CSD in Berlin: Auto fährt in Menschenmenge – ein Toter und mehrere Verletzte
live •Großeinsatz am Tiergarten Transporter fährt in Menschenmenge – mindestens ein Toter und mehrere Verletzte bei CSD in Berlin
Schwerer Vorfall beim Christopher Street Day in Berlin: Es gibt rund 15 Verletzte, davon einige lebensgefährlich. Zeugen berichten auch von Stichverletzungen. Die Polizei dementiert die Festnahme eines Tatverdächtigen. Die Entwicklungen im News-Update.
Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Wichtige Updates
Sortierung
CSD abgebrochen, ein Todesopfer, viele Verletzte – der Überblick
Was wir wissen:
- Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin den Christopher Street Day gefeiert.
- Gegen 22 Uhr wird das Fest plötzlich abgebrochen. Nach Angaben der Polizei kommt es zu dem größeren Polizeieinsatz im Tiergarten.
- Laut Polizei fuhr ein weißer Lieferwagen am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße.
- Dort habe das Fahrzeug mehrere Personen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor es mit einem Baum kollidiert sei. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich letztlich in unbekannte Richtung entfernt.
- Laut Polizei starb eine Person, 16 weitere werden wegen teils schweren Verletzungen behandelt. Zeugen zufolge soll es sich auch um Stichverletzungen handeln, Details sind unklar.
- Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen.
- »Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen«, sagt ein Polizeisprecher in einem Video auf X.
- Es läuft ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. Auch Spezialeinheiten sind beteiligt.
Was wir nicht wissen:
- Was genau passiert ist, ist noch unklar.
- Dazu zählen Ablauf und die Hintergründe der Tat.
- Bislang wurde laut Polizei keine tatverdächtige Person gefasst. Auch ist noch unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelt.
(Material von der Nachrichtenagentur dpa)
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Merz spricht von »abscheulicher Tat«
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Geschehnisse am Berliner Tiergarten verurteilt. Es handele sich um eine »abscheuliche Tat«, zitiert die Nachrichtenagentur AFP eine Sprecher von Merz. Der Kanzler stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) »in engstem Kontakt« und werde von den Sicherheitsbehörden »fortlaufend unterrichtet«. Merz und Dobrindt »danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen«, so der Sprecher.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Hintergrund: CSD
In Berlin nahmen hunderttausende Menschen unter dem Motto »Haltung ist hot« am Christopher Street Day teil. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar »Stonewall Inn« in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen queeren Bewegung gelten. Die Veranstalter wollen mit dem CSD ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf, ehe die Veranstaltung abgebrochen wurde.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Polizei dementiert Berichte über Festnahme
Erste Medien berichteten über eine Festnahme nach dem Vorfall am Berliner Tiergarten. Eine Polizeisprecherin dementierte jedoch auf SPIEGEL-Anfrage. Demnach sei noch keine Person im Zuge der Vorfälle festgenommen worden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
16 Verletzte, eine tote Person
Die Einsatzkräfte vor Ort haben mitgeteilt, dass sich die Zahl Verletzten auf 16 erhöht hat. Das berichten mein Kollege Florian Kistler und meine Kollegin Jaya Mirani. Zuvor hatte die Polizei noch von 14 Verletzten gesprochen. Laut einem Feuerwehrsprecher wurden drei Personen lebensbedrohlich verletzt, acht schwer und fünf leicht. 30 Personen seien betroffen, aber unverletzt. Sie hätten aber die Tat mitbekommen und würden psychologisch betreut werden. Eine Person starb, Reanimationsversuche vor Ort blieben erfolglos.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Florian Kistler
Reporter in Berlin
Polizei: Zeugen sollen von Stichverletzungen gesprochen haben
Laut Polizeisprecher Florian Nath sollen Zeugen mitgeteilt haben, dass Menschen mit Stichverletzungen auf dem Boden gelegen haben. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Innensenatorin bricht Urlaub ab
Berlins Innensenatorin Iris Spranger will laut einem Polizeisprecher vorzeitig aus dem Urlaub zurückkehren, wie meine Kollegin Jaya Mirani am Ort des Vorfalls erfahren hat. Derzeit vertritt Berlins Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) seine Parteikollegin.
»Ich bin entsetzt über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von Teilnehmenden friedlich gefeiert haben«, teilte die Politikerin mit. Sie stehe mit den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt.
