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Sonntag, 26. Juli 2026
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Bab al-Mandab und Straße von Hormus: Diese sechs Faktoren verschärfen die Ölkrise

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23. Juli
Wirtschaftswoche

Steigender Ölpreis: „Die Achse des Widerstands hat vorerst die Kontrolle“

Steigender Ölpreis: „Die Achse des Widerstands hat vorerst die Kontrolle“ Zunächst klangen die Drohungen nur nach Säbelrasseln und Selbstüberschätzung. Jetzt entwickeln sie sich zu einem echten Problem. Erst am Montag hatte die Huthi-Miliz im Jemen eine Seeblockade im Roten Meer ausgerufen und allein damit schon für Panik an den Märkten gesorgt: Würden die islamistischen Kämpfer es schaffen, die Meerenge von Bab al-Mandab – das Tor der Tränen – tatsächlich dauerhaft zu sperren, es wäre nach der Straße von Hormus bereits der zweite kritische Engpass für den Welthandel in kurzer Zeit. Und in der Tat: Der Drohung folgten diese Woche Taten. 70 Seemeilen vor der Küste von Al-Schukaik in Saudi-Arabien haben die Huthis einen Tanker des Königreichs beschossen. Die rund 350.000 Kämpfer umfassende Miliz spricht mittlerweile sogar von zwei angegriffenen Schiffen. Mit Drohnen und Raketen habe man die „Encelia“ und die „Layla“ attackiert, teilte die Miliz mit. Diese hätten ihre ausgerufene Seeblockade verletzt. Sechs Schiffe seien dazu bereits vorher an der Durchfahrt gehindert und zur Umkehr gezwungen worden. Aus der angedrohten entsteht nun eine echte Schlinge. Offensichtlich. Denn die Ölpreise erreichen bereits neue Höchstwerte. Nur wie und warum gerade jetzt? Zum Teil haben die Angriffe mit einem Aufruf der iranischen Alliierten zu tun. Teheran will mithilfe seiner Verbündeten den Druck im Krieg gegen die USA erhöhen. Von Anfang des Konflikts an verfolgte Iran mit Angriffen auf die benachbarten Golfstaaten die Strategie, sich asymmetrisch gegen die überlegenen US-Streitkräfte zur Wehr zu setzen. Auch just im Moment fliegen die Iraner Angriffe auf US-Basen und Verbündete in der gesamten Region. Etwa auf Stützpunkte in Jordanien. Jetzt wird mit den Huthi zusätzlich einer der letzten verbleibenden militärisch einsatzfähigen Proxys aktiviert, um US-Präsident Donald Trump die Folgen seiner Angriffe aufzuzeigen. Die Huthis als eigenständiger Spieler Es geht allerdings um mehr als das. „Die Huthis handeln nur, wenn es ihnen strategische Vorteile einbringt“, sagt Jens Heibach vom Giga-Institut in Hamburg. Den aktuellen Kampfhandlungen ordnet der Nahost-Experte neben dem Aufruf der Iraner zwei weitere zentrale Handlungsmotive zu. - Das zwischenzeitliche Abkommen zwischen den USA und Iran gilt als ungeschickt formuliert und erlaubte es Iran, einen regionalen Anspruch auf die Straße von Hormus zu interpretieren. Die Huthis versuchen diesen Anspruch jetzt ebenfalls auszuleben, indem sie Druck im Roten Meer aufbauen. Dadurch können sie sich als Akteur in der Region stärken. Und ihre Dominanz festigen. - Bereits seit mehreren Jahren will man mit Riad ein für die Huthis politisch wie wirtschaftlich vorteilhaftes Abkommen abschließen, was sich wegen Gaza (und zuletzt dem Irankrieg) verzögert hat. Die Blockade saudischer Schiffe ist somit auch ein Druckmittel zur Durchsetzung ureigener Interessen, die unabhängig von Iran gelten. Überraschend ist der geballte Aktivismus aus dem Jemen deshalb, weil die Huthi eigentlich lange Zeit als geschwächt galten. Die USA haben in den vergangenen Jahren mehrfach Stellungen der Miliz bombardiert. Etwa mit Angriffen auf Abschussvorrichtungen für Raketen, Kommandozentralen und Munitionsdepots Anfang 2024. Oder ein Jahr später, als Donald Trump die Großoffensive „Rough Rider“ mit Luft- und Seeangriffen auf Stützpunkte, Raketenabwehrstellungen und Führungsmitglieder der Huthi befahl. Neue Stärke im Verborgenen Nun zeigt sich, dass diese Operationen weniger effektiv waren als gedacht. „Die Huthis waren zweifelsohne geschwächt, mussten aber im Zuge von Rough Rider kaum Verluste auf der Führungsebene hinnehmen“, sagt Heibach. Seitdem blieb genug Zeit für die Kämpfer, erneut mit der Wiederbewaffnung zu beginnen. Dazu kommt: Es braucht kaum Aufwand, um das Rote Meer zu kontrollieren. Somalische Piraten haben es am Ende der Nullerjahre auf dem Golf von Aden und im Indischen Ozean vorgemacht. Jetzt nutzen auch die Huthis Schnellboote und Drohnen für dezentrale maritime Angriffe. Allein deren Ankündigung kann ausreichen, um Reedereien davon abzubringen, die Meerenge großräumig zu umfahren – zumal die Versicherungspolicen in die Höhe schießen. Nicht nur sind die Kämpfer laut Experten dabei technisch versierter geworden, auch können sie mehr als genug Material über Land- und Seewege in die eigenen Lager schmuggeln und dort zusammenbauen. „Inzwischen sind sie so weit, dass sie wahrscheinlich schon selbst Waffen liefern, die gerade am Horn von Afrika heiß begehrt sind“, sagt Heibach. So sprach das Beobachtungspanel für den Jemen beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seinem jährlichen Bericht zuletzt davon, dass sich aktuell sogar neue Netzwerke zwischen Huthis und al-Shabaab etablieren. Die Terrororganisation in Somalia ist demnach vor allem an den Drohnen ihrer jemenitischen Verbündeten interessiert. Das Huthi-Problem für die Weltwirtschaft Von Schwäche kann also in Wahrheit keine Rede sein. Und mit der doppelten Sperrung in der Straße von Hormus und dem Roten Meer existiert nun „in Kombination ein massives Problem für die globale Energieversorgung“, wie Heibach erklärt. Hinzu kommt, dass die Internationale Energiebehörde (IEA) zuletzt eine Erschöpfung der Puffer verkündete. Von den 400 Millionen Barrel im Zuge des Irankriegs angelegten Ölreserven seien Dreiviertel aufgebraucht, hieß es. Ohnehin ist die Stimmung an den Ölmärkten gekippt. Angesichts der drohenden Doppelblockade rund um die Arabische Halbinsel steigen die Preise erneut. Die Nordseeölsorte Brent hat die 100 US-Dollar pro Fass geknackt – Tendenz weiter steigend. Berechnungen des US-Senders NBC zufolge würde eine Vollsperrung der Meerenge die verfügbare Menge an Öl auf dem Weltmarkt noch einmal um sieben Prozent reduzieren. Die Huthis schaffen es so, mit wenig Aufwand die ganze Welt in Geiselhaft zu nehmen. Abgesehen davon, dass die Sperrungen massive Auswirkungen auf die Nahrungsmittelsicherheit haben. Internationale Organisationen warnen bereits vor einer globalen Ernährungskrise. Eine koordinierte Aktion „Die Kontrolle über zwei zentrale Nadelöhre des Welthandels liegt vorerst in der Hand der Achse des Widerstands“, erklärt Heibach. Mit diesem Kapital würden die Revolutionsgarden und die Huthis auch in Zukunft wuchern. Der Experte warnt vor einem gefährlichen Präzedenzfall, in dessen Folge auch andere nichtstaatliche Akteure die Kontrolle über wirtschaftliche Knotenpunkte ausnutzen könnten, um ihre Extrempositionen durchzusetzen. „Militärisch ist dieser Konflikt beziehungsweise sind diese Konflikte nicht zu lösen“, erläutert Heibach. Nur Verhandlungen könnten die Situation entschärfen, in deren Folge auch eine Wiederaufnahme der internationalen Schutzmission Aspides der Europäer im Roten Meer eine Möglichkeit wäre. Vor allem aber braucht es laut Heibach eine Reform des Waffeninspektionssystems, um die geheimen Schmuggelrouten Die einzige wirklich nachhaltige Lösung für die Blockade wäre eine Beendigung des Bürgerkriegs in Jemen selbst. Der Konflikt stärkt die Miliz seit Jahren, nur ein Ende der Kämpfe könnte zu ihrer Entzauberung beitragen. Der Unmut in den von ihnen beherrschten Gebieten ist groß, die humanitäre Situation katastrophal. „Ob die Huthis auch in Friedenszeiten regieren und sich an der Macht halten können, muss sich erst zeigen“, meint Heibach.

