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Montag, 23. März 2026
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Nahost: Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen stoppen

Medienspektrum

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1. Februar
Die Zeit (Politik)

Nahost: Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen stoppen

Israel will die Einsätze der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Gazastreifen unterbinden. Das Diasporaministerium teilte dazu mit, man habe "Schritte zur Beendigung der Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen" eingeleitet, weil MSF gegen ein neues Registrierungsverfahren verstoßen habe. Demnach seien keine Listen palästinensischer Ortskräfte vorgelegt worden. Die Organisation müsse das Gebiet bis zum 28. Februar verlassen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. MSF kritisierte, dass Israel mit seinem Vorgehen "die lebensnotwendige medizinische Versorgung von Menschen in Not" unterbreche. Die Begründung sei ein Vorwand, um humanitäre Hilfe zu verhindern: "Die israelischen Behörden zwingen humanitäre Organisationen zu einer unmöglichen Wahl: Entweder sie setzen ihre Mitarbeiter Risiken aus oder sie unterbrechen die lebensnotwendige medizinische Versorgung von Menschen in Not." Israel hatte verlautbart, das neue Registrierungsverfahren solle "legitime humanitäre Arbeit" ermöglichen und zugleich "den Missbrauch humanitärer Strukturen für feindliche Aktivitäten und Terrorismus" verhindern. Die Vorgaben würden für alle in der Region tätigen Hilfsorganisationen gelten. MSF hatte am Freitag mitgeteilt, man habe entschieden, keine Liste der palästinensischen und internationalen Mitarbeitenden an israelische Behörden zu übermitteln. Vorausgegangen seien demnach monatelange, erfolglose Versuche, in einen Dialog einzutreten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Kritiker sehen Gefahr für willkürliche Entscheidungen Zur Begründung verwies MSF auf Sicherheitsbedenken: "Denn in den besetzten palästinensischen Gebieten wurden medizinische und humanitäre Helfer immer wieder eingeschüchtert, willkürlich inhaftiert und angegriffen", hieß es in der Mitteilung von MSF. Seit Oktober 2023 seien 1.700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens sowie 15 Kollegen und Kolleginnen von MSF im Gazastreifen getötet worden, teilte die Organisation mit. Israel hatte zu Jahresbeginn bereits zahlreichen Hilfsorganisationen die Lizenz entzogen. Kritiker sehen in den neuen Registrierungsauflagen unklare Bestimmungen, die willkürliche Entscheidungen ermöglichen. Organisationen sollen demnach auch vertrauliche Informationen über palästinensische Mitarbeiter offenlegen und auf Verlangen Mitarbeiter entlassen, ohne dass dafür Gründe genannt werden müssen. Minister wirft MSF Beschäftigung von Terroristen vor Israels Diasporaminister Amichai Chikli erneuerte unterdessen seine schweren Vorwürfe gegen die MSF: "Uns ist bekannt, dass Ärzte ohne Grenzen Personen beschäftigt, die in Terrororganisationen aktiv sind – deshalb verbirgt (die Organisation) ihre Mitarbeiterlisten", hieß es in Chiklis Mitteilung. Die Organisation arbeite auch in Abstimmung mit dem von der islamistischen Terrororganisation kontrollierten Hamas-Gesundheitsministerium. MSF wies zuvor schon ähnliche Vorwürfe des Ministers zurück. Die Organisation teilte Anfang Januar mit, man würde niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt seien. Dies widerspreche ihren grundlegenden Werten und ihrer Ethik. Statt auf die Bedenken zur Weitergabe sensibler Daten einzugehen, ignoriere das zuständige Ministerium wiederholte Anfragen nach einem Treffen und werfe Ärzte ohne Grenzen in den Medien vor, wissentlich mutmaßliche Terroristen zu beschäftigen. Aktuelle Entwicklungen im Gazastreifen lesen Sie in unserem Liveblog.

