntlich zeigen und ihr Linken-Bashing einstellen. Denn selbstverständlich ist das Entgegenkommen der Linken nicht. Es sollte seinen Preis haben. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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13. August
ZDF heute

Wagenknecht gibt Höcke Korb und fordert ihn zum Duell auf

BSW streitet über Verhältnis zu AfD:Wagenknecht gibt Höcke Korb und fordert ihn zum Duell auf Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat Sahra Wagenknecht angeboten, sie zur Ministerpräsidentin zu wählen. Nun lehnt die BSW-Gründerin ab und fordert ihn zum TV-Duell heraus. Vor den Landtagswahlen im Osten verschärft sich innerhalb des BSW die Debatte über den Umgang mit der AfD. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht lehnte am Donnerstag zwar das Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke ab, sich mit den Stimmen der AfD im Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Zugleich kritisierte sie die Ausgrenzung der AfD aber als "Brandmauer-Irrsinn". Scharf kritisiert wurde Wagenknecht aus dem thüringischen BSW-Landesverband, der ihr mangelnde Abgrenzung der AfD vorwarf. BSW-Spitzenpolitiker sieht "gefährlichen Kurs" seiner Partei Thüringer Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) attestierte Wagenknecht und der BSW-Bundesspitze am Donnerstag auf Welt TV einen "gefährlichen Kurs", den er "nicht mittragen" könne. Er bezog sich auf Wagenknechts Festlegung, dass das BSW im künftigen Landtag von Sachsen-Anhalt die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten ermöglichen könnte, indem es sich im dritten Wahlgang der Stimme enthalten würde. Dem "Tagesspiegel" sagte Schütz: "Wir haben das BSW gegründet und aufgebaut, weil wir eine demokratische Alternative für Menschen sein wollten, die sich von der Politik nicht mehr gesehen fühlen. Nicht um Höcke, Weidel & Co. an die Macht zu helfen." Wagenknecht fordert Höcke zu Fernsehduell heraus Höcke schaltete sich am Donnerstag mit einem Angebot in die BSW-Debatte ein: Wagenknecht solle sich mit Hilfe der AfD zu Thüringens Ministerpräsidentin wählen lassen: "Meine Fraktion und ich sind bereit, Ihnen dafür den Weg freizumachen", sagte Höcke. "Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreißen. Nicht irgendwann nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, sondern genau jetzt." Wagenknecht wies das Angebot zurück: Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann. Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin Sie forderte Höcke ihrerseits zu einem TV-Duell heraus: Ein solches Duell solle "auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator" geführt werden und könnte "Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD" herausarbeiten, sagte Wagenknecht in Berlin. Linken-Chef Pantisano will Wohnungskonzerne enteignen und einen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt verhindern - mit Hilfe der CDU. 12.08.2026 | 9:25 minWagenknecht: Höckes Angebot "unseriös" und "unehrlich" In Thüringen regiert die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt seit der Landtagswahl 2024 gemeinsam mit SPD und BSW, jedoch ohne absolute Mehrheit, weshalb sie im Landtag mit der Linken zusammenarbeitet. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Höcke ist stärkste Fraktion. Die thüringische Landes-BSW liegt mit Wagenknecht und dem Bundes-BSW über Kreuz, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eingetreten war. Höckes Angebot sei "unehrlich, weil er weiß, dass die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden", sagte Wagenknecht. Es sei zudem "unseriös, weil eine echte Lösung für Thüringen nur ein überparteilicher Ministerpräsident sein kann, der in dem Bundesland lebt und verankert ist und nicht jemand, der wie ich nur seine Kindheit dort verbracht hat". 50 Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in Umfragen mit großem Abstand vorn. Sie könnte die absolute Mehrheit erreichen und erstmals in Regierungsverantwortung kommen. 18.07.2026 | 2:14 minWagenknecht will "Brandmauer-Irrsinn" beenden Die BSW-Spitze forderte wiederholt ein Ende der Brandmauer zur AfD. Wagenknecht sprach am Donnerstag in diesem Zusammenhang von "Brandmauer-Irrsinn". Sie und die beiden BSW-Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali hatten einen "überparteilichen Ministerpräsidenten" in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vorgeschlagen, wo im September die Landtage neu gewählt werden. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, werde sich das BSW in einem dritten Wahlgang enthalten; die könnte bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen in den Landtagen den Weg für die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten freimachen. Die AfD strebt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zu den Wahlen in Ostdeutschland - AnalyseAfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt?:Wagenknecht "will damit die Schlagzeilen bestimmen"von Dominik Rzepkamit Video3:00 - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Wagenknecht: BSW könnte AfD-Ministerpräsidenten ermöglichenmit Video3:00 - "Katastrophale Maßnahmen":Ökonomen warnen vor Wirtschaftsplänen der AfDmit Video2:12 - In Sachsen-Anhalt einen Nerv getroffen:Wie Hallervorden Wahlkampf für CDU-Politiker Schulze machtvon Andreas Postelmit Video3:07

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13. August
Die Zeit (Politik)

AfD und BSW: Thüringer BSW-Landesverband lehnt Kooperation mit Björn Höcke ab

Nach BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht schlägt auch Katja Wolf, Chefin des Thüringer BSW-Landesverbands, das Angebot von Björn Höcke aus, Wagenknecht mithilfe seiner AfD-Fraktion zur Ministerpräsidentin zu wählen. »Eine Unterstützung des rechten Kulturkampfes und der völkischen Ideen, die die AfD propagiert, lehne ich aus tiefster persönlicher Überzeugung entschieden ab«, teilte Wolf auf Anfrage der ZEIT mit. »Das vergiftete Angebot des Herrn Höcke werden wir sicherlich nicht annehmen.« Ihre politischen Ziele beim BSW stünden »im diametralen Gegensatz zur Vorstellung, einer rassistischen, frauenfeindlichen und unsozialen Partei wie der AfD den Weg in eine Regierungsverantwortung zu ebnen«, sagte Wolf weiter. Die AfD sei »für mich kein möglicher politischer Partner – und Herr Höcke, der wie kein anderer für die völkische Ideologie steht, schon gar nicht.« Höcke schlägt Wahl von Wagenknecht vor Thüringens AfD-Landeschef Höcke hatte zuvor Wagenknecht angeboten, mithilfe der AfD zur Ministerpräsidentin Thüringens gewählt zu werden – noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. In Thüringen regiert derzeit eine Koalition aus CDU, SPD und BSW. Das BSW und die AfD haben mit zusammen 47 von 88 Sitzen im Erfurter Landtag jedoch eine hypothetische Mehrheit. Während Wagenknecht sich zuletzt offen für Kooperationen mit der AfD zeigte, schließt das BSW in Thüringen dies bislang aus. Wagenknecht lehnte Höckes Angebot ab, das »weder ehrlich noch seriös« sei. Zugleich gab sie dem Chef des als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands in seiner Bewertung der Thüringer Landesregierung recht: »Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss.« Wolf widerspricht Wagenknecht-Kritik an Thüringer Landesregierung Dem wiederum widersprach Wolf in ihrem Statement. »Wir sind in Thüringen in einer stabilen Regierungskoalition, deren Ministerpräsident unsere Unterstützung hat«, sagte sie der ZEIT. Damit bestätigte sie eine Aussage Wagenknechts, wonach das BSW in Thüringen sie nicht als Ministerpräsidentin mittragen würde: Höcke wisse, dass »die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«, sagte die Parteigründerin. Damit erneuerte Wagenknecht ihre Kritik an dem Landesverband, dessen Kooperation mit Schwarz-Rot Wagenknecht seit Langem kritisiert – und legte nahe, dass die BSW-Abgeordneten im Thüringer Landtag nicht im Sinne der Bundespartei agieren würden. Wagenknecht steht seit geraumer Zeit in Konflikt mit Landeschefin Wolf, die im Kabinett von Mario Voigt als stellvertretende Ministerpräsidentin das Amt der Finanzministerin bekleidet. Streit im BSW um Umgang mit der AfD Innerhalb des BSW gibt es derzeit keine einheitliche Haltung gegenüber Kooperationen mit der AfD. So kündigte Wagenknecht vor wenigen Tagen an, unter Umständen eine AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt mitzutragen: Sollte nach zwei Wahlgängen kein Ministerpräsident gewählt werden, werde sich das BSW im dritten Wahlgang enthalten, sagte die Parteigründerin. Dann könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch ohne absolute Mehrheit gewählt werden. Allerdings schließt Siegmund dies bislang aus. Für eine von ihm angestrebte absolute Mehrheit der AfD fehlen der Partei Umfragen zufolge nur wenige Prozentpunkte. Auch grundsätzlich spricht sich Wagenknecht für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, die auch in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft ist: »Ziehen wir in den Landtag ein, ist die Brandmauer Geschichte«, kündigte sie an. Eine ähnliche Haltung vertreten auch die Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali. Dies sorgt wiederum für Kritik in der Partei: So sprach Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) von einem »gefährlichen Kurs«, mit dem die Parteiführung »ohne jede innerparteiliche Diskussion und Willensbildung« Grenzen überschreite.

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13. August
Neues Deutschland

Thüringen | Wagenknecht weist Höckes Angebot zurück

- Politik - Thüringen Wagenknecht weist Höckes Angebot zurück BSW-Politikerin erhebt keinen Anspruch auf das Amt der Ministerpräsidentin in Thüringen – und fordert den AfD-Chef im Freistaat zum TV-Duell auf Berlin. Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will sich nicht mit den Stimmen der AfD zur Ministerpräsidentin von Thüringen wählen lassen. Ein entsprechendes Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke wies Wagenknecht am Donnerstag zurück – und forderte Höcke ihrerseits zu einem TV-Duell heraus: Ein solches Duell solle »auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator« geführt werden und könnte »Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD« herausarbeiten, sagte Wagenknecht der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Themen eines TV-Duells könnten der BSW-Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten, die Wirtschaftskrise und die »deutsche Bildungsmisere« sein, sagte Wagenknecht weiter. Eine Wahl zur Ministerpräsidentin mithilfe der AfD-Fraktion im thüringischen Landtag wies Wagenknecht zurück: »Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann.« Höcke hatte Wagenknecht zuvor Unterstützung der AfD angeboten. »Meine Fraktion und ich sind bereit, Ihnen dafür den Weg freizumachen«, erklärte Höcke am Donnerstag in Erfurt. »Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreißen. Nicht irgendwann nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, sondern genau jetzt.« In Thüringen regiert die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt seit der Landtagswahl 2024 gemeinsam mit SPD und BSW in einer Dreierkoalition, jedoch ohne absolute Mehrheit, weshalb sie im Landtag mit der Linken zusammenarbeitet. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Höcke ist stärkste Fraktion. Das thüringische Landes-BSW liegt mit Wagenknecht und dem Bundes-BSW über Kreuz, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eingetreten war. Mit Blick auf diese Umstände kritisierte Wagenknecht Höckes Angebot als »weder ehrlich noch seriös«. Es sei »unehrlich, weil er weiß, dass die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«. Es sei zudem »unseriös, weil eine echte Lösung für Thüringen nur ein überparteilicher Ministerpräsident sein kann, der in dem Bundesland lebt und verankert ist und nicht jemand, der wie ich nur seine Kindheit dort verbracht hat«. Die BSW-Spitze forderte wiederholt ein Ende der Brandmauer zur AfD – Wagenknecht sprach am Donnerstag in diesem Zusammenhang von »Brandmauer-Irrsinn«. Wagenknecht und die beiden BSW-Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali wollen jeweils einen »überparteilichen Ministerpräsidenten« in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo im September die Landtage neu gewählt werden. AFP/nd Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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13. August
taz (Öko & Co)

AfD-Offerte an BSW in Thüringen: Wagenknecht weist Höckes Avancen zurück

AfD-Offerte an BSW in Thüringen: Wagenknecht weist Höckes Avancen zurück AfD-Landeschef Höcke bietet BSW-Gründerin Wagenknecht an, sie zur Ministerpräsidentin von Thüringen zu machen. Die verweist auf ihre innerparteilichen Gegner. Jetzt wird es komplett bizarr. Erst bietet Sahra Wagenknecht der gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt an, ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund nach der Landtagswahl zur Macht zu verhelfen. Nun revanchiert sich der Rechtsextremist Björn Höcke und bietet der BSW-Gründerin an, sie zur Regierungschefin von Thüringen zu machen. Der thüringische AfD-Landes- und Fraktionschef veröffentlichte am Mittwochabend ein zweiminütiges Video, in dem er die „sehr geehrte Frau Wagenknecht“ auffordert: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen.“ Und: „Lassen Sie uns ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen.“ Er, Höcke, reiche ihr persönlich die Hand: „Beste Grüße aus Thüringen, Ihr Björn Höcke.“ Theoretisch kämen AfD und BSW im Thüringer Landtag auf eine Mehrheit von drei Sitzen. Die extreme Rechte stellt 32 der 88 Abgeordneten, die Wagenknecht-Fraktion 15 Abgeordnete. Die seit 2024 regierende Koalition aus CDU, SPD und BSW kommt nur auf 44 Stimmen. Theoretisch heißt aber eben nicht praktisch. Wagenknecht jedenfalls verzichtete. „Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“, teilte sie am Donnerstagmittag auf taz-Anfrage mit. „Höcke macht Politik wie die Altparteien: parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung.“ Das Angebot sei „weder ehrlich noch seriös“. Unabhängig davon, dass die 57-Jährige ohnehin noch nie in ihrem langen Politikerinnenleben Regierungsverantwortung übernehmen wollte: Mit der Bewertung „weder ehrlich noch seriös“ dürfte sie richtig liegen. Die Plagiatsaffäre des CDU-Regierungschefs Konkreter Hintergrund der Liebesbotschaft Höckes ist ein von seiner AfD-Fraktion angekündigtes konstruktives Misstrauensvotum gegen Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Der hatte kurz zuvor eine weitere Schlappe im seit 2024 andauernden Streit um Plagiate in seiner Dissertation einstecken müssen. Nachdem die TU Chemnitz am Dienstag bestätigt hatte, einen Widerspruch Voigts gegen die Aberkennung seines Doktortitels zurückgewiesen zu haben, erklärte Höckes Truppe, die Zeit des Ministerpräsidenten sei endgültig abgelaufen. Wagenknecht, die die Koalition des BSW mit CDU und SPD in Thüringen seit langem als Todsünde betrachtet, sieht das genauso. Ginge es nach ihr, wäre die sogenannte Brombeer-Koalition längst Geschichte. Dementsprechend verkündet sie auch jetzt: „Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss.“ Im Thüringer BSW geht es aber nicht nach Wagenknecht. Mit Blick auf den Entzug des Doktortitels stärkten die Kabinettsmitglieder Katja Wolf und Steffen Schütz vom realpolitischen BSW-Flügel Voigt ausdrücklich den Rücken. Die Regierungsfähigkeit sei dadurch nicht beeinträchtigt, so der Tenor. Bekannt ist zugleich, dass sowohl Schütz als auch Wolf eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt ablehnen. Finanzministerin Wolf etwa stellte im April im Gespräch mit der taz klar: „Die Kollegen in meiner Partei aus anderen Bundesländern, die sich für eine Zusammenarbeit offen zeigen, die erleben einen Björn Höcke nicht, wenn er Politik verächtlich macht, wenn er Demokratie verächtlich macht, wenn er nach unten tritt in einer Art und Weise, die unerträglich ist.“ Das dogmatische BSW-Drittel Gleichwohl steht die BSW-Fraktion keineswegs fest wie ein Fels zur Koalition mit CDU und SPD. Rund ein Drittel zählt zur Wagenknecht-Garde. Und hier setzt der Rechtsextremist Höcke mit seiner Offerte an: Die BSW-Fraktion soll gesprengt werden, die Koalition in Thüringen, alles soll gesprengt werden – eigentlich im Sinne Wagenknechts. Nur kann Wagenknecht auch rechnen. Selbst wenn die AfD-Fraktion im Landtag geschlossen hinter dem Vorschlag stünde, würde es für eine Ministerpräsidentin Wagenknecht mit dem dürftigen Dogmatiker:innen-Drittel aus der BSW-Fraktion allein nicht für eine Mehrheit reichen. Daher, so Wagenknecht zur taz, sei Höckes Angebot auch „unehrlich, weil er weiß, dass die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum BSW-Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“. Durchaus angefressen reagierte Wagenknecht bei der Gelegenheit auch auf den Umstand, dass am Vortag der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ihr Angebot einer Zusammenarbeit nach der Wahl am 6. September schnöde zurückgewiesen hatte. Wenn Siegmund erkläre, „dass er ohne absolute AfD-Mehrheit das Amt des Ministerpräsidenten lieber gleich der CDU überlässt“, folge das der gleichen Logik wie Höckes Offerte: „Erst kommt die Partei, dann das Land“, empörte sich Wagenknecht. Kritiker:innen in ihrer eigenen Partei sagen freilich, bei Wagenknecht sei es doch nicht anders. Nur komme bei ihr vor der Partei an erster Stelle noch Sahra Wagenknecht. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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13. August
Der Spiegel (Politik)

Thüringen: Sahra Wagenknecht lehnt Björn Höckes Wahlangebot ab und fordert TV-Duell

Thüringen Wagenknecht fordert Höcke zum TV-Duell heraus BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht fordert den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke zu einem TV-Duell heraus. »Nicht zuletzt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD zu diskutieren, hatte die BSW-Spitze Frau Weidel ein öffentliches Duell mit mir angeboten, das sie zu unserem Bedauern abgelehnt hat«, sagte Wagenknecht dem SPIEGEL. »Ich fordere Herrn Höcke auf, dieses Duell anstelle von Alice Weidel mit mir zu führen. Auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator«, so Wagenknecht nun. In einem solchen Duell könne über den BSW-Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten diskutiert werden, schlägt Wagenknecht vor. Ebenso müsse man sprechen »über Wege aus der aktuellen Wirtschaftskrise und der deutschen Bildungsmisere oder darüber, warum Herr Höcke den transatlantischen Flügel der AfD auf dem letzten AfD-Parteitag unterstützt hat«, so die BSW-Politikerin. Der Vorschlag für ein Duell ist eine Reaktion auf einen Vorstoß Höckes. Dieser hatte Wagenknecht aufgefordert, sich im Erfurter Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. »Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen«, sagte Höcke in einem Video auf X. Derzeit regiert in Thüringen eine sogenannte Brombeerkoalition aus CDU, SPD und BSW. CDU-Ministerpräsident Mario Voigt ist unter Druck, weil ihm die TU Chemnitz den Doktortitel aberkannt hat. Wagenknecht weist die Idee Höckes zurück. »Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann«, erklärt sie. »Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss. Aber Höckes Angebot ist weder ehrlich noch seriös.« AfD-Mann Höcke wisse, dass »die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«, führte Wagenknecht aus. Wagenknecht liegt seit Längerem im Clinch mit dem thüringischen BSW-Landesverband. AfD mache »Politik wie die Altparteien« Thüringen brauche einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der in dem Bundesland lebe und nicht wie sie nur die Kindheit dort verbracht habe, so Wagenknecht weiter. Sie warf Höcke vor, »Politik wie die Altparteien« zu machen. »Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung«, erklärte sie in ihrer Stellungnahme. Theoretisch hätten AfD und BSW zusammen eine Mehrheit im Landtag. Laut Landesverfassung könnte auch eine Person Ministerpräsident oder Ministerpräsidentin werden, die wie Wagenknecht dem Parlament nicht angehört. Höcke und Wagenknecht haben eine bewegte Vergangenheit. Höcke hatte ihr einst angeboten, in die AfD einzutreten. In Sachsen-Anhalt hatte bei einer früheren Wahl ein AfD-Kandidat auf seinem Plakat mit Wagenknecht geworben. Die wehrte sich damals juristisch dagegen. Auch in Sachsen-Anhalt könnte das Verhältnis zwischen AfD und BSW für die Regierungsbildung relevant sein. BSW-Vertreter hatten angekündigt, sich im Falle eines erfolgreichen Einzugs in den Landtag einem AfD-Ministerpräsidenten nicht entgegenstellen zu wollen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wiederum hatte eine Wahl mit Unterstützung des BSW ausgeschlossen und erklärt, nur mit absoluter Mehrheit regieren zu wollen. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel an dieser Aussage.

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13. August
Handelsblatt

Thüringer Landtag: Ministerpräsidentin Wagenknecht? Was Höckes Offerte bedeutet

Thüringer Landtag: Ministerpräsidentin Wagenknecht? Was Höckes Offerte bedeutet Erfurt. Dieses Angebot an die „sehr geehrte Frau Wagenknecht“ hat es in sich: Björn Höcke, AfD-Landes- und Fraktionschef in Thüringen, will die BSW-Gründerin zur Ministerpräsidentin des Freistaats machen. Tonfall und Wortwahl des 54-Jährigen in seinem Social-Media-Video deuten eher auf eine Provokation als auf eine ernst gemeinte Offerte hin. Und trotzdem bringt Höcke Wagenknecht in die Bredouille. Die 57-Jährige nimmt sich einige Zeit, bevor sie reagiert: mit einer Absage. „Höckes Angebot ist weder ehrlich noch seriös“, schreibt Wagenknecht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Vorgeschichte Wagenknecht hatte vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September signalisiert, dass ihre Partei einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden dritten Wahlgang. Auch eine Zusammenarbeit im Landtag mit der dortigen AfD schließt sie nicht aus. Sie betont, eine Partei mit Zustimmungswerten um die 40 Prozent könne man nicht ausgrenzen. „Die Brandmauer ist gescheitert“, sagt sie. Höckes Angebot Höcke nimmt Wagenknecht beim Wort - man könnte auch sagen: Er führt sie vor. „Sehr geehrte Frau Wagenknecht, Sie haben vor kurzem zu Recht ausgeführt, dass die Brandmauerpolitik gescheitert ist“, beginnt der AfD-Mann sein etwa zweiminütiges Video auf X. Doch zweifle er, dass das BSW in Sachsen-Anhalt Taten folgen lassen werde, denn in Thüringen stütze das BSW als „jüngste Kartellpartei“ ja Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). „Sehr geehrte Frau Wagenknecht, Sie kommentieren durchaus des Öfteren klug das Zeitgeschehen“, sagt Höcke. „Sie reden viel von der Seitenlinie, wenn man so will. Schreiten Sie doch mal zur Tat. Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.“ Und dann der Vorschlag: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen. Ich reiche Ihnen die Hand.“ Theoretisch denkbar wäre das. Die Landesverfassung lässt ein konstruktives Misstrauensvotum zu, also die Abwahl eines Ministerpräsidenten durch Wahl einer anderen Person. Theoretisch hätten AfD und BSW zusammen eine Mehrheit von 47 der 88 Sitze im Erfurter Landtag. Wählbar sind auch Personen, die wie Wagenknecht kein Landtagsmandat haben. Daran, dass es dazu kommen wird, bestehen aber auch in der AfD-Spitze Zweifel. Aus dem Büro der Parteivorsitzenden Alice Weidel heißt es: „Hierbei handelt es sich wohl um ein rein taktisches Angebot - ganz nach dem Motto: "Butter bei die Fische, Frau Wagenknecht".“ Die Lage in Thüringen Ministerpräsident Voigt steht politisch unter Druck, weil er in seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet haben soll. Die TU Chemnitz entzog ihm deswegen im Januar den Doktortitel, nun scheiterte auch sein Widerspruch dagegen. Höckes AfD macht deswegen seit Monaten Stimmung gegen den Regierungschef, der eine sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD anführt. Bereits im Februar kam es zum Showdown im Landtag: Die AfD beantragte ein konstruktives Misstrauensvotum, Höcke selbst kandidierte, scheiterte aber erwartbar. Nun plant die in Thüringen als rechtsextrem eingestufte AfD einen zweiten Versuch - mit dem ausgefuchsten Kniff, Wagenknecht als Ministerpräsidentin vorzuschlagen. Denn die BSW-Gründerin und das BSW-Spitzenpersonal in Thüringen liegen miteinander im Clinch. Wagenknecht hält die Regierungsbeteiligung des BSW für einen großen Fehler, die Thüringer BSW-Leute sehen das ganz anders. Höcke zerrt diesen Konflikt wieder ins Tageslicht. Wagenknechts Reaktion Kurioserweise verweist auch Wagenknecht bei ihrer Absage an Höcke genau darauf: Höcke wisse, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“. Im Übrigen sei das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten „kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“. Verwandte Themen Zwar betont sie in ihrer Stellungnahme: „Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss.“ Eine echte Lösung für Thüringen könne aber nur ein Ministerpräsident sein, der in dem Bundesland verankert sei. Sie selbst habe nur ihre Kindheit dort verbracht. Sie warf Höcke vor, „Politik wie die Altparteien“ zu machen: „Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung.“ Auf eine politische Abgrenzung verzichtet Wagenknecht in ihrer Stellungnahme zu Höcke, dem sie 2024 auch schon einmal ein „völkisches Weltbild“ bescheinigt hatte. Stattdessen erneuert Wagenknecht den Vorschlag eines „öffentlichen Duells“, mit dem sie bei Weidel abgeblitzt war. „Ich fordere Herrn Höcke auf, dieses Duell anstelle von Alice Weidel mit mir zu führen.“ Was bedeutet das für AfD, BSW und Sachsen-Anhalt? Mitten im Wahlkampf vor den Landtagswahlen entfaltete Höckes Idee zunächst einmal medialen Wumms. Unklar, ob das dem BSW hilft, das sich dort derzeit in Umfragen an der Fünf-Prozent-Hürde entlang hangelt: Mal kommt die Partei auf 4, mal auf 5 Prozent. Auch die Wirkung für Höckes AfD-Kollegen Ulrich Siegmund in Magdeburg ist offen. Der grenzt sich gegen das BSW ab, um sein Ziel einer AfD-Alleinregierung glaubhaft zu vertreten und etwaige Wählerinnen und Wähler von der Wagenknecht-Partei zur AfD zu ziehen.

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13. August
Neues Deutschland

Thüringen | Höcke buhlt um Wagenknecht: Querfront in Greifweite

- Kommentare - Thüringen Höcke buhlt um Wagenknecht: Querfront in Greifweite Mit dem Angebot an Wagenknecht, Ministerpräsidentin zu werden, testet Höcke die Brandmauer-Rhetorik des BSW – und stellt eine Falle. Die Wahlkampftaktik des BSW in Sachsen-Anhalt macht in deutschen Medien die Runde. Sahra Wagenknecht will in die Fußstapfen der FDP treten und Königsmacherin der kommenden Regierung werden – auch wenn sie von Rechtsextremisten geführt wird. Die Anbiederung an die AfD, sich im dritten Wahlgang zu ihren Gunsten zu enthalten, weil man keine CDU-Regierung wählen werde, führte zum Austritt von 21 Parteimitgliedern, unter ihnen die Ex-Landesvize Sylvia Winkelmann-Witkowsky. Einem scheint das alles jedoch zu gefallen: Björn Höcke, Vorsitzender der AfD Thüringen. Nachdem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) mit einem Widerspruch gegen den Entzug seines Doktortitels gescheitert ist, plant die AfD-Fraktion im Landtag abermals ein konstruktives Misstrauensvotum gegen ihn. Auch Wagenknecht hatte Voigts Rücktritt gefordert – sie befürwortet, wie in Sachsen-Anhalt, einen parteiunabhängigen Ministerpräsidenten mit wechselnden Mehrheiten unter Einbeziehung der AfD. Nun nimmt Höcke sie beim Wort und testet ihre Anti-Brandmauerparteien-Rhetorik: Er bietet Wagenknecht an, Ministerpräsidentin in Thüringen zu werden. Die Mehrheiten hätten beide Parteien. Die Querfront scheint zum Greifen nah. Der Schachzug ist äußerst clever: Entweder er führt zum Sturz der Brombeer-Koalition in Thüringen oder er demaskiert das BSW als eine weitere »Altpartei«. Selbst wenn Wagenknecht nicht anbeißt, dürfte Höckes Vorstoß im BSW Thüringen für Streit sorgen, unterstützt doch die Landesvorsitzende, Kabinettsmitglied und Wagenknecht-Kontrahentin Katja Wolf, den Ministerpräsidenten Voigt. Eins muss man Höcke lassen: Zündeln kann er. Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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13. August
FAZ (Politik)

Deutschland-Liveblog: Wagenknecht lehnt Höckes Angebot ab – „weder ehrlich noch seriös“

