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Dienstag, 21. Juli 2026
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Kakerlaken-Bewegung in Indien: Gegen die Arroganz der Macht

Medienspektrum

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20. Juli
taz (Öko & Co)

Kakerlaken-Bewegung in Indien: Gegen die Arroganz der Macht

Kakerlaken-Bewegung in Indien : Gegen die Arroganz der Macht Die Modi-Regierung sieht sich derzeit mit den größten Massenprotesten seit Jahren konfrontiert. Und sie könnten ihr tatsächlich gefährlich werden. D ie indische Regierung von Narendra Modi hat sich verkalkuliert als sie die Kakerlaken-Partei zunächst einfach ignorierte. Was als satirisches Internetphänomen anfing, führte am Montag zu den größten Massenprotesten seit Jahren. Auslöser war ein wiederholter großflächiger Betrug bei landesweiten Aufnahmeprüfungen fürs Medizinstudium, der nach Medienberichten zwölf Suizide von Bewerber:innen auslöste. Die zentrale Forderung der friedlichen Protestbewegung ist der Rücktritt des Bildungsministers Dharmendra Pradhan. Der jedoch ließ die Kritik arrogant an sich abprallen und bezeichnete Demonstrierende als „Terroristen“. Mit dem Hungerstreik eines namhaften Aktivisten bekamen die Proteste dann weiteren Schwung – erst recht, als dieser am Wochenende von den Behörden in ein Krankenhaus Zwangs-eingeliefert wurde. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Modi und die nationale Größe Während zehntausende Protestierende am Montag dem lokalen Demonstrationsverbot samt Internetsperre und massivem Polizeiaufgebot in Delhi trotzten, ignorierte Modi in seiner Ansprache zur Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlaments einfach die Unzufriedenheit junger Menschen in Indien. Stattdessen verwies er auf das Wirtschaftswachstum von 7,7 Prozent, Indiens ersten privaten Weltraumflug und die erste wasserstoffbetriebene Zugstrecke. Nur hat der Großteil der Bevölkerung nichts von der nationalen Größe, die Modi immer wieder in den Mittelpunkt seiner Politik rückt. Erst am Montag signalisierte die Regierung dann Gesprächsbereitschaft, als der Gesundheitsminister zwei Kakerlaken-Vertreter traf. Doch hatte er sie für das zehnminütige Treffen zwei Stunden warten lassen, um dann nach eigenen Worten ein Ende der Proteste verlangen. Derweil zeigten die repressiven Polizeimaßnahmen, mit der die Regierung gegen die Bewegung vorgeht, die Nervosität hinter ihrer Arroganz. Modis hindunationalistische Volkspartei hat zwar zuletzt alle wichtigen Regionalwahlen für sich entschieden und muss auf nationaler Ebene derzeit keine Oppositionspartei fürchten. Und die Kakerlaken-Partei ist trotz Millionen Follower im Internet und Zehntausender auf der Straße weit von einer solchen Rolle entfernt. Doch der Massenprotest zeigt: Will Modi nicht noch mehr junge Menschen entfremden, muss seine Regierung ihre Arroganz beenden und der Jugend konkrete Lösungen anbieten. Der Rücktritt des Bildungsministers ist überfällig. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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20. Juli
taz (Öko & Co)

