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Dienstag, 21. Juli 2026
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Türkei - Abgesetzter Oppositionsführer Özel kündigt Gründung einer neuen Partei an

Medienspektrum

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21. Juli
FAZ (Politik)

Özgür Özel: Der Mann, den Erdoğan fürchtet, gründet eine Partei

Özgür Özel : Der Mann, den Erdoğan fürchtet, gründet eine Partei Ein Gericht setzte den populären Özgür Özel als Chef der CHP ab. Nun trat er aus – und fordert den Präsidenten auf neuen Wegen heraus. Der dürfte das nicht hinnehmen. Es war eine emotionale Rede, mit der sich Özgür Özel aus der Republikanischen Volkspartei (CHP) verabschiedete. „Heute stehen wir am Rande eines traurigen Abschieds, der unausweichlich geworden ist und dessen Zeit gekommen ist“, sagte er am Dienstag vor den CHP-Abgeordneten im Parlament. Eigentlich war Özel der gewählte Vorsitzende der Partei – bis ihn ein Gericht im Mai faktisch absetzte. Nun verband er seinen Abschied mit der Ankündigung, eine neue Partei gründen zu wollen. Er werde sich dafür mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen und den Parteirat konsultieren. „Wir tragen die unerschütterliche Hoffnung auf einen Neuanfang in uns“, sagte er. Türkische Medien berichten, dass Özel und seine Mitstreiter noch in dieser Woche den Gründungsantrag beim Innenministerium einreichen wollen. Demnach könnte die Gruppierung „Yeni Parti“ (Neue Partei) heißen. Derzeit hat die CHP 135 Sitze im Parlament. Es ist unklar, wie viele der CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zu Özel wechseln würden. Beobachter gehen von etwa 80 aus. Damit würde sie direkt die größte Oppositionsfraktion stellen. Davon geht auch Özel aus: „Die Partei, die wir gründen wollen, wird mit großem Abstand zur wichtigsten Oppositionskraft in der Nationalversammlung werden“, sagte er. Die Türkei stehe „an einem historischen Scheideweg“. Der gerichtlich eingesetzte Parteivorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu äußerte sich zunächst nicht zu Özels Austritt und dessen Plänen. Vom Apotheker zum Oppositionsführer Der studierte Pharmazeut war Chef der Apothekervereinigung in seiner Heimatprovinz Manisa und politisch seit 2009 in der größten türkischen Oppositionspartei aktiv. Nach der Niederlage des CHP-Kandidaten Kılıçdaroğlu in den Präsidentenwahlen 2023 wählte ihn die CHP in einer Kampfabstimmung zum neuen Vorsitzenden. Im Mai erklärte dann ein Gericht den damaligen Parteitag wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten für ungültig und setzte Özel ab. Als Statthalter setzte das Gericht Kılıçdaroğlu ein. Das dürfte ein Schachzug von Präsident Recep Tayyip Erdoğan gewesen sein. Denn Özel ist beliebt. Unter seiner Führung hatte die CHP die meisten Stimmen in den Kommunalwahlen 2024 erhalten und errang in den fünf größten Städten des Landes das Bürgermeistermandat. In den nächsten Wahlen hätte Özel ein ernsthafter Konkurrent für Erdoğan werden können. Schon in der Präsidentenwahl vor drei Jahren räumte der Langzeitherrscher den aussichtsreichen CHP-Kandidaten Ekrem İmamoğlu mithilfe von willfährigen Richtern aus dem Weg. An seiner Stelle trat damals der als schwach geltende Kılıçdaroğlu an. Özel wehrte sich gegen die Absetzung, besetzte mit seinen Verbündeten sogar die Parteizentrale in Ankara. Die Polizei räumte das Gebäude. Anschließend lief er im strömenden Regen die sieben Kilometer bis zum Parlament – begleitet von Tausenden Demonstranten. Außerdem legte Özel Berufung gegen seine Absetzung ein. Doch das Kassationsgericht sei in die Sommerpause gegangen, ohne sich mit dem Einspruch zu befassen, sagte der 51 Jahre alte Politiker am Dienstag. Ursprünglich hatte er die Gründung einer neuen Partei für den Fall angekündigt, dass er mit einem Berufungsverfahren gegen seine Absetzung scheitern sollte. Seit der 77 Jahre alte Kılıçdaroğlu den Vorsitz übernommen hat, hat er etliche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet. Er reiht sich damit in das Vorgehen des Staats gegen CHP-Politiker ein. Mehr als 25 gewählte Bürgermeister der Partei sitzen mittlerweile im Gefängnis, sie wurden teils abgesetzt. Auch gegen İmamoğlu laufen mehrere Verfahren, seit einem Jahr sitzt er wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis. Umfragen sehen neue Partei vorn Umfragen zufolge hätte eine neue Partei durchaus Potential. Einer Erhebung der Denkfabrik Istanpol in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung von Anfang Juli zufolge konnten sich etwa 30 Prozent der Befragten vorstellen, für eine neue Partei Özels zu stimmen. Ähnliches ergab eine kürzlich erfolgte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Metropoll, laut der Özels neue Partei bei Parlamentswahlen etwa 33 bis 35 Prozent der Stimmen erhalten würde, Erdoğans AKP nur rund 27 Prozent. Dieselbe Umfrage ergab auch, dass die beliebtesten Politiker allesamt von der CHP stammten. Demnach kam der Oberbürgermeister von Ankara, Mansur Yavaş, auf einen Zustimmungswert von mehr als 53 Prozent, gefolgt von İmamoğlu. Özel erhielt knapp 40 Prozent. Erdoğan kam mit etwas mehr als 34 Prozent nur auf Rang vier. Die nächste Präsidentenwahl in der Türkei muss laut Verfassung spätestens im Frühjahr 2028 stattfinden. Erdoğan dürfte Wege suchen, Özels Gruppierung zu zerschlagen, noch bevor sie notwendige Strukturen etabliert hat – etwa die mindestens 41 Ortsverbände in den 81 Provinzen, um sich als politische Partei registrieren zu lassen. Auch ein gerichtliches Vorgehen gegen Özel – ähnlich wie bei İmamoğlu – ist nicht ausgeschlossen. Nach seiner Rede vor der CHP-Fraktion im Parlament postete Özel ein Video, in dem unter anderem sein Marsch durch Ankara vom Mai zu sehen ist, auf der Plattform X. Dazu schrieb er: „Möge unser Weg klar sein! Das Volk wird es sein, das diesen Weg vorgibt und vorantreibt.“

