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Ebola-Epidemie im Kongo droht zu eskalieren

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30. Juli
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Ebola-Epidemie im Kongo droht zu eskalieren

Ausbreitung schneller als je zuvor:Ebola-Epidemie im Kongo droht zu eskalieren Ebola breitet sich im Ostkongo so schnell aus wie nie zuvor: Mehr als 1.500 Menschen sind innerhalb von drei Monaten gestorben. Helfer warnen vor einer dramatischen Eskalation. Die aktuelle Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist bereits nach wenigen Monaten der drittschwerste jemals bekannt gewordene Ausbruch. Das Virus breitet sich so schnell aus wie noch nie zuvor. In nur drei Monaten sind mehr als 1.500 Ebola-Erkrankte gestorben. Die Lage sehe derzeit wesentlich dramatischer und dynamischer aus als zu Beginn der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie in Westafrika 2014, sagt der Berliner Epidemiologe Maximilian Gertler von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Damals starben binnen zwei Jahren mehr als 11.000 Menschen. Die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo ist auf 304 gestiegen. Mehr als 1.100 Infektionen sind bestätigt. Für den Erreger gibt es keinen Impfstoff und keine Medikamente. 26.06.2026 | 0:20 minAusbruch im Ostkongo: Hohe Dunkelziffer Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Mitte Mai den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der erste nachgewiesene Ebola-Patient starb Ende April in der ostkongolesischen Grenzprovinz Ituri, in der schätzungsweise etwa acht Millionen Menschen leben. Doch Experten gehen mittlerweile davon aus, dass das Virus schon seit Februar in der Region grassierte. Ebola wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hoch ansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. Bislang sind mehr als 3.400 Fälle im Labor nachgewiesen worden. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte nach Schätzungen der WHO zwei- bis viermal so hoch liegen. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt wöchentlich an. Die Epidemie breitet sich auch räumlich immer weiter aus. Mittlerweile gibt es Fälle in fünf Provinzen, darunter direkt an der belebten Grenze zum armen und instabilen Südsudan. Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer ernsten Lage. Seit Mai wurden über 230 Todesfälle registriert. 21.06.2026 | 0:21 minImpfstoff noch im Test Nach Behördenangaben liegt die Todesrate derzeit bei etwa 44 Prozent - das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Infizierten sind gestorben. Für die im Kongo grassierende Bundibugyo-Variante des Virus gibt es noch keine gezielten Impfstoffe oder Medikamente. Nach Angaben der WHO lag die Todesrate bei den beiden letzten Bundibugyo-Ausbrüchen 2007 in Uganda und 2012 im Kongo bei 30 beziehungsweise 50 Prozent. An der Universität Oxford laufen Impfstoff-Tests gegen die Variante, nach Angaben der Entwickler liegen bereits 620.000 Dosen bereit. Allerdings dürfte es selbst im besten Fall noch Monate dauern, bis großflächig geimpft werden kann. Auch zwei antivirale Therapieverfahren sind derzeit in der Testphase. MSF-Helfer berichten, dass viele Erkrankte erst mit kritischen Symptomen in die Behandlungszentren kämen, wenn die Überlebenschancen gering seien. Todesfälle in Familien sind besonders gefährlich, weil sich pflegende Angehörige leicht anstecken können. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums gibt es in Frankreich den ersten Ebola-Fall. Der Arzt, der aus dem Kongo zurückkehrte, wurde ins Krankenhaus gebracht und isoliert. 24.06.2026 | 0:21 minWarum scheitert die Eindämmung weiterhin? Nach Angaben der WHO gibt es mittlerweile knapp 950 Betten in Isolations- und Behandlungszentren im Krisengebiet - je nach Region teils überbelegt, teils sind Betten frei. Doch mangelnde Aufklärung und Misstrauen zählen zudem weiterhin zu den größten Problemen. Die Menschen hätten Angst davor, Erkrankte in Behandlungszentren abzugeben, von denen sie nur Gerüchte kennen würden, sagt Gertler. Vielen fehle das Vertrauen in das Gesundheitssystem sowie die Bildung, um Übertragungswege nachvollziehen zu können. Helfer werden immer wieder angegriffen. Auch die Sicherheitslage im Osten des zentralafrikanischen Landes ist ein großes Problem. Hunderttausende Vertriebene leben teils seit Jahren in Behelfslagern mit schlechten sanitären Verhältnissen und kaum medizinischer Versorgung. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. 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30. Juli
Tagesschau

