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Donnerstag, 6. August 2026
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Ceuta: Jugendliche Geflüchtete kämpfen in Spaniens Exklave ums Überleben

Medienspektrum

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6. August
FAZ (Politik)

Minderjährige in Ceuta: Viele Kinder aus Marokko irren durch die Straßen

Minderjährige in Ceuta : Viele Kinder aus Marokko irren durch die Straßen Mehr als tausend minderjährige Marokkaner sind nach Ceuta gekommen. Die Lage ist angespannt, es mangelt an vielem. NGOs helfen, Politiker streiten. „Was am meisten fehlt, sind Essen und Wasser“, sagt Halima Ahmed. Bis zu 5000 Mahlzeiten bereitet in Ceuta die kleine muslimische Hilfsorganisation „Luna Blanca“ jeden Tag für die Menschen zu, die seit einer Woche obdachlos durch die Straßen irren. Für Frauen mit kleinen Kindern hat die NGO neben ihrer Küche unweit der großen Moschee ein Zelt aufgestellt. „1000 bis 1500 Kinder und Jugendliche sind aus Marokko gekommen“, schätzt Halima Ahmed. Viele hätten noch keine Unterkunft, weil erst jetzt Schulgebäude hergerichtet werden, um sie aufzunehmen, sagt sie am Donnerstag der F.A.Z. am Telefon aus Ceuta. In der spanischen Exklave setzt der Regionalpräsident Juan Jesús Vivas einen Notruf nach dem anderen ab: Die Lage der gut 1100 Minderjährigen aus Marokko sei „unhaltbar“, sagt er. Der konservative Politiker bittet um die Solidarität des spanischen Festlands und informiert am Donnerstag König Felipe VI. persönlich über die Notlage in der Stadt mit 84.000 Einwohnern – regulär stehen dort für unbegleitete minderjährige Migranten 29 Plätze bereit. Die linke Minderheitsregierung hat Ceuta 25 Millionen Euro für die Kinder und Jugendlichen zugesagt. Sie sollen so schnell wie möglich aufs Festland gebracht werden, das über die Straße von Gibraltar nur gut 14 Kilometer entfernt ist. Doch dort fangen die politischen Probleme erst an: In Andalusien, das Ceuta gegenüberliegt, regieren die konservative PP und die rechtspopulistische Vox-Partei seit wenigen Wochen zusammen. Vox: Keine unbegleiteten Minderjährigen mehr Vox hat zur Bedingung für die neue Koalition gemacht, dort künftig keinen einzigen Minderjährigen aufzunehmen, obwohl ein erst 2025 verabschiedetes Dekret der Zentralregierung diese Umverteilung vorsieht. „Keine unbegleiteten Minderjährigen mehr“, steht auch in den Koalitionsabkommen in Aragón, Kastilien-León und in der Extremadura, wo Vox seit wenigen Monaten mit der PP regiert. Im Sommer 2024 waren die ersten regionalen Regierungen zwischen Vox und PP schon einmal am Streit über die „Menas“ gescheitert. So werden in Spanien die allein reisenden Kinder und Jugendlichen genannt. Man werde sich an das Gesetz halten, auch wenn man von dem Umverteilungsmechanismus wenig halte, teilte die Führung der PP in Madrid mit. Entscheidet sich die Partei anders, würde sie den PP-Regierungschef in Ceuta alleinlassen. Die Solidarität, die Spaniens Regierung in der Flüchtlingskrise von der EU fordert, hält sich innerhalb Spaniens in engen Grenzen. So hatte sich die PP-Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso geweigert, weitere Minderjährige in Madrid aufzunehmen. Die wirtschaftsstärkste Region Spaniens regiert sie mit absoluter Mehrheit. Zeitweise saßen 6000 Minderjährige auf den Kanaren und in Ceuta fest Um den neuen Umverteilungsmechanismus war wegen des Widerstands der PP, die ihre Regionen benachteiligt sah, lange gerungen worden. Bis vor einem Jahr waren die jeweiligen Regionalregierungen allein für die unbegleiteten Minderjährigen zuständig, die auf ihrem Gebiet ankommen. Die erwachsenen Migranten werden normalerweise schnell aufs Festland gebracht, wo die Behörden sie bald sich selbst überlassen. Doch zeitweise saßen gut 6000 Minderjährige auf den Kanaren und in Ceuta und Melilla fest. 2023 und 2024, als Zehntausende Migranten mit Booten auf den spanischen Atlantikinseln landeten, musste die Regionalregierung mehr als 5000 unbegleitete Minderjährige betreuen – obwohl auf den Inseln mit 2,2 Millionen Einwohnern die Einrichtungen nur Plätze für gut 700 haben. Inzwischen ist ihre Zahl auf gut 2700 gesunken, liegt aber immer noch über der gesetzlich festgelegten maximalen Aufnahmekapazität. Aber die neue Umverteilung braucht Zeit. Mit diesem Verfahren kamen im vergangenen Jahr laut Presseberichten nur gut 1700 unbegleitete Minderjährige aufs spanische Festland. Für Ceuta ist es nicht die erste Notlage dieser Art. Bei Einwohnern und Helfern wurden Erinnerungen an den 17. Mai 2021 wach. Ähnlich wie am vergangenen Donnerstag stellten damals die marokkanischen Grenzpolizisten plötzlich ihre Arbeit ein. Sie ließen jeden passieren und ermunterten die Bewohner der benachbarten Orte sogar, nach Ceuta zu gehen. Sogar Schulkinder sollen zum Zaun gebracht worden sein. Mehr als 8000 Marokkaner stürmten und schwammen hinüber, unter ihnen waren etwa tausend Kinder und Jugendliche, die dann erst einmal blieben. In Ceuta kommen auch zu ruhigeren Zeiten permanent Minderjährige aus Marokko an. Viele von ihnen leben anfangs auf den Straßen, oft neben den Supermärkten unten am Hafen. Einige versuchen, sich im Schutz der Dunkelheit an die Unterseite von Lastwagen zu klammern. Dort verstecken sie sich, bis ein Schiff auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar anlegt. Der Hafenzaun wurde deshalb schon erhöht und Durchleuchtungsanlagen installiert. Helfer erzählen von Jungen, die in den Müll kletterten, der in die Verbrennungsanlagen in Spanien gebracht wird. Andere hätten schon versucht, sich die Taue der Schiffe hinaufzuhangeln. Viele schaffen es nicht so weit. Lassen sich in Marokko keine Angehörigen ermitteln, finden sie ihre letzte Ruhe in einem der namenlosen Gräber auf dem muslimischen Friedhof unter der großen Moschee.

