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Montag, 23. März 2026
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Russland und Ukraine melden gegenseitige Angriffe

Medienspektrum

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31. Januar
Tagesschau

Russland und Ukraine melden gegenseitige Angriffe

Kurz vor neuen Verhandlungen Russland und Ukraine melden gegenseitige Angriffe Die neuen Verhandlungen über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs morgen stehen unter keinen guten Vorzeichen: Beide Länder melden neue Angriffe. Dabei hatten sie sich laut US-Präsident Trump auf eine teilweise Feuerpause geeinigt. Russland hat die Ukraine erneut aus der Luft angegriffen - trotz vermeintlicher Bereitschaft aus Moskau, das Feuer teilweise und zeitlich begrenzt einzustellen. US-Präsident Donald Trump hatte seinen eigenen Worten zufolge dafür eine Zusage von Russlands Präsident Wladimir Putin erhalten. Es wurden von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Fotos zeigen allerdings auch, wie Einsatzkräfte Feuer in Wohnhäusern nach Drohnenangriffen löschen. Angriffe wurden aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw, im Osten des Landes gemeldet, auch die Region Saporischschja soll erneut unter Beschuss geraten sein. Kreml spricht von ukrainischen Angriffen Knapp 90 Drohnen habe Russland in der Nacht gegen die Ukraine eingesetzt, meldete die ukrainische Luftwaffe. 20 von ihnen hätten Ziele im Land getroffen. Während der Nachrichtenagentur dpa bislang keine Informationen über mögliche Verletzte oder Tote vorliegen, berichtet das ukrainische Online-Medium Kyiv Independet von fünf Toten und 19 Verletzten innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht. Erneut ist es in Kiew zu massiven Stromausfällen gekommen. In weiten Teilen der Hauptstadt gab es Ausfälle bei der Heiz- und Wasserversorgung. Zwischenzeitlich fuhren keine U- und Straßenbahnen mehr. Die Störung sei am Morgen an den Hauptstromleitungen zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine aufgetreten, erklärte Energieminister Denys Schmyhal im Onlinedienst Telegram. Er versicherte, die Stromversorgung werde "innerhalb der nächsten Stunden" wiederhergestellt sein. Eine Ursache der "Störung" nannte Schmyhal zunächst nicht. Auch Russland meldete Angriffe. Es seien unter anderem 47 ukrainische Drohnen und vier Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium keine Angaben. Unabhängig überprüfen lassen sich auch diese Angaben nicht. Direkten Verhandlungen gehen morgen weiter Morgen sollen die direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi weitergehen. Russland hatte sich nach der ersten Runde der Gespräche laut US-Präsident Trump bereit erklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nun, dass diese begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen. Trump selbst hatte von einer einwöchigen Pause gesprochen, die Kremlchef Putin ihm zugesagt habe. Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er wolle sich an die Feuerpause halten und keine Objekte der russischen Ölindustrie angreifen, wenn Russland seine Ankündigung wahrmache. Am Freitag hatte der ukrainische Präsident noch bestätigt, dass Russland bis zu diesem Zeitpunkt keine Energieanlagen angegriffen habe. Er erklärte, dass aus seiner Sicht die einwöchige Pause seit diesem Tag gelte. Das russische Militär habe seine Angriffe seitdem verlagert und nehme nun Verkehrsinfrastruktur unter Beschuss, so Selenskyj. Mit Informationen von Peter Sawicki, ARD-Studio Kiew.

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31. Januar
Tagesschau

Pistorius zweifelt an Putins Friedenswillen

Pistorius zu Putins Krieg "Terror gegen die Zivilbevölkerung" Kurz vor neuen Ukraine-Gesprächen äußert Verteidigungsminister Pistorius Zweifel an Russlands Aufrichtigkeit. Er wirft Putin Terror gegen die Zivilbevölkerung vor - und stellt infrage, ob dieser eine Feuerpause ernst nehme. Für Sonntag sind in Abu Dhabi erneut Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges geplant. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat kurz vor dem Treffen Zweifel am Friedenswillen Russlands geäußert. Zwar habe US-Präsident Donald Trump Bewegung in die Verhandlungen gebracht, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bislang sehe er jedoch "keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft Frieden will." Während der jüngsten Gesprächsrunde am vergangenen Wochenende habe Russland die Ukraine besonders heftig angegriffen, so Pistorius. Die Bombardierungen seien so massiv gewesen, "wie man es in diesem Krieg kaum erlebt hat." Massive Angriffe auf Energieversorgung Besonders die Energieinfrastruktur ist dauerhaft von russischen Angriffen betroffen. In Kiew und anderen Städten müssen Millionen Menschen seit Wochen in Dunkelheit und Kälte ausharren, weil es kaum Strom und Heizung gibt. Nach russischen Luftangriffen werden Reparaturen immer wieder verzögert. Ein schwerer Angriff mit Drohnen und Raketen hat zuletzt die Reparatur der Energieversorgung Kiews erneut um Tage zurückgeworfen. Pistorius erklärte, das habe nichts mehr mit einer militärischen Auseinandersetzung zu tun. "Das ist Terror, der sich ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet - in einem Winter mit Temperaturen von minus 20 Grad." Russland zeige sich zudem an keiner Stelle kompromissbereit. Wenn es darauf ankomme, halte Putin immer an seinen Maximalforderungen fest, kritisierte Pistorius. Zweifel an angekündigter Feuerpause Russland hatte sich nach einer Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit erklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in Kiew zeitweilig abzusehen. Pistorius äußerte auch daran erhebliche Zweifel. Wenn Russland die Gespräche ernst nehme, müsse es nicht um eine Feuerpause gebeten werden, sagte er. Putin würde dann nicht nur die Angriffe in Kiew stoppen, sondern landesweit. "Ich habe große Zweifel, dass die Angriffspause auch nur ansatzweise von Moskau ernst genommen wird", sagte der Minister. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am Freitag, dass die Angriffe auf Energieanlagen zwar gestoppt worden seien, Russland aber die Verkehrsinfrastruktur unter Beschuss nehme.