Massenprotest in Indien: „Kakerlakenbewegung“ fordert Regierung Modi heraus

Massenprotest in Indien: „Kakerlakenbewegung“ fordert Regierung Modi heraus In Delhi demonstrieren Zehntausende gegen die mutmaßliche Korruption im Bildungswesen. Die Regierung hat die Versammlungen verboten. In den vergangenen Tagen sind immer mehr regierungskritische Menschen an den Jantar Mantar gezogen, den zentralen Protestplatz in Indiens Hauptstadt. Etwa 20.000 Demonstrierende wollten am Montag von dort aus friedlich zum Parlament marschieren, wo die Monsun-Sitzungsperiode begann. Doch Barrikaden und Einsatzkräfte versperrten ihnen den Weg, hinzu kam eine lokale Internetsperre. Nahe Metrostationen waren geschlossen worden, die Regierung hatte ein Versammlungsverbot erlassen. Das hielt aber viele Demonstrierende nicht davon ab, Richtung Parlament zu ziehen, zum Teil begleitet von Politiker:innen der Opposition. Sie wurden an Polizeibarrikaden mit Tränengas und Schlagstöcken zurückgedrängt und zum Teil verletzt. Am Mittag trafen Saurav Das und Ashutosh Ranka, Sprecher der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJP – Cockroach Janta Party), die zu dem Protest aufgerufen hatte, den Familien- und Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda. Damit nahm die Regierung erstmals offiziell Kontakt mit der CJP auf. Der Funktionär der regierenden hindunationalistischen Volkspartei (BJP) von Premierminister Narendra Modi forderte ein Ende der Proteste. Ranka wiederholte die Forderung der Bewegung, die seit Wochen die Entlassung des Bildungsministers verlangt, und sagte: „Die Polizei von Delhi soll unverzüglich aufhören, mit Gewalt gegen Demonstrierende vorzugehen.“ Mit dem Hungerstreik des bekannten Klimaaktivisten Sonam Wangchuk hatte die Jugendprotestbewegung CJP neue Aufmerksamkeit erlangt und ihrer Forderung nach dem Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan Nachdruck verliehen. Denn rund 2,2 Millionen Bewerber:innen hatten aufgrund geleakter Prüfungsaufgaben die landesweite Aufnahmeprüfung fürs Medizinstudium wiederholen müssen. Die CJP wirft der Regierung Korruption und Betrug vor. Die Prüfungsaffäre, die nicht die erste ihrer Art ist, brachte den Frust vieler junger Menschen über ein als ungerecht empfundenes Bildungssystem zum Vorschein. Hungerstreik beflügelt Protestbewegung Seit Wangchuk am Samstag, dem 21. Tag seines Hungerstreiks, gegen seinen Willen ins Krankenhaus zwangseingeliefert wurde, ist die Protestbewegung weiter gewachsen. Solidaritätsbekundungen folgten in Städten wie Mumbai oder Jaipur. Zwei Tage zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Regierung aufgefordert, „alles zu tun“, um das Leben des 59-Jährigen zu retten. Nach Angaben des Safdarjung-Krankenhauses wurde Wangchuk „dehydriert und schwach“ eingeliefert und hatte bereits mehrere Kilo an Gewicht verloren. Eine intravenöse Behandlung sowie Medikamente lehnte er aber ab. Seine Ehefrau spricht von „rechtswidriger Freiheitsberaubung“. Wangchuk kündigte an, seinen Hungerstreik fortzusetzen, bis die Regierung Verantwortung für das Versagen im Bildungssystem übernehme, das Thema im Parlament diskutiert werde oder Regierungsvertreter ihn träfen. „Sie haben ihn (Wangchuk) nur weggebracht, um die Demonstration zu beenden“, klagte Anish Gawande, Sprecher der Oppositionspartei NCP aus Westindien. Mit ihrem Eingreifen habe die Regierung jedoch anerkannt, dass der Protest politische Bedeutung habe. Prüfungsleaks, steigende Bildungskosten und die hohe Zahl von Suiziden unter Studierenden gehörten zu den drängendsten Problemen des Landes, erklärte Oppositionsführer Rahul Gandhi von der Kongress-Partei auf der Plattform X. „Keine noch so große Gewalt kann Indiens Studierende – und die, die an sie glauben – davon abhalten, das anzusprechen“, so Gandhi. „Schwarzer Tag für die Demokratie“ „Studierende wurden geschlagen. Der heutige Tag wird als schwarzer Tag für die Demokratie in unsere Geschichte eingehen“, kritisierte die nordindische Abgeordnete Dimple Yadav (SP) das Vorgehen der Behörden. Sie marschierte mit den Protestierenden und ist eine von vielen politischen Stimmen, die der Bewegung inzwischen ihre Unterstützung ausgesprochen haben. Die Meldung, dass Bildungsminister Pradhan vom Innenminister einbestellt wurde, sorgte am Abend kurzzeitig für Hoffnungen. Doch bis Redaktionsschluss blieb der von den Demonstrierenden verlangte Rücktritt jedoch aus. Längst geht der Protest der CJP über die Prüfungsaffäre und Sonam Wangchuk hinaus. Entstanden als Reaktion auf einer Beleidigung des Obersten Richters Indiens, der arbeitslose Jugendliche als Kakerlaken bezeichnet hat, erwies sich die im Internet entstandene Bewegung bisher als erstaunlich widerstandsfähig. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. 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20. Juli
ZDF heute