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5. August
Die Zeit (Politik)

Spanische Exklave: Präsident von Ceuta bezeichnet Lage für Kinder als »unhaltbar«

Die Lage für die angekommenen Kinder in der spanischen Exklave Ceuta ist nach den Worten des örtlichen Präsidenten »unhaltbar«. Derzeit liege die Auslastung der Aufnahmezentren für Minderjährige in Ceuta um 2.600 Prozent über der Kapazitätsgrenze, sagte der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, dem spanischen Fernsehen. Er schätzte die Zahl der Minderjährigen auf etwa 1.100. Ceuta habe »keinerlei zusätzlichen Platz« und stehe unter »sehr starkem Druck«, die Minderjährigen aufzunehmen, sagte auch der Präfekt der Region, Miguel Ángel Pérez Triano. Die spanische Polizei habe bisher 528 Minderjährige registriert, die anschließend in Aufnahmeeinrichtungen weitergeleitet wurden. Die Nichtregierungsorganisation Save the Children hatte kürzlich auf die Überlegung der Aufnahmezentren für Kinder hingewiesen. Sie teilte mit, dass in Ceuta derzeit etwa tausend Kinder betreut würden – und damit weit mehr, als in dem Zentrum mit seinen etwa 100 Plätzen eigentlich möglich sei. Ceuta ruft um Hilfe Ceutas Präsident bat in Spanien um Hilfe bei der Bewältigung der Situation der Minderjährigen. »Ceuta befindet sich in einer extrem prekären Lage, und wir rufen um Hilfe.« Seine Bitte um Aufnahme von Minderjährigen stößt insbesondere in Regionen auf Widerstand, die von der oppositionellen konservativen Volkspartei PP regiert werden, teilweise zusammen mit der rechtsextremen Partei Vox. Laut der spanischen Regierung hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen Ceuta schwimmend erreicht, die meisten von ihnen kehrten inzwischen nach Marokko zurück. 79 Menschen kamen laut den spanischen Angaben ums Leben.

