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Dienstag, 21. Juli 2026
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Italien: Zusammenstöße bei Protesten nach tödlicher Polizeigewalt

Medienspektrum

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21. Juli
Die Zeit (Politik)

Italien: Zusammenstöße bei Protesten nach tödlicher Polizeigewalt

Nach dem Tod eines Mannes während eines Polizeieinsatzes in Italien ist es in mehreren Städten des Landes zu Protesten und teils zu Zusammenstößen gekommen. In der Universitätsstadt Bologna, wo der 42-jährige Abderrahim Fakir am Sonntag starb, versammelten sich Tausende zu einer Demonstration in der Innenstadt. Auf Plakaten waren Parolen wie »Wahrheit und Gerechtigkeit« zu lesen. Sprecher der Familie von Fakir forderten Aufklärung. Im Anschluss an die zunächst friedliche Kundgebung warfen einige Teilnehmer laut Augenzeugenberichten mehrere Flaschen und Molotowcocktails auf die Polizei. Einem italienischen Medienbericht zufolge wurden auch die Fenstergitter von gepanzerten Polizeifahrzeugen abgerissen, die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden mindestens elf Menschen verletzt, darunter befinden sich demnach sowohl Demonstranten als auch Polizisten. Fakir war am Sonntag auf einer Straße in Bologna gestorben. Auf einem Video ist zu sehen, wie er von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Seine Hände sind auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Mehrfach ruft er: »Hilfe! Genug, genug!« Die Beamten lassen jedoch erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich bereits nicht mehr bewegt. Ein Notarzt stellte dann seinen Tod fest. Tod bei Polizeieinsatz Ersten Angaben zufolge war die Polizei am späten Vormittag von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, nachdem Fakir einen Wutanfall bekommen haben soll. Italienische Medien sprechen von einer psychiatrischen Krise des Mannes. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa soll er gegen einen Streifenwagen geschlagen haben. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray eingesetzt und ihm Handschellen angelegt. Italienischen Medienberichten zufolge stammte Fakir aus Marokko und lebte seit seinem siebten Lebensjahr in Italien. In Bologna soll er eine Putzfirma geleitet und sich mit seinem Bruder eine Wohnung geteilt haben. Lega verteidigt den Einsatz Der Fall sorgte in Italien für Schlagzeilen, weil exzessive Polizeigewalt als Todesursache vermutet wird. In manchen Medien werden Vergleiche zu den USA gezogen, wo es ähnliche Fälle gab – etwa im Mai 2020 beim Tod von George Floyd. Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte »völlige Transparenz« bei der Aufklärung zu. Aus dem Lager ihrer Koalition wurde der Polizeieinsatz allerdings bereits verteidigt. In einer Erklärung ihres kleineren Koalitionspartners, der Lega-Partei von Matteo Salvini, hieß es, die Beamten hätten sich »professionell verhalten« und ihre »Dienstpflicht« getan. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler nun von der Obduktion der Leiche. Zudem wurde die Körperkamera eines der beiden beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben. Auch das Video, das von einem Nachbarn gedreht wurde, ist in deren Besitz. Gegen die zwei Polizisten laufen Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ebenso wie gegen insgesamt vier Sanitäter, die die Szene dem Video zufolge zunächst nur beobachtet hatten.

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21. Juli
FAZ (Politik)

Bologna: Proteste in Italien nach Tod von Einwanderer bei Polizeieinsatz

Bologna : Proteste in Italien nach Tod von Einwanderer bei Polizeieinsatz In Bologna stirbt ein Marokkaner, während ihn zwei Polizeibeamte auf den Boden drücken. Am Abend gehen in mehreren Städten Menschen auf die Straße. Dabei kommt es zu Krawallen. In Italien ist es nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem Polizeieinsatz in mehreren Städten zu Protesten gekommen. In der Universitätsstadt Bologna, wo der 42-Jährige am Sonntag starb, versammelten sich mehrere Tausend Menschen in der Innenstadt. Auf Plakaten waren Parolen wie „Wahrheit und Gerechtigkeit“ zu lesen. Sprecher der Familie forderten Aufklärung. Im Anschluss an die zunächst friedliche Kundgebung warfen einige Teilnehmer nach Augenzeugenberichten Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Polizei. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden auch die Fenstergitter von gepanzerten Polizeifahrzeugen abgerissen. Die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden mindestens elf Menschen verletzt, sowohl Demonstranten als auch Polizisten. Der Anwalt der Familie des Getöteten verurteilte die Krawalle. Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen Der Marokkaner war am Sonntag auf einer Straße in Bologna ums Leben gekommen. Auf einem Video ist zu sehen, wie er von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Seine Hände sind auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Mehrfach ruft er: „Hilfe! Genug, genug!“ Die Beamten lassen jedoch erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich bereits nicht mehr bewegt. Ein Notarzt stellte dann seinen Tod fest. Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen, weil ein Fall von exzessiver Polizeigewalt vermutet wird. Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte „völlige Transparenz“ bei der Aufklärung zu. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche. Zudem wurde die Körperkamera (Bodycam) eines der beiden beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben. Auch das Video, das von einem Nachbarn gedreht wurde, ist in deren Besitz. Vorermittlungen gegen Beamte Gegen die zwei Polizisten laufen inzwischen Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, ebenso wie gegen insgesamt vier Sanitäter, die die Szene dem Video zufolge zunächst nur beobachtet hatten. Für die Beamten greift eine Regelung aus Italiens neuem Sicherheitsgesetz: Anders als gewöhnliche Verdächtige werden sie nicht direkt in ein Ermittlungsregister eingetragen, sondern in ein gesondertes Vorregister. Dieses Vorregister wurde vor allem für Fälle geschaffen, in denen Polizisten oder andere Amtsträger bei der Ausübung ihres Dienstes Gewalt anwenden und auf den ersten Blick ein Rechtfertigungsgrund dafür vorzuliegen scheint. Erst wenn sich später zeigt, dass dieser Rechtfertigungsgrund doch nicht greift, wird ein reguläres Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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20. Juli
Die Welt (Politik)

