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Dienstag, 24. März 2026
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Krieg im Nahen und Mittleren Osten - Israels Verteidigungsminister kündigt Besetzung von Südlibanon an

Medienspektrum

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23. März
taz (Öko & Co)

Krieg in Iran: Israel nutzt Gaza-Taktik im Libanon

Krieg in Iran: Israel nutzt Gaza-Taktik im Libanon Israels Kriegsführung im Libanon ist völkerrechtswidrig – und knüpft an die in Gaza an. Durch Waffenlieferungen macht sich Deutschland mitschuldig. G ezielte Angriffe auf Krankenwagen, 118 getötete Kinder, 40 getötete Rettungskräfte. Israels Regierung zieht beim Krieg im Libanon offen Parallelen zur völkerrechtswidrigen Kriegsführung in Gaza. So befahl Verteidigungsminister Israel Katz der Armee am Sonntag, die Zerstörung von Häusern in Grenzdörfern im Südlibanon zu beschleunigen – „nach dem Vorbild von Beit Hanun und Rafah“. Finanzminister Bezalel Smotrich drohte, Südbeirut werde „sehr bald“ aussehen wie Chan Yunis. Menschenrechtsorganisationen und internationale Hilfsorganisationen haben in Gaza israelische Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dokumentiert. Vor dem Internationalen Gerichtshof läuft ein Genozid-Verfahren. Im Libanon hat Israels Armee den kompletten Süden zur „Roten Zone“ deklariert und Zivilist*innen in Vertreibungsanordnungen gewarnt, sie könnten getötet werden, falls sie ihre Häuser nicht verlassen. Mitte März erklärte Katz, Hunderttausende schiitische Einwohner*innen würden nicht in ihre Häuser zurückkehren. Angeblich, bis Sicherheit in Nordisrael gewährleistet sei. Katz hat angeordnet, alle Übergänge über den Fluss Litani zu zerstören. Am Sonntag wurde eine strategische Brücke gesprengt. Südlibanon wird vom Rest des Landes abgeschnitten. Vieles deutet auf eine permanente militärische Besatzung hin. Grenzdörfer liegen bereits in Schutt durch den Einmarsch 2024. Erneut gibt es Attacken auf Ersthelfer, Krankenwagen, einen Journalisten, der über die Brückensprengung berichtet hatte. Zwangsvertreibung, mutwillige Zerstörung, gezielte Angriffe gegen Zivilist*innen sind Kriegsverbrechen. Das geschah im Libanon bereits 2024 mit kompletter Straflosigkeit. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums. Die israelische Armee marschiert im Südlibanon mit Merkava-Panzern ein. Motoren dafür kommen aus Deutschland. Die Bundesregierung muss die Waffenlieferungen an Israel stoppen und Druck erhöhen, damit garantiert wird, dass Vertriebene zurück in ihre Häuser können. Deutschland macht sich sonst weiter schuldig. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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24. März
ZDF heute

