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Sonntag, 16. August 2026
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„Die Überlegung: Grüne wählen, um die AfD zu verhindern – geht das auf?“

Medienspektrum

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15. August
taz (Öko & Co)

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Campact startet Aufruf zur strategischen Wahl

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Campact startet Aufruf zur strategischen Wahl Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit holen. Campact will, dass auch Grüne und SPD den Sprung in den Landtag schaffen, damit dieser Fall nicht eintritt. epd/taz | Die Kampagnenorganisation Campact hat in Sachsen-Anhalt eine Kampagne mit dem Aufruf zum strategischen Wählen von Grünen und SPD bei der anstehenden Landtagswahl am 6. September gestartet. 620.000 Euro an Spendengeldern investiere die Nichtregierungsorganisation, um unter anderem mehr als 13.000 Plakate aufzuhängen und 700.000 Haushalte zu erreichen, sagte Campact-Vorstand Felix Kolb. Geld an die beiden Parteien spende Campact nicht. Wie BSW und FDP kämpfen auch Grüne und SPD mit der 5-Prozent-Hürde. Die SPD liegt in Umfragen nur knapp darüber, die Grünen kommen je nach Institut mal auf 4, mal auf 5 Prozent. Die rechtsextreme AfD wird in allen derzeitigen Umfragen mit Abstand in Führung gesehen bei über 40 Prozent. Laut Campact entscheidet die 5-Prozent-Hürde über eine Alleinregierung der AfD. Denn mit einer geringeren Anzahl von Parteien im Parlament verändere sich die Sitzverteilung. Wie die jüngst von einer Berliner Agentur gestartete Kampagne „Taktisch wählen“ empfiehlt auch Campact ausschließlich die Wahl von SPD und Grünen, nicht hingegen von FDP und BSW. Empfohlener externer Inhalt Keine Empfehlung für BSW und FDP BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte angekündigt, dass sich ihre Partei bei einem Einzug ins sachsen-anhaltische Parlament in einem dritten Wahlgang der Ministerpräsidentenwahl enthalten werde. Damit könnte das BSW dem Spitzenkandidaten der AfD, Ulrich Siegmund, zum Erfolg verhelfen. Die FDP fällt bei den Empfehlungen offenkundig deshalb unter den Tisch, weil eine von Campact selbst in Auftrag gegebene Umfrage der Partei nur 2 Prozent gibt. Wie belastbar das ist, sei dahingestellt. In der Regel werden derart zwergenhafte Werte gar nicht angegeben. „Taktisch wählen“ hatte der FDP zunächst unterstellt, in Sachsen-Anhalt nach der Wahl eventuell mit der AfD paktieren zu wollen, die Behauptung dann aber wieder zurückgenommen. Stattdessen heißt es jetzt auf der Homepage: „Die Landespartei der FDP hat sich zwar klar gegen eine Koalition mit der AfD ausgesprochen, was wir sehr begrüßen.“ Allerdings hätte sich der neue FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki „mehrmals sehr explizit gegen eine Brandmauer zur Zusammenarbeit mit der AfD“ gestellt. Kubicki sprach im Anschluss von einer „Schmutzkampagne“. Er habe „immer deutlich gesagt, dass eine Koalition der FDP mit der AfD in meinem politischen Leben ausgeschlossen ist, weil nationale Kollektivisten nicht anschlussfähig sind an die Partei der Eigenverantwortung und des freien Individuums“. Campact hat einen etwas anderen Fokus. Eine Alleinregierung der AfD würde laut Vorstand Kolb „unzählige Menschen gefährden, insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Menschen mit Behinderung“. Die Spendengelder kommen demnach aus dem im vergangenen Jahr aufgelegten NoAfD-Fonds von Campact. Dafür spendeten mehr als 75.000 Menschen 3 Millionen Euro. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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14. August
Die Welt (Politik)