Mehr als 1.500 Tote durch Ebola-Ausbruch in Demokratischer Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo Mehr als 1.500 Tote durch Ebola-Ausbruch In der Demokratischen Republik Kongo sind inzwischen mehr als 1.500 Menschen an Ebola gestorben. Die Infektionszahlen steigen so schnell wie noch nie - Experten warnen vor einer Ausbreitung und einer langen Dauer. Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter rasch aus. 1.521 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, wie die kongolesische Regierung mitteilte. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg auf 3.442 an. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge könnte die tatsächlich Zahl der Infizierten zwei- bis viermal höher sein. Trotz Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist bei den meisten Neupatienten nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Den Behördenangaben zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 44 Prozent - das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen endet tödlich. Zudem steigen die Infektionszahlen so schnell wie noch nie zuvor bei einem Ebola-Ausbruch. "Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch aller Zeiten", sagte der stellvertretende Leiter des Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau. Experten fordern mehr Unterstützung Vor diesem Hintergrund haben Experten zu einer massiven Ausweitung der Hilfsmaßnahmen aufgerufen. "Die Zahl der Fälle steigt exponentiell an und verdoppelt sich alle 20 Tage. Dies ist ein weitaus schnelleres Wachstum als der Ausbau unserer Hilfsmaßnahmen", sagte der UN-Ebola-Koordinator Julien Harneis. "Wir müssen unsere Maßnahmen massiv verstärken, sei es bei der Versorgung mit Hilfsgütern, insbesondere mit Schutzausrüstung, Personal, medizinischem Fachpersonal und Logistikern", so Harneis. Eine frühzeitige Behandlung steigere die Überlebenschancen enorm. Es seien dringend weitere Isolierbetten, noch mehr Kontaktnachverfolgung und ein massiver Ausbau bei der Aufklärung der Bevölkerung nötig, so der Berliner Epidemiologe und Ebola-Experte Maximilian Gertler. "Wenn das nicht in ausreichendem Maße geschieht, müssen wir gegenwärtig davon ausgehen, dass der Ausbruch sich noch sehr lange, mit Sicherheit im nächsten Jahr, fortsetzen wird und auch andere Länder in der Region erreicht werden können." Bereits jetzt breitet sich das Virus immer weiter räumlich aus. Mittlerweile sind in fünf Provinzen Fälle bekannt, darunter direkt an der belebten Grenze zum Südsudan. Bislang kein Impfstoff zugelassen Der erste nachgewiesene Ebola-Patient starb Ende April in der ostkongolesischen Provinz Ituri, die an Uganda grenzt. Experten gehen jedoch davon aus, dass das Virus schon seit Februar in der Region grassierte. Die Weltgesundheitsorganisation hatte Mitte Mai den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Für die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Spezies des Ebolavirus gibt es noch keine gezielten Impfstoffe oder Medikamente. An der Universität Oxford laufen aktuell Tests zur Entwicklung eines Impfstoffs, dessen großflächige Nutzung jedoch noch Monate dauern wird, schätzen Experten. Mitarbeitende der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichten, dass viele Erkrankte erst mit kritischen Symptomen in die Behandlungszentren kämen, wenn die Überlebenschancen gering seien. Ebola wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hoch ansteckendes Fieber mit Durchfall, Blutungen und Organversagen aus.