Deutschland-Liveblog : Wagenknecht lehnt Höckes Angebot ab – „weder ehrlich noch seriös“ Lesezeit: BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht im November 2025 in BerlinReuters BSW-Gründerin will sich nicht mit AfD-Stimmen zur Ministerpräsidentin in Thüringen wählen lassen +++ Kulturstaatsminister Weimer: AfD und Linke produzieren „positive Zerrbilder der DDR“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog Wagenknecht lehnt Höckes Angebot ab Das hat nicht lange gedauert: Sahra Wagenknecht schlägt das Angebot von Björn Höcke aus, sich mit AfD-Stimmen zur Ministerpräsidentin von Thüringen wählen zu lassen. „Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“, sagte die BSW-Gründerin am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.  „Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss. Aber Höckes Angebot ist weder ehrlich noch seriös“, so Wagenknecht weiter. Der Landesvorsitzende der AfD mache „Politik wie die Altparteien“. Zudem wisse Höcke, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, sagte Wagenknecht. In der Vergangenheit kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Wagenknecht und der Thüringer Landesvorsitzenden Katja Wolf. „Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss. Aber Höckes Angebot ist weder ehrlich noch seriös“, so Wagenknecht weiter. Der Landesvorsitzende der AfD mache „Politik wie die Altparteien“. Zudem wisse Höcke, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, sagte Wagenknecht. In der Vergangenheit kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Wagenknecht und der Thüringer Landesvorsitzenden Katja Wolf. Höcke hatte Wagenknecht in einem Video auf der Plattform X aufgefordert, sich im Erfurter Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagte Höcke. Derzeit regiert das BSW in Thüringen mit der CDU und der SPD in einer sogenannten Brombeer-Koalition. Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) steht unter Druck, weil ihm die TU Chemnitz den Doktortitel aberkannt hat. Rechnerisch haben AfD und BSW im Landtag eine Mehrheit. Erst am Mittwoch hatte Wagenknecht der AfD indirekt ein Angebot gemacht. Sie kündigte an, nach der Wahl im September könnte das BSW in Sachsen-Anhalt durch Stimmenthaltung die Wahl von Ulrich Siegmund (AfD) zum Ministerpräsidenten ermöglichen. Dieses Angebot wiederum lehnte AfD-Spitzenkandidat Siegmund umgehend ab. Erst am Mittwoch hatte Wagenknecht der AfD indirekt ein Angebot gemacht. Sie kündigte an, nach der Wahl im September könnte das BSW in Sachsen-Anhalt durch Stimmenthaltung die Wahl von Ulrich Siegmund (AfD) zum Ministerpräsidenten ermöglichen. Dieses Angebot wiederum lehnte AfD-Spitzenkandidat Siegmund umgehend ab. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Klöckner: Westdeutsche haben sich zu wenig für Ostdeutsche interessiert Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat kritisiert, dass die Westdeutschen nach der Wiedervereinigung zu wenig Interesse an den Übergangserfahrungen der Ostdeutschen gezeigt hätten. In der Gedenkstunde zum 65. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin sagte Klöckner am Donnerstag, im Westen sei die Bereitschaft „gering“ gewesen, „das Leben der Landsleute kennenzulernen“. Der Neubeginn in der Demokratie sei für viele Ostdeutsche vor allem aufgrund von Massenarbeitslosigkeit „enttäuschend, beängstigend und desillusionierend“ gewesen. Nach Ansicht der Bundestagspräsidentin wirken „manche Erfahrungen des Übergangs“ bis heute nach. „Wer sie verstehen will, muss bereit sein, zuzuhören“, so Klöckner, die aus Rheinland-Pfalz stammt. Die Bundestagspräsidentin sieht die Freiheitsideen von 1989 „erneut in Gefahr – nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse“. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) warb in der Gedenkstunde dafür, nicht damit aufzuhören, „zu erzählen, was diese Mauer bedeutete“. Dazu gehöre, auszusprechen, dass „dieses SED-Regime ein Unrechtsstaat war“. Der Bau der Mauer durch das Regime begann am 13. August 1961. Bis zum Mauerfall am 9. November 1989 trennte sie 28 Jahre lang Deutsche in Ost und West. In Berlin verlief die Mauer mitten durch die Stadt.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Luca Neuschaefer-Rube Deutlich mehr Kindeswohlgefährdungen gemeldet Die Jugendämter in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei etwa 79.800 Kindern oder Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) heute in Wiesbaden veröffentlicht hat. Damit lagen die gemeldeten Kindeswohlgefährdungen zehn Prozent über dem Vorjahreswert und erreichten zum vierten Mal in Folge einen neuen Höchstwert. Im Vergleich zum Jahr 2012, dem Beginn der Zählung, haben sich die gemeldeten Fälle mehr als verdoppelt – damals waren es noch etwa 38.300 Fälle. Seit 2012 haben die Kindeswohlgefährdungen mit Ausnahme der Jahre 2017 (-0,1 Prozent) und 2021 (-1,0 Prozent) kontinuierlich zugenommen. Neben einer tatsächlichen Zunahme der Gefährdungen, können auch eine höhere Wachsamkeit und Anzeigebereitschaft beim Thema Kinderschutz Gründe für das starke Wachstum sein, ebenso wie Verbesserungen in der Kooperation und Qualifizierung der Fachkräfte sowie gesetzliche Neuerungen. Seit 2012 haben die Kindeswohlgefährdungen mit Ausnahme der Jahre 2017 (-0,1 Prozent) und 2021 (-1,0 Prozent) kontinuierlich zugenommen. Neben einer tatsächlichen Zunahme der Gefährdungen, können auch eine höhere Wachsamkeit und Anzeigebereitschaft beim Thema Kinderschutz Gründe für das starke Wachstum sein, ebenso wie Verbesserungen in der Kooperation und Qualifizierung der Fachkräfte sowie gesetzliche Neuerungen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Haftbefehl gegen AfD-Politiker Krah Das Amtsgericht Chemnitz hat einen Haftbefehl gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah erlassen. Wie eine Gerichtssprecherin bestätigte, wird aktuell geprüft, ob die für eine Vollstreckung nötige Aufhebung von Krahs Immunität als Bundestagsabgeordneter beantragt werden soll. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Demnach geht der Haftbefehl auf eine juristische Auseinandersetzung Krahs mit Satiriker Jan Böhmermann über dessen Äußerungen in einem Podcast zurück.  Der AfD-Politiker Krah hatte in einem skurrilen Streit mit dem TV-Moderator eine Niederlage einstecken müssen. Krah wollte dem Moderator die Behauptung verbieten lassen, dass der Politiker auf dem Münchner Oktoberfest 200 Flaschen Champagner für das gesamte Festzelt bestellt habe. Das Landgericht Düsseldorf wies die Unterlassungsklage Krahs gegen Böhmermann aber zurück. Hintergrund des Haftbefehls sind nun laut „Spiegel“ offene Forderungen zu den Prozesskosten. Weil der Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten in Chemnitz liegt, sei das dortige Amtsgericht zuständig, hieß es auf Nachfrage. Krah teilte auf Anfrage mit, er habe in dem Rechtsstreit mit Böhmermann bereits im Januar gezahlt und seinen Anwalt nun um Klärung gebeten. „Offenbar geht es um einen zusätzlichen Kleinbetrag an Kosten, den ich nun zahlen werde“, fügte er hinzu. Er halte Böhmermann für einen „Widerling“ und zahle daher nur nach Prüfung – „Rückforderung bleibt vorbehalten“. Der AfD-Politiker Krah hatte in einem skurrilen Streit mit dem TV-Moderator eine Niederlage einstecken müssen. Krah wollte dem Moderator die Behauptung verbieten lassen, dass der Politiker auf dem Münchner Oktoberfest 200 Flaschen Champagner für das gesamte Festzelt bestellt habe. Das Landgericht Düsseldorf wies die Unterlassungsklage Krahs gegen Böhmermann aber zurück. Hintergrund des Haftbefehls sind nun laut „Spiegel“ offene Forderungen zu den Prozesskosten. Weil der Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten in Chemnitz liegt, sei das dortige Amtsgericht zuständig, hieß es auf Nachfrage. Krah teilte auf Anfrage mit, er habe in dem Rechtsstreit mit Böhmermann bereits im Januar gezahlt und seinen Anwalt nun um Klärung gebeten. „Offenbar geht es um einen zusätzlichen Kleinbetrag an Kosten, den ich nun zahlen werde“, fügte er hinzu. Er halte Böhmermann für einen „Widerling“ und zahle daher nur nach Prüfung – „Rückforderung bleibt vorbehalten“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Höcke bietet Wagenknecht an, sie zur Ministerpräsidentin zu machen „Ich reiche Ihnen die Hand“: Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zur Regierungschefin von Thüringen machen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagt Höcke in einem Video, das er bei X postete. Höcke nimmt darin direkt Bezug zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Er fordert Wagenknecht auf, vor diesem Datum „ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ aufzuschlagen. Das BSW ist in Thüringen Teil der Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD.  Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, abermals ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine „Kartellpartei“ sei. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, abermals ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine „Kartellpartei“ sei. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Von Notz kritisiert Geheimdienstreform Konstantin von Notz sitzt für die Grünen im Parlamentarischen Kontrollgremium, das die Arbeit der deutschen Geheimdienste überwacht. Deren Reform sei lange überfällig, sagt er. Zugleich kritisiert von Notz die geplante Ausweitung der Befugnisse im Inland scharf. „Was Alexander Dobrindt da versucht durchzudrücken, schießt weit über das Ziel hinaus“, sagt er im F.A.Z.-Interview, das Sie hier lesen können: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Weimer warnt vor Verharmlosung der DDR durch AfD und Linke Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur gewarnt. AfD und Linkspartei würden „in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne“, sagte Weimer der F.A.Z. mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung in Dessau, bei der ein Kabarettist im Juli die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt und AfD-Politiker teilweise mitgesungen hatten. Das „kollektive Vergessen, Verdrängen und Verharmlosen der DDR“ sei die größte Herausforderung für die Erinnerung an die SED-Diktatur, sagte Weimer. Der für Gedenkstätten zuständige Kulturstaatsminister macht sich „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Bundesländern, in denen im September Wahlen anstehen. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor.“ In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt die Linke in manchen Umfragen. Als „aktive Form der Erinnerungsarbeit“ regt Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. „Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen.“ Die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisiert, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. „Wer verfolgt oder inhaftiert wurde, für den ist die Vergangenheit nie vorbei. Und wer nicht konform sein wollte oder konnte, konnte kein gutes Leben in der Diktatur führen“, sagte Zupke der F.A.Z. Die Verharmlosung der SED-Diktatur zeige sich „in vielen Formen“, etwa in „politisch aufgeladenen Nostalgiefahrten mit der Simson“, einem ostdeutschen Moped, auf dem sich der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke fotografieren ließ. „Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich“, erklärte Zupke. Problematisch werde es jedoch, „wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten“. Der für Gedenkstätten zuständige Kulturstaatsminister macht sich „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Bundesländern, in denen im September Wahlen anstehen. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor.“ In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt die Linke in manchen Umfragen. Als „aktive Form der Erinnerungsarbeit“ regt Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. „Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen.“ Die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisiert, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. „Wer verfolgt oder inhaftiert wurde, für den ist die Vergangenheit nie vorbei. Und wer nicht konform sein wollte oder konnte, konnte kein gutes Leben in der Diktatur führen“, sagte Zupke der F.A.Z. Die Verharmlosung der SED-Diktatur zeige sich „in vielen Formen“, etwa in „politisch aufgeladenen Nostalgiefahrten mit der Simson“, einem ostdeutschen Moped, auf dem sich der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke fotografieren ließ. „Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich“, erklärte Zupke. Problematisch werde es jedoch, „wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Keiner will über die Brandmauer reden – doch alle tun es in der „Wahlarena“ Über Brandmauern will Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, nicht reden. „Ich möchte, dass wir gemeinsam über Politik reden, nicht über Brandmauern“, sagt er am Mittwochabend im MDR nach einem kurzem Schlagabtausch mit der Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern zum Umgang im Parlament. Trotzdem geht es die ersten 15 Minuten nur darum bei der „Wahlarena“.  In der Sendung stellen sich die Spitzenkandidaten Fragen von vorher eingeladenen Bürgern. Einer fragt Ministerpräsident Sven Schulze einen knappen Monat vor der Wahl, warum er danach nicht mit der AfD zusammenarbeiten wolle, die doch mit mehr als 40 Prozent in den Umfragen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Der holt aus, und sagt: Den Begriff Brandmauer lehne er ab, doch Themen, die die AfD gesetzt hat, bearbeite er. Auf dreimalige Nachfrage schiebt er dann hinterher: „Ich habe nicht vor, mit der AfD zusammenzuarbeiten.“ Siegmund stellt sich im Verlauf der Sendung als jemand dar, der die Gesellschaft einen will. Als Ministerpräsident wolle er „Vorbild“ sein, alle Gruppen hören. Dann verweist er erst einmal darauf, wie bisher mit „Kritikern“ umgegangen worden sei. Wenn man 2015 die „Asylsituation“ kritisiert habe, so sei man gleich „der Rechte“ gewesen, bei Corona „der Schwurbler“. Er wolle es anders machen: „Die Tür ist offen, und die Hand ist ausgestreckt.“ Auf die Frage aus dem Publikum, wie er mit Rechtsextremen in der Partei und ihrem Vorfeld umgehen will, sagt er, der Rechtsstaat müsse gegen jeden Extremismus vorgehen. Von der AfD gehe jedoch keine Gefahr aus. In der Sendung stellen sich die Spitzenkandidaten Fragen von vorher eingeladenen Bürgern. Einer fragt Ministerpräsident Sven Schulze einen knappen Monat vor der Wahl, warum er danach nicht mit der AfD zusammenarbeiten wolle, die doch mit mehr als 40 Prozent in den Umfragen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Der holt aus, und sagt: Den Begriff Brandmauer lehne er ab, doch Themen, die die AfD gesetzt hat, bearbeite er. Auf dreimalige Nachfrage schiebt er dann hinterher: „Ich habe nicht vor, mit der AfD zusammenzuarbeiten.“ Siegmund stellt sich im Verlauf der Sendung als jemand dar, der die Gesellschaft einen will. Als Ministerpräsident wolle er „Vorbild“ sein, alle Gruppen hören. Dann verweist er erst einmal darauf, wie bisher mit „Kritikern“ umgegangen worden sei. Wenn man 2015 die „Asylsituation“ kritisiert habe, so sei man gleich „der Rechte“ gewesen, bei Corona „der Schwurbler“. Er wolle es anders machen: „Die Tür ist offen, und die Hand ist ausgestreckt.“ Auf die Frage aus dem Publikum, wie er mit Rechtsextremen in der Partei und ihrem Vorfeld umgehen will, sagt er, der Rechtsstaat müsse gegen jeden Extremismus vorgehen. Von der AfD gehe jedoch keine Gefahr aus. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Lena Spilger Dos Santos-Wintz soll neue Unions-Fraktionsmanagerin werden Neue Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Union im Bundestag soll die CDU-Abgeordnete Catarina dos Santos-Wintz werden. Der neue Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei (CDU) schlug die 32-jährige Juristin als Nachfolgerin von Steffen Bilger vor, den Kanzler Friedrich Merz (CDU) als Verkehrsminister ins Kabinett geholt hatte. „Catarina ist eine hervorragende Kollegin, die dieses wichtige Amt kraftvoll ausüben wird“, schrieb Frei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer SMS an die Abgeordneten, wie zunächst auch die „Rheinische Post“ berichtete. Dos Santos-Wintz mit Wahlkreis Aachen gehört dem Bundestag seit 2021 an und ist auch Mitglied im Ältestenrat. Sie wurde in Portugals Hauptstadt Lissabon geboren. In der Unionsfraktion war sie bereits Parlamentarische Geschäftsführerin. Frei erklärte in seiner SMS, sie habe dabei viel Erfahrung gesammelt und die Aufgaben überzeugend erledigt. Sie sei bestens vernetzt und durchsetzungsstark, er schätze zudem ihre abwägende und kollegiale Art. Die Wahl von dos Santos-Wintz soll nach Angaben eines Fraktionssprechers in der ersten Sitzung der CDU/CSU-Fraktion nach der Sommerpause Anfang September stattfinden. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Lena Spilger SPD-Landeschefs fordern Verzicht auf Kürzungen beim Wohngeld In der SPD regt sich neuer Widerstand gegen die Politik ihrer Minister in der schwarz-roten Bundesregierung. In einer Art Brandbrief an Bauministerin Verena Hubertz (SPD) fordern die SPD-Chefs von Berlin und Schleswig-Holstein eine Rücknahme der geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Diese träfen Menschen, die ohnehin mit steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten zu kämpfen hätten, schreiben Steffen Krach und Ulf Kämpfer. Die Situation dieser Menschen werde dadurch verschärft. „Für uns als Sozialdemokraten entsteht damit auch ein politisches Problem", heißt es in dem Brief weiter, über den zuerst der „Focus“ berichtete. Das Schreiben soll auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. „Wir können im Landtagswahlkampf nicht glaubwürdig für bezahlbares Wohnen werben und gleichzeitig erklären, warum Menschen, die sich ihre Wohnung trotz Arbeit oder Rente kaum leisten können, künftig weniger Unterstützung bekommen.“ Klar sei: „Die geplanten Wohngeldkürzungen müssen zurückgenommen werden“, so Krach und Kämpfer an die Adresse ihrer Parteikollegin Hubertz. „Wir erwarten, dass Du den vorgelegten Entwurf entsprechend änderst.“ Hubertz selbst wollte den Brief auf dpa-Anfrage nicht kommentieren. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Neue Runde im Machtkampf der NRW-AfD Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen AfD geht in die nächste Runde. Der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich und 38 weitere Delegierte der Aufstellungsversammlung zur NRW-Landtagswahl haben die Kandidatenliste angefochten. In einem gut zwei Dutzend Seiten langen Schriftsatz an das Landesschiedsgericht des größten AfD-Landesverbandes führen Helferich und seine Mitstreiter angebliche Verfahrensfehler auf. Es habe schon bei der Vorbereitung der Versammlung, die im Juli in Marl stattfand, Mängel gegeben.  Auch monieren die Antragsteller unter anderem den Einsatz einer Zählmaschine oder die Zahl der Wahlkabinen. Ebenfalls wie bereits mehrfach zuvor ist zudem von Drohungen des gegnerischen Lagers um den AfD-Landesvorsitzenden Martin Vincentz die Rede. Auch monieren die Antragsteller unter anderem den Einsatz einer Zählmaschine oder die Zahl der Wahlkabinen. Ebenfalls wie bereits mehrfach zuvor ist zudem von Drohungen des gegnerischen Lagers um den AfD-Landesvorsitzenden Martin Vincentz die Rede. Der sich über mehrere Tage hinziehende Parteitag in Marl versank zeitweise im Chaos. Als es dem Vincentz-Lager gelang, immer mehr Listenplätze mit seinen Kandidaten zu besetzen, versuchte das Helferich-Lager die Versammlung mit Hilfe einer Chatgruppe namens „Operation Filibuster“ per Massenkandidatur lahmzulegen. Der Bundesvorstand um Alice Weidel und Tino Chrupalla schaltete sich ein, warf Vincentz Unregelmäßigkeiten vor. Übereinstimmende Schilderungen sprächen dafür, „dass stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt wurden“, so der Bundesvorstand.  Nach Informationen der Deutschen Presseagentur hat der NRW-Landesverband um Vincentz die Liste mittlerweile bei der Landeswahlleiterin und damit weit vor der Frist (15. Februar) eingereicht. Erst am 26. Februar wird der Wahlausschuss des Landes NRW abschließend über die Zulassung der Listen entscheiden. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen des bizarren Machtkampfs: Nach Informationen der Deutschen Presseagentur hat der NRW-Landesverband um Vincentz die Liste mittlerweile bei der Landeswahlleiterin und damit weit vor der Frist (15. Februar) eingereicht. Erst am 26. Februar wird der Wahlausschuss des Landes NRW abschließend über die Zulassung der Listen entscheiden. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen des bizarren Machtkampfs: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Klingbeil ist offen für weitere Entlastungen – wenn sich die Union bewegt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ist offen für höhere Steuerentlastungen, knüpft diese aber an ein Entgegenkommen aus der Union. Sollten CDU und CSU bereit sein, beim Spitzensteuersatz oder der Erbschaftsteuer Zugeständnisse zu machen, „dann hätte ich auch Ideen, wo man noch mehr entlasten kann“, sagte der SPD-Chef in Berlin. Er selbst habe Pläne für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf den Tisch gelegt, um den Großteil der Bürger stärker zu entlasten. Das sei jedoch von der Union abgeschmettert worden.  Nun rate er der Koalition, die fest verabredete Reform der Einkommensteuer auch zu beschließen. Der Gesetzentwurf solle bereits Anfang September ins Kabinett kommen. Die Union greift Klingbeil seit Tagen an, weil dieser Entwurf zwar Steuerentlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro ab 2028 vorsieht, nicht aber einen Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen und die reale Kaufkraft dadurch gleich bleibt oder sogar sinkt. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sparpaket für Kinder- und Jugendhilfe beschlossen Die Kosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mit einer umfassenden Reform, die das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedete, will die Bundesregierung die Kosten dämpfen und das System effizienter machen. So soll etwa die kostenintensive individuelle Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen eingeschränkt werden.  Sozialverbände warnten vor Nachteilen für betroffene Kinder und deren Eltern. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte Nachbesserungen. Auch Jürgen Dusel, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, sieht die Reform kritisch: „Anstatt es gerade Eltern und Familien mit Kindern mit Behinderungen einfacher und die Verwaltung smarter zu machen, zementiert dieser Entwurf die Bürokratie“, erklärte Dusel am Mittwoch in Berlin. Die fortgesetzte „Spaltung der Zuständigkeiten“ bedeute für betroffene Familien, „weiter von Pontius zu Pilatus geschickt zu werden – je nach Behinderungsart des Kindes“. Künftig soll die Kita- und Schulassistenz bevorzugt in Gruppenform geleistet werden. Das heißt, dass eine Betreuungsperson für mehrere betreuungsbedürftige Kinder etwa bei der Begleitung im Schulunterricht zuständig ist. Dadurch sollen vor allem die Kommunen finanziell entlastet werden, die für den Großteil der Kosten aufkommen müssen. Die bislang gängige Einzelfallhilfe soll es aber weiter geben, wenn eine Gruppenlösung nicht möglich ist oder der „individuelle Bedarf“ des Kindes dies erfordert. Die Reform enthält noch zahlreiche weitere Punkte etwa zum Bürokratieabbau, zur Stärkung vom Familienzentren und Beratungsstellen und zur Förderung von Ausbildung und beruflicher Integration. Auch für den Konsum und Kauf von Bier, Wein und Sekt soll künftig eine strikte Altersgrenze von 16 Jahren gelten. Die Streichung des „begleiteten Trinkens“ hat inhaltlich wenig mit der Strukturreform zu tun, passte für Ministerin Karin Prien aber in den Gesetzentwurf. Ein zweites Gesetzespaket soll folgen, um die Reform abzuschließen. Sozialverbände warnten vor Nachteilen für betroffene Kinder und deren Eltern. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte Nachbesserungen. Auch Jürgen Dusel, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, sieht die Reform kritisch: „Anstatt es gerade Eltern und Familien mit Kindern mit Behinderungen einfacher und die Verwaltung smarter zu machen, zementiert dieser Entwurf die Bürokratie“, erklärte Dusel am Mittwoch in Berlin. Die fortgesetzte „Spaltung der Zuständigkeiten“ bedeute für betroffene Familien, „weiter von Pontius zu Pilatus geschickt zu werden – je nach Behinderungsart des Kindes“. Künftig soll die Kita- und Schulassistenz bevorzugt in Gruppenform geleistet werden. Das heißt, dass eine Betreuungsperson für mehrere betreuungsbedürftige Kinder etwa bei der Begleitung im Schulunterricht zuständig ist. Dadurch sollen vor allem die Kommunen finanziell entlastet werden, die für den Großteil der Kosten aufkommen müssen. Die bislang gängige Einzelfallhilfe soll es aber weiter geben, wenn eine Gruppenlösung nicht möglich ist oder der „individuelle Bedarf“ des Kindes dies erfordert. Die Reform enthält noch zahlreiche weitere Punkte etwa zum Bürokratieabbau, zur Stärkung vom Familienzentren und Beratungsstellen und zur Förderung von Ausbildung und beruflicher Integration. Auch für den Konsum und Kauf von Bier, Wein und Sekt soll künftig eine strikte Altersgrenze von 16 Jahren gelten. Die Streichung des „begleiteten Trinkens“ hat inhaltlich wenig mit der Strukturreform zu tun, passte für Ministerin Karin Prien aber in den Gesetzentwurf. Ein zweites Gesetzespaket soll folgen, um die Reform abzuschließen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Poseck sieht in Deutschland „jederzeit das Risiko von Anschlägen“ In Deutschland ist nach Einschätzung des hessischen Innenministers inzwischen „jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen“. Roman Poseck (CDU) bezog sich darauf, dass sein Amtskollege in der Bundesregierung, Alexander Dobrindt (CSU), „die Bedrohungslage im Juli von abstrakt auf hoch hochgestuft“ habe. Bei der Vorstellung des hessischen Verfassungsschutzberichts 2025 erklärte Poseck in Wiesbaden: „Der islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin und das hybride Anschlagsszenario mit einer sprengstoffbestückten Drohne am Leipziger Flughafen haben in den vergangenen Wochen auf dramatische Weise gezeigt, wie real diese Gefahr ist." Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Bafög soll auf 440 Euro pro Monat steigen Bafög-Empfänger sollen im nächsten Jahr mehr Geld bekommen. Das Bundeskabinett in Berlin hat eine entsprechende Reform der Ausbildungsfinanzierung auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf soll im Herbst in Bundestag und Bundesrat beraten und verabschiedet werden.  Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte: „Mit dem Kabinettbeschluss sind wir einen entscheidenden Schritt gegangen, damit das Bafög sein Aufstiegsversprechen erfüllen kann.“ Das Bafög sei und bleibe die zentrale gesetzliche Leistung zur Finanzierung von akademischen und schulischen Ausbildungen. Was sich genau ändert und was sich auf den letzten Metern noch angepasst wurde, lesen Sie hier: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte: „Mit dem Kabinettbeschluss sind wir einen entscheidenden Schritt gegangen, damit das Bafög sein Aufstiegsversprechen erfüllen kann.“ Das Bafög sei und bleibe die zentrale gesetzliche Leistung zur Finanzierung von akademischen und schulischen Ausbildungen. Was sich genau ändert und was sich auf den letzten Metern noch angepasst wurde, lesen Sie hier: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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13. August
Die Zeit (Politik)

