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Samstag, 25. Juli 2026
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Donald Trump bei Korrespondentendinner: »Yeah, ich habe dreimal gewonnen. Jetzt werde ich es wieder tun«

Medienspektrum

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25. Juli
Der Spiegel

Donald Trump bei Korrespondentendinner: »Yeah, ich habe dreimal gewonnen. Jetzt werde ich es wieder tun«

Donald Trump, US-Präsident: »Yeah, ich habe dreimal gewonnen. Jetzt werde ich es wieder tun.« Beim traditionellen Korrespondentendinner in Washington wetterte Donald Trump mit teils absurden Witzen und Sprüchen gegen die anwesenden Journalisten. Donald Trump, US-Präsident: »Dieser Ort ist die größte Ansammlung von Menschen mit dem Trump-Störungs-Syndrom, die je an einem Ort versammelt war. Einige von euch können sich glücklich schätzen, dass unser letztes Abendessen vorzeitig abgebrochen wurde. Ich hatte nämlich etwasdabei, mit dem ich euch angegangen wäre.« Das Dinner sollte eigentlich bereits im April stattfinden. Doch ein bewaffneter Mann stürmte in das Gebäude, es fielen Schüsse vor dem Festsaal, ein Wachmann wurde verletzt. Das Dinner wurde abgebrochen. Der US-Präsident bezog sich auf die Szene und zog einen schrägen Vergleich zum Song »Get down» der US-Rapperin Nicki Minaj. Donald Trump, US-Präsident: »Nachdem sie die Schüsse gehört haben, riefen viele Menschen »Get down« (geht in Deckung). Was Nicki Minaj dazu veranlasste zu twerken. Können Sie sich das vorstellen? »Get down«, Sie ist die Einzige, die wirklich verstanden hat, was das bedeuten soll.« Trump wiederholte zudem die Lüge einer gestohlenen Wahl im Jahr 2020 sowie seine »Fake News«-Vorwürfe gegen unliebsame Pressevertreter. Und er bot ihnen dann im Scherz eine angebliche Sensation an. Donald Trump, US-Präsident: »Deshalb möchte ich euch heute Abend zeigen, wie sehr mir die Presse am Herzen liegt. Außerdem möchte ich eure Einschaltquoten retten. Ich freue mich, meine Absicht bekannt zu geben: Ich werde für eine vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staatenkandidieren. Das werde ich tun. Ich werde eine offizielle Ankündigung machen. Tatsächlich glaube ich, dass ich das bereits getan habe. Ja, ich habe gewonnen, ich habe sogar schon dreimal gewonnen. Jetzt werde ich es wieder tun.«

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25. Juli
taz (Öko & Co)