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5. August
Der Spiegel

Ceuta: Präsident beklagt prekäre Lage der minderjährigen Migranten

Aufnahmezentren überfüllt Präsident von Ceuta beklagt prekäre Lage der minderjährigen Migranten »Absolut unhaltbar«, so beschreibt der Präsident von Ceuta die Situation der angekommenen Minderjährigen in der spanischen Exklave. Derzeit liege die Auslastung der Aufnahmezentren für Minderjährige in Ceuta um 2600 Prozent über der Kapazitätsgrenze, schilderte Juan Jesús Vivas am Mittwoch im spanischen Fernsehen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Ceuta habe »keinerlei zusätzlichen Platz« und stehe unter »sehr starkem Druck«, die rund 1100 Minderjährigen aufzunehmen, sagte der Präfekt der Region, Miguel Ángel Pérez Triano. Nach Angaben des Präfekten hat die spanische Polizei bislang 528 Minderjährige registriert, die anschließend in Aufnahmeeinrichtungen weitergeleitet wurden. »Wir rufen um Hilfe« Die Nichtregierungsorganisation Save the Children hatte am Montag auf die Überbelegung der Aufnahmezentren für Minderjährige hingewiesen. Sie erklärte, dass in Ceuta derzeit etwa tausend Minderjährige betreut würden – und damit weit mehr, als das System mit seinen etwa hundert Plätzen eigentlich ermögliche. Ceutas Präsident bat den Rest Spaniens um Hilfe bei der Bewältigung der Situation der Minderjährigen. »Ceuta befindet sich in einer extrem prekären Lage, und wir rufen um Hilfe.« Dem spanischen Recht zufolge müssen sich die übrigen Regionen an der Aufnahme von Minderjährigen aus besonders stark betroffenen Gebieten beteiligen. Dies stößt aber auf Widerstand bei Regionen, die von der oppositionellen konservativen Volkspartei PP regiert werden – teilweise zusammen mit der rechtsextremen Partei Vox. Der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen Ceuta teils schwimmend erreicht, die meisten kehrten inzwischen nach Marokko zurück. Am Dienstag befanden sich demnach noch rund 2000 der Migranten in Ceuta. Mindestens 80 Menschen kamen laut den spanischen Behörden ums Leben. Welche Szenen sich in der spanischen Exklave abspielen, während weiterhin viele Migranten dort ausharren, lesen Sie hier .

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4. August
Die Zeit (Politik)

Ceuta: Hunderte Minderjährige sitzen in Ceuta ohne ihre Eltern fest

Hunderte Kinder und Jugendliche sitzen ohne ihre Eltern in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta fest. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass sich am Montag noch rund 860 unbegleitete Minderjährige in Ceuta aufhielten. Sie machen nun einen großen Teil der 3.000 bis 5.000 Migranten aus, die nach Schätzung der Regionalregierung der Abschiebung aus der Exklave entgangen sind. Eine 17-Jährige aus der marokkanischen Stadt Tanger sagte der Nachrichtenagentur AP in Ceuta, sie habe ihre Mutter im Chaos verloren, nachdem sie und ihre Familie am vergangenen Donnerstag versucht hätten, schwimmend Ceuta zu erreichen. Sie habe gesehen, wie ihr achtjähriger Bruder tot aus dem Meer gezogen worden sei. »Jetzt sind es wir Kinder, die auf der Straße betteln.« AP-Journalisten sahen in Ceuta weitere Minderjährige, die um Essen baten. Erwachsene Migranten, Migrantinnen und Geflüchtete können in Spanien Asyl beantragen. Die Hürden für Marokkaner, humanitären Schutz zu erhalten, sind in der Regel allerdings sehr hoch. Minderjährige, die nicht von Erwachsenen begleitet werden, haben jedoch Anrecht auf besonderen Schutz und sollen von den spanischen Behörden betreut werden. Die meisten erwachsenen Marokkaner sind entweder freiwillig nach Hause zurückgekehrt oder wurden von der spanischen Polizei zurückgeschickt. Unter denjenigen, die in Ceuta geblieben sind, befinden sich viele aus anderen Ländern wie dem Sudan oder Afghanistan. Migranten ertranken und wurden erdrückt Das Migrationszentrum der Stadt mit einer Kapazität von 600 Personen ist vollständig belegt. Nach Berichten von AP fehlt es an Nahrungsmitteln. »Die Strategie besteht darin, dass Hunger, Durst und Erschöpfung diese Menschen dazu zwingen, sich schließlich für eine freiwillige Rückkehr nach Marokko zu entscheiden«, sagte der lokale Migrationsaktivist Ramsés Mohamed Azumik von der Asociación Elín. Marokkos Behörden sprachen von rund 40.000 Menschen, die in der vergangenen Woche versucht hätten, Ceuta von Marokko aus übers Meer zu erreichen. 1.135 hätten sich auf gleichem Weg nach Melilla aufgemacht. Spanien hatte von mehr als 50.000 Migranten gesprochen. Die Regionalregierung von Ceuta sprach sogar von rund 60.000. Die Zahl der Menschen, die bei den Vorfällen starben, bezifferte Marokko auf elf. Die meisten von ihnen seien ertrunken. Spanien hatte die Zahl der Toten mit mindestens 72 beziffert. Einige Migranten ertranken den spanischen Behörden zufolge, und andere wurden erdrückt, als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage und den Grenzzaun zu überklettern.

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