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30. Juli
FAZ (Politik)

Epidemie in Kongo: Alle 20 Tage verdoppeln sich die Ebola-Fälle

Epidemie in Kongo : Alle 20 Tage verdoppeln sich die Ebola-Fälle In Kongo sind in kürzester Zeit tausend Personen an der Virusinfektion gestorben. Statt Hilfe auszuweiten, muss gestrichen werden, beklagen die UN. Die Vereinten Nationen (UN) haben die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo als die am schnellsten wachsende Ebolakrise jemals bezeichnet. Der UN-Koordinator für Ebola, Julien Harneis, teilte mit, dass die Fälle exponentiell stiegen. „Sie verdoppeln sich alle 20 Tage“, sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bunia, dem Epizentrum des Ausbruchs. Laut der kongolesischen Regierung haben sich bislang 3442 Personen in dem Land mit dem Virus infiziert, 1521 sind gestorben – also liegt die Sterberate unter den Infizierten bei 44 Prozent. Carl Skau, Exekutivdirektor des World Food Programme (WFP), verglich bei der Pressekonferenz den jüngsten Ebola-Ausbruch mit der bislang verheerendsten Epidemie vor zehn Jahren. Dabei kam es in Westafrika zwischen 2014 und 2016 zu knapp 29.000 Infizierten mit über 11.000 Todesopfern. Skau warnte, dass allein in den vergangenen zwei Monaten im Kongo 1000 Menschen an Ebola gestorben seien, 2014 habe es für diese Anzahl acht Monate gebraucht. „Es verbreitet sich viermal so schnell.“ Uganda erklärt den Ausbruch für beendet Die Bedingungen zur Bekämpfung des Virus in Ostkongo sind fatal. Der andauernde Konflikt zwischen der Regierung in Kinshasa und den M23-Rebellen hat schon vor dem offiziellen Ausbruch der Epidemie Mitte Mai zu Millionen Binnenflüchtlingen geführt. Mittlerweile sind fünf Provinzen des Landes von der Epidemie betroffen, darunter die stark umkämpfte Provinz Ituri sowie Nord- und Südkivu. Sie grenzen an Uganda, wo ebenfalls Infektionen festgestellt wurden. Anfang der Woche erklärte die Regierung dort aber den jüngsten Ebola-Ausbruch im Land für beendet. „Ich habe die Ugander jedoch dazu aufgefordert, wachsam zu bleiben“, teilte der Gesundheitsminister Chris Baryomunsi auf der Plattform X mit. „Wir werden unsere Brüder und Schwestern in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin dabei unterstützen, die Ebolaepidemie dort einzudämmen.“ Harneis sagte bei der Pressekonferenz der UN, dass die Geschwindigkeit der Infektionen die Menge der Hilfsleistungen bei Weitem übersteige. Es brauche deutlich mehr Mitarbeiter und Ausstattung. „Stattdessen streichen wir Hilfe“, fügte Skau hinzu. Vor einem Jahr habe das WFP noch drei Millionen Menschen in der Region unterstützt, aktuell seien es nur noch eine Million. „1000 Gesundheitszentren wurden aufgrund fehlender Finanzmittel geschlossen“, sagte Skau. Die Lage wird dadurch weiter verschärft, dass in mehreren Gesundheitseinrichtungen in den vergangenen Wochen Ärzte gestreikt haben, weil sie seit Monaten keine Bezahlung erhalten hätten.