»Ich bin entsetzt über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von Teilnehmenden friedlich gefeiert haben«, teilte die Politikerin mit. Sie stehe mit den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt.
Berliner Senator warnt vor Spekulationen
Christian Gaebler, Berlins Stadtentwicklungssenator, vertritt derzeit Innensenatorin Iris Spranger, die im Urlaub ist. Gaebler stellt sich gegen Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise für einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, sagte der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts zu sagen. Es sei auch besser, noch nicht zu spekulieren. »Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.« Das mache die Sache unübersichtlich.
Gaebler zeigte sich bestürzt über den Vorfall – insbesondere bei einer Veranstaltung, bei der Hunderttausende »für Vielfalt, für Zusammenleben und für Achtung voreinander demonstriert« hätten.
Gaebler zeigte sich bestürzt über den Vorfall – insbesondere bei einer Veranstaltung, bei der Hunderttausende »für Vielfalt, für Zusammenleben und für Achtung voreinander demonstriert« hätten.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Florian Kistler
Reporter in Berlin
Straßen weitläufig abgesperrt
In der Nähe des Tatortes laufen vereinzelt noch kleine Teilnehmergruppen des CSD durch die Straßen in der warmen Sommernacht. Sie wirken gefasst, manche haben Getränke bei sich. Am Kemperplatz ist die Polizei und Feuerwehr mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften und Wagen im Einsatz. Viele umliegende Straßen sind weitläufig abgesperrt.
Foto: Ralf Hirschberger / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Bürgermeister Wegner spricht vor Ort
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, ist am Ort des Vorfalls angekommen, wie meine Kollegin Jaya Mirani berichtet. »Wir haben heute einen großartigen CSD erlebt«, sagte Wegner den Anwesenden. Der Tag sei durch »diese schreckliche Tat beendet« worden. Eine Person sei gestorben, viele verletzt. »Ich kann sagen, dass Berlin als Stadt der Freiheit und der Vielfalt sich weiter stärken und positionieren wird. Wir werden uns unsere Art und Weise des Lebens und des Zusammenlebens nicht nehmen lassen«, so Wegner. Der Bürgermeister habe bei seinem Statement gefasst und nüchtern gewirkt, berichtet meine Kollegin.
»Jetzt geht es darum, die Lage zu analysieren, wo es Schwachstellen gab im Sicherheitskonzept«, so Wegner. »Ich sehe sie nicht.« Sollte irgendwann die Frage aufkommen, ob die Tat hätte verhindert werden können, könnte diese Aussage als Versuch gedeutet werden, etwaige Kritik zu entkräften.
»Jetzt geht es darum, die Lage zu analysieren, wo es Schwachstellen gab im Sicherheitskonzept«, so Wegner. »Ich sehe sie nicht.« Sollte irgendwann die Frage aufkommen, ob die Tat hätte verhindert werden können, könnte diese Aussage als Versuch gedeutet werden, etwaige Kritik zu entkräften.
Foto: Ralf Hirschberger / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Queer-Beauftragter spricht von »großem Trauertag«
Alfonso Pantisano, Queer-Beauftragter des Berliner Senats, sagte dem »Tagesspiegel«, er sei »vollkommen erschüttert« über die Tat. »Für die queere Community ist das ein großer Trauertag.« Sie dürfe sich gerade jetzt nicht einschüchtern lassen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Wegner spricht von »Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft«
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner geht offenbar nicht von einem Unfall aus. Auf der Plattform X schreibt er von einem »Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft«. Nach einem »friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert«, teilte er mit. »Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.« Wegner bedankte sich bei den Einsatzkräften.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Berliner Senator warnt vor Spekulationen
Christian Gaebler, Berlins Stadtentwicklungssenator, vertritt derzeit Innensenatorin Iris Spranger, die im Urlaub ist. Gaebler stellt sich gegen Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise für einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, sagte der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts zu sagen. Es sei auch besser, noch nicht zu spekulieren. »Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.« Das mache die Sache unübersichtlich.
Gaebler zeigte sich bestürzt über den Vorfall – insbesondere bei einer Veranstaltung, bei der Hunderttausende »für Vielfalt, für Zusammenleben und für Achtung voreinander demonstriert« hätten.