Einwanderer nach Polizeieinsatz tot – Krawalle bei Protesten, Teilnehmer werfen Molotow-Cocktails

Einwanderer nach Polizeieinsatz tot – Krawalle bei Protesten, Teilnehmer werfen Molotow-Cocktails Der Tod eines marokkanischen Einwanderers löst in Italien große Bestürzung aus. Er wurde offenbar trotz Hilferufen von Polizisten zu Boden gedrückt. Nun kommt es in mehreren Städten zu Protesten, die in Krawalle umschlagen. In Italien ist es nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem Polizeieinsatz in mehreren Städten zu Protesten gekommen. In der Universitätsstadt Bologna, wo der 42-Jährige am Sonntag starb, versammelten sich mehrere Tausend Menschen in der Innenstadt. Auf Plakaten waren Parolen wie „Wahrheit und Gerechtigkeit“ zu lesen. Sprecher der Familie forderten Aufklärung. Im Anschluss an die zunächst friedliche Kundgebung warfen einige Teilnehmer nach Augenzeugenberichten Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Polizei. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden auch die Fenstergitter von gepanzerten Polizeifahrzeugen abgerissen. Die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden mindestens elf Menschen verletzt, sowohl Demonstranten als auch Polizisten. Der Anwalt der Familie des Getöteten verurteilte die Krawalle. Der Marokkaner war am Sonntag auf einer Straße in Bologna gestorben. Auf einem Video ist zu sehen, wie er von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Seine Hände sind auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Mehrfach ruft er: „Hilfe! Genug, genug!“ Die Beamten lassen jedoch erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich bereits nicht mehr bewegt. Ein Notarzt stellte dann seinen Tod fest. Meloni sichert „völlige Transparenz“ zu Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen, weil ein Fall von exzessiver Polizeigewalt vermutet wird. Die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte „völlige Transparenz“ bei der Aufklärung zu. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche. Zudem wurde die Körperkamera (Bodycam) eines der beiden beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben. Auch das Video, das von einem Nachbarn gedreht wurde, ist in deren Besitz. Gegen die zwei Polizisten laufen inzwischen Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, ebenso wie gegen insgesamt vier Sanitäter, die die Szene dem Video zufolge zunächst nur beobachtet hatten. Für die Beamten greift eine Regelung aus Italiens neuem Sicherheitsgesetz: Anders als gewöhnliche Verdächtige werden sie nicht direkt in ein Ermittlungsregister eingetragen, sondern in ein gesondertes Vorregister. Dieses Vorregister wurde vor allem für Fälle geschaffen, in denen Polizisten oder andere Amtsträger bei der Ausübung ihres Dienstes Gewalt anwenden und auf den ersten Blick ein Rechtfertigungsgrund dafür vorzuliegen scheint. Erst wenn sich später zeigt, dass dieser Rechtfertigungsgrund doch nicht greift, wird ein reguläres Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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20. Juli
ZDF heute

Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna - Justiz ermittelt

Proteste in Italien:Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna - Justiz ermittelt Bei einem Polizeieinsatz in Bologna stirbt ein Mann, nachdem sich Beamte minutenlang auf ihn setzen. Der Fall löst in Italien Protest aus. Nun ermittelt die Justiz. In Bologna ist ein 42-jähriger Mann im Zuge eines Polizeieinsatzes ums Leben gekommen. Augenzeugen zufolge saßen zwei Beamte eine längere Zeit auf dem am Boden liegenden Mann, bis dieser sich nicht mehr bewegte. Die Polizei war am späten Vormittag von Nachbarn in das Viertel Pilastro gerufen worden, weil ein Mann dort randaliert haben soll. Beim Eintreffen der Beamten soll er gegen den Streifenwagen geschlagen haben. Die Beamten setzten Berichten zufolge Pfefferspray ein und legten ihm Handschellen an. Videoaufnahmen von tödlichem Polizeieinsatz Ein von der Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlichtes Video, das offenbar von einem Nachbarn aus einem Fenster aufgenommen wurde, dokumentiert den weiteren Verlauf: Der Mann ruft mehrfach "Aiuto! Basta, basta!" ("Hilfe! Es reicht!"), während die beiden uniformierten Polizisten nicht von ihm ablassen. Ein dritter Mann in Zivil hält seine Knöchel fest. Zwei anwesende Sanitäter greifen nicht ein. Nach einigen Minuten zeigt der Mann keine Lebenszeichen mehr. Abderrahim Fakir, Einwanderer aus Marokko, lebte seit seiner frühen Kindheit in Italien und hatte gültige Papiere. Die Rechtsanwältin Barbara Spinelli, die ihn bei der Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis unterstützt hatte, nannte ihn einen "freundlichen, gut ausgebildeten, respektvollen Menschen". Die Hintergründe der Festnahme waren zunächst unklar. Nach italienischen Medienberichten sprachen die beteiligten Polizisten von einer psychiatrischen Krise des Mannes. Regierung verspricht "völlige Transparenz" Der Fall sorgt in Italien für Schlagzeilen. Vielfach gibt es Kritik am Vorgehen der Polizei, auch aus der linken Opposition. In Bologna kamen noch am Sonntag mehrere Hundert Menschen zu Protesten zusammen. Dabei gab es Sprechchöre gegen die Polizei und Rufe nach Gerechtigkeit. Sogar von "assassinio di stato" ("staatlichem Mord") war die Rede. In Bologna hagelt es Kritik nach einem tödlichen Polizeieinsatz. Quelle: imagoMinisterpräsidentin Giorgia Meloni versprach "völlige Transparenz". Melonis kleinerer Koalitionspartner, die Lega-Partei von Vize-Regierungschef Matteo Salvini, erklärte allerdings, dass die Beamten ihre Pflicht getan hätten. Salvini selbst sagte: Ich stehe immer auf der Seite der Polizei. Matteo Salvini, Vize-Regierungschef Leiche soll obduziert werden - Justiz ermittelt Die Leiche des Mannes wird nun obduziert. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Beim ersten Augenschein habe man Verletzungen am Hinterkopf und im Gesicht festgestellt, hieß es. Nun geht es auch darum, ob der Mann möglicherweise Vorerkrankungen hatte. Wie die Staatsanwaltschaft von Bologna mitteilte, wurden außerdem Ermittlungen eingeleitet. Diese sollten die Umstände des Todes klären. Die Bodycams der zwei beteiligten Polizisten seien der Justiz zur Auswertung übergeben, erklärte die Polizei. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr Nachrichten aus Italien - Abstimmung im italienischen Parlament:Nächster Rückschlag für Meloni - Wahlrechtsreform stocktmit Video0:35 - Zweites Kapitel im US-Streit mit Italien:Meloni zu Trump: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an"mit Video1:33 - Heiß, heißer - Europa:Wie sich Rom und Madrid vor der Sommerhitze schützenvon Matthias Pupat, Anna Warsberg und Barbara Luegmit Video2:08 - "Remigration und Rückeroberung":In Rom protestieren Tausende für harte Abschiebungenmit Video0:18