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30. Juli
Handelsblatt

Lebensbedrohliche Krankheit: Warum der Ebola-Ausbruch zu eskalieren droht

Lebensbedrohliche Krankheit: Warum der Ebola-Ausbruch zu eskalieren droht Kinshasa. Die aktuelle Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist bereits nach wenigen Monaten der drittschwerste jemals bekannt gewordene Ausbruch des Fiebers. Das Virus breitet sich so schnell aus wie noch nie zuvor. In nur drei Monaten sind mehr als 1.500 Ebola-Erkrankte gestorben. Trotz Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist bei den meisten Neupatienten nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Die Lage sehe derzeit wesentlich dramatischer und dynamischer aus als zu Beginn der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie in Westafrika 2014, sagt der Berliner Epidemiologe Maximilian Gertler, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mehrfach im Ebola-Einsatz war, der Deutschen Presse-Agentur. Damals starben binnen zwei Jahren mehr als 11.000 Menschen. „Es gibt leider im Moment kaum Anzeichen dafür, dass wir diese Epidemie besser, effektiver und früher stoppen können als die Epidemie von 2014/15.“ Wie entwickelt sich der Ausbruch im Ostkongo? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Mitte Mai den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der erste nachgewiesene Ebola-Patient starb Ende April in der ostkongolesischen Grenzprovinz Ituri, in der schätzungsweise etwa acht Millionen Menschen leben. Doch Experten gehen mittlerweile davon aus, dass das Virus schon seit Februar in der Region grassierte. Ebola wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hoch ansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. Bislang sind mehr als 3.400 Fälle im Labor nachgewiesen worden. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte nach Schätzungen der WHO zwei bis vier Mal so hoch liegen. Demnach werden mehr als 80 Prozent der neuen Fälle außerhalb der Kontaktlisten anderer Patienten entdeckt, was zeigt, dass das Virus sich weiterhin ungehindert ausbreitet. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt wöchentlich an. Die Epidemie breitet sich auch räumlich immer weiter aus. Mittlerweile gibt es Fälle in fünf Provinzen, darunter direkt an der belebten Grenze zum armen und instabilen Südsudan. Wieso ist das Fieber so tödlich? Nach Behördenangaben liegt die Todesrate derzeit bei etwa 44 Prozent - das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Infizierten sind gestorben. Für die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebolavirus gibt es noch keine gezielten Impfstoffe oder Medikamente. Nach Angaben der WHO lag die Todesrate bei den beiden letzten Bundibugyo-Ausbrüchen 2007 in Uganda und 2012 im Kongo bei 30 beziehungsweise 50 Prozent. Mitarbeitende der Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichten, dass viele Erkrankte erst mit kritischen Symptomen in die Behandlungszentren kämen, wenn die Überlebenschancen gering seien. Zwei Drittel der Toten sind nach Angaben der WHO Menschen, die in ihren Gemeinden sterben und nie in einer auf Ebola spezialisierten Einrichtung behandelt wurden. Todesfälle in Familien sind besonders gefährlich, weil sich pflegende Angehörige leicht anstecken können. Warum scheitert die Eindämmung weiterhin? Nach Angaben der WHO gibt es mittlerweile knapp 950 Betten in Isolations- und Behandlungszentren im Krisengebiet. Während die Einrichtungen in Ituris Nachbarprovinz Nord-Kivu mit 136 Prozent überbelegt sind und Helfer in Ituris Provinzhauptstadt Bunia von Wartezeiten berichten, ist andererseits nach WHO-Angaben in der Provinz Ituri aktuell ein Drittel der Betten frei. „Angesichts der Dynamik der Epidemie und der sehr heterogenen Sicherheitslage vor Ort ist es sehr schwer, rechtzeitig ausreichend Kapazitäten unmittelbar dort zu haben, wo es am dringendsten ist“, sagt Charité- und MSF-Arzt Gertler. Mangelnde Aufklärung und Misstrauen zählen zudem weiterhin zu den größten Problemen. Die Menschen hätten Angst davor, Erkrankte in Behandlungszentren abzugeben, von denen sie nur Gerüchte kennen würden, sagt Gertler. Vielen fehle das Vertrauen in das Gesundheitssystem sowie die Bildung, um Übertragungswege nachvollziehen zu können. Helfer werden immer wieder angegriffen. Die Sicherheitslage im Osten des zentralafrikanischen Landes ist ein großes Problem. Hunderttausende Vertriebene leben teils seit Jahren in Behelfslagern mit schlechten sanitären Verhältnissen und kaum medizinischer Versorgung. Krankheiten wie Malaria und Cholera, die oft mit ähnlichen Symptomen wie Ebola einhergehen, sind verbreitet. Viele Menschen leiden Hunger und leben in ständiger Furcht vor Massakern oder sexueller Gewalt. Die Provinzen Nord- und Süd-Kivu werden von Rebellen kontrolliert, die gegen die Regierung und mit ihr verbündete Milizen kämpfen. In Ituri greift die mit der Terrormiliz IS verbündete Rebellengruppe ADF Dörfer an. In diesem Jahr wurden der Konfliktdatenorganisation Acled zufolge mindestens rund 1.100 Zivilisten in den drei Provinzen getötet. Welche Maßnahmen werden ergriffen? Am 24. Juli begann die erste Phase der Tests an Menschen eines Impfstoffs der Universität Oxford gegen die Bundibugyo-Variante. Nach Angaben der Entwickler liegen bereits 620.000 Dosen bereit - allerdings dürfte es selbst im besten Fall noch Monate dauern, bis großflächig geimpft werden kann. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren gegen das Virus. Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper mit dem Namen MBP134 und das antivirale Medikament Remdesivir. Auch eine Studie zur Postexpositionsprophylaxe mit Obeldesivir für die Verhinderung von Infektionen bei Personen, die enge Kontakte zu Infizierten hatten, läuft. Verwandte Themen Die Nachverfolgung der Kontakte lag nach Angaben der WHO zuletzt bei 78 Prozent - die Behörden hätten von rund 15.500 gemeldeten Kontaktpersonen 12.100 zur Überprüfung aufgesucht. Zur Eindämmung seien 95 Prozent nötig. Welche Aussichten gibt es? Beim zweitschwersten bislang erfassten Ebola-Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen. Damals wurden mehr als 300.000 Kontaktpersonen mit dem erprobten Wirkstoff gegen die Zaire-Variante geimpft. Die WHO wertet aber auch den Aufbau von Vertrauen in der Bevölkerung als entscheidend für die Eindämmung des Ausbruchs. Traditionelle und religiöse Autoritäten wurden in den Gemeinden als Vermittler eingebunden. Weitere Isolierbetten, noch mehr Kontaktnachverfolgung und ein massiver Ausbau bei der Aufklärung der Bevölkerung seien dringend nötig, sagt Ebola-Experte Gertler der dpa. „Wenn das nicht in ausreichendem Maße geschieht, müssen wir gegenwärtig davon ausgehen, dass der Ausbruch sich noch sehr lange, mit Sicherheit im nächsten Jahr, fortsetzen wird und auch andere Länder in der Region erreicht werden können.“