Thüringen: Wagenknecht weist Ministerpräsidentinnen-Vorschlag von Höcke zurück

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat das Angebot des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke, mithilfe von Stimmen der AfD zur Ministerpräsidentin Thüringens gewählt zu werden, zurückgewiesen. »Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann«, sagte Wagenknecht. Höckes Angebot sei »weder ehrlich noch seriös«. Höcke hatte Wagenknecht zuvor in einem auf X veröffentlichten Video angeboten, noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt das Amt der Thüringer Ministerpräsidentin zu übernehmen. »Ich reiche Ihnen die Hand«, sagte der Chef der als rechtsextrem eingestuften Landespartei. Dadurch könne das BSW zeigen, dass es nicht zu den »Kartellparteien« gehöre. In Thüringen ist das BSW derzeit Teil der Regierungskoalition mit der CDU und der SPD. Mit zusammen 47 von 88 Sitzen im Landesparlament haben AfD und BSW jedoch eine hypothetische Mehrheit. Laut der Landesverfassung könnte auch eine Person zum Ministerpräsidenten oder zur Ministerpräsidentin gewählt werden, die wie Wagenknecht nicht dem Parlament angehört. Wagenknecht fordert Ende von BSW-gestützter Koalition und kritisiert eigene Partei In der Bewertung der Koalition stimmte Wagenknecht Höcke wiederum zu: »Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss«, sagte die Politikerin. Damit stellte sie sich gegen den Kurs des Thüringer BSW-Landesverbands, der in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen hat und bislang an der Regierung mit CDU und SPD festhält. Die Ablehnung von Höckes Angebot begründete Wagenknecht derweil mit Vorbehalten gegenüber dem Abstimmungsverhalten ihrer eigenen Partei. Höcke wisse, dass »die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden«, sagte die Parteigründerin, die den Landesverband in Thüringen seit Langem wegen dessen Kooperation mit Schwarz-Rot kritisiert. Zugleich legte sie damit nahe, dass die Abgeordneten des BSW im Erfurter Landtag nicht für die Politik der Partei eintreten würden. Dem AfD-Landeschef warf Wagenknecht zugleich vor, »Politik wie die Altparteien« zu machen. »Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung«, sagte sie. Vor ihr hatte bereits BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst das Angebot Höckes ausgeschlagen und sprach dabei von einem »billigen PR-Gag« des AfD-Landeschefs. Wagenknecht offen für von der AfD getragene Regierung in Sachsen-Anhalt Wenige Tage vor Höckes Vorschlag hatte Wagenknecht ihrerseits angekündigt, in Sachsen-Anhalt unter Umständen eine AfD-Regierung ermöglichen zu wollen. So schloss die BSW-Gründerin aus, den Umgang der anderen Parteien mit der AfD mitzutragen: »Ziehen wir in den Landtag ein, ist die Brandmauer Geschichte!«, teilte sie mit. Das BSW strebe in dem Bundesland eine »überparteiliche« Person im Regierungsamt an, werde sich aber in einem möglichen dritten Wahlgang enthalten. Dann könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch mit einer relativen Mehrheit zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Der Politiker schließt dies bislang allerdings aus und strebt eine Alleinregierung der AfD mit einer Parlamentsmehrheit an. Laut Umfragen fehlen der AfD in Sachsen-Anhalt derzeit wenige Prozentpunkte für eine absolute Mehrheit – was sich allerdings ändern könnte, falls SPD, Grüne und BSW den Einzug in das Landesparlament verpassen. Die drei Parteien lagen zuletzt zwischen vier und sieben Prozent und damit innerhalb der Fehlertoleranz bei Umfragen um die Fünfprozenthürde herum. BSW-Minister kritisiert AfD-Kurs von Wagenknecht und Parteiführung Innerhalb des BSW ist das Stimmungsbild gegenüber einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD derweil gemischt. »Wir haben das BSW gegründet und aufgebaut, weil wir eine demokratische Alternative für Menschen sein wollten, die sich von der Politik nicht mehr gesehen fühlen. Nicht um (Björn) Höcke, (Alice) Weidel & Co. an die Macht zu helfen«, sagte Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) dem Tagesspiegel. Wagenknecht sowie die Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali streben hingegen etwa in Sachsen-Anhalt eine »überparteiliche« Regierung mit wechselnden Mehrheiten »unter Einbindung der AfD« an. Dies kritisierte Schütz: »Mit ihrem gefährlichen Kurs überschreiten Wagenknecht, De Masi und Mohamed Ali ohne jede innerparteiliche Diskussion und Willensbildung Grenzen, die ich nicht länger bereit bin zu tolerieren«, sagte der Landesminister.

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13. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Nicht nach Thüringen: Wagenknecht weist Höckes Idee zurück