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23. Juli
Wirtschaftswoche

Steigender Ölpreis: „Die Achse des Widerstands hat vorerst die Kontrolle“

Steigender Ölpreis: „Die Achse des Widerstands hat vorerst die Kontrolle“ Zunächst klangen die Drohungen nur nach Säbelrasseln und Selbstüberschätzung. Jetzt entwickeln sie sich zu einem echten Problem. Erst am Montag hatte die Huthi-Miliz im Jemen eine Seeblockade im Roten Meer ausgerufen und allein damit schon für Panik an den Märkten gesorgt: Würden die islamistischen Kämpfer es schaffen, die Meerenge von Bab al-Mandab – das Tor der Tränen – tatsächlich zu sperren, es wäre nach der Straße von Hormus bereits der zweite kritische Engpass für den Welthandel in kurzer Zeit. Und in der Tat: Der Drohung folgten diese Woche Taten. 70 Seemeilen vor der Küste von Al-Schukaik in Saudi-Arabien haben die Huthis einen Tanker des Königreichs beschossen. Die rund 350.000 Kämpfer umfassende Miliz spricht mittlerweile sogar von zwei angegriffenen Schiffen. Mit Drohnen und Raketen habe man die „Encelia“ und die „Layla“ attackiert, teilte die Miliz mit. Diese hätten ihre ausgerufene Seeblockade verletzt. Sechs Schiffe seien dazu bereits vorher an der Durchfahrt gehindert und zur Umkehr gezwungen worden. Aus der angedrohten entsteht nun eine echte Schlinge. Offensichtlich. Denn schon jetzt erreichen die Ölpreise neue Höchstwerte. Nur wie und warum gerade jetzt? Zum Teil haben die Angriffe mit einem Aufruf der iranischen Alliierten zu tun. Teheran will mithilfe seiner Verbündeten den Druck im Krieg gegen die USA erhöhen. Von Anfang des Konflikts an verfolgte Iran mit Angriffen auf die benachbarten Golfstaaten die Strategie, sich asymmetrisch gegen die überlegenen US-Streitkräfte zur Wehr zu setzen. Auch just im Moment fliegen die Iraner Angriffe auf US-Basen und Verbündete in der gesamten Region. Etwa auf Stützpunkte in Jordanien. Jetzt wird mit den Huthi zusätzlich einer der letzten verbleibenden militärisch einsatzfähigen Proxys aktiviert, um US-Präsident Donald Trump die Folgen seiner Angriffe aufzuzeigen. Die Huthis als eigenständiger Spieler Es geht allerdings um mehr als das. „Die Huthis handeln nur, wenn es ihnen strategische Vorteile einbringt“, sagt Jens Heibach vom Giga-Institut in Hamburg. Den aktuellen Kampfhandlungen ordnet der Nahost-Experte neben dem Aufruf der Iraner zwei weitere zentrale Handlungsmotive zu. - Das zwischenzeitliche Abkommen zwischen den USA und Iran gilt als ungeschickt formuliert und erlaubte es Iran, einen regionalen Anspruch auf die Straße von Hormus zu interpretieren. Die Huthis versuchen diesen Anspruch jetzt ebenfalls auszuleben, indem sie Druck im Roten Meer aufbauen. Dadurch können sie sich als Akteur in der Region stärken. Und ihre Dominanz festigen. - Bereits seit mehreren Jahren will man mit Riad ein für die Huthis politisch wie wirtschaftlich vorteilhaftes Abkommen abschließen, was sich wegen Gaza (und zuletzt dem Irankrieg) verzögert hat. Die Blockade saudischer Schiffe ist somit auch ein Druckmittel zur Durchsetzung ureigener Interessen, die unabhängig von Iran gelten. Überraschend ist der geballte Aktivismus aus dem Jemen deshalb, weil die Huthi eigentlich lange Zeit als geschwächt galten. Die USA haben in den vergangenen Jahren mehrfach Stellungen der Miliz bombardiert. Etwa mit Angriffen auf Abschussvorrichtungen für Raketen, Kommandozentralen und Munitionsdepots Anfang 2024. Oder ein Jahr später, als Donald Trump die Großoffensive „Rough Rider“ mit Luft- und Seeangriffen auf Stützpunkte, Raketenabwehrstellungen und Führungsmitglieder der Huthi befahl. Neue Stärke im Verborgenen Nun zeigt sich, dass diese Operationen weniger effektiv waren als gedacht. „Die Huthis waren zweifelsohne geschwächt, mussten aber im Zuge von Rough Rider kaum Verluste auf der Führungsebene hinnehmen“, sagt Heibach. Seitdem blieb genug Zeit für die Kämpfer, erneut mit der Wiederbewaffnung zu beginnen. Dazu kommt: Es braucht kaum Aufwand, um das Rote Meer zu kontrollieren. Somalische Piraten haben es am Ende der Nullerjahre auf dem Golf von Aden und im Indischen Ozean vorgemacht. Jetzt nutzen auch die Huthis Schnellboote und Drohnen für dezentrale maritime Angriffe. Allein deren Ankündigung kann ausreichen, um Reedereien davon abzubringen, die Meerenge großräumig zu umfahren – zumal die Versicherungspolicen in die Höhe schießen. Nicht nur sind die Kämpfer laut Experten dabei technisch versierter geworden, auch können sie mehr als genug Material über Land- und Seewege in die eigenen Lager schmuggeln und dort zusammenbauen. „Inzwischen sind sie so weit, dass sie wahrscheinlich schon selbst Waffen liefern, die gerade am Horn von Afrika heiß begehrt sind“, sagt Heibach. So sprach das Beobachtungspanel für den Jemen beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seinem jährlichen Bericht zuletzt davon, dass sich aktuell sogar neue Netzwerke zwischen Huthis und al-Shabaab etablieren. Die Terrororganisation in Somalia ist demnach vor allem an den Drohnen ihrer jemenitischen Verbündeten interessiert. Das Huthi-Problem für die Weltwirtschaft Von Schwäche kann also in Wahrheit keine Rede sein. Und mit der doppelten Sperrung in der Straße von Hormus und dem Roten Meer existiert nun „in Kombination ein massives Problem für die globale Energieversorgung“, wie Heibach erklärt. Hinzu kommt, dass die Internationale Energiebehörde (IEA) zuletzt eine Erschöpfung der Puffer verkündete. Von den 400 Millionen Barrel im Zuge des Irankriegs angelegten Ölreserven seien Dreiviertel aufgebraucht, hieß es. Ohnehin ist die Stimmung an den Ölmärkten gekippt. Angesichts der drohenden Doppelblockade rund um die Arabische Halbinsel steigen die Preise erneut. Die Nordseeölsorte Brent hat die 100 US-Dollar pro Fass geknackt – Tendenz weiter steigend. Berechnungen des US-Senders NBC zufolge würde eine Vollsperrung der Meerenge die verfügbare Menge an Öl auf dem Weltmarkt noch einmal um sieben Prozent reduzieren. Die Huthis schaffen es so, mit wenig Aufwand die ganze Welt in Geiselhaft zu nehmen. Abgesehen davon, dass die Sperrungen massive Auswirkungen auf die Nahrungsmittelsicherheit haben. Internationale Organisationen warnen bereits vor einer globalen Ernährungskrise. Eine koordinierte Aktion „Die Kontrolle über zwei zentrale Nadelöhre des Welthandels liegt vorerst in der Hand der Achse des Widerstands“, erklärt Heibach. Mit diesem Kapital würden die Revolutionsgarden und die Huthis auch in Zukunft wuchern. Der Experte warnt vor einem gefährlichen Präzedenzfall, in dessen Folge auch andere nichtstaatliche Akteure die Kontrolle über wirtschaftliche Knotenpunkte ausnutzen könnten, um ihre Extrempositionen durchzusetzen. „Militärisch ist dieser Konflikt beziehungsweise sind diese Konflikte nicht zu lösen“, erläutert Heibach. Nur Verhandlungen könnten die Situation entschärfen, in deren Folge auch eine Wiederaufnahme der internationalen Schutzmission Aspides der Europäer im Roten Meer eine Möglichkeit wäre. Vor allem aber braucht es laut Heibach eine Reform des Waffeninspektionssystems, um die geheimen Schmuggelrouten Die einzige wirklich nachhaltige Lösung für die Blockade wäre eine Beendigung des Bürgerkriegs in Jemen selbst. Der Konflikt stärkt die Miliz seit Jahren, nur ein Ende der Kämpfe könnte zu ihrer Entzauberung beitragen. Der Unmut in den von ihnen beherrschten Gebieten ist groß, die humanitäre Situation katastrophal. „Ob die Huthis auch in Friedenszeiten regieren und sich an der Macht halten können, muss sich erst zeigen“, meint Heibach.