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20. Juli
Neues Deutschland

Italien | Minneapolis in Bologna

- Politik - Italien Minneapolis in Bologna In Bologna kommt ein Marokkaner ums Leben, als zwei Polizisten ihn gewaltsam zu Boden drücken und fesseln. Jetzt soll geklärt werden, was genau geschah. Bologna wie Minneapolis? Abderrahim Fakir wie George Floyd? Italien ist in Aufruhr nach dem, was am Sonntag in der Universitätsstadt Bologna passiert ist. Zuerst die Fakten: Gegen Mittag rufen einige Anwohner die Polizei, weil ein Mann auf der Straße schreit, wild um sich schlägt und dabei (aber das ist noch nicht klar) ein parkendes Auto beschädigt haben soll. Sofort kommen Polizei und Krankenwagen; die Beamten nähern sich dem Mann, versuchen ihm Handschellen anzulegen; der wehrt sich. Daraufhin werfen ihn die Polizisten zu Boden, knien sich auf seine Brust und versuchen, nach den Handgelenken auch seine Beine zu fesseln. Und sie spritzen ihm Pfefferspray in Mund und Nase. Abderrahim Fakir schreit um Hilfe und bricht dann zusammen. Die Ordnungskräfte drehen ihn um, fixieren auch seine Beine und stellen dann fest, dass der 42-Jährige, der als Packer arbeitet, offensichtlich tot ist. Die Personen vom Rettungsdienst stehen daneben und können nichts mehr für ihn tun. Woran ist Abderrahim Fakir gestorben? Hatte er irgendwelche Substanzen genommen oder hatte ihm einfach nur die unerträgliche Hitze zugesetzt, die Italien seit einigen Wochen fest im Griff hat? Das soll jetzt die Autopsie klären. Zur Klärung sollen auch die vielen Videoaufnahmen beitragen, die es von dem »Vorfall« gibt, ebenso wie die Auswertung der Bodycams, die wohl einige Polizisten bei sich trugen. Aber schon wenige Stunden nach dem Tod des marokkanischen Staatsbürgers hatten einige Regierungsvertreter bereits die ganze Wahrheit für sich gepachtet. Galeazzo Bignami, Vizeminister für Infrastruktur und Fraktionsvorsitzender der Meloni-Partei Fratelli d’Italia erklärte seine volle Solidarität mit den Polizisten, die sich »professionell und der Situation vollkommen angemessen« verhalten hätten. Die Schwester des Toten, Katia Fakir, bezweifelt hingegen, dass die Polizei sich korrekt verhalten hätte: »Wir wissen nicht genau, was geschehen ist. Das weiß die Polizei, die hat uns nur angerufen, um seinen Tod mitzuteilen. Die Polizisten haben ihn fixiert und er ist tot. Sie haben ihn angegriffen, sie haben ihn geschlagen und getötet. Dafür gibt es Zeugen!« Der Bürgermeister von Bologna, Matteo Lepore, und der Ministerpräsident der Region Emilia Romagna, Michele De Pascale, (beide von der Demokratischen Partei) erklären in einem gemeinsamen Kommuniqué ihre Solidarität mit den Angehörigen des Verstorbenen: »Jetzt müssen die Fakten sofort und transparent geklärt werden«. Gleichzeitig rufen sie die Bürger Bolognas zu einer Trauerkundgebung am Montag auf. Andere Oppositionsvertreter gehen weiter. Die Abgeordnete Ilaria Cucchi will eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister richten. Sie befürchtet, dass der Fall verschleiert werden könnte – so wie es im Falle ihres Bruders Stefano geschehen ist, der 2009 im Zuge von Polizeigewalt im Gefängnis getötet worden war. Parallel zum Fall Fakir wird derzeit in Italien noch ein anderes Ereignis wild diskutiert. Es geht um den Juwelier Mario Roggero aus der norditalienischen Stadt Grinzane. Im April 2021 überraschte er drei Einbrecher in seinem Geschäft. Die flüchteten sofort, doch Roggero nahm seine Pistole, verfolgte sie und erschoss zwei, während der dritte schwer verletzt wurde. Nun hat ein Gericht in letzter Instanz entschieden, dass es sich nicht um Notwehr gehandelt hat, weil die akute Gefahr offensichtlich vorbei war. Es verurteilte den Mann zu 14 Jahren und 9 Monaten Haft. Sofort nach Bekanntgabe und noch bevor der Verurteilte das Gefängnis betrat, hatte Justizminister Carlo Nordio schon ein Gnadengesuch ausgearbeitet. Für eine sofortige Entlassung setzt sich auch der Chef der ultrarechten Lega, Matteo Salvini (Minister für Infrastruktur), ein, der sogar verkündete, dass er Roggero bei den nächsten Wahlen als Kandidaten aufstellen wolle. Staatspräsident Sergio Mattarella erinnerte in einer sichtlich erbosten Erklärung daran, dass er und nur er die Gnade erteilen kann und dass dies auch an bestimmte Regeln gebunden ist. Aber auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat verlauten lassen, dass sie das Urteil für »übertrieben hart« hält und angekündigt, dass sie ein neues Notwehr-Gesetz auf den Weg bringen wird, das den »Opfern« (damit sind hier eigentlich die Täter gemeint) mehr Rechte einräumen wird. Ein Freifahrtschein für Selbstjustiz? Inzwischen hat sich auch der südafrikanische Multimilliardär Elon Musk eingemischt und erklärt, dass eigentlich die Richter ins Gefängnis gehörten, die den Juwelier aus Grinzane verurteilt haben. Diese beiden Fälle zeigen, dass sich Italien schon jetzt mitten im Wahlkampf befindet, auch wenn die nächsten Wahlen eigentlich erst im Frühjahr 2027 stattfinden sollten. Aber die Regierung hat große interne Probleme, seit sie das Referendum zum Umbau des Justizsystems im vergangenen März mit Pauken und Trompeten verloren hat. Ministerpräsidentin Meloni hat ihre selbst erklärte »Unbesiegbarkeit« eingebüßt und die anderen Parteien versuchen jetzt, ihre eigene rechte Identität zu schärfen. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. 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20. Juli
Die Zeit (Politik)