Proteste gegen Prüfungsbetrug: Indiens Jugend gegen Modi

Polizei geht mit Tränengas vor:Proteste gegen Prüfungsbetrug: Indiens Jugend gegen Modi Tränengas und Schlagstöcke vor Indiens Parlament: Tausende Menschen protestieren gegen mutmaßlichen Betrug bei Uni-Prüfungen - der größte Protest in Neu Delhi seit fünf Jahren. Die indische Polizei ist am Montag in Neu Delhi mit Tränengas und Schlagstöcken gegen tausende Demonstranten vorgegangen, die vor dem Parlament gegen mutmaßlichen Betrug bei Universitätsprüfungen protestieren und den Rücktritt des Bildungsministers fordern wollten. Die überwiegend jungen Menschen brachten sich rennend in Sicherheit, als Polizisten Tränengasgranaten abfeuerten, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Die Demonstrierenden fordern den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan, nachdem unter anderem der Fragenkatalog für den Medizinertest vorab bekannt geworden war und es technische Pannen bei Prüfungen gegeben hatte. Es handelte sich um einen der größten Proteste in der indischen Hauptstadt seit fünf Jahren. Politisches Ventil oder reale Gefahr für Indiens Regierung? Die "Kakerlaken-Partei" kam vom Internet auf die Straße und fordert nun Maßnahmen gegen Korruption und Reformen. 06.06.2026 | 1:59 minDemonstranten werfen Indiens Regierung Korruption vor Mehr als zwei Millionen Bewerber mussten den Test wiederholen. Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption und Betrug vor. Befeuert wurde der Unmut zuletzt noch durch das Vorgehen der Behörden gegen den hungerstreikenden Aktivisten Sonam Wangchuk. Er war am Samstag gegen seinen Willen ins Krankenhaus gebracht worden. Dazu aufgerufen hatte die kürzlich im Internet gegründete Protestbewegung Kakerlaken-Partei, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk, der zur Unterstützung der jungen Bevölkerung und der "Kakerlaken-Partei" in einen Hungerstreik getreten war, mit Gewalt in ein Krankenhaus gebracht worden war. Die im Mai gegründete Partei Cockroach Janta Party (CJP) zählt inzwischen in Onlinenetzwerken zwei Millionen Follower. Anhänger der Cockroach Janta Party (CJP) halten Plakate während eines Protests, der vom Allindischen Studentenverband (AISA) organisiert wurde. Quelle: AFPRegierung zeigt wohl Kooperationsbereitschaft "Unser Land verdient eine Regierung, die sich darum kümmert, was die jungen Menschen zu sagen haben, und bereit ist, ihre Fehler zu korrigieren", sagte der 18-jährige Demonstrant Sumit Kumar. Die Zukunft gehört uns und nicht diesen Politikern. Sumit Kumar, 18-jähriger Demonstrant Nachdem die Proteste einige Stunden angedauert hatten, teilte die CJP mit, die Regierung zeige Kooperationsbereitschaft: Gesundheitsminister J.P. Nadda habe um Zeit gebeten, um die Forderungenen der CJP innerhalb der Regierung zu besprechen. Nadda selbst erklärte nach einem Treffen mit zwei Anführern der "Cockroach"-Bewegung, er habe alle Demonstranten aufgefordert, ihren Sitzstreik zu beenden und die Behörden bei der Rückkehr zur Normalität zu unterstützen. Nachdem der Oberste Richter des Landes junge Arbeitslose mit Kakerlaken verglich, protestieren Millionen überwiegend junge Menschen gegen fehlende Jobs. 26.05.2026 | 1:46 minWas sind die Forderungen der Kakerlaken-Bewegung? Zu den Forderungen der Bewegung gehören die Freilassung des Aktivisten Wangchuk, der Rücktritt von Bildungsminister Pradhan sowie eine Entschädigung von jeweils zehn Millionen Rupien (umgerechnet gut 90.000 Euro) für jeden Studienbewerber, der sich das Leben genommen hat. In den Medien wird deren Zahl auf etwa ein Dutzend geschätzt. Die Bewegung teilte zudem mit, dass sich ihr Gründer Abhijeet Dipke weder in Gewahrsam noch in Haft befinde. Damit stellte sie eine frühere Erklärung richtig, wonach er von der Polizei festgenommen worden sei. Experten zufolge spiegelt der Zulauf für die CJP, die im Internet rasch Millionen von Anhängern gewann, die wachsende Frustration junger Inder wider. Neben den Skandalen um Prüfungen treibt sie vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit um. Regierungsdaten zufolge lag die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 29-Jährigen im Jahr 2025 bei 9,9 Prozent, in städtischen Gebieten sogar bei 13,6 Prozent. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zu Indien - FAQSatirische CJP wird Stimme der Jugend:"Kakerlaken-Partei" in Indien: Was steckt hinter dem Hype?mit Video1:46 - Bevölkerungsreichstes Land:In Indien startet die größte Volkszählung der Weltmit Video0:30 - Nach Importstopp russischen Öls:Trump hebt Strafzölle gegen Indien aufmit Video2:18 - Telefonat mit Modi zu Wirtschaft und Öl:USA und Indien senken Zölle - Trump verkündet "Handelsdeal"