Israel kündigt Kontrolle des Südlibanon an

Verteidigungsminister Katz:Israel kündigt Kontrolle des Südlibanon an Israels Verteidigungsminister Katz hat die Besetzung des südlichen Libanon angekündigt. Die Armee werde eine Sicherheitszone bis zum Litani-Fluss unter ihre Kontrolle bringen. Beim Vorgehen gegen die Hisbollah-Miliz will Israel nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Nach der Sprengung von fünf Brücken über den Fluss werde das israelische Militär "die restlichen Brücken und die Sicherheitszone bis zum Litani kontrollieren", sagte Katz bei einer Beratung mit Militärs im Hauptquartier der Armee in Tel Aviv. Der Litani mündet etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze ins Mittelmeer. Seit dem 13. März hat Israel fünf Brücken über den Fluss Litani im Südlibanon zerstört. Quelle: epaDie Bodentruppen würden weiter in den Libanon vorstoßen, kündigte Katz an. Wo sie gegenwärtig genau stehen, ist aber unklar. Israel teilt die Positionen seiner Truppen grundsätzlich nicht mit. Das israelische Militär lehnt eine Stellungnahme zu den Äußerungen des Verteidigungsministers ab. Israels Verteidigungsminister: Kampf gegen Hisbollah mit aller Kraft Israel werde weiterhin mit aller Kraft gegen die mit Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz vorgehen, sagte Katz. Hunderttausende Bewohner des Südlibanon, die nach Norden geflohen waren, könnten nicht in das Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückkehren, bis die Sicherheit der Bewohner des israelischen Nordens gewährleistet sei. Im Libanon kämpft die israelische Armee gegen die von Iran unterstützte Terror-Miliz Hisbollah. Die Leidtragenden sind die Zivilisten: Hunderttausende sind auf der Flucht. 13.03.2026 | 2:51 minKatz hatte der libanesischen Regierung bereits zuvor mit Gebietsverlusten gedroht, sollte sie die Hisbollah nicht entwaffnen. Die Regierung im Libanon hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Konflikt eskaliert seit Beginn des Iran-Kriegs Bereits Ende 2025 verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah. Nach Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Miliz dann wieder massiv. Die Hisbollah hatte am 2. März Raketen auf Israel abgefeuert und den Libanon damit in den US-israelischen Krieg gegen Iran hineingezogen. "Produktive Gespräche" statt Angriffe auf iranische Energieanlagen: Warum US-Präsident Trump sein Ultimatum an Iran verlängert hat, analysiert ZDFheute live. 23.03.2026 | 34:14 minDas israelische Militär hat seit dem 13. März fünf Litani-Brücken zerstört und den Abriss von Häusern in grenznahen libanesischen Dörfern vorangetrieben. Israelischen Angaben zufolge richtet sich die Offensive gegen die Hisbollah und nicht gegen Zivilisten. Das Völkerrecht verbietet jedoch grundsätzlich Angriffe auf zivile Infrastruktur. Israels Finanzminister: "Sterile Sicherheitszone" bis zum Litani Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte sich am Montag dafür ausgesprochen, das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon zu einer "sterilen Sicherheitszone" zu machen. Der Litani-Fluss müsse Israels neue Grenze zum Libanon darstellen, forderte er. Smotrich ist zugleich Minister im Verteidigungsministerium. Es ist allerdings unklar, ob seine Forderung die offizielle israelische Regierungslinie darstellt. Die Lage an der Grenze zum Libanon verschärft sich. Israel greift die Terror-Miliz Hisbollah an, auch Zivilisten sind betroffen. Im Libanon sind Hunderttausende auf der Flucht. 11.03.2026 | 2:44 minNach einem etwa einjährigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war im November 2024 eine Waffenruhe vereinbart worden. Beide Seiten warfen sich aber regelmäßig Verstöße vor. Israel griff fast täglich weiter Ziele im Nachbarland an. Die Vereinbarung sah auch vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss zurückzieht. Dies ist aber nach Israels Darstellung ebenso wenig geschehen wie eine Entwaffnung der Miliz. Bereits nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 hatte Israel im Süden des Libanons eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet. Erst im Jahr 2000 zogen sich die letzten israelischen Soldaten aus dem Gebiet zurück. Alle wichtigen Entwicklungen zum Iran-Krieg lesen Sie in unserem Liveblog:

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24. März
Tagesschau

Krieg im Nahen Osten: Israel will Libanon bis Litani-Fluss kontrollieren

Krieg im Nahen Osten Israel will Südlibanon bis Litani-Fluss kontrollieren Israels Verteidigungsminister hat angekündigt, die Kontrolle über libanesisches Gebiet bis zum Litani-Fluss übernehmen zu wollen. Zuvor hatte das israelische Militär mehrere Brücken gesprengt. Damit soll der Hisbollah der Weg abgeschnitten werden. Israel will nach Angaben des Verteidigungsministers bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. "Alle Brücken über den Litani, die von der Hisbollah für den Transport von Kämpfern und Waffen genutzt wurden, wurden gesprengt", sagte Israel Katz nach Angaben seines Büros bei einer Beratung mit Militärs in Tel Aviv. Die israelische Armee werde nun die Kontrolle über die übrigen Brücken und das Gebiet bis zum Litani, das er als "Sicherheitszone" bezeichnet, übernehmen. Die israelische Regierung will nach eigenen Angaben die Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses übernehmen. Katz: Bewohner können nicht zurückkehren Die Bodentruppen würden weiter in den Libanon vorstoßen, um gegen die mit Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz vorzugehen, kündigte Katz an. Wo im Libanon die israelischen Truppen genau stehen, ist unklar, da Israel keine Angaben dazu macht. Hunderttausende Bewohner des Südlibanon, die nach Norden geflohen waren, können Katz zufolge nicht in das Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückkehren. Das sei erst wieder möglich, wenn "die Sicherheit der Bewohner des Nordens gewährleistet ist", sagte er mit Bezug auf den Norden Israels. Smotrich fordert neue Grenze Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte sich gestern dafür ausgesprochen, das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon zu einer "sterilen Sicherheitszone" zu machen. Der Litani-Fluss müsse Israels neue Grenze zum Libanon darstellen, forderte er. Smotrich gehört einer rechts-religiösen Partei an und verantwortet auch den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland. Mehrere westliche Staaten haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Ein Vorwurf ist, dass er zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Rechte der Palästinenser aufruft. Nach einem etwa einjährigen Krieg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah war im November 2024 eine Waffenruhe vereinbart worden. Die Vereinbarung sah auch vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze zurückzieht. Beide Seite warfen sich aber regelmäßig Verstöße vor.

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