Marktbericht: DAX dürfte neues Allzeithoch erreichen
Gute Stimmung am Aktienmarkt DAX dürfte neues Allzeithoch erreichen
Am Freitag war der DAX knapp am Allzeithoch gescheitert, schon zum Wochenbeginn könnte es zu einem neuen Rekord kommen. Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg hebt die Stimmung.
Stark gesunkene Ölpreise könnten den DAX zum Handelsstart auf ein Rekordhoch hieven. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor Xetra-Handelsbeginn ein Prozent höher auf 25.895 Punkten und damit nur wenige Zähler unter dem bisherigen Rekordstand von 25.900 Zählern Anfang Juli.
Am vergangenen Freitag war der DAX mit einem knappen Plus auf 25.629 Punkten aus dem Handel gegangen. Zuvor war er in der Spitze um 1,1 Prozent auf 25.892 Punkte gestiegen. Auf Wochensicht legte der DAX um 2,1 Prozent zu. Für den Monat Juli steht ein Anstieg von 2,5 Prozent zu Buche.
Der Krieg im Nahen Osten und die Berichtssaison dürften aktuell die beiden wichtigsten Themen am Aktienmarkt sein. Im Iran-Krieg keimt erneut Hoffnung auf Entspannung auf. US-Präsident Donald Trump hat eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern des Iran angekündigt. Aus dem Iran gab es in der Nacht zunächst keine Bestätigung.
Und wieder einmal sind die Ölpreise ein guter Indikator für die Stimmung der Anleger. Die Notierungen fallen: Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar, also knapp 7 Prozent weniger. Auch das US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich.
Zusätzlich unter Druck gerieten die Preise durch die Opec+. Die Allianz erdölexportierender Länder billigte am Sonntag eine Erhöhung der Förderquote um rund 188.000 Barrel pro Tag ab September.
Im vergangenen Monat hatten die Ölpreise noch um mehr als 20 Prozent angezogen. Der Grund waren die wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen den USA und Iran.
Ob der Sprung über die DAX-Rekordmarke nun doch noch gelingt, wird auch von den Konzern-Bilanzen abhängen. "Eine Flut überwiegend positiver Quartalszahlen sorgt derzeit für Rückenwind und überlagert die geopolitischen Sorgen zumindest vorübergehend. Die Berichtssaison könnte den Märkten eine neue Navigationsroute weisen und den Investoren den zuletzt verloren geglaubten Kompass zurückgeben", glaubt Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.
Allein aus dem DAX werden rund die Hälfte der 40 Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren. Am Dienstag wird die Zahlenflut mit Bayer, Continental, FMC und Zalando beginnen. Für Mittwoch stehen die Resultate von Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf auf der Agenda.
Die Vorgaben aus Asien fallen allerdings nicht ermutigend aus. Eine seltene gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans sowie enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart ins Minus gedrückt. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass man in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten Yen gekauft habe, um "übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen" der japanischen Landeswährung einzudämmen.
Der weitere Absturz des Yen sollte so verhindert werden. Analysten zufolge unterstreicht der Schritt die Entschlossenheit beider Länder, weltweite Auswirkungen eines Ausverkaufs des Yen und japanischer Staatsanleihen zu verhindern. Ein schwacher Yen verteuert für Japan die Importe, vor allem die Lieferungen von in Dollar gehandeltem Öl.
Der japanische Leitindex Nikkei fiel um 2,2 Prozent auf 62.956 Punkte. Auch in Südkorea ging es bergab. Der Kospi rutschte nach einem ohnehin turbulenten Juli um weitere 3,6 Prozent ab. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte im frühen Handel ein Prozent tiefer.