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1. Februar
Handelsblatt

Nahost: Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Gaza stoppen

Nahost: Israel will Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Gaza stoppen Tel Aviv/Gaza. Israel will Einsätze von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Gazastreifen unterbinden. Das Diaspora-Ministerium teilte mit, man habe „Schritte zur Beendigung der Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen“ eingeleitet. Anlass sei der Verstoß gegen ein neues Registrierungsverfahren: MSF habe keine Listen palästinensischer Ortskräfte vorgelegt. Die Organisation müsse den Gazastreifen deshalb bis zum 28. Februar verlassen, heißt es in der Mitteilung. Das Registrierungsverfahren ziele darauf ab, „legitime humanitäre Arbeit zu ermöglichen und zugleich den Missbrauch humanitärer Strukturen für feindliche Aktivitäten und Terrorismus zu verhindern“. Diese Vorschrift gelte für alle in der Region tätigen humanitären Organisationen. Ärzte ohne Grenzen teilte am Sonntag mit, man habe die Namen der Mitarbeiter nicht herausgegeben, „da die israelischen Behörden keine konkreten Zusicherungen geben konnten, die die Sicherheit unserer Mitarbeiter gewährleisten, ihre personenbezogenen Daten schützen und die Unabhängigkeit unserer medizinischen Einsätze sichern“. Es sei die Pflicht der Organisation, die eigenen Kollegen vor Schaden zu bewahren und inmitten einer humanitären Katastrophe und unvorstellbaren Leids weiterhin medizinische Hilfe zu leisten. Davor hatte MSF am Freitag mitgeteilt, entschieden zu haben, keine Liste seiner palästinensischen und internationalen Mitarbeitenden an die israelischen Behörden weiterzugeben. Vorangegangen seien monatelange erfolglose Versuche, mit den israelischen Behörden in einen Dialog zu treten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Entscheidung begründete die Organisation dann ebenfalls mit der Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter. „Denn in den besetzten palästinensischen Gebieten wurden medizinische und humanitäre Helfer immer wieder eingeschüchtert, willkürlich inhaftiert und angegriffen“, hieß es in der Mitteilung von MSF. Seit Oktober 2023 seien 1.700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens sowie 15 Kollegen und Kolleginnen von MSF im Gazastreifen getötet worden. Kritik an Auflagen und Vorwurf willkürlicher Entscheidungen Israel hatte zu Jahresbeginn Dutzenden Hilfsorganisationen die Lizenz entzogen. Kritiker sehen in den Registrierungsauflagen für internationale Hilfsorganisationen unklare Bestimmungen, die willkürliche Entscheidungen ermöglichen. Organisationen sollen demnach auch vertrauliche Informationen über palästinensische Mitarbeiter offenlegen und auf Verlangen Mitarbeiter entlassen, ohne dass dafür Gründe genannt werden. Die Beteiligung einer Konfliktpartei an der Personalüberprüfung wird als Verstoß gegen humanitäre Grundsätze wie Neutralität und Unabhängigkeit bewertet. Israel erhebt schwere Vorwürfe gegen Ärzte ohne Grenzen Israels Diaspora-Minister Amichai Chikli erneuerte schwere Vorwürfe gegen die Hilfsorganisation, die diese bereits zurückgewiesen hatte. „Uns ist bekannt, dass Ärzte ohne Grenzen Personen beschäftigt, die in Terrororganisationen aktiv sind – deshalb verbirgt (die Organisation) ihre Mitarbeiterlisten“, hieß es in Chiklis Mitteilung. MSF arbeite auch in Abstimmung mit dem von der islamistischen Terrororganisation kontrollierten Hamas-Gesundheitsministerium. Ärzte ohne Grenzen hatte Anfang Januar erklärt, die Hilfsorganisation würde niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt seien. Dies widerspreche ihren grundlegenden Werten und ihrer Ethik. Statt auf die Bedenken zur Weitergabe sensibler Daten einzugehen, ignoriere das zuständige Ministerium wiederholte Anfragen nach einem Treffen und werfe Ärzte ohne Grenzen in den Medien vor, wissentlich mutmaßliche Terroristen zu beschäftigen. Sorge um medizinische Versorgung in Gaza Ärzte ohne Grenzen zufolge ist mangelnde medizinische Versorgung im Gazastreifen trotz der seit mehr als drei Monaten herrschenden Waffenruhe weiterhin ein großes Problem. „Inmitten der anhaltenden humanitären Katastrophe im Gazastreifen und der extremen Gewalt gegen Mitarbeitende des Gesundheitswesens zwingen die israelischen Behörden humanitäre Organisationen zu einer unmöglichen Entscheidung: Entweder, sie geben sensible Daten ihrer Mitarbeitenden weiter, oder sie müssen ihre lebenswichtige medizinische Versorgung für die Menschen in den besetzten palästinensischen Gebieten unterbrechen“, schrieb MSF. Die Organisation warnte vor „verheerenden Auswirkungen“ mit Blick auf die humanitäre Lage in den palästinensischen Gebieten, sollte sie ihre Arbeit einstellen müssen. Man sei weiterhin offen für einen Dialog mit Israel. In der israelischen Mitteilung hieß es, es würden nun „Maßnahmen geprüft, um alternative medizinische Lösungen bereitzustellen und die Kontinuität der humanitären Hilfe für die Bewohner des Gazastreifens nach dem Abzug der Organisation sicherzustellen“.

