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Donnerstag, 10. September 2026
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Bundesregierung: Ein tiefblauer Schatten legt sich über Friedrich Merz

Medienspektrum

Progressiv Mitte Konservativ
10. September
Wirtschaftswoche

Bundesregierung: Ein tiefblauer Schatten legt sich über Friedrich Merz

Bundesregierung: Ein tiefblauer Schatten legt sich über Friedrich Merz Eine Stunde kann lang sein. Jedenfalls, wenn man nicht weiß, was passiert. Und am Montagmorgen in Berlin weiß selbst ein Teil des Präsidiums der CDU für rund 60 Minuten nicht, was da gerade vor sich geht. Am Vorabend hat die Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vernichtend verloren. Nur noch 17 Prozent der Stimmen. Mehr als halbiert. Fast 44 für die AfD. So schlimm waren die Zahlen, dass manches Präsidiumsmitglied zunächst an den Prognosen gezweifelt hatte. Am Morgen danach, so erzählen es später Teilnehmer, kann man die Luft schneiden. Und dann fehlen in der Runde plötzlich der Kanzler und die Ministerpräsidenten. Irritation macht sich breit. Es ist nicht klar, wer zu dieser Vorbesprechung geladen hat. Entziehen die Landesfürsten dem CDU-Chef gerade das Vertrauen? Stürzt die Regierung? Dann ist klar: Friedrich Merz hat um das Gespräch gebeten. Kein Putsch. Merz macht weiter. Vorerst. Zweifel im Wirtschaftsflügel der CDU Es war nur eine Episode. Doch sie zeigt, wie groß die Verunsicherung in den Reihen der Union ist. Die Niederlage von Magdeburg hat das Selbstverständnis der Volkspartei und Machtmaschine CDU erschüttert. Die Frage, ob Merz noch der Richtige ist, als Kanzler und als Parteichef – sie wird die CDU ab jetzt beschäftigen. Tag für Tag. Ein tiefer blauer Schatten liegt auf Merz. Ein Herbst der Gesetzgebung steht für die große Koalition an. Zahlreiche Reformen müssen durchs Kabinett, durch den Bundestag. Rente, Pflege, Gesundheit, Steuern, die Liste ist lang. Sie umzusetzen, bräuchte einen Regierungschef mit Kraft und Autorität. Bräuchte. Selbst langjährige Merz-Unterstützer vom Wirtschaftsflügel gehen auf Distanz, sind enttäuscht von gebrochenen Wahlversprechen, handwerklichen Fehlern und der spröden Kommunikation ihres einstigen Lieblings. Andere gestehen ihm zu, das Richtige zu wollen; nur umgesetzt bekomme der Kanzler seine Ziele halt nicht. Einige suchen dafür beim Koalitionspartner die Schuld. Sie alle eint, dass sie unzufrieden sind. Hat Merz nicht gerade selbst noch eingeräumt, wegen des Sondervermögens und des Lösens der Schuldenbremse ein Glaubwürdigkeitsproblem mit sich herumzuschleppen? Die Kabinettsumbildung im Sommer sorgte für viel Unmut. Dass ausgerechnet Ex-Fraktionschef Jens Spahn jetzt einen Posten im mächtigen Haushaltsausschuss erhält – für einige die nächste Instinktlosigkeit. Und jetzt Magdeburg. Was für eine Demütigung. Einschnitt. Umbruch. Wendepunkt. Wer sich in der Union umhört, bekommt immer und überall die gleiche Interpretation des Wahlergebnisses serviert. Aber wie weitergehen soll? Noch regiert Fassungslosigkeit. Und die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben noch gar nicht stattgefunden. Anruf bei Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat an der Küste. Leicht hat er es gerade nicht. Der Zweikampf zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm lasse der CDU im Land nur wenig Raum, sagt er. Hinzu komme „die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik“. Peters wünscht sich aus Berlin vor allem eines: Ruhe. Kein Infragestellen der Reformen, kein Durcheinander. „Das Schlimmste wäre, wenn wir signalisieren, als Politik nicht mehr handlungsfähig zu sein“, sagt Peters. Das sehen auch Ökonomen so. Merz und die SPD müssten wissen, dass sie „vor allem den Anstieg der Lohnnebenkosten“ begrenzen müssten, sagt Berenberg-Chefökonom Holger Schmieding. „Alles andere wäre ein krasses Signal der Handlungsunfähigkeit.“ Schmieding ermuntert die Koalition, dranzubleiben. Sie mache „die wirtschaftsfreundlichste Politik der vergangenen zehn Jahre“. Aber reicht das? In Mecklenburg-Vorpommern könne die CDU schon froh sein, wenn sie nicht aus dem Landtag fliege, sagt ein Mitglied der Fraktionsführung. Und in Berlin droht der Verlust des Roten Rathauses. Statt mit zehn Ministerpräsidenten, auf die man sich Anfang des Jahres noch gefreut hatte, könnte die CDU bald nur noch mit sechs dastehen. Eine Hypothek namens Merz Es liegt auch an Merz. Mit seiner Arbeit sind laut Deutschlandtrend noch 13 Prozent der Bevölkerung zufrieden. Der Wahldenkzettel von Magdeburg richtet sich an ihn. Die Unionsfraktion ist unruhig. Ändert sich nichts, droht bei der nächsten Bundestagswahl ein Kahlschlag. Aber wie soll sich etwas ändern? Es gehe jetzt darum, Vertrauen zurückzugewinnen, sagt der neue Fraktionschef Thorsten Frei. Aber was soll das heißen? Mehr Reform wagen? Oder weniger Zumutungen? Letzteres schwebt jetzt einigen in der SPD vor. Als Dirk Wiese am Montag ans Mikrofon tritt, kann er sich eine Spitze gegen den Kanzler nicht verkneifen. Es ist der erste Abend mit Berliner Abgeordneten nach Sachsen-Anhalt. Der konservative Flügel der SPD hat zum Gartenfest geladen. Auch Merz ist gekommen. Wiese, der Sprecher des „Seeheimer Kreises“ in der SPD, sagt: „Es darf so nicht mehr weitergehen.“ Und meint damit den Kanzler: Wer sich Sorgen mache, ob der Sprit bezahlbar bleibe, ob er nach Jahrzehnten der Arbeit in Rente gehen könne oder ob sein Job morgen noch sicher sei, „der soll nicht zu hören bekommen, er sei faul und man solle sich nicht so anstellen“. Der Frust über die Kommunikation des Kanzlers – er sitzt tief bei der SPD. Dabei versuchen die Sozialdemokraten, ihr Brodeln noch zu unterdrücken. Nach außen hin will man wenig zur Personalie Merz sagen, um den Koalitionsfrieden nicht zu gefährden. Um das Chaos eines Kanzlerrücktritts erst gar nicht herbeizureden. Streiten? Sollen sie sich erst einmal in der Union. Stattdessen versuchen die Genossen, inhaltlich Druck aufzubauen. Deuten an, Reformpakete öffnen zu wollen. Bereits vereinbarte. Und noch ausstehende. „Wir dürfen Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen“, sagt etwa Arbeitsministerin Bärbel Bas. Vizekanzler Lars Klingbeil möchte „notwendige“ Veränderungen prüfen. „Noch einmal genau hinschauen“, will der erste Parlamentarische Geschäftsführer Dirk Wiese. Anfassen möchten die SPD-Spitzen so ziemlich alles: die Pflege von Angehörigen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, die Krankschreibung ab dem ersten Tag, die Entlastungen bei der Einkommenssteuer, die Übergewinnsteuer, um die Spritpreise zu drücken. Sie lassen den Kanzler vordergründig in Ruhe. Und testen de facto seine Restautorität. Im Flüsterton reden die Sozialdemokraten durchaus über ein Drehbuch, wie das Ende von Merz bald aussehen könnte. „Wir gehen davon aus, dass die intern bereits kochende Wut der Union gegen Merz im Fall einer weiteren heftigen Wahlniederlage in Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen offen ausbrechen könnte“, sagt ein führender Koalitionär. Heißt im Klartext: Wir stehen nicht im Weg, sollten die eigenen Leute Merz im Kanzleramt ersetzen wollen. Aber durch wen? Hendrik Wüst schaut auch gelegentlich in den Abgrund, aber anders als Merz. Anfang September steht der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen an der Abbruchkante des ehemaligen Braunkohletagebaus Hambach. Der Westwind pfeift über das mehr als 400 Meter tiefe Loch, das sich im Boden auftut. Wüst lässt seinen Blick über das Gelände schweifen. Für ihn ist der ungemütliche Ort ein Symbol für den Neuanfang. Der Tagebau wird geflutet, und als großer See damit Teil eines neuen Naherholungsgebietes. Wichtiger noch ist eine Neuansiedlung, die Wüst mit der griffigen Formel „Von der Kohle zur KI“ umschreibt. Microsoft baut im Rheinischen Revier vier Rechenzentren, lässt sich seine Investition rund 3,2 Milliarden Euro kosten. Wüst redet nur zu gerne über Zukunft, Hoffnung, Gestaltung: „Politik kann einen Unterschied machen.“ Es ist sein Mantra. Viele Politiker würden ständig auf die Pauke hauen und sagen, was nicht geht, meint Wüst mit sichtlicher Verachtung. Für Kompromisse seien dann andere zuständig. Diese Methode geht ihm auf die Nerven – auch und gerade in der Union. Kommt der Nachfolger von Friedrich Merz aus NRW? Wüst weiß, dass er als Kronprinz gehandelt wird, falls Merz stürzt. Einerseits schmeichelt ihm das, andererseits käme jetzt jede Personaldebatte für den 51 Jahre alten Familienvater zu früh. Im April 2027 ist Landtagswahl in NRW. In Düsseldorf kursieren andere Szenarien. Weder werde Merz von sich aus aufgeben, noch werde die Bundes-CDU ihren Kanzler zum Rückzug zwingen. „Dafür müsste die Bundestagsfraktion von CDU und CSU ein Misstrauensvotum gegen ihren eigenen Kanzler stellen“, sagt ein einflussreicher Christdemokrat: „Das wird bei allem Frust sicher nicht passieren.“ Allerdings ist auch die Geduld des größten CDU-Landesverbandes nicht unbegrenzt. Wenn Merz im Umfrageloch stecken bleibt, wird ein Jahr vor der Bundestagswahl die Debatte beginnen, mit wem die Union gewinnen kann. Und dann fallen die Blicke natürlich auf Wüst. Was bleibt Merz also noch? Roland Koch ist Chef der Ludwig-Erhard-Stiftung. Der ehemalige hessische Ministerpräsident zählt zu den engsten Vertrauten von Friedrich Merz. Was rät er ihm? „Eine alte politische Regel besagt: In der Krise musst Du aus einer dynamischen Lage erst einmal wieder eine stabile machen. Und das tun die Union und der Kanzler gerade“, antwortet Koch: „Wer nervös wird, verliert.“ Leichte Lösungen gäbe es in der schwierigen Lage keine, sagt er. Das wichtigste Ziel sei deshalb, dass die Bundesregierung Handlungsfähigkeit ausstrahlt und auch beweist. „Viele der vorbereiteten Reformen haben Substanz“, fügt der Merz-Freund noch hinzu. „Entscheidend ist: Der Kurs muss beibehalten werden.“ Lesen Sie auch: Der Kanzler wankt. Er spürt es. Und jeder kann es sehen

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9. September
Tagesschau

11KM-Podcast: CDU nach Sachsen-Anhalt - was nun, Herr Merz?

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9. September
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Nach Sachsen-Anhalt-Debakel - Kriegt der Kanzler heute die Kurve oder die nächste Klatsche?

Nach Sachsen-Anhalt-Debakel: Kriegt der Kanzler heute die Kurve oder die nächste Klatsche? Ab 9 Uhr Generaldebatte im Bundestag mit Merz Berlin – CDU-Chef Friedrich Merz (70) machte bei seinem Auftritt nach dem Wahldesaster von Sachsen-Anhalt eine klare Ansage in der Parteizentrale: „Aufgeben ist für mich keine Option.“ Merz weiß: Die Debatte, ob er der richtige Mann an der Spitze der Regierung ist, wird in der ganzen Partei geführt. Tino Schomann (38), Vize-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, fordert bereits offen Merz’ Rücktritt als Kanzler, Sachsen-Landrat Stephan Meyer (45, CDU) stellt dem Kanzler ein Ultimatum: Entweder sofortige Reformen oder Abgang. Heißt: Es wird nicht ernst, es ist schon ernst. Am Mittwochmorgen kommt es im Bundestag zur Generaldebatte. Auch Merz wird sich den Abgeordneten ab 9 Uhr stellen, wird nach Oppositionsführerin Alice Weidel (47, AfD) reden (BILD berichtet live). Die entscheidende Frage: Kriegt der Kanzler heute die Kurve oder die nächste Klatsche? Grundsätzlich kommt es für Merz nun darauf an, dass er das mit der SPD verabredete Reformprogramm gegen neu entflammten Genossen-Widerstand durchzieht. Denn sonst könnte ausgerechnet der Flügel Amok laufen, der seit Langem der wichtigste Rückhalt für Merz ist: der CDU-Wirtschaftsflügel. BILD erfuhr: Mittwochabend empfängt der Kanzler den Vorstand des einflussreichsten Unionsflügels zum Dinner im Kanzleramt. Für 19.30 Uhr sind die Spitzen des mächtigen Parlamentskreises Mittelstand (PKM) in die Regierungszentrale eingeladen. Die Charmeoffensive ist klug. Denn PKM-Chef Christian von Stetten (56, CDU) hatte in der Fraktion gezürnt: „Wer das gute Wahlergebnis der AfD mit mangelnder Kommunikation der Bundesregierung erklären will, springt zu kurz.“ Nach BILD-Informationen zeigt Merz Verständnis für die PKM-Forderung nach echten Steuerentlastungen. Aber reicht Verständnis? SPD „zerstört Geschäftsgrundlage der Regierung“ Zusätzlich pochte er im „Seeheimer Kreis“ der SPD auf die Einhaltung des Koalitionsvertrags. Indirekt war das eine Absage an jede Aufweichung der Reformpläne. CDU-Mittelstandschefin Gitta Connemann (62) stärkt Merz den Rücken, sagt zu BILD: „Jetzt gilt: Kurs halten. Friedrich Merz hat recht. Wer die Reformen aufweicht, schwächt unseren Standort.“ Und Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters (45) droht: „Wer die eigenen Koalitionsbeschlüsse infrage stellt, zerstört die Geschäftsgrundlage der Regierung. Die SPD muss schnell klären, ob sie aus der Koalition mit der CDU austreten möchte.“ Entscheidender für die Zukunft von Merz sind aber CDU-Ministerpräsidenten wie Sachsen-Regent Michael Kretschmer (51), die intern Kritik an Merz’ Stil vorbringen. Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54) wendet sich mittlerweile vom Prinzip der Brandmauer ab. Am Montag lud Merz die Regierungschefs zu einem Geheimgipfel in die CDU-Zentrale – um sich ihren Rückhalt zu sichern. Ein Ereignis wird für Merz besonders brenzlig Aber: Die beiden wichtigsten Machtzentren außerhalb des Merz-Kosmos sind nicht in Berlin. NRW ist der größte Landesverband, redet überall mit. Dort lauert Regierungschef Hendrik Wüst (51, CDU) auf seine Chance. Doch er muss erst noch im Mai 2027 eine Landtagswahl gewinnen. Machtzentrum 2: CSU‑Bayern. Doch Regent Markus Söder (59) hat gerade einen Mini-Aufstand in den eigenen Reihen einzudämmen, keine Nerven für einen Angriff auf Merz. Weder aus NRW noch aus Bayern gibt es Signale für Putsch-Pläne. Auch CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann (44) sagt gegenüber BILD: „Wir führen ehrlich gesagt gerade keine Personaldebatten.“ In der Partei munkelt man: Eine neue Lage entsteht, wenn die CDU bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern (20. September) den Einzug in den Landtag verfehlt. Laut FAZ muss sich die „CDU mittlerweile sogar Sorgen vor der Fünfprozenthürde machen“, da die Umfragen (CDU um acht Prozent) fehleranfällig seien. Auch hochrangige CDU-Mitglieder teilen diese Analyse. Tenor: Dann könnte Merz in Bedrängnis geraten. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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9. September
Tagesschau

Generaldebatte mit Wahldesaster im Rücken

Merz im Bundestag Generaldebatte mit Wahldesaster im Rücken In der Generaldebatte über den Haushalt spricht Kanzler Merz heute im Bundestag. Als Oppositionsführer war er für harte Attacken bekannt. Jetzt muss er selbst mit heftiger Kritik rechnen- vor allem nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Er ist angeschlagen, angefasst und angreifbar - und trotzdem ist aufgeben für Friedrich Merz "keine Option". Aufgeben, das passt nicht zu seinem Selbstverständnis. Friedrich Merz sieht sich als Kämpfer. In der dritten Runde hat er den Parteivorsitz errungen, in der zweiten wurde er zum Bundeskanzler gewählt. Und jetzt am Ziel all seiner Träume das Handtuch werfen? Nein. Und so wird er sich der Generaldebatte im Bundestag stellen. Etwa als Kanzler auf Abruf? Seine Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat versucht, die Debatte um die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz abzuwenden, vergeblich. Zwar fordert niemand aus der vorderen Reihe der Union öffentlich Merz' Rücktritt, aber lautstarker Rückhalt ist auch nicht zu hören. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, die große Zustimmung für eine gesichert rechtsextreme Partei erschüttern die CDU und ihren Kanzler. Was macht die Wahl mit der CDU? "Das macht was mit uns, und auch mit mir persönlich", hat Merz hörbar nachdenklich erklärt und eingeräumt, dass es sich um die schwerste Wahlniederlage für die CDU seit Jahrzehnten handelt. Aber was macht es mit der CDU? Wohin führt ihr Weg? Die Halbierung der Partei in Sachsen-Anhalt war mehr als schmerzlich. Nun wird nach Gründen und Ursachen gesucht. Eine wichtige Rolle im kleinen Bundesland scheint der Kandidat gespielt zu haben. Das richtige Spitzenpersonal kann Wahlen entscheiden. Nicht nur in Sachsen-Anhalt. Alternativen zu Merz drängen sich nicht auf In Großbritannien hat Andy Burnham als neuer Premier die Stimmung gedreht. Aus dieser Beobachtung resultiert die Frage, die sich manche in Berlin stellen: Wer schafft es hier die Stimmung zu drehen? Alternativen zu Merz drängen sich nicht auf. Hendrik Wüst hat in NRW zu tun, Markus Söder ist Markus Söder. Es bleibt also Friedrich Merz. Sollte er sich neu erfinden? Er äußert sich durch aus selbstkritisch, sei niemand, der täglich Emotionen vor sich hertrage. "Aber die Bevölkerung will auch andere Antworten haben." Merz hält an Sozialreformen fest Andere Antworten, aber vielleicht auch ein anderes Auftreten. Empathisch, zugewandt, nahbar. Einen Kanzler, der zuhört, der sie vielleicht auch mal zum Lachen bringt, der Verständnis für ihre Sorgen und Bedürfnisse zeigt. Nun ist Merz aber kein Chamäleon, und er kann nicht aus seiner Haut. Er wird es auch nicht versuchen. Denn dann wäre Merz nicht mehr Merz - er wäre nicht mehr authentisch, was auch ein großer Wert ist. Daher will Merz die Menschen auf seine Art erreichen. Das sieht er als seine Bringschuld, die er annehmen will, sagt aber auch sehr klar, dass sich seine Grundüberzeugungen nicht ändern werden. Etwa die Grundüberzeugung, dass Sozialreformen zwingend nötig sind. Daran will er festhalten. Und darüber wird diskutiert werden, das ist so sicher wie die Personaldebatte dünn. Die könnte lauter werden - je nach Wahlausgang. In Mecklenburg-Vorpommern, wo die CDU in Umfragen bei acht Prozent liegt. Oder in Berlin, wo Stefan Evers die CDU retten soll. Evers ist ein unbekannter Kandidat unter Unbekannten. Aber er hat als Finanzsenator einen Trumpf: Er hat Regierungserfahrung. Übrigens etwas, das Friedrich Merz vorher fehlte, aber hilfreich sein könnte.

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9. September
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Carsten Maschmeyer rechnet mit Kanzler ab - „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg“

Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Trump äußert sich zu AfD-Erfolg Unternehmer Maschmeyer rechnet mit dem Kanzler ab: „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg“ Berlin – Knaller-Aussage vor dem nächsten Wahlkampf-Showdown! Unternehmer Carsten Maschmeyer (67) geht mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hart ins Gericht – und fordert nichts weniger als dessen Rücktritt. In der aufgezeichneten ARD-Talksendung „Maischberger“, die an diesem Dienstag um 22.50 Uhr ausgestrahlt wird, sagt Maschmeyer: „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg. Er muss zurücktreten.“ Besonders bitter: Maschmeyer hatte die CDU Anfang 2025 noch mit einer Großspende unterstützt. Jetzt stellt er dem CDU-Chef ein vernichtendes Zeugnis aus. Merz sei aus dem falschen Grund Kanzler geworden, so Maschmeyer: „Es zeigt sich jetzt, er wollte aus einem falschen Grund Kanzler werden. Das war Ego und Merkel zeigen, ich bin jetzt Kanzler.“ Auch am Führungsstil des Kanzlers lässt Maschmeyer kein gutes Haar. Merz „nimmt die Menschen nicht emotional mit. Er ist unnahbar, belehrend, ein Besserwisser“. Außerdem höre er „von allen, die mit ihm zu tun haben, arrogant.“ Sein Urteil fällt entsprechend drastisch aus: Merz habe das „Schiff falsch gesteuert. Er muss von der Kommandobrücke runter“, sagt Maschmeyer. Und wer könnte übernehmen? Maschmeyer nennt gleich mehrere mögliche Unions-Größen: „Das sind tolle Offiziere auf dem Schiff: [Hendrik] Wüst, [Daniel] Günther, [Markus] Söder.“ Weitere Landtagswahlen stehen an Der Zeitpunkt der Attacke könnte für Merz kaum unangenehmer sein. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag landete die AfD mit 43,8 Prozent mit großem Abstand auf Platz eins. Die CDU kam nur auf 17,2 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung. Die Folgen sind brutal: Die CDU verlor 25 Mandate und sitzt im neuen Landtag nur noch mit 15 Abgeordneten. Und der nächste Stimmungstest wartet bereits: In weniger als zwei Wochen stehen die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Ihr Ausgang könnte auch über Merz’ politische Zukunft entscheiden. Zoff in den eigenen Reihen ist da pures Gift – erst recht, wenn der Wahlkampf in die heiße Phase geht. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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8. September
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Nach Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt - CDU-Landesvize fordert Merz-Ablösung!