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30. Juli
Handelsblatt

Gefährliche Epidemie: Mehr als 1.500 Tote bei Ebola-Ausbruch im Kongo

Gefährliche Epidemie: Mehr als 1.500 Tote bei Ebola-Ausbruch im Kongo Kinshasa. Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich rasch weiter aus. 1.521 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, wie die kongolesische Regierung mitteilte. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg auf 3.442 an. Den Behördenangaben zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 44 Prozent - das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen endete tödlich. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus, die bislang nicht erkannt oder nicht gemeldet wurden. Experten vermuten, dass sich das Virus monatelang vor dem Nachweis des Ausbruchs Mitte Mai ausbreitete. Experten: Am schnellsten wachsender Ausbruch aller Zeiten Die Infektionszahlen steigen so schnell wie noch nie zuvor bei einem Ebola-Ausbruch an. „Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch aller Zeiten“, sagte der stellvertretende Leiter des Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau am Mittwoch. „In Westafrika dauerte es acht Monate, bis 1.000 Menschen starben.“ In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und insbesondere Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

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29. Juli
Handelsblatt

Epidemie im Kongo: UN: „Am schnellsten wachsender Ebola-Ausbruch aller Zeiten“

Epidemie im Kongo: UN: „Am schnellsten wachsender Ebola-Ausbruch aller Zeiten“ New York. Angesichts des sich weiter ausbreitenden Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo rufen Experten der Vereinten Nationen zu einer massiven Ausweitung der Hilfsmaßnahmen auf. „Die Zahl der Fälle steigt exponentiell an und verdoppelt sich alle 20 Tage. Dies ist ein weitaus schnelleres Wachstum als der Ausbau unserer Hilfsmaßnahmen“, sagte Julien Harneis, UN-Ebola-Koordinator. „Wir müssen unsere Maßnahmen massiv verstärken, sei es bei der Versorgung mit Hilfsgütern, insbesondere mit Schutzausrüstung, Personal, medizinischem Fachpersonal und Logistikern.“ Eine frühzeitige Behandlung steigere die Überlebenschancen enorm, so Harneis. Mehr als 1.400 Tote bei aktuellem Ausbruch „Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch aller Zeiten“, sagte der stellvertretende Leiter des Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau. „Zum Vergleich: In den letzten zwei Monaten starben 1.000 Menschen. In Westafrika dauerte es acht Monate, bis 1.000 Menschen starben.“ In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen. Laut Zahlen der kongolesischen Gesundheitsbehörden sind bisher mehr als 1.400 Menschen an dem Virus gestorben. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und insbesondere Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

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