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1. Februar
Süddeutsche Zeitung

Ukraine-Krieg: Gefangen in der Kälte

Eine Feuerpause war es nicht für die Ukraine, keine für eine Woche, wie US-Präsident Donald Trump sie am Donnerstag versprochen hatte. Nicht einmal bis Sonntag, wie der Kreml sie schließlich in Aussicht gestellt hatte. Eine Nacht lang, eigentlich nur ein paar Stunden, von Donnerstag auf Freitag hatte es so gut wie keine russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine gegeben, hatte auch die Ukraine keine Kraftwerke oder Umspannanlagen in Russland angegriffen. Aber nicht nur Russland griff in der Nacht zu Samstag unter anderem die Bezirke Sumy, Charkiw und Saporischschja mit Drohnen an und tötete fünf Menschen. Am Sonntag waren es in Pawlohrad sogar mindestens zwölf Tote, als nach ukrainischen Medienberichten eine russische Kampfdrohne einen Bus mit Minenarbeitern traf. Auch die Ukraine schickte Drohnen nach Russland. Immerhin: Große Angriffe auf die Energieanlagen blieben tatsächlich aus. Diese Woche wollen sich ukrainische und russische Vertreter erneut in Abu Dhabi treffen, um die vor einer Woche begonnenen Gespräche fortzusetzen. Die Begegnung war zunächst für Sonntag geplant gewesen und hätte nur zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands stattgefunden. Dann wurde das Treffen aber kurzfristig verschoben, auf den 4. und 5. Februar, wie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij auf Telegram mitteilte. Die Gespräche sollen nun trilateral stattfinden, also zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-Unterhändlern. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sind in vielen Missionen unterwegs, die Ukraine ist für sie möglicherweise nicht einmal die wichtigste. Die sogenannte Energiefeuerpause sollte die Gesprächsatmosphäre eigentlich positiv beeinflussen, ein erster kleiner Vertrauensbeweis zwischen Verhandlungspartnern, die sich gegenseitig nur das Schlimmste wünschen. Von Hoffnung ist in den kalten Städten der Ukraine nichts zu spüren Nach den ersten Gesprächen in Abu Dhabi war kaum etwas an die Öffentlichkeit gedrungen, was man durchaus als Zeichen werten konnte, dass beide Seiten Interesse an einer konstruktiven Fortsetzung haben. Dabei sind vor allem die territorialen Fragen weiterhin ungeklärt. Wird der derzeitige Frontverlauf eingefroren, oder muss die Ukraine auch jenen Teil des Donbass abgeben, den Russland zu seinem Staatsgebiet erklärt hat, aber bislang militärisch nicht erobern konnte? In einem Interview mit dem tschechischen Radiosender Český rozhlas sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij jüngst, eine Lösung für diese Fragen könnten einzig in direkten Gesprächen zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gelingen. Er könne derzeit nicht einmal sagen, ob die Gespräche kurz vor einem Durchbruch stünden oder ob genau das Gegenteil der Fall sei, so Selenskij. Das „letzte Stadium der Verhandlungen“ sei immer das schwierigste. Fragt man die Ukrainer selbst, würden nicht viele überhaupt von einem finalen Verhandlungsstadium sprechen. Von Euphorie, Hoffnung oder nur von einem Aufatmen ist in Städten wie Odessa, Saporischschja oder Charkiw nichts zu spüren. Wie auch. Große russische Angriffe auf Kraftwerke oder Umspannanlagen mögen in den vergangenen Tagen ausgeblieben sein, aber für die Ukrainer hat die vielleicht härteste Woche dieses Winters angefangen. Die Temperaturen sinken seit Samstag stündlich, in Charkiw sollen sie in den nächsten Tagen bis minus 24 Grad erreichen, in Kiew wenig darüber. Krieg in der Ukraine: Kampf um Strom und Wärme Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nimmt Russland gezielt die Energie-Infrastruktur der Ukraine ins Visier. In Kiew waren zwei Tage nach einem schweren Angriff Tausende Menschen weiter ohne Heizung. Die Hauptstadt leidet ganz besonders unter Stromausfällen, angekündigten oder unangekündigten, die manchmal bis zu 20 Stunden dauern. Noch immer sind Zehntausende Menschen ohne Strom und Heizung, wärmen sich mit improvisierten Öfen oder suchen Zuflucht bei jenen, die in besser versorgten Vierteln leben. Während die städtischen Reparaturteams von einer