Nach Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt: CDU-Landesvize fordert Merz-Ablösung! Berlin – Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt fordert CDU-Landesvize Tino Schomann die Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Der Landrat von Nordwestmecklenburg und Vize-Landesvorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern macht Berlin für die Niederlage verantwortlich: Merz schüre Ängste, breche Versprechen – die Menschen wollten endlich Lösungen statt immer neuer Sorgen. Der CDU-Politiker rechnet knallhart mit dem eigenen Kanzler ab. Im Gespräch mit dem NDR sagte Schomann: „Berlin trägt die Hauptverantwortung.“ Rückenwind aus der Hauptstadt habe es für den Wahlkampf nicht gegeben. Statt Zuversicht zu vermitteln, würden die Menschen mit neuen Belastungen konfrontiert. Als Beispiel nannte er die Spritpreise. Die Bürger wollten Lösungen und nicht „immer um kurz vor 12 Uhr an die Tankstelle rasen müssen, um einen vermeintlich günstigen Preis noch zu bekommen“. Besonders deutlich wird Schomann bei der Frage nach der Zukunft des Kanzlers. Wörtlich sagte er dem NDR: „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt. Er hat gezeigt, dass er das nicht kann. Für die Position ist er in meinen Augen ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen.“ Der CDU-Landesvize fordert damit einen Wechsel an der Regierungsspitze. Nach der Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt habe er gehofft, die Parteiführung werde Konsequenzen ziehen. Doch das sei nicht geschehen. Deshalb fordert er nun: „Da muss mehr Druck von der Basis kommen.“ Kritik kommt für Merz zur Unzeit Während Schomann den Kanzler frontal angreift, hält CDU-Staatsminister Philipp Amthor (33) dagegen. Amthor warnte davor, die Verantwortung allein bei einzelnen Personen zu suchen. Wer sich jetzt „nur auf Personen“ fokussiere, verkenne die „gesellschaftlichen Verschiebungen“. Gemeint ist u.a. die Wählerwanderung zur AfD. CDU-Landeschef und Spitzenkandidat in MV, Daniel Peters (45), reagierte mit Unverständnis auf die Diskussion um Merz. „Die Koalition leidet vor allem an der SPD, die ständig Vereinbarungen hintertreibt“, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur. „Personaldebatten helfen uns nicht weiter. Sie sind kontraproduktiv.“ Gleichzeitig eskaliert in der CDU der Streit über den Umgang mit der AfD. Der CDU-Kreisvorsitzende Thomas Grote (57) erklärte laut NDR, die Brandmauer gehöre zu den größten Wahlverlierern in Sachsen-Anhalt. Er will in Sachfragen mit der AfD zusammenarbeiten und sagt: „In der Sache macht es keinen Sinn, wenn wir uns hinter irgendwelchen Mauern verbiegen und nicht mehr darüber reden können.“ Für Merz kommt die Kritik zur Unzeit. Nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt und kurz vor der wichtigen Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wächst der Druck auf die CDU-Spitze. Und erstmals fordert ein hochrangiger CDU-Landespolitiker öffentlich, den Kanzler auszutauschen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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8. September
FAZ (Politik)

Deutschland-Liveblog: CDU-Landrat fordert Merz’ Ablösung

Deutschland-Liveblog : CDU-Landrat fordert Merz’ Ablösung Lesezeit: ARCHIV - 03.02.2023, Mecklenburg-Vorpommern, Grevesmühlen: Tino Schomann (CDU), Landrat in Nordwestmecklenburg, gibt ein Interview vor Beginn der Bürgerversammlung des Landkreises Nordwestmecklenburg zur Schaffung einer Gemeinschaftsunterkunft in der Gemeinde Upahl. (zu dpa: «CDU-Vize im Nordosten: «Merz muss runter vom Sessel»») Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++dpa Schomann: „Merz muss runter vom Sessel“ +++ BSW will für AfD-Landtagspräsidenten stimmen +++ alle Entwicklungen im Liveblog CDU-Landrat in MV fordert Ablösung von Merz Der Landrat von Nordwestmecklenburg, Tino Schomann (CDU), hat Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeworfen, die Ängste der Menschen zu schüren und Versprechen zu brechen. „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt. Er hat gezeigt, dass er das nicht kann. Für die Position ist er in meinen Augen ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen“, sagte Schomann am Dienstag dem NDR. Demnach sei nun „ein anderer Charakter an der Spitze der Regierung nötig“. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur legte er noch einmal mit heftigeren Worten nach: „ Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf!“ Aus Sicht Schomanns, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender in MV ist, trägt Berlin die Hauptverantwortung für die Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt. Demnach hatte er gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Stattdessen sei die Pressekonferenz nach der Wahl „einfach nur grottig und nicht aufrichtig“ gewesen. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, so der Landrat. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September der Landtag neu gewählt, die CDU steht laut der jüngsten Umfrage bei nur noch acht Prozent. Muss die CDU sogar fürchten, aus dem Landtag zu fliegen? Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Aus Sicht Schomanns, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender in MV ist, trägt Berlin die Hauptverantwortung für die Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt. Demnach hatte er gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Stattdessen sei die Pressekonferenz nach der Wahl „einfach nur grottig und nicht aufrichtig“ gewesen. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, so der Landrat. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September der Landtag neu gewählt, die CDU steht laut der jüngsten Umfrage bei nur noch acht Prozent. Muss die CDU sogar fürchten, aus dem Landtag zu fliegen? Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Robert Dikomeit Tausende bei Demo gegen Rechtsextremismus in Köln Rund 9.000 Menschen haben nach Polizeiangaben in Köln unter dem Motto „Stoppt den Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt und überall – Demokratie stärken!“ demonstriert. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ hatte nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt dazu aufgerufen. Es wolle den Menschen Raum geben für erste Reaktionen, Protest und Analysen, teilte das Bündnis mit. „Denn in einer solchen Situation, wenn in Deutschland Rechtsextreme in einem Bundesland erstmals an die Macht kommen können, wollen und müssen wir Demokratinnen und Demokraten laut und deutlich unsere Stimme erheben“, so das Bündnis weiter. Man demonstriere für eine stabile Brandmauer gegen die AfD – sowohl in Landesparlamenten als auch in der Zivilgesellschaft. Es gehe um den Einsatz für die Demokratie, den Sozialstaat, die Werte des Grundgesetzes, Vielfalt und Menschenwürde – und gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Gewalt sowie gegen jegliche Form der Normalisierung oder Zusammenarbeit mit der AfD. „Denn in einer solchen Situation, wenn in Deutschland Rechtsextreme in einem Bundesland erstmals an die Macht kommen können, wollen und müssen wir Demokratinnen und Demokraten laut und deutlich unsere Stimme erheben“, so das Bündnis weiter. Man demonstriere für eine stabile Brandmauer gegen die AfD – sowohl in Landesparlamenten als auch in der Zivilgesellschaft. Es gehe um den Einsatz für die Demokratie, den Sozialstaat, die Werte des Grundgesetzes, Vielfalt und Menschenwürde – und gegen Rassismus, Antisemitismus, Hass und Gewalt sowie gegen jegliche Form der Normalisierung oder Zusammenarbeit mit der AfD. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Der Sozialverband VdK fordert eine bessere finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige. „Wer beispielsweise die eigene Mutter oder den eigenen Vater pflegt, reduziert häufig die Arbeitszeit oder gibt den Beruf ganz auf“, erklärte Verbandspräsidentin Verena Bentele am Dienstag in Berlin anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen am 8. September. Die VdK-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang die Aussage von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), dass die Pflegekassen weiterhin Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zahlen sollen. „Eine Ankündigung allein reicht jedoch nicht“, mahnte sie. Die Finanzierung der Rentenbeiträge müsse dauerhaft gesichert werden. Warum sich eine junge Frau entschieden hat, ihre Großmutter zu pflegen und dafür ihr bisheriges Leben aufzugeben, hat mein Kollege Paul Weinheimer aufgeschrieben: Warum sich eine junge Frau entschieden hat, ihre Großmutter zu pflegen und dafür ihr bisheriges Leben aufzugeben, hat mein Kollege Paul Weinheimer aufgeschrieben: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen CDU-Abgeordneter dementiert Meldung über geplante Enthaltung Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull hat nach eigenen Angaben vor, gegen Ulrich Siegmund zu stimmen, wenn dieser sich im Landtag von Sachsen-Anhalt als Ministerpräsident zur Wahl stellen sollte. Damit widersprach er einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), den auch die F.A.Z. an dieser Stelle wiedergegeben hatte. Das vermeintliche Zitat „Ich werde mich enthalten“, welches das RND Krull zugeschrieben hatte, bezeichnete dieser im Gespräch mit der F.A.Z. als „Büroversehen“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Schulze gewinnt Kampfabstimmung um Fraktionsvorsitz – und hofft auf Geschlossenheit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze setzt nach seiner Wahl zum CDU-Landtagsfraktionschef auf die Geschlossenheit der Fraktion. „Wir haben heute intern besprochen, welche Wege wir gehen werden, um gemeinsam mit dieser Fraktion und den Abgeordneten, die wir haben, Oppositionsarbeit zu machen“, sagte Schulze in Magdeburg. Er schließe aus, dass Mitglieder der 15-köpfigen Fraktion in Gespräche über eine Zusammenarbeit mit der AfD eintreten würden. „Es wird von uns, von Seiten der CDU, von allen 15 Abgeordneten keinerlei Gespräche geben“, sagte Schulze. Schulze äußerte sich nach einer erfolgreichen und überraschenden Kampfabstimmung gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer. „Wir haben gemeinsam kandidiert. Wir haben im Vorfeld vereinbart, dass wir bewusst gemeinsam vor die Presse treten werden“, sagte Schulze. Der unterlegene Heuer sagte, es bleibe „nichts zurück“. Die neue CDU-Landtagsfraktion hat nur noch 15 Mitglieder, zuvor waren es 40. Wie die sachsen-anhaltische CDU versucht, sich nach dem Wahldebakel neu zu sortieren, lesen Sie hier:  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Berlin will IT-Sicherheit nach Hackerangriff stärken Nach dem folgenschweren Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung sieht der Regierende Bürgermeisters Kai Wegner dringenden Handlungsbedarf. Das Datennetz der Verwaltung müsse schnell besser vor Cyberattacken geschützt werden, sagte der CDU-Politiker. „Wir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern wir werden alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen“, so Wegner mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Ein Ziel müsse eine stärkere Zentralisierung im Bereich IT für die Berliner Verwaltung sein. „Wir leben in einer anderen Bedrohungslage als vielleicht noch vor drei, vier oder fünf Jahren.“ Cyberattacken gebe es inzwischen tagtäglich. Der Senat plane außerdem eine Art Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen. Nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer geht es um Beratung und Hilfe für Menschen, die befürchten, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Betroffen sein könnten etwa Personen und Unternehmen, die mit den betroffenen Senatsverwaltungen in Kontakt standen – etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und könne Wochen dauern. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Das Ziel sei, das so schnell wie möglich anzubieten. Warum der Hackerangriff die IT-Techniker der Berliner Verwaltung noch lange beschäftigen wird, können Sie hier nachlesen. „Wir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern wir werden alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen“, so Wegner mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Ein Ziel müsse eine stärkere Zentralisierung im Bereich IT für die Berliner Verwaltung sein. „Wir leben in einer anderen Bedrohungslage als vielleicht noch vor drei, vier oder fünf Jahren.“ Cyberattacken gebe es inzwischen tagtäglich. Der Senat plane außerdem eine Art Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen. Nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer geht es um Beratung und Hilfe für Menschen, die befürchten, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Betroffen sein könnten etwa Personen und Unternehmen, die mit den betroffenen Senatsverwaltungen in Kontakt standen – etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und könne Wochen dauern. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Das Ziel sei, das so schnell wie möglich anzubieten. Warum der Hackerangriff die IT-Techniker der Berliner Verwaltung noch lange beschäftigen wird, können Sie hier nachlesen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Grüne in Sachsen-Anhalt offen für überparteilichen Ministerpräsidenten Die Grünen in Sachsen-Anhalt haben sich offen gezeigt für den Vorschlag des BSW zu einem überparteilichen Ministerpräsidenten. Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz nannte dies am Dienstag in der „taz“ eine „sehr ungewöhnliche Idee“. „Aber an uns würde das nicht scheitern – wir sind gesprächsbereit“, fügte sie hinzu. Die Alternativen seien eine AfD-geführte Regierung oder eine Pattsituation, in der kein neuer Regierungschef gewählt werde. Ein unabhängiger Kandidat sei „der letzte Strohhalm, wenn wir sowohl eine faschistische Regierung als auch eine Blockade im Land verhindern wollen“. Das BSW will einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung aller Parteien und damit auch der AfD regiert. Das BSW will dafür in nächster Zeit Vorschläge vorlegen. Ein konkreter Name wurde bisher noch nicht genannt. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen BSW wird AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt wählen Das BSW wird einen AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt wählen. Das sagte der neu gewählte parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Landtagsfraktion, John Lucas Dittrich, in Magdeburg. „Die AfD wird unsere Stimmen für den Landtagspräsidenten erhalten.“  Damit hätte die AfD die nötige Mehrheit für das Spitzenamt. Es wäre bundesweit das erste Mal, dass die rechte Partei den Präsidenten eines Landesparlaments stellen würde.  BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sprach sich ebenfalls dafür aus, einen Kandidaten der AfD ins Amt zu wählen. „Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab“, sagte Wagenknecht dem „Stern“. „Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht.“ BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sprach sich ebenfalls dafür aus, einen Kandidaten der AfD ins Amt zu wählen. „Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab“, sagte Wagenknecht dem „Stern“. „Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen BSW-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt: „Für uns existiert keine Brandmauer“ Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat das BSW angekündigt, auch mit der AfD über eine Zusammenarbeit zu sprechen. „Für uns existiert keine Brandmauer. Wir werden mit allen Parteien sprechen“, sagte der neu gewählte Fraktionschef Thomas Schulze in Magdeburg. Er war gemeinsam mit Claudia Wittig Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf gewesen. Wittig ist künftig stellvertretende Fraktionschefin. Das BSW ist mit fünf Abgeordneten im Parlament vertreten. Gefragt, ob er eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ausschließe, antwortete Schulze ausweichend. „Die jetzige Regierungskoalition ist abgewählt worden. Das muss man auch so hinnehmen, und das ist eben auch, was wir Demokratie nennen“, sagte er. Das BSW werde Fehler wie in Thüringen nicht machen. „Wir werden uns nicht schnell, nur um irgendwelche Posten zu sichern, uns auf irgendwelche Seiten schlagen oder irgendwas ausschlagen.“ Die neue stellvertretende Fraktionschefin Wittig kündigte eine Politik orientiert an Sachthemen an. „Wir gehen nicht in Koalitionsverhandlungen, wir sprechen über Projekte.“ Eines der ersten Projekte werde die Frage nach den Energiepreisen sein, sie tangiere die Wirtschaft und Privathaushalte besonders. Das BSW hatte bei der Wahl am Sonntag den Sprung in den Landtag mit 5,3 Prozent der Stimmen knapp geschafft. Die Regierungsbildung könnte kompliziert werden, da die AfD als deutlich stärkste Kraft keine absolute Mehrheit und bislang auch keinen Regierungspartner hat. Mit dem demokratischen Ergebnis der Wahl müssten nun alle arbeiten, „ob es uns gefällt oder nicht“, sagte Wittig. „Da ist also weder Abgrenzerei angebracht noch der Ruf nach Neuwahlen, der ja jetzt auch schon verschiedentlich gekommen ist.“ Er war gemeinsam mit Claudia Wittig Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf gewesen. Wittig ist künftig stellvertretende Fraktionschefin. Das BSW ist mit fünf Abgeordneten im Parlament vertreten. Gefragt, ob er eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ausschließe, antwortete Schulze ausweichend. „Die jetzige Regierungskoalition ist abgewählt worden. Das muss man auch so hinnehmen, und das ist eben auch, was wir Demokratie nennen“, sagte er. Das BSW werde Fehler wie in Thüringen nicht machen. „Wir werden uns nicht schnell, nur um irgendwelche Posten zu sichern, uns auf irgendwelche Seiten schlagen oder irgendwas ausschlagen.“ Die neue stellvertretende Fraktionschefin Wittig kündigte eine Politik orientiert an Sachthemen an. „Wir gehen nicht in Koalitionsverhandlungen, wir sprechen über Projekte.“ Eines der ersten Projekte werde die Frage nach den Energiepreisen sein, sie tangiere die Wirtschaft und Privathaushalte besonders. Das BSW hatte bei der Wahl am Sonntag den Sprung in den Landtag mit 5,3 Prozent der Stimmen knapp geschafft. Die Regierungsbildung könnte kompliziert werden, da die AfD als deutlich stärkste Kraft keine absolute Mehrheit und bislang auch keinen Regierungspartner hat. Mit dem demokratischen Ergebnis der Wahl müssten nun alle arbeiten, „ob es uns gefällt oder nicht“, sagte Wittig. „Da ist also weder Abgrenzerei angebracht noch der Ruf nach Neuwahlen, der ja jetzt auch schon verschiedentlich gekommen ist.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mehr als 200 Milliarden Euro neue Schulden Mit der Beratung des Haushalts 2027 meldete sich der Bundestag am Dienstag zurück. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) lobte sich selbst zum Auftakt. Er nahm die verbesserten Wachstumsaussichten als Beleg, dass die Investitionen die Wirtschaft ankurbeln. Die Regierung beziffert die Investitionen im Kernhaushalt und in den Sondervermögen auf knapp 117,5 Milliarden Euro – bei einer Nettokreditaufnahme von 203,7 Milliarden Euro. Klingbeil sprach von seiner Pflicht, „den Haushalt in den Griff zu bekommen“. Zugleich lehnte er es ab, „dass unter dem Schlagwort der Reform ein systematischer Abbau unseres Sozialstaates betrieben wird“.  Wie die AfD in der Debatte im Bundestag die Koalition im Allgemeinen und Klingbeil im Besonderen attackierte, lesen Sie im Bericht meines Kollegen Manfred Schäfers: Wie die AfD in der Debatte im Bundestag die Koalition im Allgemeinen und Klingbeil im Besonderen attackierte, lesen Sie im Bericht meines Kollegen Manfred Schäfers: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Söder ist skeptisch gegenüber Wüsts Vorschlag zu AfD CSU-Chef Markus Söder sieht den Ruf nach einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD und möglichen Folgen überaus skeptisch. „Bei allem grundsätzlichen Verständnis, dass es einem lieber wäre, diese AfD wäre nicht da, ist die Realität, dass es verfassungsrechtlich kaum durchsetzbar ist“, sagte er mit Blick auf ein mögliches AfD-Verbotsverfahren nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Neben einem jahrelangen Verfahren bestehe die Gefahr, dass die AfD einen neuen Märtyrerstatus erhalte. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte sich zuvor für eine ergebnisoffene Überprüfung der AfD in einer Arbeitsgruppe ausgesprochen. Dies dürfe nicht automatisch zu einem Verbotsverfahren führen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die CSU werde sich Gesprächen in einer Bund-Länder-Gruppe zwar nicht grundsätzlich verschließen, „aber das ist ja nichts anderes als ein Ausdruck auch von Unsicherheit“, betonte Söder. „Man muss in einer Demokratie mit demokratischen Mitteln arbeiten und der demokratische Weg heißt, sich auf die nächsten Wahlen anders vorzubereiten als in Sachsen-Anhalt, klarere Argumente zu finden.“ Die CSU glaube nicht, dass ein Verbotsverfahren funktioniere. Die CSU sei gegen eine Kooperation mit der AfD, laut Söder verfange aber auch eine allgemeine Stigmatisierung durch eine Brandmauer nicht. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte sich zuvor für eine ergebnisoffene Überprüfung der AfD in einer Arbeitsgruppe ausgesprochen. Dies dürfe nicht automatisch zu einem Verbotsverfahren führen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die CSU werde sich Gesprächen in einer Bund-Länder-Gruppe zwar nicht grundsätzlich verschließen, „aber das ist ja nichts anderes als ein Ausdruck auch von Unsicherheit“, betonte Söder. „Man muss in einer Demokratie mit demokratischen Mitteln arbeiten und der demokratische Weg heißt, sich auf die nächsten Wahlen anders vorzubereiten als in Sachsen-Anhalt, klarere Argumente zu finden.“ Die CSU glaube nicht, dass ein Verbotsverfahren funktioniere. Die CSU sei gegen eine Kooperation mit der AfD, laut Söder verfange aber auch eine allgemeine Stigmatisierung durch eine Brandmauer nicht. „Sondern es braucht jetzt einfach eine klare inhaltliche Stellung, was die AfD bedeutet. Wir werden es in Sachsen-Anhalt sehen. Und wir werden ihre Konzepte auseinandernehmen.“Markus Söder Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen CDU-Kandidat Peters in Mecklenburg-Vorpommern greift SPD an Der CDU-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, greift die SPD im Bund scharf an. „Die Koalition hat sich auf Reformen geeinigt, die für die Zukunft Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind. Die SPD zieht diese Reformen jetzt auf breiter Front in Zweifel. Der Koalition fehlt damit die Geschäftsgrundlage“, sagte Peters am Dienstag. Er betonte, er wolle den Erfolg der Koalition. Die SPD müsse nun schnellstens intern klären, wie sie es mit der Koalition noch halte. Die MV-CDU steht Umfragen zufolge vor der Wahl am 20. September bei nur noch acht Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte zuletzt Zuwächse verzeichnet und steht mittlerweile bei 32 Prozent, die AfD bei 35. Erwartet wird, dass sowohl SPD wie auch AfD vom Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt profitieren könnten. Die MV-CDU steht Umfragen zufolge vor der Wahl am 20. September bei nur noch acht Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte zuletzt Zuwächse verzeichnet und steht mittlerweile bei 32 Prozent, die AfD bei 35. Erwartet wird, dass sowohl SPD wie auch AfD vom Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt profitieren könnten. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Frühere Kanzlerin Merkel: „Mir blutet das Herz“ Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich schockiert von den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt. „Das ist ein wirklicher Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben“, sagte sie bei der Digitalmesse Digital X in Köln. „Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz.“  Es gehe jetzt darum, „die Menschen abzuholen, wo sie sind“, also etwa in den sozialen Medien, sagte Merkel. Es gehe jetzt darum, „die Menschen abzuholen, wo sie sind“, also etwa in den sozialen Medien, sagte Merkel. „Es reicht nicht, das von mir sehr geschätzte öffentlich-rechtliche Fernsehen zu nutzen. “Angela Merkel Die Altkanzlerin will es nicht zulassen, dass Emotionen über Fakten stehen, dass etwa die Arbeitslosigkeit sinke, aber die Menschen dies nicht fühlten. Wenn sich die Mehrheit der Menschen nicht auf Fakten einigen könne, so Merkel, „gehen wir zivilisatorische Schritte zurück“. Merkel riet zu einer anderen Art der Kommunikation, um die Bevölkerung besser zu erreichen und Fortschritte besser zu erklären. „Die individuelle Ansprache der Bürger“ sei wohl wichtiger geworden als früher, sagte Merkel. Demokratische Parteien müssten jetzt stärker den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern suchen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Heike Schmoll Prien nennt PISA-Ergebnisse „dramatisch“ Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie als „dramatisch“ bezeichnet. Der Schwerpunkt der internationalen Vergleichsstudie der OECD, die an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, lag auf den Naturwissenschaften, getestet wurden aber auch Mathematik und Lesen und erstmals das „modellbasierte Problemlösen“ in der digitalen Welt. In Deutschland wurden rund 6700 Fünfzehnjährige an 250 Schulen getestet.  Der Anteil der deutschen Schüler, die nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwa verdoppelt, die Leistungsspitze wird immer schmaler. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit der Leistungen von der sozialen Herkunft nur in zwei Ländern stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Insgesamt schneiden die deutschen Schüler noch schlechter ab als bei der ersten Studie im Jahr 2000, die den PISA-Schock auslöste. „Für Deutschland ist beunruhigend, dass der Kompetenzrückgang im Trend nach unten geht und die soziale Schere weiter aufgeht und sich nicht schließt“, sagte Prien in Berlin. Der Anteil der deutschen Schüler, die nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwa verdoppelt, die Leistungsspitze wird immer schmaler. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit der Leistungen von der sozialen Herkunft nur in zwei Ländern stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Insgesamt schneiden die deutschen Schüler noch schlechter ab als bei der ersten Studie im Jahr 2000, die den PISA-Schock auslöste. „Für Deutschland ist beunruhigend, dass der Kompetenzrückgang im Trend nach unten geht und die soziale Schere weiter aufgeht und sich nicht schließt“, sagte Prien in Berlin. Derzeit funktioniere das Aufstiegsversprechen in unserem Land nicht, ergänzte die Ministerin und verwies darauf, dass es sich nicht um eine reine Schulleistungsvergleichsstudie handele, sondern um gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe. Dass auch die 15 Jahre alten Schüler aus ökonomisch gut situierten Familien nur hastig und oberflächlich lesen und dann falsche Antworten gäben, sei Anlass zur Sorge um die „Kritik- und Beurteilungskompetenz“, so Prien. Zu den Ursachen zählt sie das veränderte Erziehungsverhalten, die erhöhten Bildschirmzeiten und die Social-Media-Nutzung. Umso wichtiger sei eine frühe verbindliche Sprach- und Entwicklungsdiagnostik, gefolgt von einer konsequenten Förderung. „Sieben Länder haben sich auf den Weg gemacht, die anderen aber nicht“, sagte Prien. Zu den Ursachen zählt sie das veränderte Erziehungsverhalten, die erhöhten Bildschirmzeiten und die Social-Media-Nutzung. Umso wichtiger sei eine frühe verbindliche Sprach- und Entwicklungsdiagnostik, gefolgt von einer konsequenten Förderung. „Sieben Länder haben sich auf den Weg gemacht, die anderen aber nicht“, sagte Prien. Die derzeitige Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), kündigte angesichts der „inakzeptablen PISA-Ergebnisse“ in Berlin eine schnelle Reaktion der Länder an. Die Bildungsminister seien bereits dabei, eine „Roadmap“ mit sieben Handlungsfeldern zu erarbeiten, zu denen auch die datengestützte Unterrichtsentwicklung gehöre. Entscheidend sei jetzt, den eingeschlagenen Weg mit aller Kraft fortzuführen, die Wirkung der Maßnahmen genau in den Blick zu nehmen und erfolgreiche Ansätze in die Breite zu bringen. „Eine nachhaltige Trendumkehr braucht genau dieses konsequente Handeln und auch einen langen Atem, bis getroffene Maßnahmen ihre Wirkung in der Fläche erzielen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Wüst fordert Arbeitsgruppe für mögliches AfD-Verbotsverfahren Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), hat sich für einen ersten konkreten Schritt zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen. Das berichtet die „Welt“. Demnach forderte Wüst bei einer Veranstaltung in Berlin am Montagabend, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, „nicht mit dem politisch vorher festgelegten Ziel, ihr müsst jetzt ein Verbot prüfen, sondern diese Partei zu prüfen und die etwaigen Rechtsfolgen. Das kann ein Verbot sein, das kann auch etwas anderes sein.“ Mit dem Ergebnis einer Arbeitsgruppe in der Hinterhand könnte ein Ministerpräsident wie Wüst im Bundesrat ein Verfahren in Karlsruhe zur Abstimmung stellen. Wenn nach einer Prüfung klar sei, dass die AfD verboten werden könne, „dann ist dieses Verbotsverfahren anzustrengen“, so Wüst laut „Welt“. Interviewt wurde der CDU-Politiker von der Ökonomin Maja Göpel im Format „Missverstehen Sie mich richtig“. Mit dem Ergebnis einer Arbeitsgruppe in der Hinterhand könnte ein Ministerpräsident wie Wüst im Bundesrat ein Verfahren in Karlsruhe zur Abstimmung stellen. Wenn nach einer Prüfung klar sei, dass die AfD verboten werden könne, „dann ist dieses Verbotsverfahren anzustrengen“, so Wüst laut „Welt“. Interviewt wurde der CDU-Politiker von der Ökonomin Maja Göpel im Format „Missverstehen Sie mich richtig“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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8. September
Junge Freiheit

