24. Juli Süddeutsche Zeitung (Politik)
Krieg in der Ukraine: Russische Raketen fordern Tote bei Kiew
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
150 000 Menschen in Tschernihiw nach russischem Angriff ohne Strom
Ex-Verteidigungsminister Fedorow will zurück ins Amt
Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen
Angegriffene Schiffe: Kiew will Sitzung im UN-Sicherheitsrat
Ukraine setzt erneut Lager von Versandhändler in Brand
Russische Raketen fordern Todesopfer und viele Verletzte
Das russische Militär hat erneut schwere Angriffe aus der Luft auf die Ukraine gestartet. Im Umland westlich von Kiew wurden bei einem Raketenangriff auf eine Waffenausstellung nach offiziellen Angaben Dutzende Menschen verletzt und mindestens zehn getötet.
In der frontnahen Stadt Slowjansk im ostukrainischen Gebiet Donezk töteten Gleitbomben mindestens fünf Menschen.
Die Behörden hatten kurz vor Mittag Raketenalarm in Kiew ausgelöst. Russland habe mindestens zehn ballistische Raketen auf die Stadt abgefeuert, dazu auch Lenkwaffen vom Typ Zirkon, berichtete die Nachrichtenagentur Unian. Über der Stadt waren mehrere Explosionen zu hören. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko rückten auch Krankenwagen aus. Härter traf es offenbar das Umland: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach von Rettungs- und Bergungsarbeiten. Dazu stellte er Bilder, die erneut schwere Verwüstungen zeigen - vor allem privater Wohngebäude.
Zum Ziel des Angriffs gab es unterschiedliche Angaben. Dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe zufolge galt der Schlag einem privaten Sportkomplex. Unter Berufung auf den Chef des Drohnenherstellers First Contact berichteten Medien, auf dem Gelände seien gerade Waffen präsentiert worden. Der Luftwaffe zufolge konnte nur eine von drei Raketen abgefangen werden.
Die Zahl der Toten stieg auf mindestens zehn, wie Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko bekanntgab. Verletzt wurden demnach weitere rund 100 Menschen. Krawtschenko sprach von einem Kriegsverbrechen. Ermittelt wird ihm zufolge aber auch wegen möglicher Sicherheitsverstöße bei der Veranstaltung am Angriffsort, die zum Tod von Menschen geführt hätten.
Schwere Folgen hatten die russischen Angriffe auch in Slowjansk: Dort habe es neben den fünf Toten auch neun Verletzte nach dem Abwurf von Gleitbomben gegeben, teilte der ukrainische Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden zehn private Wohnhäuser beschädigt, zudem auch eine Fabrik und das Gebäude des lettischen Honorarkonsuls in der Stadt. Bereits am späten Donnerstagabend hatten russische Bombenabwürfen mehr als ein Dutzend Zivilisten in Slowjansk verletzt. Filaschkin rief die Menschen angesichts der Gefahr zur Flucht auf. „Die Evakuierung ist kostenlos. Wir helfen mit dem Transport, der Unterbringung und allem Notwendigen“, schrieb er.
Der Stromversorger Ukrenergo meldete Schäden an Energieanlagen in fünf anderen Regionen infolge russischer Angriffe. Getroffen worden seien Objekte in den Gebieten Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk und Saporischschja, hieß es in einer Mitteilung.
In der frontnahen Stadt Slowjansk im ostukrainischen Gebiet Donezk töteten Gleitbomben mindestens fünf Menschen.
Die Behörden hatten kurz vor Mittag Raketenalarm in Kiew ausgelöst. Russland habe mindestens zehn ballistische Raketen auf die Stadt abgefeuert, dazu auch Lenkwaffen vom Typ Zirkon, berichtete die Nachrichtenagentur Unian. Über der Stadt waren mehrere Explosionen zu hören. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko rückten auch Krankenwagen aus. Härter traf es offenbar das Umland: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach von Rettungs- und Bergungsarbeiten. Dazu stellte er Bilder, die erneut schwere Verwüstungen zeigen - vor allem privater Wohngebäude.