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21. Juli
Handelsblatt

Today: Huthi-Seeblockade – Folgen für Ölpreis und Welthandel

Today: Huthi-Seeblockade – Folgen für Ölpreis und Welthandel Am Montag hat die jemenitische Huthi-Miliz angekündigt, den Seeweg nach Saudi-Arabien durch die Straße von Bab al-Mandab blockieren zu wollen. Rund 7,2 Millionen Barrel Öl pro Tag könnten betroffen sein – denn Saudi-Arabien hatte den Weg über die Meerenge zuletzt als Alternative zur Straße von Hormus genutzt. In dieser Folge erklärt Commerzbank-Rohstoffexpertin Thu Lan Nguyen, welche Folgen die Seeblockade für die globalen Rohstoffmärkte und den Welthandel haben könnte. „Es spricht einiges dafür, dass sich die Angebotslage in den nächsten Monaten anspannen kann“, sagt Nguyen im Podcast. Trotzdem müsse man abwarten, wie der Ölmarkt mit dieser Lücke umgeht. Bei Gas, Benzin und Kerosin hingegen dürfte sich die Situation verschärfen. Im Schwerpunkt erzählt Handelsblatt-Silicon-Valley-Reporter Philipp Alvares von seinem Besuch bei Cerebras Systems – dem Entwickler des größten KI-Chips der Welt. Das Unternehmen gilt als Herausforderer des Chip-Riesen Nvidia: „Es ist ein Kampf von David gegen Goliath“, sagt Alvares. Nvidia sei um einiges weiter in der Entwicklung und habe enorme Ressourcen. Warum Cerebras aktuell trotzdem stark wächst und wie es für die Aktie seit dem Börsendebüt im Mai gelaufen ist, erzählt Alvares im Podcast. Moderiert von Aileen Bunte Produziert von Max Rex Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Today: https://www.handelsblatt.com/mehrfinanzen

