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Montag, 20. Juli 2026
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Bundeskanzler - Merz sieht "Vertrauenskrise der Demokratie" und verteidigt Sozialreformen

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20. Juli
Deutschlandfunk

Bundeskanzler - Merz sieht "Vertrauenskrise der Demokratie" und verteidigt Sozialreformen

Die Tonlage im Bundestag sei zuletzt keine Werbung für die Demokratie gewesen, sagte der CDU-Vorsitzende dem ZDF. Er kritisierte eine "persönliche Herabsetzung" durch nahezu alle Parteien. Das schade der Demokratie. Er sei nach der letzten Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause sehr besorgt nach Hause gefahren. Merz bleibt dabei: Die Menschen in Deutschland müssen mehr arbeiten Der Bundeskanzler sprach von "ewiger Nörgelei" und einem "Schlechtreden" des Landes, dabei biete Deutschland so viele Möglichkeiten. Er bleibe auch dabei, dass mehr Arbeitsstunden geleistet werden müssten. Merz betonte aber, dass er niemandem persönliche Faulheit unterstelle. Die Produktivität und die wirtschaftliche Leistung hält er aber nach wie vor für zu niedrig. "Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollen, müssen wir dafür gemeinsam arbeiten", erklärte er. Einschnitte durch Sozialreformen "zum Teil schmerzhaft" Für die Sozialreformen warb Merz um Verständnis. Die Staatsfinanzen seien angespannt. Die Regierung müsse auf die Demografie Rücksicht nehmen und jahrzehntelang verschleppte Reformen angehen. Einschnitte seien da zum Teil schmerzhaft. Seinen Worten zufolge will der Kanzler vor allem den drohenden Anstieg der Beiträge für die Sozialversicherungen stoppen. Zuerst mit der Gesundheitsreform, im Herbst sollen eine Pflege- und eine Rentenreform folgen. Merz deutet Kabinettumbildung an Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn erwägt der Bundeskanzler auch eine Kabinettsumbildung. Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken, sagte der CDU-Chef. Er kündigte an, bald eine Nachfolge für den Posten des Fraktionschefs vorzuschlagen. Spahn war am Samstag nach Kritik an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA zurückgetreten. Mehr zu diesem Thema: „Der Spagat wurde größer als ich erwartet hatte“: Das Rücktrittsschreiben von Unionsfraktionschef Spahn im Wortlaut Liminski (CDU): Spahn hat die Glaubwürdigkeitsfrage selbst beantwortet Spahns Fehltritt: Kann die CDU den Schaden begrenzen? Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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20. Juli
Deutschlandfunk

Bundeskanzler - Merz sieht "Vertrauenskrise der Demokratie"

Die Tonlage im Bundestag sei zuletzt keine Werbung für die Demokratie gewesen, sagte der CDU-Vorsitzende dem ZDF. Er kritisierte eine "persönliche Herabsetzung" durch nahezu alle Parteien. Das schade der Demokratie. Er sei nach der letzten Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause sehr besorgt nach Hause gefahren. Merz bleibt dabei: Die Menschen in Deutschland müssen mehr arbeiten Der Bundeskanzler sprach von "ewiger Nörgelei" und einem "Schlechtreden" des Landes, dabei biete Deutschland so viele Möglichkeiten. Er bleibe auch dabei, dass mehr Arbeitsstunden geleistet werden müssten. Merz betonte aber, dass er niemandem persönliche Faulheit unterstelle. Die Produktivität und die wirtschaftliche Leistung hält er aber nach wie vor für zu niedrig. "Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollten, müssten wir dafür gemeinsam arbeiten", erklärte er. Einschnitte durch Sozialreformen "zum Teil schmerzhaft" Für die Sozialreformen warb Merz um Verständnis. Die Staatsfinanzen seien angespannt. Die Regierung müsse auf die Demografie Rücksicht nehmen und jahrzehntelang verschleppte Reformen angehen. Einschnitte seien da zum Teil schmerzhaft. Seinen Worten zufolge will der Kanzler vor allem den drohenden Anstieg der Beiträge für die Sozialversicherungen stoppen. Zuerst mit der Gesundheitsreform, im Herbst sollen eine Pflege- und eine Rentenreform folgen. Merz deutet Kabinettumbildung an Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn erwägt der Bundeskanzler auch eine Kabinettsumbildung. Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken, sagte der CDU-Chef. Er kündigte an, bald eine Nachfolge für den Posten des Fraktionschefs vorzuschlagen. Spahn war am Samstag nach Kritik an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA zurückgetreten. Mehr zu diesem Thema: „Der Spagat wurde größer als ich erwartet hatte“: Das Rücktrittsschreiben von Unionsfraktionschef Spahn im Wortlaut Liminski (CDU): Spahn hat die Glaubwürdigkeitsfrage selbst beantwortet Spahns Fehltritt: Kann die CDU den Schaden begrenzen? Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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19. Juli
Deutschlandfunk

Bundeskanzler - Merz sieht "Vertrauenskrise der Demokratie"