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21. Juli
Tagesschau

Türkei: Abgesetzter CHP-Chef Özel kündigt Gründung neuer Partei an

Özel will Neugründung Türkische Oppositionspartei CHP vor Spaltung Im Mai hatte die türkische Justiz den Oppositionspolitiker Özel als Chef der CHP-Partei abgesetzt - nun hat er die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Sie könnte auf einen Schlag die größte Oppositionspartei im Parlament werden. Der abgesetzte türkische Oppositionsführer Özgür Özel hat die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Man werde sich heute mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel in einer Rede vor dem türkischen Parlament in Ankara. Der 51-Jährige, der zuvor die linksnationalistische CHP angeführt hat, sagte, die neue Partei werde sozialdemokratisch ausgerichtet sein und sich an den Grundsätzen des Staatsgründers Kemal Atatürk orientieren. Berichte: Neue Partei könnte größte Oppositionspartei werden "Heute stehen wir am Rande eines traurigen Abschieds, der unausweichlich geworden ist und dessen Zeit gekommen ist", sagte Özel in der leidenschaftlichen Rede. "Wir tragen die unerschütterliche Hoffnung auf einen Neuanfang in uns", fügte Özel hinzu, ohne Einzelheiten zu der neuen Partei zu nennen. Türkische Medien berichten, dass Özel in der kommenden Woche einen entsprechenden Antrag beim Innenministerium einreichen will. Demnach soll die Gruppierung Neue Partei heißen. Gegründet werden soll sie von mehreren Parlamentsabgeordneten. Noch ist nicht bekannt, wie viele der 135 CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zu der neuen Partei übertreten werden. Beobachter gehen von etwa 80 aus. Damit würde sie unmittelbar die größte Oppositionspartei des Landes werden. CHP im Visier der türkischen Justiz 2024 hatte die CHP bei den Kommunalwahlen der islamisch-konservativen Partei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine schwere Niederlage zugefügt. Seitdem steht die Oppositionspartei zunehmend im Visier der türkischen Justiz. Der ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu - er gilt als wichtigster Rivale Erdoğans - sitzt wegen Korruptionsvorwürfen seit mehr als einem Jahr im Gefängnis. Viele weitere Bürgermeister der Opposition befinden sich in Haft. Ein Gericht in Ankara hatte Ende Mai den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. Protestkundgebungen in vielen türkischen Städten Als neuen Vorsitzenden setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kemal Kılıçdaroğlu ein, der als schwacher Politiker und damit bevorzugter Gegner von Präsident Erdoğan gilt. Kılıçdaroğlu hatte zugleich nach der Übernahme des Parteivorsitzes zahlreiche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet. Das Gerichtsurteil wurde scharf kritisiert. Özels Parteiflügel organisierte in der Folge in mehreren Städten Protestkundgebungen. Özel selbst warf der Erdoğans Regierung eine politische Motivation und Einfluss auf das Gerichtsurteil vor. Erdoğan wiederum erklärte, es handele sich um einen innerparteilichen Konflikt. Mit Informationen von Uwe Lueb, ARD Istanbul.