Gaebler zeigte sich bestürzt über den Vorfall – insbesondere bei einer Veranstaltung, bei der Hunderttausende »für Vielfalt, für Zusammenleben und für Achtung voreinander demonstriert« hätten.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Bundeskanzler Merz wird »laufend informiert«
Die »Berliner Morgenpost« hat einen Sprecher von Kanzler Merz erreicht. Der Bundeskanzler werde »laufend informiert und ist mit Innenminister Dobrindt im engsten Kontakt. Seine Gedanken sind bei den Opfern«, heißt es.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Polizei: Mindestens ein Todesopfer
Die Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen: Es gibt mindestens einen Toten, wie die Polizei laut Nachrichtenagentur dpa mitteilt. Einem Sprecher zufolge werden 14 weitere Personen derzeit wegen Verletzungen behandelt. Manche der Opfer seien schwer verletzt worden, als ein Lieferwagen am Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren sei.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten im Einsatz. Foto: Fabian Sommer/dpa
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Polizei sucht im Tiergarten nach Spuren
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im betroffenen Bereich des Tiergartens unterwegs. Polizisten leuchteten den Bereich zwischen Potsdamer Platz und der Südseite des Tiergartentunnels aus, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa. Sie suchten nach Spuren. Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Großeinsatz in Berlin
Zeugen erzählen dem Sender rbb, Hubschrauber kreisten über dem Gelände. Zahlreiche Polizisten und Rettungskräfte sind im Einsatz. »Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen«, sagte Polizeisprecher Florian Nath in einem Video auf X.
Foto: Antoine Lambroschini / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Appell der CSD-Veranstalter: »Bitte geht nach Hause«
Auch in sozialen Medien rufen die CSD-Veranstalter dazu auf, das Gelände zu verlassen. »Abbruch« und »Bitte geht nach Hause, der CSD ist abgebrochen!« ist auf Deutsch sowie auf Englisch in der Instagram-Story der Veranstalter zu lesen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Polizei: Fahrzeug soll mehrere Menschen angefahren haben
Nach ersten Angaben der Polizei soll ein Fahrzeug mehrere Menschen beim Christopher Street Day in Berlin angefahren haben. Mutmaßlich sei ein Fahrzeug in den Tiergarten gefahren, teilten die Einsatzkräfte mit.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Abbruch des CSD: Großeinsatz für Polizei und Rettungskräfte
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
CSD in Berlin abgebrochen, Lage unübersichtlich
Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist abgebrochen worden. Die Polizei Berlin bestätigte auf SPIEGEL-Anfrage, dass es einen »größeren Polizeieinsatz« am Rande des Tiergartens gebe. Die Polizei kümmere sich gemeinsam mit Rettungskräften um mehrere Verletzte. Erste Ermittlungen »gehen in die Richtung, dass ein Auto in die Menschenmenge gefahren sein könnte«, sagte ein Sprecher.
Die »Bild«-Zeitung berichtet unter Berufung auf einen Augenzeugen, ein weißer Transporter sei im Tiergarten in eine Menschenmenge gerast. Demnach ereignete sich der Vorfall gegen 22 Uhr auf Höhe der Lennéstraße. Die Veranstalter teilten in den sozialen Medien mit: »Bitte verlasst das Gelände ruhig und geordnet. Bitte meidet die Siegessäule und den Tiergarten. Verlasst das Gelände Richtung Hauptbahnhof.«
Die »Bild«-Zeitung berichtet unter Berufung auf einen Augenzeugen, ein weißer Transporter sei im Tiergarten in eine Menschenmenge gerast. Demnach ereignete sich der Vorfall gegen 22 Uhr auf Höhe der Lennéstraße. Die Veranstalter teilten in den sozialen Medien mit: »Bitte verlasst das Gelände ruhig und geordnet. Bitte meidet die Siegessäule und den Tiergarten. Verlasst das Gelände Richtung Hauptbahnhof.«
Laut »Tagesspiegel« wurde das Programm abgebrochen, während eine Michael-Jackson-Show lief. Der CSD-Vorstand betrat demnach die Bühne und teilte mit: »Leider müssen wir die Veranstaltung aufgrund einer schwierigen Situation vorzeitig beenden.«
Teilnehmende beim CSD in Berlin. Foto: Fabian Sommer / dpa
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen