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Sonntag, 16. August 2026
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Berlin - Techno-Parade "Rave the Planet" zu Ende gegangen

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15. August
taz (Öko & Co)

„Rave The Planet“-Parade in Berlin: „Wenn man Kultur nicht hat, was bleibt dann vom Mensch?“

„Rave The Planet“-Parade in Berlin: „Wenn man Kultur nicht hat, was bleibt dann vom Mensch?“ Zum fünften Mal tanzen Menschen auf der Techno-Parade Rave the Planet für Frieden und Zusammenhalt. Im Angesicht des CSD-Anschlags erst recht. Es ist kurz vor 14 Uhr, die Menschentraube unter der Siegessäule vor den mit Musikanlage vollbepackten LKW wird immer größer. Plötzlich verstummt die Menge, nur das laute Rattern eines Stromgenerators ist noch zu hören. Nicht unweit von hier fuhr vor drei Wochen ein islamistischer Attentäter mit einem Auto auf dem Berliner CSD in eine Menschenmenge. Den Opfern und Angehörigen wird heute auf der Demo „Rave the Planet“ mit einer Schweigeminute gedacht. Ein älterer Herr greift tröstend um die Schulter seines Nebenmanns und wischt sich eine Träne unter der verspiegelten Sonnenbrille weg. Dass heute wieder so viele Menschen auf einer Demo in Berlin zusammenkommen, ist keine Selbstverständlichkeit – oder aus Sicht der Technoliebhaber*innen eben gerade das. Zum fünften Mal findet die Techno-Parade „Rave the Planet“ statt. Es ist die Nachfolgeveranstaltung der berühmten Love-Parade, die DJ Dr. Motte, eine der prägendsten Personen der Berliner Techno- und Clubkultur, mitbegründet hat. Raven für den Weltfrieden Mit seiner markanten schwarzen Brille ist er heute schnell auf dem ersten Wagen des Demozugs zu erkennen. Auch die heutige Parade hat er mitbegründet, bei seiner Begrüßung braucht er nicht viele Worte, um deutlich zu machen, worum es heute gehen soll. „Wir sind alle Teil einer Familie auf diesem wunderschönen Planeten. Unsere Vision ist der Weltfrieden“, sagt er, bevor er die Besucher*innen zu der Schweigeminute aufruft. Was auf der Love-Parade 1989 unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ begann, wird heute bei Rave the Planet mit dem Slogan „Imagine Love“ weitergeführt. Tanzen für den Zusammenhalt, zu teils ohrenbetäubenden elektronischen Beats, die die Menschen vereinen. „Imagine Love ist nicht nur ein Motto, sondern eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen“, sagt Anna-Maria Seifert, die nächste Rednerin zu Beginn der Demo und Leiterin des Karnevals der Kulturen. Der ältere Herr sieht konzentriert zu ihr auf den LKW hinauf. Er lauscht ihren Worten gebannt, sein Besuch hat heute wohl auch mit einer Haltung zu tun, die ihm offensichtlich kein Anschlag nehmen kann. Sein Arm, den ein Pride-Armband schmückt, liegt noch immer stützend auf der Schulter seines Nebenmanns. Ellen Dosch-Roeingh, Projektleiterin von Rave The Planet, schließt mit ihren Worten die Kundgebung zu Beginn der Parade. „Wir wählen Begegnung statt Abgrenzung!“, skandiert sie lautstark ins Mikrofon. Zum ersten Mal zieht tosender Jubel durch die Menge, vorbei an Netzstrumpfhosen, Bierdosen und Demo-Schildern. Dann lässt der Bass die heiße Luft vibrieren, Dr. Motte spielt seinen Track „Imagine Love“, die Hymne der heutigen Parade. In den Gesichtern der Besucher*innen macht sich ein seliges Lächeln breit. Die Energie, die mit dem Technotrack durch den Körper bitzelt und prompt die Endorphine strömen lässt, wird die Feiernden noch bis tief in die Nacht begleiten. Politik spielt für viele nur eine Nebenrolle Obwohl es sich rein formell um eine Demo handelt, die sich für den Erhalt der Kulturszene einsetzt, spielt Politik augenscheinlich für die meisten