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen – BSW spricht von „PR-Gag“ Bafög soll im nächsten Sommer steigen Kabinett bringt Frühstartrente auf den Weg Bundesregierung beschließt Stärkung der Nachrichtendienste Union und SPD wollen Kinder- und Jugendhilfe reformieren Lilly Zerbst Ministerpräsidentschaft in Thüringen: Wagenknecht weist Höckes Idee zurück BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht weist die Idee des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke zurück, sie selbst solle im Freistaat Ministerpräsidentin werden. „Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“, erklärte Wagenknecht auf Anfrage der SZ. „Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss. Aber Höckes Angebot ist weder ehrlich noch seriös.“ CDU-Ministerpräsident Mario Voigt ist unter Druck, weil ihm die TU Chemnitz den Doktortitel aberkannt hat.  Höcke wisse, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, führte Wagenknecht aus, die seit Längerem im Clinch mit dem thüringischen BSW-Landesverband liegt. Eine echte Lösung für Thüringen könne nur ein Ministerpräsident sein, der in dem Bundesland verankert sei. Sie selbst habe nur ihre Kindheit dort verbracht. Sie warf Höcke vor, „Politik wie die Altparteien“ zu machen. „Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung“, erklärte sie in ihrer Stellungnahme. Höcke wisse, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, führte Wagenknecht aus, die seit Längerem im Clinch mit dem thüringischen BSW-Landesverband liegt. Eine echte Lösung für Thüringen könne nur ein Ministerpräsident sein, der in dem Bundesland verankert sei. Sie selbst habe nur ihre Kindheit dort verbracht. Sie warf Höcke vor, „Politik wie die Altparteien“ zu machen. „Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung“, erklärte sie in ihrer Stellungnahme. Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen – BSW spricht von „PR-Gag“ „Ich reiche Ihnen die Hand“: Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zur neuen Regierungschefin von Thüringen machen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagte Höcke in einem Video, das er bei X postete. Höcke nahm direkt Bezug auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Er forderte Wagenknecht auf, vor diesem Datum „ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ aufzuschlagen. Das BSW ist in Thüringen Teil der sogenannten Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst wies Höckes Idee zurück. „Das ist absoluter Quatsch, ein billiger PR-Gag Höckes“, sagte Ernst der Augsburger Allgemeinen. „Seit unserer Gründung haben wir eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, insbesondere eine gemeinsame Regierung.“ Er nannte die AfD eine „in Teilen faschistische und rechtsradikale Partei“. BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst wies Höckes Idee zurück. „Das ist absoluter Quatsch, ein billiger PR-Gag Höckes“, sagte Ernst der Augsburger Allgemeinen. „Seit unserer Gründung haben wir eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, insbesondere eine gemeinsame Regierung.“ Er nannte die AfD eine „in Teilen faschistische und rechtsradikale Partei“. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. Foto: Getty Images Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, erneut ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen.  Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag rein theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem von ihm geposteten Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine Kartellpartei sei. „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.“ Das BSW in Thüringen regiert das Land in einem Bündnis mit CDU und SPD unter Führung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat nach der Landtagswahl vor zwei Jahren mehrfach betont, dass es mit ihr keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. Wolf gilt als interne Gegnerin von Parteigründerin Wagenknecht. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag rein theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem von ihm geposteten Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine Kartellpartei sei. „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.“ Das BSW in Thüringen regiert das Land in einem Bündnis mit CDU und SPD unter Führung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat nach der Landtagswahl vor zwei Jahren mehrfach betont, dass es mit ihr keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. Wolf gilt als interne Gegnerin von Parteigründerin Wagenknecht. Haftbefehl gegen AfD-Abgeordneten Krah erlassen Das Amtsgericht Chemnitz hat einen Haftbefehl gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah erlassen. Wie eine Gerichtssprecherin bestätigte, wird aktuell geprüft, ob die für eine Vollstreckung nötige Aufhebung von Krahs Immunität als Bundestagsabgeordneter beantragt werden soll. Zuvor hatte der Spiegel berichtet.  Grund für den Haftbefehl ist demnach ein vorangegangener Gerichtsstreit mit TV-Moderator Jan Böhmermann. Böhmermann hatte in seinem Podcast "Fest & Flauschig" über eine Champagner-Bestellung Krahs auf dem Oktoberfest berichtet. Krah wollte dem Moderator die Behauptung verbieten lassen. Das Landgericht Düsseldorf wies eine Unterlassungsklage Krahs gegen Böhmermann allerdings zurück. Krah musste daraufhin die Gerichtskosten zahlen, was er laut Spiegel aber nicht tat. 5000 Euro musste Böhmermann per Vollstreckungsverfahren eintreiben. Offen blieben 296,26 Euro. Eine Gerichtsvollzieherin hatte daraufhin Mitte Juli einen Termin zur Vermögensauskunft mit Krah angesetzt, doch der AfD-Politiker erschien nicht. Danach legte sie den Antrag auf Erlass eines Haftbefehls bei Gericht vor. Krah kündigte auf Anfrage von MDR Sachsen an, die offenen Forderungen zu begleichen. "Wir haben bereits über 5000 Euro bezahlt. Was offen ist, weiß ich noch nicht und ob es gerechtfertigt ist, müssen wir auch erst prüfen. Aber keiner muss Angst haben, dass ich für 200 Euro ins Gefängnis gehe. Wir werden das Geld heute überweisen." Grund für den Haftbefehl ist demnach ein vorangegangener Gerichtsstreit mit TV-Moderator Jan Böhmermann. Böhmermann hatte in seinem Podcast "Fest & Flauschig" über eine Champagner-Bestellung Krahs auf dem Oktoberfest berichtet. Krah wollte dem Moderator die Behauptung verbieten lassen. Das Landgericht Düsseldorf wies eine Unterlassungsklage Krahs gegen Böhmermann allerdings zurück. Krah musste daraufhin die Gerichtskosten zahlen, was er laut Spiegel aber nicht tat. 5000 Euro musste Böhmermann per Vollstreckungsverfahren eintreiben. Offen blieben 296,26 Euro. Eine Gerichtsvollzieherin hatte daraufhin Mitte Juli einen Termin zur Vermögensauskunft mit Krah angesetzt, doch der AfD-Politiker erschien nicht. Danach legte sie den Antrag auf Erlass eines Haftbefehls bei Gericht vor. Krah kündigte auf Anfrage von MDR Sachsen an, die offenen Forderungen zu begleichen. "Wir haben bereits über 5000 Euro bezahlt. Was offen ist, weiß ich noch nicht und ob es gerechtfertigt ist, müssen wir auch erst prüfen. Aber keiner muss Angst haben, dass ich für 200 Euro ins Gefängnis gehe. Wir werden das Geld heute überweisen." Grundgesetz für Hitzeschutz ändern? Skepsis aus der Union Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Umgang mit Hitzephasen und ihren Folgen zu einer gemeinsamen Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen machen – doch in der Union stößt er auf Skepsis. „Eine solche neue, breite Kompetenz des Bundes würde zwar die Verfassungsjuristen auf Jahre mit Abgrenzungsfragen beschäftigen, aber keinen Vorteil für das Klima bringen“, sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Eine allgemeine Klimaschutzkompetenz würde im Zweifelsfalle im Bereich des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsrechts kaum noch etwas von der Gesetzgebungskompetenz der Länder übriglassen, denn fast alles hat Relevanz für den Klimaschutz“, sagte der CDU-Politiker. Bundesumweltminister Schneider hatte angekündigt, er werde im zweiten Halbjahr einen Vorschlag machen, wie das Grundgesetz entsprechend angepasst werden sollte, um sein Vorhaben umzusetzen. „Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlung, Taten, aber auch Ausgaben hat. Das haben wir bisher nicht“, sagte Schneider. Derzeit könne der Bund Anpassungsmaßnahmen wie etwa Klimaanlagen oder die Schaffung von mehr Schatten nur sehr schwer als Modellprojekte finanzieren. „Eine allgemeine Klimaschutzkompetenz würde im Zweifelsfalle im Bereich des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsrechts kaum noch etwas von der Gesetzgebungskompetenz der Länder übriglassen, denn fast alles hat Relevanz für den Klimaschutz“, sagte der CDU-Politiker. Bundesumweltminister Schneider hatte angekündigt, er werde im zweiten Halbjahr einen Vorschlag machen, wie das Grundgesetz entsprechend angepasst werden sollte, um sein Vorhaben umzusetzen. „Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlung, Taten, aber auch Ausgaben hat. Das haben wir bisher nicht“, sagte Schneider. Derzeit könne der Bund Anpassungsmaßnahmen wie etwa Klimaanlagen oder die Schaffung von mehr Schatten nur sehr schwer als Modellprojekte finanzieren. Lorenz Zeck Bafög soll im nächsten Sommer steigen Die Koalition hat sich darauf geeinigt, die Wohnkostenpauschale für Studierende und den Bafög-Grundbedarf zu erhöhen. Die Wohnkostenpauschale steigt von 380 auf 440 Euro - allerdings nicht wie im Koalitionsvertrag vereinbart schon zum anstehenden Wintersemester, sondern erst zum Sommersemester 2027. Der Bafög-Grundbedarf soll zum Wintersemester 2027/28 von 475 Euro auf 503 Euro sowie zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro steigen. Nach dem Beschluss geht der Gesetzentwurf in den Bundestag. Die Zahl der Bafög-Bezieher ist aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Leistungen erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr 570 000 Personen - sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Was Bafög-Bezieher zu der geplanten Reform sagen, lesen Sie hier: Die Zahl der Bafög-Bezieher ist aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Leistungen erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr 570 000 Personen - sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Was Bafög-Bezieher zu der geplanten Reform sagen, lesen Sie hier: Lorenz Zeck Kabinett bringt Frühstartrente auf den Weg Die Bundesregierung hat die Frühstartrente auf den Weg gebracht. Damit will sie die Altersvorsorge für junge Menschen stärken. Kinder sollen ab Jahrgang 2020 bis zur Volljährigkeit jeden Monat zehn Euro vom Staat erhalten. Das Geld soll dann am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Frühstartrente soll ein zusätzlicher Baustein für die Altersvorsorge sein. Eltern, Großeltern oder andere Förderer können den staatlichen Zuschuss durch eigene Beiträge ergänzen. Pro Kind können sie bis zu 6840 Euro im Jahr oder 570 Euro im Monat einzahlen. Für Kinder, deren Eltern keinen Frühstartrente-Depotvertrag abschließen, springt der Staat ein. Ihre Beiträge werden kollektiv von der Bundesbank angelegt. Ab der Volljährigkeit und bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Kinder das angesparte Vermögen in ein eigenes Altersvorsorge-Depot übertragen. Was Eltern zur Frühstartrente wissen sollten, hat Gunnar Herrmann aufgeschrieben: Eltern, Großeltern oder andere Förderer können den staatlichen Zuschuss durch eigene Beiträge ergänzen. Pro Kind können sie bis zu 6840 Euro im Jahr oder 570 Euro im Monat einzahlen. Für Kinder, deren Eltern keinen Frühstartrente-Depotvertrag abschließen, springt der Staat ein. Ihre Beiträge werden kollektiv von der Bundesbank angelegt. Ab der Volljährigkeit und bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Kinder das angesparte Vermögen in ein eigenes Altersvorsorge-Depot übertragen. Was Eltern zur Frühstartrente wissen sollten, hat Gunnar Herrmann aufgeschrieben: Lorenz Zeck Bundesregierung beschließt Stärkung der Nachrichtendienste Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Geheimdienstreform beschlossen. Damit soll der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) künftig deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit, in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen. Zudem wird die Kontrolle der Geheimdienste verschlankt und die digitalen Möglichkeiten ausgeweitet. Konkret dürfen die Geheimdienste nun bei besonderen Gefahrenlagen Wohnungen durchsuchen, Computer und Netzwerke einfacher als bisher ausspähen, bei Cyberangriffen zurückschlagen und etwa Waffenlieferungen sabotieren. Damit reagiert die Bundesregierung auf die „verschärften Bedrohungslage im In- und Ausland“, wie es im Gesetzentwurf heißt. Zudem würden Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt. Fachleute und Politiker warnen seit Jahren vor wachsenden Gefahren und Herausforderungen für die Nachrichtendienste. Warum die Reform als ein Paradigmenwechsel gilt, erklärt Roland Preuß: Konkret dürfen die Geheimdienste nun bei besonderen Gefahrenlagen Wohnungen durchsuchen, Computer und Netzwerke einfacher als bisher ausspähen, bei Cyberangriffen zurückschlagen und etwa Waffenlieferungen sabotieren. Damit reagiert die Bundesregierung auf die „verschärften Bedrohungslage im In- und Ausland“, wie es im Gesetzentwurf heißt. Zudem würden Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt. Fachleute und Politiker warnen seit Jahren vor wachsenden Gefahren und Herausforderungen für die Nachrichtendienste. Warum die Reform als ein Paradigmenwechsel gilt, erklärt Roland Preuß: Lorenz Zeck Union und SPD wollen Kinder- und Jugendhilfe reformieren Die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verantwortete Reform der Kinder- und Jugendhilfe ist im Bundeskabinett beschlossen worden. Erklärtes Ziel ist, die Hilfe einfacher und wirksamer zu machen und Kosten zu sparen. Vorgesehen ist laut Entwurf, dass die Assistenz für Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf in Kita oder Schule möglichst als „Gruppenangebote“ für mehrere geleistet wird. Gibt es ein solches „infrastrukturelles Angebot“ vor Ort nicht, „besteht weiter ein individueller Anspruch auf die Anleitung und Begleitung“ als Einzelfallhilfe.  Mit der Reform drohen nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Rückschritte bei Hilfen für Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen. „Besonders kritisch sehen wir die Möglichkeit, Schulassistenz stärker gemeinsam für mehrere Kinder zu organisieren“, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel einer Vereinfachung unterstützt der SoVD. „Für Eltern kann die Reform eine echte Entlastung sein, wenn Zuständigkeiten klarer werden und sie nicht mehr von einer Behörde zur nächsten geschickt werden.“ Die Gesamtkosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt deutlich gestiegen. 2024 gaben Bund, Länder und Gemeinden dafür 78,8 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel der Kosten entfielen der Statistik zufolge auf die Kindertagesbetreuung, ein weiteres Viertel auf Hilfen zur Erziehung einschließlich der Unterbringung junger Menschen in Heimen, WGs oder Pflegefamilien. Mit der Reform drohen nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Rückschritte bei Hilfen für Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen. „Besonders kritisch sehen wir die Möglichkeit, Schulassistenz stärker gemeinsam für mehrere Kinder zu organisieren“, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel einer Vereinfachung unterstützt der SoVD. „Für Eltern kann die Reform eine echte Entlastung sein, wenn Zuständigkeiten klarer werden und sie nicht mehr von einer Behörde zur nächsten geschickt werden.“ Die Gesamtkosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt deutlich gestiegen. 2024 gaben Bund, Länder und Gemeinden dafür 78,8 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel der Kosten entfielen der Statistik zufolge auf die Kindertagesbetreuung, ein weiteres Viertel auf Hilfen zur Erziehung einschließlich der Unterbringung junger Menschen in Heimen, WGs oder Pflegefamilien. Kabinett entscheidet über Reform der Geheimdienste – FDP fordert Stopp der Pläne Die geplante Reform der deutschen Nachrichtendienste soll heute vom Kabinett beschlossen werden. Nun kommt scharfe Kritik von der FDP – die Partei verlangt einen sofortigen Stopp der Pläne. Die Reform stattet die Dienste mit deutlich mehr Befugnissen aus, damit sie besser auf die wachsende Bedrohung Deutschlands durch Sabotage und Spionage reagieren können. Aus Sicht von FDP-Generalsekretär Martin Hagen geht dies jedoch viel zu weit. „Ein wichtiger Standortfaktor für Deutschland ist, dass wir eine liberale Demokratie mit einem funktionierenden Rechtsstaat sind. Gerade im Wettbewerb mit autoritären Regimen ist es wichtig, daran keine Zweifel zu schüren“, sagte Hagen der Deutschen Presse-Agentur. „Die Reformpläne der Bundesregierung zu den Geheimdiensten sind deshalb ein fatales Signal.“ Der FDP-Politiker kritisierte, die Trennung zwischen polizeilicher und geheimdienstlicher Arbeit solle aufgeweicht, der Verfassungsschutz mit umfangreichen Ermittlungskompetenzen ausgestattet und der Bundesnachrichtendienst auch im Inland gegen eigene Staatsbürger operieren dürfen. Das sei aus historischer Perspektive problematisch und schade dem Ansehen Deutschlands als liberaler Verfassungsstaat in der Welt. „Der von Schwarz-Rot geplante grundlegende Umbau der deutschen Sicherheitsarchitektur muss somit umgehend gestoppt werden“, forderte Hagen. Auch die Linke lehnt die von der Bundesregierung geplante Reform ab. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Thoden, sprach im ARD-„Morgenmagazin“ von Aktionismus und Reformen, „die vor allem im Grunde eigentlich nur die Kompetenzen von Geheimdiensten und Exekutivorganen ausweiten - bei gleichzeitiger Rücknahme der Kontrolle.“ Es gebe aus guten Gründen das Gebot der Trennung von Polizei und Nachrichtendiensten. „Das ist eben eine bittere Lektion aus unserer Geschichte, insbesondere aus der Gestapo, die wir lernen mussten und die uns die Alliierten ins Stammbuch geschrieben haben.“ Die deutschen Nachrichtendienste sollen deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen – zum Beispiel, indem der Bundesnachrichtendienst (BND) die IT-Infrastruktur einer fremden Macht während einer laufenden Cyber- oder Desinformationsattacke auf Deutschland manipuliert. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen will, sieht neben neuen Befugnissen aber auch mehr Kontrolle und in einigen Bereichen neue Leitplanken für die Dienste vor. Zu diesen zählt etwa die Beschränkung der Beobachtung einer Vereinigung als extremistischer Verdachtsfall auf maximal fünf Jahre. Hat sich der Verdacht in diesem Zeitraum nicht erhärtet, muss die Beobachtung demnach in der Regel beendet werden. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre soll zwar möglich sein. Allerdings soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darüber nicht alleine entscheiden können, sondern das Bundesinnenministerium müsste in so einem Fall zustimmen. Der FDP-Politiker kritisierte, die Trennung zwischen polizeilicher und geheimdienstlicher Arbeit solle aufgeweicht, der Verfassungsschutz mit umfangreichen Ermittlungskompetenzen ausgestattet und der Bundesnachrichtendienst auch im Inland gegen eigene Staatsbürger operieren dürfen. Das sei aus historischer Perspektive problematisch und schade dem Ansehen Deutschlands als liberaler Verfassungsstaat in der Welt. „Der von Schwarz-Rot geplante grundlegende Umbau der deutschen Sicherheitsarchitektur muss somit umgehend gestoppt werden“, forderte Hagen. Auch die Linke lehnt die von der Bundesregierung geplante Reform ab. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Thoden, sprach im ARD-„Morgenmagazin“ von Aktionismus und Reformen, „die vor allem im Grunde eigentlich nur die Kompetenzen von Geheimdiensten und Exekutivorganen ausweiten - bei gleichzeitiger Rücknahme der Kontrolle.“ Es gebe aus guten Gründen das Gebot der Trennung von Polizei und Nachrichtendiensten. „Das ist eben eine bittere Lektion aus unserer Geschichte, insbesondere aus der Gestapo, die wir lernen mussten und die uns die Alliierten ins Stammbuch geschrieben haben.“ Die deutschen Nachrichtendienste sollen deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen – zum Beispiel, indem der Bundesnachrichtendienst (BND) die IT-Infrastruktur einer fremden Macht während einer laufenden Cyber- oder Desinformationsattacke auf Deutschland manipuliert. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen will, sieht neben neuen Befugnissen aber auch mehr Kontrolle und in einigen Bereichen neue Leitplanken für die Dienste vor. Zu diesen zählt etwa die Beschränkung der Beobachtung einer Vereinigung als extremistischer Verdachtsfall auf maximal fünf Jahre. Hat sich der Verdacht in diesem Zeitraum nicht erhärtet, muss die Beobachtung demnach in der Regel beendet werden. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre soll zwar möglich sein. Allerdings soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darüber nicht alleine entscheiden können, sondern das Bundesinnenministerium müsste in so einem Fall zustimmen. Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman fordert mehr Schutz für queere Menschen Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert eine Bundestagsabstimmung über eine Änderung des Grundgesetzes zum besseren Schutz queerer Menschen. Sie sei überzeugt, „dass bei einer Abstimmung ohne Fraktionszwang eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages klipp und klar für den Schutz der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt der Menschen in Deutschland stimmen würde“, sagte Ataman. Wer in diesem Kontext von einer „Überfrachtung“ des Grundgesetzes spreche, ignoriere „die reale Diskriminierung und erklärt das Schutzbedürfnis queerer Menschen für zweitrangig“, sagte Ataman. Queere Menschen seien die einzige Gruppe, die im Nationalsozialismus systematisch ermordet wurde, und trotzdem bis heute nicht in der Verfassung geschützt werde. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Ende Juli waren Forderungen laut geworden, die sexuelle Identität eines Menschen in den speziellen Diskriminierungsschutz des Grundgesetzes aufzunehmen. Dafür solle der Artikel 3 des Grundgesetzes erweitert werden, in dem etwa festgelegt ist, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, Sprache oder auch religiöser Anschauungen benachteiligt werden darf. Das Grundgesetz müsse ergänzt werden, damit Artikel 3 explizit alle Gruppen schütze, die von Extremisten angegriffen werden, sagte Ataman. Die Menschen verdienten nach dem Anschlag auf den Berliner CSD „mehr als nur Lippenbekenntnisse“. Ataman reagierte mit der Forderung auch auf eine Äußerung des Unionsfraktionsvorsitzenden Thorsten Frei. In der Debatte hatte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: „Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten.“ Wer in diesem Kontext von einer „Überfrachtung“ des Grundgesetzes spreche, ignoriere „die reale Diskriminierung und erklärt das Schutzbedürfnis queerer Menschen für zweitrangig“, sagte Ataman. Queere Menschen seien die einzige Gruppe, die im Nationalsozialismus systematisch ermordet wurde, und trotzdem bis heute nicht in der Verfassung geschützt werde. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Ende Juli waren Forderungen laut geworden, die sexuelle Identität eines Menschen in den speziellen Diskriminierungsschutz des Grundgesetzes aufzunehmen. Dafür solle der Artikel 3 des Grundgesetzes erweitert werden, in dem etwa festgelegt ist, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, Sprache oder auch religiöser Anschauungen benachteiligt werden darf. Das Grundgesetz müsse ergänzt werden, damit Artikel 3 explizit alle Gruppen schütze, die von Extremisten angegriffen werden, sagte Ataman. Die Menschen verdienten nach dem Anschlag auf den Berliner CSD „mehr als nur Lippenbekenntnisse“. Ataman reagierte mit der Forderung auch auf eine Äußerung des Unionsfraktionsvorsitzenden Thorsten Frei. In der Debatte hatte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: „Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten.“ Özdemir: Das können die Grünen im Bund vom Südwesten lernen Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir rät den Grünen auf Bundesebene, aus den Wahlerfolgen in Baden-Württemberg zu lernen und einen Kurs der Mitte einzuschlagen. „Wahlen gewinnen bei uns überwiegend diejenigen, die eine sehr pragmatische Richtung haben“, sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Weg kann aus Sicht von Özdemir auch außerhalb von Baden-Württemberg funktionieren. „Es heißt oft, Baden-Württemberg sei ein Sonderfall, den könne man nicht übertragen. Als ob wir hier ein Land von Waldschraten und Hinterwäldlern wären.“ Das sei ein Mythos, mit dem man aufräumen müsse, so Özdemir. Die Themen, die die Menschen in Baden-Württemberg bewegten, gebe es auch anderswo. „Wenn wir es hier geschafft haben, über 30 Prozent der Stimmen zu holen, dann müssen wir ein paar Sachen richtig gemacht haben. Es stimmt einfach nicht, dass sich das nicht übertragen lässt“, sagte Özdemir, der seit Mitte Mai als Nachfolger von Winfried Kretschmann der zweite grüne Ministerpräsident im Südwesten ist. Bei der Landtagswahl im März hatte Özdemir mit den Grünen 30,2 Prozent der Stimmen eingefahren und war damit knapp vor der CDU gelandet, die auf 29,7 Prozent der Stimmen kam. Im Landtag verfügen beide Koalitionspartner wegen des knappen Wahlergebnisses über 56 Sitze. Wie sich Cem Özdemir als Ministerpräsident in den Niederungen der Landespolitik neu erfindet, lesen Sie hier: Die Themen, die die Menschen in Baden-Württemberg bewegten, gebe es auch anderswo. „Wenn wir es hier geschafft haben, über 30 Prozent der Stimmen zu holen, dann müssen wir ein paar Sachen richtig gemacht haben. Es stimmt einfach nicht, dass sich das nicht übertragen lässt“, sagte Özdemir, der seit Mitte Mai als Nachfolger von Winfried Kretschmann der zweite grüne Ministerpräsident im Südwesten ist. Bei der Landtagswahl im März hatte Özdemir mit den Grünen 30,2 Prozent der Stimmen eingefahren und war damit knapp vor der CDU gelandet, die auf 29,7 Prozent der Stimmen kam. Im Landtag verfügen beide Koalitionspartner wegen des knappen Wahlergebnisses über 56 Sitze. Wie sich Cem Özdemir als Ministerpräsident in den Niederungen der Landespolitik neu erfindet, lesen Sie hier: Lorenz Zeck Uni weist Voigts Einspruch gegen Entzug des Doktortitels ab Die Technische Universität Chemnitz bleibt bei ihrer Entscheidung, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktorgrad zu entziehen. Ein Widerspruch des CDU-Politikers gegen die Aberkennung des Titels sei vom Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz zurückgewiesen worden, teilte ein Sprecher der Universität auf Anfrage mit. Zuvor hatte der Stern berichtet. Ein Anwalt Voigts teilte mit, dass die Entscheidung der TU Chemnitz nicht überraschend sei. „Nach rechtlicher Prüfung werden wir Klage erheben.“ Voigt steht seit Monaten wegen des Vorwurfs unter Druck, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Damals war Voigt mit seiner CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte damals eine Schmutzkampagne im Wahlkampf. Nach der Wahl wurde Voigt im Landtag zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren – notfalls vor Gericht. Voigt steht seit Monaten wegen des Vorwurfs unter Druck, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Damals war Voigt mit seiner CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte damals eine Schmutzkampagne im Wahlkampf. Nach der Wahl wurde Voigt im Landtag zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren – notfalls vor Gericht. Ramelow für Zusammenarbeit von CDU und Linke in Sachsen-Anhalt Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat für eine Kooperation von CDU und Linke plädiert, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. „Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, der muss also in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden“, sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können.“ Ramelow ist heute Vizepräsident des Bundestages. In Thüringen gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“ In Thüringen gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“ GdP: Trennung zwischen Polizei und Geheimdiensten unantastbar Angesichts der geplanten Reform der deutschen Nachrichtendienste mahnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Trennung von Geheimdiensten und Polizei aufrechtzuerhalten. „Spionage, Cyberangriffe und Drohnen über kritischer Infrastruktur sind keine Zukunftsszenarien mehr, sondern Realität“, sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe erneut vor Augen geführt, wie verwundbar Deutschland sei. „Wer unser Land wirksam schützen will, muss die Sicherheitsbehörden vollumfänglich ausstatten – rechtlich, technisch und personell.“ Sicherheit gebe es nur auf dem Boden des Rechtsstaats. „Deshalb bleibt das verfassungsrechtliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten für uns unantastbar“, sagte Kopelke. Das Bundeskabinett will die Reform der Nachrichtendienste am Mittwoch auf den Weg bringen. Die Neuregelung zielt unter anderem darauf ab, die Befugnisse von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich auszuweiten. Die Zeit drängt, auch wegen der Bedrohung durch Spionage und Sabotage vor allem aus Russland, die nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutlich gewachsen ist. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe erneut vor Augen geführt, wie verwundbar Deutschland sei. „Wer unser Land wirksam schützen will, muss die Sicherheitsbehörden vollumfänglich ausstatten – rechtlich, technisch und personell.“ Sicherheit gebe es nur auf dem Boden des Rechtsstaats. „Deshalb bleibt das verfassungsrechtliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten für uns unantastbar“, sagte Kopelke. Das Bundeskabinett will die Reform der Nachrichtendienste am Mittwoch auf den Weg bringen. Die Neuregelung zielt unter anderem darauf ab, die Befugnisse von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich auszuweiten. Die Zeit drängt, auch wegen der Bedrohung durch Spionage und Sabotage vor allem aus Russland, die nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutlich gewachsen ist. Lorenz Zeck Gerichtsentscheidung: AfD-Mitgliedern darf waffenrechtliche Erlaubnis entzogen werden Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat klargestellt, dass AfD-Mitglieder eine waffenrechtliche Erlaubnis im Kontext ihrer Parteimitgliedschaft verlieren können. „Um die Allgemeinheit vor den extremen Gefahren von Waffen zu schützen, muss der Staat nicht warten, bis Straftaten oder Schäden eingetreten sind, sondern kann Risiken bereits im Vorfeld minimieren“, teilte das Gericht mit. Die Waffenbehörden hätten nun eine rechtssichere Grundlage, die waffenrechtliche Erlaubnis bei AfD-Mitgliedern zu entziehen, sagte ein Sprecher des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur. In den konkreten Fällen hatte die zuständige Polizeiinspektion drei Personen die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen. Es handelte sich den Angaben zufolge um Mitglieder beziehungsweise Unterstützer der AfD Sachsen-Anhalt. Dagegen waren die drei vorgegangen. Eine waffenrechtliche Erlaubnis ist die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung, um in Deutschland mit Waffen umzugehen, sie zu besitzen oder zu tragen. Als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, wer eine Vereinigung unterstützt, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Diese Regelung könne sowohl auf einfache Parteimitglieder der AfD als auch auf aktive Unterstützer angewendet werden, stellte das Gericht klar. In den konkreten Fällen hatte die zuständige Polizeiinspektion drei Personen die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen. Es handelte sich den Angaben zufolge um Mitglieder beziehungsweise Unterstützer der AfD Sachsen-Anhalt. Dagegen waren die drei vorgegangen. Eine waffenrechtliche Erlaubnis ist die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung, um in Deutschland mit Waffen umzugehen, sie zu besitzen oder zu tragen. Als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, wer eine Vereinigung unterstützt, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Diese Regelung könne sowohl auf einfache Parteimitglieder der AfD als auch auf aktive Unterstützer angewendet werden, stellte das Gericht klar.