Zum Ziel des Angriffs gab es unterschiedliche Angaben. Dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe zufolge galt der Schlag einem privaten Sportkomplex. Unter Berufung auf den Chef des Drohnenherstellers First Contact berichteten Medien, auf dem Gelände seien gerade Waffen präsentiert worden. Der Luftwaffe zufolge konnte nur eine von drei Raketen abgefangen werden.
Die Zahl der Toten stieg auf mindestens zehn, wie Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko bekanntgab. Verletzt wurden demnach weitere rund 100 Menschen. Krawtschenko sprach von einem Kriegsverbrechen. Ermittelt wird ihm zufolge aber auch wegen möglicher Sicherheitsverstöße bei der Veranstaltung am Angriffsort, die zum Tod von Menschen geführt hätten.
Schwere Folgen hatten die russischen Angriffe auch in Slowjansk: Dort habe es neben den fünf Toten auch neun Verletzte nach dem Abwurf von Gleitbomben gegeben, teilte der ukrainische Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden zehn private Wohnhäuser beschädigt, zudem auch eine Fabrik und das Gebäude des lettischen Honorarkonsuls in der Stadt. Bereits am späten Donnerstagabend hatten russische Bombenabwürfen mehr als ein Dutzend Zivilisten in Slowjansk verletzt. Filaschkin rief die Menschen angesichts der Gefahr zur Flucht auf. „Die Evakuierung ist kostenlos. Wir helfen mit dem Transport, der Unterbringung und allem Notwendigen“, schrieb er.
Der Stromversorger Ukrenergo meldete Schäden an Energieanlagen in fünf anderen Regionen infolge russischer Angriffe. Getroffen worden seien Objekte in den Gebieten Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk und Saporischschja, hieß es in einer Mitteilung.
US-Beamter: Trump will Selenskij am Dienstag empfangen
US-Präsident Donald Trump will kommenden Dienstag Regierungskreisen zufolge den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij im Weißen Haus empfangen. Ein entsprechender Besuch sei geplant, teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Selenskij hatte in einer Mitteilung eine anstehende Reise in die USA bestätigt. Details nannte er nicht.
China stoppt Export von Dual-Use-Gütern an Rheinmetall und andere
China hat den Export von Gütern, die sowohl für zivile als für militärische Zwecke verwendet werden können, an 14 europäische Unternehmen mit sofortiger Wirkung verboten. Darunter ist auch der Düsseldorfer Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall. Das Handelsministerium in Peking sprach von einer Reaktion auf die jüngsten EU-Sanktionen gegen Russland, von denen auch 14 Unternehmen aus China und Hongkong betroffen sind.
Das Verbot untersagt ausländischen Organisationen und Personen, in China hergestellte sogenannte Dual-Use-Güter an die betroffenen Firmen weiterzugeben. Chinesische Exporteure können in besonderen Fällen eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Zu diesen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck gehören Produkte, Software oder Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, aber auch bestimmte Seltene Erden, die für den Bau von Drohnen und Computerchips wichtig sind. Die Europäische Union hatte am Donnerstag ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs beschlossen.
Das Verbot untersagt ausländischen Organisationen und Personen, in China hergestellte sogenannte Dual-Use-Güter an die betroffenen Firmen weiterzugeben. Chinesische Exporteure können in besonderen Fällen eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Zu diesen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck gehören Produkte, Software oder Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, aber auch bestimmte Seltene Erden, die für den Bau von Drohnen und Computerchips wichtig sind. Die Europäische Union hatte am Donnerstag ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs beschlossen.
Rumänien: Kampfjet schießt Drohne ab
In Rumänien hat ein Kampfjet eine in den Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. „Heute Morgen gegen 11 Uhr schoss ein rumänischer Pilot an Bord einer F-16 eine Drohne ab, die in den Luftraum unseres Landes eingedrungen war“, schreibt der rumänische Präsident Nicușor Dan auf der Plattform X. Es ist der jüngste Vorfall in einer ganzen Reihe von Verletzungen des Luftraums des Nato- und EU-Mitglieds.