Tanzenden nur eine Nebenrolle. Im Schatten, ein paar Meter neben der Siegessäule, steht eine Gruppe Männer zusammen. Extra aus Thüringen sind sie angereist, um heute trotz 33 Grad und praller Sonne auf der Demo mitzulaufen. „Ich bin meine gesamte Jugend schon zu dieser Demo gepilgert“, sagt Daniel, der seine Augen mit einer dunklen Sportsonnenbrille mit Sehstärke schützt. Seit 1989 habe er keine Veranstaltung verpasst, sich jedes Jahr in den Sonderzug Richtung Hauptstadt gesetzt, um mit Menschen aus aller Welt diesem besonderen Gefühl nachzuspüren, sagt er. „Als das angefangen hat mit der Love-Parade hat das ein ziemliches Statement gesetzt. Berlin stand da, hat diese Parade veranstaltet und den Spirit in die Welt hinaus getragen. Die Musik hat was bewegt, die Leute zusammengebracht“, sagt der 44-Jährige, an dessen Rucksack ein Bund Luftballons bei jeder Bewegung tanzt. Den Anschlag auf den CSD habe er heute natürlich im Hinterkopf, sagt er. Doch das müsse man verdrängen, den Kopf ausmachen, weil sonst die Freude verfliegen würde. Außerdem fühle er sich sicher, gerade durch das verstärkte Sicherheitskonzept und die vielen Polizeiwagen, die die Zufahrtswege konsequent blockieren. Ihm gegenüber steht eine zufällige Bekanntschaft, Damian, der auch aus Thüringen angereist ist. Für ihn ist es das erste Mal auf einer Technoparade, erzählt er, während er sich mit einem Bier vom Getränkestand abkühlt, hinter dessen Tresen ein Track von Sven Väth die Leute in Stimmung bringt. Eine Technoparty in diesem Ausmaß kenne er nicht. „Ich komme eher aus dem ländlichen Raum. Corona hat da viel kaputt gemacht in unserer Clubkultur“, erzählt der 24-Jährige. Dass die Demo heute auch für deren Erhalt aufmerksam machen soll, sei ihm gar nicht bewusst gewesen. Umso besser: Feiern, Tanzen, Spaß haben; das sei schließlich alles systemrelevant. „Wenn man Kultur nicht hat, was bleibt dann vom Mensch?“ Im Hintergrund hallt blechern eine Durchsage der Polizei. „Wir werden in 20 Sekunden den Wasserwerfer einsetzen. Alle, die nicht abgekühlt werden wollen, gehen bitte ein Stück zur Seite.“ Kurz darauf treten triefend nasse Menschen in den Schatten an der Seite der Demo, froh über die kurze Kühlung durch den Sprühnebel. Generationen tanzen gemeinsam Im Schritttempo ziehen LKW mit tanzenden Menschen um die Siegessäule herum, bis zum Brandenburger Tor fahren sie, bevor sie wieder zum goldenen Wahrzeichen zurückfahren. Ein Vater läuft mit seinen zwei Söhnen nebenher. Sie alle tragen ein lila T-Shirt, mit weißer Rückenaufschrift. „First Rave 1995“, ziert die Schultern des Vaters, die Jahreszahlen 2023 und 2025 die seiner Söhne. Überhaupt ist beachtlich, wie viele Generationen hier friedlich aufeinandertreffen, um zusammen zu feiern. Auch Sitha bemerkt das, die mit ihrem Mann Thomas aus Osnabrück angereist ist. Für die Demo haben sie sich rausgeputzt, zwei neongelbe Kunsthaarsträhnen hat Sitha in ihre Zöpfe geknotet, über Thomas schwarzen Netzoberteil hängt eine Kette mit Peace-Zeichen. „Techno hat einen ziemlichen Wandel durchlebt, es gab eine Zeit, in der ich im Club komisch angeschaut wurde. Jetzt feiern Jugendliche und Ältere wieder zusammen“, sagt die 50-Jährige. Auch sie ist seit Beginn der Love-Parade dabei. Das Lebensgefühl, das man hier spüre, sei unvergleichlich. „Die ganze Welt kommt hier zusammen. Alle sind für alle da“, sagt sie und deutet auf die Gänsehaut, die sie beim Erzählen bekommt. Auch der Anschlag vor drei Wochen könne das nicht trüben: „Es gibt immer Menschen, die andere Menschen hassen. Wir setzen heute ein Zeichen dagegen.“ Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? 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15. August
ZDF heute