Peinlicher Auftritt bei Presse-Gala: Trump kokettiert mit „Trump 2028“

Peinlicher Auftritt bei Presse-Gala: Trump kokettiert mit „Trump 2028“ US-Präsident Trump spottet bei der Gala der Hauptstadtpresse über Medien, kokettiert mit einer dritten Amtszeit. Er erntet mit seinem Auftritt phasenweise eisige Stille. afp | US-Präsident Donald Trump hat bei der nach einem Schusswaffenvorfall im April nachgeholten Gala der Hauptstadtpresse in Washington über die Medien gespottet und erneut mit einer weiteren Amtszeit kokettiert. In seiner rund einstündigen Rede wechselte der Republikaner am Freitagabend zwischen Scherzen, Kritik an Journalisten und versöhnlicheren Tönen. „Dieser Ort ist wirklich die größte Gruppe von Menschen mit Trump-Derangement-Syndrom, die jemals gleichzeitig versammelt wurde“, sagte Trump vor den Gästen des Korrespondentenverbands WHCA. Als „Trump-Derangement-Syndrom“ bezeichnen der US-Präsident und zahlreiche seiner Anhänger die aus ihrer Sicht zwanghafte Ablehnung Trumps durch dessen Gegner. Trump beklagte erneut angebliche „Fake News“. Zugleich versicherte er den anwesenden Journalisten zum Abschluss seiner Rede seinen „enormen Respekt“, fügte jedoch hinzu: „Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite.“ Während Journalisten für ihre Berichterstattung über Trumps zweite Präsidentschaft ausgezeichnet wurden, scherzte der Präsident, der Abend mit den Preisen sei für ihn „nicht einfach“ gewesen. Nachdem einige vorbereitete Scherze beim Publikum nur verhalten ankamen, spottete Trump auch über seine Redenschreiber. Der 80-Jährige griff zudem erneut Spekulationen über eine weitere Kandidatur auf, obwohl die US-Verfassung einem Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt. „Genau wie bei meiner Präsidentschaft ist das zweite Mal immer besser. Und das dritte Mal ist noch besser“, sagte Trump und fügte hinzu: „Ich mache nur Spaß.“ Später setzte er eine rote Kappe mit der Aufschrift „Trump 2028“ auf und kündigte scherzhaft seine Absicht an, für eine „vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten“ anzutreten. Trump kündigte an, auch im kommenden Jahr an der Gala teilnehmen zu wollen. Die ursprünglich im April angesetzte Gala war nach Schüssen im damaligen Veranstaltungsort, dem Hotel Washington Hilton, abgebrochen worden. Trump und andere Regierungsvertreter wurden in Sicherheit gebracht. Dem 31-jährigen Hauptverdächtigen werden unter anderem die versuchte Ermordung des Präsidenten und der Angriff auf einen Bundesangestellten mit einer tödlichen Waffe vorgeworfen. Er plädierte auf nicht schuldig. Der Nachholtermin fand unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen im Waldorf Astoria statt, das früher von Trumps Unternehmen als Trump International Hotel betrieben worden war. „Wir sind zurück. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagte die scheidende WHCA-Vorsitzende Weijia Jiang zur Veranstaltung. Der Chef des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Sean Curran, erklärte, ein Absperrring habe im April verhindert, dass der mutmaßliche Angreifer den Festsaal erreichte. Zugleich warnte er, die Bedrohungslage für führende US-Politiker sei größer als je zuvor. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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25. Juli
Der Spiegel

Donald Trump bei Korrespondentendinner: »Wenn ich weg bin, seid Ihr alle pleite«

US-Präsident in Washington Trump bei US-Journalistendinner: »Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite« Als US-Präsident Donald Trump im April beim traditionellen Korrespondentendinner auftrat, fielen Schüsse . Ein Mann stürmte in das Gebäude und feuerte vor dem Ballsaal seine Waffe ab, ein Beamter der Sicherheitsbehörden wurde getroffen, Trump in Sicherheit gebracht, das Dinner abgebrochen. Auf das Chaos von damals reagierten die Behörden nun zum Nachholtermin mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen: mehr Polizisten waren im Einsatz, dazu gab es mehr Securityschleusen und akribischere Kontrollen. Den Termin nutzte Trump nun für seine bekannte Medienschelte. Zwar ließ Trump in seiner Ansprache punktuell Anerkennung für die Arbeit der Presse erkennen, warf den Medien aber zugleich vor, »Fake News« zu verbreiten. Zudem meinte er, Medienunternehmen profitierten von ihm. Vor den versammelten Journalistinnen und Journalisten sagte er: »Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite.« Das Geschäftsmodell der US-Medien sei dann am Ende. Die Presse habe keine Ahnung, wie viel Glück sie mit ihm habe, weil er Schlagzeilen produziere, argumentierte Trump. Ihm lägen die Medien sehr am Herzen, behauptete er. Trump ist für seine stetigen »Fake News«-Vorwürfe bekannt, unliebsamen Medien hat er den Zugang zum Weißen Haus erschwert. Außerdem hat er sich schon mit Klagen gegen unliebsame Berichterstattung gewehrt. Kürzlich war etwa die »New York Times« unter Druck gesetzt worden, Quellen zu einem Bericht über Trumps »Air Force One« offenzulegen. Die Zeitung wehrte sich, das US-Justizministerium zog die Vorladungen gegen Journalistinnen und Journalisten der »New York Times« später zurück. Beim ersten Versuch, das Korrespondentendinner auszurichten, hatte Donald Trump keine Rede halten können. Wegen der Schüsse vor dem Ballsaal waren er und seine Frau Melania in Sicherheit gebracht worden. Dieses Mal erschien Trump ohne die First Lady. Einmal jährlich richtet die Organisation der Journalisten, die in Washington über die Politik der US-Regierung berichten, ein Galadinner aus, bei dem Vertreter des Weißen Hauses und auch andere Prominente zu Gast sind. Die Journalisten-Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten veranstaltet den Festabend seit mehr als 100 Jahren.

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25. Juli
FAZ (Politik)

Rede bei Pressedinner: Trump scherzt, aber niemand lacht

Rede bei Pressedinner : Trump scherzt, aber niemand lacht Beim nachgeholten Pressedinner in Washington äußert US-Präsident Donald Trump die üblichen Beleidigungen – und kündigt an, nächstes Jahr wiederzukommen. Donald Trumps Rede werde vereinend und doch gnadenlos sein, sagte Sprecherin Karoline Leavitt kurz vor dem Auftritt des amerikanischen Präsidenten beim traditionellen Pressedinner der Hauptstadtjournalisten. Sie sollte aber vor allem unangenehm werden. Es war der zweite Anlauf Trumps, in Washington vor denjenigen zu sprechen, die über ihn und das Weiße Haus berichten. Vor drei Monaten war ein bewaffneter Angreifer während der Veranstaltung durch die Sicherheitsschleuse gestürmt und hatte versucht, zum Präsidenten oder Kabinettsmitgliedern durchzudringen. Am Freitag wurde das Dinner nun nachgeholt, in kleinerem Rahmen und mit schärferen Sicherheitsvorkehrungen. Das sei bislang kein einfacher Abend für ihn gewesen, scherzte Trump zu Beginn seiner gut eine Stunde langen Rede, „all diese Auszeichnungen“. Wenige Minuten vorher hatte er mehreren Journalisten des Wall Street Journal die Hand geschüttelt, die für eine Recherche ausgezeichnet wurden, laut der Trumps Name in den Epstein-Dokumenten steht. Der Präsident verklagte die Zeitung dafür auf mehr als zehn Milliarden Dollar Schadenersatz. Trump bescheinigt Journalisten kollektive Hysterie Am Freitag beließ er es bei der Erwähnung der Klage bei einem herzlichen Lachen und merkte später an, im Saal versammele sich die größte Gruppe von Menschen mit kollektiver Trump-Hysterie, dem „Trump-Derangement-Syndrome“. Diese „Diagnose“ war nicht neu, genauso wenig wie alle anderen Beleidigungen von Journalisten und Politikern, die der Republikaner im Laufe seiner Rede äußerte. Das jährliche Dinner, dieses Mal mit Hummer und Beef Wellington, ist durchaus Bühne für einen humorvollen Schlagabtausch zwischen dem Präsidenten und den Washingtoner Journalisten. Trump hatte seine Teilnahme bislang immer verweigert, war diesmal aber der Erste, der nach dem Anschlagsversuch auf eine Wiederholung der Veranstaltung pochte. Die Journalisten hätten Glück gehabt, dass das Dinner im April abgebrochen worden sei, sagte Trump am Freitag. „Ich hatte es auf euch abgesehen.“ Doch er konnte sich an diesem Abend nicht entscheiden, ob er nun austeilen oder gemocht werden wollte. So rief er ins Publikum, das sei seine bisher beste Erfahrung in diesem Saal (das Waldorf Astoria war bis 2021 das Trump-Hotel). Es seien „unglaubliche Leute“ anwesend, es sei ein großartiges Gefühl. Trump sprang von minutenlangem Lob seines im Bau befindlichen Ballsaals zu den „fantastischen“ Feierlichkeiten am 4. Juli und den Käfigkämpfen auf dem Rasen des Weißen Hauses, bevor er ab Minute zwanzig zu zusammenhanglosen Angriffen auf politische Gegner und unliebsame Journalisten überging. Trump: „Großer, fetter, hässlicher Wassermelonenkopf“ Als es darum ging, warum er über Jahre nicht am Dinner teilnehmen wollte, sagte er: „Sie wollten mich. Sie wollten mich für die Einschaltquoten und andere Gründe, aber nicht aus Liebe.