Italien: 42-Jähriger stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna

Bei einem Polizeieinsatz in der norditalienischen Stadt Bologna ist ein 42-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Mann, Abderrahim Fakir, starb laut Augenzeugenberichten auf dem Boden liegend, während zwei Polizisten längere Zeit auf ihm saßen. Italienischen Medienberichten zufolge stammte Fakir aus Marokko, lebte jedoch bereits seit seinem siebten Lebensjahr in Italien. In Bologna soll er eine Putzfirma geleitet und sich mit seinem Bruder eine Wohnung geteilt haben. Video zeigt den Tod Fakirs Die italienische Tageszeitung La Repubblica veröffentlichte ein mehr als fünf Minuten langes Video des Polizeieinsatzes. Es wurde von einem Nachbarn aus einem Fenster aufgenommen. Zu sehen ist, wie Fakir mehrfach um Hilfe ruft: »Aiuto. Basta, basta!« – »Hilfe! Genug, genug!« Die uniformierten Polizisten und ein weiterer Mann in Zivil lassen dennoch nicht von ihm ab. Sein Gesicht ist in Richtung Boden gedreht, seine Hände auf dem Rücken fixiert, ein Polizist drückt den Kopf auf den Boden. Nach einiger Zeit gibt der Mann keine Lebenszeichen mehr von sich. Schließlich drehen anwesende Sanitäter, die zuvor nicht eingegriffen haben, den leblosen Körper um. Leiche soll obduziert werden Ersten Angaben zufolge war die Polizei am späten Vormittag von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, nachdem Fakir einen Wutanfall bekommen haben soll. Italienische Medien sprechen von einer psychiatrischen Krise des Mannes. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa soll er gegen einen Streifenwagen geschlagen haben. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray eingesetzt und ihm Handschellen angelegt. Die Staatsanwaltschaft Bologna nahm Ermittlungen auf. Die Bodycams der beteiligten Beamten seien den Ermittlern bereits übergeben worden, teilte die Polizei mit. Aus dem Innenministerium in Rom hieß es, man werde für »völlige Transparenz« und eine »uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Ermittlern« sorgen. Fakirs Leiche soll nun obduziert werden. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Über disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen die beteiligten Polizisten wurde zunächst nichts bekannt. Lega verteidigt Einsatz, Linke spricht von Polizeigewalt Der Tod Fakirs und das Video des Polizeieinsatzes sorgen in Italien für große Aufmerksamkeit und Bestürzung. In manchen Medien werden Vergleiche zu den USA gezogen, wo es ähnliche Fälle gab – etwa im Mai 2020 beim Tod von George Floyd. Aus dem Lager der rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde der Polizeieinsatz bereits verteidigt. In einer Erklärung von Melonis kleinerem Koalitionspartner, der Lega-Partei von Matteo Salvini, hieß es, die Beamten hätten sich »professionell verhalten« und ihre »Dienstpflicht« getan. Die linke Opposition und zahlreiche Kommentatoren übten hingegen Kritik am Vorgehen der Polizei und gehen von einem Fall exzessiver Polizeigewalt aus. Die Senatorin Ilaria Cucchi von den Grünen sprach von einer »unmenschlichen Tat« an und warf der Regierung vor, Hass und Rassismus zu befördern. Noch am Sonntagabend kamen in Bologna Hunderte Menschen zu spontanen Protesten zusammen. Matteo Lepore, Bürgermeister der norditalienischen Stadt, rief für Montagabend zu einem stillen Gedenken auf.

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20. Juli
Handelsblatt

Italien: „Genug, genug!“ - Einwanderer stirbt bei Polizeieinsatz

Italien: „Genug, genug!“ - Einwanderer stirbt bei Polizeieinsatz Bologna. Das Video läuft in Italien jetzt überall. In den Hauptnachrichten der großen TV-Sender, in den Cafés, auf den Handys. Ein Mann am Boden, das Gesicht nach unten, die Hände in Handschellen. Auf ihm zwei Polizeibeamte in Uniform. Ein dritter Mann, Oberkörper nackt, hält ihn an den Knöcheln fest. Der Mann am Boden ruft: „Aiuto. Basta, basta!“ („Hilfe! Genug, genug!“) Trotzdem lassen die Beamten nicht von ihm ab. Bis er nichts mehr sagt und sich auch nicht mehr bewegt. So ging am Sonntag in der Mittagshitze auf einer Straße in Bologna das Leben von Abderrahim Fakir zu Ende, 42 Jahre alt, Einwanderer aus Marokko, seit mehr als 30 Jahren in Italien, Eigentümer einer kleinen Putzfirma. Die Bilder sorgen in Italien für Entsetzen. Manche vergleichen den Fall bereits mit dem Tod des Schwarzen George Floyd im Mai 2020 in den USA. Andere hingegen verteidigen das Vorgehen der Polizei. Innenministerium verspricht volle Aufklärung In Rom, wo Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit einem Bündnis aus drei rechten und konservativen Parteien regiert, verspricht das Innenministerium „völlige Transparenz“. Melonis kleinerer Koalitionspartner, die Lega-Partei von Vize-Regierungschef Matteo Salvini, stellt aber bereits fest, dass die Beamten ihre Pflicht getan hätten. Salvini selbst, früher auch einmal Innenminister, erklärt: „Ich stehe immer auf der Seite der Polizei.“ Dabei ist in dem Fall sehr vieles noch unklar. Nach allem, was man weiß, wurde die Polizei am Sonntag über den Notruf 112 in den Stadtteil Pilastro gerufen, weil ein Mann dort randaliere. Beim Eintreffen der Beamten soll der Marokkaner, der sich nach Auskunft seiner Anwältin völlig legal in Italien aufhielt, gegen den Streifenwagen geschlagen haben. Daraufhin hätten die beiden Polizisten Pfefferspray eingesetzt, ihn auf den Boden gedrückt und ihm Handschellen angelegt, berichten mehrere Augenzeugen. Szene auf Video: „Hilfe! Genug, genug!“ Auf dem Video, das aus einem Fenster von einem Nachbarn gemacht wurde, sieht es nicht so aus, als ob von dem Mann am Boden noch irgendwelche Gefahr ausgehen könnte. Seine Hände sind auf den Rücken gefesselt. Immer wieder ruft er um Hilfe. Die Beamten pressen ihn nach unten, bis er immer leiser wird. Mehrere Rettungssanitäter sehen zu. Erst als er sich nicht mehr bewegt, nach mehr als vier Minuten, drehen sie ihn um. Zu spät. Um 12.53 Uhr stellt ein Arzt seinen Tod fest. Die Leiche wird nun obduziert. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Beim ersten Augenschein habe man Verletzungen am Hinterkopf und im Gesicht festgestellt, heißt es. Nun geht es auch darum, ob der Mann möglicherweise Vorerkrankungen hatte. Zudem wurde die Körperkamera (Bodycam) eines der beiden beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben. Auch das Video ist in deren Besitz. Unklar ist auch noch, warum es in Pilastro überhaupt zu Ärger kam. Der Marokkaner sei - wie häufig - zu Besuch bei Verwandten gewesen, hieß es. Angeblich gab es Streit vor einer Garage. Die Polizisten sollen dann den Rettungsdienst herbeigerufen haben, weil der Mann angeblich Anzeichen einer psychiatrischen Krise gezeigt haben soll. Proteste am Abend in Bologna Noch hat die Staatsanwaltschaft nicht entschieden, ob sie gegen unbekannt ermittelt oder konkret gegen die beiden Beamten - und möglicherweise auch gegen die Sanitäter, weil diese nichts unternahmen. Gegen die zwei Polizisten laufen aber bereits Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, ebenso wie gegen insgesamt vier Sanitäter. Verwandte Themen Aus dem Innenministerium heißt es dazu: „Es gibt nichts zu verbergen, uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Ermittlern.“ In Bologna, einer traditionell linken Stadt, kamen noch am Sonntag mehrere Hundert Menschen zu Protesten zusammen. Dabei gab es Sprechchöre gegen die Polizei und Rufe nach Gerechtigkeit. Sogar von „assassinio di stato“ („staatlichem Mord“) war die Rede. Innenminister soll im Parlament Auskunft geben Die Schwester des Toten sagte: „Ich werde keine Ruhe finden, bis mein Bruder gerächt ist. Sie haben ihn geschlagen und getötet.“ Der Bürgermeister von Bologna, Matteo Lepore, rief für Montagabend zu einem stillen Gedenken auf. Längst ist der Fall aber auch in Rom in der Politik angekommen. Die Linke verlangte von der Regierung Auskunft im Parlament. Aus dem rechten Lager, wo immer wieder ein hartes Vorgehen gegen Einwanderer verlangt wird, wird die Polizei in Schutz genommen, nicht nur von der Lega. Meloni, die ansonsten gern und schnell lobende Worte für die Polizei findet, hielt sich sich in den ersten 24 Stunden mit öffentlichen Bekundungen aus dem Fall heraus.

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20. Juli
FAZ (Politik)