„Das Gebiet war unbewohnt, daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen. Derzeit untersuchen Teams der zuständigen Institutionen das Gebiet, um alle Details des Vorfalls zu ermitteln.“ Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an. Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden.
„Das Gebiet war unbewohnt, daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen. Derzeit untersuchen Teams der zuständigen Institutionen das Gebiet, um alle Details des Vorfalls zu ermitteln.“ Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an. Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden.
Mehrere Explosionen in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mehrere Explosionen zu hören. Die Flugabwehr sei im Einsatz, um einen russischen Angriff abzuwehren, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit.
Selenskij: Ukraine hat Rüstungsfirma in Russland angegriffen
Die Ukraine hat erneut Ziele in Russland angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schrieb bei Telegram, dass ein Rüstungskonzern in Kirow getroffen worden sei. Der russische Gebietsgouverneur Alexander Sokolow teilte unterdessen mit, dass es in der fast 800 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt einen Raketenangriff auf eine Fabrik gegeben habe. Bei den Angriffen seien sechs Menschen getötet und 26 verletzt worden.
Kirow liegt weit im russischen Hinterland. Auch eine Ölanlage in fast 1350 Kilometern Entfernung sowie Logistikstandorte in Russland seien beschossen worden, erklärt Selenskij. „Wichtig ist, dass der Einsatz gegen die russische Logistik, die die Besatzungsarmee mit Drohnenkomponenten, Navigationsgeräten und militärischer Ausrüstung versorgt, weiterhin andauert.“
Kirow liegt weit im russischen Hinterland. Auch eine Ölanlage in fast 1350 Kilometern Entfernung sowie Logistikstandorte in Russland seien beschossen worden, erklärt Selenskij. „Wichtig ist, dass der Einsatz gegen die russische Logistik, die die Besatzungsarmee mit Drohnenkomponenten, Navigationsgeräten und militärischer Ausrüstung versorgt, weiterhin andauert.“
Russland: Haben drei ukrainische Häfen angegriffen
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht drei ukrainische Häfen beschossen – zwei am Schwarzen Meer und einen an der Donau. Die Streitkräfte hätten mit luftgestützten Raketen und Kampfdrohnen die Häfen von Odessa, Mykolajiw und Ismail angegriffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter – darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht.
In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter – darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht.
150 000 Menschen in Tschernihiw nach russischem Angriff ohne Strom
Nach einem russischen Angriff auf eine Energieanlage in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw und dem umliegenden Bezirk sind rund 150 000 Menschen ohne Strom. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung seien im Gange, teilt der regionale Energieversorger Tschernihiwoblenergo mit. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder die Energieversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine an.
Feuer in Lagerhalle von russischem Online-Händler
Die Ukraine hat Russland in der Nacht mit hunderten Drohnen angegriffen und dabei wieder den größten russischen Online-Versandhändler ins Visier genommen. Der Gouverneur des Leningrader Gebiets um die Millionenmetropole St. Petersburg, Alexander Drosdenko, schrieb bei Telegram von 59 abgewehrten Drohnen. Infolge der Angriffe sei ein Brand auf dem Gelände des Online-Versandhändlers Wildberries im Dorf Nowossaratowka ausgebrochen. Drei Menschen seien verletzt worden.
Auch ein Lager einer Geflügelfabrik in der Siedlung Sinjawino sei schwer beschädigt worden. Im Raum St. Petersburg waren große Rauchsäulen zu sehen. Wildberries-Gründerin Tatjana Kim teilte bei Telegram mit, dass in St. Petersburg, dem Umland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim drei Logistikzentren des Unternehmens angegriffen worden seien. Sie schrieb, dass es keine Verletzten gebe und ein Teil der Flächen und Waren gesichert werden konnte. Die Ukraine hatte bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Lager des größten russischen Online-Versandhändlers getroffen.
Der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow schrieb bei Telegram von zwei Toten infolge ukrainischer Angriffe. Fünf Menschen seien verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 571 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben.