Die Tonlage im Bundestag sei zuletzt keine Werbung für die Demokratie gewesen, sagte der CDU-Vorsitzende dem ZDF. Er kritisierte eine "persönliche Herabsetzung" durch nahezu alle Parteien. Das schade der Demokratie. Er sei nach der letzten Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause sehr besorgt nach Hause gefahren. Merz bleibt dabei: Die Menschen in Deutschland müssen mehr arbeiten Der Bundeskanzler sprach von "ewiger Nörgelei" und einem "Schlechtreden" des Landes, dabei biete Deutschland so viele Möglichkeiten. Er bleibe auch dabei, dass mehr Arbeitsstunden geleistet werden müssten. Merz betonte aber, dass er niemandem persönliche Faulheit unterstelle. Die Produktivität und die wirtschaftliche Leistung hält er aber nach wie vor für zu niedrig. "Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollten, müssten wir dafür gemeinsam arbeiten", erklärte er. Einschnitte durch Sozialreformen "zum Teil schmerzhaft" Für die Sozialreformen warb Merz um Verständnis. Die Staatsfinanzen seien angespannt. Die Regierung müsse auf die Demografie Rücksicht nehmen und jahrzehntelang verschleppte Reformen angehen. Einschnitte seien da zum Teil schmerzhaft. Seinen Worten zufolge will der Kanzler vor allem den drohenden Anstieg der Beiträge für die Sozialversicherungen stoppen. Zuerst mit der Gesundheitsreform, im Herbst sollen eine Pflege- und eine Rentenreform folgen. Merz deutet Kabinettumbildung an Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn erwägt der Bundeskanzler auch eine Kabinettsumbildung. Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken, sagte der CDU-Chef. Er kündigte an, bald eine Nachfolge für den Posten des Fraktionschefs vorzuschlagen. Spahn war am Samstag nach Kritik an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA zurückgetreten. Mehr zu diesem Thema: „Der Spagat wurde größer als ich erwartet hatte“: Das Rücktrittsschreiben von Unionsfraktionschef Spahn im Wortlaut Liminski (CDU): Spahn hat die Glaubwürdigkeitsfrage selbst beantwortet Spahns Fehltritt: Kann die CDU den Schaden begrenzen? Diese Nachricht wurde am 19.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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19. Juli
Die Welt (Politik)

Und dann zürnt der Kanzler über Schlechtredner und Medien in Deutschland

Und dann zürnt der Kanzler über Schlechtredner und Medien in Deutschland Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn muss Friedrich Merz ins Sommerinterview. Es wird kein Befreiungsschlag. Das liegt auch daran, dass der Regierungs- und CDU-Parteichef sich immer wieder triggern lässt, dünnhäutig reagiert und bei berechtigten Fragen ablenkt. Die Kulisse passt nicht zur Stimmung und zu den Problemen des Kanzlers. Weiter hinten gleiten unscharf Boote mit weißen Segeln umher, weiter vorn ist ein Steg mit weiteren Booten zu sehen. Es sieht nach Urlaub aus. Aber nicht für Friedrich Merz. Am Sonntagmorgen ist er zum Yachtclub am Hennesee in Meschede gekommen, ungefähr 27 Kilometer südöstlich von seinem Wohnhaus in Arnsberg-Niedereimer entfernt. Der 70-Jährige trägt ein weißes Hemd zum blauen Sakko, business casual beim Sommerinterview für die ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Freundlich lächelt er zur Begrüßung, auch im ersten Drittel des Interviews. Doch das wird sich später ändern. Es sollte eigentlich eine günstige Gelegenheit werden, noch einmal die jüngsten Erfolge der Bundesregierung zu betonen, und danach bliebe Zeit für etwas Freizeit nach den anstrengenden Monaten in der Regierung. Doch nach dem überraschenden Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) muss Merz eine Regierungskrise managen. In einigen Tagen will er das Problem gelöst haben. Wieder einmal hat ihm Spahn die Sommerpause vermasselt. Im vergangenen Jahr verfolgte den Kanzler die Kontroverse über Richterin Frauke Brosius-Gersdorf weit in die Parlamentspause hinein und darüber hinaus. In der Unionsfraktion rebellierten damals zahlreiche Abgeordnete gegen die von der SPD nominierte Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht, obwohl Spahn der SPD-Fraktionsspitze bereits Zustimmung signalisiert hatte. Schon da geriet Spahn unter Druck. Nun der private Familienzuwachs im Hause von Spahn und dessen Ehemann Daniel Funke, über eine Leihmutterschaft in den USA. In dem knapp zwanzigminütigen Interview schafft Merz so viel Distanz wie möglich zu Spahn. Nicht einmal die persönlichen Glückwünsche an Spahn mag er noch stehen lassen. Dabei hatte Merz vor einigen Tagen selbst erzählt, dass er Spahn gratuliert habe, als dieser ihn telefonisch vorab über die Elternschaft informiert hatte. Im ZDF-Sommerinterview sagt er nun: „Ich habe dem Kind viel Glück gewünscht und hab mir gedacht, naja, hoffentlich geht er kommunikativ damit gut um und erklärt es gut.“ Merz deutet Kabinettsumbau an Merz offenbart auch, dass er das Problem unterschätzt hat und selbst verdrängt hat. Als am vergangenen Mittwoch die Hauptstadt-Journalisten die traditionelle Sommerpressekonferenz mit Merz abhielten, war der Kanzler bereits informiert. Doch er wirkte gut gelaunt und zufrieden in Berlin. Er hat Spahn die Kommunikation überlassen, und die Nachricht über das Leihmutter-Baby kam erst nach der Pressekonferenz in Umlauf. Merz betont jetzt, dass zu wenig Zeit gewesen sei, in Ruhe zu sprechen. Den Eindruck der Zeitnot verstärkt er noch durch eine andere Aussage: Er macht Spahn den Vorwurf, dass er Partei und Fraktion „sehr, sehr spät“ informiert habe. Merz signalisiert zwar, dass ihm die Tragweite von Spahns Entscheidung anfangs auch nicht bewusst gewesen sei, das offenbart er an mehreren Stellen. Der Schaden für die Glaubwürdigkeit seiner Partei sei ihm am Samstag „überdeutlich“ geworden und deswegen habe man dann auch gehandelt. Man könnte unter diesen Umständen auch zu der Erkenntnis kommen: Der Kanzler und auch Spahn haben es laufen lassen, bis es nicht mehr ging. Noch im Interview ein öffentlicher Dank für Spahns Leistung im Reformprozess und dann weiter. Wer Spahn nachfolgen wird, lässt Merz in dem Gespräch offen. Erfahrungsgemäß ist das nicht der richtige Ort, um Personalien zu verkünden. Als Interviewerin Diana Zimmermann ihn nach einem „größeren Umbau“ fragt, greift der Kanzler das immerhin auf. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagt er schmunzelnd. „Sie sehen sehr gut gelaunt aus dabei“, sagt die Interviewerin. In den nächsten Tagen wolle er als CDU-Parteichef mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder einen entsprechenden Vorschlag machen, kündigt Merz an. Merz sieht Aussage über „Nörgler“ aus dem Zusammenhang gerissen Der Kanzler muss sich auch mit den miserablen Umfragewerten auseinandersetzen, mit seinem gebrochenen Wahlkampfversprechen, dass die Schulden nicht erhöht würden. Diese Kritik verfolgt ihn hartnäckig, doch Merz hat sich dagegen imprägniert. Seine persönlichen Unbeliebtheitswerte deutet er um zur Krise der gesamten Demokratie, und bei den Finanzen sei er von anderen Voraussetzungen ausgegangen. Auch den Vorhalt, dass eine versprochene Entlastung bei den Reformen nur bei einem bestimmten Teil der Bevölkerung ankomme, returniert Merz: Er nennt jene ungefähr 600 Euro im Jahr Entlastung für eine Familie mit 60.000 Euro Einkommen und sagt: „Wir können im Augenblick nicht viel mehr machen, weil die Staatsfinanzen sehr angespannt sind.“ Bei den Sozialkosten sagt er: „Wir versuchen im Augenblick den Kostenanstieg zu bremsen, und das ist schwer genug.“ Und dann wird Merz mit einer jüngsten Aussage auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf konfrontiert. Dort sagte er Anfang Juli: „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker. Wegtreten.“ Dieser Ausschnitt gefällt Merz im Sommerinterview nicht. Er beklagt, dass die vorherigen Sätze weggelassen worden seien. Da sei es um ein Zitat von George Bernhard Shaw gegangen und das sei sehr freundlich gewesen. Seine Darstellung trifft allerdings nur bedingt zu, wenn man den damaligen Parteitag beobachtet hat. Die Passage mit Shaw lautete: „Er (Shaw) hat einmal gesagt, diejenigen, die glauben, es geht nicht, werden gebeten, diejenigen nicht zu stören, die es trotzdem versuchen.“ Es war im Grunde lediglich eine gemäßigte Einleitung für den verbalen Kritiker-Nörgler-Rundumschlag, der gut für sich alleinstehen kann. Merz reagiert jedenfalls hier am emotionalsten im Interview. „Ich bin es einfach leid, dass nur schlecht geredet wird über Deutschland. Und deswegen sage ich dann hin und wieder auch mal so was“, entgegnet Merz genervt. Die Interviewerin hält ihm dann vor, dass er selbst auch „schlecht“ über die Deutschen rede, dass er den Arbeitnehmern pauschal unterstelle, dass sie nicht genug arbeiteten und krankfeierten, dass er in der Debatte ums Stadtbild viele Migranten verstört habe. Er unterstelle niemandem Faulheit, sagte Merz. „Sondern ich sage: Unsere Produktivität ist so gering, unsere wirtschaftliche Leistung ist zu gering und da müssen wir was dran tun“. Merz setzt auch zur medialen Generalkritik an: „Sie zeigen immer nur diejenigen, die Kritik an mir äußern. Sie zeigen selten diejenigen, die mal sagen, es ist genauso.“ Er bekomme „sehr viel Zustimmung in der Bevölkerung für das, was ich zu diesen Sachverhalten sage“. Als es um die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern geht, reagiert der Kanzler erneut angefasst. Interviewerin Zimmermann erwähnt die historisch schlechtesten Umfragewerte für die CDU und dass eine Mehrheitsbildung immer schwieriger werde. Merz verweist da auf andere Parteien: „Wir haben gemeinsam ein Problem der politischen Mitte in Deutschland. Wir werden angegriffen von links und rechts.“ Der Kanzler formuliert dramatisch: „Uns darf das Land nicht wegrutschen. Und an der Stelle müssen wir arbeiten.“ Und mit Blick auf die AfD sagt er: „Wir werden versuchen, die Menschen davon zu überzeugen, dass dies ein Irrweg ist für Deutschland.“ Am Ende hat sich Merz abreagiert und lächelt wieder freundlich.

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19. Juli
Deutschlandfunk

Bundeskanzler - Merz spricht von "Vertrauenskrise der Demokratie"

Die Tonlage im Bundestag sei zuletzt keine Werbung für die Demokratie gewesen, sagte der CDU-Vorsitzende dem ZDF. Er kritisierte eine "persönliche Herabsetzung" durch nahezu alle Parteien. Das schade der Demokratie. Er sei nach der letzten Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause sehr besorgt nach Hause gefahren. Merz bleibt dabei: Die Menschen in Deutschland müssen mehr arbeiten Der Bundeskanzler sprach von "ewiger Nörgelei" und einem "Schlechtreden" des Landes, dabei biete Deutschland so viele Möglichkeiten. Er bleibe auch dabei, dass mehr Arbeitsstunden geleistet werden müssten. Merz betonte aber, dass er niemandem persönliche Faulheit unterstelle. Die Produktivität und die wirtschaftliche Leistung hält er aber nach wie vor für zu niedrig. "Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollten, müssten wir dafür gemeinsam arbeiten", erklärte er. Einschnitte durch Sozialreformen "zum Teil schmerzhaft" Für die Sozialreformen warb Merz um Verständnis. Die Staatsfinanzen seien angespannt. Die Regierung müsse auf die Demografie Rücksicht nehmen und jahrzehntelang verschleppte Reformen angehen. Einschnitte seien da zum Teil schmerzhaft. Seinen Worten zufolge will der Kanzler vor allem den drohenden Anstieg der Beiträge für die Sozialversicherungen stoppen. Zuerst mit der Gesundheitsreform, im Herbst sollen eine Pflege- und eine Rentenreform folgen. Merz deutet Kabinettumbildung an Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn erwägt der Bundeskanzler auch eine Kabinettsumbildung. Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken, sagte der CDU-Chef. Er kündigte an, bald eine Nachfolge für den Posten des Fraktionschefs vorzuschlagen. Spahn war gestern nach Kritik an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA zurückgetreten. Mehr zu diesem Thema: „Der Spagat wurde größer als ich erwartet hatte“: Das Rücktrittsschreiben von Unionsfraktionschef Spahn im Wortlaut Liminski (CDU): Spahn hat die Glaubwürdigkeitsfrage selbst beantwortet Spahns Fehltritt: Kann die CDU den Schaden begrenzen? Diese Nachricht wurde am 19.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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19. Juli
Die Zeit (Politik)

Friedrich Merz: Merz wehrt sich gegen Vorwurf, Deutsche als faul bezeichnet zu haben

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Vorwurf zurückgewiesen, deutsche Arbeitnehmer beleidigt zu haben. »Ich habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt«, sagte der CDU-Vorsitzende im ZDF-Sommerinterview. »Ich habe nur gesagt, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland im Augenblick zu niedrig ist.« Produktivität und wirtschaftliche Leistung seien zu gering – »da müssen wir ran«. Konfrontiert mit dem Vorwurf, er würde diejenigen beschimpfen, die das Land am Laufen halten, betonte Merz, er wolle niemandem persönlich zu nahe treten. »Ich versuche, ein Problem zu beschreiben, das wir haben, und ich versuche, aus dieser Problembeschreibung heraus eine Lösung zu entwickeln. Und natürlich geht das nur mit den Menschen.« Deutschland brauche »höhere Leistung« »Wenn wir uns diesen Sozialstaat weiter leisten wollen, dann müssen wir für den Sozialstaat gemeinsam arbeiten«, sagte der Kanzler. In einer Demokratie brauche man Zustimmung in der Breite der Bevölkerung. »Die haben wir im Augenblick nicht in dem Umfang. Deswegen werden wir noch viel mehr erklären müssen. Aber es hat keinen Sinn, etwas gesundzubeten, was im Augenblick nicht gesund ist«, sagte der Kanzler. »Ich weiß, wie viel Menschen leisten und arbeiten.« Er sehe das in Krankenhäusern, Pflegeheimen und an vielen anderen Stellen. »Ich sage aber auch: Insgesamt müssen wir in diesem Land einfach eine höhere Leistung erbringen. Und dazu stehe ich«, sagte Merz. Anfang des Jahres hatte der Wirtschaftsflügel der CDU einen Vorstoß gestartet, den Rechtsanspruch auf Teilzeit abzuschaffen. Um den Begriff »Lifestyle-Teilzeit« war eine Debatte um die Arbeitszeit der Deutschen gestartet. Auch Friedrich Merz hat sich in der Vergangenheit kritisch über die verbreitete Teilzeitarbeit geäußert. Die Anzahl an Krankheitstagen bei deutschen Arbeitnehmenden hatte er außerdem als zu hoch eingeschätzt.

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19. Juli
ZDF heute

Friedrich Merz im ZDF: Waren seine Aussagen immer korrekt?

Sommerinterview mit dem Bundeskanzler:Friedrich Merz im ZDF: Waren seine Aussagen immer korrekt? von Jan Henrich, Nils Metzger, Beate Seck Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigte im ZDF-Sommerinterview seine Reformen und forderte mehr Leistung von den Menschen. Waren seine Aussagen sachlich richtig? Der Faktencheck. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war am Sonntag zu Gast im ZDF-Sommerinterview. Hauptstadtstudioleiterin Diana Zimmermann konfrontierte ihn dort mit niedrigen Umfragewerten und Kritik an den Reformvorhaben der Bundesregierung. Merz verteidigte seine Politik - viele Menschen würden ihm in der Sache zustimmen. Die Aussagen des Kanzlers im Faktencheck. Arbeiten Schweizer wirklich 200 Stunden mehr im Jahr? Angesprochen auf seine Pläne für eine ärztliche Krankschreibung ab dem ersten Tag, verwies Merz darauf, dass die Zahl der Arbeitsstunden in Deutschland zu niedrig sei: Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr als die Deutschen. Das ist doch nicht Faulheit, die ich jemandem persönlich unterstelle. Sondern ich sage, unsere Produktivität ist zu gering, unsere Leistung ist zu gering und daran müssen wir etwas tun. Bundeskanzler Friedrich Merz Die Zahl lässt sich anhand von Statistiken zwar nachvollziehen, bildet allerdings nicht das Gesamtbild beim Thema Arbeitszeit ab. Sehen Sie hier einen Auszug aus dem ZDF-Sommerinterview mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Darin deutet er eine Kabinettsumbildung an. 19.07.2026 | 0:33 minLaut einer Darstellung des Schweizer Bundesamts für Statistik lag die wöchentliche Arbeitszeit in der Schweiz 2025 bei 42,5 Stunden, in Deutschland nur bei 38,4. Auf ein Jahr gerechnet, wäre das ein Unterschied von rund 200 Stunden. Allerdings gilt das nur für den Vergleich unter Vollzeitbeschäftigten. Nimmt man den Vergleich unter allen Arbeitnehmern, gab es 2024 laut Angaben des Deutschen Statistischen Bundesamts nur noch einen Unterschied von weniger als einer Stunde bei der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit - 35,2 Stunden (Schweiz) verglichen mit 34,3 Stunden (Deutschland). Denn die Teilzeitquote in der Schweiz ist deutlich höher als in Deutschland. Hinzu kommt, dass Schweizer früher in Rente gehen dürfen als Arbeitnehmer in Deutschland. Das gesetzliche Renteneintrittsalter liegt in der Schweiz bei 65 Jahren. Für Frauen, die vor 1964 geboren sind, sogar noch früher. Arbeitszeit allein sagt zudem wenig über die Wirtschaftsleistung eines Landes aus. Spitzenreiter in Europa bei der durchschnittlich geleisteten Wochenarbeitszeit inklusive Teilzeit waren 2024 laut Angaben des Statistischen Bundesamts Griechenland, Rumänien und Bulgarien. "Kleine Paschas", "zu oft krank", "Stadtbild": Bundeskanzler Merz verteidigt im ZDF-Sommerinterview seine Kommunikation. Viele Menschen würden ihm in der Sache zustimmen. 19.07.2026 | 1:17 minStoppen die Reformen den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge? Steigende Sozialabgaben belasten Bürger wie Unternehmen. Gleichzeitig versucht die Bundesregierung den Kostenanstieg bei den Sozialsystemen zu bremsen. Zum Reformpaket bei Rente, Pflege und Krankenversicherung sagte Merz: Das Wichtigste für uns war zunächst einmal, den weiteren drohenden Anstieg der Beiträge für die Sozialversicherung zu stoppen. Und das wird uns mit diesen Reformen gelingen. Bundeskanzler Friedrich Merz Wie belastbar diese Zusicherung des Kanzlers ist, hängt stark vom betrachteten Zeitrahmen ab. Denn für viele Arbeitnehmer, insbesondere junge Singles oder Gutverdiener, bringen die Reformen Einschnitte mit sich. Die Hoffnung ist dafür, dass ihre Beiträge in Zukunft weniger stark ansteigen als ohne Anpassungen. Nimmt man geplante Mehrkosten und Einsparungen aus den Reformplänen zusammen, dann dürfte für viele Bürger auf dem Lohnzettel zunächst weniger übrig bleiben: - Zusätzlicher Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze für 2027 um 300 Euro - Kostenlose Mitversicherung bei Eheleuten fällt vielfach weg - Rentenbeiträge und erhöhte Pauschsteuer auf Minijobs - Erhöhter Beitrag zur Pflegeversicherung für Versicherte ab 23 Jahren ohne Kinder - Ab 2028 ein Zusatzbeitrag von 0,5 Prozent des Bruttolohns für eine Kapitalrente (Anstieg auf zwei Prozent bis 2031) Diese und andere Anpassungen sollen durch eine geplante Reform der Einkommensteuer aufgefangen werden, deren Details aber noch im Bundestag entschieden werden müssen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen geht von einer Stabilisierung der Beiträge nur für eine kurze Zeit aus. "Wir haben jetzt eine solide Grundlage dafür, dass die Krankenkassenbeiträge in den kommenden zwei Jahren insgesamt stabil bleiben können", so GKV-Verbandschef Oliver Blatt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Luft ist da allerdings nicht." Selbst wenn die Sozialversicherungsbeiträge ohne Reformen schneller steigen würden, dürften auf viele Bürger höhere Kosten zukommen. Kanzler Merz hat sich besorgt über den Ton im Parlament geäußert. Von der AfD sei man das inzwischen gewöhnt, mittlerweile aber auch von Linken und Grünen: "Alles derselbe Sound", so Merz. 19.07.2026 | 1:08 minMehr Startup-Gründungen als je zuvor? Merz kritisierte im Gespräch, dass der Standort Deutschland teils schlechtgeredet werde. Er verwies auf die Zahl neuer Unternehmen: Wir haben eine Zahl von Unternehmensgründungen durch junge Menschen in nie gekannter Zahl. Schon im ersten Halbjahr 2026 sind fast so viele neue Unternehmen gegründet worden wie im Jahr 2025 - und das war schon ein Rekordjahr in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz Von Januar bis Ende Juni 2026 wurden in Deutschland 3.053 neue Startups gegründet - das geht aus einer Erhebung des Startup-Verbands von Anfang Juli hervor. "Das sind 52 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2025 und mehr als im gesamten Jahr 2024", schreiben die Autoren. Es sei das gründungsstärkste Halbjahr seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2019. Laut Startup-Verband war bereits 2025 ein "Rekordjahr". Vor allem Gründungen mit KI-Bezug verzeichnen einen Boom. Laut dem KfW-Gründungsmonitor verjüngt sich die deutsche Gründerlandschaft. "Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer insgesamt lag 2025 in Deutschland bei 34,2 Jahren - nochmals leicht niedriger als im Vorjahr mit 34,4 Jahren", heißt es in der Pressemitteilung zum Jahresbericht 2025. "Der Anteil der Gründerinnen und Gründer unter 30 Jahren lag im vergangenen Jahr bei 40 Prozent und damit gleichauf mit dem Rekordwert von 2024." Laut dem Statistischen Bundesamt gab es zuletzt auch bei größeren Unternehmen einen Zuwachs. Dort standen im ersten Quartal 2026 37.500 Gründungen 28.400 Geschäftsaufgaben gegenüber. Die Zahl der Gründungen stieg auch hier gegenüber dem Vorjahr, während die Zahl der Aufgaben zurückging. Insgesamt wurden in diesem Quartal 188.900 neue Gewerbe gegründet, 10,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die massiven Entlassungswellen insbesondere bei deutschen Industrieunternehmen dürfte der Startup-Zuwachs aber kaum ausgleichen. Im Schnitt beschäftigte ein deutsches Startup laut Startup-Verband 2025 lediglich 15,8 Mitarbeiter. 2023 waren es noch 18,9 Mitarbeiter gewesen. Kanzler Merz liegt mit seinem Verweis auf mehr Unternehmensgründungen aber grundsätzlich richtig. Sehen Sie hier einen Auszug aus dem ZDF-Sommerinterview mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Darin geht er auf Distanz zu Jens Spahn. 19.07.2026 | 2:31 minWelche Rolle spielen Frauen in der CDU unter Merz? Auf die Frage, ob nach dem Rücktritt von Jens Spahn auch eine Frau in die Führungsspitze der Union rücken könnte, betonte Merz, dass CDU-Frauen bereits in vielen Führungspositionen vertreten seien. Die Zahl der Frauen unter meinem Vorsitz in der CDU (ist) eine große Zahl nach oben gegangen. Ich tue alles, um das noch besser zu machen. Bundeskanzler Friedrich Merz Die Aussage lässt sich nur teilweise mit Zahlen untermauern. Merz ist seit 2022 Parteivorsitzender der CDU. Der Frauenanteil unter den CDU-Mitgliedern hat sich in dieser Zeit nicht verändert und liegt konstant bei 26,6 Prozent. Veränderungen gibt es insbesondere beim Frauenanteil in Bundesvorstand und Parteipräsidium der CDU. Er ist in der Amtszeit von Friedrich Merz deutlich gestiegen und liegt mittlerweile bei 50 beziehungsweise fast 50 Prozent. Der Anstieg geht auf eine 2022 parteiintern beschlossene Quotenregelung zurück. Der Frauenanteil bei den CDU-Bundestagsabgeordneten ist in dem Zeitraum, in dem Friedrich Merz Parteivorsitzender ist, leicht gesunken, von 23,8 auf 22,0 Prozent. Innerhalb der Bundesregierung werden drei der sieben CDU-Ministerposten von Frauen besetzt. Im letzten Bundeskabinett unter Angela Merkel waren es 2021 drei von sechs. Nach der Debatte um die Leihmutterschaft hat Unions-Fraktionschef Spahn seinen Rücktritt bekannt gegeben. Bundeskanzler Merz hatte ihn zuvor zu diesem Schritt aufgefordert. 18.07.2026 | 2:37 minWurde eine Merz-Rede verkürzend dargestellt? "Warum so ruppig im Ton", wollte Interviewerin Diana Zimmermann von Merz wissen. Beim Parteitag der NRW-CDU Anfang Juli hatte sich Merz über "Nörgler" und "Berufskritiker" empört. Merz kritisierte daraufhin, dass dieses Zitat verkürzend dargestellt werde. Das ist doch nur ein kleiner Auszug aus meiner Rede gewesen. Ich habe zuvor ein Zitat von George Bernard Shaw genannt, das hätten Sie auch bringen können. Und das ist sehr freundlich gewesen. (…) Ich habe gesagt, ich übersetze das jetzt mal in eine unfreundliche Version. Bundeskanzler Friedrich Merz Tatsächlich leitete Merz seine Worte auf dem Parteitag am 4. Juli mit dieser Bemerkung ein: "Wir kommen vom Land und deswegen kann man es auch etwas deutlicher sagen. Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, Empörte, Berufskritiker: wegtreten." Direkt davor zitierte er einen vielfach dem Literaturnobelpreisträger Shaw zugeschriebenen Satz: "Diejenigen, die glauben, es geht nicht, werden gebeten, diejenigen nicht zu stören, die es trotzdem versuchen." Der vielbeachtete Parteitags-Ausruf ist also tatsächlich in einem größeren Kontext gefallen. Merz hat diese "ruppige" Formulierung aber bewusst gewählt und eine Frage nach diesem Kommunikationsstil ist legitim. Mehr zur Bundesregierung - Analyse - KommentarZum Rücktritt des Unions-Fraktionschefs:Spahn ist an sich selbst gescheitertvon Bettina Schausten, ZDF-Chefredakteurinmit Video2:37 - KommentarZum Rücktritt des Unions-Fraktionschefs:Spahn hat der politischen Mitte schweren Schaden zugefügtvon Mathis Feldhoffmit Video17:45 - Fraktionsvorsitz muss neu besetzt werden:Frei, Linnemann, Dobrindt: Wer auf Spahn folgen könntevon Mathis Feldhoffmit Video11:00

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19. Juli
ZDF heute

Friedrich Merz: Der Unvollendete?

Vor dem ZDF-Sommerinterview:Friedrich Merz: Der Unvollendete? von Mathis Feldhoff Kanzler Merz im ZDF-Sommerinterview: Kein Kanzler war je so unbeliebt. Seine Anlaufschwierigkeiten als Regierungschef sind unübersehbar. Und nun tritt auch noch Jens Spahn zurück. Es sind nicht viele Fragen, die Bundeskanzler Friedrich Merz am vergangenen Mittwoch bei seinem Auftritt in der Bundespressekonferenz unbeantwortet lässt. Aber es sind bezeichnenderweise die Frage nach der Vergangenheit und die nach der Zukunft. Was denn seine größten Fehler gewesen seien, will ein Journalist wissen. Merz antwortet mit einer Floskel. Darüber müsse er erst mal "länger nachdenken", sagt er. So wie er nach dem Rücktritt Jens Spahns jetzt wohl über die Nachfolge an der Spitze der Unionsfraktion nachdenken dürfte. Und auch der Zukunftsfrage, ob er denn noch mal antreten wolle, weicht er aus. Der Zeitpunkt sei "jetzt nicht da", so der inzwischen 70-jährige Kanzler. Er konzentriere sich auf die Arbeit der Koalition. Das "absorbiert mich wirklich vollständig". Wird Unions-Fraktionschef Spahn den Leihmutter-Wirbel überstehen? ZDF-Korrespondent Schmiese bezweifelt das. Manche im politischen Berlin hätten "Zweifel, ob er das Wochenende überstehen werde". 18.07.2026 | 2:20 minMerz: "Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker. Wegtreten!" Vielleicht ist die Frage nach der erneuten Kandidatur tatsächlich etwas früh, aber sie ist nicht ohne Substanz. In der CDU, deren Vorsitzender Merz ja auch ist, wird die Frage bei jeder guten Gelegenheit hoch und runter analysiert. Auch, weil die Begeisterung für die Regierungskünste des eigenen Chefs nicht ungebrochen ist. Zu oft hat Merz die Partei enttäuscht. Bei der Aufweichung der Schuldenbremse und dem 500 Milliarden Euro Sondervermögen. Bei den Ankündigungen vom Herbst und Frühjahr der Reformen, die zunächst ausgeblieben waren. Bei der Debatte um die Haltelinie bei der Rente mit der Jungen Union. Und auch bei seiner nicht selten unglücklichen Kommunikation - zuletzt, als er seinen Kritikern auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen zurief: "Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!" Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobt im ZDF-Sommerinterview das Reformpaket der schwarz-roten Koalition. 12.07.2026 | 20:40 minMögliche Nachfolger Wüst oder Söder? Vielleicht ist die Frage nach einer erneuten Kandidatur auch deshalb zu früh, weil die möglichen Nachfolger sich derzeit noch bedeckt halten (müssen). Hendrik Wüst, Ministerpräsident in NRW, will und muss erst seine Landtagswahl im Frühjahr 2027 gewinnen. Der geheime Wunsch Jens Spahns auf die Kanzlerschaft ist nach seinem Rücktritt vorerst geplatzt und ob der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder noch einmal seinen Hut in den Ring wirft, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Allerdings hatte er auch in der Vergangenheit einen öffentlichen Verzicht schon mal revidiert. Aber sollte Ilse Aigner Bundespräsidentin werden, würde eine Kanzlerkandidatur für den Bayern nahezu unerreichbar. Zwei Bayern an der Spitze des Landes würde die CDU nicht ertragen. CSU-Chef Markus Söder unterstützt Ilse Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. 24.04.2026 | 2:03 minMacht Merz weiter? Und dennoch kommt diese Frage an Friedrich Merz nicht aus dem Nichts. Immer wieder macht er deutlich, mit dem Stand der Reformen nicht zufrieden zu sein. In seiner Sommer-Pressekonferenz sagt er: Das alles ist noch nicht ausreichend, um wieder dahin zu kommen, wo ich uns gerne sehen möchte. Friedrich Merz, CDU Aus seinem Umfeld sind das die Signale, die eher darauf hindeuten, dass sich der Bundeskanzler zurzeit eher als der Unvollendete sieht, der weitermachen muss. Bundespräsident Steinmeier sagt im ZDF-Sommerinterview, sein Amt habe sich verändert. Die Frage der Überparteilichkeit sei nicht mehr ausreichend. 15.07.2026 | 9:19 minVor welcher Aufgabe Merz gerade steht Merz sieht sich als derjenige, der Deutschland wieder den Glauben an sich selbst zurückgibt. Als der, der Stabilität und Sicherheit wiederherstellt. Dabei definiert er Stabilität als Funktionieren des Staates. Das Land müsse handlungsfähig sein und von seinen Bürgern auch so wahrgenommen werden. Und der Staat müsse Sicherheit garantieren. Äußere und innere. Er müsse den Bürgern die Ängste nehmen. Nicht nur vor Russland oder Messerattacken, sondern auch vor Wohlstandsverlusten. Laut ZDF-Politbarometer ist die Unzufriedenheit der Bürger mit der Bundesregierung weiterhin groß. 70 Prozent der Befragten sehen auch die Arbeit von Kanzler Merz kritisch. 17.07.2026 | 1:25 minMerz - der unbeliebteste Kanzler Dass diese beiden Grundprämissen derzeit nicht gegeben sind, sei das größte Risiko für die Politik der Mitte und führe ansatzlos zum Erstarken der politischen Ränder. So analysieren sie im Kanzleramt die Aufgabe, vor der der Kanzler und die Koalition derzeit stehen. Auf die Frage, wie das mit einem Mann gelingen könne, der so unbeliebt ist wie kein Kanzler vor ihm, gibt es eine ernüchternde Antwort. Beliebtheit sei kaum noch zu erreichen, wenn man aber dem Kanzler und der Koalition den Respekt der Menschen erarbeiten könnte, wäre schon viel gewonnen. Mathis Feldhoff ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio. Die Termine der ZDF-Sommerinterviews 2026 Friedrich Merz, 19. Juli Das ZDF-Sommerinterview mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sehen Sie am Sonntag um 19:10 Uhr im ZDF und online auf ZDFheute. Quelle: ZDF/Dominik Asbach- Nach Leihmutter-Debatte:Jens Spahn tritt zurückmit Video2:37 - Leihmutter-Debatte:Spahns Rücktritt und die Lawine aus den eigenen Reihenvon Wulf Schmiesemit Video17:45 - AnalyseMerz bei der Sommer-Pressekonferenz:Die vorsichtigen Töne des Bundeskanzlersvon Jan Henrichmit Video3:12 - CDU-Generalsekretär im ZDF:Linnemann sieht Kanzlertausch-Gerücht als "Scheindebatte"von Dominik Rzepkamit Video5:13

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