Rücktritt gefordert CDU in Mecklenburg-Vorpommern probt den Anti-Merz-Aufstand

SCHWERIN. Der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, hat nach dem Wahldebakel der Partei in Sachsen-Anhalt den Rücktritt des Kanzlers gefordert. „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt.“ Merz habe gezeigt, dass er das nicht könne, sagte Schomann dem NDR. „Für die Position ist er in meinen Augen ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen.“ Schomann, der auch Landrat im Kreis Nordwestmecklenburg ist, sagte, für das Wahldesaster in Sachsen-Anhalt trage Berlin die „Hauptverantwortung“. Er habe gehofft, dass die Parteispitze nach der Niederlage aufwache. Dies sei aber nicht passiert. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, forderte der Politiker. Die Menschen wollten Lösungen haben, statt um kurz vor 12.00 Uhr an die Tankstelle rasen zu müssen, um einen vermeintlich günstigen Tankpreis zu bekommen. „Dieser Brandmauer-Mist muss aufhören“ Er ist nicht der Einzige, der in dem Landesverband seinen Unmut äußert. So sagte der Kreisvorsitzende der CDU in Nordwestmecklenburg, Thomas Grote, dass die Brandmauer zur AfD zu den größten Wahlverlierern in Sachsen-Anhalt gehöre. „Dieser Brandmauer-Mist muss aufhören. Sonst geht für uns im Land bald gar nichts mehr“, sagte Grote. Ähnlich äußerte sich laut Ostsee-Zeitung auch der Bürgermeister der Gemeinde Wackerow, Kai Dröse: „Die Brandmauer schützt nicht die Demokratie, sondern nur linke Parteien vor der Bedeutungslosigkeit.“ Auch der Generalsekretär der CDU im Nordosten, Wolfgang Waldmüller, sprach sich für einen neuen Umgang mit der AfD aus. „Es gibt auch Punkte, an denen wir nicht weit auseinanderliegen – beim Thema ‚Wildwuchs Windkraft‘ zum Beispiel. Wir dürfen uns richtigen Ansätzen nicht verweigern, nur weil sie Unterstützung der AfD erfahren könnten. Die Menschen erwarten, dass wir Probleme lösen.“ Waldmüller betonte jedoch die „roten Linien“ zur AfD. „Dass die AfD weiter aus der EU raus will – das geht gar nicht“. Da sei „jede Abgrenzung nötig und berechtigt“. Spitzenkandidat Peters lehnt Zusammenarbeit weiter ab Anders äußerte sich Landeschef Daniel Peters, der auch Spitzenkandidat seiner Partei für die kommende Landtagswahl ist. „Ich bleibe mehr denn je dabei: Mit der Linkspartei und der AfD kann es keine Zusammenarbeit geben.“ In „wesentlichen Fragen“ gebe es „keinerlei Übereinstimmung“. In der AfD gebe es „etliche Mitglieder, von denen ich überzeugt bin, dass sie nicht zur freiheitlichen-demokratischen Grundordnung stehen.“ In dem Bundesland wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Die jüngste Umfrage von Infratest Dimap sieht die CDU bei acht Prozent. Vorne liegt die AfD mit 35 Prozent vor der SPD, die auf 32 Prozent kommt. Die Linkspartei kann mit elf Prozent rechnen, die Grünen mit fünf. Damit gäbe es eine rot-rot-grüne Mehrheit.

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8. September
Die Zeit (Politik)

CDU-Debatte um Friedrich Merz: CDU-Landesvize in Mecklenburg-Vorpommern fordert Ablösung von Merz

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hat der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, die Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gefordert. »Berlin trägt die Hauptverantwortung«, sagte Schomann im Norddeutschen Rundfunk mit Blick auf das schlechte Wahlergebnis der CDU. In Mecklenburg-Vorpommern wird zeitgleich mit Berlin am Sonntag kommender Woche gewählt. Nötig sei an der Spitze »eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt«, sagte Schomann und kritisierte mit Blick auf den Bundeskanzler: »Er hat gezeigt, dass er das nicht kann.« Merz sei nach seiner Einschätzung »ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen«. CDU in Umfragen bei acht bis zehn Prozent Es sei ein anderer Charakter an der Spitze der Bundesregierung nötig, sagte Schomann weiter. Er habe gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Schomann: »Da muss mehr Druck von der Basis kommen.« Mehrere CDU-Spitzenpolitiker hatten nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt eine Personaldebatte über Merz abgelehnt. Umfragen zufolge droht der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September ein historisch schlechtes Ergebnis. Meinungsforschungsinstitute sehen die Partei derzeit zwischen acht und zehn Prozent und damit so schwach wie noch nie in der Geschichte des Landes. Die AfD liegt demnach mit 35 Prozent vorn. Die CDU hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag eine große Niederlage erlitten und wird nicht weiter regieren. Stärkste Partei wurde mit Abstand die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD. Da diese die absolute Mehrheit der Sitze jedoch verfehlte, sucht sie derzeit nach Unterstützern. Eine Koalition haben alle anderen Parteien abgelehnt, das BSW zeigte sich zumindest gesprächsbereit für eine punktuelle Unterstützung.

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8. September
Handelsblatt

CDU zwischen den Wahlen: CDU-Vize im Nordosten: „Merz muss runter vom Sessel“

CDU zwischen den Wahlen: CDU-Vize im Nordosten: „Merz muss runter vom Sessel“ Schwerin. Nach dem CDU-Wahlfiasko in Sachsen-Anhalt fordert der stellvertretende Landesparteichef von Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage. Zuvor hatte der NDR berichtet. In Mecklenburg-Vorpommern steht in eineinhalb Wochen die nächste Landtagswahl an. „Die Pressekonferenz gestern war einfach nur grottig und nicht aufrichtig“, sagte Schomann. Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl, die die AfD am Sonntag mit 43,8 Prozent gewonnen hatte, war Merz am Montag gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) vor die Kameras getreten. Die CDU war auf 17,2 Prozent abgestürzt. Merz sei nicht empathisch, und es glaube ihm keiner mehr, erklärte Schomann, der auch Landrat im Landkreis Nordwestmecklenburg ist. Zudem warf er Merz handwerkliche Fehlgriffe vor, die eines Kanzlers nicht würdig seien. „Er kriegt das Land nicht in den Griff“, klagte Schomann. Wer soll dann Kanzler werden? Der Landrat sprach sich aber gegen eine Neuwahl aus und plädierte stattdessen für eine interne Regelung. Es gebe mehrere Charaktere innerhalb der Union, denen man ihre Empathie abnehmen würde und die auch durchsetzungsstark seien. Von der CDU nannte er Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, von der CSU den Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder, und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. CDU-Landeschef und Spitzenkandidat in MV, Daniel Peters, reagierte mit Unverständnis auf die Diskussion um Merz. „Die Koalition leidet vor allem an der SPD, die ständig Vereinbarungen hintertreibt“, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur. „Personaldebatten helfen uns nicht weiter. Sie sind kontraproduktiv.“ Brandmauer zur AfD? Auf die Frage, ob er eine Brandmauer zur AfD für sinnhaft halte und wie er zum Unvereinbarkeitsbeschluss seiner Partei zur Linken stehe, erklärte Schomann: „Meine Aufgabe ist es, unter den gegebenen Mehrheitsverhältnissen möglichst verlässliche Rahmenbedingungen für den Landkreis zu sichern.“ Man müsse um Inhalte streiten und nicht allein um Parteietiketten. Er spreche mit allen Fraktionen, „sofern sie sich im Rahmen der Verfassung bewegen“. Den Wählerinnen und Wählern der AfD müsse man zuhören, statt sie „pauschal zu diffamieren“. Umfragen zufolge droht der CDU bei der Landtagswahl am 20. September ein historisch schlechtes Ergebnis. Meinungsforschungsinstitute sehen die Partei derzeit zwischen acht und zehn Prozent und damit so schwach wie noch nie in der Geschichte des Landes. Die AfD liegt mit 35 Prozent vorn.

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8. September
FAZ (Politik)

Deutschland-Liveblog: CDU-Landrat fordert Merz’ Ablösung

Deutschland-Liveblog : CDU-Landrat fordert Merz’ Ablösung Lesezeit: Tino Schomann (CDU), Landrat in Nordwestmecklenburg am 3. Februar in Grevesmühlendpa Schomann: Anderer Charakter an der Spitze der Regierung nötig +++ BSW will für AfD-Landtagspräsidenten stimmen +++ Merkel über Wahl in Sachsen-Anhalt: „Mir blutet das Herz“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog CDU-Landrat in MV fordert Ablösung von Merz Der Landrat von Nordwestmecklenburg, Tino Schomann (CDU), hat Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeworfen, die Ängste der Menschen zu schüren und Versprechen zu brechen. „Wir brauchen eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt. Er hat gezeigt, dass er das nicht kann. Für die Position ist er in meinen Augen ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen“, sagte Schomann am Dienstag dem NDR. Demnach sei nun „ein anderer Charakter an der Spitze der Regierung nötig“. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur legte er noch einmal mit heftigeren Worten nach: „ Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf!“ Aus Sicht Schomanns, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender in MV ist, trägt Berlin die Hauptverantwortung für die Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt. Demnach hatte er gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Stattdessen sei die Pressekonferenz nach der Wahl „einfach nur grottig und nicht aufrichtig“ gewesen. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, so der Landrat. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September der Landtag neu gewählt, die CDU steht laut der jüngsten Umfrage bei nur noch acht Prozent. Muss die CDU sogar fürchten, aus dem Landtag zu fliegen? Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Aus Sicht Schomanns, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender in MV ist, trägt Berlin die Hauptverantwortung für die Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt. Demnach hatte er gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Stattdessen sei die Pressekonferenz nach der Wahl „einfach nur grottig und nicht aufrichtig“ gewesen. „Da muss mehr Druck von der Basis kommen“, so der Landrat. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September der Landtag neu gewählt, die CDU steht laut der jüngsten Umfrage bei nur noch acht Prozent. Muss die CDU sogar fürchten, aus dem Landtag zu fliegen? Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Berlin will IT-Sicherheit nach Hackerangriff stärken Nach dem folgenschweren Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung sieht der Regierende Bürgermeisters Kai Wegner dringenden Handlungsbedarf. Das Datennetz der Verwaltung müsse schnell besser vor Cyberattacken geschützt werden, sagte der CDU-Politiker. „Wir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern wir werden alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen“, so Wegner mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Ein Ziel müsse eine stärkere Zentralisierung im Bereich IT für die Berliner Verwaltung sein. „Wir leben in einer anderen Bedrohungslage als vielleicht noch vor drei, vier oder fünf Jahren.“ Cyberattacken gebe es inzwischen tagtäglich. Der Senat plane außerdem eine Art Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen. Nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer geht es um Beratung und Hilfe für Menschen, die befürchten, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Betroffen sein könnten etwa Personen und Unternehmen, die mit den betroffenen Senatsverwaltungen in Kontakt standen – etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und könne Wochen dauern. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Das Ziel sei, das so schnell wie möglich anzubieten. Warum der Hackerangriff die IT-Techniker der Berliner Verwaltung noch lange beschäftigen wird, können Sie hier nachlesen. „Wir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern wir werden alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen“, so Wegner mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Ein Ziel müsse eine stärkere Zentralisierung im Bereich IT für die Berliner Verwaltung sein. „Wir leben in einer anderen Bedrohungslage als vielleicht noch vor drei, vier oder fünf Jahren.“ Cyberattacken gebe es inzwischen tagtäglich. Der Senat plane außerdem eine Art Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen. Nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer geht es um Beratung und Hilfe für Menschen, die befürchten, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Betroffen sein könnten etwa Personen und Unternehmen, die mit den betroffenen Senatsverwaltungen in Kontakt standen – etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und könne Wochen dauern. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Das Ziel sei, das so schnell wie möglich anzubieten. Warum der Hackerangriff die IT-Techniker der Berliner Verwaltung noch lange beschäftigen wird, können Sie hier nachlesen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Grüne in Sachsen-Anhalt offen für überparteilichen Ministerpräsidenten Die Grünen in Sachsen-Anhalt haben sich offen gezeigt für den Vorschlag des BSW zu einem überparteilichen Ministerpräsidenten. Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz nannte dies am Dienstag in der „taz“ eine „sehr ungewöhnliche Idee“. „Aber an uns würde das nicht scheitern – wir sind gesprächsbereit“, fügte sie hinzu. Die Alternativen seien eine AfD-geführte Regierung oder eine Pattsituation, in der kein neuer Regierungschef gewählt werde. Ein unabhängiger Kandidat sei „der letzte Strohhalm, wenn wir sowohl eine faschistische Regierung als auch eine Blockade im Land verhindern wollen“. Das BSW will einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung aller Parteien und damit auch der AfD regiert. Das BSW will dafür in nächster Zeit Vorschläge vorlegen. Ein konkreter Name wurde bisher noch nicht genannt. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen BSW wird AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt wählen Das BSW wird einen AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt wählen. Das sagte der neu gewählte parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Landtagsfraktion, John Lucas Dittrich, in Magdeburg. „Die AfD wird unsere Stimmen für den Landtagspräsidenten erhalten.“  Damit hätte die AfD die nötige Mehrheit für das Spitzenamt. Es wäre bundesweit das erste Mal, dass die rechte Partei den Präsidenten eines Landesparlaments stellen würde.  BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sprach sich ebenfalls dafür aus, einen Kandidaten der AfD ins Amt zu wählen. „Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab“, sagte Wagenknecht dem „Stern“. „Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht.“ BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sprach sich ebenfalls dafür aus, einen Kandidaten der AfD ins Amt zu wählen. „Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab“, sagte Wagenknecht dem „Stern“. „Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen BSW-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt: „Für uns existiert keine Brandmauer“ Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat das BSW angekündigt, auch mit der AfD über eine Zusammenarbeit zu sprechen. „Für uns existiert keine Brandmauer. Wir werden mit allen Parteien sprechen“, sagte der neu gewählte Fraktionschef Thomas Schulze in Magdeburg. Er war gemeinsam mit Claudia Wittig Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf gewesen. Wittig ist künftig stellvertretende Fraktionschefin. Das BSW ist mit fünf Abgeordneten im Parlament vertreten. Gefragt, ob er eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ausschließe, antwortete Schulze ausweichend. „Die jetzige Regierungskoalition ist abgewählt worden. Das muss man auch so hinnehmen, und das ist eben auch, was wir Demokratie nennen“, sagte er. Das BSW werde Fehler wie in Thüringen nicht machen. „Wir werden uns nicht schnell, nur um irgendwelche Posten zu sichern, uns auf irgendwelche Seiten schlagen oder irgendwas ausschlagen.“ Die neue stellvertretende Fraktionschefin Wittig kündigte eine Politik orientiert an Sachthemen an. „Wir gehen nicht in Koalitionsverhandlungen, wir sprechen über Projekte.“ Eines der ersten Projekte werde die Frage nach den Energiepreisen sein, sie tangiere die Wirtschaft und Privathaushalte besonders. Das BSW hatte bei der Wahl am Sonntag den Sprung in den Landtag mit 5,3 Prozent der Stimmen knapp geschafft. Die Regierungsbildung könnte kompliziert werden, da die AfD als deutlich stärkste Kraft keine absolute Mehrheit und bislang auch keinen Regierungspartner hat. Mit dem demokratischen Ergebnis der Wahl müssten nun alle arbeiten, „ob es uns gefällt oder nicht“, sagte Wittig. „Da ist also weder Abgrenzerei angebracht noch der Ruf nach Neuwahlen, der ja jetzt auch schon verschiedentlich gekommen ist.“ Er war gemeinsam mit Claudia Wittig Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf gewesen. Wittig ist künftig stellvertretende Fraktionschefin. Das BSW ist mit fünf Abgeordneten im Parlament vertreten. Gefragt, ob er eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ausschließe, antwortete Schulze ausweichend. „Die jetzige Regierungskoalition ist abgewählt worden. Das muss man auch so hinnehmen, und das ist eben auch, was wir Demokratie nennen“, sagte er. Das BSW werde Fehler wie in Thüringen nicht machen. „Wir werden uns nicht schnell, nur um irgendwelche Posten zu sichern, uns auf irgendwelche Seiten schlagen oder irgendwas ausschlagen.“ Die neue stellvertretende Fraktionschefin Wittig kündigte eine Politik orientiert an Sachthemen an. „Wir gehen nicht in Koalitionsverhandlungen, wir sprechen über Projekte.“ Eines der ersten Projekte werde die Frage nach den Energiepreisen sein, sie tangiere die Wirtschaft und Privathaushalte besonders. Das BSW hatte bei der Wahl am Sonntag den Sprung in den Landtag mit 5,3 Prozent der Stimmen knapp geschafft. Die Regierungsbildung könnte kompliziert werden, da die AfD als deutlich stärkste Kraft keine absolute Mehrheit und bislang auch keinen Regierungspartner hat. Mit dem demokratischen Ergebnis der Wahl müssten nun alle arbeiten, „ob es uns gefällt oder nicht“, sagte Wittig. „Da ist also weder Abgrenzerei angebracht noch der Ruf nach Neuwahlen, der ja jetzt auch schon verschiedentlich gekommen ist.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mehr als 200 Milliarden Euro neue Schulden Mit der Beratung des Haushalts 2027 meldete sich der Bundestag am Dienstag zurück. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) lobte sich selbst zum Auftakt. Er nahm die verbesserten Wachstumsaussichten als Beleg, dass die Investitionen die Wirtschaft ankurbeln. Die Regierung beziffert die Investitionen im Kernhaushalt und in den Sondervermögen auf knapp 117,5 Milliarden Euro – bei einer Nettokreditaufnahme von 203,7 Milliarden Euro. Klingbeil sprach von seiner Pflicht, „den Haushalt in den Griff zu bekommen“. Zugleich lehnte er es ab, „dass unter dem Schlagwort der Reform ein systematischer Abbau unseres Sozialstaates betrieben wird“.  Wie die AfD in der Debatte im Bundestag die Koalition im Allgemeinen und Klingbeil im Besonderen attackierte, lesen Sie im Bericht meines Kollegen Manfred Schäfers: Wie die AfD in der Debatte im Bundestag die Koalition im Allgemeinen und Klingbeil im Besonderen attackierte, lesen Sie im Bericht meines Kollegen Manfred Schäfers: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Söder ist skeptisch gegenüber Wüsts Vorschlag zu AfD CSU-Chef Markus Söder sieht den Ruf nach einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD und möglichen Folgen überaus skeptisch. „Bei allem grundsätzlichen Verständnis, dass es einem lieber wäre, diese AfD wäre nicht da, ist die Realität, dass es verfassungsrechtlich kaum durchsetzbar ist“, sagte er mit Blick auf ein mögliches AfD-Verbotsverfahren nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Neben einem jahrelangen Verfahren bestehe die Gefahr, dass die AfD einen neuen Märtyrerstatus erhalte. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte sich zuvor für eine ergebnisoffene Überprüfung der AfD in einer Arbeitsgruppe ausgesprochen. Dies dürfe nicht automatisch zu einem Verbotsverfahren führen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die CSU werde sich Gesprächen in einer Bund-Länder-Gruppe zwar nicht grundsätzlich verschließen, „aber das ist ja nichts anderes als ein Ausdruck auch von Unsicherheit“, betonte Söder. „Man muss in einer Demokratie mit demokratischen Mitteln arbeiten und der demokratische Weg heißt, sich auf die nächsten Wahlen anders vorzubereiten als in Sachsen-Anhalt, klarere Argumente zu finden.“ Die CSU glaube nicht, dass ein Verbotsverfahren funktioniere. Die CSU sei gegen eine Kooperation mit der AfD, laut Söder verfange aber auch eine allgemeine Stigmatisierung durch eine Brandmauer nicht. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte sich zuvor für eine ergebnisoffene Überprüfung der AfD in einer Arbeitsgruppe ausgesprochen. Dies dürfe nicht automatisch zu einem Verbotsverfahren führen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die CSU werde sich Gesprächen in einer Bund-Länder-Gruppe zwar nicht grundsätzlich verschließen, „aber das ist ja nichts anderes als ein Ausdruck auch von Unsicherheit“, betonte Söder. „Man muss in einer Demokratie mit demokratischen Mitteln arbeiten und der demokratische Weg heißt, sich auf die nächsten Wahlen anders vorzubereiten als in Sachsen-Anhalt, klarere Argumente zu finden.“ Die CSU glaube nicht, dass ein Verbotsverfahren funktioniere. Die CSU sei gegen eine Kooperation mit der AfD, laut Söder verfange aber auch eine allgemeine Stigmatisierung durch eine Brandmauer nicht. „Sondern es braucht jetzt einfach eine klare inhaltliche Stellung, was die AfD bedeutet. Wir werden es in Sachsen-Anhalt sehen. Und wir werden ihre Konzepte auseinandernehmen.“Markus Söder Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen CDU-Kandidat Peters in Mecklenburg-Vorpommern greift SPD an Der CDU-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, greift die SPD im Bund scharf an. „Die Koalition hat sich auf Reformen geeinigt, die für die Zukunft Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind. Die SPD zieht diese Reformen jetzt auf breiter Front in Zweifel. Der Koalition fehlt damit die Geschäftsgrundlage“, sagte Peters am Dienstag. Er betonte, er wolle den Erfolg der Koalition. Die SPD müsse nun schnellstens intern klären, wie sie es mit der Koalition noch halte. Die MV-CDU steht Umfragen zufolge vor der Wahl am 20. September bei nur noch acht Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte zuletzt Zuwächse verzeichnet und steht mittlerweile bei 32 Prozent, die AfD bei 35. Erwartet wird, dass sowohl SPD wie auch AfD vom Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt profitieren könnten. Die MV-CDU steht Umfragen zufolge vor der Wahl am 20. September bei nur noch acht Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte zuletzt Zuwächse verzeichnet und steht mittlerweile bei 32 Prozent, die AfD bei 35. Erwartet wird, dass sowohl SPD wie auch AfD vom Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt profitieren könnten. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Frühere Kanzlerin Merkel: „Mir blutet das Herz“ Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich schockiert von den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt. „Das ist ein wirklicher Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben“, sagte sie bei der Digitalmesse Digital X in Köln. „Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz.“  Es gehe jetzt darum, „die Menschen abzuholen, wo sie sind“, also etwa in den sozialen Medien, sagte Merkel. Es gehe jetzt darum, „die Menschen abzuholen, wo sie sind“, also etwa in den sozialen Medien, sagte Merkel. „Es reicht nicht, das von mir sehr geschätzte öffentlich-rechtliche Fernsehen zu nutzen. “Angela Merkel Die Altkanzlerin will es nicht zulassen, dass Emotionen über Fakten stehen, dass etwa die Arbeitslosigkeit sinke, aber die Menschen dies nicht fühlten. Wenn sich die Mehrheit der Menschen nicht auf Fakten einigen könne, so Merkel, „gehen wir zivilisatorische Schritte zurück“. Merkel riet zu einer anderen Art der Kommunikation, um die Bevölkerung besser zu erreichen und Fortschritte besser zu erklären. „Die individuelle Ansprache der Bürger“ sei wohl wichtiger geworden als früher, sagte Merkel. Demokratische Parteien müssten jetzt stärker den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern suchen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Heike Schmoll Prien nennt PISA-Ergebnisse „dramatisch“ Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie als „dramatisch“ bezeichnet. Der Schwerpunkt der internationalen Vergleichsstudie der OECD, die an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, lag auf den Naturwissenschaften, getestet wurden aber auch Mathematik und Lesen und erstmals das „modellbasierte Problemlösen“ in der digitalen Welt. In Deutschland wurden rund 6700 Fünfzehnjährige an 250 Schulen getestet.  Der Anteil der deutschen Schüler, die nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwa verdoppelt, die Leistungsspitze wird immer schmaler. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit der Leistungen von der sozialen Herkunft nur in zwei Ländern stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Insgesamt schneiden die deutschen Schüler noch schlechter ab als bei der ersten Studie im Jahr 2000, die den PISA-Schock auslöste. „Für Deutschland ist beunruhigend, dass der Kompetenzrückgang im Trend nach unten geht und die soziale Schere weiter aufgeht und sich nicht schließt“, sagte Prien in Berlin. Der Anteil der deutschen Schüler, die nicht einmal die Mindestanforderungen erfüllen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwa verdoppelt, die Leistungsspitze wird immer schmaler. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit der Leistungen von der sozialen Herkunft nur in zwei Ländern stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Insgesamt schneiden die deutschen Schüler noch schlechter ab als bei der ersten Studie im Jahr 2000, die den PISA-Schock auslöste. „Für Deutschland ist beunruhigend, dass der Kompetenzrückgang im Trend nach unten geht und die soziale Schere weiter aufgeht und sich nicht schließt“, sagte Prien in Berlin. Derzeit funktioniere das Aufstiegsversprechen in unserem Land nicht, ergänzte die Ministerin und verwies darauf, dass es sich nicht um eine reine Schulleistungsvergleichsstudie handele, sondern um gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe. Dass auch die 15 Jahre alten Schüler aus ökonomisch gut situierten Familien nur hastig und oberflächlich lesen und dann falsche Antworten gäben, sei Anlass zur Sorge um die „Kritik- und Beurteilungskompetenz“, so Prien. Zu den Ursachen zählt sie das veränderte Erziehungsverhalten, die erhöhten Bildschirmzeiten und die Social-Media-Nutzung. Umso wichtiger sei eine frühe verbindliche Sprach- und Entwicklungsdiagnostik, gefolgt von einer konsequenten Förderung. „Sieben Länder haben sich auf den Weg gemacht, die anderen aber nicht“, sagte Prien. Zu den Ursachen zählt sie das veränderte Erziehungsverhalten, die erhöhten Bildschirmzeiten und die Social-Media-Nutzung. Umso wichtiger sei eine frühe verbindliche Sprach- und Entwicklungsdiagnostik, gefolgt von einer konsequenten Förderung. „Sieben Länder haben sich auf den Weg gemacht, die anderen aber nicht“, sagte Prien. Die derzeitige Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), kündigte angesichts der „inakzeptablen PISA-Ergebnisse“ in Berlin eine schnelle Reaktion der Länder an. Die Bildungsminister seien bereits dabei, eine „Roadmap“ mit sieben Handlungsfeldern zu erarbeiten, zu denen auch die datengestützte Unterrichtsentwicklung gehöre. Entscheidend sei jetzt, den eingeschlagenen Weg mit aller Kraft fortzuführen, die Wirkung der Maßnahmen genau in den Blick zu nehmen und erfolgreiche Ansätze in die Breite zu bringen. „Eine nachhaltige Trendumkehr braucht genau dieses konsequente Handeln und auch einen langen Atem, bis getroffene Maßnahmen ihre Wirkung in der Fläche erzielen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Wüst fordert Arbeitsgruppe für mögliches AfD-Verbotsverfahren Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), hat sich für einen ersten konkreten Schritt zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen. Das berichtet die „Welt“. Demnach forderte Wüst bei einer Veranstaltung in Berlin am Montagabend, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, „nicht mit dem politisch vorher festgelegten Ziel, ihr müsst jetzt ein Verbot prüfen, sondern diese Partei zu prüfen und die etwaigen Rechtsfolgen. Das kann ein Verbot sein, das kann auch etwas anderes sein.“ Mit dem Ergebnis einer Arbeitsgruppe in der Hinterhand könnte ein Ministerpräsident wie Wüst im Bundesrat ein Verfahren in Karlsruhe zur Abstimmung stellen. Wenn nach einer Prüfung klar sei, dass die AfD verboten werden könne, „dann ist dieses Verbotsverfahren anzustrengen“, so Wüst laut „Welt“. Interviewt wurde der CDU-Politiker von der Ökonomin Maja Göpel im Format „Missverstehen Sie mich richtig“. Mit dem Ergebnis einer Arbeitsgruppe in der Hinterhand könnte ein Ministerpräsident wie Wüst im Bundesrat ein Verfahren in Karlsruhe zur Abstimmung stellen. Wenn nach einer Prüfung klar sei, dass die AfD verboten werden könne, „dann ist dieses Verbotsverfahren anzustrengen“, so Wüst laut „Welt“. Interviewt wurde der CDU-Politiker von der Ökonomin Maja Göpel im Format „Missverstehen Sie mich richtig“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Hessens Ministerpräsident Rhein fordert Abkehr vom „Brandmauer“-Begriff Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt plädiert der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) für eine Abkehr vom „Brandmauer“-Begriff. Das Sprachbild sei „nicht christdemokratisch“, sagte Rhein dem Sender Welt TV. Viele AfD-Wähler seien lediglich verunsichert und hätten Abstiegsängste, die mit einem zu hohen Reformtempo sogar noch verstärkt würden. Daher müsse man möglicherweise sogar „das Tempo rausnehmen“ und sich zunächst auf die wirklich wichtigsten Reformelemente beschränken. In dem Gespräch nannte Rhein den AfD-Wahlsieg den „letzten Warnschuss“. Daher sei seine feste Überzeugung: „Mit allen reden, über alles reden, Brücken in die Mitte bauen, sie nicht hinter Brandmauern stoßen. Das ist doch der falscheste Weg, den man begehen kann.“ Die „Brandmauer“ sei für die CDU immer ein Sprachbild gewesen, um klarzumachen: „Wir koalieren nicht mit der AfD. Kein anständiger Christdemokrat will mit der AfD koalieren. Das geht gar nicht. Wegen Russland, wegen vielen anderen Fragen, wegen Europa. Wir haben gar keine Lust mit denen zu koalieren und es passt auch nicht.“ Es gelte aber, das Vertrauen der AfD-Wähler zurückzugewinnen, das leichtfertig verspielt worden sei. In dem Gespräch nannte Rhein den AfD-Wahlsieg den „letzten Warnschuss“. Daher sei seine feste Überzeugung: „Mit allen reden, über alles reden, Brücken in die Mitte bauen, sie nicht hinter Brandmauern stoßen. Das ist doch der falscheste Weg, den man begehen kann.“ Die „Brandmauer“ sei für die CDU immer ein Sprachbild gewesen, um klarzumachen: „Wir koalieren nicht mit der AfD. Kein anständiger Christdemokrat will mit der AfD koalieren. Das geht gar nicht. Wegen Russland, wegen vielen anderen Fragen, wegen Europa. Wir haben gar keine Lust mit denen zu koalieren und es passt auch nicht.“ Es gelte aber, das Vertrauen der AfD-Wähler zurückzugewinnen, das leichtfertig verspielt worden sei. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Demonstrant nach Wahl mit Druckluftwaffe verletzt – Staatsschutz ermittelt Nach einem Schuss aus einer Druckluftwaffe auf Teilnehmer einer Demonstration in Halle nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der polizeiliche Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Ein 25 Jahre alter Demonstrant wurde durch ein Geschoss leicht im Gesicht verletzt und vor Ort von Rettungskräften versorgt, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mindestens ein Schuss aus einer Druckluftwaffe sei von einem bislang Unbekannten aus einem angrenzenden Wohnhaus abgegeben worden. Die Polizei leitete demnach umgehend Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung ein, sicherte Spuren und überprüfte zwei nahe Mehrfamilienhäuser. Woher der Schuss kam, konnte zunächst allerdings nicht ermittelt werden. Bei dem angemeldeten Demonstrationszug waren nach Polizeiangaben etwa 850 Teilnehmende am Montagabend durch die Innenstadt von Halle gezogen. Das Motto des Aufzugs lautete „Auf die Straße – Demonstration zu den Landtagswahlen“. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die „Föderation klassenkämpferischer Organisationen“. Zu der Schussabgabe kam es dann während der Abschlusskundgebung auf dem August-Bebel-Platz.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Sepp Müller: Es wird keine CDU-Überläufer zur AfD geben Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, sieht keine Gefahr, dass CDU-Politiker der AfD in Sachsen-Anhalt zu einer Regierungsmehrheit verhelfen könnten. Dafür habe CDU-Landeschef Sven Schulze gesorgt. Auf die Frage, ob es Überläufer aus seiner Partei geben könnte, sagte Müller im Interview von RTL/ntv: „Ich gehe fest davon aus, dass er (Schulze) die Hand dafür ins Feuer legen kann, dass diese Frage, die Sie stellen, mit Nein beantwortet wird.“ Müller will neuer CDU-Landeschef in Sachsen-Anhalt werden. „Wir stehen hinter den Grundsatzbeschlüssen unserer Partei“, sagte er. Wenn es Überläufer geben sollte, „dann haben wir als CDU Deutschland ein ganz anderes Problem als in der geheimen Abstimmung jemanden gewählt zu haben.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen SPD-Landrat fordert Gespräche mit AfD Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fordert ein Landrat von der SPD Gespräche der übrigen Parteien mit dem Wahlsieger AfD. „Die AfD ist demokratisch gewählt und deutlich stärkste Kraft“, sagte Markus Bauer, Landrat im sachsen-anhaltischen Salzlandkreis, dem Nachrichtenportal „t-online“. „Sie darf jetzt nicht ignoriert und ausgeschlossen werden.“ Die AfD wird vom Landesverfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Sie war bei der Wahl am Sonntag mit 43,8 Prozent mit großem Abstand stärkste Kraft geworden, kann aber nicht allein regieren. Landrat Bauer sagte, das Votum der Wähler müsse geachtet werden. „Alle Parteien sollten jetzt miteinander reden und Koalitionsmöglichkeiten ausloten.“ Sie hätten die Verantwortung, eine Regierung zu bilden. Die übrigen Parteien im Landtag hatten eine Koalition mit der AfD vor der Wahl ausgeschlossen. „Nicht miteinander zu reden, ist für mich ein No-Go, im Politischen wie im Privaten. Wir vergrößern so den gesellschaftlichen Graben. Dann drohen uns amerikanische Verhältnisse“, warnte Bauer. „Wir sollten uns nicht über Brandmauern definieren, sondern über moralische rote Linien – über gemeinsame Werte und ein Bekenntnis zu unseren Grundrechten“, sagte der SPD-Politiker. In seinem Kreisrat werde in der Sache entschieden. „Anträge werden eingebracht, besprochen, werden dann angenommen oder abgelehnt – unabhängig davon, welche Partei sie einbringt. Menschenverachtendes und Rechtsverstöße haben keine Chance.“ Bauer ist Vizepräsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt und seit 2014 Landrat im Salzlandkreis. Bei der Landtagswahl am Sonntag bekam die AfD dort 49,7 Prozent, die SPD nur 7,5 Prozent. Landrat Bauer sagte, das Votum der Wähler müsse geachtet werden. „Alle Parteien sollten jetzt miteinander reden und Koalitionsmöglichkeiten ausloten.“ Sie hätten die Verantwortung, eine Regierung zu bilden. Die übrigen Parteien im Landtag hatten eine Koalition mit der AfD vor der Wahl ausgeschlossen. „Nicht miteinander zu reden, ist für mich ein No-Go, im Politischen wie im Privaten. Wir vergrößern so den gesellschaftlichen Graben. Dann drohen uns amerikanische Verhältnisse“, warnte Bauer. „Wir sollten uns nicht über Brandmauern definieren, sondern über moralische rote Linien – über gemeinsame Werte und ein Bekenntnis zu unseren Grundrechten“, sagte der SPD-Politiker. In seinem Kreisrat werde in der Sache entschieden. „Anträge werden eingebracht, besprochen, werden dann angenommen oder abgelehnt – unabhängig davon, welche Partei sie einbringt. Menschenverachtendes und Rechtsverstöße haben keine Chance.“ Bauer ist Vizepräsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt und seit 2014 Landrat im Salzlandkreis. Bei der Landtagswahl am Sonntag bekam die AfD dort 49,7 Prozent, die SPD nur 7,5 Prozent. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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8. September
Neues Deutschland

