Themen
lage

Montag, 23. März 2026
Zurück zur Übersicht

Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
30. Januar
ZDF heute

Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden

Vorschlag von US-Präsident Trump:Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden US-Präsident Trump hat Ex-US-Notenbank-Direktor Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Powell vorgeschlagen. Warsh - anders als Powell - befürwortet Trumps Forderung nach Zinssenkung. US-Präsident Donald Trump hat das ehemalige Mitglied des US-Zentralbankrates, Kevin Warsh, als neuen obersten Notenbanker der USA vorgeschlagen. Er kenne Warsh schon seit Langem und gehe davon aus, dass er einen "großartigen" Chef der Federal Reserve abgeben werde, erklärte Trump am Freitag im Kurznachrichtendienst Truth Social. Zwist zwischen Trump und Powell Das Mandat von Fed-Chef Jerome Powell läuft am 15. Mai nach rund acht Jahren aus. Trump hatte den Republikaner Powell 2017 selbst nominiert, ihn wegen seiner Geldpolitik aber immer wieder kritisiert. Seit seiner erneuten Vereidigung vor gut einem Jahr verschärfte Trump seine Angriffe und stellte damit die Unabhängigkeit der Fed in Frage. - Fed unter Druck: Konflikt mit langer Tradition US-Präsident Trump drängt auf Zinssenkungen, die Notenbank hält dagegen: Es ist ein Kampf um die Unabhängigkeit der Fed. Was steckt dahinter? Warum ist das für uns ein Problem? 30.01.2026 | 10:01 minVor Kurzem teilte Powell mit, die US-Justiz drohe ihm mit Ermittlungen, nachdem Trump ihm angeblichen "Betrug" bei der Renovierung des Zentralbankgebäudes unterstellt hatte. Powell bezeichnete die Ermittlungen als Vorwand, um ihn zinspolitisch unter Druck zu setzen. Der Präsident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins nur zögerlich lockerte – und in ihrer letzten Entscheidung am Mittwoch gar nicht mehr. Beim Besuch von Donald Trump am Sitz der US-Notenbank geht der Streit zwischen dem US-Präsidenten und Fed-Chef Jerome Powell weiter. Vordergründig geht um die Höhe von Umbaukosten. Die Szene im Video. 25.07.2025 | 1:01 minZinssenkung: Warsh unterstützt Trump-Forderung Der 55-jährige Ökonom Warsh hat sich in jüngster Zeit hinter die Forderungen des Präsidenten gestellt. Traditionell gilt die Unabhängigkeit der Zentralbank von politischem Druck als entscheidend für ihre Aufgabe im Kampf gegen die Inflation. Der zuletzt an der Eliteuniversität Stanford tätige Warsh saß bereits von 2006 bis 2011 im Direktorium der US-Notenbank. Er arbeitete unter anderem für die US-Großbank Morgan Stanley und später auch im wirtschaftlichen Beratergremium von Präsident George W. Bush, bevor er zur Fed wechselte. US-Notenbankchef Powell nennt die Ermittlungen des Justizministeriums einen "Vorwand". Politiker beider Parteien üben Kritik, Präsident Trump weist die Verantwortung zurück. 12.01.2026 | 0:54 minUS-Senat muss Personalie zustimmen Ob Trumps Wunschkandidat tatsächlich neuer Fed-Chef wird, ist unklar. Der Senat muss der Personalie noch zustimmen, wobei dies noch nicht ausgemacht zu sein scheint. Die aktuellen Ermittlungen gegen Powell hatten dem Präsidenten Kritik auch aus den eigenen Reihen eingebrockt. So kündigte der einflussreiche Senator Thom Tillis an, er werde keinem Kandidaten für Notenbank-Posten zustimmen, bis die Angelegenheit geklärt sei. Weder der Präsident noch die Republikaner dürfen sich in den eigenen Reihen im Wahljahr 2026 interne Zerwürfnisse erlauben: Anfang November stehen die wichtigen Kongresswahlen an. Verliert Trump die Mehrheit, dürften die Demokraten im US-Parlament ihm die Arbeit in der restlichen Amtszeit deutlich erschweren. Mehr zur Notenbank Federal Reserve Nachfolger von Jerome Powell:Trump will neuen Fed-Chef nominieren mit Video0:54Trump wollte Zinsschnitt:US-Notenbank Fed hält Leitzins stabil mit Video0:54Drohende Anklage:Powell: Fed hat Vorladung vom US-Justizministerium erhalten mit Video0:54US-Notenbank:Fed senkt Leitzins erneut - wie geht es unter Trump weiter? von Frank Bethmannmit Video1:37