Auch ein Lager einer Geflügelfabrik in der Siedlung Sinjawino sei schwer beschädigt worden. Im Raum St. Petersburg waren große Rauchsäulen zu sehen. Wildberries-Gründerin Tatjana Kim teilte bei Telegram mit, dass in St. Petersburg, dem Umland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim drei Logistikzentren des Unternehmens angegriffen worden seien. Sie schrieb, dass es keine Verletzten gebe und ein Teil der Flächen und Waren gesichert werden konnte. Die Ukraine hatte bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Lager des größten russischen Online-Versandhändlers getroffen.
Der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow schrieb bei Telegram von zwei Toten infolge ukrainischer Angriffe. Fünf Menschen seien verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 571 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben.
Im Gebiet St. Petersburg sind nach Drohnenangriffen Brände ausgebrochen. dpa
Luzia Geier
IAEA: „Militäraktivitäten“ stören Wasserversorgung am AKW Saporischschja
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beeinträchtigen „militärische Aktivitäten“ die Wasserversorgung von Teilen des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, teilt mit, Angriffe in und um die Stadt Enerhodar, in der viele Mitarbeiter des Kraftwerks leben, hätten die örtliche Strominfrastruktur getroffen. Dies habe zu einem Ausfall der Wasserversorgung in der Stadt und auf dem AKW-Gelände geführt. Es gebe jedoch keinen Mangel an Brunnenwasser, das zur Kühlung des Brennstoffs in den Reaktoren benötigt wird. Für die am Atomkraftwerk stationierten IAEA-Beobachter gebe es seit dem 18. Juli nur begrenzten Zugang zu Leitungswasser.
Viele Verletzte durch Gleitbomben in Slowjansk und Saporischschja
Russische Gleitbomben haben mindestens 14 Menschen in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine verletzt. Sieben Wohnblocks seien beschädigt worden, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram. Demnach schlugen die beiden Gleitbomben in einem Wohnviertel der frontnahen Stadt ein. Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten.
In der südukrainischen Großstadt Saporischschja forderte ein russischer Bombenangriff mindestens 25 Verletzte. Unter den Opfern seien auch sechs Minderjährige, darunter ein drei Monate altes Baby, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram. Seinen Angaben nach warf das russische Militär fünf Gleitbomben auf die Stadt ab und beschädigte dabei Wohnhäuser und eine private medizinische Einrichtung.
In der südukrainischen Großstadt Saporischschja forderte ein russischer Bombenangriff mindestens 25 Verletzte. Unter den Opfern seien auch sechs Minderjährige, darunter ein drei Monate altes Baby, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram. Seinen Angaben nach warf das russische Militär fünf Gleitbomben auf die Stadt ab und beschädigte dabei Wohnhäuser und eine private medizinische Einrichtung.
Ex-Verteidigungsminister Fedorow will zurück ins Amt
Vor dem Hintergrund neu angekündigter Proteste besteht der entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf seiner Rückkehr ins Amt - und wagt damit den Machtkampf mit Präsident Wolodimir Selenskij. „Heute gibt es im Staat nur drei Posten, außer auf dem Schlachtfeld, die den Kriegsverlauf real beeinflussen: der Präsident der Ukraine, der Verteidigungsminister und der Oberkommandierende der Streitkräfte“, sagte Fedorow Journalisten. Er sei deshalb mit keinem anderen Amt als dem des Verteidigungsministers einverstanden.
Bei einer Demonstration in Kiew forderten Teilnehmer die Rückkehr Fedorows ins Amt. Die Proteste sollen nun ausgeweitet werden. Efrem Lukatsky/AP/dpa
Zuvor hatte Präsident Wolodimir Selenskij auf einer Pressekonferenz bestätigt, Fedorow mehrere Positionen angeboten zu haben, darunter die eines Vizeregierungschefs für militärische Innovationen. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus vergangene Woche entlassen. Mehrere Tausend Demonstranten in Kiew und anderen Städten forderten daraufhin seine Wiedereinsetzung und die Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj. Der zweiten Forderung kam Selenskij am Dienstag nach. Doch die Organisatoren der Proteste wollen auch Fedorow zurück und drohen anderenfalls mit Dauerdemos, die am Freitag starten sollen.