Sachsen-Anhalt | Merz’ Extremistensuppe

- Kommentare - Sachsen-Anhalt Merz’ Extremistensuppe Der Kanzler zeigt sich nach der Sachsen-Anhalt-Wahl schockiert, hat aber den Kern des politischen Dammbruchs nicht verstanden. Ein Kommentar. Friedrich Merz hat sich nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schockiert gezeigt. Die Erschütterung über den AfD-Triumph und die historische CDU-Pleite darf man ihm abnehmen. Aber offenbar sitzt der Schock doch nicht so tief, dass er darüber seine Beißreflexe vergessen hätte. Jedenfalls resümierte er das Wahlergebnis tags darauf so: »Wenn fast 60 Prozent bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien wählen, die die demokratischen Institutionen und Spielregeln grundlegend infrage stellen, dann ist das ein Wahlergebnis, mit dem man nicht zur Tagesordnung übergehen kann.« 60 Prozent – auf diese Zahl kommt man, wenn man die Wahlergebnisse von AfD, BSW und Linke in einen Topf wirft und einmal umrührt. Fertig ist die Extremistensuppe. Allerdings wüsste man schon ganz gern, wo, wann und wie Die Linke und auch das BSW »demokratische Institutionen und Spielregeln grundlegend infrage stellen«. Die Wagenknecht-Truppe immerhin kokettiert offen mit einer Partei, der man das wirklich vorwerfen muss. Aber Die Linke? Die agiert zuweilen eher staatstragend als umstürzlerisch; Merz sollte nicht vergessen haben, wie ausgerechnet die Linksfraktion dafür sorgte, dass es zügig einen zweiten Wahlgang bei der Kanzlerwahl im Bundestag geben konnte, nachdem der CDU-Kandidat im ersten Anlauf nicht genügend Stimmen bekommen hatte. Ob das richtig oder falsch war, darüber mag man streiten. Aber ein Angriff auf die Demokratie war es nun wirklich nicht, im Gegenteil. Allerdings sollte sich Die Linke durch solch unsinnige Attacken wie die von Merz nicht in eine Sektiererecke drängen lassen. Es gibt ja Leute, die meinen, dass »unsere Demokratie« nur eine Floskel bürgerlicher Politiker ist und richtige Linke sich da nicht einbinden lassen dürften. Wer aber politisch bis drei zählen kann, sollte zu unterscheiden wissen zwischen Auseinandersetzungen unter prinzipiell demokratischen Parteien und dem Kampf gegen Feinde der Demokratie. Parteien müssen einander nicht lieben, sie sollen hart streiten – aber auch den Unterschied kennen zwischen denen, die sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen, und jenen, die auf Menschen- und Grundrechte pfeifen. Demokratie ist eben keine bürgerliche Folklore, sondern ein Fundament unserer Gesellschaft, das sicherlich ausgebaut werden kann, aber unbedingt verteidigt werden muss. Wenn Merz im Stile eines Kalten Kriegers von vorvorgestern Die Linke und das BSW neben der AfD als Demokratiefeinde abstempelt, dann verharmlost er die Rechtsaußen-Partei. Und er beweist, dass er noch nicht ganz verstanden hat, welcher Dammbruch sich am Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt ereignete und welche Vorarbeit seine eigene Partei dafür geleistet hat. Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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8. September
Der Spiegel (Politik)

News: Friedrich Merz, Wladimir-Putin-Unterstützer in Deutschland, Pisa-Studie

Die Lage am Morgen Ist die »letzte Patrone der Demokratie« schon verschossen? Heute geht es um die schwindende Autorität des Bundeskanzlers, um den Wahlsieger Wladimir Putin und um einen möglichen neuen Pisa-Schock. Ein angezählter Kanzler Seine Partei hatte gerade eine Landtagswahl verloren, in einem Bundesland, in dem sie über Jahrzehnte regiert hatte. Doch Friedrich Merz sah nach der Niederlage der CDU in Baden-Württemberg im März keinen Grund, an seiner Strategie grundlegend etwas zu ändern (mehr hier ). Man müsse nun den Reformkurs der Bundesregierung fortsetzen, sagte der Bundeskanzler. Womöglich müsse er seine Politik besser erklären, schob er einige Wochen später noch nach. Kanzler Merz: »Offenkundig der falsche Mann« Foto: Christof Stache / AFPNach dem Absturz der CDU bei der Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag klingt das anders. Merz räumte die »schwerste Wahlniederlage« der CDU seit Jahrzehnten ein. Er sagte auch, man könne nun »nicht zur Tagesordnung« übergehen (mehr dazu hier). Doch was tatsächlich daraus folgt, ist unklar. Merz begegne der Krise mit »einer Mischung aus dosierter Selbstkritik und demonstrativer Entschlossenheit«, analysiert mein Kollege Philipp Wittrock. Dabei aber wirken der Kanzler und seine Koalition zunehmend ratlos (mehr dazu hier ). Merz war als CDU-Chef einst mit dem Versprechen angetreten, die AfD zu halbieren. Nun ist die Weidel-Chrupalla-Siegmund-Truppe in Sachsen-Anhalt bei fast 44 Prozent gelandet und auch im Bund in Umfragen die stärkste Kraft (mehr dazu hier ). Kaum jemand glaubt, dass Merz der Mann ist, der diesen Trend umkehren kann. Dafür hat er in den vergangenen Monaten zu viele inhaltliche wie kommunikative Fehler gemacht. »Merz ist offenkundig der falsche Mann in diesem Amt in diesen Zeiten«, schrieb SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit in seinem Leitartikel unmittelbar nach der Wahl in Sachsen-Anhalt (lesen Sie den Leitartikel hier ). CSU-Chef Markus Söder beschrieb die Koalition im Bund aus Union und SPD nach der letzten Bundestagswahl als »die letzte Patrone der Demokratie«. Man kann seit Sonntag nur noch hoffen, dass er nicht Recht behält. - Mehr Hintergründe hier: Kann sich Merz noch halten? In der CDU bezweifelt das manch einer Wahlsieger Putin Vergangenen Dienstag trat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gemeinsam mit Außenamtschef Johann Wadephul vor die Kameras und sagte einen außergewöhnlichen Satz: Deutschland sei »tägliches Ziel hybrider Kriegsführung« durch Russland. Es war das erste Mal, dass die Bundesregierung Wladimir Putins Russland so klar als Feind benannte. Als Reaktionen auf den Drohnenvorfall am Flughafen in Leipzig ließ sie das russische Generalkonsulat in Düsseldorf und das Russische Haus in Berlin schließen (lesen Sie die SPIEGEL-Titelgeschichte dazu hier ). Kremlchef Putin: Als Feind benannt Foto: Alexey Druzhinin/ Sputnik/ AFPUmso bemerkenswerter ist es, dass wenige Tage später, bei der Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag, Freunde eben dieses Feindes gemeinsam eine absolute Mehrheit im Parlament holten: die AfD mit knapp 44 Prozent und das BSW mit 5,3 Prozent. Beide Parteien haben sich immer wieder mehr oder weniger unverhohlen mit dem Kreml gemein gemacht. Nun dürften sie noch mehr Einfluss auf die deutsche Politik nehmen (mehr dazu hier ). Zwar ist Außenpolitik Bundessache. Sollte jedoch mit der AfD in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine rechtsextreme Partei in einem deutschen Bundesland regieren, dürfte sich das auch auf das Verhältnis Deutschland zum Ausland auswirken (mehr dazu hier ). Wahrscheinlich ist etwa, dass sich die AfD für einen Stopp von Militärhilfen an die Ukraine einsetzt. Auch, dass sie sensible Informationen nach Moskau weiterreicht, halten Expertinnen und Experten für denkbar. Einer der Sieger der Sachsen-Anhalt-Wahl ist deshalb Wladimir Putin. - Mehr Hintergründe hier: Ein Sieg für Putin Folgt der nächste Pisa-Schock? Als die OECD vor einem Vierteljahrhundert zum ersten Mal die Bildungsstudie Pisa vorstellte, löste das in Deutschland einen Schock aus. Deutsche 15-Jährige hinkten beim Lesen, Rechnen und in Naturwissenschaften Gleichaltrigen aus Ländern wie Finnland oder Kanada zum Teil deutlich hinterher. Die Studie belegte zudem, dass in der Bundesrepublik wie in wenig anderen Ländern der schulische Erfolg von der Herkunft abhängt (mehr dazu hier). Klassenzimmer in Deutschland: Schulischer Erfolg hängt von Herkunft ab Foto: JOHN MACDOUGALL / AFPDie Bundesregierung schob daraufhin eine Reihe von Reformen an, woraufhin sich die Ergebnisse zwischenzeitlich tatsächlich verbesserten. Zuletzt aber ließen die Leistungen wieder nach. Um Bildungsgerechtigkeit ist es in Deutschland schlechter bestellt denn je. Deshalb rechnen viele Expertinnen und Experten mit einem erneuten Pisa-Schock, wenn an diesem Dienstag die Ergebnisse vorgestellt werden. Für Deutschland ist es auch deshalb bitter, weil vielfach belegt ist, wie sehr sich das Bildungsniveau auf die Demokratiefestigkeit einer Gesellschaft auswirkt (mehr dazu hier ). In einer Zeit, da Extremisten bei Wahlen Rekordergebnisse einfahren, wäre es umso wichtiger, in Schulen und Kindergärten zu investieren. Die deutsche Politik tut aber gerade das Gegenteil. - Mehr Hintergründe hier: Schon in der ersten Klasse steht oft fest, wer Abitur macht Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel - Die Politik könnte etwas gegen die Bildungskatastrophe tun. Wenn sie nur wollte: Um Bildungsgerechtigkeit ist es in Deutschland so schlecht bestellt wie nie zuvor. Kein Wunder. Kindern aus armen Familien fehlt jede Lobby. Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. Gewinner des Tages… Kanadischer Premier Carney: Standhaft geblieben Foto: Jessica Lee / EPA…ist Kanadas Regierungschef Mark Carney, der im Zollstreit mit der US-Regierung nach wie vor nicht gewillt ist, nachzugeben. Nachdem Handelsgespräche zwischen den beiden Staaten gescheitert waren, hatte US-Präsident Donald Trump hohe Strafzölle gegen Kanada verhängt – wohl in der Erwartung, den Nachbarn erpressen zu können. Carney jedoch blieb standhaft und brachte Gegenmaßnahmen auf den Weg, die an diesem Dienstag in Kraft treten sollen. - Mehr zum Thema: Könnte Kanada der EU beitreten? Die jüngsten Meldungen aus der Nacht - Russland beschießt Kyjiw nach dreitägiger Pause wieder: Solange Donald Trumps Schwiegersohn mit Entourage in der ukrainischen Hauptstadt weilte, verzichtete Russland auf Attacken. Nun aber sind die US-Reisenden weg – und der Kreml schickt neue Drohnen los. - Ex-Bürgermeister Giuliani fordert Bürgermeister Mamdani auf, 9/11-Gedenkfeier fernzubleiben: Die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York jähren sich zum 25. Mal. Am Freitag gedenkt die Stadt den Opfern – erstmals wird auch ein muslimischer Bürgermeister teilnehmen. Präsident Trump kommt hingegen nicht. - Ecuadors Polizei stellt zwei Tonnen Kokain sicher: Der Drogenschmuggel durch Ecuador hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Ermittler haben jetzt zwei Tonnen Kokain in einem Obstcontainer entdeckt. Die Ware sollte in ein europäisches Land verschifft werden. Heute bei SPIEGEL Extra: Bandscheibenvorfall? Wie sich der Körper selbst heilen kann und welche Übungen dabei helfen Jenny Bewer / DER SPIEGEL Eine Studie zeigt, dass Operationen an der Lendenwirbelsäule oft nicht notwendig sind. Bewegung kann den Schmerz erstaunlich gut bekämpfen. Wie das geht, zeigen wir hier in Videos . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Maximilian Popp, stellvertretender Ressortleiter Ausland

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7. September
Deutschlandfunk

Sieg der AfD - Kanzler Merz nach Wahl in Sachsen-Anhalt: "Können nicht zur Tagesordnung übergehen"

Zudem sieht Merz Auswirkungen auf die internationale Lage. Er betonte, wenn fast 60 Prozent bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien wählten, die die demokratischen Spielregeln grundlegend infrage stellten, sei das ein Wahlergebnis, mit dem man nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Wörtlich fügte Merz hinzu: "Das macht etwas mit uns, auch mit mir persönlich." Die CDU musste eine Halbierung ihres Wahlergebnisses hinnehmen. Die AfD erreichte fast die absolute Mehrheit. Bas kritisiert Merz indirekt Die SPD-Vorsitzende Bas kündigte nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen für die Bundespolitik an und kritisierte Bundeskanzler Merz - ohne ihn beim Namen zu nennen - für eine arbeitnehmerfeindliche Rhetorik, die schädlich sei. Die Bundesvorsitzende der Linken, Schwerdtner, sagte in Berlin, der soziale Kahlschlag der Bundesregierung müsse gestoppt werden. Die SPD sei Teil des Problems. Der FDP-Vorsitzende Kubicki erklärte, die Wahlniederlage seiner Partei werde die FDP nicht von ihrem Weg abhalten, wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu werden. Die FDP hat den Wiedereinzug in den Landtag in Magdeburg klar verpasst. Weitere Meldungen und Grafiken zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt finden Sie in unserem Newsblog. Der Politikpodcast: Sachsen-Anhalt hat gewählt – und jetzt? Briefing: Sachsen-Anhalt - Blauer Erfolg stürzt CDU in die Krise Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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7. September
FAZ (Politik)

Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl: Beben und Befindlichkeiten

Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl : Beben und Befindlichkeiten Merz schafft es vorerst, seine Position abzusichern. Das muss er auch, um die Koalition zusammenzuhalten und auf Reformkurs bleiben zu können. „Wir sind alle zutiefst schockiert“, sagt Friedrich Merz und macht gleich deutlich, dass er gar nicht erst versucht, irgendetwas an der Wahlniederlage seiner Partei in Sachsen-Anhalt zu beschönigen. „Mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland“, sagt der CDU-Vorsitzende am Montag nach den Gremiensitzungen seiner Partei vor der Presse. „Das macht etwas mit uns, auch mit mir persönlich.“ Am Sonntag ist für die CDU alles viel schlimmer gekommen als ohnehin befürchtet. Die AfD mehr als verdoppelt auf 43,8 Prozent, die CDU mehr als halbiert auf 17,2. Das sei die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahrzehnten eingefahren habe, sagt Merz. Und der neben ihm stehende Wahlverlierer und Noch-Ministerpräsident Sven Schulze unterstreicht mit einem Satz noch einmal, wie dramatisch das Ergebnis für das Selbstverständnis der Partei ist: „Wir haben keinen Regierungsauftrag mehr“, sagt er. So bleibt der CDU mit dem schlechten Ergebnis und dem Einzug des BSW zumindest eines vorerst erspart: eine Debatte über den Unvereinbarkeitsbeschluss mit AfD und Linkspartei. Stattdessen muss Merz als Erstes seine eigene Position nach der Wahlniederlage sichern. Und dann als Zweites die Koalition zusammen- und auf Reformkurs halten. Auch da beschönigt Merz nichts. „Wir müssen reden“, sagt er mit Blick auf den Koalitionspartner. „Wir haben auch nicht mehr viel Zeit.“ Merz telefoniert mit den Ministerpräsidenten Um das erste Ziel zu erreichen, hat Merz schon am Sonntagabend einige von denjenigen angerufen, die entscheidende Machtfaktoren für ihn sind: die Ministerpräsidenten der Union. Der Bundeskanzler weiß, bevor er an die Koalition denkt oder gar die Lage in Magdeburg, muss er das christdemokratische Fundament unter seinen Füßen einigermaßen stabil halten, will er sein Amt behalten. Also telefoniert er. Berichtet wird von Gesprächen am Sonntagabend etwa mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Dessen Name wird in Berlin immer wieder genannt, wenn darüber gesprochen wird, wer Merz folgen könnte, sollte dieser sich nicht halten können. Auch mit Gordon Schnieder telefoniert Merz am Wahlabend, dem Mann, der als bislang Letzter für die CDU einen Wahlsieg errungen hat und rheinland-pfälzischer Ministerpräsident ist. Das Verhältnis zu Merz ist getrübt, seit der Schnieders Bruder Patrick auf holprige Art und Weise aus dem Amt des Bundesverkehrsministers geworfen hat. Es war ein Tiefpunkt der Kabinettsumbildung im Sommer. Und für viele ein Grund zum Kopfschütteln über den eigenen Vorsitzenden und Kanzler, nicht nur in Rheinland-Pfalz. Mit Boris Rhein spricht der CDU-Vorsitzende ebenfalls am Sonntagabend, so wird in Berlin erzählt. Rhein kann wie Schnieder einen souveränen Wahlsieg vorweisen. In Hessen schnitt er 2023 mit der CDU so gut ab, dass er die freie Wahl zwischen einem sozialdemokratischen und einem grünen Koalitionspartner hatte. Alles also erfolgreiche Christdemokraten, die sich sorgen müssen um die Lage der Gesamtpartei unter der Führung von Merz. Die Rede ist von einem konstruktiven Austausch Zu hören ist am Montag, keiner der Gesprächspartner des Kanzlers habe Zweifel an seiner Loyalität aufkommen lassen. Es habe sich durchweg um einen konstruktiven Austausch gehandelt. Allen sei der Ernst der Lage bewusst. Am Montagmorgen, kurz vor dem Beginn der Präsidiumssitzung der CDU, bittet Merz noch mal die angereisten Ministerpräsidenten zu sich. Wieder soll das Gespräch gut verlaufen sein. Merz habe den richtigen Ton getroffen. In der Präsidiumssitzung, so ist anschließend zu hören, soll niemand offen gegen Merz argumentiert haben. Personalfragen, so wird berichtet, wurden in den Gremien nicht diskutiert. Eine deutliche Ansage, dass die AfD der Wahlsieger in Sachsen-Anhalt sei und nun eine Regierung bilden müsse, unterbleibt dem Vernehmen nach jedoch. Das ärgert diejenigen, die so eine klare Darstellung verlangen. Besonders deutlich tat das schon vor der Wahl der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Sepp Müller. Dafür wird er in der Pressekonferenz von Merz – zwar ohne Namensnennung, aber unzweifelhaft – ungewöhnlich hart gerügt. Merz spricht davon, dass ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender dem Spitzenkandidaten Sven Schulze kurz vor der Wahl in den Rücken gefallen sei. Das steht in krassem Gegensatz dazu, dass der neue Vorsitzende der Fraktion, der Merz-Vertraute Thorsten Frei, wie kaum ein anderer öffentlich für den Kanzler, die Koalition und deren Reformkurs in die Bresche springt in diesen Tagen. Als am Montagmorgen fast alle Gremienmitglieder auf dem Weg ins Konrad-Adenauer-Haus an den Mikrofonen vorbeigehen oder sich gleich mit dem Auto in die Tiefgarage fahren lassen, ist Frei einer der wenigen, die kurz stehen bleiben. Die Reformpolitik werde fortgesetzt, sagt er, man dürfe nun keine falschen Schlüsse aus der Wahl in Sachsen-Anhalt ziehen. Söder will die AfD in Magdeburg regieren lassen Der CSU-Vorsitzende kommt selbstverständlich nicht ins Konrad-Adenauer-Haus. Aber Merz hat mit Markus Söder ebenfalls am Sonntag telefoniert. Am Montag ist der bayerische Ministerpräsident beim Jahrmarkt Gillamoos, ebenso wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Der sagt gleich zu Beginn, die Erwartungshaltung sei groß, was er und Markus Söder zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt sagen würden. Was dann kommt, unterscheidet sich freilich nicht merklich von dem, was Dobrindt vor dem „politischen Beben“ zu sagen pflegte. Natürlich brauche das Land Reformen, es gehe darum, „dass Leistung sich wieder lohnt“, „dass Leistungsverweigerung Konsequenzen hat“. Derlei. Er erwähnt weder Merz noch die CDU, auch lässt er nicht erkennen, ob im Umgang mit der AfD ein neuer strategischer Ansatz zu verfolgen sei. Söder beschäftigt sich dann mehr mit dem Wahlsieger von Magdeburg. Er ruft: „Eins verspreche ich euch, ich werde Bayern nicht der AfD überlassen.“ In Bezug auf Sachsen-Anhalt scheint er nun aber in Richtung Entzauberung durch Regierenlassen zu tendieren. „Warten wir ab, was sie draus machen.“ Sein Rat an die CDU: „Jetzt nicht auf Biegen und Brechen versuchen, mit allen Tricks und Möglichkeiten irgendwie noch eine halbe Stimme Mehrheit zu organisieren.“ Die AfD solle zeigen, „ob sie regieren können“. Er habe da zwar Zweifel – „aber Demokratie muss man ernst nehmen“. Immer nur „Brandmauer“ sagen, helfe nicht, ebenso wenig, sich der AfD „an den Hals zu werfen“. „Kooperation ist falsch. Lasst sie uns inhaltlich stellen.“ Auch Söder erwähnt Merz nicht, nur einmal indirekt, als er sagt, manche hätten auf dem Gillamoos „schon ganze Pulte vollgeschwitzt“. Ansonsten belässt er es vorläufig bei dem Satz: „Berlin muss einen deutlichen Zacken zulegen.“ Die Union muss sich Sorgen um die SPD machen Das führt direkt zum zweiten Ziel von Merz in diesen Stunden und Tagen: Koalition zusammen- und auf Kurs halten. Wochenlang hatte man aus der Union unruhig auf die SPD und die Wahl in Sachsen-Anhalt geblickt. Würde die Führung des Koalitionspartners eine Blamage überstehen, und könnte man die Reformen gemeinsam weiter vorantreiben? Nun blieb in Magdeburg die Blamage aus und die SPD auf niedrigem Niveau stabil. Trotzdem muss die Union sich offenbar Sorgen machen um den gemeinsamen Reformkurs. Die SPD lässt schnell Zweifel daran aufkommen, wie gewillt sie noch ist, an dem vereinbarten Kurs festzuhalten. Es ist ausgerechnet der SPD-Chef selbst, der schon kurz nach Schließung der Wahllokale sagt, dass die Wähler in Sachsen-Anhalt ein Signal nach Berlin gesendet hätten und nun in der Bundesregierung über die eigene Politik, aber auch die Reformen gesprochen werden müsse. Andere prominente Sozialdemokraten sekundieren, etwa Generalsekretär Tim Klüssendorf und Alexander Schweitzer, der im Frühjahr die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz verloren hat. Aus dieser Kritik am ungeliebten Reformkurs spricht auch ein erstaunliches Selbstbewusstsein, das die Bundes-SPD aus den 9,3 Prozent zieht, das der Landesverband Sachsen-Anhalt erzielte. Eigentlich ein Ergebnis, das keinen Anlass für Luftsprünge gibt, aber die SPD ist Schlimmeres gewohnt. Wie wollen die Koalitionspartner zusammenkommen? Tatsächlich zeigen die Nachwahlbefragungen, dass der Reformkurs bei den Wählern in Sachsen-Anhalt unpopulär ist. 88 Prozent der von der Forschungsgruppe Wahlen Befragten gaben an, dass die AfD nicht so stark wäre, wenn die Bundesregierung eine bessere Politik machen würde. Bei den SPD-Anhängern sagten das sogar 92 Prozent. Noch nicht einmal jeder Dritte von Infratest dimap Befragte gab an, dass die Bundesregierung die Sozialreformen bei Rente und Gesundheit auch gegen Widerstände durchsetzen sollte. Die Wahrnehmung der Ursache dieses Unmuts könnte zwischen CDU/CSU und SPD wohl kaum weiter auseinandergehen: Bei der Union glaubt man, es seien schon zu viele Schulden gemacht worden, die Wähler verlangten Konsolidierung. Und bei der SPD befürchtet man stattdessen den Kahlschlag. Wie will man da zusammenkommen? Konkret muss diese Frage nun bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren geklärt werden, die die Koalition eigentlich abschaffen wollte. Dagegen sind etliche Ministerpräsidenten zu Felde gezogen, sowohl von der SPD als auch von der CDU. Schulze ist einer davon. Klingbeils Äußerung am Wahlabend klang so, als wolle der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler nun an der Vereinbarung der Regierung rütteln. Fragt man im Umfeld der SPD-Minister nach, klingt das am Tag danach schon etwas zurückhaltender. Die gemischten Signale der SPD Es sind gemischte Signale, die die SPD gerade sendet. Denn es wird auch verwiesen auf den Bericht der Rentenkommission, der etliche Übergangs- und Härtefallregeln vorsehe. Bärbel Bas, SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin, wird im Oktober ihren Rentengesetzentwurf vorlegen. Man dürfe die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen, sagt Bas am Montag. Erst im Oktober wird wieder der Koalitionsausschuss zusammenkommen. Derzeit sieht zumindest die SPD vorab keinen Redebedarf mit der Union. Überhaupt dürften sich manche Diskussionen nun vertagen, bis die zwei noch anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen durch sind. Spannend wird zu beobachten sein, welche Effekte die Wahl in Magdeburg auf diejenige in Schwerin haben wird. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat noch Chancen, die AfD einzuholen. Sie ist bislang erfolgreich gewesen mit ihrer Kritik an der Bundesregierung und vor allem den Reform-, gerade den Rentenplänen. Merz: Wir werden weitermachen In der Union gibt es schon länger Zweifel, ob die vereinbarten Reformen gemeinsam und konsequent mit der SPD umgesetzt werden können. Enttäuschung über die vereinbarte Steuerreform gab es ebenso wie über den anstehenden Haushalt für 2027. Die Debatte darüber beginnt am Mittwoch im Bundestag, auch der Kanzler wird eine Rede halten. Am Montag sagt Merz, man werde die vereinbarte Arbeit in der Koalition fortsetzen. „Besser als bisher, aber in der Substanz nicht anders.“ Merz sagt, er stelle sich natürlich die Frage, wie es so weit kommen konnte. Was die Gründe dafür seien, „dass wir den Rechtspopulismus und den in weiten Teilen rechtsextremen Rechtspopulismus so weit haben kommen lassen“. Er suche die Gründe „natürlich auch bei uns, ich suche sie bei mir“. Er sagt: „Was ist da sozusagen an Enttäuschungen vorhanden, die zu einem solchen Wählerverhalten geführt haben?“ Und: „Was ist da an Angst vorhanden in der Bevölkerung, die wir möglicherweise auch unterschätzt haben?“ Über all das denke er seit geraumer Zeit nach. Er sei mit seinen Überlegungen noch nicht am Ende. „Und der gestrige Tag gibt nun allemal Veranlassung dazu, das noch intensiver zu bedenken.“

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7. September
taz (Öko & Co)

CDU nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Er kann nicht anders

CDU nach der Wahl in Sachsen-Anhalt : Er kann nicht anders Nach dem desaströsen CDU-Wahlergebnis will der Kanzler an seiner Kommunikation arbeiten. An seinen Grundüberzeugungen ändert sich aber nichts – und das ist ein Problem. D er Kanzler im Nesselhemd, das erlebt man selten. Friedrich Merz unterließ am Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt immerhin jeden Versuch, die Lage schönzureden – „Schwerste Wahlniederlage seit Jahrzehnten“ – und übte Selbstkritik: „Ich werde versuchen, das besser zu machen.“ Damit übernahm Merz zu Recht die Verantwortung für ein Wahlergebnis, das die CDU an den Abgrund und die Rechtsextremen wohl an die Macht bringt. Dass er daraus die richtigen Konsequenzen zieht, ist indes nicht zu erwarten. Der Kanzler, der es zuverlässig schafft, den falschen Ton zu treffen, will an seiner Kommunikation arbeiten. Er wolle die Menschen in ihrer Emotionalität besser erreichen, ihre berechtigten Sorgen adressieren. Bei diesen Worten wird einem doch sofort warm ums Herz. Entscheidend ist aber, dass Merz betont, er stehe zu seinen Grundüberzeugungen. Und die sind und bleiben nun mal neoliberal. Für ihn als Autor des Büchleins „Mehr Kapitalismus wagen“ ist der Sozialstaat viel zu fett. Und in der Bevölkerung herrsche seiner Vorstellung nach eine „unfinanzierbare Bequemlichkeit und Versorgungsmentalität“. Diesen fast 20 Jahre alten Gewissheiten folgt auch die Reformpolitik des heutigen Kanzlers: Für Unternehmen gibt's Steuersenkungen und weniger Bürokratie, für Arbeitnehmer:innen Kürzungen bei Gesundheit und Pflege sowie neue Vorschriften. Und zwar mit freundlicher Genehmigung der SPD. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Die Reformen werden, das ist absehbar, zu neuer Ungleichheit in der Gesellschaft führen und die Rechtsradikalen werden aus diesem Nektar Hass saugen. Die Autor:innen der Leipziger Autoritarismusstudie sehen soziale Ungleichheit als Stressfaktor für die Demokratie. Eine Regierung, die die Rechtsextremen schrumpfen will, sollte mehr für gleiche Lebensbedingungen tun. Für Kapitalismusfan Merz hingegen ist Ungleichheit notwendig und ein Grund, sich mehr anzustrengen. Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er so tickt, er hat es übrigens – anders als die AfD – nie hinter wohlfeilen Worten verborgen. Und die Wähler:innen haben die Union mit Merz als Spitzenkandidat nun mal bei der Bundestagswahl 2025 zur stärksten Partei gewählt. So wie sie die AfD am Sonntag in Sachsen-Anhalt zur mit Abstand stärksten Kraft machten. Die ist beim Thema Wirtschaft der Merz-CDU übrigens auffallend nahe: Sie will Steuern für Topverdienende und für Unternehmen senken, Leistungen für Grundsicherungsempfänger:innen kürzen und die Erbschaft- und Vermögensteuer abschaffen. 44 Prozent der Wähler:innen haben dafür votiert. Auch um Merz einen Denkzettel zu verpassen. Kann man machen. Aber dann soll auch niemand heulen, er hätte doch was anderes erwartet. Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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7. September
ZDF heute

Der Kanzler verspricht jetzt Emotionen

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt:Der Kanzler verspricht jetzt Emotionen von Mathis Feldhoff Es sei ein Ergebnis, das schockiere, Folgen haben werde und demokratische Spielregeln infrage stelle - dramatischer könnten Merz' Worte nach der Wahl in Sachsen-Anhalt kaum sein. Es ist ein konzentrierter Kanzler, der sich am Mittag nach der katastrophalen Wahl in Sachsen-Anhalt den Fragen von Journalisten stellt, stellen muss. Das ist nun wahrlich kein Wohlfühltermin für Friedrich Merz (CDU). Nahezu jede zweite Frage ist mit dem Grundsound verbunden: Wann treten Sie zurück, Herr Merz? Eine Frage, die ihn sonst oft anfasst. Doch von Rücktritt oder Kursänderung will der Kanzler heute nichts hören. Fast zum Ende der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus sagt er: Aufgeben ist für mich keine Option. Friedrich Merz, Bundeskanzler Zuvor verteidigt er fast 40 Minuten seinen Kurs, die Reformen müssten weitergehen, aber es müsse auch Korrekturen vor allem in der Kommunikation geben. "Es gibt in der CDU keine grundsätzlichen Zweifel an der Richtigkeit dieses Kurses", stellt Friedrich Merz fest. Der AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt könnte Einflüsse auf den Reform-Kurs der Bundesregierung haben. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann berichtet in Berlin. 07.09.2026 | 1:31 minMerz: Ergebnis in Sachsen-Anhalt "macht was mit uns" Doch es gibt diejenigen, die die Richtigkeit der Person an der Spitze infrage stellen - nicht offen, aber zwischen den Zeilen. Die berichten, wie angefasst Friedrich Merz oft reagiert, wenn es um ihn persönlich geht, wie wenig resistent er oft ist, wenn intern Kritik geäußert wird, wie oft er Äußerungen zur allgemeinen Unzufriedenheit mit der Berliner Politik nur auf sich bezieht. Und Friedrich Merz gibt sich zumindest nach außen einsichtig. Dieses Wahlergebnis "macht was mit uns, auch mit mir persönlich", sagt er. Deshalb müsse man versuchen, "ich selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität zu erreichen". Es ist allerdings derselbe Kanzler, der noch in der letzten Woche eine Ärztin als "Nutznießerin des Gesundheitssystems" bezeichnet hat. Derselbe, der mit seiner "Stadtbild"- Aussage nicht wenige Migranten vor den Kopf gestoßen hat. Geheime Runde mit den Ministerpräsidenten Ein Teil dieser offenen Worte musste sich Merz schon am Morgen anhören. Noch vor der regulären Präsidiumssitzung hatte Merz die CDU-Ministerpräsidenten einbestellt. Eine Runde, von der Merz sicher weiß, dass sie nicht dazu neigt, ihm Honig ums Maul zu schmieren - gerade dann nicht, wenn einer der ihren gerade wegen der Stimmung gegen die Berliner Politik eine krachende Wahlniederlage hingelegt hat. Über eine Stunde lässt Merz für die Runde mit den Landeschefs das CDU-Präsidium warten, dass eigentlich das höchste und wichtigste Gremium der Partei ist. Er wolle hören, wie ihre Einschätzung sei, aber sich wohl auch die Rückdeckung der CDU-Granden sichern, so ist es aus dem Kreis zu hören. Es ist eine verschwiegene Runde, aber einige der Botschaften der mächtigen CDU-Männer konnte man später doch vor Mikrofonen vernehmen. Laut Umfragen hatte Unzufriedenheit mit der Bundesregierung Einfluss auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt. So setzt der Sieg der AfD im Land die schwarz-rote Koalition im Bund enorm unter Druck. 07.09.2026 | 1:57 minSchnieder: Kommunikation "muss anders werden" Gordon Schnieder, frisch gewählter Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, diktiert noch im Adenauer-Haus vor einem Mikrofon des Südwestrundfunks dem Kanzler ins Stammbuch: Es gibt einen großen Unmut, wie die Bundesregierung ihre Politik gemalt hat, vor allem wie sie sie kommuniziert hat. Das muss anders werden. Gordon Schnieder, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Und Hendrik Wüst, der in Nordrhein-Westfalen nicht nur erfolgreich, sondern zugleich nahezu geräuschlos seit vier Jahren mit den Grünen regiert, ergänzt: Wir sollten uns jetzt mal den Wählerinnen und Wählern zuwenden und genau zuhören, was diese Menschen uns sagen, was sie wegtreibt von den demokratischen Parteien der Mitte Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Sachsen-Anhalts Regierungsbildung kann sich schwierig gestalten. ZDF-Korrespondent Andreas Postel berichtet in Magdeburg über den Zeitdruck für alle Beteiligten, eine neue Regierung zu bilden. 07.09.2026 | 0:46 minLetzte Zweifel an Merz bleiben Ob dieser kommunikative Kurswechsel des Friedrich Merz gelingt? In der CDU-Spitze scheinen sie sich nicht sicher zu sein. Der Drang danach, sich Fragen von Reportern zu stellen, ist heute nicht besonders ausgeprägt. Viele winken einfach nur ab: ein kurzes "Nein" auf die Frage, ob man eine Frage stellen dürfe. Die CDU versucht sich noch mal zusammenzunehmen, so kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in 14 Tagen. Man müsse vermeiden, dass man in drei Wochen wieder in "alten Trott" zurückfällt, so ein CDU-Mann. Das drückt vor allem die Sorge aus, dass die Erwartungshaltung an Friedrich Merz jetzt nicht besonders ausgeprägt scheint. Mathis Feldhoff ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio. ZDFheute Update am Morgen:Die Nachrichten kompakt zum Frühstück Was folgt aus dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt? News, Hintergründe und Analysen zu allen wichtigen Themen - jeden Morgen in Ihrem Postfach. Unser werktägliches ZDFheute Update bringt Sie auf Stand!Mehr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - Belastungsprobe auch für Bundespolitik:Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolgvon Carsten Hauptmeiermit Video2:37 - LiveblogLandtagswahl in Sachsen-Anhalt:Ergebnisse und Reaktionen: AfD gewinnt mit großem Vorsprung - Live aus Magdeburg:ZDF-Wahlstudio: Wahl in Sachsen-AnhaltVideo133:47 - ThemaNachrichten, Daten, Reaktionen:Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Alle Grafiken zur Wahl in Sachsen-Anhalt - GrafikenLandtagswahl in Karten:Sachsen-Anhalt: Alle Ergebnisse aus den Wahlkreisenvon L. Billmayer, R. Meyer, M. Ries, M. Zajonzmit Video2:18 - GrafikenKandidaten und Parteien:So werden Schulze, Siegmund und die Parteien bewertet - GrafikenParteikompetenzen in Sachsen-Anhalt:Wichtige Wahlthemen - und wo die AfD punkten konnte - GrafikenSachsen-Anhalt:Jung und Alt: So sehr unterscheidet sich das Wahlverhaltenvon Kathrin Wolff - GrafikenWählerwanderung in Sachsen-Anhalt:Woher kommen die Wähler der AfD?