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21. Juli
Handelsblatt

Neue Partei in der Türkei: Vom Apotheker zum Anführer der türkischen Opposition

Neue Partei in der Türkei: Vom Apotheker zum Anführer der türkischen Opposition Ankara. Oppositionspolitiker Özgür Özel klettert auf einen Wasserwerfer und reckt die Faust in die Höhe: Die Szene aus der türkischen Hauptstadt Ankara im Mai ist inzwischen ikonisch geworden und Symbol für den Widerstand gegen die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan. Kurz zuvor hatte die Polizei die Zentrale der größten Oppositionspartei CHP mit Tränengas gestürmt, wo sich Özel verbarrikadierte. Er protestierte damit gegen seine gerichtliche Absetzung als CHP-Chef. Anschließend lief er im strömenden Regen durch Ankara – Tausende folgten ihm. Der Sturm auf die Zentrale der CHP – Gründungspartei des Landes – hatte viele wütend gemacht. „Wir finden einen Weg oder wir schaffen einen“, versprach Özel seinen Anhängern. Nun, rund zwei Monate später, schlägt er diesen neuen Weg ein und kündigt vor jubelnden Anhängern bei einer Fraktionsrede in Ankara die Gründung einer neuen Partei an. Ein Großteil der CHP-Abgeordneten würde übertreten, sobald die technischen Details abgeschlossen seien, sagt er. Beobachter gehen davon aus, dass rund 80 der 135 CHP-Abgeordneten zu Özels neuer Partei überlaufen könnten – das würde sie mit einem Schlag zur größten Oppositionspartei im türkischen Parlament machen. Özels umstrittener Vorgänger Kemal Kilicdaroglu, der als Interimschef der CHP eingesetzt wurde, bliebe mit einer Minderheit zurück. Özel sieht Weg innerhalb der CHP blockiert Özel begründete seine Entscheidung damit, dass er wochenlang um den Verbleib innerhalb der CHP gekämpft und Einspruch beim Berufungsgericht eingelegt hat. Doch das Gericht ging in die Sommerpause, ohne den Einspruch auf die Tagesordnung zu nehmen. Mit der „Wehmut eines Abschieds“ sei er an das Rednerpult getreten, sagte Özel. Die CHP sei unter Besatzung – man werde das Erbe des Staatsgründers Atatürk auf den Schultern tragen, erklärte er unter tosendem Applaus. Der 51-Jährige hat nun die Möglichkeit, die politische Landschaft der Türkei mit seiner neuen Partei nachhaltig zu verändern – oder er versinkt, wie andere Hoffnungsträger vor ihm, in der Bedeutungslosigkeit. Hat die neue Partei eine Chance bei den Wählern? Umfragen zufolge hat die neue Partei Potenzial. Laut einer Erhebung der Denkfabrik Istanpol in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung von Anfang Juli könnten sich rund 30 Prozent der Befragten vorstellen, für eine damals noch hypothetische neue Partei Özels zu stimmen – sie würde damit an Erdogans islamisch-konservativer Regierungspartei AKP vorbeiziehen. Die Umfrage zeigt zudem, dass Özels neue Partei nicht nur Stimmen innerhalb der CHP, sondern auch aus anderen politischen Lagern gewinnen könnte. „Wir wollen etwas Neues schaffen“, sagt der Abgeordnete und Özel-Unterstützer Sezgin Tanrikulu der dpa. Erfolg bei Kommunalwahl und zunehmender Druck Özel wächst mit der angekündigten Neugründung über sich hinaus: Früher galt er eher als farbloser Politiker und hielt sich in der CHP im Hintergrund. Bevor es ihn in die Politik zog, studierte Özel in der Küstenmetropole Izmir Pharmazie und war Chef der Apothekervereinigung seiner Heimatprovinz Manisa. Schon als Abgeordneter von Manisa galt er als rastlos und jemand, der Politik nah an den Menschen macht. Nach dem Grubenunglück in Soma 2014, bei dem 301 Bergarbeiter starben, kritisierte er die Regierung scharf und setzte sich für die Aufklärung ein. Mit den Jahren gewann Özel an Profil. Nach der Niederlage Kilicdaroglus bei den Präsidentenwahlen 2023 fordert er diesen in einer Kampfabstimmung um den CHP-Vorsitz auf – und gewann. Er richtete die damals als elitär geltende größte Oppositionspartei neu aus und stellte teils junge Politikerinnen und Politiker als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl auf. Das zahlte sich aus: 2024 wurde die CHP landesweit stärkste Partei bei den Kommunalwahlen. Auch persönlich vollzog Özel einen Imagewandel: Die Brille kam weg und er trug eine modernere Frisur. Nach der Festnahme des profiliertesten Erdogan-Rivalen, dem ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu im März 2025, rückte Özel immer mehr ins Scheinwerferlicht. Er betonte dabei seine Unterstützung für Imamoglu. Präsident Erdogan noch immer populär Auf dem neuen Weg liegen aber auch viele Steine. Während Kilicdaroglu weiterhin auf die bestehende CHP-Parteiorganisation und ihre Ressourcen zurückgreifen kann, muss Özels neue Partei unter anderem ihre Finanzierung sichern. Verwandte Themen Die nächsten Präsidentschaftswahlen stehen regulär 2028 an, könnten aber vorgezogen werden. Erdogan ist trotz hoher Inflation und Unzufriedenheit noch immer populär. Er stellt den Streit um den CHP-Vorsitz als parteiinternen Konflikt dar und präsentiert sich selbst als Führungsfigur. Erst Anfang Juli stellte er auf dem Nato-Gipfel in Ankara zur Schau, dass man auch auf internationaler Bühne kaum an ihm vorbeikommt. Auch der politische Spielraum für die neue Partei ist eingeschränkt. Ein Großteil der Medien steht unter staatlicher Kontrolle. Nicht nur Erdogans aussichtsreichster Gegner Imamoglu sitzt im Gefängnis. Wöchentlich werden neue Bürgermeister festgenommen, darunter Weggefährten Özels. Zahlreiche Regierungskritiker sitzen in Haft. Während die Regierung stets auf die Unabhängigkeit der Justiz verweist, wirft Özel der türkischen Führung vor, politische Gegner so aus dem Weg zu räumen und Kritiker zum Schweigen bringen zu wollen. Özel betont immer wieder, dass er keine Angst vor dem Gefängnis hat: „Wer Angst vor Eisen hat, steigt nicht in den Zug“, sagte er vor kurzem auf die Frage eines Bürgers danach.