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20. Juli
Tagesschau

Proteste in Indien: "Cockroach"-Demo gegen Regierung in Neu-Delhi

Indische "Cockroach"-Bewegung Tausende protestieren gegen Regierung in Neu-Delhi Bei einem der größten Proteste seit Jahren ist es in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, um die Demonstranten an einem Marsch zum Parlament zu hindern. Angeführt von der sogenannten "Cockroach"-Bewegung sind in Neu-Delhi Tausende Menschen gegen die Regierung von Premierminister Narendra Modi auf die Straße gegangen. Es handelte sich um einen der größten Proteste in der indischen Hauptstadt seit Jahren. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen Premier Modi und Bildungsminister Dharmendra Pradhan. Polizisten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demonstrierenden an einem geplanten Marsch zum Parlamentsgebäude zu hindern, wie der Sender NDTV und andere indische Medien berichteten. Dort hatte demnach zuvor eine Sitzung des Unterhauses begonnen. Über Lautsprecher forderte die Polizei die Menschen auf, den Platz der Proteste zu verlassen, und errichtete Barrikaden rund um das Parlamentsviertel. Laut Medienberichten wurden auf beiden Seiten Menschen verletzt. Die Demonstranten forderten teils den Rücktritt von Premier Modi und Bildungsminister Pradhan. "Kakerlaken"-Bewegung fordert Bildungsreform in Indien Die "Cockroach Janta Party" (CJP) entstand im Mai als Reaktion auf Äußerungen des Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, der arbeitslose junge Menschen als "Kakerlaken" bezeichnet hatte. Innerhalb weniger Tage gewann die Partei auf Instagram mehr als 21 Millionen Follower. Die Bewegung fordert unter anderem Bildungsreformen sowie den Rücktritt von Bildungsminister Pradhan. Er soll die politische Verantwortung für einen Skandal um vorher durchgesickerte Fragen von Hochschul-Aufnahmeprüfungen übernehmen. Offenbar Parteigründer festgenommen Nach Angaben eines CJP-Sprechers wurde der Parteigründer Abhijeet Dipke bei den Protesten festgenommen. Eine Bestätigung der Polizei, die unter anderem den Zugang zum Parlament versperrte, gab es nicht. Die Hauptstadt-Polizei hatte nach eigenen Angaben keine Erlaubnis für den angekündigten Protestmarsch erteilt. Die Regierung versuche, Gespräche aufzunehmen, wurde der CJP-Sprecher von indischen Medien zitiert. Seine Seite sei bereit dazu, doch es gebe bisher keine Klarheit seitens der Regierung. "Der Ball liegt bei ihnen." Die Proteste der "Kakerlaken"-Bewegung in Indien dauern bereits seit einigen Wochen an. Am vergangenen Wochenende wurden sie zusätzlich angeheizt, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk nach gut drei Wochen Hungerstreik gewaltsam in ein Krankenhaus gebracht worden war. Mit Informationen von Franziska Amler, ARD-Studio Neu-Delhi

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20. Juli
FAZ (Politik)

Zusammenstöße in Indien: Polizei geht gegen Protest der „Kakerlaken-Bewegung“ vor