Tödlicher Polizeieinsatz: Er rief noch: „Hilfe! Genug, genug!“

Tödlicher Polizeieinsatz : Er rief noch: „Hilfe! Genug, genug!“ Bei einem Polizeieinsatz in Bologna wird ein Mann marokkanischer Herkunft minutenlang am Boden fixiert und stirbt. Der Vorfall löst Proteste aus – und eine landesweite Debatte. Der Tod eines Migranten marokkanischer Herkunft bei einem Polizeieinsatz in der norditalienischen Universitätsstadt Bologna hat in Italien eine Debatte über das Verhalten der Sicherheitskräfte ausgelöst. Bei dem Einsatz am Sonntagmittag war der 42 Jahre alte Abderrahim F. zu Tode gekommen, nachdem er minutenlang bäuchlings von zwei Beamten fixiert worden war. Zwei ebenfalls herbeigerufene Sanitäter hatten die Szene beobachtet, waren aber ungeachtet der Hilferufe des Mannes nicht eingeschritten. Italienische Medien veröffentlichten ein von Anwohnern des Viertels Pilastro im Nordosten Bolognas aufgenommenes Video von gut fünf Minuten Länge. Darauf ist zu erkennen, wie Abderrahim F., dessen Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken fixiert sind, von den beiden Beamten mit Händen und Knien auf den Boden gedrückt wird. Außerdem ist zu hören, wie er „Aiuto! Basta, basta!“ (Hilfe! Genug, genug!) ruft. Eine dritte Person, bei der es sich offensichtlich um einen Anwohner handelt, hält Abderrahim F. zusätzlich an den Knöcheln fest. Schaulustige und die beiden Rettungssanitäter beobachten den Vorgang aus nächster Nähe, schreiten aber nicht ein. Nach einigen Minuten bewegt sich Abderrahim F. nicht mehr. Die Polizeibeamten lassen von ihm ab. Die Sanitäter kümmern sich um den regungslos am Boden liegenden Mann, können diesen aber nicht wiederbeleben. Fall weckt Erinnerungen an George Floyd Nach Angaben der Polizei waren die Beamten von Anwohnern des Brennpunktviertels alarmiert worden, weil ein Mann auffällig geworden war und in Wutausbrüchen Nachbarn bedroht hatte. Nach dem Eintreffen der Beamten soll Abderrahim F. auf den Streifenwagen eingetreten haben. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray gegen ihn eingesetzt und dessen Hände mit Kabelbindern fixiert. Auch ein Rettungswagen war alarmiert worden. Die Behörden ordneten nach dem Vorfall die Obduktion des Leichnams von Abderrahim F. an, um die Todesursache zu klären. Zudem sollen die Aufnahmen der Bodycams der Polizeibeamten ausgewertet werden. Die für den Einsatz von medizinischem Personal zuständige Gesundheitsbehörde ordnete eine Untersuchung des Verhaltens der beiden Sanitäter an. Am Montag übernahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. In dem Viertel, in dem viele Migranten aus Maghrebstaaten wohnen, kam es am Sonntagabend zu friedlichen Protesten. Bolognas sozialdemokratischer Bürgermeister Matteo Lepore rief die Bürger für Montagabend zu einer Demonstration auf dem zentralen Neptunplatz nahe dem Rathaus auf, um „Wahrheit und Gerechtigkeit“ zu fordern. Lepore und der gleichfalls sozialdemokratische Präsident der Region Emilia-Romagna, Michele De Pascale, forderten eine lückenlose Aufklärung des Todesfalls. Der Ko-Vorsitzende des Parteienbündnisses von Linken und Grünen Angelo Bonelli zeigte sich – in offenkundiger Anspielung auf den Fall des 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis von weißen Beamten getöteten Afroamerikaners George Floyd – an „andere Vorfälle weltweit erinnert, bei denen die Polizei diese Technik anwendet, um eine Person durch Kniedruck auf den Kopf zu fixieren“. Von Abderrahim F. sei „keine Gefahr ausgegangen“, es habe „keinen Grund zu der Annahme gegeben, die Situation würde eskalieren“. Der aus der Emilia-Romagna stammende sozialdemokratische Abgeordnete Andrea De Maria sprach von einem „schmerzhaften Vorfall, der schnell aufgeklärt werden“ müsse. Schwester des Getöteten: „So darf man nicht sterben“ Vertreter der rechten Parteien verteidigten den Einsatz der Polizisten. Die Beamten seien bei ihrem Einsatz „professionell und angemessen“ vorgegangen, sagte Galeazzo Bignami, Fraktionschef in der Abgeordnetenkammer von Giorgia Melonis rechtskonservativer Partei Brüder Italiens. Aus der rechtsnationalen Lega von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini hieß es in einer Mitteilung: „Die Polizei hat ihre Pflicht getan. Hände weg von der Polizei.“ Statt „voreilige und vorurteilsbehaftete Schlüsse“ über den von Anwohnern veranlassten Polizeieinsatz zu ziehen, sollten die Auswertung der Bodycams durch die Justizbehörden und das Ergebnis der Obduktion abgewartet werden. Das Innenministerium teilte am Montag mit, die Ermittlungen würden in „völliger Transparenz“ erfolgen. Nach Angaben von Verwandten war Abderrahim F. im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit seiner Familie nach Italien gekommen. Er verfügte über gültige Aufenthaltstitel und war als Gepäckträger tätig. Er soll unter gesundheitlichen Problemen gelitten haben, etwa unter Asthma und Herzschwäche. Abderrahim F.s Schwester Khadija sagte gegenüber italienischen Medien: „Ich werde erst Frieden finden, wenn meinem Bruder Gerechtigkeit widerfahren ist. So darf man nicht sterben. Die Polizei muss uns beschützen. Wenn jemand aufgebracht ist, muss man ihn beruhigen, nicht der brütenden Hitze aussetzen und töten.“

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20. Juli
Tagesschau

Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna - Aufklärung gefordert

Bologna Proteste nach tödlichem Polizeieinsatz Bei einem Polizeieinsatz im italienischen Bologna drücken zwei Beamte einen Mann minutenlang zu Boden, bis er stirbt. Der Tod des Mannes ruft Proteste hervor. Nun versprechen die Behörden Transparenz. Nach dem Tod eines Mannes bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz im italienischen Bologna haben die Behörden Aufklärung versprochen. Am Sonntag war ein 43 Jahre alte Mann aus Marokko von zwei Polizeibeamten mit Handschellen gefesselt worden und minutenlang zu Boden gedrückt worden. Obwohl der Mann mehrfach um Hilfe rief, ließen die Beamten nicht von ihm ab - bis er starb. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurde die Polizei am Sonntag über den Notruf 112 in den Stadtteil Pilastro gerufen, weil ein Mann dort randaliere. Beim Eintreffen der Beamten soll der Marokkaner, der nach Auskunft seiner Anwältin alle regulären Papiere besaß, gegen den Streifenwagen geschlagen haben. Daraufhin hätten die beiden Polizisten Pfefferspray eingesetzt, ihn auf den Boden gedrückt und ihm Handschellen angelegt, berichten mehrere Augenzeugen. Video zeigt Polizeieinsatz In einem Video, das ein Nachbar von einem Fenster aus aufgenommen hatte, ist zu hören, wie der Mann am Boden ruft: "Aiuto. Basta, basta!" ("Hilfe! Genug, genug!"). Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab. Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr. Der Tod des Mannes, der seit mehr als 30 Jahren in Italien lebte und eine kleine Putzfirma betrieb, sorgt im Land für Entsetzen. Mehrere Hundert Menschen kamen am Sonntagabend in Bologna zu Protesten zusammen. Dabei gab es Sprechchöre gegen die Polizei und Rufe nach Gerechtigkeit. Auch von "assassinio di stato" ("staatlichem Mord") war die Rede. Lega verteidigt Vorgehen der Polizisten Vielfach gibt es Kritik am Vorgehen der Polizei, auch von der linken Opposition. Aus dem Lager der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurden die Beamten verteidigt. Die Regierungspartei Lega erklärte, der Tod des Mannes sei "tragisch", dennoch müsse man das Handeln der Polizei respektieren. Die Beamten hätten ihre "Dienstpflicht" getan. Aus dem Innenministerium in Rom hieß es, man werde den Fall aufklären und dabei völlige Transparenz walten lassen. Die Leiche des Mannes soll nun obduziert werden. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Dabei geht es auch darum, ob der Mann möglicherweise Vorerkrankungen hatte. Zudem sei die Körper-Kamera (Bodycam) eines der beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben worden, hieß es. Über disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen die Polizisten ist bisher nichts bekannt.

