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Montag, 23. März 2026
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Teilzeit und Krankheitstage: Laumann: „Deutsche sind nicht faul“

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1. Februar
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Teilzeit und Krankheitstage: Laumann: „Deutsche sind nicht faul“

Teilzeit und Krankheitstage: Laumann: „Deutsche sind nicht faul“ Berlin/Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann findet in der Debatte um vermeintlich faule Beschäftigte in Deutschland klare Worte. „Nein. Die Deutschen sind nicht faul“, sagte der CDU-Vize auf eine entsprechende Frage im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Sie seien nach wie vor sehr fleißig. Deutschland habe eine sehr hohe Erwerbsquote. Gleichzeitig müsse Wohlstand erarbeitet werden. Laumann zeigte aber Verständnis für eine hohe Teilzeitquote. „Lifestyle-Teilzeit“ sorgt für Diskussionen Seit Monaten zielen Forderungen aus der Union bis hin zum Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf mehr Arbeitsmoral in Deutschland ab. Zuletzt hatten Teile der Union gefordert, den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit einzuschränken und mit der Formulierung „Lifestyle-Teilzeit“ für Aufregung gesorgt. In der Spitze der Partei wird der Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) jedoch nicht unterstützt. So wird ihm beim CDU-Parteitag im Februar eher keine Chance eingeräumt. Auch Laumann erklärte nun, der Antrag werde in dieser Form nicht durchkommen. Er betonte: „Wir haben andere Probleme zu lösen, als über den Rechtsanspruch auf Teilzeit zu diskutieren.“ Er fügte hinzu: „Die Menschen sollten die Freiheit haben, solche Entscheidungen für sich zu treffen.“ Wenn jemand aus persönlichen Gründen Teilzeit arbeite und dafür auf einen Teil seines Lohns verzichte und nicht dem Staat auf der Tasche liege, „ist das nichts, wo die Politik eingreifen sollte“. „Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl“ Dass Menschen wegen ihrer individuellen Lebensgestaltung in Teilzeit gingen, sei kein Massenphänomen, betonte Laumann. Viele würden Kinder großziehen oder Angehörige pflegen. Mit Blick auf den Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ sagte Laumann, man sollte bei dem Thema aufpassen, wie man formuliere. „Ich würde mir bei der Diskussion von dem einen oder anderen manchmal ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl wünschen.“

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1. Februar
Die Welt (Politik)

„Die Deutschen sind nicht faul“ – Karl-Josef Laumann weist „Lifestyle-Teilzeit“-Vorstoß zurück

„Die Deutschen sind nicht faul“ – Karl-Josef Laumann weist „Lifestyle-Teilzeit“-Vorstoß zurück NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann nimmt Teilzeitbeschäftigte in Schutz. „Die Menschen sollten die Freiheit haben, solche Entscheidungen für sich zu treffen“. Vom CDU-Wirtschaftsflügel erwartet er mehr Fingerspitzengefühl. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann wünscht sich in seiner CDU mehr Fingerspitzengefühl in der Debatte über Sozialreformen und kritisiert den jüngsten Vorstoß aus dem Wirtschaftsflügel seiner Partei. „Man sollte bei dem Thema aufpassen, wie man formuliert“, sagte der CDU-Vizevorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Blick auf die Klage seiner Parteikollegen über „Lifestyle-Teilzeit“ im Land. „Ich würde mir bei der Diskussion von dem einen oder anderen manchmal ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl wünschen“, sagte Laumann. „Die Deutschen sind nicht faul. Die Deutschen sind nach wie vor sehr fleißig“, fügte er hinzu. Der Wirtschaftsflügel fordert in einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag Mitte Februar, den Rechtsanspruch auf Teilzeit-Arbeit zu kippen und Teilzeit nur noch für Fälle wie Kinderbetreuung zu ermöglichen. Hintergrund ist die Annahme, dass Menschen aus Bequemlichkeit ihre Arbeitsstunden reduzierten. Laumann sagte, der Antrag werde in dieser Form nicht durchkommen. „Wir haben andere Probleme zu lösen als über den Rechtsanspruch auf Teilzeit zu diskutieren. Die Menschen sollten die Freiheit haben, solche Entscheidungen für sich zu treffen.“ Es gebe vielleicht Fälle, in denen Menschen wegen ihrer individuellen Lebensgestaltung in Teilzeit gingen, aber das sei kein Massenphänomen. „Viele Menschen reduzieren ihre Arbeitsstunden, um Kinder großzuziehen oder Angehörige zu pflegen“, sagte Laumann dem RND weiter. „Und dafür habe ich nicht ‚nur‘ Verständnis. Das ist auch unbezahlte Arbeit für die Gesellschaft“, fügte er hinzu. Außerdem würden mehr als 85 Prozent der Pflegebedürftigen nicht in Heimen versorgt, sondern zu Hause. Am Ende sei das Klima am Arbeitsplatz entscheidend dafür, um mehr Menschen dazu zu bringen, mehr zu arbeiten. Laumann: „Wenn Beschäftigte zufrieden sind, sind sie meist auch seltener krank.“

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