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13. August
Die Zeit (Politik)

AfD und BSW: Höcke schlägt Wagenknecht als Thüringer Ministerpräsidentin vor

Björn Höcke, der Landeschef der AfD in Thüringen, hat die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht dazu aufgefordert, das Amt der Ministerpräsidentin Thüringens zu übernehmen. Mit Blick auf die jüngste Aussage Wagenknechts, unter Umständen eine von AfD und BSW getragene Regierung in Sachsen-Anhalt zu ermöglichen, sagte Höcke in einem am Mittwochabend auf X veröffentlichten Video: »Sie reden viel von der Seitenlinie, wenn man so will. Schreiten Sie doch mal zur Tat. Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung. (...) Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen. Ich reiche Ihnen die Hand.« Der Parteichef der als rechtsextrem eingestuften Thüringer AfD nahm in dem Video Bezug auf Aussagen Wagenknechts, die »Brandmauer-Politik« sei gescheitert. Zugleich müsse man das BSW in Thüringen »als jüngste Kartellpartei bezeichnen«, da die Partei dort Teil einer CDU-geführten Koalition ist. »Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung, genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt«, sagte Höcke. »Lassen Sie uns ein neues Kapitel der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen. (...) Und lassen Sie uns das tun vor dem 6. September 2026.« Wagenknecht deutet Billigung von AfD-Regierung an Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt der Landtag gewählt. Die AfD ist dort Umfragen zufolge mit mehr als 40 Prozent deutlich stärkste Kraft. Je nachdem, ob SPD, Grüne und BSW über die Fünfprozenthürde kommen, könnte die auch in dem Bundesland als rechtsextrem eingestufte Partei eine absolute Mehrheit der Sitze erhalten. Vor wenigen Tagen hatte Wagenknecht für einen »überparteilichen« Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt plädiert, der faktisch mit einer Mehrheit aus AfD und BSW regieren könnte. In einem denkbaren dritten Wahlgang werde sich das BSW andernfalls enthalten, kündigte Wagenknecht an: »Ziehen wir in den Landtag ein, ist die Brandmauer Geschichte!« Damit würde für die AfD und deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eine relative Mehrheit der Stimmen ausreichen, um die Regierung zu stellen. Siegmund schließt nach eigenen Angaben eine Minderheitsregierung bisher jedoch aus und strebt eine Alleinregierung der AfD an. AfD und BSW haben Mehrheit im Thüringer Landtag In Thüringen ist die AfD seit der Landtagswahl im September 2024 mit 32 Sitzen stärkste Fraktion. Das BSW ist mit 15 Sitzen Teil einer Koalition mit CDU und SPD. AfD und BSW verfügen somit über 47 von 88 Landtagssitzen und damit eine theoretische Mehrheit. Ob diese Mehrheit bei einer gemeinsamen Abstimmung mit der AfD tatsächlich auch erreicht werden würde, ist jedoch unklar: Die BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf hat in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Zugleich steht Wolf im Konflikt zu Wagenknecht, die in ihrer Zeit als BSW-Vorsitzende den Thüringer Landesverband der Partei wegen dessen Zusammenarbeit mit CDU und SPD kritisiert hatte. Wagenknecht hat den Eintritt des BSW in diese Koalition nachträglich als Fehler bezeichnet. Auf Höckes Vorschlag hat Wagenknecht bislang nicht reagiert. BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst wies das Angebot des AfD-Politikers zurück: »Das ist absoluter Quatsch, ein billiger PR-Gag Höckes«, sagte Ernst der Augsburger Allgemeinen. »Seit unserer Gründung haben wir eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, insbesondere eine gemeinsame Regierung.« Die AfD sei eine »in Teilen faschistische und rechtsradikale Partei«.

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13. August
Die Zeit (Politik)

AfD und BSW: Höcke schlägt Wagenknecht als Thüringer Ministerpräsidentin vor

Björn Höcke, der Landeschef der AfD in Thüringen, hat die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht dazu aufgefordert, das Amt der Ministerpräsidentin Thüringens zu übernehmen. Mit Blick auf die jüngste Aussage Wagenknechts, unter Umständen eine von AfD und BSW getragene Regierung in Sachsen-Anhalt zu ermöglichen, sagte Höcke in einem auf X veröffentlichten Video: »Sie reden viel von der Seitenlinie, wenn man so will. Schreiten Sie doch mal zur Tat. Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung. (...) Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen. Ich reiche Ihnen die Hand.« Der Parteichef der als rechtsextrem eingestuften Thüringer AfD nahm in dem Video Bezug auf Aussagen Wagenknechts, die »Brandmauer-Politik« sei gescheitert. Zugleich müsse man das BSW in Thüringen »als jüngste Kartellpartei bezeichnen«, da die Partei dort Teil einer CDU-geführten Koalition ist. »Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung, genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt«, sagte Höcke. »Lassen Sie uns ein neues Kapitel der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen. (...) Und lassen Sie uns das tun vor dem 6. September 2026.« Wagenknecht deutet Billigung von AfD-Regierung an Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt der Landtag gewählt. Die AfD ist dort Umfragen zufolge mit mehr als 40 Prozent deutlich stärkste Kraft. Je nachdem, ob SPD, Grüne und BSW über die Fünfprozenthürde kommen, könnte die auch in dem Bundesland als rechtsextrem eingestufte Partei eine absolute Mehrheit der Sitze erhalten. Vor wenigen Tagen hatte Wagenknecht für einen »überparteilichen« Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt plädiert, der faktisch mit einer Mehrheit aus AfD und BSW regieren könnte. In einem denkbaren dritten Wahlgang werde sich das BSW andernfalls enthalten, kündigte Wagenknecht an: »Ziehen wir in den Landtag ein, ist die Brandmauer Geschichte!« Damit würde für die AfD und deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eine relative Mehrheit der Stimmen ausreichen, um die Regierung zu stellen. Siegmund schließt nach eigenen Angaben eine Minderheitsregierung bisher jedoch aus und strebt eine Alleinregierung der AfD an. AfD und BSW haben Mehrheit im Thüringer Landtag In Thüringen ist die AfD seit der Landtagswahl im September 2024 mit 32 Sitzen stärkste Fraktion. Das BSW ist mit 15 Sitzen Teil einer Koalition mit CDU und SPD. AfD und BSW verfügen somit über 47 von 88 Landtagssitzen und damit eine theoretische Mehrheit. Ob diese Mehrheit bei einer gemeinsamen Abstimmung mit der AfD tatsächlich auch erreicht werden würde, ist jedoch unklar: Die BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf hat in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Zugleich steht Wolf im Konflikt zu Wagenknecht, die in ihrer Zeit als BSW-Vorsitzende den Thüringer Landesverband der Partei wegen dessen Zusammenarbeit mit CDU und SPD kritisiert hatte. Wagenknecht hat den Eintritt des BSW in diese Koalition nachträglich als Fehler bezeichnet. Auf Höckes Vorschlag hat Wagenknecht bislang nicht reagiert. Der Thüringer AfD-Landeschef hatte seinen Aufruf am Mittwochabend veröffentlicht.