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7. September
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Merz: SPD und Union „ernsthaft in Gefahr“ - CDU-Spitze sieht Regierungsauftrag bei AfD

Merz: SPD und Union „ernsthaft in Gefahr“: CDU-Spitze sieht Regierungsauftrag bei AfD Berlin – Der AfD-Durchmarsch in Sachsen-Anhalt und die Halbierung der CDU lassen den Kanzler nicht kalt. Aber er wirkt ratlos, wie er seine Partei – und sich selbst – aus der Klemme befreien kann, in der er nach dem Schock-Wahlsonntag steckt. Bislang hatten Friedrich Merz und die Seinen es zum höchsten Ziel erklärt, die AfD mit allen Mitteln – also: auch Absprachen mit der Linken – von der Macht fernzuhalten. Jetzt, da die AfD mit der Wagenknecht-Partei nach der Magdeburger Staatskanzlei zu greifen scheint, arrangiert sich Merz mit dem Gedanken, dass Deutschland bald einen „rechtsradikalen Ministerpräsidenten haben wird“, wie er nach BILD-Informationen im Bundesvorstand sagte. Tenor, auch in der Sitzung: Man wolle die AfD jetzt mal ihre Fehler machen lassen. Dahinter steht die Hoffnung, dass die Rechtsaußen sich so „entzaubern“, wie es Brandenburgs CDU-Innenminister Jan Redmann nach BILD-Informationen in der Sitzung sagte. Merz, der die CDU in ihren „Grundfesten“ erschüttert sieht, bleibt nur noch, in der Pressekonferenz nach den Gremiensitzungen den Deutschen zu versichern, dass die Bundesregierung dafür sorgen werde, dass auch in Sachsen-Anhalt das „Grundgesetz“ gelten wird, dass „die Regeln unseres Zusammenlebens nicht zur Disposition stehen“. Das demokratisch-rechtsstaatliche Minimum, sozusagen. Ansonsten herrscht Ratlosigkeit. Merz räumt ein, er wisse, dass „auch meine Person Dauerthema in dem Wahlkampf war“. Er will nun die Menschen „in ihrer Emotionalität stärker erreichen“, damit die CDU-Ergebnisse – und auch seine – wieder besser werden. Da schwang die Unterstellung mit, dass AfD-Wähler sich allein von ihren Gefühlen, ihren Ängsten leiten lassen. Tatsächlich hatte aber eine Nachwahlbefragung von Infratest Dimap für die ARD ergeben, dass 96 von 100 AfD-Wählern es „gut“ finden, „dass sie den Zuzug von Ausländern und Flüchtlingen stärker begrenzen will als andere Parteien“. Doch Merz hatte ja mehrfach gesagt, dass er die Migrationskrise wegen der sinkenden Zahlen für weitgehend gelöst hält. Und so wurde darüber im Vorstand nach BILD-Informationen kein Wort verloren. „Sprechen die eigentlich auch irgendwie darüber, wie man das wichtigste Thema der AfD-Wähler angeht?“, fragt ein verzweifelter Kreischef. Merz will seine Politik nun besser, auch emotionaler, „begründen“, nicht ändern. Problem: Er ist nun mal nicht der große Menschenfänger, derjenige, der Leute geschickt um den Finger wickeln kann. Merz ist eher von der nüchternen Sorte. Wenn er eine neue Rolle sucht, droht das zu scheitern. Und was seine eigenen miesen Umfragewerte angeht? Auch da dominiert die Ratlosigkeit. Merz sagt: „Ich suche die Gründe auch bei mir.“ Er sehe, dass die Zustimmung niedrig sei. Nach der SPD sei auch die CDU als Volkspartei nun „ernsthaft in Gefahr“. Aber: Er müsse ja auch aufräumen mit den Versäumnissen aus 20 Jahren. Immerhin: Merz vermied es, das Wort „Merkel“ in diesem Zusammenhang in den Mund zu nehmen. Das Argument zieht nicht mehr so richtig, auch wenn er da einen Punkt hat. Wie weiter mit der SPD? Und schließlich bleibt das Problem SPD. Während Merz’ Leute noch hoffen, es sei Wahlkampfgetöse der Genossen, dass die verabredeten Reformen (etwa zur Abschaffung der Rente mit 63) noch mal neu verhandelt werden müssen, kommt der Kanzler bei seinem Auftritt den Sozialdemokraten schon rhetorisch entgegen: Es müsse natürlich über die „Sorgen“ beim Koalitionspartner gesprochen werden. Merz sagt zwar: „Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, uns von grundsätzlich richtigen Reformen abbringen zu lassen“, aber sein Appell klingt schwach. Merz weiß: Er kriegt keinen anderen Koalitionspartner. Er steckt in der Klemme. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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7. September
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Mail von Martenstein - Lieber Sven Schulze,

Mail von Martenstein: Lieber Sven Schulze, Sie haben als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt nicht einfach nur eine Wahl desaströs verloren. Vielleicht wird diese Niederlage in ein paar Jahren als historischer Wendepunkt gelten – der Beginn auf dem Weg der AfD zur Regierungspartei, der Beginn des Endes der Brandmauer, der Anfang vom Ende der CDU, was weiß ich. Sie waren ein guter Verlierer. Das schafft nicht jeder. Sie haben dem Wahlsieger von der AfD gratuliert. Und Sie haben gesagt: „Das ist Demokratie.“ Sie haben also mehr Größe gezeigt als viele andere, die an diesem Abend im Fernsehen waren. Besonders klein war Luigi Pantisano von der Linken, als er den AfD-Chef Tino Chrupalla als „Flachzange“ beschimpfte. Jeder weiß, dass Sie nicht der Alleinschuldige am CDU-Desaster sind. Es kam viel zusammen. Die Richtung, in die es geht, bestimmt das Volk. Die Mehrheit will keine Pantisanos. Sie will auch keine Nazis. Viele wollen ein Deutschland wie Gerhard Schröder es einst an Angela Merkel übergeben hatte, mit maßvoller Migration, konkurrenzfähiger Wirtschaft, guter Infrastruktur und sicheren Parks. Wegen der Brandmauer kann die CDU dem Volk das nicht liefern. Deshalb setzen immer mehr Leute ihre Hoffnungen in die AfD. Ob zu Recht wird man sehen. Wie gesagt: Das ist Demokratie. Ein weiser Satz, Herr Schulze. Herzlich Ihr Harald Martenstein Haben Sie eine Meinung zu dieser Kolumne? Hier können Sie Harald Martenstein eine Mail schreiben. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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7. September
Der Spiegel (Politik)

News des Tages: Friedrich Merz, Sachsen-Anhalt, Falkland-Inseln, Sachsen

Die Lage am Abend Regierung ratlos Die drei Fragezeichen heute: - Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt – wie reagiert Bundeskanzler Friedrich Merz? - Konflikt um die Falklandinseln – welches Spiel treibt Donald Trump? - Sabotage an Strominfrastruktur – wer ist tatverdächtig? 1. Der Bundeskanzler wirkt ratlos Er traue sich zu, durch seine Politik die Wahlergebnisse der AfD zu halbieren, hat Friedrich Merz lange vor seinem Amtsantritt als Bundeskanzler mal gesagt. Heute gab er sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, bei der die Wählerinnen und Wähler der AfD ein Ergebnis von 43,8 Prozent beschert haben, in der Berliner CDU-Zentrale einigermaßen zerknirscht. »Ich stelle mir natürlich die Frage, wie es so weit kommen konnte«, sagte ein nachdenklich wirkender Merz – und verteidigte die Reformpolitik seiner Regierung. (Lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen im Newsblog .) CDU-Merz Friedrich Merz Foto: Hannibal Hanschke / EPA»Man merkt Merz bei seinem Auftritt im Adenauer-Haus an, dass ihn das Wahldebakel schwer trifft«, schreibt mein Kollege Philipp Wittrock in der Analyse des Auftritts. Mit der Niederlage habe er rechnen müssen, das Ausmaß aber habe den CDU-Chef überrascht. »Merz versucht es mit einer Mischung aus dosierter Selbstkritik und demonstrativer Entschlossenheit. Er will am eingeschlagenen Reformkurs festhalten, und er betont ausdrücklich, wie einig er sich darin mit dem Vizekanzler und SPD-Chef sei.« So wolle er den Koalitionspartner vorsorglich zur Disziplin aufrufen, denn von dort kämen bereits erste distanzierende Töne. Der Kanzler, dem so oft ein Mangel an Empathie vorgehalten wird, sprach davon, die Menschen künftig »emotional erreichen« zu wollen. Doch wie die »bessere Erzählung« klingen soll, die Merz nun verspricht, wurde laut Philipp heute nicht klar: »Man nimmt dem Kanzler seine Betroffenheit ab, auch seinen Wunsch und Willen, etwas anders und besser zu machen«, urteilt er. »Doch am Ende bleibt man ratlos zurück. Und muss befürchten, dass auch der Kanzler in Wahrheit ratlos ist.« - Lesen Sie hier mehr: Das sind fünf Szenarien nach dem Dammbruch von Magdeburg 2. Trump unterstützt den argentinischen Präsidenten Javier Milei »Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel«, hat Friedrich Hölderlin vor mehr als 200 Jahren geschrieben. Leider kommen heutzutage der Katastrophenlärm und die SOS-Signale aus der großen Welt auch auf den entlegensten Inseln an. Zum Beispiel bei den 3600 Bewohnerinnen und Bewohnern der Falklandinseln im Südpazifik, von denen die allermeisten weiter zu Großbritannien gehören möchten. Verbündete Trump, Milei: Steilvorlage aus Washington Foto:AFP Der argentinische Präsident Javier Milei hat nun den Falklandkonflikt neu entflammt und erhebt Ansprüche auf die Inseln; Anlass ist eine Bemerkung von Donald Trump. Mein Kollege Jens Glüsing berichtet, dass Trump in einem Interview mit einem britischen Internetportal angedeutet hat, er würde in einem möglichen Konflikt um den Archipel im Südatlantik dem Vereinigten Königreich nicht unbedingt zu Hilfe eilen . Seither bekräftigt Milei, dass die Inseln, die von den Argentiniern Malvinas genannt werden, argentinischer Boden seien. »Mit seiner Falkland-Bemerkung reagiert Trump vordergründig auf die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Briten im Irankrieg, wie er selbst bekannte«, so mein Kollege Jens. Zugleich füge sie sich in die »Donroe-Doktrin« ein, mit der Trump seinen Anspruch auf die Vorherrschaft über den gesamten Kontinent untermauert. »Die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert, auf die der Begriff anspielt, richtete sich gegen Interventionen der einstigen europäischen Kolonialmächte auf dem amerikanischen Kontinent – aus Sicht Argentiniens sind die Inseln dafür ein Paradebeispiel.« - Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Trumps Geschenk für Milei – zulasten der Briten 3. Die Polizei fahndet weiter nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen In Zusammenhang mit den Attacken auf Einrichtungen der Energieinfrastruktur in verschiedenen Bundesländern sucht die Polizei seit Tagen einen Mann aus Nordrhein-Westfalen. »Auf die Spur von V. brachte die Beamten vermutlich der Tatverdächtige selbst – er verschickte zwei Bekennerschreiben, mindestens eins hat er laut eigenen Angaben an diverse Medien versandt«, berichteten meine Kollegen Tobias Großekemper und Ulrich Kraetzer am Freitag . Umspannwerk in Graustein Foto: Luca Woitow / 7aktuell.dePolizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW haben am Wochenende einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Tatverdächtigen V. veröffentlicht und bitten die Bevölkerung um Hinweise. Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln gegeben, allerdings wurden dort keine Hinweise auf den Mann gefunden. »Nach den jetzigen Erkenntnissen scheint der Gesuchte ein Einzeltäter ohne feste Anbindung an irgendeine linksextreme Gruppierung zu sein«, sagt mein Kollege Ulrich Kraetzer. Bisher gebe es auch keine Erkenntnisse, dass er von einer »fremden Macht« angeleitet worden sein könnte. »Das kann sich alles noch ändern«, so Ulrich. »Aber wenn es beim jetzigen Stand bleibt, dann zeigt der Fall, dass nicht jeder Sabotageakt notwendigerweise von einer extremistischen Gruppierung oder einem Geheimdienst verübt worden sein muss.« Heute wurde bekannt, dass die Polizei in Sachsen weitere selbst gebaute Sprengvorrichtungen gefunden hat. Spezialkräfte entschärften die Funde. Die Sprengvorrichtungen wurden mutmaßlich für Anschläge auf die Stromversorgung aufgestellt. Sie befanden sich unmittelbar an Hochspannungstrassen in der Nähe des Umspannwerks Graustein bei Görlitz, wie das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden mitteilten. - Lesen Sie hier mehr: Polizei findet in Sachsen neun weitere selbst gebaute Sprengvorrichtungen Was heute sonst noch wichtig ist - EU verurteilt »Verherrlichung von Kriegsverbrecher« Mladić: Ratko Mladić war mitschuldig am Tod von Tausenden. In Belgrad bekommt der Kriegsverbrecher, dessen Name untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica verbunden ist, ein großes Begräbnis. - Wandel zum Rüstungsstandort – Volkswagen verkauft Werk in Osnabrück: Künftig sollen im VW-Werk in Osnabrück Militärfahrzeuge hergestellt werden. Kooperationspartner ist ein Drohnenhersteller aus Israel. Das zieht Komplikationen in der Eigentümerstruktur nach sich. - Hier füllen sich die Autobahnen noch mal richtig: Während vielerorts in Deutschland längst wieder gebüffelt wird, haben Schulkinder in Süddeutschland noch bis zum Wochenende frei. Das macht sich auf den Straßen bemerkbar. Was wir heute bei SPIEGEL+ empfehlen Sofie Royer Foto:Eliott Fettweis Schon wieder ein grandioses Popalbum von Sofie Royer. Warum ist sie nicht längst ein Star? Sofie Royer hat eigentlich alles, um ein Popstar zu sein. Die Songs der 35-jährigen Tochter eines Iraners und einer Österreicherin sind Ohrwürmer, oft im gefälligen Synthie-Sound-Format. Sie singt sie zumeist auf Englisch, manchmal aber auch Französisch und ein paar Titel auch in deutscher Sprache. Gerade ist ihr viertes Album erschienen, und es gibt eine klare Entwicklung: Das neue, »Before/After« betitelt, ist das beste . Was heute weniger wichtig ist Boney-M.-Sängerin Mitchell (mit britischem Orden): »Schmerzt mich zutiefst« Foto:Victoria Jones / Shutterstock / Avalon / IMAGO Boney ähm: Liz Mitchell, Sängerin, 74 und frühere Leadvokalistin der Popgruppe Boney M., hat sich scharf von einem Auftritt einer anderen Version der Gruppe beim Parteitag von Nigel Farages rechtspopulistischer Partei Reform UK distanziert. Bei der Veranstaltung in Birmingham war am Wochenende eine von Maizie Williams, 75, angeführte Boney-M.-Formation aufgetreten. »Sie wussten, dass sie nur eingeladen wurden, damit diese Songs für Parteizwecke benutzt werden können«, sagte Mitchell auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. »Vor aller Welt bei einer Veranstaltung aufzutreten, die Menschen in Not nicht willkommen heißt, bedeutet, die eigene Seele und Herkunft für Geld zu verkaufen.« Mini-Hohlspiegel Parkscheinautomat in München Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Cartoon des Tages Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons. Thomas Plaßmann Und heute Abend? Autor Biller Foto:Christian Werner Könnten Sie Maxim Billers neues Buch »Schwarze Samstage« lesen, das mein Kollege Arno Frank enorm gelungen findet (hier seine Rezension ). Das Buch ist entstanden unter dem Eindruck des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und beschäftigt sich mit dem »ewigen, lächerlichen, gespenstischen, metaphysischen Hass auf die Juden«, wie Biller schreibt. In seiner Besprechung des Buchs urteilt mein Kollege Arno, dass im Zentrum von Billers Werk eine überraschende Ratlosigkeit stehe, »und man nimmt sie dem scharfzüngigen Besser- und Bescheidwisser tatsächlich ab«. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Herzlich Ihr Wolfgang Höbel, Autor im Kulturressort

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7. September
Der Spiegel (Politik)

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: »Die CDU und Merz stecken in einem Dilemma«

Friedrich Merz, Bundeskanzler: »Ich stelle mir natürlich die Frage, wie es so weit kommen konnte, was die Gründe dafür sind, dass wir den Rechtspopulismus und den in weiten Teilen rechtsextremen Rechtspopulismus so weit haben kommen lassen. Ich suche auch die Gründe hier in Deutschland. Ich suche sie natürlich auch bei uns, ich suche sie bei mir. Aufgeben ist für mich keine Option.« Roland Nelles, SPIEGEL: »Merz gibt sich nach dieser Wahlniederlage seiner Partei einerseits geknickt, aber auf der anderen Seite auch kämpferisch. Er will den Eindruck vermitteln, dass er verstanden hat, dass er jetzt seine Politik besser erklären will. Aber gleichzeitig beharrt er auch darauf, seinen Reformkurs durchzusetzen. Also, es ist eine doppelte Botschaft, wenn man so will: Ich kämpfe weiter, ich habe verstanden. Ich sehe nur bei Merz im Augenblick noch nicht so richtig, wie er eigentlich seine Politik besser erklären will. Das ist nicht zu erkennen.« Friedrich Merz, Bundeskanzler: »Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich bin mit diesen Überlegungen noch nicht zu Ende, sondern ich denke darüber seit geraumer Zeit nach. Und der gestrige Tag gibt nun allemal Veranlassung dazu, das noch intensiver zu bedenken.« Roland Nelles, SPIEGEL: »Er selbst sagt, er will darüber nachdenken, aber es ist ihm zu wünschen, dass er den Nachdenkprozess dann bald abschließt und dann tatsächlich auch mit klaren Antworten kommt. Die CDU, Merz, die stecken ja in einem Dilemma. Natürlich könnten sie jetzt dazu übergehen und sagen: Wir wechseln den Kanzler aus. Nur, was wäre dann eigentlich gewonnen? Ein neuer Kanzler, eine neue Kanzlerin, die würde genau die gleichen Probleme anpacken müssen. Es gibt sehr großen innen- und außenpolitischen Druck auf die Regierung. Es gibt einen schwierigen Koalitionspartner. In Wahrheit muss man sich natürlich, muss sich die Union die Frage stellen, und ich glaube, es ist eine berechtigte Frage, ob dieser Kanzler eigentlich der richtige Kanzler in dieser Zeit ist. Wahrscheinlich bräuchte die Union einen jüngeren Kanzler, einen jüngeren Kandidaten. Jemanden, der die Social-Media-Welt verstanden hat, vielleicht ist das der bessere Weg. Nur eins ist auch sicher: Ein gutes TikTok zu machen, heißt noch nicht, dass man auch ein guter Kanzler und ein guter Regierungschef ist. Das werden wir wahrscheinlich auch bei Ulrich Siegmund sehen. Wenn er Ministerpräsident wird, dann muss er erst mal beweisen, ob er wirklich seine ganzen Versprechen einhält.«

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7. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

SZ am Abend: Nachrichten vom 7. September 2026

Wahl in Sachsen-Anhalt Merz warnt die AfD. Der Kanzler erklärt, dass die Bundesregierung das Grundgesetz in Sachsen-Anhalt durchsetzen könne, auch wenn die AfD regiert. Die sucht nach Partnern, weil sie die Landesregierung stellen will. Zum Artikel Die SPD rückt vom Kanzler ab. Die Autorität von Friedrich Merz schwindet, auch in der SPD wachsen die Zweifel an ihm. Als Lehre aus dem AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt will die Partei einige Reformen neu verhandeln. Zum Artikel Innenpolitiker wollen Datenabfluss verhindern. Ein AfD-Innenminister hätte Zugriff auf Staatsgeheimnisse – und würde jenen Verfassungsschutz kontrollieren, der die Partei als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft hat. Das löst große Sorgen aus. Zum Artikel - MEINUNG Europa beginnt eine starke AfD zu fürchten - Reportage aus Sachsen-Anhalt: Das Beben - Ein Land in Aufruhr Was heute wichtig war 21 Sprengsätze an Stromleitungen entdeckt und entschärft. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärfen die Sprengvorrichtungen. Unterdessen wird intensiv nach einem Mann gefahndet, der Sabotageaktionen gegen das Stromnetz verübt haben soll. Zum Artikel Moskau schließt Goethe-Institute und deutsches Konsulat in St. Petersburg. Damit reagiert Russland wie angekündigt auf deutsche Sanktionen wegen des versuchten Sprengstoffanschlags in Leipzig, für das die Bundesregierung den Kreml verantwortlich macht. Zum Newsblog zur Bundespolitik Psychodrama bei der extremen Rechten Frankreichs. Plötzlich auf Distanz: Marine Le Pen und Jordan Bardella sind kein einiges Duo mehr, der Wahlkampf startet chaotisch. Das könnte die Präsidentschaftswahl entscheiden. Zum Artikel Im VW-Werk Osnabrück sollen Rüstungsgüter produziert werden. Rüstung statt Autos, das wird nun Realität für die Fabrik, ein „Kompetenzzentrum für Verteidigung“ soll entstehen. Zunächst sollen Luftverteidigungssysteme aus Israel produziert werden. Etwa 75 Prozent der VW-Arbeitsplätze können gerettet werden. Zum Artikel Weitere wichtige Themen - Internationales Recht: Deutschland verteidigt Waffenexporte nach Israel - Eurostat: Wirtschaft in der Euro-Zone wächst schneller als in den USA - Fernsehen: Ägyptisches Gericht verurteilt TV-Moderatorin zum Tode

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7. September
Deutschlandfunk

Sieg der AfD - Kanzler Merz nach Wahl in Sachsen-Anhalt: "Können nicht zur Tagesordnung übergehen"

Zudem sieht Merz Auswirkungen auf die internationale Lage. Er betonte, wenn fast 60 Prozent bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien wählten, die die demokratischen Spielregeln grundlegend infrage stellten, sei das ein Wahlergebnis, mit dem man nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Wörtlich fügte Merz hinzu: "Das macht etwas mit uns, auch mit mir persönlich." Die CDU musste gestern eine Halbierung ihres Wahlergebnisses hinnehmen. Die AfD erreichte fast die absolute Mehrheit. Am Morgen hatte SPD-Vize Schweitzer im Deutschlandfunk gesagt, die Regierungspolitik trage keinen geringen Anteil am Wahlausgang. Über die anstehenden Reformen müsse diskutiert werden. Die Bundesvorsitzende der Linken, Schwerdtner, sagte in Berlin, der soziale Kahlschlag der Bundesregierung müsse gestoppt werden. Die SPD sei Teil des Problems. Der FDP-Vorsitzende Kubicki erklärte, die Wahlniederlage seiner Partei werde die FDP nicht von ihrem Weg abhalten, wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu werden. Die FDP hat den Wiedereinzug in den Landtag in Magdeburg klar verpasst. Weitere Meldungen und Grafiken zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt finden Sie in unserem Newsblog. Der Politikpodcast: Sachsen-Anhalt hat gewählt – und jetzt? Briefing: Sachsen-Anhalt - Blauer Erfolg stürzt CDU in die Krise Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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7. September
taz (Öko & Co)

CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: „Aufgeben ist keine Option“

CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: „Aufgeben ist keine Option“ Nach der desaströsen Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt steht Bundeskanzler Merz in der Kritik. Der will nicht weichen – aber mehr auf Emotionen setzen. Das Entsetzen ist groß, auch im Kanzleramt. Er sei „zutiefst schockiert“ über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, sagt Friedrich Merz, als er am Montagmittag nach den CDU-Gremiensitzungen in der Parteizentrale neben dem Wahlverlierer Sven Schulze auf der Bühne steht. Das Wahlergebnis, so der Kanzler weiter, werde nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändern, sondern im ganzen Land. „Und es hat Auswirkungen auch auf die internationale Lage.“ Die CDU war bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dramatisch abgestürzt, gerade mal 17 Prozent hat sie geholt. Der AfD fehlen im Landtag dagegen nur drei Stimmen zur absoluten Mehrheit. Es ist eine Zäsur: Erstmals seit 1945 stehen Rechtsextremisten in Deutschland kurz vor der Macht. Und die CDU konnte es nicht verhindern. Die Partei steckt in der größten Krise ihrer Geschichte, nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern im ganzen Land. Inzwischen scheint auch bei Merz angekommen zu sein, dass er daran einen gehörigen Anteil hat. Am Vormittag, so ist zu hören, soll das in Gremien Thema gewesen sein, man sei sachlich geblieben, heißt es. Ignorieren lässt sich das Thema nicht, dafür waren die Nachwahlbefragung zu eindeutig. „Wenn die Bundesregierung bessere Politik machen würde, wäre die AfD nicht so stark in Sachsen-Anhalt“, meinen 88 Prozent der Befragten. „Die CDU hat vor der Bundestagswahl zu viel versprochen, aber wenig davon gehalten“, dieser Aussage stimmen 84 Prozent zu. Und drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Merz persönlich dem Abschneiden der CDU geschadet habe, auch knapp die Hälfte der CDU-Anhänger:innen sieht das so. Allein AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund meint: „Ein sehr guter Wahlkämpfer war für uns Friedrich Merz.“ Erst Dank und Lob, dann Selbstkritik Nach Dank und Lob an Sven Schulze setzt Merz denn auch zu ein wenig Selbstkritik an. „Ich weiß, dass auch meine Person Dauerthema in diesem Wahlkampf war und dass die Reformen Dauerthema in diesem Wahlkampf waren“, sagt er. Diese würden für die Zukunft des Landes dringend gebraucht, davon sei er fest überzeugt. Ablassen will er also davon nicht, auch wenn große Teile der Bevölkerung sie als sozial ungerecht empfinden. Aber man müsse, so Merz sensationelle Idee, sie nicht nur rational begründen, sondern auch emotional vermitteln. Das sei jetzt gemeinsame Aufgabe, dieser stelle er sich auch. Er wolle mit der SPD „eine neue, bessere Erzählung“ für die Reformen finden. Das alles trägt Merz allerdings ausgesprochen nüchtern vor. Und hieß es nicht schon so oft und ohne Erfolg, dass man die Kommunikation jetzt wirklich verbessern wolle? Große Zweifel in der CDU In der CDU gibt es denn auch große Zweifel, ob Merz das überhaupt kann. Zu oft trifft dieser den falschen Ton, ganz besonders im direkten Austausch mit den Bürger:innen. Aber noch hält man sich in der Partei bedeckt, denn in den nächsten zwei Wochen stehen eine Kommunal- und zwei wichtige Landtagswahlen an. In den Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern ist die CDU inzwischen einstellig, in Berlin hofft man noch auf einen Wahlsieg. Den will man mit einer Debatte über die Zukunft des Kanzlers nicht gefährden. Merz selbst macht klar, dass er keinesfalls weichen will. Mehrfach sagt er an diesem Mittag Sätze wie: „Ich habe nicht vor, mich der Verantwortung zu entziehen.“ Oder: „Aufgeben ist für mich keine Option.“ Dennoch wirkt es immer wieder so, als könnten Merz Tage im Kanzleramt gezählt sein. Nur: Den Kanzler auszutauschen, ist in Deutschland gar nicht so leicht. Und wer sollte Merz eigentlich ersetzen? Am häufigsten wird dabei der Name von Hendrik Wüst genannt, dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, der relativ geräuschlos mit den Grünen regiert. Wüst aber steht im April eine für die CDU sehr wichtige Landtagswahl bevor, die will er wohl erst mal gewinnen. Merz versucht an diesem Mittag nach dieser einschneidenden Wahl aber auch den Leuten die Sorge ein bisschen zu nehmen. „Ich will allen Menschen versichern, unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil“, sagt er. Das Grundgesetz schütze und garantiere diese Ordnung. Und: „Die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgeführt wird.“ Wie er das in Zweifelsfall aber machen will, das allerdings sagt Merz nicht. Sven Schulze steht neben Merz und lässt den Blick durch das Foyer der CDU-Zentrale schweifen. Beinahe unbeteiligt wirkt er dabei. Am frühen Montagabend kommt in Magdeburg der CDU-Landesvorstand zusammen. Viele rechnen damit, dass Schulze dort sein Amt als Landeschef zur Verfügung stellt. In Berlin lässt er sich einen möglichen Rücktritt bestenfalls entlocken. Er spricht von einer „schweren Niederlage“, davon, dass er „entsprechende Konsequenzen ziehen“ und dem Landesvorstand ein Verfahren vorschlagen werde. Kommt es so, wäre die CDU in Sachsen-Anhalt wohl erst einmal mit sich selbst beschäftigt. Immerhin scheint durch das Wahlergebnis, das eine von den Linken tolerierte Kenia-Koalition unmöglich macht, der CDU aktuell ein großer Streit erspart zu bleiben: um den Umgang der Partei mit den Linken. Bleibt die Gefahr, von der immer wieder zu hören ist, dass Überläufer aus der auf 15 Sitze geschrumpften CDU-Fraktion AfD-Mann Siegmund ins Ministerpräsidentenamt wählen könnten. Zwei von den Namen, die dabei stets genannt werden, gehören der Fraktion weiter an: Ulrich Thomas aus dem Harz und Lars-Jörn Zimmer aus Bitterfeld-Wolfen. Die beiden hatten schon 2019 eine neunseitige „Denkschrift“ erarbeitet, die Gemeinsamkeiten ihrer Partei mit der AfD auslotete. Die CDU müsse „das Soziale mit dem Nationalen versöhnen“, hieß es darin. Thomas weist diesen Verdacht vehement zurück. „Totaler Quatsch“ sei das, sagte er der taz im Wahlkampf. „Die haben mich fünf Jahre lang beschimpft und für blöd erklärt, die werden von mir keine Zustimmung bekommen. Für mich ist und bleibt die CDU meine politische Heimat.“ Auch Schulze sagt am Montag entschieden: „Da wird es mit Sicherheit niemanden aus der CDU-Fraktion geben.“ Das BSW werde dafür sorgen, dass die AfD regieren kann. Ob es so kommt, wird man vielleicht erst sehen, wenn die Wahl im Landtag wirklich durchgeführt wird. Ein Termin dafür ist offen. Bis dahin bleibt Sven Schulze als Ministerpräsident geschäftsführend im Amt. Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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7. September
Die Zeit (Politik)

Friedrich Merz: CDU halbiert, AfD verdoppelt – ist Friedrich Merz gescheitert?

Bundeskanzler Friedrich Merz stand in Sachsen-Anhalt nicht zur Wahl, im Wahlkampf wurde er nach Ansicht von Kritikern geradezu versteckt. Und doch machen viele den Kanzler für das Wahldesaster der Union mitverantwortlich. Obwohl er einst mit dem Versprechen angetreten ist, die AfD zu halbieren, hat sich ihr Ergebnis in Sachsen-Anhalt mehr als verdoppelt. Laut dem ZDF glauben fast 90 Prozent der Befragten, eine bessere Bundespolitik hätte den AfD-Triumph verhindert. An diesem Montag nach der historischen Wahlniederlage seiner CDU ist Merz vor die Presse getreten: Welche Folgen hat das Ergebnis für ihn, seine Regierung und den Reformkurs? Das analysiert Chefkorrespondentin Tina Hildebrandt im Podcast. Im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt fehlen der AfD drei Sitze zur absoluten Mehrheit. Ein Bündnis gegen sie ist rechnerisch möglich, aber kaum denkbar – dafür müssten die übrigen fünf Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW miteinander kooperieren. Obwohl AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund vor der Wahl nur allein regieren wollte, kündigte er nun an, doch allen anderen Parteien die Hand auszustrecken. Tilmann Steffen aus dem Politikressort der ZEIT erklärt im Podcast, welche Machtoptionen die AfD hat und was passieren könnte, wenn sie keine Regierungsmehrheit findet. Und ZEIT-Politikredakteur Ferdinand Otto ordnet ein, welche Rolle das BSW, das überraschend ebenfalls in den Landtag eingezogen ist, spielen könnte. Und: Als Reaktion auf die deutschen Sanktionen nach dem Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen muss das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg bis zum 18. September schließen. Das gab das russische Außenministerium bekannt. Und sonst so? Das Finanzamt hat Einfache Sprache entdeckt. Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser Redaktion: Imre Balzer, Constanze Kainz und Rita Lauter Mitarbeit: Maximilian Renzikowski Ihre Meinung zu unseren Podcasts – wir freuen uns über Ihre Teilnahme an unserer Umfrage bis Ende September 2026: www.zeit.de/befragung-podcast Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.

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7. September
ZDF heute

Ein Trümmerhaufen und zwei Neuanfänge

Update am Abend:Ein Trümmerhaufen und zwei Neuanfänge von Annika Heffter Guten Abend, am Tag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt stehen viele Politiker vor einem Trümmerhaufen und müssen sich Kritik stellen - besonders Bundeskanzler Friedrich Merz. Andere wollen etwas Neues aufbauen - so wie ehemalige BSW-Abgeordnete in Thüringen mit einer neuen Partei. Und: Auch bei VW geht es weiter rund - das Werk in Osnabrück soll an die Rüstungsindustrie verkauft werden. Hier das Wichtigste des Tages für Sie in Kürze. Merz bezieht Stellung zu Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - Das ist passiert: Die AfD hat bei der gestrigen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen riesigen Erfolg eingefahren. Das schlechte Ergebnis der Landes-CDU geht auch an der Bundespolitik nicht spurlos vorbei. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nun in einer Pressekonferenz geäußert. - Das sind die Details: Merz beteuerte, er wolle an sich und der Vermittlung der Regierungspolitik arbeiten. Am Reformkurs der Bundesregierung halte er aber fest. Der Kanzler betonte, dass das Grundgesetz, insbesondere beim Schutz von Minderheiten, für alle gelte. - Das sagt unsere Hauptstadtkorrespondentin: Merz habe bei seinem Auftritt vor der Presse einen "gleichermaßen bestürzt wie besorgten" Eindruck gemacht, sagt ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber. Die Unbeliebtheit des Kanzlers sei ein Teil der Wahlniederlage, er sei "auch als Person beschädigt". Die Besorgnis richte sich aber auch "auf den Zustand der Demokratie". - Experte zu Wahl in Sachsen-Anhalt: Was der AfD-Erfolg für die nächsten Wahlen bedeutet - Politikwissenschaftler Korte: "Ein historischer Epochenbruch" - Reaktionen auf AfD-Wahlsieg: Glückwünsche aus den USA, Sorge in Frankreich und Polen Weitere News-Updates zur Wahl in Sachsen-Anhalt und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog. Alle Berichte rund um die Landtagswahl finden Sie auf unserer Themenseite. Ehemalige BSW-Mitglieder wollen Koalition in Thüringen retten - Das ist passiert: In Thüringen sind 13 von 15 BSW-Landtagsabgeordneten aus der Partei ausgetreten. Der Schritt folgte auf einen Streit mit dem Bundes-BSW über den Verbleib des BSW in der Thüringer Brombeer-Koalition. Die ausgetretenen Mitglieder wollen mit einer neu gegründeten Partei nun eine neue Fraktion gründen und die Koalition mit CDU und SPD retten. - Das ist der Hintergrund: Nach Plagiatsvorwürfen gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hatte das BSW auf Bundesebene ein Aus der Regierungskoalition in Thüringen gefordert. Die nun aus der Partei ausgetretenen BSW-Abgeordneten wollen aber in der Koalition verbleiben. - So geht es weiter: Noch gehören der BSW-Fraktion zwölf Abgeordnete an, von denen aber nur noch zwei Mitglieder der Partei sind. Der Status der Noch-Fraktion des BSW gilt als rechtlich unsicher. Die AfD-Fraktion hat bereits die Aufhebung des Fraktionsstatus des BSW gefordert. Um nach dem Parteiaustritt schnell eine neue Fraktion bilden zu können, wurde von Ex-BSWlern daher im Eilverfahren eine neue Partei mit dem Namen "Thüringen.Gerecht" gegründet. heute journal, 04.09.2026, 22 Uhr 04.09.2026 | 2:41 minVW-Werk Osnabrück: Rüstung statt Autos? - Das ist passiert: Das VW-Werk Osnabrück soll zur Rüstungsfabrik werden. Volkswagen, das Land Niedersachsen und der Investor Aurelius Capital haben laut einer Mitteilung Eckpunkte für einen Verkauf vereinbart. 2027 soll die Auto-Produktion in dem Werk enden, schrittweise soll das Werk dann zum Rüstungsstandort werden. Das Ziel der Transaktion sei, den Standort langfristig zu erhalten. - Das sind die Details: Als erstes Projekt soll es eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern und "Iron Dome"-Hersteller Rafael geben, um Komponenten für Luftabwehrsysteme zu entwickeln und zu produzieren. Nach VW-Angaben soll die Belegschaft in Osnabrück beim Aufbau der Fertigung und der Industrialisierung eine zentrale Rolle übernehmen. - Das sind die nächsten Schritte: Bisher liegt lediglich eine Vereinbarung vor, die noch kein vollzogener Verkauf ist. Der Vollzug stehe unter dem Vorbehalt abschließender Vereinbarungen, erforderlicher Gremienbeschlüsse und behördlicher Prüfung. Über Einzelheiten werde informiert, sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, heißt es. ZDFheute live, 04.09.2026, 12:30 Uhr 04.09.2026 | 30:07 minZDFheute Update am Abend:Die Nachrichten des Tages kompakt zum Feierabend Keine Zeit für endlose Nachrichtenfeeds? Der Newsletter bündelt die wichtigsten Themen, Hintergründe und Analysen in fünf Minuten Lesezeit von Montag bis Freitag.Grafiken des Tages Quelle: ZDF/dpa Quelle: ZDF/dpa Zu den Ergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben meine Kollegen zahlreiche Grafiken zusammengestellt. Wie stark sowohl die antretenden Parteien als auch die Kandidierenden in Ihrem Wahlkreis abgeschnitten haben, finden Sie in diesem Artikel: Das Wahlverhalten, aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf, finden Sie hier: Ratgeber: So erkennen Sie defekte Akkus Lithium-Ionen-Akkus sind in vielen Alltagsgeräten verbaut - und sorgen dennoch immer wieder für Probleme. Woran man beschädigte Akkus erkennt und worauf man bei der Lagerung achten sollte. Volle Kanne, 07.09.2026, 09:05 Uhr 07.09.2026 | 3:59 minSport Deutschlands Basketball-Frauen spielen heute bei der Heim-WM in Berlin gegen Mali. Spielbeginn ist 17:50 Uhr. Schlagzeilen - IW-Studie warnt: Fachkräftemangel könnte sich bis 2029 verdoppeln - Tatverdächtiger weiter auf der Flucht: Sabotageverdacht bei Umspannwerk in Sachsen - Fünf Tote: Amazon-Frachtflugzeug verunglückt in Miami - "New America": Will Trump den Bundesstaat New Mexico umbenennen? - SPD und Landtagswahl: Klingbeil sieht "Signal für die Bundespolitik" - Badisch-hessische Landesgrenze: Zwei Tote bei Flugzeugabsturz bei Weinheim Das sollten Sie sich mal anschauen Im Gebirgsland zwischen Oslo und Bergen führt die 68-Jährige Tuva Thorson den Naturpark Langedrag - und ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, Wölfe aus der Nähe zu erleben. ZDFheute Xpress, 06.09.2026, 07:15 Uhr 06.09.2026 | 1:27 minStreaming-Tipps für den Abend Jahrzehntelang Betriebsärztin, plötzlich abgesägt und in die Abteilung ihres Sohnes versetzt: In der Komödie "Alle nicht ganz dicht" hadert Barbara mit ihrem Job. Doch plötzlich geht es für die ganze Abteilung um alles. (89 Minuten) 07.09.2026 | 88:50 min Wie muss ein zukunftsfähiges Bildungssystem aussehen, das Kinder fit im Kopf macht, die Freude am Lernen weckt und sie optimal auf das echte Leben vorbereitet? Dieser Frage geht Eric Meyer für die zweiteilige NANO-Doku-Reihe "Next Level Schule" nach. Eine Reise zwischen veralteten Frontalunterricht-Strukturen, gehirngerechten Lernmethoden, modernen Schulen und notwendigen Reformen im föderalistischen System. (Miniserie mit zwei Folgen à 13 Minuten) Sehen Sie hier die erste Folge: 3sat, NANO-Doku, 2026 03.09.2026 | 12:20 minRezept des Tages: Maishähnchen mit cremiger Pfifferling-Sauce Volle Kanne, 07.09.2026, 09:05 Uhr 07.09.2026 | 5:54 minJetzt beginnt die Hauptsaison fürs Pilzesammeln. Passend dazu zaubert TV-Koch Mario Kotaska ein Maishähnchen mit einer leckeren Pfifferling-Sauce. Das Gericht funktioniert aber auch mit Champignons. Für das Rezept finden Sie hier den Download. Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo. Genießen Sie Ihren Abend! Annika Heffter und das gesamte ZDFheute-Team Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmelde-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten, an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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7. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Podcast „Auf den Punkt“: Sachsen-Anhalt: Merz ist selbstkritisch – und das BSW entscheidend

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD die absolute Mehrheit knapp verpasst. Eine Regierungsbildung wird schwierig. Denn Union, Linke und SPD wollen nicht mit ihr koalieren. Eine entscheidende Rolle könnte in der Regierungsbildung dem BSW zukommen. Das Bündnis hat eine Koalition mit der AfD zwar vorab ausgeschlossen. Aber eine Zusammenarbeit nicht. Und: Das BSW hat auch angekündigt, sich einem Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund nicht in den Weg zu stellen. Darüber spricht in dieser Folge des SZ-Nachrichtenpodcasts Dominik Fürst, der in Magdeburg vor Ort ist. Außerdem geht es im Podcast auch darum, wie die Bundesregierung mit dem Wahlergebnis umgeht. Kanzler Friedrich Merz sprach am Montag von der schlimmsten „Wahlniederlage, die die CDU seit Jahrzehnten eingefahren hat“. Welche Konsequenzen der Bundeskanzler und seine Partei daraus ziehen, darüber spricht die Leiterin des SZ-Parlamentsbüros, Henrike Roßbach. Weitere Nachrichten: VW-Werk in Osnabrück soll verkauft werden, UN-Vollversammlung stimmt für Reform der Weltkarten. Zum Weiterlesen: Afrikas wahre Größe: Lesen Sie hier den Text dazu, was eine Weltkarten-Reform bringen soll. Aktuelle Entwicklungen zur Wahl können Sie im SZ-Liveblog nachlesen. Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt Redaktion: Johannes Korsche Produktion: Justin Patchett Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Phoenix, Deutschlandfunk. So können Sie unseren Nachrichtenpodcast abonnieren: „Auf den Punkt“ ist der tägliche Nachrichtenpodcast der Süddeutschen Zeitung zu den wichtigsten Themen des Tages. Sie finden alle Folgen auf sz.de/nachrichtenpodcast. Verpassen Sie keine Folge und abonnieren Sie unser Audio-Angebot in Ihrer Lieblings-Podcast-App oder bei iTunes und Spotify. Eine Übersicht über all unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.

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7. September
Tagesschau

Regierungsparteien ringen um Strategie nach Landtagswahl

Bundesregierung nach der Wahl Welche Strategie folgt auf den Schock von Magdeburg? Die Regierungsparteien ringen um Worte und Antworten nach dem Wahlausgang in Sachsen-Anhalt. Der Kanzler will besser kommunizieren, die SPD hadert mit den geplanten Sozialreformen. Wie kann es nun weitergehen? Über kaum einen Bundespolitiker wurde nach der Landtagswahl so viel und so kontrovers gesprochen wie über Bundeskanzler Friedrich Merz. Auffällig auch: mit wie viel Mühe das CDU-Spitzenpersonal die aufflammende Diskussion über die Zukunft des CDU-Parteichefs kleinredet. Ganz nach dem Motto: "Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen." "Hier gibt es keine Diskussion" Im Ranking der Politikerzufriedenheit landet der Bundeskanzler weit abgeschlagen bei 13 Prozent. Schon kurz nach Schließung der Wahllokale musste Franziska Hoppermann, neue CDU-Generalsekretärin im Konrad-Adenauer-Haus, zur Zukunft von Friedrich Merz als Bundeskanzler klarstellen: "Nein. Hier beginnt keine Diskussion." Auch Kanzleramtschefin Nina Warken und der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, stärkten dem Kanzler den Rücken. "Es wäre jetzt das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden", so Warken. Und Fraktionschef Frei meint, "es ist ganz wichtig, dass wir stabil sind und stabil bleiben". Er verweist auf die anstehende Kommunalwahl in Niedersachsen am kommenden Wochenende. Dort dürfte das Ergebnis für die CDU ganz anders aussehen. Frei warnt deswegen vor falschen Schlussfolgerungen aus der Sachsen-Anhalt-Wahl. Dabei war es Friedrich Merz, der einst in seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz die Parole ausgegeben hatte, er wolle die AfD in den Zahlen halbieren. Jetzt steht ausgerechnet seine CDU in Sachsen-Anhalt mit weniger als der Hälfte der Landtagsmandate da als zuvor. Ein Umstand, den die AfD nutzt und die Union weiter in die Enge treibt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bezeichnete den laut Umfragen unbeliebten Kanzler als besten Wahlkampfhelfer für die AfD. Erste Forderungen nach personellen Konsequenzen Es ist ein Spielen auf Zeit. Denn in zwei Wochen werden in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Parlamente gewählt. Die AfD - geradezu berauscht vom Erfolg in Sachsen-Anhalt - will auch in Schwerin den Ministerpräsidenten beziehungsweise in Berlin die Regierende Bürgermeisterin stellen - laut den Umfragen sind die Aussichten dafür geringer als in Sachsen-Anhalt. Die Regierungsparteien CDU und SPD setzen indes darauf, dort besser abzuschneiden. Darauf dürften auch die beiden SPD-Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil hoffen. Schon vor der Sachsen-Anhalt-Wahl hatten ihre Stühle gewackelt. Sogar ein Sonderparteitag war in der Diskussion. In Schleswig-Holstein, wo im kommenden Jahr gewählt wird, fordert SPD-Landeschef Ulf Kämpfer nun personelle Konsequenzen auf Bundesebene. In der SPD heißt es hinter vorgehaltener Hand: Wer soll es denn machen? Das größere Problem sei vielmehr das programmatische Profil der SPD. Die Analyse von Hubertus Heil, Ex-SPD-Arbeitsminister und eine starke Stimme in seiner Partei: "Viele Menschen haben kein klares Bild mehr, wofür die SPD steht. Wir können uns nicht nach der Wahl hinstellen und das Ergebnis schönreden oder gesundbeten oder schönsaufen." Union und SPD ringen nach Worten Für die Regierungsparteien ist das Wahlergebnis ein Schock mit Ansage. Union und SPD ringen nach Worten und noch viel mehr nach Antworten auf diesen Wahlausgang. Denn die AfD macht unmissverständlich klar: Sachsen-Anhalt sei erst der Anfang. "Die CDU/CSU wird nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen können", gibt sich AfD-Bundessprecherin Alice Weidel siegessicher und beschreibt das Dilemma der Union. Die Brandmauer zur AfD und die Unvereinbarkeit mit der Linken machen der CDU eine Regierungsbildung angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Sachsen-Anhalt praktisch unmöglich - und zwingen die Partei in strategische Glaubensfragen. Sorge vor Überläufern AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla wiederholt seit Sonntagabend seine Formulierung, "die Brandmauer ist abgewählt". CDU-Generalsekretärin Hoppermann betont: Die CDU stehe. Es werde keine Zusammenarbeit mit der AfD geben. Gleichwohl sorgt sich mancher vor Überläufern zur AfD. Das würde die CDU zerreißen, heißt es an vielen Ecken in Berlin. Die Sorge speist sich aus dem Wissen, dass der CDU-Landesverband Sachsen-Anhalt ziemlich selbstbewusst ist und die Bundespartei intern nicht einfach "durchgreifen" kann. Obendrein sind Einmischungen aus dem Konrad-Adenauer-Haus heikel. Annegret Kramp-Karrenbauer hatte 2020 nach der Landtagswahl in Thüringen 2020 eingegriffen und musste wenig später den Parteivorsitz abgeben. Tragfähige Regierungsmehrheiten zu finden, ist für die Union in Ostdeutschland zuletzt noch schwieriger geworden. In Sachsen regiert die CDU zusammen mit der SPD in einer Minderheitenregierung mit wechselnden Mehrheiten, in Thüringen mit der SPD und ehemaligen Mitgliedern des BSW. Mit dem Einzug des BSW von Sahra Wagenknecht in den Magdeburger Landtag hat sich zudem eine Partei stabilisiert, die bundespolitisch fast schon verschwunden schien. "Wähler wollen einen radikalen Politikwechsel" "Wir sehen, dass der Osten wahrscheinlich der Trendsetter wird für Koalitionen, die wir in Zukunft auch im Westen und vielleicht auch auf nationaler Ebene haben werden", analysiert Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele von der Hertie School of Governance. "Die Wähler wollen einen radikalen Politikwechsel." Aber was macht jetzt die Bundesregierung daraus? Weiter, wie bisher oder ändert sie ihren Reformkurs? Wird das "Gesamtkunstwerk" doch aufgeschnürt? Gerade die mögliche Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren hatte im Wahlkampf für Kontroversen gesorgt. Bei der Rentenreform scheint es nun Bewegung zu geben. "Wir werden das jetzt in der Koalition diskutieren müssen", so Bärbel Bas, SPD-Parteivorsitzende und Arbeitsministerin. Man dürfe die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen. Noch vor Wochen hatten Union und SPD bei der Vorstellung der Ergebnisse der Rentenkommission betont, dass es sich um ein "Gesamtkunstwerk" handle, dass in keinem Fall aufgeschnürt werden dürfe. Ob das hält, ist fraglicher denn je. Eine 180-Grad-Wende bei den Reformvorhaben scheint dennoch unwahrscheinlich. Kanzleramtschefin Warken will stattdessen Tempo machen. "Damit die Menschen spüren, dass sich etwas verändert." Hier und da womöglich ein paar Änderungen, aber ansonsten den Kurs halten, scheint die Devise zu sein. Merz will besser kommunizieren Aufgeben ist keine Option. Das betont Kanzler Friedrich Merz, als er am Mittag nach den CDU-Gremiensitzungen vor die Kameras tritt. Das sei ein Wahlergebnis, mit dem man nicht zur Tagesordnung übergehen könne, sagt Merz. "Das Ganze wird natürlich Konsequenzen haben müssen." Wann und wie, das sagt er nicht. Nachdenklich und leiser als sonst räumt Merz ein, dass viele Menschen ihm und seinen Gedanken nicht folgen, nicht folgen können oder nicht folgen wollen. Er wolle versuchen, es in den nächsten Wochen und Monaten anders zu machen, besser zu machen. Seine Grundüberzeugungen ändere das aber nicht. Will sagen: Der Reformkurs bleibt eingeschlagen. Der Kanzler will ihn künftig besser kommunizieren.