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21. Juli
Wirtschaftswoche

Naher Osten: Ölmarkt droht nächster großer Schock

Naher Osten: Ölmarkt droht nächster großer Schock Die Stimmung an den Ölmärkten war bereits vor Montagnachmittag aufgeregt. Wegen der erneuten Blockade der Straße von Hormus durch den Iran stieg der Preis für die Nordseeölsorte Brent erstmals seit über einem Monat über 90 US-Dollar. Doch die Nachrichten wurden noch schlechter. Die Huthi-Miliz im Jemen kündigte an, die Meerenge Bab al-Mandab blockieren zu wollen. Wer Häfen in Saudi-Arabien anlaufe, riskiere, dass die Schiffe „an jedem Ort“ von den Huthis angegriffen würden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Mail der Miliz an Reedereien. Timo Blenk, Chef der Geopolitik-Unternehmensberatung Agora Strategy, sieht in der Blockade einen Schachzug des Iran: „Die Huthis werden aus dem Iran finanziert und der Iran hat mit diesen beiden Blockaden ein großes erpresserisches Potenzial für die Weltwirtschaft.“ Dieser 26 Kilometer breite Engpass, der das Rote Meer vom Indischen Ozean trennt, hatte wegen der Blockade der Straße von Hormus zusätzliche Bedeutung gewonnen. Saudi-Arabien hat große Mengen Öl, die üblicherweise von Tankschiffen im Persischen Golf abgeholt würden, per Pipelines an Häfen am Roten Meer gebracht. Die dort abgefertigten Tanker Richtung Asien müssen allerdings Bab al-Mandab passieren. Berechnungen des US-Senders NBC zufolge würde eine Vollsperrung der Meerenge die verfügbare Menge an Öl auf dem Weltmarkt noch einmal um sieben Prozent reduzieren. Noch sind die Preise am Ölmarkt nicht erneut angestiegen. „Sobald das erste Schiff beschossen wird, werden die Auswirkungen sichtbar“, sagt Blenk. Durch die vielen Schocks der vergangenen Monate und Jahre seien die Märkte abgestumpft. Doch ein solcher Angriff würde spürbare Folgen hinterlassen. Nicht nur der Ölmarkt wäre betroffen. Die Passage von asiatischen Containerschiffen durch das Rote Meer statt um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika, verkürzt die Strecke um mehr als 6000 Kilometer. „Dadurch ergeben sich für Unternehmen Fragen über ihre Standortstrategien“, sagt Blenk. Künftig könne es wegen der hohen Fracht- und Versicherungskosten günstiger werden, mehr notwendige Rohstoffe auf Lager zu haben. Für solche Initiativen wäre auch Hilfe von der Politik relevant. „Wenn die Bundesregierung fördert, dass kritische Rohstoffe in Deutschland gelagert werden, könnte das in Krisenzeiten auch Wettbewerbsvorteile ergeben“, schlägt Blenk vor. Die Unternehmen wären weniger stark von Engpässen betroffen und könnten zu günstigeren Bedingungen weiterproduzieren. Der Preis für eine Verhandlungslösung steigt Offiziell geben die Huthis an, die Blockade als Protest gegen die saudi-arabische Intervention im Bürgerkrieg im Jemen zu tätigen. Doch die Miliz ist eng mit dem Iran verbündet. Das Regime in Teheran könnte diese Kontakte nutzen, um seiner Sperrung der Straße von Hormus mehr Gewicht zu verleihen. Für Saudi-Arabien und seinen wichtigsten Verbündeten, die USA, sind die Möglichkeiten zu reagieren eingeschränkt. Sicherheitspolitikexperte Blenk sagt, die Huthis ließen sich zwar besser bekämpfen als der Iran, aber „es ist keine Frage von Stunden oder Tagen“. Die Hoffnungen liegen wohl auf einer Wiederaufnahme der Verhandlungen. Diese sind für Blenk die einzige Lösung. Doch durch die erneute Eskalation werden sie nicht einfacher. „Der Iran kann durch diese Aktion den Preis für die USA erhöhen“, sagt der Berater dazu. Auch langfristig ist die Blockade kein gutes Zeichen. Bedeutende Meerengen werden zunehmend zu Machthebeln der Anrainerstaaten. Der Iran zeigt, wie es ein Land auch mit recht einfachen Mitteln extrem erschweren kann, eine Meerenge zu passieren. Je schwieriger und gefährlicher es wird, desto weniger lukrativ ist es für Unternehmen, sie zu durchfahren. „Für die meisten Länder lohnt sich das nur kurzfristig, sie profitieren von freiem Handel“, sagt Blenk. Dennoch sei es notwendig, hier zu überdenken, was Deutschland mit seinen Verbündeten unternehmen könne: „Es muss, aus Unternehmersicht, eine Zukunftsoption sein, dass die europäischen Staaten und ihre Verbündeten in der Lage sind, mit robusten Mitteln Seewege zu sichern.“ Nur so könne die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und des Militärs auch in Krisenlagen aufrechterhalten werden. Diese Position war lange so streitbar, dass der damalige Bundespräsident Horst Köhler (CDU) 2010 wegen einer ähnlichen Äußerung zurücktreten musste. Mittlerweile aber sei die Option nicht mehr abzustreiten, sagt Blenk. „Manche Rohstoffe haben wir in Europa nicht. Wenn wir sie einkaufen, müssen wir auch die Wege absichern können.“ Nicht nur Öl und Gas seien dabei relevant. Aus Katar beziehe man etwa hochwertiges Helium, das besonders in der Medizintechnik benötigt wird, und Schwefelsäure, die Chiphersteller nutzen, um Wafer zu gravieren. Zunächst rechnet der Berater aber mit einer Verhandlungslösung. Diese benötige US-Präsident Donald Trump in den kommenden Monaten. „Trump braucht vor den Midtermwahlen eine Einigung. Das Benzin ist aktuell zu teuer.“ Hohe Spritpreise legen die US-Amerikaner häufig der Regierung zur Last. Auch deshalb droht Trumps Republikanern bei den Kongresswahlen Anfang November eine Niederlage. Mit einem Friedensschluss könnte er also die Chance auf ein ihm feindlich gesinntes Parlament senken. Lesen Sie auch: Die heiklen Folgen der zunehmenden Helium-Engpässe

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21. Juli
taz (Öko & Co)

+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Huthi verhängen Seeblockade gegen Saudi-Arabien