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20. Juli
Handelsblatt

Polizeieinsatz: Rom verspricht Aufklärung nach Tod von Einwanderer

Polizeieinsatz: Rom verspricht Aufklärung nach Tod von Einwanderer Bologna. Nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem gewaltsamen Einsatz der italienischen Polizei haben die Behörden Aufklärung versprochen. Aus dem Innenministerium in Rom hieß es, man werde „völlige Transparenz“ walten lassen. Der 42 Jahre alte Mann war am Sonntag in der norditalienischen Stadt Bologna von zwei Polizeibeamten mit Handschellen gefesselt und auf den Boden gedrückt worden. Obwohl er mehrfach um Hilfe rief, ließen die Beamten nicht von ihm ab. Dann starb er. Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen. Die Szene ist auf einem mehr als fünf Minuten langen Video dokumentiert. Vielfach gibt es Kritik am Vorgehen der Polizei, auch aus der linken Opposition. Aus dem Lager der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurden die Beamten verteidigt. In einer Erklärung der Regierungspartei Lega hieß es, sie hätten ihre „Dienstpflicht“ getan. Leiche wird obduziert Die Leiche des Mannes, der seit mehr als 30 Jahren in Italien lebte, soll nun obduziert werden. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Dabei geht es auch darum, ob der Mann möglicherweise Vorerkrankungen hatte. Zudem sei die Körper-Kamera (Bodycam) eines der beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben worden, hieß es. Über disziplinarrechtliche Maßnahmen wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei war am Sonntag gegen die Mittagszeit von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, wo der Mann marokkanischer Herkunft aggressiv aufgetreten sein soll. Beim Eintreffen der Beamten soll er gegen deren Streifenwagen geschlagen haben, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray gegen ihn eingesetzt und ihm Handschellen angelegt. Szene auf Video: „Hilfe! Genug, genug!“ Auf dem Video ist zu hören, wie der Mann am Boden ruft: „Aiuto. Basta, basta!“ („Hilfe! Genug, genug!“) Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab. Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr. Das Video wurde von einem Nachbarn aus einem Fenster aufgenommen.

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20. Juli
taz (Öko & Co)

Polizeigewalt?: 43-Jähriger bei Polizeieinsatz in Italien getötet

Polizeigewalt?: 43-Jähriger bei Polizeieinsatz in Italien getötet In Bologna wird die Polizei gerufen, weil ein Mann auffällig geworden ist. Beamte setzen sich auf ihn, legen ihm Handschellen an. Dann stirbt er. Bei einem Polizeieinsatz in der norditalienischen Stadt Bologna ist ein 43 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Der Mann starb nach Berichten von Augenzeugen, nachdem sich zwei Polizisten längere Zeit auf ihn gesetzt hatten, während er am Boden lag. Die Tageszeitung La Repubblica veröffentlichte ein Video, auf dem zu sehen ist, wie der Mann mehrfach um Hilfe ruft, ohne dass die beiden von ihm ablassen. Später gibt er keine Lebenszeichen mehr von sich. Nach ersten Angaben war die Polizei am späten Vormittag von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, nachdem der Mann marokkanischer Herkunft einen Wutanfall bekommen haben soll. Er soll dann gegen den Streifenwagen geschlagen haben, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray gegen ihn eingesetzt und ihm Handschellen angelegt. Auf dem Video ist zu hören, wie der Mann am Boden ruft: „Aiuto. Basta, basta!“ („Hilfe! Genug, genug!“). Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab. Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr. Das Video wurde aus einem Fenster aufgenommen, offensichtlich von einem Nachbarn. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa lebte der aus Marokko stammende Mann bereits seit seinem siebten Lebensjahr in Italien, wo er sich zusammen mit seinem Bruder eine Wohnung geteilt habe. In dem Stadtteil im Nordosten der Universitätsstadt herrschte nach dem Tod des Mannes eine angespannte Stimmung. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klären. (dpa) Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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