Artikel lesen
30. Januar
Der Spiegel (Wirtschaft)

Fed: Donald Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Chef der US-Zentralbank

Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Chef der US-Zentralbank US-Präsident Donald Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Der US-Senat muss Trumps Kandidaten noch als künftigen Leiter der Federal Reserve bestätigen. Der Ökonom und frühere Fed-Direktor gilt als ausgewiesener Finanzexperte. Zugleich hat US-Präsident Donald Trump bereits vor der Nominierung betont, dass der Nachfolger von Fed-Chef Powell ein Anhänger niedrigerer Leitzinsen sein werde. Für den derzeit an der US-Eliteuniversität Stanford tätigen Warsh ist es eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, denn er saß bereits von 2006 bis 2011 im Board der US-Notenbank. In diese Zeit fielen die globale Finanzkrise und die dadurch ausgelösten Erschütterungen, die die Arbeitslosenzahlen hochtrieben. Anders als damals läuft die US-Wirtschaft zwar rund. Doch die auch wegen der Folgen der Zollpolitik Trumps weiter hartnäckig erhöhte Inflation und ein merklich abgekühlter Arbeitsmarkt stellen die Fed vor neue Herausforderungen, während sie von Trump immer wieder zu Zinssenkungen gedrängt wird. Powell im Visier der Jusitz Powell ist im Zuge von Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt am Sitz der Fed in Washington sogar ins Visier der Justiz geraten. Der Fed-Chef bezeichnete das Vorgehen als Vorwand, um ihn wegen der von Trump geforderten Zinssenkungen unter Druck zu setzen. Der 55-jährige Warsh hatte in einem Interview mit »Fox News« Mitte vorigen Jahres klargemacht, dass er für eine Lockerung des geldpolitischen Kurses eintreten würde, wenn er darüber mitzubestimmen hätte. - Zinsentscheid der US-Notenbank: Fed-Chef Powell bleibt standhaft, der Dollar auf Talfahrt Von Katharina Kort, New York - Harvard-Professorin über Trumps Amerika: »Ich fürchte, es wird noch schlimmer« Ein Interview von Tim Bartz und Stefan Kaiser - Übergangslösung: Trump nominiert eigenen Berater für Fed-Vorstandsposten - Künftige Spitze der US-Notenbank: Trump fordert Mitspracherecht bei Zinsentscheidungen der Fed Warsh wurde in Albany im US-Bundesstaat New York geboren. Er studierte Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften und Statistik an der Stanford University, wo er 1992 seinen Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung erwarb. An der Harvard Law School setzte er seine Ausbildung mit einem Jurastudium fort, das er 1995 abschloss. In seiner beruflichen Karriere hat er Erfahrung im Finanzsektor und in der Politik gesammelt. Warsh arbeitete unter anderem für die US-Großbank Morgan Stanley und später auch im wirtschaftlichen Beratergremium von Altpräsident George W. Bush, bevor er zur Fed wechselte. Gefahr für die Unabhängigkeit der Fed Warsh hatte Mitte Juli 2025 mit Vorschlägen zum Verhältnis zwischen Fed und Finanzministerium für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC lancierte er die Idee, die 1951 beschlossene Übereinkunft aufzuweichen, wonach das Schuldenmanagement des US-Bundesstaates von der Geldpolitik getrennt ist. Eine Reform könnte aus Sicht von Warsh den Prozess der Bilanzreduzierung der Fed erleichtern, indem beide Institutionen ihre Absichten gemeinsam kommunizierten. Dies bedeute jedoch nicht per se eine Zusammenarbeit mit der Regierung. Die Vereinbarung vom März 1951 beendete eine Periode, in der sich die Zentralbank auf Ersuchen des Finanzministeriums zu einer Niedrigzinspolitik verpflichtet hatte, um günstigere Bundesanleihen zur Finanzierung der Kriegsanstrengungen im Zweiten Weltkrieg zu ermöglichen. Historiker betrachten diese Vereinbarung als einen entscheidenden Moment, der ihre praktische Unabhängigkeit von der Regierung etablierte und den Grundstein für die zukünftige Geldpolitik legte. Nunmehr hat Trump mit seinen Attacken auf die Notenbank eine Debatte darüber entfacht, ob diese Unabhängigkeit in Gefahr gerät. Der US-Präsident hat bereits die Erwartung geäußert, dass er vor Zinsentscheidungen gehört werden möchte.