+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Huthi verhängen Seeblockade gegen Saudi-Arabien Die Huthi-Rebellen im Jemen kündigen die Blockade des Roten Meers an und eröffnen damit eine neue Front im Irankrieg. Vermittler bemühen sich um Waffenruhe. Ölpreise sinken etwas – Diplomatische Bemühungen um Waffenruhe Die Ölpreise sind am Dienstag gefallen und haben damit den Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September sank um mehr als ein Prozent auf 88,19 US-Dollar. Zu Beginn der Woche war der Preis nach der jüngsten Eskalation der geopolitischen Lage im Nahen Osten noch bis auf 91,42 Dollar gestiegen. Das US-Militär hat in der nunmehr zehnten Nacht in Folge Ziele in Iran angegriffen. Von dort werden wieder Explosionen in mehreren Gebieten des Landes gemeldet. Zugleich bemühten sich Vermittler Medienberichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal „Axios“ aus nicht näher genannten Quellen. Auch das Wall Street Journal berichtete über den Vorschlag. Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte „Axios“ US-Beamte. (dpa) Sanitäter: Familie bei Luftangriff in Gaza-Stadt getötet Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt sind nach Angaben von Sanitätern ein Ehepaar und seine vier Kinder getötet worden. Das israelische Militär erklärt, Ziel des Angriffs sei ein Kämpfer der radikal-islamischen Hamas gewesen. Der Einsatz werde noch geprüft. Bei weiteren Angriffen wurden nach Armeeangaben seit Freitag zudem drei Kämpfer der Extremistengruppen Hamas und Islamischer Dschihad getötet. Zwei von ihnen seien an dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen und hätten damals verschleppte israelische Geiseln festgehalten. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, es kommt aber trotzdem immer wieder zu Gewalt. Mit den jüngsten Opfern steigt die Zahl der durch israelische Angriffe getöteten Palästinenser seit Beginn der Waffenruhe auf mehr als 1.150. Im selben Zeitraum wurden vier israelische Soldaten im Gazastreifen getötet. (rtr) Israel errichtet laut Satellitenbildern Erdwall im Gazastreifen Das israelische Militär errichtet Satellitenbildern zufolge im Gazastreifen einen kilometerlangen Erdwall. Die Barriere trennt den von Israel kontrollierten Teil des Küstengebiets vom Rest des Landstrichs. Die Nachrichtenagentur AP legte die Bilder den israelischen Streitkräften vor, die den Bau einer physischen Barriere bestätigten. Die Bilder zeigen, dass in den vergangenen Monaten ein mehr als 23 Kilometer langer Erdwall errichtet wurde, der durch vom Militär zerstörte palästinensische Ortschaften verläuft. Das entspricht mehr als der Hälfte der Länge des Küstenstreifens, der etwa 40 Kilometer lang und 11 Kilometer breit ist und in dem mehr als zwei Millionen Palästinenser leben. Der Wall verläuft im Bereich der sogenannten gelben Linie, also der Grenze, bis zu der sich die israelischen Truppen im Rahmen der Waffenruhevereinbarung vom Oktober zurückgezogen hatten. Diese vorübergehende Teilung des Gebiets ist in dem Abkommen bis zu einem umfassenderen Rückzug Israels vorgesehen. (ap) Asean fordert sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten Die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean haben sich angesichts der jüngsten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran tief besorgt gezeigt und alle Beteiligten zu größter Zurückhaltung aufgerufen. Die neuen Kämpfe gefährdeten die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister im Zuge ihres Gipfeltreffens in der philippinischen Hauptstadt Manila. „Wir appellieren an alle Beteiligten, größtmögliche Zurückhaltung zu üben und jegliche Handlungen zu vermeiden, die die Situation weiter verschärfen könnten“, hieß es in dem Dokument weiter. Zugleich forderten die Außenminister einen „vollständigen und sofortigen Stopp der Feindseligkeiten an allen Fronten im Nahen Osten“. Der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gehören elf Länder an, darunter Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur. Die Philippinen haben in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz der Organisation. Mit Blick auf die Bedeutung Asiens für den Welthandel forderten die Asean-Staaten in ihrer Erklärung auch die ungehinderte Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Sie warnten vor einseitigen Maßnahmen, die den internationalen Schiffsverkehr beeinträchtigen könnten, und verlangten die Einhaltung des internationalen Seerechts sowie den Schutz von Seeleuten und Schiffen. Zugleich warnten die Minister vor den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Die anhaltenden Spannungen könnten erhebliche Auswirkungen auf Handel, Energie- und Ernährungssicherheit sowie internationale Lieferketten haben. (dpa) Neue Trump-Drohungen gegen Teheran inmitten anhaltender gegenseitiger Angriffe Inmitten anhaltender gegenseitiger Angriffe hat US-Präsident Donald Trump neue Drohungen gegen Teheran ausgesprochen: „Jedes Mal, wenn Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird es dafür ein Vielfaches bezahlen“, erklärte Trump. Die US-Armee