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1. Februar
Handelsblatt

+++ Nahost +++: Israel: Gaza-Grenzübergang Rafah öffnet am Montag

Nahost: Israel – Gaza-Grenzübergang Rafah öffnet am Montag Präsidentenwahl im Irak erneut verschoben Israel will Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ in Gaza verbieten Israel will Einsätze von Ärzte ohne Grenze (MSF) im Gazastreifen unterbinden. Das Diaspora-Ministerium teilte mit, man habe „Schritte zur Beendigung der Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen“ eingeleitet. Anlass sei der Verstoß gegen ein neues Registrierungsverfahren: MSF habe keine Listen palästinensischer Ortskräfte vorgelegt. Die Organisation müsse den Gazastreifen deshalb bis zum 28. Februar verlassen, heißt es in der Mitteilung. Das Registrierungsverfahren ziele darauf ab, „legitime humanitäre Arbeit zu ermöglichen und zugleich den Missbrauch humanitärer Strukturen für feindliche Aktivitäten und Terrorismus zu verhindern“. Diese Vorschrift gelte für alle in der Region tätigen humanitären Organisationen. Ärzte ohne Grenzen hatte am Freitag mitgeteilt, entschieden zu haben, keine Liste seiner palästinensischen und internationalen Mitarbeitenden an die israelischen Behörden weiterzugeben. Vorangegangen seien monatelange erfolglose Versuche, mit den israelischen Behörden in einen Dialog zu treten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Ajatollah Chamenei warnt USA vor „regionalem Krieg“ Irans oberster Führer hat im Falle eines US-Angriffs vor einem regionalen Krieg gewarnt. „Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein“, sagte Ajatollah Ali Chamenei der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen, sagte der Religionsführer, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat. „Aber das iranische Volk wird jemandem, der angreift oder Schaden zufügt, einen harten Schlag versetzen.“ Trump: Indien ersetzt Öl aus Iran mit venezolanischem Öl Die USA erhöhen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran. Indien werde künftig Öl aus Venezuela beziehen und damit Importe aus der Islamischen Republik vermeiden, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Florida. „Wir haben diesen Deal bereits gemacht“, erklärte der Präsident, ohne Einzelheiten zu nennen. Erklärtes Ziel der US-Regierung sind Sanktionen, um die Regierung in Teheran im Streit über das Atomprogramm und über die brachiale Niederschlagung von Protesten zum Einlenken zu zwingen. Öl-Exporte sind die wichtigsten Devisen-Einnahmen Irans. Die US-Regierung hatte in dieser Woche einige Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie gelockert, um den Verkauf von Rohöl zu erleichtern. Trump brachte am Samstag zudem China als weiteren möglichen Abnehmer ins Spiel. Die Volksrepublik sei willkommen und könne ebenfalls ein „großartiges Geschäft“ mit Öl machen, sagte der Präsident. Iran stuft EU-Streitkräfte als Terrororganisationen ein Der Iran stuft nun alle Streitkräfte von EU-Ländern als Terrorgruppen ein. Dies teilte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Kalibaf am Sonntag mit. Damit reagierte Teheran auf einen jüngsten Beschluss von EU-Außenministern, die paramilitärische Revolutionsgarde der Islamischen Republik wegen ihres blutigen Vorgehens gegen regierungskritische Proteste als Terrororganisation einzustufen. Anzeichen für Gespräche zwischen USA und Iran Iranische Staatsmedien führen Explosionen auf Gaslecks zurück Iranische Medien und Behörden haben zwei Explosionen am Samstag auf Gaslecks zurückgeführt. In der Hafenstadt Bandar Abbas handele es sich nach einer ersten Einschätzung um ein solches Leck, sagte der örtliche Feuerwehrchef Mohammed Amin Liakat in einem von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichten Video. Auch im Fall der Explosion in der Stadt Ahwas mit vier Toten berichtete die Zeitung „Tehran Times“ von einem Gasunglück. Spekulationen in sozialen Medien über einen gezielten Anschlag auf einen Kommandeur der Revolutionsgarden in Bandar Abbas wies die Agentur Tasnim als „völlig falsch“ zurück. Israel bestritt jede Verwicklung. Ein im Internet verbreitetes Video zeigte Trümmer und zerstörte Autos vor einem beschädigten Gebäude in Bandar Abbas. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Ort der Aufnahme verifizieren, nicht jedoch den Zeitpunkt. Bandar Abbas ist der wichtigste Containerhafen des Landes und liegt an der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf dem Seeweg passieren. Bereits im April war es im Hafen zu einer schweren Explosion gekommen, bei der Dutzende Menschen starben und die damals mit Sicherheitsmängeln begründet wurde. Übergang zwischen Ägypten und Gaza soll begrenzt öffnen Der seit fast einem Jahr geschlossene Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen soll am Sonntag wieder begrenzt für den Personenverkehr öffnen. Damit könnten nach langer Wartezeit wieder Palästinenser über Rafah aus dem Kriegsgebiet aus- und unter bestimmten Bedingungen auch einreisen. Israels zuständige Cogat-Behörde sowie die Armee hatten den Schritt am Freitag angekündigt. Hilfslieferungen sollen aber unverändert über andere Grenzübergänge nach Gaza kommen. Rafah gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt außerhalb des strikt abgeriegelten Küstengebiets. Er ist der einzige Grenzübergang, der nicht nach Israel führt. Israels Militär kontrolliert derzeit aber auch die palästinensische Seite des Übergangs. Die Armee hatte während der Offensive im Gazastreifen im Mai 2024 auf palästinensischer Seite die Kontrolle übernommen.

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