Artikel lesen
1. Februar
taz (Öko & Co)

Streit um neuen Chef der US-Notenbank: Widerstand gegen Powell-Nachfolger aus den eigenen Reihen

Streit um neuen Chef der US-Notenbank: Widerstand gegen Powell-Nachfolger aus den eigenen Reihen Ein republikanischer Senator will Donald Trumps Kandidaten für die Spitze der US-Notenbank Fed blockieren. Gegenwind droht auch von den Demokraten. rtr | US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat für die Spitze der US-Notenbank, Kevin Warsh, vom Senat bestätigt wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, sagte Trump am Samstag vor Journalisten. „Er sollte ohne Schwierigkeiten bestätigt werden.“ Trump hatte das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. Doch die Nominierung stößt auf unerwarteten Widerstand in Trumps eigener Partei. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag an, die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell nicht „vollständig und transparent abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis in den sozialen Medien. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“. Die Blockade hat Gewicht: Da die Republikaner im zuständigen Bankenausschuss des Senats nur über eine Mehrheit von 13 zu 11 Stimmen verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe. Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Hintergrund ist die Zinspolitik Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird. Hintergrund des Widerstands von Tillis ist eine Untersuchung gegen Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Renovierungsprojekt. Powell weist die Vorwürfe als „Vorwand“ zurück, um politischen Druck auf die Zinspolitik auszuüben. Trump hat die Fed wiederholt zu Zinssenkungen gedrängt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Er erhofft sich dies auch von Warsh. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

Artikel lesen
1. Februar
Handelsblatt

Fed: Warsh-Nominierung – Rogoff warnt vor hoher Inflation und Marktturbulenzen

Fed: Warsh-Nominierung – Rogoff warnt vor hoher Inflation und Marktturbulenzen Frankfurt. US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Wochenende voller Optimismus, dass sich Kevin Warsh, sein Kandidat für die Spitze der US-Notenbank Fed, am Ende auch durchsetzen wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, hatte der US-Präsident am Samstag vor Journalisten gesagt. „Er sollte ohne Schwierigkeiten durch den US-Senat bestätigt werden.“ Doch Trumps Wahl trifft auf Widerstand, bei prominenten Wirtschaftsexperten – aber auch bei Vertretern seiner eigenen Partei. Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff warnt vor den Folgen der permanenten Attacken Trumps auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank und sieht den Wechsel an der Spitze der Zentralbank sehr kritisch. „Wenn Trump und sein neuer Zentralbankchef schnellem Wachstum den Vorrang vor Preisstabilität geben, dürfte die Inflation bei etwa drei Prozent verharren und bis Ende 2027 sogar auf vier Prozent steigen“, sagte Rogoff dem Handelsblatt. Der US-Wirtschaft drohe aber nicht nur „eine Überhitzung“. Trump riskiere „mit seinen Angriffen auf die Fed und seiner expansiven Fiskalpolitik, mittelfristig höhere Inflationsraten, zunehmende Marktvolatilität und sogar einen beschleunigten Rückgang der Dominanz des Dollars“, mahnt Rogoff. » Lesen Sie auch: Der Kampf um die Unabhängigkeit der Fed ist längst nicht entschieden Ähnlich beurteilt der Wirtschaftsforscher Barry Eichengreen die Lage: „Eine politisierte US-Notenbank wäre eine Katastrophe für die globalen Finanzmärkte“, warnt er im Interview. Trump hatte das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. Warsh muss aber noch vom US-Senat bestätigt werden – und das könnte für Trump zum Problem werden. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag an, die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Notenbank-Chef Powell nicht „vollständig und transparent abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis auf dem Onlinedienst X. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“. Die Blockade hat Gewicht: Da die Republikaner im zuständigen Bankenausschuss des Senats nur über eine knappe Mehrheit von 13 zu elf Stimmen verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe. Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh auch Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird. Regimewechsel bei US-Notenbank? Warsh gilt zwar als eher konservativer Geldpolitiker, der Trumps Forderungen nach schnellen Zinssenkungen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft nicht unbedingt willfährig nachkommen wird. „Warsh steht nicht für eine bedingungslos expansive Geldpolitik“, meint Axel Angermann, Chefvolkswirt der Feri-Gruppe. Aber der designierte neue Fed-Chef fordert auch einen „Regimewechsel“ bei der Notenbank. Bereits seit Jahren kritisiert Warsh, dass die Fed ihr Mandat immer weiter ausweitet. Dabei geht es auch um die Notprogramme, mit denen die Notenbank während der Finanz- und während der Coronakrise die US-Wirtschaft gestützt hat. Die Anleihekaufprogramme der Fed blähten die Bilanz der Notenbank von 900 Millionen Dollar 2008 auf bis zu neun Milliarden Dollar auf. Heute steht die Bilanz bei 6,6 Milliarden Dollar. Warsh hat bereits klargemacht, dass er diese Summe noch sehr viel deutlicher reduzieren will. Bleibt Warsh dieser Haltung als Fed-Chef treu, dürfte er darauf drängen, dass die Notenbank zügig Anleihen abstößt. Dadurch würde die Schuldenaufnahme für die Regierung wohl teurer, weil die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sinkt. „Paradoxerweise“, sagt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater, „könnte ein Fed-Präsident Warsh genau das Gegenteil von Trumps Zielen bewirken, wenn er tatsächlich seine Aussagen umsetzt, die Fed-Bilanz zu verkürzen.“ Mit Agenturmaterial.