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21. Juli
Die Zeit (Politik)

CHP: Abgesetzter türkischer Oppositionschef Özgür Özel gründet neue Partei

Rund zwei Monate nach seiner Absetzung als Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP hat Özgür Özel die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Er werde sich heute mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel vor der CHP-Fraktion im Parlament in Ankara. »Heute stehen wir am Rande eines traurigen Abschieds, der unausweichlich geworden ist und dessen Zeit gekommen ist«, sagte Özel. »Wir möchten jedoch den Menschen mitteilen, dass wir die Hoffnung auf einen Neuanfang in uns tragen.« Der ehemalige CHP-Chef begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass das Berufungsgericht in die Sommerpause gegangen sei, ohne sich mit dem Einspruch gegen seine Absetzung zu befassen. Türkische Medien berichteten, dass Özel in der kommenden Woche einen entsprechenden Antrag beim Innenministerium einreichen will. Demnach kann die Gruppierung Neue Partei heißen. Es ist nicht bekannt, wie viele der 135 CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zur neuen Partei übertreten werden. Beobachter gehen jedoch von rund 80 aus. Damit würde sie unmittelbar die neue größte Oppositionspartei des Landes werden. Politische Repressionen der türkischen Regierung Ein Gericht in Ankara hatte Ende Mai den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels Vorgänger Kemal Kılıçdaroğlu ein. Kılıçdaroğlu hatte nach der Übernahme des Parteivorsitzes zahlreiche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet. Özel warf der Regierung von Präsident Erdoğan politische Motivation und Einflussnahme auf das Gerichtsurteil vor. Das Gerichtsurteil löste auch gesellschaftlich starke Kritik aus, sein Parteiflügel organisierte in der Folge in mehreren Städten Protestkundgebungen. Zahlreiche Oppositionspolitiker verhaftet Die CHP steht seit ihrem Erfolg bei den Kommunalwahlen 2024 unter der Führung von Özel massiv unter Druck der türkischen Regierung. Inzwischen sitzen mehr als 25 gewählte Bürgermeister der Partei im Gefängnis, sie wurden teils abgesetzt. Darunter ist der von Özel unterstützte ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu. Er gilt als profiliertester Rivale Erdoğans und war im März vergangenen Jahres unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Auch das hatte Massenproteste ausgelöst.

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21. Juli
Handelsblatt

Türkei: Abgesetzter türkischer Oppositionschef gründet neue Partei

Türkei: Abgesetzter türkischer Oppositionschef gründet neue Partei Ankara. Rund zwei Monate nach seiner Absetzung als Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP hat Özgür Özel die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Man werde sich heute mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel vor der CHP-Fraktion in Ankara. Noch ist nicht bekannt, wie viele der 135 CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zur neuen Partei übertreten werden – Beobachter gehen von rund 80 aus. Damit würde sie unmittelbar die größte Oppositionspartei des Landes werden. Özel begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass das Berufungsgericht in die Sommerpause gegangen sei, ohne sich mit dem Einspruch gegen seine Absetzung zu befassen. Özel erhebt Vorwürfe gegen Erdogan Ein Gericht in Ankara hatte Ende Mai den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kemal Kilicdaroglu ein, der als schwacher Politiker und damit bevorzugter Gegner des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt. Kilicdaroglu hatte zugleich nach der Übernahme des Parteivorsitzes zahlreiche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet.