nahm derweil nach eigenen Angaben in einer neuen Angriffswelle iranische Kommandozentren ins Visier. Teheran meldete am Dienstagmorgen Attacken auf US-Einrichtungen in Bahrain und Kuwait. Zudem seien zwei Öltanker in der Straße von Hormus gestoppt worden. Trump erklärte in seinem Onlinedienst Truth Social, er habe der Armeeführung Anweisungen erteilt, jeden toten US-Soldaten um ein „Vielfaches“ zu rächen. Zugleich erklärte seine Sprecherin, dass der Präsident am Dienstagabend zu einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Delaware reisen werde, um der Ankunft der sterblichen Überreste kürzlich getöteter Soldaten auf US-Boden beizuwohnen. (afp) Nahost-Hoffnung treibt Börsen in Asien an Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten hat den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag Auftrieb gegeben. Der Ölpreis entfernte sich von seinem Einmonatshoch, nachdem bekannt wurde, dass Vermittler Iran einen zehntägigen Waffenstillstand vorgeschlagen haben. Gleichzeitig drohten jedoch die von Iran unterstützten Huthi im Jemen mit einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Die Anleger blickten zudem gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen von US-Technologiekonzernen wie Alphabet und Intel, die als Test für den KI-Boom gelten. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans (.MISX00000PUS) stieg um 0,25 Prozent. Der japanische Nikkei-Index (.N225) legte um mehr als ein Prozent zu. (rtr) Zehnte Angriffsnacht: USA beenden neue Luftangriffe auf Iran Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine jüngste Serie von Luftangriffen gegen Iran beendet. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) teilte mit, die Angriffe hätten sich gegen „iranische militärische Kommandozentralen, maritime Fähigkeiten, Raketen- und Drohnenabschussanlagen sowie Luftabwehrsysteme“ gerichtet. Es war die zehnte Nacht in Folge mit US-Luftangriffen gegen Iran. In der Erklärung hieß es weiter, die US-Streitkräfte seien weiterhin bereit, Iran für „ungerechtfertigte Aggressionen gegen zivile Seeleute, die die Meerenge frei und offen passieren wollen“, zur Verantwortung zu ziehen. (ap) Erneut Tanker vor omanischer Küste angegriffen Am Dienstagmorgen meldete die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) einen weiteren Angriff auf einen Tanker vor der omanischen Küste. Die Behörde erklärte, das Schiff habe per Funk gemeldet, von einem unbekannten Geschoss getroffen worden zu sein. Bereits zuvor waren innerhalb von 24 Stunden zwei weitere Schiffe in der strategisch wichtigen Meerenge angegriffen worden. Die UKMTO hatte am Montagabend mitgeteilt, ein Schiff sei vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate attackiert worden. Ein weiteres Schiff war nach einem Treffer durch ein Geschoss nahe der Küste Omans in Brand geraten. Die Besatzung verließ das Schiff, das Stunden später weiterhin brennend und manövrierunfähig im Wasser trieb. Irans paramilitärische Revolutionsgarden bekannten sich am Dienstagmorgen zu den Angriffen. Das US-Militär hatte Schiffe zuletzt aufgefordert, eine Route nahe der omanischen Küste durch die Straße von Hormus zu nutzen, um iranischer Kontrolle auszuweichen. Die USA werfen Iran vor, daraufhin Schiffe angegriffen zu haben. Teheran beansprucht die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge. (ap) Iranische Angriffe gegen US-Verbündete Teheran griff zudem US-Verbündete im gesamten Nahen Osten an. Kuwait teilte mit, seine Luftabwehr habe anfliegende Geschosse abgefangen. Jordaniens Streitkräfte erklärten am Montagabend, sie hätten drei iranische Raketen abgeschossen; es habe weder Schäden noch Verletzte gegeben. Das Außenministerium von Bahrain verurteilte iranische Drohnenangriffe auf die Luftverkehrssysteme des Landes und erklärte, diese gefährdeten den zivilen Reiseverkehr. (ap) Irans Innenminister nach Pakistan gereist Während die Gefechte immer weiter zu eskalieren drohen, gab es auf diplomatischer Ebene vorsichtige Hoffnungsschimmer: Irans Innenminister Eskandar Momeni reiste zu Gesprächen nach Pakistan, einem wichtigen Vermittler in dem Konflikt. Unklar ist jedoch, welche neue Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe erreicht werden könnte. Das im vergangenen Monat unterzeichnete Rahmenabkommen, das die Kämpfe beenden sollte, ist gescheitert. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist weitgehend zum Erliegen gekommen. (ap) Wieder nächtliche Explosionen in Iran Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele in Iran melden örtliche Medien in der Nacht wieder Explosionen in mehreren Gebieten der Islamischen Republik. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman gemeldet. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans. Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas. Das US-Militär greift nach eigenen Angaben in der nunmehr zehnten Nacht in Folge an. (dpa) Von Riad geführte Koalition will Handelsschiffe schützen Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition kündigt eine entschlossene Reaktion auf die Drohungen der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen Handelsschiffe an. Dies sei eine eklatante Verletzung des Völkerrechts und stelle einen Akt der Piraterie dar, teilt das Bündnis mit. Es seien bereits Schutzmaßnahmen für Schiffe eingeleitet worden, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren. (rtr) Insider: Schiffsversicherungen im Roten Meer nach Huthi-Blockade teurer Die Versicherungskosten für Frachtschiffe im Roten Meer steigen nach der Ankündigung einer Seeblockade Saudi-Arabiens durch die jemenitischen Huthi-Rebellen. Die Prämien für Kriegsrisiken klettern von rund 0,3 auf etwa 0,75 Prozent des Schiffswertes, wie Insider aus der Versicherungsbranche sagten. Dies bedeute für eine siebentägige Reise zusätzliche Kosten von Hunderttausenden Dollar. Die britische Seesicherheitsfirma Ambrey stuft Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien sowie Häfen des Landes am Roten Meer als stark gefährdet ein. (rtr) Pro-iranische Huthi-Miliz droht Saudi-Arabien mit Seeblockade Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Diese trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, erklärte der militärische Sprecher der Huthi, Jahja Saree, am Montag. Er nannte zunächst keine Details, wie die Blockade umgesetzt werden solle. Der Ölexport Saudi-Arabiens – des größten Rohölexporteurs der Welt – ist bereits durch die Blockade der Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die Vereinten Nationen reagierten besorgt. Die Ankündigung folgt auf die jüngsten Gefechte im Juli, die den Flughafen von Sanaa und einen Flughafen in Saudi-Arabien betrafen. Die Huthi hatten bereits früher versucht, die Meerenge von Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres zu blockieren. Der saudi-arabische Hafen Yanbu am Roten Meer ermöglicht es Saudi-Arabien, Öl zu exportieren, ohne die Meerenge von Hormus passieren zu müssen. „Wir sind sehr besorgt über die erneuten Drohungen der Huthi gegen Saudi-Arabien, gegen die Freiheit der Schifffahrt, die das Risiko einer noch weitergehenden regionalen Eskalation mit sich bringen“, sagte der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric. Die Huthi begründeten ihre Drohung mit dem Angriff der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung auf den Flughafen von Sanaa. Diese hatte versucht, ein iranisches Flugzeug an der Landung zu hindern, mit dem eine Huthi-Delegation auf dem Rückweg von der Trauerfeier für den obersten Führer Irans, Ayatollah Ali Chamenei, gewesen war. Die Huthi beschossen anschließend mit ballistischen Raketen und Drohnen den Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens. Es waren die schwersten Gefechte seit der 2022 ausgehandelten Waffenruhe. Diese ist offiziell ausgelaufen, hatte bislang aber informell weiter Bestand. Der Bürgerkrieg im Jemen begann im Jahr 2014, er gilt als Stellvertreterkrieg zwischen Iran und Saudi-Arabien. (afp) USA: Libanesische Armee übernimmt Kontrolle in drei „Pilotzonen“ von Israel Die libanesische Armee hat nach US-Angaben damit begonnen, die Kontrolle über drei Dörfer im Süden des Landes vom israelischen Militär zu übernehmen. Der Schritt sei „direktes Ergebnis“ der Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, am Montag. Demnach handelte es sich um die Ortschaften Froun, Srifa und Sautar al-Gharbiya. Ein libanesischer Militärvertreter erklärte, die Armee werde ihre Patrouillen in den Gebieten verstärken. Nach mehreren Runden direkter Verhandlungen hatten der Libanon und Israel Ende Juni unter US-Vermittlung einen Grundsatzvertrag unterschrieben, der unter anderem den schrittweisen Rückzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanon vorsieht. Demnach sollen die libanesischen Streitkräfte zunächst die Kontrolle in mehreren „Pilotzonen“ vom israelischen Militär übernehmen, um zu testen, ob es der Armee gelingt, die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen und aus den Gebieten zu verdrängen. (afp) Trump schließt Festnahme Netanjahus in den USA aus US-Präsident Donald Trump hat eine Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei einem Besuch in den USA ausgeschlossen. Der Regierungschef werde dort auf keinen Fall verhaftet, erklärte Trump am Montag auf seiner Online-Plattform Truth Social. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hatte in einem am Samstag ausgestrahlten Video-Podcast der New York Times gesagt, die Rechtsabteilung der Stadt prüfe ein solches Vorgehen. Mamdani bezeichnete Netanjahu als Kriegsverbrecher, der vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag gehöre. Netanjahu reist traditionell im September zur UN-Vollversammlung nach New York. Der IStGH hat gegen ihn einen Haftbefehl wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen erlassen. Israel weist die Zuständigkeit des Gerichts zurück und bestreitet die Vorwürfe. (rtr) Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. 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20. Juli
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Rohstoffe: Huthi-Rebellen wollen Rotes Meer blockieren – Furcht vor steigenden Ölpreisen