Artikel lesen
1. Februar
Handelsblatt

Notenbank: Republikanischer Senator stellt sich gegen Trumps Fed-Kandidaten

Notenbank: Republikanischer Senator stellt sich gegen Trumps Fed-Kandidaten Washington. US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat für die Spitze der US-Notenbank, Kevin Warsh, vom Senat bestätigt wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, sagte Trump am Samstag vor Journalisten. „Er sollte ohne Schwierigkeiten bestätigt werden.“ Trump hatte das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. Doch die Nominierung stößt auf unerwarteten Widerstand in Trumps eigener Partei. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag an, die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell nicht „vollständig und transparent abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis auf dem Onlinedienst X. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“. Die Blockade hat Gewicht: Da die Republikaner im zuständigen Bankenausschuss des Senats nur über eine knappe Mehrheit von 13 zu elf Stimmen verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe. Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh auch Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird. Trump erwartet von Warsh deutliche Zinssenkungen Hintergrund des Widerstands von Tillis ist eine Untersuchung gegen Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Renovierungsprojekt. Powell weist die Vorwürfe als „Vorwand“ zurück, um politischen Druck auf die Zinspolitik auszuüben. Trump hat die Fed wiederholt zu deutlichen Zinssenkungen gedrängt, um die Wirtschaft anzukurbeln, und erhofft sich dies auch von Warsh. Die Fed hatte die Zinsen zuletzt stabil zwischen 3,5 Prozent und 3,75 Prozent gehalten. Trump hatte im Dezember Zinssenkungen auf ein Prozent gefordert. Auf die Frage, ob Warsh ihm eine Zusage gemacht habe, die Zinsen zu senken, sagte Trump jedoch einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge: „Nein, denn das will ich nicht tun. Ich könnte das tun, schätze ich, wenn ich wollte, aber ich habe es nicht getan.“

Artikel lesen
1. Februar
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

US-Notenbank: Widerstand gegen Nominierung des neuen Fed-Chefs

US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat für die Spitze der US-Notenbank, Kevin Warsh, vom Senat bestätigt wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, sagte Trump am Samstag vor Journalisten. „Er sollte ohne Schwierigkeiten bestätigt werden.“ Trump hatte das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet. Doch die Nominierung stößt auf unerwarteten Widerstand in Trumps eigener Partei. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag an, die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell nicht „vollständig und transparent abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis auf dem Onlinedienst X. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“. Die Blockade hat Gewicht: Da die Republikaner im zuständigen Bankenausschuss des Senats nur über eine knappe Mehrheit von 13 zu elf Stimmen verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe. Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh auch Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird. Hintergrund des Widerstands von Tillis ist eine Untersuchung gegen Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Renovierungsprojekt. Powell weist die Vorwürfe als „Vorwand“ zurück, um politischen Druck auf die Zinspolitik auszuüben. Trump hat die Fed wiederholt zu deutlichen Zinssenkungen gedrängt, um die Wirtschaft anzukurbeln, und erhofft sich dies auch von Warsh. Auf die Frage, ob dieser ihm eine Zusage gemacht habe, sagte Trump jedoch: „Nein, denn das will ich nicht tun. Ich könnte das tun, schätze ich, wenn ich wollte, aber ich habe es nicht getan.“