Zusammenstöße in Indien : Polizei geht gegen Protest der „Kakerlaken-Bewegung“ vor Mit einem Marsch auf das Parlament demonstriert die Generation Z Stärke. Die Behörden reagieren mit Stöcken und Tränengas. Im Zuge des bisher größten Protests der indischen „Kakerlaken-Bewegung“ sind die Sicherheitskräfte am Montag mit Stöcken und Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Die Polizei hatte den Marsch auf das Parlament nach eigenen Angaben nicht genehmigt. Sie versuchte deshalb, die Anhänger der Cockroach Janta Party (CJP) aufzuhalten. Sie hatte Barrikaden aufgebaut und zahlreiche Sicherheitskräfte entsandt. Zudem berichteten Teilnehmer von einer Blockade des mobilen Internets am Protestort im Umfeld des Jantar Mantar, wo die Demonstranten bereits seit Ende Juni Proteste abhalten. Dem Veranstalter zufolge kam es zu Massenverhaftungen am Rand der Demonstration. Unter anderem sei auch der CJP-Gründer Abhijit Dipke von der Polizei „abgeholt“ worden, berichtete der Sprecher der Bewegung, Saurav Das, auf der Plattform X. Die aus einer Onlineparodie hervorgegangene Protestbewegung verlieh mit dem Marsch ihrer Forderung nach einem Rücktritt des Bildungsministers Dharmendra Pradhan Nachdruck. Er wird für Missstände im Bildungssystem verantwortlich gemacht, darunter einen Skandal um durchgestochene Aufgaben der Aufnahmeprüfungen für medizinische Hochschulen. Der Leak hatte dazu geführt, dass mehr als zwei Millionen Studenten die Prüfung wiederholen mussten. Einzelne Studenten sollen sich das Leben genommen haben. Sprecher der „Kakerlaken-Partei“ treffen Gesundheitsminister Der CJP zufolge hatte die Regierung am Montagmorgen den Kontakt zu der Protestbewegung gesucht. Zwei Sprecher der CJP hatten ihren eigenen Angaben nach den Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda nach einer zweistündigen Wartezeit am Montag für Gespräche in seiner Residenz getroffen. „Während wir ihm ein schriftliches Schreiben mit unseren Forderungen überreichten, hat er uns versichert, dass er in der Zwischenzeit intern darüber sprechen werde“, berichtete Das. Unter den Demonstrationsteilnehmern war auch Gitanjali Angmo, die Ehefrau des Klima- und Bildungsaktivisten Sonam Wangchuk, der sich seit mehr als 20 Tagen aus Solidarität mit der Protestbewegung in einem Hungerstreik befindet. Der Aktivist war am Samstag gegen seinen Willen in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Seine Frau sprach danach von einer „rechtswidrigen Inhaftierung“. Wangchuk hatte das Krankenhaus am Montag gebeten, ihm die Teilnahme an dem Protest zu ermöglichen. Der Aktivist kündigte außerdem an, seinen Hungerstreik am Montag zu beenden, sofern die Regierung sich bereit erkläre, die Verantwortung für die Missstände im Bildungssystem zu übernehmen, oder wenn Abgeordnete versicherten, das Thema im Parlament aufzugreifen. CJP-Gründer Dipke hatte am Montag einen zweitägigen Hungerstreik abgebrochen, um an dem Marsch auf das Parlament teilzunehmen. Die junge Onlinebewegung hatte sich zusammengefunden, nachdem Indiens Oberster Richter Surya Kant bei einer Anhörung jugendliche Aktivisten mit „Kakerlaken“ und „Parasiten“ verglichen hatte. Darauf waren zahllose Memes und Parodien entstanden, in denen sich die jungen Menschen mit den Küchenschaben identifizierten. Allein auf Instagram folgen der CJP 23 Millionen Menschen. Am Montag hatten sich auch einige Politiker indischer Oppositionsparteien mit der Protestbewegung solidarisch erklärt. Zudem fanden außer in Neu Delhi auch in anderen Städten Solidaritätskundgebungen statt. Auch dort soll es zu Verhaftungen gekommen sein. Die CJP beharrt darauf, nur friedlich demonstrieren zu wollen. Sie will sich damit von anderen Protestbewegungen wie in Nepal, Bangladesch und Sri Lanka der vergangenen Jahre distanzieren, die den Sturz der jeweiligen Regierungen herbeigeführt hatten.

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20. Juli
Deutschlandfunk

Jugendbewegung in Indien - Trotz Demonstrationsverbots: Protest der "Kakerlaken Partei" formiert sich in Neu Delhi

Sie wollen in Richtung Parlament ziehen, wo heute die neue Sitzungsperiode beginnt. Die Behörden hatten den Protestzug der Jugend- und Studierendenbewegung mit Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten, rund um das Parlament gilt ein Versammlungsverbot. Am Morgen kesselte die Polizei das zentrale Protestcamp der Bewegung ein, wo sich Studierende, Dozenten und Familien mit Kindern zusammenfanden. Die Menge wandte sich in Sprechchören gegen Bildungsminister Pradhan und Premierminister Modi. Die Proteste wurden am Wochenende befeuert, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk, der die Bewegung ebenso wie einige Oppositionspolitiker und Bollywood-Stars unterstützt, nach drei Wochen Hungerstreik gewaltsam in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die "Kakerlaken-Volkspartei" entstand vor zwei Monaten, als der Vorsitzende Richter am Obersten Gerichtshof arbeitslose junge Menschen als Kakerlaken bezeichnet hatte. Der Protest entzündete sich zudem daran, dass nationale Aufnahmeprüfungen für ein Medizinstudium nach geleakten Prüfungsfragen abgesagt wurden. Zahlreiche junge Menschen lernen dafür teils Jahre. Ein Medizinstudium kann für viele einen Ausweg aus Armut bedeuten. Beobachter schätzen ihre Bewegung als bisher größte Herausforderung in Modis dritter Amtszeit ein. Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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