Berlin tanzt wieder: Mit Schweigeminute und Schutzmaßnahmen

Techno-Parade "Rave The Planet":Berlin tanzt wieder: Mit Schweigeminute und Schutzmaßnahmen Drei Wochen nach dem CSD-Anschlag feiern Zehntausende bei "Rave The Planet" im Berliner Tiergarten. Bei 35 Grad trotzen die Raver dem Terror - und würdigen die Opfer. Zehntausende Raver schwitzen bei der Techno-Parade "Rave The Planet" im Berliner Tiergarten, tanzen trotz 35 Grad im Takt der Bässe. Es ist die erste Großveranstaltung nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) vor drei Wochen. Sie stellt Polizei und Veranstalter in Berlin vor besondere Herausforderungen: Es gilt - ganz in der Nähe des damaligen Tatorts - die Sicherheit der Raver zu gewährleisten und sie gleichzeitig vor den Auswirkungen der Hitze zu schützen. Temperaturen weit über 30 Grad: Ein Wasserwerfer kühlt die Feiernden in Berlin ab. Quelle: AFPHubschrauber und Sperrungen sorgen für Sicherheit Für das als Demonstration angemeldete Spektakel unter dem Motto "Imagine Love" auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei zeigt starke Präsenz und ist mit rund 1.500 Beamten im Einsatz. Ein Hubschrauber ist in der Luft, auch Drohnen will die Polizei zum Schutz der bis in den Abend andauernden Veranstaltung aufsteigen lassen. Die Veranstaltung geht offiziell bis 22 Uhr. Weiträumig sind Straßen und Wege in der Umgebung gesperrt und teils mit Pollern gesichert. Polizistinnen und Polizisten sind zu Fuß und auf Pferden auf den Wegen im weitläufigen Tiergarten unterwegs. S-Bahn-Züge halten nicht mehr am Brandenburger Tor. Auch die U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag werden nicht angefahren. Wieso konnte der islamistische Terroranschlag auf den CSD in Berlin nicht verhindert werden? Eines der Themen im Innenausschuss des Bundestages. 04.08.2026 | 1:40 minSchweigeminute für Opfer des CSD-Anschlags Insgesamt erwarteten die Veranstalter bis zu 300.000 Techno-Fans, die Polizei spricht gegen 17.30 Uhr von Zehntausenden Teilnehmern. Und die wollen richtig laut sein. Doch zu Beginn der Parade ist es erst mal ganz still. Mit einer Schweigeminute halten die Menschen kurz inne, um an die Opfer des Terroranschlags zu erinnern. Der Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation "Rave The Planet", Dr. Motte, bürgerlich Matthias Roeingh, ruft die Teilnehmer bei der Auftaktkundgebung auf, an Liebe zu denken - für sich selbst, für die anderen. Dann könnte daraus vielleicht Weltfrieden entstehen. Lasst uns doch diese Vision Wirklichkeit werden. Dr. Motte alias Matthias Roeingh Julia Miosga vom Berliner CSD-Verein sagt: "Lasst uns mutig sein. Lasst uns Haltung zeigen. Jetzt erst recht." Anna-Maria Seifert vom Karneval der Kulturen sagt: Unsere Stadt Berlin ist stark, wenn die Menschen zusammenkommen. Wir sind viele, wir sind vielseitig und darin liegt unsere Stärke. Julia Miosga, Berliner CSD-Verein "Wir sind es der queeren Community schuldig", sagt Clara Bünger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken nach dem CSD-Anschlag in Berlin. 04.08.2026 | 8:35 minErinnerungen an den Anschlag auf den CSD Auch am 25. Juli beim CSD feiern Hunderttausende am Brandenburger Tor in Berlins Mitte, ehe der Horror am Abend seinen Lauf nimmt. Ein islamistischer Attentäter fährt in einem Wäldchen im Tiergarten mit einem Van in eine Menschengruppe und attackiert anschließend vermutlich mit einer Machete Anwesende. Eine Frau stirbt, und mindestens 31 Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Einen Tag danach erschießt die Polizei den Terroristen. Viele der Teilnehmer bei "Rave The Planet" haben die Bilder von damals im Kopf. Doch sie wollen positiv denken, Haltung zeigen, ausgelassen feiern, Glück in der Gemeinschaft finden. Es ist eine Hitzeschlacht gegen die Terrorangst, die so manchen der zumeist jungen Raver auch körperlich einiges abverlangt: Rund 35 Grad im Schatten zeigen die Thermometer an. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zu Folgen des CSD-Anschlags - Nach Anschlag beim CSD :Technoparade "Zug der Liebe" in Berlin abgesagtmit Video1:37 - Nach Absage von CDU-Politiker Frei:Schutz queerer Menschen: Debatte über Grundgesetz-Änderungmit Video2:28 - Nach Anschlag auf CSD in Berlin:"Köln zeigt Haltung": Tausende Menschen bei queerer Demo - InterviewKritik an Merz nach CSD-Anschlag:Queere Community: "Hören Sie uns endlich zu"mit Video1:40