Verein unterstützt SPD und Grüne in Sachsen-Anhalt mit 620.000-Euro-Kampagne

Verein unterstützt SPD und Grüne in Sachsen-Anhalt mit 620.000-Euro-Kampagne Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt spitzt sich zu: Um eine AfD-Regierung zu verhindern, arbeitet ein Verein daran, dass SPD und Grüne den Einzug in den Landtag schaffen. Je weniger Parteien nach der Wahl am 6. September im Landtag von Magdeburg vertreten sein werden, desto wahrscheinlicher ist eine AfD-Alleinregierung. Sollten SPD oder Grüne an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte schon ein Wahlergebnis von 42 Prozent für Ulrich Siegmund reichen, um erster AfD-Ministerpräsident zu werden. Um das zu verhindern, hat der Berliner Verein Campact eine Kampagne zur Wahl der SPD und Grünen in Sachsen-Anhalt gestartet – verbunden mit dem Aufruf, strategisch zu wählen. Insgesamt investiert der Verein 620.000 Euro in Plakate, Flyer und Werbeanzeigen, die zur Verhinderung der AfD-Regierung aufrufen. Die laufenden Wahlkampagnen von SPD und Grünen bleiben davon unberührt. SPD und Grüne meldeten am Freitag bei der Bundestagsverwaltung eine Parteispende durch Campact e.V. in Höhe von 310.000 Euro. Dabei handelt es sich laut Campact aber nicht um eine Geldspende, sondern um den Gegenwert der Sachleistungen, sagte eine Sprecherin auf WELT-Anfrage. Davon sollen in Sachsen-Anhalt 13.000 Plakate aufgehängt und 700.000 Flyer an die dortigen Haushalte verteilt werden. Die Spendengelder stammen laut des Vereins aus dem im vergangenen Jahr aufgelegten „NoAfD-Fonds“ von Campact. Dafür spendeten mehr als 75.000 Menschen drei Millionen Euro. „Wer in Sachsen-Anhalt wohnt und nicht von Rechtsextremen regiert werden will, sollte strategisch SPD oder Grüne wählen“, sagte Campact-Vorstand Felix Kolb. Eine Alleinregierung der AfD würde laut Kolb „unzählige Menschen gefährden, insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Menschen mit Behinderung“. AfD in Umfrage bei 43 Prozent – Grüne und SPD im Landtag Zur Kampagne gab der Verein auch eine eigene Wahlumfrage beim Institut pollytix in Auftrag. Sie bestätigt den Trend vergangener Umfragen: Die AfD kommt in der am Mittwoch veröffentlichten Befragung auf 43 Prozent, die CDU auf 23 Prozent, die Linke auf 13 Prozent. Die SPD (7 Prozent) und die Grünen (5 Prozent) sehen die Meinungsforscher im Landtag, das BSW (4 Prozent) und die FDP (2 Prozent) nicht. 13 Prozent der Menschen mit Wahlabsicht sind laut Umfrage noch unentschlossen. Dem BSW räumt Compact nur geringe Chancen auf einen Wahleinzug ein und ruft nicht zu dessen Wahl auf. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte angekündigt, dass sich ihre Partei bei einem Einzug ins Parlament in einem dritten Wahlgang der Ministerpräsidentenwahl enthalten werde. Damit könnte das BSW dem Spitzenkandidaten der AfD, Ulrich Siegmund, zum Erfolg verhelfen. Für die Umfrage befragte das Institut pollytix vom 3. bis zum 8. August 2504 Menschen in Sachsen-Anhalt telefonisch und online.

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14. August
Neues Deutschland