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21. Juli
Handelsblatt

Nach Kampf um Parteiführung: Abgesetzter türkischer Oppositionschef gründet neue Partei

Nach Kampf um Parteiführung: Abgesetzter türkischer Oppositionschef gründet neue Partei Ankara. Rund zwei Monate nach seiner Absetzung als Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP hat Özgür Özel die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Man werde sich heute mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel vor der CHP-Fraktion in Ankara. Noch ist nicht bekannt, wie viele der 135 CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zur neuen Partei übertreten werden - Beobachter gehen von rund 80 aus. Damit würde sie unmittelbar die größte Oppositionspartei des Landes werden. Özel begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass das Berufungsgericht in die Sommerpause gegangen sei, ohne sich mit dem Einspruch gegen seine Absetzung zu befassen. Umstrittene Entscheidung Ein Gericht in Ankara hatte Ende Mai den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kemal Kilicdaroglu ein, der als schwacher Politiker und damit bevorzugter Gegner des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt. Kilicdaroglu hatte zugleich nach der Übernahme des Parteivorsitzes zahlreiche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet. Das Gerichtsurteil löste Kritik aus, Özels Parteiflügel organisierte in der Folge in mehreren Städten Protestkundgebungen. Özel warf der Regierung von Präsident Erdogan eine politische Motivation und Einfluss auf das Gerichtsurteil vor. Dieser erklärte, es handele sich um einen innerparteilichen Konflikt. Zahlreiche Bürgermeister der Opposition verhaftet Die CHP steht seit ihrem Erfolg bei den Kommunalwahlen 2024 unter der Führung von Özel massiv unter Druck. Inzwischen sitzen mehr als 25 gewählte Bürgermeister der Partei im Gefängnis, sie wurden teils abgesetzt. Darunter ist der von Özel unterstützte ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Er gilt als profiliertester Rivale Erdogans und war im März vergangenen Jahres unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Das hatte Massenproteste ausgelöst.

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21. Juli
Der Spiegel

Türkei: Özgür Özel gründet neue Partei

Ehemaliger CHP-Chef Türkischer Oppositionspolitiker Özel gründet neue Partei Nachdem ein türkisches Gericht Özgür Özel seines Amtes als CHP-Chef enthoben hatte, kündigte dieser einen neuen Kurs an: Er trat offiziell aus der Partei aus und will eine neue gründen. Man werde sich nun mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel vor der CHP-Fraktion in Ankara. Er sprach von einem »traurigen Abschied, der unvermeidlich geworden ist«. Seine Entscheidung begründete er unter anderem damit, dass das Berufungsgericht in die Sommerpause gegangen sei, ohne sich mit dem Einspruch gegen seine Absetzung zu befassen. Ende Mai hatte ein Gericht in Ankara den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt. Özel wurde folglich abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kemal Kılıçdaroğlu ein, der als schwacher Politiker und damit bevorzugter Gegner des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gilt. (Lesen Sie hier mehr dazu .) Kılıçdaroğlu hatte zugleich nach der Übernahme des Parteivorsitzes zahlreiche Disziplinarverfahren gegen führende Parteimitglieder eingeleitet. Özels Parteiflügel organisierte zuletzt in mehreren Städten Protestkundgebungen gegen die Gerichtsentscheidung. Der ehemalige Parteichef warf Erdoğans Regierung politische Motivation und Einfluss auf das Gerichtsurteil vor. Dieser erklärte, es handele sich um einen innerparteilichen Konflikt. Der Schritt stellt die CHP vor neue Herausforderungen. Erwartet wird, dass viele Mitglieder Özel folgen werden. Beobachter halten es für möglich, dass die neue Organisation die CHP als größte Oppositionspartei ablöst. Seit ihrem Erfolg bei den Kommunalwahlen 2024 steht die CHP massiv unter Druck. Inzwischen sitzen mehr als 25 gewählte Bürgermeister der Partei im Gefängnis, sie wurden teils abgesetzt. Darunter ist der von Özel unterstützte ehemalige Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu. Er gilt als profiliertester Rivale Erdoğans und war im März vergangenen Jahres unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Das hatte Massenproteste ausgelöst. Der SPIEGEL hat ein Briefinterview mit İmamoğlu geführt – über seine Haftbedingungen und die Unterdrückung der Opposition. Lesen Sie hier mehr dazu .

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