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15. August
Der Spiegel

»Rave the Planet« in Berlin: Hitzeschlacht im Techno-Takt

Dieser Ausdruck wurde am 15.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht »Rave the Planet« in Berlin Hitzeschlacht im Technotakt Zehntausende Technofans feiern bei »Rave the Planet« in Berlin. Die Polizei hilft, cool zu bleiben – auch mit einem Wasserwerfer. Die Bilder von der Partymeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Bei der Technoparade »Rave the Planet« in Berlin macht starke Hitze den Tausenden Teilnehmern zu schaffen. Rund 35 Grad im Schatten zeigen die Thermometer an, in der prallen Sonne auf der Straße des 17. Juni und am Großen Stern ist es viel heißer. Foto: Christian Mang / REUTERS Die Polizei bietet nahe der Siegessäule einen Wasserwerfer auf: Er stößt das kühle Nass in regelmäßigen Abständen zu Erbauung der Raver aus. Foto: Christophe Gateau / dpa Auch einige Musiktrucks, die zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule hin und her fahren, stoßen kühlenden Wassernebel aus. Wasserschläuche mit kleinen Öffnungen verschaffen den Menschen ebenfalls Abkühlung. Foto: Christophe Gateau / dpa Die Veranstalter riefen die Besucher im Vorfeld auf, auf sich zu achten. Foto: Fabian Sommer / AFP Die erste Großveranstaltung nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) vor drei Wochen stellt Polizei und Veranstalter vor besondere Herausforderungen: Es gilt – ganz in der Nähe des damaligen Tatorts – die Sicherheit der Raver zu gewährleisten und sie gleichzeitig vor den Auswirkungen der Hitze zu schützen. Foto: Fabian Sommer / AFP Für das als Demonstration angemeldete Spektakel unter dem Motto »Imagine Love« auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei zeigt starke Präsenz und ist mit rund 1500 Beamten im Einsatz. Ein Hubschrauber ist in der Luft, auch Drohnen will die Polizei zum Schutz der bis in den Abend andauernden Veranstaltung aufsteigen lassen. Foto: Clemens Bilan / EPA Insgesamt erwarten die Veranstalter bis zu 300.000 Technofans. Haben Sie einen Fehler im Text gefunden, auf den Sie uns hinweisen wollen? Oder gibt es ein technisches Problem? Melden Sie sich gern mit Ihrem Anliegen. Sie haben weiteres inhaltliches Feedback oder eine Frage an uns? Zum Kontaktformular Mehrfachnutzung erkannt Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Sie können SPIEGEL+ auf diesem Gerät weiterlesen oder sich abmelden, um Ihr Abo auf einem anderen Gerät zu nutzen.

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15. August
Tagesschau

Berlin: "Rave the Planet" mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen

Berliner Technoparade Raven unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen Schweigeminute, wo es sonst kaum laut genug sein kann: Hunderttausende tanzen heute bei der Berliner Technoparade "Rave the Planet". Zum Auftakt wurde der Opfer des CSD-Anschlags gedacht. Die Sicherheit steht im Fokus. Mit einer Schweigeminute hat die große Techno-Parade "Rave the Planet" im Berliner Tiergarten begonnen: Tausende Teilnehmer hielten kurz inne, um an die Opfer des mutmaßlich islamistischen Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) vor drei Wochen zu erinnern. Der Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation "Rave The Planet", Dr. Motte, rief die Teilnehmer bei einer Auftaktkundgebung auf, an Liebe zu denken. Eine Vertreterin des CSD-Vereins sagte: "Lasst uns mutig sein. Lasst uns Haltung zeigen. Jetzt erst recht". Die Veranstalter erwarten etwa 300.000 Teilnehmer. Mit dem Zug unter dem Motto "Imagine Love" durch den Tiergarten wollen die Aktivisten für Frieden, Zusammenhalt und den Schutz der elektronischen Musikkultur aufrufen, wie die Initiatoren mitteilten. Die Parade soll zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule über die Straße des 17. Juni ziehen, die durch den Tiergarten führt - unweit des Anschlagsorts, wo am 25. Juli von einem mutmaßlich islamistischen Attentäter eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Um ihnen zu gedenken, wurde zu Beginn der Parade eine Schweigeminute abgehalten. Fünfte Auflage der Parade Es ist bereits die fünfte Auflage der Parade. Der als Dr. Motte bekanntgewordene Matthias Roeingh will nach eigenen Worten mit ihr die Geschichte der Loveparade weitererzählen, die er und sein damaliges Team als politische Demonstration ins Leben riefen. Feuerwehr und ein Sanitätsdienst des Veranstalters sind dabei im Einsatz, es soll fünf Unfallhilfestellen geben. Im vergangenen Jahr hatten viele Menschen behandelt werden müssen - meist war es damals nach Angaben eines Feuerwehrsprechers "um klassische Veranstaltungssymptome", also alkohol- oder drogenbedingte Probleme gegangen. Und: Neben den Vorkehrungen für die Sicherheit stellt auch die Hitze eine weitere Herausforderung dar: Am Samstag werden bis zu 36 Grad erwartet. Die Polizei will darum mindestens einen Wasserwerfer einsetzen, womit dann Sprühnebel produziert werde, um so für Abkühlung zu sorgen. Laut Veranstalter gibt es drei Stellen entlang der Route, wo die Besucher aus mehreren Hähnen kostenloses Trinkwasser bekommen können. Im Großen Tiergarten soll es zudem Plätze zum Ausruhen und Abkühlen geben. Auf der Parade besteht ein Glasverbot. Raver sind gebeten, eine bruchsichere, wiederbefüllbare Flasche mitzubringen. 612927095 1.500 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen "Rave the Planet" soll von 13.50 Uhr bis 22 Uhr stattfinden, heißt es auf der Veranstalter-Webseite. Rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten werden das als Demonstration angemeldete Techno-Spektakel begleiten, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Berliner Polizei werde dabei von Kollegen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützt. Es würden ein Polizeihubschrauber und auch Drohnen eingesetzt. Zudem gebe es ein "umfangreiches Sperrkonzept" mit abgestuften Schutzzonen. Verschiedene Formen von Absperrungen sollen den Bereich absichern. Unter anderem sollen kritische Punkte durch Fahrzeuge der Polizei abgesperrt werden, teils werden schwere mobile Poller aufgestellt, wie das bereits im Tiergarten an einigen Stellen nach dem CSD-Anschlag der Fall war. Verkehrseinschränkungen und eine Gegenparade Die Straße des 17. Juni zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor ist voll gesperrt. Ab 14 Uhr sei außerdem mit der Schließung der U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag zu rechnen, teilte die Verkehrsinformationszentrale mit. Als Gegenveranstaltung zu "Rave the Planet" gibt es die "Fuckparade". Die Demonstration richtet sich "gegen Kommerzialisierung und Verdrängung von Subkulturen". Laut Polizei sind dafür 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt. In Berlin-Mitte und Friedrichshain kommt es deswegen ab 14.00 Uhr zu Verkehrseinschränkungen. Start der Demonstration ist an der Ecke Albrechtstraße/Reinhardstraße, enden soll sie am Abend am Leipziger Platz. Sendung: rbb24 Abendschau , 14.08.2026, 19:30 Uhr Video: rbb24 Abendschau, 14.08.2026, Anja Herr Wichtiger Hinweis Ab dem 19. August benötigen Sie zum Kommentieren auf rbb24.de ein ARD-Konto. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: rbb24.de führt ARD-Login für die Kommentarfunktion ein.

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15. August
Der Spiegel

Berlin: »Rave the Planet« beginnt mit Schweigeminute für Terroropfer

»Rave the Planet« in Berlin Techno-Parade startet mit Schweigeminute für Terroropfer Die große Techno-Parade »Rave the Planet« im Berliner Tiergarten hat mit einer Schweigeminute begonnen: Tausende Teilnehmer hielten kurz inne, um an die Opfer des islamistischen Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) vor drei Wochen zu erinnern. Der Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation »Rave The Planet«, Dr. Motte, rief die Teilnehmer bei einer Auftaktkundgebung auf, an Liebe zu denken. Eine Vertreterin des CSD-Vereins sagte: »Lasst uns mutig sein. Lasst uns Haltung zeigen. Jetzt erst recht«. Das als Demonstration angemeldete Spektakel auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Weitere Herausforderung ist die große Hitze bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Polizei setzt Drohnen ein Ganz in der Nähe der Partymeile war am 25. Juli ein islamistischer Attentäter mit einem Van in eine Menschengruppe gefahren und hatte anschließend vermutlich mit einer Machete Anwesende attackiert. Bei dem Anschlag wurden eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. »Rave the Planet« ist die erste Großveranstaltung in Berlins Mitte nach dem Anschlag . Die Veranstalter erwarteten unter dem Motto »Imagine Love« bis zu 300.000 Techno-Fans. Die Polizei zeigt starke Präsenz und ist mit rund 1500 Beamten im Einsatz. Auch Hubschrauber und Drohnen will sie zum Schutz der bis in den Abend andauernden Veranstaltung aufsteigen lassen. Straßen und Wege in der Umgebung sind gesperrt und teils mit Pollern gesichert. S-Bahn-Züge halten nicht mehr am Brandenburger Tor. Auch die U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag werden nicht angefahren.

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