“ Über die neue Vorsitzende der ausrichtenden White House Correspondents’ Association, Jacqui Heinrich von Fox News, sagte Trump, sie sehe „so wunderschön“ aus, könne aber „so gemein“ (nasty) sein. „Wie kann das sein?“ Überhaupt zielten seine „Scherze“ häufig auf das Aussehen der jeweiligen Personen. Der CNN-Journalistin Kaitlan Collins warf Trump vor, sie sei eine „junge, attraktive Frau“ mit einem tollen Job bei „CNN Fake News“, aber sie lächele nie. „Lächle einfach mal.“ Über den demokratischen Senator Adam Schiff sagte er, der habe einen „großen, fetten, hässlichen Wassermelonenkopf“ und er hasse ihn, auch wenn er das als Präsident eigentlich nicht sagen dürfe. Um den demokratischen Gouverneur von Illinois J.B. Pritzker zu beleidigen, tat Trump so, als würde er jemanden im Publikum schelten: Derjenige könne Pritzker nicht einfach ein „fettes Schwein“ nennen. Dann fügte er hinzu, wenn sich jetzt jemand frage, wen er da angesprochen habe – „so kann dich die Presse nicht drankriegen“. „Das einzig Gute in dieser verdammt blöden Rede“ An einer Stelle unterbrach Trump seine Aufzählung von zu scheltenden Personen und rief in die Menge, die Amtszeit von Kongressmitgliedern müsste jetzt im Übrigen begrenzt werden. Ein Senator, den er kenne, habe jüngst eine Nachricht seiner Frau bekommen: Wenn er nach Hause komme, solle er sofort die Treppe hochkommen und Sex mit ihr haben. Er habe dann geantwortet, er könne nicht beides – die Treppe hochgehen und dann Sex haben. „Versteht das jemand?“, sagte Trump, als Reaktionen ausblieben. Er habe das eigentlich ziemlich witzig gefunden. „Das war eigentlich das einzig Gute in dieser verdammt blöden Rede, die sie geschrieben haben“, sei aber offenbar nicht so angekommen. Dann erklärte der Präsident den Scherz noch einmal. Einer der wenigen Momente, in denen wirklich gelacht wurde, ging auf Kosten eines Regierungsmitglieds. Trump witzelte, das an diesem Abend servierte Rinderfilet sei etwas ganz Besonderes: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. habe das Tier höchstpersönlich überfahren. Kennedy hatte vor zwei Jahren zugegeben, ein totes Bärenjunges von einer Straße im Bundesstaat New York mitgenommen und schließlich im Central Park in New York City abgelegt zu haben, weil er es nicht weiter transportieren konnte. Außerdem hat er sein Interesse an überfahrenen Tieren bekundet. Trump schien nicht zu stören, dass seine Rede ansonsten wenig Widerhall fand. Er zog gegen Ende eine rote „Make America Great Again“- Kappe auf und sagte, das sei die Neuigkeit des Abends: Er werde noch ein viertes Mal zur Präsidentenwahl antreten. Den Scherz hatte er allerdings schon zu Beginn gemacht und dann auch gesagt, das sei nicht ernst gemeint. Zum Pressedinner wiederkommen will der Präsident im nächsten Jahr aber jedenfalls. Nur wenn die Journalisten „richtig, richtig gemein“ würden, dann vielleicht nicht.