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13. August
Neues Deutschland

Thüringen | Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen

- Politik - Thüringen Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen Thüringens AfD-Chef Björn Höcke fordert Sahra Wagenknecht dazu auf, Ministerpräsidentin in Thüringen zu werden. Was steckt hinter dem Angebot? Erfurt. »Ich reiche Ihnen die Hand«: Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zur neuen Regierungschefin von Thüringen machen. »Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen«, sagt Höcke in einem Video, das er bei X postete. Höcke nimmt darin direkt Bezug zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Er fordert Wagenknecht auf, vor diesem Datum »ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland« aufzuschlagen. Das BSW ist in Thüringen Teil der sogenannten Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. Ministerpräsident Voigt unter Druck Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, erneut ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten »das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt«. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. AfD und BSW hätten eine Mehrheit Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem von ihm geposteten Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. »Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.« Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine Kartellpartei sei. »Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.« dpa/nd Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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13. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Bafög soll im nächsten Sommer steigen Kabinett bringt Frühstartrente auf den Weg Bundesregierung beschließt Stärkung der Nachrichtendienste Union und SPD wollen Kinder- und Jugendhilfe reformieren Ramelow für Zusammenarbeit von CDU und Linke in Sachsen-Anhalt Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen „Ich reiche Ihnen die Hand“: Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zur neuen Regierungschefin von Thüringen machen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagt Höcke in einem Video, das er bei X postete. Höcke nimmt darin direkt Bezug zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Er fordert Wagenknecht auf, vor diesem Datum „ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ aufzuschlagen. Das BSW ist in Thüringen Teil der sogenannten Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, erneut ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag rein theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem von ihm geposteten Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine Kartellpartei sei. „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.“ Das BSW in Thüringen regiert das Land in einem Bündnis mit CDU und SPD unter Führung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat nach der Landtagswahl vor zwei Jahren mehrfach betont, dass es mit ihr keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. Wolf gilt als interne Gegnerin von Parteigründerin Wagenknecht. Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, erneut ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag rein theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen. Höcke sagte in dem von ihm geposteten Video, Wagenknecht habe ausgeführt, dass die Brandmauer-Politik gescheitert sei. Er habe aber Zweifel, dass Wagenknechts Einsicht bei einem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt Taten folgen würden. In Thüringen stütze ihre Partei Voigt, der sich an sein Amt klammere. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung – genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er forderte Wagenknecht dazu auf, zu beweisen, dass das BSW keine Kartellpartei sei. „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung.“ Das BSW in Thüringen regiert das Land in einem Bündnis mit CDU und SPD unter Führung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt. Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat nach der Landtagswahl vor zwei Jahren mehrfach betont, dass es mit ihr keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. Wolf gilt als interne Gegnerin von Parteigründerin Wagenknecht. Grundgesetz für Hitzeschutz ändern? Skepsis aus der Union Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Umgang mit Hitzephasen und ihren Folgen zu einer gemeinsamen Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen machen – doch in der Union stößt er auf Skepsis. „Eine solche neue, breite Kompetenz des Bundes würde zwar die Verfassungsjuristen auf Jahre mit Abgrenzungsfragen beschäftigen, aber keinen Vorteil für das Klima bringen“, sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Eine allgemeine Klimaschutzkompetenz würde im Zweifelsfalle im Bereich des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsrechts kaum noch etwas von der Gesetzgebungskompetenz der Länder übriglassen, denn fast alles hat Relevanz für den Klimaschutz“, sagte der CDU-Politiker. Bundesumweltminister Schneider hatte angekündigt, er werde im zweiten Halbjahr einen Vorschlag machen, wie das Grundgesetz entsprechend angepasst werden sollte, um sein Vorhaben umzusetzen. „Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlung, Taten, aber auch Ausgaben hat. Das haben wir bisher nicht“, sagte Schneider. Derzeit könne der Bund Anpassungsmaßnahmen wie etwa Klimaanlagen oder die Schaffung von mehr Schatten nur sehr schwer als Modellprojekte finanzieren. „Eine allgemeine Klimaschutzkompetenz würde im Zweifelsfalle im Bereich des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsrechts kaum noch etwas von der Gesetzgebungskompetenz der Länder übriglassen, denn fast alles hat Relevanz für den Klimaschutz“, sagte der CDU-Politiker. Bundesumweltminister Schneider hatte angekündigt, er werde im zweiten Halbjahr einen Vorschlag machen, wie das Grundgesetz entsprechend angepasst werden sollte, um sein Vorhaben umzusetzen. „Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlung, Taten, aber auch Ausgaben hat. Das haben wir bisher nicht“, sagte Schneider. Derzeit könne der Bund Anpassungsmaßnahmen wie etwa Klimaanlagen oder die Schaffung von mehr Schatten nur sehr schwer als Modellprojekte finanzieren. Lorenz Zeck Bafög soll im nächsten Sommer steigen Die Koalition hat sich darauf geeinigt, die Wohnkostenpauschale für Studierende und den Bafög-Grundbedarf zu erhöhen. Die Wohnkostenpauschale steigt von 380 auf 440 Euro - allerdings nicht wie im Koalitionsvertrag vereinbart schon zum anstehenden Wintersemester, sondern erst zum Sommersemester 2027. Der Bafög-Grundbedarf soll zum Wintersemester 2027/28 von 475 Euro auf 503 Euro sowie zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro steigen. Nach dem Beschluss geht der Gesetzentwurf in den Bundestag. Die Zahl der Bafög-Bezieher ist aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Leistungen erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr 570 000 Personen - sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Was Bafög-Bezieher zu der geplanten Reform sagen, lesen Sie hier: Die Zahl der Bafög-Bezieher ist aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Leistungen erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr 570 000 Personen - sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Was Bafög-Bezieher zu der geplanten Reform sagen, lesen Sie hier: Lorenz Zeck Kabinett bringt Frühstartrente auf den Weg Die Bundesregierung hat die Frühstartrente auf den Weg gebracht. Damit will sie die Altersvorsorge für junge Menschen stärken. Kinder sollen ab Jahrgang 2020 bis zur Volljährigkeit jeden Monat zehn Euro vom Staat erhalten. Das Geld soll dann am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Frühstartrente soll ein zusätzlicher Baustein für die Altersvorsorge sein. Eltern, Großeltern oder andere Förderer können den staatlichen Zuschuss durch eigene Beiträge ergänzen. Pro Kind können sie bis zu 6840 Euro im Jahr oder 570 Euro im Monat einzahlen. Für Kinder, deren Eltern keinen Frühstartrente-Depotvertrag abschließen, springt der Staat ein. Ihre Beiträge werden kollektiv von der Bundesbank angelegt. Ab der Volljährigkeit und bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Kinder das angesparte Vermögen in ein eigenes Altersvorsorge-Depot übertragen. Was Eltern zur Frühstartrente wissen sollten, hat Gunnar Herrmann aufgeschrieben: Eltern, Großeltern oder andere Förderer können den staatlichen Zuschuss durch eigene Beiträge ergänzen. Pro Kind können sie bis zu 6840 Euro im Jahr oder 570 Euro im Monat einzahlen. Für Kinder, deren Eltern keinen Frühstartrente-Depotvertrag abschließen, springt der Staat ein. Ihre Beiträge werden kollektiv von der Bundesbank angelegt. Ab der Volljährigkeit und bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Kinder das angesparte Vermögen in ein eigenes Altersvorsorge-Depot übertragen. Was Eltern zur Frühstartrente wissen sollten, hat Gunnar Herrmann aufgeschrieben: Lorenz Zeck Bundesregierung beschließt Stärkung der Nachrichtendienste Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Geheimdienstreform beschlossen. Damit soll der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) künftig deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit, in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen. Zudem wird die Kontrolle der Geheimdienste verschlankt und die digitalen Möglichkeiten ausgeweitet. Konkret dürfen die Geheimdienste nun bei besonderen Gefahrenlagen Wohnungen durchsuchen, Computer und Netzwerke einfacher als bisher ausspähen, bei Cyberangriffen zurückschlagen und etwa Waffenlieferungen sabotieren. Damit reagiert die Bundesregierung auf die „verschärften Bedrohungslage im In- und Ausland“, wie es im Gesetzentwurf heißt. Zudem würden Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt. Fachleute und Politiker warnen seit Jahren vor wachsenden Gefahren und Herausforderungen für die Nachrichtendienste. Warum die Reform als ein Paradigmenwechsel gilt, erklärt Roland Preuß: Konkret dürfen die Geheimdienste nun bei besonderen Gefahrenlagen Wohnungen durchsuchen, Computer und Netzwerke einfacher als bisher ausspähen, bei Cyberangriffen zurückschlagen und etwa Waffenlieferungen sabotieren. Damit reagiert die Bundesregierung auf die „verschärften Bedrohungslage im In- und Ausland“, wie es im Gesetzentwurf heißt. Zudem würden Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt. Fachleute und Politiker warnen seit Jahren vor wachsenden Gefahren und Herausforderungen für die Nachrichtendienste. Warum die Reform als ein Paradigmenwechsel gilt, erklärt Roland Preuß: Lorenz Zeck Union und SPD wollen Kinder- und Jugendhilfe reformieren Die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verantwortete Reform der Kinder- und Jugendhilfe ist im Bundeskabinett beschlossen worden. Erklärtes Ziel ist, die Hilfe einfacher und wirksamer zu machen und Kosten zu sparen. Vorgesehen ist laut Entwurf, dass die Assistenz für Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf in Kita oder Schule möglichst als „Gruppenangebote“ für mehrere geleistet wird. Gibt es ein solches „infrastrukturelles Angebot“ vor Ort nicht, „besteht weiter ein individueller Anspruch auf die Anleitung und Begleitung“ als Einzelfallhilfe.  Mit der Reform drohen nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Rückschritte bei Hilfen für Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen. „Besonders kritisch sehen wir die Möglichkeit, Schulassistenz stärker gemeinsam für mehrere Kinder zu organisieren“, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel einer Vereinfachung unterstützt der SoVD. „Für Eltern kann die Reform eine echte Entlastung sein, wenn Zuständigkeiten klarer werden und sie nicht mehr von einer Behörde zur nächsten geschickt werden.“ Die Gesamtkosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt deutlich gestiegen. 2024 gaben Bund, Länder und Gemeinden dafür 78,8 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel der Kosten entfielen der Statistik zufolge auf die Kindertagesbetreuung, ein weiteres Viertel auf Hilfen zur Erziehung einschließlich der Unterbringung junger Menschen in Heimen, WGs oder Pflegefamilien. Mit der Reform drohen nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Rückschritte bei Hilfen für Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen. „Besonders kritisch sehen wir die Möglichkeit, Schulassistenz stärker gemeinsam für mehrere Kinder zu organisieren“, sagte SoVD-Chefin Michaela Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel einer Vereinfachung unterstützt der SoVD. „Für Eltern kann die Reform eine echte Entlastung sein, wenn Zuständigkeiten klarer werden und sie nicht mehr von einer Behörde zur nächsten geschickt werden.“ Die Gesamtkosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt deutlich gestiegen. 2024 gaben Bund, Länder und Gemeinden dafür 78,8 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel der Kosten entfielen der Statistik zufolge auf die Kindertagesbetreuung, ein weiteres Viertel auf Hilfen zur Erziehung einschließlich der Unterbringung junger Menschen in Heimen, WGs oder Pflegefamilien. Kabinett entscheidet über Reform der Geheimdienste – FDP fordert Stopp der Pläne Die geplante Reform der deutschen Nachrichtendienste soll heute vom Kabinett beschlossen werden. Nun kommt scharfe Kritik von der FDP – die Partei verlangt einen sofortigen Stopp der Pläne. Die Reform stattet die Dienste mit deutlich mehr Befugnissen aus, damit sie besser auf die wachsende Bedrohung Deutschlands durch Sabotage und Spionage reagieren können. Aus Sicht von FDP-Generalsekretär Martin Hagen geht dies jedoch viel zu weit. „Ein wichtiger Standortfaktor für Deutschland ist, dass wir eine liberale Demokratie mit einem funktionierenden Rechtsstaat sind. Gerade im Wettbewerb mit autoritären Regimen ist es wichtig, daran keine Zweifel zu schüren“, sagte Hagen der Deutschen Presse-Agentur. „Die Reformpläne der Bundesregierung zu den Geheimdiensten sind deshalb ein fatales Signal.“ Der FDP-Politiker kritisierte, die Trennung zwischen polizeilicher und geheimdienstlicher Arbeit solle aufgeweicht, der Verfassungsschutz mit umfangreichen Ermittlungskompetenzen ausgestattet und der Bundesnachrichtendienst auch im Inland gegen eigene Staatsbürger operieren dürfen. Das sei aus historischer Perspektive problematisch und schade dem Ansehen Deutschlands als liberaler Verfassungsstaat in der Welt. „Der von Schwarz-Rot geplante grundlegende Umbau der deutschen Sicherheitsarchitektur muss somit umgehend gestoppt werden“, forderte Hagen. Auch die Linke lehnt die von der Bundesregierung geplante Reform ab. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Thoden, sprach im ARD-„Morgenmagazin“ von Aktionismus und Reformen, „die vor allem im Grunde eigentlich nur die Kompetenzen von Geheimdiensten und Exekutivorganen ausweiten - bei gleichzeitiger Rücknahme der Kontrolle.“ Es gebe aus guten Gründen das Gebot der Trennung von Polizei und Nachrichtendiensten. „Das ist eben eine bittere Lektion aus unserer Geschichte, insbesondere aus der Gestapo, die wir lernen mussten und die uns die Alliierten ins Stammbuch geschrieben haben.“ Die deutschen Nachrichtendienste sollen deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen – zum Beispiel, indem der Bundesnachrichtendienst (BND) die IT-Infrastruktur einer fremden Macht während einer laufenden Cyber- oder Desinformationsattacke auf Deutschland manipuliert. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen will, sieht neben neuen Befugnissen aber auch mehr Kontrolle und in einigen Bereichen neue Leitplanken für die Dienste vor. Zu diesen zählt etwa die Beschränkung der Beobachtung einer Vereinigung als extremistischer Verdachtsfall auf maximal fünf Jahre. Hat sich der Verdacht in diesem Zeitraum nicht erhärtet, muss die Beobachtung demnach in der Regel beendet werden. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre soll zwar möglich sein. Allerdings soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darüber nicht alleine entscheiden können, sondern das Bundesinnenministerium müsste in so einem Fall zustimmen. Der FDP-Politiker kritisierte, die Trennung zwischen polizeilicher und geheimdienstlicher Arbeit solle aufgeweicht, der Verfassungsschutz mit umfangreichen Ermittlungskompetenzen ausgestattet und der Bundesnachrichtendienst auch im Inland gegen eigene Staatsbürger operieren dürfen. Das sei aus historischer Perspektive problematisch und schade dem Ansehen Deutschlands als liberaler Verfassungsstaat in der Welt. „Der von Schwarz-Rot geplante grundlegende Umbau der deutschen Sicherheitsarchitektur muss somit umgehend gestoppt werden“, forderte Hagen. Auch die Linke lehnt die von der Bundesregierung geplante Reform ab. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Thoden, sprach im ARD-„Morgenmagazin“ von Aktionismus und Reformen, „die vor allem im Grunde eigentlich nur die Kompetenzen von Geheimdiensten und Exekutivorganen ausweiten - bei gleichzeitiger Rücknahme der Kontrolle.“ Es gebe aus guten Gründen das Gebot der Trennung von Polizei und Nachrichtendiensten. „Das ist eben eine bittere Lektion aus unserer Geschichte, insbesondere aus der Gestapo, die wir lernen mussten und die uns die Alliierten ins Stammbuch geschrieben haben.“ Die deutschen Nachrichtendienste sollen deutlich erweiterte Befugnisse für die Aufklärung von Terrorismus, Extremismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten erhalten. Dazu gehört erstmals die Möglichkeit in klar begrenzten Fällen aktiv einzugreifen – zum Beispiel, indem der Bundesnachrichtendienst (BND) die IT-Infrastruktur einer fremden Macht während einer laufenden Cyber- oder Desinformationsattacke auf Deutschland manipuliert. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen will, sieht neben neuen Befugnissen aber auch mehr Kontrolle und in einigen Bereichen neue Leitplanken für die Dienste vor. Zu diesen zählt etwa die Beschränkung der Beobachtung einer Vereinigung als extremistischer Verdachtsfall auf maximal fünf Jahre. Hat sich der Verdacht in diesem Zeitraum nicht erhärtet, muss die Beobachtung demnach in der Regel beendet werden. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre soll zwar möglich sein. Allerdings soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darüber nicht alleine entscheiden können, sondern das Bundesinnenministerium müsste in so einem Fall zustimmen. Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman fordert mehr Schutz für queere Menschen Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert eine Bundestagsabstimmung über eine Änderung des Grundgesetzes zum besseren Schutz queerer Menschen. Sie sei überzeugt, „dass bei einer Abstimmung ohne Fraktionszwang eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages klipp und klar für den Schutz der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt der Menschen in Deutschland stimmen würde“, sagte Ataman. Wer in diesem Kontext von einer „Überfrachtung“ des Grundgesetzes spreche, ignoriere „die reale Diskriminierung und erklärt das Schutzbedürfnis queerer Menschen für zweitrangig“, sagte Ataman. Queere Menschen seien die einzige Gruppe, die im Nationalsozialismus systematisch ermordet wurde, und trotzdem bis heute nicht in der Verfassung geschützt werde. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Ende Juli waren Forderungen laut geworden, die sexuelle Identität eines Menschen in den speziellen Diskriminierungsschutz des Grundgesetzes aufzunehmen. Dafür solle der Artikel 3 des Grundgesetzes erweitert werden, in dem etwa festgelegt ist, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, Sprache oder auch religiöser Anschauungen benachteiligt werden darf. Das Grundgesetz müsse ergänzt werden, damit Artikel 3 explizit alle Gruppen schütze, die von Extremisten angegriffen werden, sagte Ataman. Die Menschen verdienten nach dem Anschlag auf den Berliner CSD „mehr als nur Lippenbekenntnisse“. Ataman reagierte mit der Forderung auch auf eine Äußerung des Unionsfraktionsvorsitzenden Thorsten Frei. In der Debatte hatte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: „Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten.“ Wer in diesem Kontext von einer „Überfrachtung“ des Grundgesetzes spreche, ignoriere „die reale Diskriminierung und erklärt das Schutzbedürfnis queerer Menschen für zweitrangig“, sagte Ataman. Queere Menschen seien die einzige Gruppe, die im Nationalsozialismus systematisch ermordet wurde, und trotzdem bis heute nicht in der Verfassung geschützt werde. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Ende Juli waren Forderungen laut geworden, die sexuelle Identität eines Menschen in den speziellen Diskriminierungsschutz des Grundgesetzes aufzunehmen. Dafür solle der Artikel 3 des Grundgesetzes erweitert werden, in dem etwa festgelegt ist, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, Sprache oder auch religiöser Anschauungen benachteiligt werden darf. Das Grundgesetz müsse ergänzt werden, damit Artikel 3 explizit alle Gruppen schütze, die von Extremisten angegriffen werden, sagte Ataman. Die Menschen verdienten nach dem Anschlag auf den Berliner CSD „mehr als nur Lippenbekenntnisse“. Ataman reagierte mit der Forderung auch auf eine Äußerung des Unionsfraktionsvorsitzenden Thorsten Frei. In der Debatte hatte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: „Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten.“ Özdemir: Das können die Grünen im Bund vom Südwesten lernen Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir rät den Grünen auf Bundesebene, aus den Wahlerfolgen in Baden-Württemberg zu lernen und einen Kurs der Mitte einzuschlagen. „Wahlen gewinnen bei uns überwiegend diejenigen, die eine sehr pragmatische Richtung haben“, sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Weg kann aus Sicht von Özdemir auch außerhalb von Baden-Württemberg funktionieren. „Es heißt oft, Baden-Württemberg sei ein Sonderfall, den könne man nicht übertragen. Als ob wir hier ein Land von Waldschraten und Hinterwäldlern wären.“ Das sei ein Mythos, mit dem man aufräumen müsse, so Özdemir. Die Themen, die die Menschen in Baden-Württemberg bewegten, gebe es auch anderswo. „Wenn wir es hier geschafft haben, über 30 Prozent der Stimmen zu holen, dann müssen wir ein paar Sachen richtig gemacht haben. Es stimmt einfach nicht, dass sich das nicht übertragen lässt“, sagte Özdemir, der seit Mitte Mai als Nachfolger von Winfried Kretschmann der zweite grüne Ministerpräsident im Südwesten ist. Bei der Landtagswahl im März hatte Özdemir mit den Grünen 30,2 Prozent der Stimmen eingefahren und war damit knapp vor der CDU gelandet, die auf 29,7 Prozent der Stimmen kam. Im Landtag verfügen beide Koalitionspartner wegen des knappen Wahlergebnisses über 56 Sitze. Wie sich Cem Özdemir als Ministerpräsident in den Niederungen der Landespolitik neu erfindet, lesen Sie hier: Die Themen, die die Menschen in Baden-Württemberg bewegten, gebe es auch anderswo. „Wenn wir es hier geschafft haben, über 30 Prozent der Stimmen zu holen, dann müssen wir ein paar Sachen richtig gemacht haben. Es stimmt einfach nicht, dass sich das nicht übertragen lässt“, sagte Özdemir, der seit Mitte Mai als Nachfolger von Winfried Kretschmann der zweite grüne Ministerpräsident im Südwesten ist. Bei der Landtagswahl im März hatte Özdemir mit den Grünen 30,2 Prozent der Stimmen eingefahren und war damit knapp vor der CDU gelandet, die auf 29,7 Prozent der Stimmen kam. Im Landtag verfügen beide Koalitionspartner wegen des knappen Wahlergebnisses über 56 Sitze. Wie sich Cem Özdemir als Ministerpräsident in den Niederungen der Landespolitik neu erfindet, lesen Sie hier: Lorenz Zeck Uni weist Voigts Einspruch gegen Entzug des Doktortitels ab Die Technische Universität Chemnitz bleibt bei ihrer Entscheidung, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktorgrad zu entziehen. Ein Widerspruch des CDU-Politikers gegen die Aberkennung des Titels sei vom Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz zurückgewiesen worden, teilte ein Sprecher der Universität auf Anfrage mit. Zuvor hatte der Stern berichtet. Ein Anwalt Voigts teilte mit, dass die Entscheidung der TU Chemnitz nicht überraschend sei. „Nach rechtlicher Prüfung werden wir Klage erheben.“ Voigt steht seit Monaten wegen des Vorwurfs unter Druck, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Damals war Voigt mit seiner CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte damals eine Schmutzkampagne im Wahlkampf. Nach der Wahl wurde Voigt im Landtag zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren – notfalls vor Gericht. Voigt steht seit Monaten wegen des Vorwurfs unter Druck, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Damals war Voigt mit seiner CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte damals eine Schmutzkampagne im Wahlkampf. Nach der Wahl wurde Voigt im Landtag zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren – notfalls vor Gericht. Ramelow für Zusammenarbeit von CDU und Linke in Sachsen-Anhalt Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat für eine Kooperation von CDU und Linke plädiert, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. „Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, der muss also in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden“, sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können.“ Ramelow ist heute Vizepräsident des Bundestages. In Thüringen gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“ In Thüringen gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“ GdP: Trennung zwischen Polizei und Geheimdiensten unantastbar Angesichts der geplanten Reform der deutschen Nachrichtendienste mahnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Trennung von Geheimdiensten und Polizei aufrechtzuerhalten. „Spionage, Cyberangriffe und Drohnen über kritischer Infrastruktur sind keine Zukunftsszenarien mehr, sondern Realität“, sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe erneut vor Augen geführt, wie verwundbar Deutschland sei. „Wer unser Land wirksam schützen will, muss die Sicherheitsbehörden vollumfänglich ausstatten – rechtlich, technisch und personell.“ Sicherheit gebe es nur auf dem Boden des Rechtsstaats. „Deshalb bleibt das verfassungsrechtliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten für uns unantastbar“, sagte Kopelke. Das Bundeskabinett will die Reform der Nachrichtendienste am Mittwoch auf den Weg bringen. Die Neuregelung zielt unter anderem darauf ab, die Befugnisse von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich auszuweiten. Die Zeit drängt, auch wegen der Bedrohung durch Spionage und Sabotage vor allem aus Russland, die nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutlich gewachsen ist. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle habe erneut vor Augen geführt, wie verwundbar Deutschland sei. „Wer unser Land wirksam schützen will, muss die Sicherheitsbehörden vollumfänglich ausstatten – rechtlich, technisch und personell.“ Sicherheit gebe es nur auf dem Boden des Rechtsstaats. „Deshalb bleibt das verfassungsrechtliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten für uns unantastbar“, sagte Kopelke. Das Bundeskabinett will die Reform der Nachrichtendienste am Mittwoch auf den Weg bringen. Die Neuregelung zielt unter anderem darauf ab, die Befugnisse von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich auszuweiten. Die Zeit drängt, auch wegen der Bedrohung durch Spionage und Sabotage vor allem aus Russland, die nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutlich gewachsen ist. Lorenz Zeck Gerichtsentscheidung: AfD-Mitgliedern darf waffenrechtliche Erlaubnis entzogen werden Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat klargestellt, dass AfD-Mitglieder eine waffenrechtliche Erlaubnis im Kontext ihrer Parteimitgliedschaft verlieren können. „Um die Allgemeinheit vor den extremen Gefahren von Waffen zu schützen, muss der Staat nicht warten, bis Straftaten oder Schäden eingetreten sind, sondern kann Risiken bereits im Vorfeld minimieren“, teilte das Gericht mit. Die Waffenbehörden hätten nun eine rechtssichere Grundlage, die waffenrechtliche Erlaubnis bei AfD-Mitgliedern zu entziehen, sagte ein Sprecher des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur. In den konkreten Fällen hatte die zuständige Polizeiinspektion drei Personen die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen. Es handelte sich den Angaben zufolge um Mitglieder beziehungsweise Unterstützer der AfD Sachsen-Anhalt. Dagegen waren die drei vorgegangen. Eine waffenrechtliche Erlaubnis ist die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung, um in Deutschland mit Waffen umzugehen, sie zu besitzen oder zu tragen. Als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, wer eine Vereinigung unterstützt, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Diese Regelung könne sowohl auf einfache Parteimitglieder der AfD als auch auf aktive Unterstützer angewendet werden, stellte das Gericht klar. In den konkreten Fällen hatte die zuständige Polizeiinspektion drei Personen die waffenrechtliche Erlaubnis widerrufen. Es handelte sich den Angaben zufolge um Mitglieder beziehungsweise Unterstützer der AfD Sachsen-Anhalt. Dagegen waren die drei vorgegangen. Eine waffenrechtliche Erlaubnis ist die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung, um in Deutschland mit Waffen umzugehen, sie zu besitzen oder zu tragen. Als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, wer eine Vereinigung unterstützt, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt. Diese Regelung könne sowohl auf einfache Parteimitglieder der AfD als auch auf aktive Unterstützer angewendet werden, stellte das Gericht klar. Klingbeil nimmt Steuerpläne für Vereine zurück – Reaktion auf heftige Kritik Nach heftiger Kritik rückt Finanzminister Lars Klingbeil von seinen Plänen ab, von Vereinen höhere Steuern zu verlangen. Der entsprechende Passus werde aus dem Gesetz gestrichen, sagte der SPD-Chef der Nachrichtenagentur dpa. Es sei ihm dabei nie um kleine Vereine gegangen, sondern um Wirtschaftsvereine und Verbände. „Durch die öffentliche Debatte der letzten Tage ist allerdings der Eindruck entstanden, wir würden es den Tausenden Ehrenamtlichen in unseren Vereinen schwer machen wollen“, sagte Klingbeil. Die Kritik nehme er ernst und streiche die entsprechenden Formulierungen aus dem Entwurf. Ursprünglich wollte Klingbeil, dass für steuerpflichtige Vereine statt eines Freibetrags von 5000 Euro eine Freigrenze von 1000 Euro gilt. Einkommen bis 1000 Euro wären damit steuerfrei geblieben, sobald höhere Gewinne erzielt worden wären, wäre das gesamte Einkommen steuerpflichtig gewesen. Gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine, wären nicht betroffen gewesen. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. Ursprünglich wollte Klingbeil, dass für steuerpflichtige Vereine statt eines Freibetrags von 5000 Euro eine Freigrenze von 1000 Euro gilt. Einkommen bis 1000 Euro wären damit steuerfrei geblieben, sobald höhere Gewinne erzielt worden wären, wäre das gesamte Einkommen steuerpflichtig gewesen. Gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine, wären nicht betroffen gewesen. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. Heftige Kritik hatte es auch an der geplanten Einkommensteuerreform gegeben: Unionspolitiker hatten Klingbeil vorgeworfen, die Bürger weniger zu entlasten als versprochen. Dem widerspricht der SPD-Minister klar: „Den Beschluss des Koalitionsausschusses setzen wir damit 1:1 um“, sagte er. Im Jahr 2028 werde die versprochene Entlastung in Höhe von zehn Milliarden Euro erreicht. Zugleich betonte Klingbeil: „Es ist kein Geheimnis, dass ich deutlich weitergehende Vorschläge gemacht habe.“ Wichtig sei aber, dass die Reform nun zügig umgesetzt werde.  Lorenz Zeck DNA-Spuren auf Drohne am Leipziger Flughafen gefunden Laut den Zeitungen Bild und Zeit haben Ermittler DNA auf der Drohne gefunden, die in der Nacht auf den 5. August mit Sprengstoff beladen auf dem Flughafen Leipzig/Halle gesichert wurde. Nach Informationen der Bild soll die DNA mit der vom Brandanschlag am 20. Juli 2024 am DHL-Logistikzentrum in Leipzig übereinstimmen. Die DNA-Spur soll noch keiner konkreten Person zugeordnet werden können. Die Zeit wertete außerdem Videoaufnahmen vom Flughafen aus, die zeigten, dass vergangenen Dienstag gegen 19.30 Uhr ein Objekt gegen ein ukrainisches Frachtflugzeug flog. Dabei handelte es sich wohl um die Drohne mit dem Sprengsatz. Das Objekt prallte ohne Detonation ab und fiel zu Boden. Spuren an einem Flügel des Flugzeugs der Marke Antonow würden den mutmaßlichen Ablauf bestätigen. In den Tragflächen des Flugzeugs befinden sich die Treibstofftanks, eine Explosion hätte daher erheblichen Schaden ausgelöst. Warum es zu keiner Explosion kam, sei noch unklar. Die Zeit wertete außerdem Videoaufnahmen vom Flughafen aus, die zeigten, dass vergangenen Dienstag gegen 19.30 Uhr ein Objekt gegen ein ukrainisches Frachtflugzeug flog. Dabei handelte es sich wohl um die Drohne mit dem Sprengsatz. Das Objekt prallte ohne Detonation ab und fiel zu Boden. Spuren an einem Flügel des Flugzeugs der Marke Antonow würden den mutmaßlichen Ablauf bestätigen. In den Tragflächen des Flugzeugs befinden sich die Treibstofftanks, eine Explosion hätte daher erheblichen Schaden ausgelöst. Warum es zu keiner Explosion kam, sei noch unklar.