Artikel lesen
1. Februar
FAZ (Wirtschaft)

Fed-Chef-Nominierung: Loyalität statt Kompetenz

Fed-Chef-Nominierung : Loyalität statt Kompetenz Donald Trump favorisiert Kevin Warsh als neuen Fed-Chef. Vieles spricht dafür, dass Warsh über die nötigen Fähigkeiten für die Rolle verfügt – eines aber spricht fundamental dagegen. In den Vereinigten Staaten ist eine tiefe Sehnsucht nach Normalität zu registrieren, die in Realitätsverweigerung mündet. Sie drückt sich darin aus, dass Akteure agieren, als ob die alten Zeiten mit ihren bewährten Normen noch gälten. Das trübt leider das Urteilsvermögen. Ein neues Beispiel liefert die von Präsident Donald Trump beabsichtigte Nominierung von Kevin Warsh für den Chefposten der Federal Reserve. Der Jurist mit Vergangenheit als Investmentbanker, Regierungsberater und Notenbankgouverneur wird von Persönlichkeiten aus allen Lagern für seine Kompetenz gewürdigt. Und es stimmt ja auch: Warsh spielte als Mitglied des Gouverneursrats der Fed eine wichtige Rolle in der Bändigung der Finanzkrise an der Seite des damaligen Fed-Chefs Ben Bernanke. Dieser würdigte Warshs in seinen Erinnerungen. Später, nach seinem Abschied von der Federal Reserve, wurde Warsh zu einem Kritiker der Institution. Er hielt ihr, gut begründet, vor, sich schleichend Zuständigkeiten jenseits ihrer Kernmission anzueignen, durch fortgesetzte Anleihekäufe Märkte zu verzerren, die Staatsverschuldung zu begünstigen und die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik zu verwischen. Vieles spricht dafür, dass Warsh über die nötigen Fähigkeiten für die Rolle des Fed-Chefs verfügt. Eines aber spricht fundamental dagegen: die Tatsache, dass er den von Trump aufgesetzten Bewerbungsprozess erfolgreich überstanden hat. Wer in seinen Illusionen baden möchte, glaubt, dass dabei Kompetenzen abgeklopft wurden. Trump interessiert vor allem eines: Loyalität gegenüber seiner Person. Loyal sind Leute, die seine Wünsche erfüllen. Der Kandidat hat Trump erfolgreich das Gefühl vermittelt, er werde sich im Zweifel unterordnen. Eine Persönlichkeit mit Rückgrat hätte das Auswahlverfahren nicht als Sieger überstanden. Warsh mit lobenden Worte für Trumps Wirtschaftspolitik Wer Warshs öffentliche Beiträge durchforstet, findet eine Persönlichkeit vor, die ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen zunehmend anschlussfähig machte an Trumps krude Agenda. Warsh war in seinen Jahren als Notenbanker und kurz danach ein geldpolitischer Falke. Die Leitzinsen waren ihm in der Regel nicht hoch genug. Selbst bei einer Arbeitslosenquote von knapp 10 Prozent witterte er Inflationsrisiken. Das änderte sich erst in jüngerer Zeit. Plötzlich hält er niedrigere Leitzinsen für angemessen. In einem Fernsehinterview im vergangenen Oktober hatte er lobende Worte für Trumps „America first“-Wirtschaftspolitik übrig, die zu niedrigeren Preisen und hohem Wirtschaftswachstum führe, während die Federal Reserve die erfolgreiche Arbeit des Präsidenten unterminiere. Trump lasse mit „America first“ die Wirtschaft so stark wachsen, dass selbst eine notorisch versagende Notenbank mit ihrer kontraproduktiven Politik die positive Entwicklung nicht stoppen konnte. Das war die Quintessenz des Interviews. Trump hätte es nicht schöner sagen können. Ein nuanciertes Abwägen über die Wirkung der „America first“-Zölle auf die Teuerung oder eine überzeugende Erklärung, warum das von ihm attestierte Wachstum noch befeuert werden muss durch Leitzinssenkungen, ließ Warsh vermissen. Das Interview las sich wie eine Bewerbung für den Fed-Chefposten. Vermutlich war es genau das. Oder vorauseilender Gehorsam. Denn am Anforderungsprofil ließ Trump keine Zweifel: Auf seiner Plattform „Truth Social“ legte er am 23. Dezember dar, was er die „Trump-Regel“ nannte. Er schrieb: „Wenn es gute Nachrichten gibt, fallen die Märkte – weil alle glauben, die Zinsen würden sofort angehoben, um eine ‚mögliche‘ Inflation in den Griff zu bekommen.“ Dabei würden starke Märkte keine Inflation verursachen. Wer diese Einsicht nicht teile, könne niemals Fed-Chef sein. Personen werden zu Persönlichkeiten Man mag sich damit trösten, dass der künftige Vorsitzende nicht allein entscheidet, sondern Teil eines Gremiums kompetenter Notenbanker ist. Allerdings versucht Trump, das Gremium sturmreif zu schießen. Alles deutet darauf hin, dass die Ermittlungen der Justiz gegen die Notenbanker Jerome Powell und Lisa Cook Aktionen gefügiger Staatsanwälte sind. Eine andere Hoffnung liegt darin, dass Personen zu Persönlichkeiten gedeihen, wenn sie ein neues Amt antreten. Präsident Harry Truman hatte aus Ärger über den widerborstigen Thomas McCabe 1951 William Martin zum Fed-Chef gemacht, den er für loyal hielt. Martin wurde zum Garanten der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Truman nannte ihn später einen Verräter, als er ihn zufällig an der Wall Street in Manhattan traf. Einen solchen Verräter wünscht man der Federal Reserve von heute.