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25. Juli
Handelsblatt

Trump und Medien: Trump zu Medien: „Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite“

Trump und Medien: Trump zu Medien: „Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite“ Washington. US-Präsident Donald Trump hat in seiner ersten Rede beim traditionellen Gala-Dinner der Hauptstadtpresse vor allem auf Medienschelte gesetzt. Der Republikaner ließ zwar punktuell Anerkennung für die Arbeit der Presse erkennen, warf den Medien aber zugleich das Verbreiten von „Fake News“ vor, also Falschberichterstattung. Zudem meinte er, Medienunternehmen profitierten von ihm. In einem Hotel in Washington sagte er vor den versammelten Journalistinnen und Journalisten: „Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite.“ Das Geschäftsmodell der US-Medien sei dann am Ende. Es gebe dann niemanden mehr, über den sich zu berichten lohne, meinte Trump weiter. „Niemand interessiert sich für irgendjemand anderen.“ Die Presse habe keine Ahnung, wie viel Glück sie mit ihm habe, weil er Schlagzeilen produziere, argumentierte Trump. Ihm lägen die Medien sehr am Herzen, schob er nach. Trump ist für seine oft beißende Kritik an den US-Medien bekannt. Wiederholt hat er sich auch mit Klagen gegen ihm unliebsame Berichterstattung gewehrt. Er bezeichnet die Medien auch gerne als „Feinde des Volkes“. Käfigkämpfe, Atomwaffen und Modebewertungen Trump schweifte in seiner Rede immer wieder ab. Er lobte dabei sich selbst und die Arbeit seines Kabinetts und sprang zwischen Themen hin und her. Er sprach etwa lange über den von ihm geplanten Ballsaal am Weißen Haus und zeigte sich begeistert von den im Juni zu seinem 80. Geburtstag veranstalteten martialischen Käfigkämpfen. Dazwischen platzierte er, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen dürfe. Trump zog sich auch eine rote Kappe auf, auf der „Trump 2028“ stand. Der Republikaner kokettiert immer wieder damit, dass er ermutigt werde, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, was aber gemäß US-Verfassung nicht möglich ist. Er bewertete auch das Aussehen von Journalistinnen im Saal. Beim letzten Mal wurde Trump evakuiert Der Gala-Abend unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen war ein Nachholtermin: Vor einem Vierteljahr konnte Trump seine Rede bei der Gala wegen eines Schussvorfalls nicht halten. Ein bewaffneter Mann hatte eine Sicherheitsschleuse gestürmt. Dieser erreichte zwar den Ballsaal mit Trump nicht, es fielen jedoch Schüsse. Ein Beamter der Sicherheitsbehörden wurde getroffen. Trump und andere Ehrengäste wurden von Personenschützern in Sicherheit gebracht. Das Dinner, das in einem anderen Hotel der Hauptstadt stattfand, wurde abgebrochen. Damals nahm Trump zum ersten Mal in der Funktion als US-Präsident an dem Gala-Dinner teil. Zuvor hatte er das Event der White House Correspondents' Association als Präsident stets boykottiert. Einmal jährlich richtet die Organisation der Journalisten, die in Washington über die Politik der US-Regierung berichten, ein Gala-Dinner aus, bei dem Vertreter des Weißen Hauses und auch andere Prominente zu Gast sind. Die Journalisten-Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten veranstaltet den Festabend seit mehr als 100 Jahren. Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen Für die Gala galten nun verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Das machte sich an mehreren Stellen wie etwa bei den Einlasskontrollen bemerkbar, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vom Veranstaltungsort berichtete. Statt einer Papiereintrittskarte wie beim letzten Mal mussten die Journalistinnen und Journalisten zusätzlich zu ihrem Ausweis einen personalisierten QR-Code vorzeigen. Vor und in dem Hotel waren zudem mehr Polizisten zu sehen. Um in den Ballsaal zu kommen, in dem das Dinner stattfand, mussten die Gäste auch wieder durch eine Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren, wie man sie auch vom Flughafen kennt. Verwandte Themen Vorwurf gegen Tatverdächtigen: Versuchte Ermordung Trumps Inzwischen ist der mutmaßliche Täter unter anderem wegen versuchter Ermordung des Präsidenten angeklagt. Ihm wird auch vorgeworfen, einen Bundesbeamten mit einer tödlichen Waffe angegriffen zu haben. Vor Gericht wies der Angeklagte im Mai über seinen Verteidiger die Schuld von sich. Bei dem Nachholtermin des Gala-Dinners am Abend wurde neben Journalistinnen und Journalisten auch der Sicherheitsbeamte geehrt, der im April angeschossen worden war. Sein entschlossenes Handeln habe dazu beigetragen, den Angreifer davon abzuhalten, weiter vorzudringen, hieß es bereits vorab von der scheidenden Vorsitzenden der Journalistenvereinigung, Weijia Jiang.