Landtagswahl | Campact wirbt in Sachsen-Anhalt für strategisches Wählen

- Politik - Landtagswahl Campact wirbt in Sachsen-Anhalt für strategisches Wählen NGO startet Zweitstimmenkampagne zugunsten von SPD und Grünen. Landeschefin der Linken: Wähler sollen nach inhaltlicher Überzeugung entscheiden. Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt startet die Organisation Campact eine Zweitstimmenkampagne zugunsten von SPD und Grünen. Damit soll sichergestellt werden, dass beide Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden und in den Landtag einziehen. Auf diese Weise würde die Wahrscheinlichkeit für eine AfD-Alleinregierung deutlich sinken, sagte Felix Kolb, der geschäftsführende Vorstand. Wenn die AfD erstmals in einem Bundesland regieren könnte, würde das »den Rechtsstaat gefährden«, sagte Kolb: »Diese Zäsur müssen wir verhindern.« Campact begründet das Eingreifen in den Wahlkampf mit einer eigenen Umfrage unter 2500 Wahlberechtigten. Demnach kämen drei Parteien sicher in den Landtag: AfD (43 Prozent), CDU (23) und Linke (13). Mit der SPD (7), den Grünen (5) und dem BSW (4) müssten weitere drei Parteien bangen. Andere Parteien, darunter die FDP, Volt und die Tierschutzpartei, hätten »keine realistische Chance«. Wegen der Umfragetoleranzen und einer möglichen Dynamik bis zum Wahltag sei auch der Einzug von SPD und Grünen »überhaupt nicht gesichert«, sagte Kolb. Der Stimmanteil von Parteien, die unter fünf Prozent bleiben, wird bei der Verteilung der Mandate nicht berücksichtigt. Scheiterten mehrere, würde die AfD »überproportional profitieren«, weil ihr bereits ein geringeres Wahlergebnis für eine Alleinregierung reicht. Aus diesem Grund wirbt seit einiger Zeit auch bereits die Initiative »Taktisch wählen« in dem Bundesland um Zweitstimmen für SPD und Grüne. Campact hat auch bereits bei früheren Landtagswahlkämpfen interveniert, etwa 2024 in Sachsen, wo Linken und Grünen zum Gewinn von Direktwahlkreisen verholfen werden sollte. In Sachsen-Anhalt ruft die Organisation nun erneut zum »strategischen Wählen« auf, um der AfD »den Weg in die Regierung möglichst noch abzuschneiden«, wie Kolb formulierte. Mit Plakaten, Postwurfsendungen und Anzeigen in Regionalmedien und dem Internet sollen Wähler aufgerufen werden, ihre Zweitstimme an SPD oder Grüne zu geben, auch wenn sie politisch eigentlich andere Präferenzen haben. Außerdem wird an Anhänger von Kleinstparteien appelliert, diesmal »Parteien mit realistischen Chancen« zu wählen. Potenzielle BSW-Wähler schließlich sollen darauf hingewiesen werden, dass eine Stimme für die Wagenknecht-Partei »eine Stimme für eine AfD-geführte Regierung sein kann«, wie Kolb sagte. Das BSW in Sachsen-Anhalt hat als Ziel ausgegeben, eine weitere Amtszeit eines CDU-Ministerpräsidenten zu verhindern. Die Hallenser Politikwissenschaftlerin Julia Rakers erklärte bei der Vorstellung der Campact-Kampagne, strategisches Wählen sei ein Instrument, um »Einfluss auf Mehrheiten« zu nehmen. Wähler wichen dabei von ihren eigentlichen politischen Präferenzen ab in der Hoffnung, »für den Einzug von verlässlichen Parteien für eine Mehrheitsbildung zu sorgen«. Sie wies allerdings darauf hin, dass die Entscheidung um so komplizierter werde, je mehr Parteien knapp unter oder über der Fünf-Prozent-Hürde rangieren: »Die Gefahr des Verschätzens wird größer.« Kolb erklärte, aus diesem Grund werbe Campact auch für Zweitstimmen für die SPD, obwohl diese bei sieben Prozent geführt werde. Im ungünstigsten Fall entschieden sich sonst zu viele SPD-Wähler, den Grünen über die Hürde zu helfen, mit dem Effekt, dass die SPD darunter rutscht. Campact lässt offen, woher die Stimmen zur Rettung von SPD und Grünen kommen sollen. Explizit adressiert werden nur die Anhänger von Kleinparteien. Rakers weist allerdings darauf hin, dass es bei vergangenen Wahlen einen Wähleraustausch zwischen SPD, Grünen und Linke gegeben habe. Letztere rangiert in Umfragen stabil bei 13 Prozent und gehört damit zu den Parteien, bei denen zusätzliche Stimmen laut der Einschätzung von Rakers keinen großen Unterschied machen: »Sie erhalten vielleicht ein Mandat mehr, aber die Mehrheitsverhältnisse ändern sich dadurch nicht.« Die Linke selbst dagegen wirbt weiter explizit »um beide Stimmen«. Das sagte die Ko-Landesvorsitzende Janina Böttger auf nd-Anfrage. Zwar teile man das Ziel, eine Regierung unter Führung der AfD zu verhindern. Allerdings beruhten Empfehlungen zum strategischen Wählen auf vielen Annahmen und seien mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. »Wir halten deshalb nichts davon, Menschen zu empfehlen, ihre Stimme nicht der Partei zu geben, deren Inhalte sie überzeugen«, sagte Böttger. Campact gibt für die Kampagne in Sachsen-Anhalt 620 000 Euro aus. Das Geld stammt aus dem seit April bestehenden und mittlerweile mit mehr als drei Millionen Euro gefüllten NoAfD-Spendenfonds der Organisation. Formal wird die Unterstützungsleistung von der Bundestagsverwaltung als Parteispende für SPD und Grüne ausgewiesen. Beide Parteien hätten der Annahme von jeweils der Hälfte der Summe zugestimmt, erklärte Kolb. Noch offen ist, ob Campact auch in Mecklenburg-Vorpommern in den Wahlkampf eingreift. Dort wird am 20. September gewählt. Momentan deuteten die Umfragen nicht auf eine AfD-Regierung hin, sagte Kolb. Allerdings könne der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt auch in dem Nachbarland eine Dynamik zugunsten der rechtsextremen Partei in Gang setzen. In dem Fall sei Campact »bereit, zu handeln«. Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. 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