Artikel lesen
1. Februar
taz (Öko & Co)

Nominierter neuer Fed-Chef: Keine Angst vor Warsh

Nominierter neuer Fed-Chef: Keine Angst vor Warsh Die Börsen bleiben angesichts der neuen Personalie gelassen. Denn der mögliche neue Fed-Chef ist kein allmächtiger Zinszar. E s war ein klares Zeichen: Die Börsenkurse tendierten nur leicht ins Minus, als am Freitag bekannt wurde, dass US-Präsident Donald Trump den Juristen Kevin Warsh zum nächsten Chef der Notenbank Fed küren will. Die Investoren scheinen also nicht zu fürchten, dass Warsh großen Schaden in der amerikanischen Zinspolitik anrichten wird. Die Börsen bleiben gelassen, weil die Leitzinsen nicht allein vom Fed-Chef beschlossen werden, sondern von einem zwölfköpfigen Gremium. Warsh wäre also kein allmächtiger Zinszar, falls er vom US-Senat bestätigt wird. Zudem ist Warsh kein Unbekannter. Er hat schon einmal, von 2006 bis 2011, dem Fed-Direktorium angehört. In dieser Zeit hat er alle Entscheidungen mitgetragen, die während der Finanzkrise nötig waren – und nicht weiter gestört. Trotzdem ist es zunächst erstaunlich, dass die Börsen so ruhig bleiben, denn Warsh ist ein gnadenloser Opportunist. Um Fed-Chef zu werden, propagiert Warsh, was Trump gern hören will: Die Leitzinsen müssten drastisch sinken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Warsh ging sogar so weit, einen „Regimewechsel“ bei der Fed zu fordern. Trump verlässt sich gern auf persönliche Loyalitäten, und auch da passt Warsh ins Bild. Er ist der Schwiegersohn von Milliardär Lauder, mit dem Trump seit Jahrzehnten befreundet ist – und der als erster die Idee hatte, dass Trump doch Grönland annektieren könnte. Trotz dieser engen Bindungen vertrauen die Börsianer darauf, dass sich Warsh der Macht des Faktischen beugen wird. Ein Vorbild gibt es schon: den jetzigen Fed-Chef Jerome Powell. Auch er startete als Trump-Wunschkandidat, um bald die Weisungen aus dem Weißen Haus zu ignorieren. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums. Diesen Weg dürfte auch Warsh nehmen, denn Trumps Forderungen sind absurd. Die Fed kann die Leitzinsen nicht auf ein Prozent senken, wenn die Inflation bei 2,7 Prozent liegt. Der Realzins wäre dann negativ und jeder Kredit faktisch umsonst. Die Nachfrage würde explodieren – und die Preise auch. Diese Zusammenhänge sind schlicht – und nur für Trump zu hoch. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