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25. Juli
Die Welt (Politik)

Dann zieht der US-Präsident eine rote „Trump 2028“-Kappe auf

Dann zieht der US-Präsident eine rote „Trump 2028“-Kappe auf Beim nachgeholten Gala-Dinner der Journalisten-Vereinigung in den USA witzelt Trump erst darüber, dass er nochmal zur Präsidentschaftswahl antritt. Dann sorgt er für versteinerte Gesichter. Er beleidigt zahlreiche Journalisten namentlich. Mehrmals blitzte bei Donald Trump die Erkenntnis durch, dass sein Auftritt floppt. „Wer zur Hölle hat diese Rede geschrieben?“, rief Trump in den Saal, während er von seinem Skript ablas. Sein Auftritt beim White House Correspondents‘ Dinner war mit Spannung erwartet worden. Die Rede des Präsidenten ist der Höhepunkt des jährlichen Gala-Dinners der Journalisten-Vereinigung zur Feier der Pressefreiheit in den USA. Traditionell treten Präsidenten dort auf und halten eine Rede, in der sie auch Witze über die Medien, ihre Gegner – und sich selbst machen. Trump hat die Veranstaltung in seiner ersten Amtszeit gemieden, akzeptierte in diesem Jahr aber erstmals die Einladung. Bei der ursprünglichen Veranstaltung Ende April überrannte ein bewaffneter Mann die Sicherheitskontrolle im Hilton-Hotel in Washington und eröffnete das Feuer. Der Ballsaal musste vor seinem Auftritt evakuiert und die Veranstaltung nachgeholt werden. „Wir tragen unsere Differenzen nicht mit Gewalt aus, sondern mit offener und lebhafter Debatte“, begann Trump seine Rede. Es waren die ersten Minuten, in denen die Hoffnung noch lebte, dass es eine versöhnliche, gar humorvolle Ansprache des Präsidenten werden könnte. Er hoffe, sagte Trump, dass allen das Rindfleisch zum Hauptgericht geschmeckt hätte. „Bobby Kennedy hat die Kuh persönlich mit seinem Auto umgefahren“, sagte er. Eine Pointe, die der Saal mit Lachen goutierte; der Gesundheitsminister machte vor zwei Jahren von sich reden, als er erzählte, dass er mal einen toten Bären im New Yorker Central Park deponierte. Das war jedoch der letzte Witz, über den der Raum lachen konnte. Für Staunen sorgte er, als er plötzlich unter das Pult griff und eine rote Kappe hervorholte, die die Aufschrift „Trump 2028“ trug. „Ich kündige hiermit an, nochmal anzutreten“, witzelte er und sagte: „Ich werde es tun.“ Der 22. Verfassungszusatz verbietet mehr als zwei Amtszeiten eines Präsidenten, was Trump nicht davon abhält, den Gedanken daran immer wieder zu äußern. Die Liste von Trumps Gegnern ist lang – und er ließ niemanden aus Für versteinerte Gesichter sorgte der Rest der Rede. Trump fiel in den Modus des Wahlkämpfers – als stünde er vor Zuhörern im ländlichen Pennsylvania, die ihn genau wegen seiner ungefilterten Attacken auf seine Gegner lieben und seine beleidigenden Zuschreibungen mit Applaus und höhnischem Gelächter belohnen. Die Liste von Trumps Gegnern ist lang und der Präsident ließ niemanden aus. Den demokratischen Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker, nannte er indirekt ein „fettes Schwein“, die Abgeordnete Ilhan Omar forderte er auf, das Land zu verlassen, den ehemaligen Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, nannte er „übergewichtig und schmuddlig“. Die schärfsten Attacken ließ er jedoch gegen sein Publikum los. „Ihr seid die größte Gruppe mit Trump Derangement Syndrom“, sagte er und beleidigte zahlreiche