Huthis wollen Rotes Meer blockieren – Angst vor höherem Ölpreis Frankfurt. Die Sorge vor Engpässen auf dem Ölmarkt ist zurück: Nachdem die USA in der Nacht auf Montag erneut den Iran bombardiert haben, ist der Preis der Rohölsorte Brent Die Angst vor einer Ausweitung des Kriegs im Nahen Osten wächst, der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA gilt als gescheitert. Nun könnte sich die Ölknappheit noch aus einem anderen Grund verschärfen: Denn die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen verkündeten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Damit dürfte eine wichtige Umgehungsroute wegfallen: Saudi-Arabien hatte zwei Drittel seiner Vorkriegsexporte auf seine Exportterminals am Roten Meer umgeleitet und von dort aus verschifft. Damit hat das Königreich dazu beigetragen, dass der Ölpreis in den vergangenen Monaten nicht stärker anstieg. Eine direkte Reaktion des Ölpreises auf die Entwicklung blieb aus. Wenige Stunden zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Vermittler hätten eine zehntägige Pause der Angriffe zwischen den USA und dem Iran vorgeschlagen. Experten warnen aber vor den Auswirkungen einer Huthi-Blockade. „Sollte es im Zuge einer weiteren Eskalation zu einer Blockade der Straße von Bab al-Mandab kommen, dürfte insbesondere der Ölpreis weiter steigen“, sagt etwa Commerzbank-Analyst Norman Liebke.

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