Selenskij: Neue Militärführung soll Mobilmachung verbessern
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij beauftragt die neue Militärführung mit einer besseren Mobilmachung und will den abgesetzten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow im Kabinett halten. Der neue Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und der neue Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj müssten die Rekrutierung von Soldaten verbessern, sagte Selenskij der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge.
Dem bisherigen Verteidigungsminister Fedorow seien mehrere Posten angeboten worden, darunter ein Ressort für Verteidigungsinnovationen im Rang eines Vizeministerpräsidenten. Federow, ein junger Technologieexperte, hatte sich mit dem bisherigen Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj, einem altgedienten General sowjetischer Schule, öffentlich überworfen. Daraufhin hatte Selenskij zunächst Fedorow und dann, nach öffentlichen Protesten, auch Syrskyj entlassen. Im Zuge dessen hatte Selenskij das Kabinett umgebildet.
Der neue Verteidigungsminister Chmara, ein ehemaliger Geheimdienstler und Drohnenexperte, und der neue Militärchef Drapatyj sollen nach bisherigen Angaben Angriffe auf Russland verstärken und Effizienzmängel beheben. Dazu zählen Rekrutierungsprobleme und Korruption. Chmara ist bisher nur geschäftsführend im Amt, weil seine Bestätigung durch das Parlament noch aussteht. Selenskij bestätigte außerdem, dass er Ex-Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko den wichtigen Botschafterposten in den USA angeboten habe.
Dem bisherigen Verteidigungsminister Fedorow seien mehrere Posten angeboten worden, darunter ein Ressort für Verteidigungsinnovationen im Rang eines Vizeministerpräsidenten. Federow, ein junger Technologieexperte, hatte sich mit dem bisherigen Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj, einem altgedienten General sowjetischer Schule, öffentlich überworfen. Daraufhin hatte Selenskij zunächst Fedorow und dann, nach öffentlichen Protesten, auch Syrskyj entlassen. Im Zuge dessen hatte Selenskij das Kabinett umgebildet.
Der neue Verteidigungsminister Chmara, ein ehemaliger Geheimdienstler und Drohnenexperte, und der neue Militärchef Drapatyj sollen nach bisherigen Angaben Angriffe auf Russland verstärken und Effizienzmängel beheben. Dazu zählen Rekrutierungsprobleme und Korruption. Chmara ist bisher nur geschäftsführend im Amt, weil seine Bestätigung durch das Parlament noch aussteht. Selenskij bestätigte außerdem, dass er Ex-Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko den wichtigen Botschafterposten in den USA angeboten habe.
Rubio: USA wollen bei der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg helfen
US-Außenminister Marco Rubio hat gegenüber Russland die Bereitschaft der Vereinigten Staaten bekräftigt, bei der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu helfen.
„Wir sind bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung eines sinnlosen Krieges zu spielen“, sagt Rubio nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der Konferenz der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der philippinischen Hauptstadt Manila.
Für ein Friedensabkommen sei aber noch viel Arbeit nötig. Es müssten neue Vorschläge und Ideen für eine akzeptable Vereinbarung gefunden werden. Sein Gespräch mit Lawrow bezeichnete Rubio als „gut und offen“.
Russland hingegen schätzt die Aussichten auf ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs als wenig optimistisch ein. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow betont gleichwohl, dass Russland den Dialog mit den USA fortsetzen werde. Er hoffe auf einen Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau, sobald diese verfügbar seien.
„Wir sind bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung eines sinnlosen Krieges zu spielen“, sagt Rubio nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der Konferenz der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der philippinischen Hauptstadt Manila.
Für ein Friedensabkommen sei aber noch viel Arbeit nötig. Es müssten neue Vorschläge und Ideen für eine akzeptable Vereinbarung gefunden werden. Sein Gespräch mit Lawrow bezeichnete Rubio als „gut und offen“.