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12. August
Die Welt (Politik)

„Ich reiche Ihnen die Hand“ – Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen

„Ich reiche Ihnen die Hand“ – Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen Mario Voigt steht nach der Aberkennung seines Doktortitels unter Druck. Um Thüringens Regierungschef zu entmachten, ist Björn Höcke offenbar zu vielem bereit – und unterbreitet ausgerechnet der BSW-Chefin ein überraschendes Angebot. Der Deal hätte für beide Seiten Vorteile. Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zur neuen Regierungschefin von Thüringen machen. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagt Höcke in einem Video an Wagenknecht gerichtet, das er bei X postete. Höcke nimmt darin direkt Bezug zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Er fordert Wagenknecht auf, vor diesem Datum „ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ aufzuschlagen. Das BSW ist in Thüringen Teil der sogenannten Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD. In dem Video sagt Höcke, dass die BSW-Chefin vor Kurzem zu Recht ausgeführt habe, dass die Brandmauerpolitik gescheitert ist. Dennoch müsse er mit Blick auf das BSW in Thüringen, „das man als jüngste Kartellpartei bezeichnen muss“, Zweifel daran haben, dass, sollte das BSW den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt schaffen, ihrer richtigen Einsicht dann auch die richtigen Taten folgen würden. „In Thüringen stützt ihre Partei den Ministerpräsidenten Mario Voigt. Ein Mann, der wirklich jede Glaubwürdigkeit verloren hat und der sich trotzdem an sein Amt klammert“, wirft Höcke der BSW-Chefin vor. Die Mehrheit der Menschen, so der Thüringer AfD-Chef, wolle diesen Ministerpräsidenten nicht mehr. „Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung, genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Höcke hält Wagenknecht zudem vor, des Öfteren klug das Zeitgeschehen zu kommentieren. „Sie reden viel von der Seitenlinie. Schreiten Sie doch mal zur Tat“, fordert Höcke die BSW-Chefin dann auf. „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung und beweisen Sie den Thüringern, beweisen Sie den Sachsen-Anhaltern, dass das BSW doch keine Kartellpartei ist.“ Dann folgt das direkte Angebot an Wagenknecht: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen! Ich reiche Ihnen die Hand. Lassen Sie uns ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen.“ Das sei, „was die Mehrheit der Menschen in Thüringen und Sachsen-Anhalt will“. Zudem mahnt der Thüringer AfD-Chef zur Eile: „Lassen Sie uns das vor dem 6. September 2026, vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, tun.“ Ministerpräsident Voigt unter Druck Wagenknecht hatte im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt signalisiert, ihre Partei könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Fast parallel dazu wurde in Thüringen bekannt, dass die TU Chemnitz einen Widerspruch von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen die Aberkennung seines Doktortitels abweist. Höcke und seine AfD kündigten daraufhin an, erneut ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Regierungschef lostreten zu wollen. Der Landesverfassung zufolge kann das Parlament dem Ministerpräsidenten „das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt“. Ein solches konstruktives Misstrauensvotum hatte die Thüringer AfD-Fraktion bereits im Februar angestrengt – damals kandidierte Höcke selbst für den Posten des Ministerpräsidenten. Das Manöver scheiterte erwartbar. AfD und BSW hätten eine Mehrheit Aber: AfD und BSW könnten im Thüringer Landtag theoretisch eine Mehrheit bilden – die AfD kommt auf 32 der 88 Sitze, das BSW auf 15 – eine Mehrheit liegt bei 45 Stimmen.

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