Artikel lesen
1. Februar
Die Welt (Politik)

Republikanischer Senator blockiert Trumps Kandidat für die Notenbank – seine Stimme entscheidet

Republikanischer Senator blockiert Trumps Kandidat für die Notenbank – seine Stimme entscheidet Mit Kevin Warsh hat Donald Trump einen Nachfolger für den scheidenden Notenbankchef Jerome Powell ausgesucht. Doch der US-Präsident erhält überraschend Widerspruch aus den eigenen Reihen. Die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Chef der US-Notenbank Fed durch Präsident Donald Trump stößt auf unerwarteten Widerstand in den eigenen Reihen. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag an, die Bestätigung Warshs im Kongress zu blockieren. Er werde gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange die Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nicht „vollständig und transparent geklärt“ sei, schrieb Tillis auf X. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“. Da die Republikaner im zuständigen Bankenausschuss des Senats nur eine knappe Mehrheit von 13 zu elf Stimmen haben, kann ein einziger Abweichler das Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe. Hintergrund ist eine Untersuchung gegen Powell wegen angeblicher Kostenüberschreitungen bei einer Renovierung. Powell bezeichnet dies als Vorwand für politischen Druck auf die Zinspolitik. Trump hatte sich noch am Freitag zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat vom Senat bestätigt wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, sagte Trump vor Journalisten. Er erwarte, dass Warsh im Falle seiner Bestätigung die Zinsen senken werde. Auf die Frage, ob Warsh ihm diesbezüglich Zusagen gemacht habe, sagte Trump jedoch, dies wolle und könne Warsh nicht tun. Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh auch Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird.

Artikel lesen
30. Januar
FAZ (Wirtschaft)

Amerikanische Notenbank: Trumps geschmeidiger Zentralbanker

Amerikanische Notenbank : Trumps geschmeidiger Zentralbanker Kevin Warsh galt einst als geldpolitischer Falke und Freihändler. Jetzt will er niedrigere Zinsen und verteidigt Trumps Zölle. Gut ist das nicht. Donald Trump will den Juristen Kevin Warsh zum Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve und damit zum Nachfolger von Jerome Powell machen. Warsh hat sich in einem Auswahlverfahren durchgesetzt, das von einem zentralen Kriterium geprägt war: Ist der Kandidat bereit, sich den Wünschen des Präsidenten unterzuordnen? Schon die Tatsache, dass Warsh aus diesem Selektionsprozess als Sieger hervorgegangen ist, trübt die Hoffnung, er werde die Unabhängigkeit der Federal Reserve gegen Übergriffe aus dem Weißen Haus mit letzter Entschlossenheit verteidigen. Zugleich spricht der Ausgang für Warshs Geschmeidigkeit. Als er zwischen 2006 und 2011 bereits dem Gouverneursrat der Federal Reserve angehörte, galt er noch als geldpolitischer Falke. Im Jahr 2010 wandte er sich gegen eine lockere Geldpolitik, obwohl die Arbeitslosenquote kurz nach der Finanzkrise bei knapp zehn Prozent lag. Eine solche Haltung wäre Trump heute kaum zu vermitteln, fordert dieser doch beharrlich Leitzinssenkungen. Warsh tritt inzwischen allerdings nicht mehr als Falke in Erscheinung, sondern als einer der schärfsten Kritiker der Federal Reserve und ihres Vorsitzenden Powell. Der Notenbank wirft er vor, sich durch die schleichende Aneignung neuer Zuständigkeiten von ihrer Kernmission entfernt und damit ihre Legitimität als unabhängige Institution untergraben zu haben. Powell habe als Inflationsbekämpfer versagt und verlasse sich auf längst überholte Prognosemodelle. Selbst wenn Teile dieser Kritik berechtigt sein mögen, klangen sie aus Warshs Mund stets wie strategische Beiträge zur eigenen Karriereentwicklung. Der gelernte Jurist mit Falken-Vergangenheit hält inzwischen trotz stattlicher Wachstumsraten Leitzinssenkungen für geboten. Inflationsgefahren sieht er hingegen kaum noch – auch weil die Künstliche Intelligenz auf die Preise drücken werde. Trumps Zölle verteidigte der frühere Freihändler ebenfalls. Der Mann geht mit der Zeit. Ein Trost ist das nicht.

Artikel lesen
© 2026 Themenlage