Journalisten und Medienpersönlichkeiten namentlich. Die Comedians Jimmy Kimmel und Jimmy Fallon nannte er „krank und schlimm“, CNN-Moderator Jake Tapper musste sich als „fake“ betiteln lassen und den Journalisten Don Lemon bezeichnete er als „dümmsten Menschen im Fernsehen“. Lemon steht derzeit wegen seiner Berichterstattung über eine Protestaktion gegen die Einwanderungspolizei ICE vor Gericht. Das Justizministerium wirft ihm eine Verschwörung vor. Auch in anderen Fällen, in denen Trumps Justizministerium gegen Journalisten vorgegangen ist, legte der Präsident am Freitag verbal nach. Erst vor zwei Wochen händigte das Justizministerium Journalisten der „New York Times“ Vorladungen aus, weil sie über Sicherheitsbedenken des Secret Services am neuen Präsidentenflieger berichtet hatten, den Trump von Katar geschenkt bekam. Die neue Boeing 747 ist innen zwar luxuriöser als die bisherige Air Force One, hat aber nicht dieselben Flugabwehreinrichtungen. Nach dem Nato-Gipfel in Ankara musste der US-Präsident mit dem alten Flugzeug zurückfliegen. Sicherheitsmängel bestritt er heftig, der Flugzeugwechsel sei nur vollzogen worden, um die Maschine Soldaten auf einer europäischen US-Basis vorzuführen. Die „New York Times“ beschrieb die Vorladungen als Einschüchterungsversuch. Am Donnerstag zog das Justizministerium sie zurück. Nur wenige Stunden vor Beginn des Dinners berichtete die Zeitung dann unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Mitarbeiter, dass tatsächlich eine Bedrohung durch iranische Proxys ausschlaggebend für den Flugzeugwechsel war. Trump attackierte die Zeitung als „erfolglos“. Trump schüttelt Reportern des „Wall Street Journals“ versöhnlich die Hände Während des Dinners verlieh die White House Correspondents’ Association Preise. Geehrt wurden unter anderem die Reporter des „Wall Street Journals“, die im vergangenen Jahr über einen Geburtstagsbrief berichteten, den Trump an Epstein zu dessen 50. Geburtstag verfasst haben soll. Zu sehen ist eine gezeichnete Silhouette eines Frauenkörpers, Trumps Unterschrift und die Worte: „Möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein.“ Trump verneinte, die Karte verfasst zu haben, und verklagte die Zeitung auf Schadensersatz in Höhe von 20 Milliarden Dollar. Bei der Verlesung der Laudatio grinste Trump, als die Summe genannt wurde, und zuckte lachend mit den Schultern. Nach der Veröffentlichung schloss der Präsident das „Wall Street Journal“ vom Pressetross aus; nach der Verleihung des Preises am Freitagabend schüttelte er den Reportern fast versöhnlich die Hände. Weniger versöhnlich reagierte er auf die Ehrung der CNN-Reporterin Kaitlan Collins. Die 34-Jährige erhielt einen Preis für ihre Live-Berichterstattung über den Eklat im Oval Office zwischen Trump und Wolodymyr Selenskyj im Februar vergangenen Jahres. Über eine Minute zog er über die 34-Jährige her, weil sie in seinen Augen nicht genügend lache. Während Trump zu Beginn noch einige Lacher sammeln konnte, war der Saal am Ende weitestgehend still. „Der Abend ist viel schlimmer als ich gedacht habe“, schloss Trump seine Rede. Nächstes Jahr wolle er wieder auftreten – aber nur, wenn die Veranstaltung dann „Trump White House Correspondents‘ Dinner“ heiße. Gregor Schwung berichtet als Korrespondent für WELT aus Washington D.C.

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