durchgeschmorten Leitung zur anderen hetzen und sich Medienberichten zufolge manchmal der hilflosen Wut der Anwohner ausgesetzt sehen, ist die Lage vor allem für die älteren Kiewer lebensbedrohlich. Sie stecken fest in den ausgekühlten Plattenbauten, weil die Aufzüge nicht gehen. Wie überall gibt es auch in Kiew etwa 1200 „Punkte der Unbeugsamkeit“. Das sind Zelte oder Räume, in denen sich die Menschen aufwärmen, Tee trinken und ihr Telefon aufladen. Aber das reicht bei Weitem nicht. Auch der ehemalige Atomreaktor Tschernobyl war vom Stromausfall betroffen Dazu kamen ausgerechnet in der Energie-Feuerpause Stromausfälle, die nicht nur den Großraum Kiew und zahlreiche andere Regionen lahmlegten, sondern auch das benachbarte Moldau erfassten. In Kiew und Charkiw kam der U-Bahn-Verkehr zum Erliegen, dazu die Wasserversorgung und das Internet. Ukrainische Medien zeigten Bilder von Menschen in dunklen Metro-Schächten. Die ukrainische Zeitung Kyiv Independent zitiert eine Lehrerin in Kiew, die nach zwei Stunden befreit wurde und lobte: „Es gab keine Panik. Alles war ganz gut organisiert. Wir wurden hinausgeführt. Niemand ging verloren.“ Aber alle stünden „unter Schock“. In der moldauischen Hauptstadt Chişinău fielen die Ampeln und der öffentliche Nahverkehr aus. Nachdem auch die zentrale Datenbank der moldauischen Zollbehörden zusammengebrochen war, wurde vorübergehend der Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau geschlossen. Auch der ehemalige Atomreaktor Tschernobyl war nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vorübergehend von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Am Samstagabend gab Energieminister Denys Schmyhal Entwarnung: Die Stromleitungen seien so gut wie wiederhergestellt. Ein Störfall habe eine „Abschaltungskaskade“ in Umspannwerken und Reaktorblöcken in Gang gesetzt. Gerüchte über einen russischen Cyberangriff oder andere Eingriffe von außen entsprächen nicht der Wahrheit. Auch Selenskij spielte den Vorfall vor den Gesprächen in Abu Dhabi herunter: Wahrscheinlich seien zwei Leitungen wegen des Temperaturabfalls eingefroren und der Grund für den Störfall. Wegen der katastrophalen Lage in der Hauptstadt war auch der übliche Streit zwischen Selenskij und dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko wieder aufgeflammt. Andere Städte hätten sich vorbereitet, Kiew aber nicht, tadelte der Präsident und verwies auf Charkiw, das die Krise deutlich besser meistere. Klitschko, ein alter politischer Rivale Selenskijs, hatte den Kiewern empfohlen, die Hauptstadt zu verlassen – ein selten resignativer Moment in einer offiziellen Rhetorik, die sonst Resilienz und Einigkeit beschwört. Nach dem verheerenden Flächenstromausfall von Samstag meldete auch Klitschko Agenturen zufolge am Sonntag Fortschritte. 1000 Häuser in der Hauptstadt seien noch ohne Wärmeversorgung, am Samstag waren es 3000 gewesen. Seit einigen Wochen greift Russland gezielt Züge und Busse an Dass es Russland tatsächlich gelingt, die Ukrainer durch neue Angriffe auf die Energieversorgung in die Knie zu zwingen, ist unwahrscheinlich. Größer als die Erschöpfung der Menschen ist ihre Angst vor einem vermeintlichen Friedensabkommen, das Russland nur zu einem aggressiveren Expansionismus ermutigen könnte. Aber während der Einsatz der „Waffe Winter“ saisonal begrenzt ist, zielt die neue Strategie auf einen anderen, mindestens so lebenswichtigen Teil der Infrastruktur: Seit einigen Wochen greift Russland gezielt Züge und Busse an. Bislang galten Eisenbahnverbindungen als vergleichsweise sicher, Millionen Ukrainer – Zivilisten wie Soldaten – sind auf der Schiene unterwegs. In der vergangenen Woche aber war ein Zug im Bezirk Charkiw getroffen worden. Am Freitag beschoss die russische Armee Gleisanlagen bei Saporischschja, im Bezirk Cherson wurde ein Bus von einer Artilleriegranate getroffen. Insgesamt starben bei diesen Angriffen sieben Menschen. Russland habe sich umorientiert, so Selenskij, es konzentriere seine Angriffe nun auf logistische Knotenpunkte, vor allem jene der Eisenbahn. Nach dem „Energie-Krieg“, so erscheint es, hat nun der „Eisenbahn-Krieg“ begonnen.

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