Russland hingegen schätzt die Aussichten auf ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs als wenig optimistisch ein. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow betont gleichwohl, dass Russland den Dialog mit den USA fortsetzen werde. Er hoffe auf einen Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau, sobald diese verfügbar seien.
Schiffsverkehr in ukrainische Häfen wegen Sicherheitsbedenken eingestellt
Ukrainische Häfen werden aufgrund russischer Angriffe vorerst nicht mehr von Schiffen angelaufen. „Wir als Staat haben keine Einschränkungen gemacht, das ist eine Entscheidung der Schiffseigner“, sagte Agrarminister Taras Wyssozkyj gemäß der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Noch am Vortag hätten „vier bis fünf Schiffe“ in ukrainischen Häfen angelegt. Wyssozkyj machte demnach keine Angaben, ob das nur die Seehäfen betrifft oder auch der Schiffsverkehr zu den Donauhäfen eingestellt wurde.
Anfang Juli hatte die ukrainischen Drohnentruppen mit Angriffen auf Schiffe begonnen, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und vor allem im benachbarten Asowschen Meer ansteuerten. Damit sollte vor allem der Export von russischem Öl und die Versorgung der von Russland annektierten Halbinsel Krim auf dem Seeweg gestört werden. Dabei wurden ukrainischen Angaben nach fast 200 Tanker und Frachtschiffe beschädigt. Im Gegenzug intensivierte das russische Militär seine Attacken auf ukrainische Hafenanlagen und Frachter, die diese anliefen. Moskau zufolge sind nur Schiffe mit für das Militär bestimmten Gütern angegriffen worden. Kiew sprach von Getreidetransporten. Von unabhängiger Seite sind die Angaben der Kriegsparteien nicht überprüfbar.
Anfang Juli hatte die ukrainischen Drohnentruppen mit Angriffen auf Schiffe begonnen, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und vor allem im benachbarten Asowschen Meer ansteuerten. Damit sollte vor allem der Export von russischem Öl und die Versorgung der von Russland annektierten Halbinsel Krim auf dem Seeweg gestört werden. Dabei wurden ukrainischen Angaben nach fast 200 Tanker und Frachtschiffe beschädigt. Im Gegenzug intensivierte das russische Militär seine Attacken auf ukrainische Hafenanlagen und Frachter, die diese anliefen. Moskau zufolge sind nur Schiffe mit für das Militär bestimmten Gütern angegriffen worden. Kiew sprach von Getreidetransporten. Von unabhängiger Seite sind die Angaben der Kriegsparteien nicht überprüfbar.
Angaben der ukrainischen Seehafenverwaltung nach wurden im ersten Halbjahr 2026 42,4 Millionen Tonnen Fracht über die Seehäfen umgeschlagen. 23,6 Millionen Tonnen seien dabei Agrarprodukte gewesen. Der Wert liege 20 Prozent über dem des Vorjahres. 2025 wurden Agrargüter für umgerechnet rund 20 Milliarden Euro exportiert. Das sind mehr als 50 Prozent des gesamten ukrainischen Warenexports.
Bereits zu Kriegsbeginn im Februar 2022 stand der Schiffsverkehr in die ukrainischen Seehäfen still. Einzig die Donauhäfen wurden noch von Frachtern angelaufen. Erst mit der Verdrängung der russischen Schwarzmeerflotte aus dem Westteil des Schwarzen Meeres und der Einrichtung eines Korridors für den Schiffsverkehr kam der Seehandel wieder in Gang.
Bereits zu Kriegsbeginn im Februar 2022 stand der Schiffsverkehr in die ukrainischen Seehäfen still. Einzig die Donauhäfen wurden noch von Frachtern angelaufen. Erst mit der Verdrängung der russischen Schwarzmeerflotte aus dem Westteil des Schwarzen Meeres und der Einrichtung eines Korridors für den Schiffsverkehr kam der Seehandel wieder in Gang.