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7. September
Wirtschaftswoche

CDU-Chef unter Druck: Merz wankt. Fällt er auch?

CDU-Chef unter Druck: Merz wankt. Fällt er auch? Einmal, ganz kurz nur, verziehen sich die Mundwinkel von Friedrich Merz zu so etwas wie einem Lächeln. Der Bundeskanzler steht auf der Bühne im Atrium des Konrad-Adenauer-Hauses. Auf dem Podium neben ihm hat sich Sven Schulze aufgebaut, Noch-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und nun Halter des traurigen Rekords des deutlichsten Wahlverlierers, den seine Partei seit eineinhalb Jahrzehnten hervorgebracht hat. Doch dass der 47-Jährige allein verantwortlich ist für die Klatsche von Magdeburg, glaubt weder in der CDU noch in der Öffentlichkeit jemand. Deshalb muss sich auch Merz unangenehme Fragen stellen lassen. Diese etwa: An welchem Punkt sagen Sie, dass Sie als Kanzler nicht mehr weitermachen wollen? Oder jene, die dem Kanzler für einen Moment ein spöttisches Grinsen aufs Gesicht zaubert: Wie der Ausgang der Sachsen-Anhalt-Wahl in seine Entscheidung einfließen wird, ob er zur nächsten Bundestagswahl noch einmal antreten wird? Keine 16 Monate nach seiner Vereidigung ist der Bundeskanzler nicht mehr nur angezählt. Er wankt. Das Ergebnis der Landtagswahl dürfte ihm – und seiner Partei – noch einmal vor Augen geführt haben, wie unbeliebt seine Regierungsführung ist. Und wie unbeliebt er selbst. Entsprechend brutal fielen die Nachwahlbefragungen aus. Dass Merz für das Abschneiden der CDU in Sachsen-Anhalt hilfreich gewesen sein dürfte, glaubten laut einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen lediglich rund zwei Prozent der Befragten. Selbst unter Unionsanhängern lag dieser Wert nur bei fünf Prozent. Laut Infratest dimap stimmten fast 60 Prozent der Befragten der Aussage zu, die Bundesregierung habe bei der Landtagswahl einen Denkzettel verdient. Quittung für gebrochene Wahlversprechen Den hat sie bekommen. Und das ist auch dem Kanzler nicht verborgen geblieben. „Wir sind alle zutiefst schockiert“, hatte Merz im Konrad-Adenauer-Haus gesagt. Man habe die Niederlage „in dieser Form so nicht erwartet“. Angesichts der Aussicht, dass eine laut Verfassungsschutz gesichert rechtsextreme Partei in einem Bundesland die Regierung übernehmen könnte, könne man „nicht zur Tagesordnung übergehen“. Konkrete Konsequenzen werde man aber erst in zwei Wochen besprechen – nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, die für die CDU ebenfalls schwer werden dürften. Dann dürfte es viel zu besprechen geben. Denn die Niederlage von Magdeburg kam nicht aus dem Nichts. Merz hat seinen Anhängern in seiner noch kurzen Amtszeit bereits einiges zugemutet – und im Umkehrschluss nicht immer das geliefert, was er versprochen hat. Das begann – so sagt er es selbst – mit dem Bruch seines Wahlversprechens, nicht an der Schuldenbremse zu rütteln. Dies werde Deutschland verteidigungsfähig machen und der Wirtschaft einen Schub geben, hieß es damals. Sicherheitspolitisch habe man tatsächlich deutliche Fortschritte gemacht, sagt Merz heute. Aber das versprochene Wachstum hat sich noch nicht eingestellt. Er habe damals einen „hohen politischen Kredit“ aufgenommen, den er noch nicht abgetragen habe, räumte der Kanzler ein. Hinzu kamen immer wieder handwerkliche Fehler seiner Regierung bis hin zur verstolperten Kabinettsumbildung vor einigen Wochen. Damit dürfte der Kanzler heute tiefer im Vertrauensdispo stecken als jemals zuvor. Und ein klarer Weg hinaus ist nicht in Sicht. Denn das, wofür Merz dereinst angetreten war, lässt sich heute kaum noch umsetzen. Ein ambitioniertes Reformprogramm wollte er Deutschland verordnen, dem Land nach dem jahrelangen Stillstand einen Schub nach vorn geben. Doch längst mehren sich die Anzeichen, dass die Koalition auch hier an den selbstgestellten Ansprüchen scheitern könnte. Widerstand in eigenen Reihen gefährdet Renten- und Steuerpläne Erst nahmen drei CDU-Ministerpräsidenten aus den neuen Bundesländern die geplante Reform der abschlagfreien Rente ab 63 in die Zange und bedrohten so die Statik des als Gesamtkunstwerk gepriesenen Kommissionsvorschlags zum Umbau der Altersvorsorge. Dann beschwerten sich die Finanzpolitiker der Union über eine vermeintlich wenig ambitionierte Steuerreform, die Merz allerdings selbst mit ausgehandelt hatte. Man werde da im parlamentarischen Verfahren noch auf deutliche Änderungen drängen, heißt es in der Fraktion. Ob die Reformagenda größere Abweichungen von den von Merz ausdrücklich gelobten Vorschlägen überleben kann, ist eine offene Frage. Eigentlich brauche es jetzt ein Signal von oben, um zu sehen, was überhaupt noch gemeinsam nötig ist, heißt es in der Spitze der Unionsfraktion. Aber ob das kommt? Auch in der SPD ist die Unruhe schließlich groß. Und ob Merz noch die Autorität hat, seine Vorstellungen in den eigenen Reihen überhaupt durchzusetzen, ist ebenfalls nicht klar. Denn in weiten Teilen der Partei wird der Kanzler mittlerweile als Belastung angesehen. In Sachsen-Anhalt tat Ministerpräsident Schulze viel dafür, möglichst wenig mit Merz in der Öffentlichkeit gesehen zu werden. Das Verhältnis zu NRW‑Landeschef Hendrik Wüst gilt als angespannt. Und der neue rheinland-pfälzische Regierungschef Gordon Schnieder ist nach der vermasselten Entlassung dessen Bruders als Verkehrsminister ebenfalls nicht gerade gut auf ihn zu sprechen. Ohne breite Rückendeckung wird Merz gleichwohl kaum in der Lage sein, seine Prioritäten durchzubringen. Zur Erinnerung: Im Bundestag verfügt Schwarz-Rot nur über zwölf Stimmen Mehrheit. Diese auf Linie zu halten, ist kein Selbstläufer, wie bereits die verpatzte Kanzlerwahl im Mai des vergangenen Jahres gezeigt hat. Neue Belastungsproben für Merz Gescheitert ist Merz bisher trotzdem nicht. Die Konjunkturdaten wiesen zuletzt vorsichtig nach oben, womöglich rettet das den Kanzler über die Zeit. Auch steht derzeit – noch – niemand bereit, um ihn gegen seinen Willen abzulösen. Allerdings: Welchen Verlauf die Debatte um ihn in zwei Wochen nehmen wird – wenn die CDU in Mecklenburg-Vorpommern womöglich einstellig wird und in Berlin das Rote Rathaus verlieren könnte –, lässt sich derzeit noch kaum absehen. Merz‘ Ansatz, das eigene Regierungshandeln nun besser erklären zu wollen, dürfte jedoch kaum ausreichen, um die Dinge noch einmal herumzureißen. Zwei weitere Zahlen sind eine Mahnung: Bei der Nachwahlbefragung in Sachsen-Anhalt wollten die Meinungsforscher von Infratest dimap auch wissen, ob die geplanten Sozialreformen auch gegen Widerstände durchgesetzt werden sollten. Nur 30 Prozent der Befragten sagten dazu ja. Und selbst unter CDU-Anhängern waren es nur 43 Prozent. Das zeigt: Es ist dem Kanzler in dem Bundesland nicht einmal gelungen, die eigenen Wähler von den eigenen Maßnahmen zu überzeugen. Versuchen will er es trotzdem. „Aufgeben ist für mich keine Option“, so der Kanzler auf die Frage nach seinem Verbleib im Amt. „Aber ich weiß, dass wir alle zusammen besser werden müssen.“

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7. September
Handelsblatt

Landtagswahl: Merz: „Dies ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahrzehnten eingefahren hat“

Merz – „schwerste Niederlage“ der CDU seit Jahrzehnten Berlin. Mit düsterem Blick tritt Friedrich Merz im Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses vor die vielen Journalisten. Sein Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, folgt ihm mit sicherem Abstand. „Wir sind alle zutiefst schockiert“, sagt der Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende gleich zu Beginn. Niemand in der CDU hätte die Niederlage in der Form erwartet. „Mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland.“ Es sei die „schwerste Niederlage“ gewesen, die die CDU in den vorigen Jahren und Jahrzehnten eingefahren hat. Gerade etwas mehr als 17 Prozent erreichte die CDU in Sachsen-Anhalt – wo sie bislang regiert und den Ministerpräsidenten stellt. Hatten die Demoskopen der Bundespartei nicht zuvor erklärt, der harte Kern der CDU-Wählerschaft liege bei 20 Prozent? Stattdessen hat die Partei 20 Prozentpunkte verloren. Vorbereitet auf diesen Fall war die Partei nicht. Den Beleg lieferten die ratlosen Statements führender CDU-Politiker. „Ein Desaster“ sei das Ergebnis für die CDU, hieß es von manchen. Andere sprachen von einem „Alarmsignal“. Niemand habe damit gerechnet. Ein „sehr schweres Ergebnis“ nannte die neue Generalsekretärin Franziska Hoppermann kurz nach 18 Uhr in der ARD die erste Prognose. „Das macht auch mit uns emotional ganz viel.“

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7. September
Neues Deutschland

Bundesregierung | Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Merz

- Politik - Bundesregierung Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Merz Der Kanzler will den Sparkurs fortsetzen, doch in der SPD werden Korrekturen gefordert. Die Position von Friedrich Merz in der Union erodiert. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt setzt die Bundesregierung unter Druck. Während die Union trotz ihres historischen Absturzes auf ihrem Sparkurs beharrt, wächst in der SPD der Wille, zentrale Aspekte des Reformpakets neu zu diskutieren. Zugleich mehren sich in der CDU Stimmen, die nicht nur über bessere Kommunikation, sondern über die politische Verantwortung für das Debakel sprechen wollen. Eine offene Personaldebatte über Friedrich Merz gibt es bislang allerdings nicht. »Jetzt die Reformen infrage zu stellen, wäre die völlig falsche Antwort«, meint Philipp Amthor, Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt. Auch CDU-Fraktionschef Thorsten Frei sieht trotz des »katastrophalen« Ergebnisses keinen Anlass für eine Kurskorrektur. Deutschland habe einen enormen Reformbedarf. Notwendige Entscheidungen könnten unpopulär sein und den Menschen auch »Zumutungen« abverlangen. Ein Fehler wäre, aus dem Wahlergebnis abzuleiten, dass Reformen vermieden werden müssten. Ähnlich argumentiert die Chefin des Bundeskanzleramts Nina Warken. Die Menschen spürten die Veränderungen noch nicht ausreichend, deshalb müsse die Regierung schneller werden und ihre Politik besser vermitteln. Über einen Austausch des Kanzlers dürfe jedoch nicht diskutiert werden. Regierung und Bundestag seien für vier Jahre gewählt, jetzt gehe es um Stabilität. Auch Alexander Dobrindt deutet das Ergebnis vor allem als Auftrag für einen konsequenten Reformkurs, um so auf Sorgen und Frustrationen der Menschen zu reagieren. Die Position des Merz-Lagers in der Union scheint ein zügiges Durchsetzen der Reformen zu sein, wovon man sich offenbar Rettung verspricht. Die Rede ist von einem besseren Narrativ und besserer Kommunikation, um die Unzufriedenheit zu senken. So erklärte Merz auf einer Pressekonferenz am Montag, es gebe keine Zweifel an der Richtigkeit dieses Kurses. Man müsse mehr tun, um die Menschen zu erreichen. Er selbst stehe als Bundeskanzler ganz vorn in der Verantwortung. »Aber ich habe nicht vor, mich dieser Verantwortung zu entziehen. Ich stelle mich dieser Aufgabe. Und ich weiß dabei auch die CDU, die Ministerpräsidenten, das Präsidium und den Bundesvorstand der CDU hinter mir.« Kritik in der CDU Doch jenseits des Merz-Lagers findet durchaus eine Debatte in der CDU statt. Das Ergebnis – 43,8 Prozent für die AfD und nur 17,2 Prozent für die CDU – hat eine Grundsatzdiskussion ausgelöst. Die Union verlor gegenüber 2021 mehr als die Hälfte ihres Stimmenanteils und gewann keinen einzigen der 41 Wahlkreise direkt. Der rheinland-pfälzische CDU-Landeschef Gordon Schnieder fordert deshalb vor allem klare Entscheidungen zu treffen und weniger zu streiten. »Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert«, sagt er. Nicht die Bürger*innen müssten die Politik besser verstehen – die Politik müsse liefern, was von ihr erwartet werde. Die rheinland-pfälzische CDU ist aufgrund des unrühmlichen Rauswurfs des ehemaligen Verkehrsministers Patrick Schnieder nicht gut auf Merz zu sprechen. Noch vor Kurzem hatte die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion ein Treffen mit Merz abgesagt. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer verlangt eine selbstkritische Pause. Die Politik dürfe nicht einfach nach ein oder zwei Wochen zum Alltag zurückkehren, sondern müsse sich fragen, was die Menschen bewege und warum sie so gewählt hätten. Andere Parteimitglieder sehen dagegen die zentrale Ursache bei Merz selbst. Gegenüber dem »Spiegel« sollen einflussreiche Bundespolitiker von einem »Kanzlerproblem« gesprochen haben. Merz war mit dem Anspruch angetreten, die AfD zu halbieren. Nun könnte ausgerechnet unter seiner Führung erstmals eine AfD-Regierungsbeteiligung in einem Bundesland möglich werden. Auch die CDU in Schleswig-Holstein unter Daniel Günther kritisiert den Merz-Kurs implizit. Es müsse »eine grundlegende und schonungslose Auseinandersetzung« geben, warum den demokratischen Parteien so viel Misstrauen entgegengebracht werde. »Kleine Korrekturen werden dafür nicht ausreichen.« Daniel Günther gilt als Vertreter des Merkel-Flügels in der CDU und steht dem Merz-Lager kritisch gegenüber. Eine Palastrevolte gegen Merz zeichnet sich dennoch nicht ab, da prominente Unionspolitiker*innen eine Personaldebatte entweder offen ablehnen oder zumindest nicht öffentlich führen. So hat Hendrik Wüst, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, es vermieden, die alten Gerüchte vom »Kanzlertausch« zu nähren. Gleichzeitig dürften nicht nur Teile der Union einen solchen Tausch für attraktiv halten. Gegenüber dem »Spiegel« soll demnach ein einflussreicher Sozialdemokrat geäußert haben: »Wenn sich die Union auf einen anderen Kanzler einigt, würden wir ihn wählen.« Neue Töne von der SPD Die SPD zieht aus dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt teilweise andere Schlüsse. Generalsekretär Tim Klüssendorf übernahm eine Mitverantwortung der Bundesregierung und fordert eine Überprüfung des bisherigen Reformkurses. Viele Menschen seien durch die Veränderungen verunsichert worden. Die Regierung habe nicht ausreichend erklärt, warum die Reformen notwendig seien. Vor allem bei Rente, Pflege, Gesundheit und den Energiepreisen sieht Klüssendorf Gesprächsbedarf. Die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren müsse diskutiert werden. Auch ein möglicher Preisdeckel für Kraftstoff solle ernsthaft geprüft werden. »Mit den Menschen, nicht gegen sie« müsse reformiert werden, fordert der SPD-Generalsekretär. Die SPD müsse selbst zeigen, wohin sie wolle. SPD-Chef Lars Klingbeil bezeichnete das Wahlergebnis deshalb als »Signal an Berlin«. Bundespolitische Entscheidungen hätten in Sachsen-Anhalt für Debatten gesorgt. Das sei ein Grund, über die Politik der Bundesregierung und ihren Reformkurs nachzudenken. »Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun«, sagte Klingbeil. Auch der SPD-Vizebundeschef und Landesvorsitzende der SPD Rheinland-Pfalz Alexander Schweitzer fordert Veränderungen bei der Rentenpolitik. »Es ist doch völlig klar, dass über diese Reformen diskutiert werden muss.« Vorschläge einer Expertenkommission, die dazu führen könnten, dass Menschen weniger erhalten, als sie im Laufe ihres Arbeitslebens erarbeitet hätten, »dürfen von der SPD keine Unterstützung bekommen«. Genau davor warnt der SPD-Politiker Ralf Stegner. Die Sozialdemokraten dürften die Bundesregierung nicht grundsätzlich infrage stellen. Ein Ende der Koalition könne zu Neuwahlen, einer Minderheitsregierung oder einer Zusammenarbeit der Union mit der AfD führen. Besonders kritisch sieht Stegner die Verbindung von höheren Rüstungsausgaben und sozialen Einschnitten: Das sei ein »Energydrink für die Rechtspopulisten«. Gegensätzliche Lehren Damit steht die SPD vor einem Spagat. Sie versucht, sich vom Kurs der Union abzugrenzen, will aber die Koalition nicht zu weit destabilisieren, da sie den Bruch der Regierung und somit Neuwahlen angesichts der Stärke der AfD fürchtet. Gleichzeitig fungiert eine solche Rhetorik für die Parteispitze als nützliches Ablassventil für den Druck in der eigenen Partei. Weite Teile der Basis, die mit den harten Reformen unzufrieden sind, machen gegen Klingbeil und Bärbel Bas mobil. Die kommenden Landtagswahlen könnten den Druck auf Berlin weiter erhöhen. Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. In Mecklenburg-Vorpommern droht der CDU ein historisch schlechtes Ergebnis, während die AfD in Umfragen deutlich vorne liegt, wenngleich ohne Regierungsperspektive. In Berlin steht die CDU ebenfalls nicht gut da. Es sind damit zwei gegensätzliche Lehren, die die Regierungsparteien aus der Wahl in Sachsen-Anhalt ziehen. Der Merz-Flügel der Union will ihren Kurs fortsetzen, beschleunigen und besser kommunizieren, während die SPD die Gefahr sieht, dass geplante Reformen die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wachsen lassen und die AfD stärken dürften. Für Merz und die Bundesregierung wird damit entscheidend sein, welche Schlussfolgerungen aus Sachsen-Anhalt gezogen werden. Noch geht es nicht um den Bruch der Koalition, der wegen der großen Furcht vor Neuwahlen unwahrscheinlich ist. Doch der Streit darüber, ob die Bundesregierung zu wenig oder zu viel reformiert– und ob sie die falschen Reformen durchsetzt –, dürfte in den kommenden Wochen deutlich schärfer werden. Mit Agenturen Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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7. September
Handelsblatt

Nach dem Wahl-Debakel: Merz: „Aufgeben ist für mich keine Option“

Nach dem Wahl-Debakel: Merz: „Aufgeben ist für mich keine Option“ Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich „schockiert“ vom haushohen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt gezeigt, will aber weiter für den Erfolg seiner schwarz-roten Bundesregierung kämpfen. „Aufgeben ist für mich keine Option“, sagte der CDU-Vorsitzende nach den Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin. Er sei für vier Jahre gewählt und werde seiner Verantwortung gerecht werden. Merz machte zwar deutlich, dass er am Reformkurs der Bundesregierung festhalten will, kündigte aber Gespräche mit der SPD darüber an. Die will vor allem die Rente nochmal in den Blick nehmen. Der Kanzler zeigte sich demütig und räumte ungewöhnlich offen eigene Fehler und Defizite ein. Er habe das Problem, dass viele Menschen seinen Gedanken und Beurteilungen nicht folgen könnten oder wollten, sagte er. „Das ist meine Bringschuld und die nehme ich an.“ Schwerste Niederlage „seit Jahrzehnten“ Die CDU hatte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt einen beispiellosen Absturz von 37,1 auf 17,2 Prozent erlitten - ein Minus von fast 20 Prozentpunkten. „Dies ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten eingefahren hat“, sagte Merz dazu. Dem Kanzler wird die Niederlage parteiintern mit angelastet - wenn auch nicht offen. Die Autorität des Kanzlers gilt ohnehin schon seit dem viel kritisierten Personalumbau vor der Sommerpause als deutlich angeknackst. Es gibt Spekulationen, ob ihn die beiden Landtagswahlen in zwei Wochen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu Fall bringen könnten. SPD will an den Reformen schrauben Erschwerend kommt für Merz hinzu, dass die SPD nun daran zweifelt, dass das vor dem Sommer beschlossene Reformprogramm wirklich so gut ist wie bisher dargestellt. Reformen seien wichtig, sagen zwar auch die SPD-Chefs. „Aber wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen“, betonte Bärbel Bas in der Parteizentrale. „Wenn Menschen hören, dass sie mehr und länger arbeiten sollen, weniger krank sein sollen und es grundsätzlich härter wird, dann schafft das Verunsicherung“, sagte Bas - das richtet sich ganz offenkundig gegen Merz. Nun müsse man mit dem Kanzler darüber reden, „wie wir den Menschen die Angst nehmen für die Reformen“. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf meldete konkreten Gesprächsbedarf zu Rente, Pflege, Gesundheit und Spritpreisen - ein ziemlich großer Brocken des Gesamtpakets. Doch allzu forsch kann auch die SPD jetzt nicht vorgehen, um sich nicht indirekt selbst zu schaden. „Jetzt noch die Bundesregierung in ein Chaos zu stürzen, das kann nicht unser Weg sein“, sagte Bas - und ergänzte direkt: „Aber wir müssen trotzdem was ändern“. Vizekanzler Lars Klingbeil betonte, bei den Reformen dürfe man eben nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen. Merz will über Rente, Haushalt, Steuer reden Merz sagte, er höre die Wortmeldungen aus der SPD. Natürlich müsse man über die Frage sprechen, wie man mit der Lebensbiografie langjährig Versicherter umgehe, die nun berechtigte Sorge um die Frage hätten, ob sie nach 45 Jahren in die Rente gehen dürften oder nicht. „Das ist vielleicht nicht hinreichend deutlich genug zum Ausdruck gekommen.“ Der Kanzler betonte zugleich die grundsätzliche Richtigkeit der notwendigen Reformen. Merz sagte weiter, auch das Thema Haushalt und Steuerreform werde noch einmal auf der Tagesordnung stehen. In der CDU/CSU-Fraktion gebe es den großen Wunsch, die Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger noch etwas umfangreicher ausfallen zu lassen. „Ich verschließe mich diesem Wunsch überhaupt nicht. Wir müssen nur gleichzeitig schauen, dass die Staatsfinanzen in Deutschland einigermaßen solide bleiben.“ Kanzler sieht seine Partei hinter sich Merz hatte den Wahlabend am Sonntag sechs Stunden lang in der Parteizentrale in Berlin zusammen mit anderen Spitzenleuten der Partei verfolgt. Am Morgen rief er zunächst die Ministerpräsidenten der CDU zusammen, um mit ihnen alleine zu beraten - ein ungewöhnlicher Schritt, der zeigt, wie brenzlig die Lage ist. Die Sitzung des Parteipräsidiums begann mit 50 Minuten Verspätung. Bei der Pressekonferenz nach den Gremiensitzungen betonte er, dass er sich der Unterstützung der Partei sicher sei. Er stelle sich seinen Aufgaben als Kanzler, „und ich weiß dabei auch die CDU, die Ministerpräsidenten, das Präsidium und den Bundesvorstand der CDU hinter mir“. Noch zwei Wochen Schonfrist Bis zu den nächsten Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September dürfte Merz vor offenen Angriffen aus der eigenen Partei sicher sein. Was danach passiert, steht auf einem anderen Blatt - und hängt von den Wahlergebnissen ab. In Berlin droht der CDU der Verlust des Amtes des Regierenden Bürgermeisters - möglicherweise an die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern könnte sie - wenn es ganz schlecht läuft - unter die Zehn-Prozent-Marke auf Platz 4 abstürzen. Die Debatte über einen Kanzlertausch könnte dann wieder voll ausbrechen - mit offenem Ausgang. Als möglicher Nachfolger wird seit Wochen der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst gehandelt. Der nahm an den Gremiensitzungen teil und wollte dann noch Wahlkampftermine in Berlin absolvieren. Kein Merz-Auftritt mehr in Mecklenburg-Vorpommern geplant Merz wird sich im Wahlkampf weiterhin rar machen. Der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sagte, es sei kein weiterer Auftritt des Regierungschefs und Parteivorsitzenden geplant. Bei seinem bisher einzigen Besuch in Kühlungsborn wurde er von einzelnen Wählern mit Pfiffen, Beschimpfungen und Rücktrittsforderungen empfangen. Verwandte Themen 2029 für Merz noch kein Thema Sollte Merz den Herbst als Kanzler überstehen, dürfte er durch das Gröbste durch sein. Im Frühjahr wird dann aber in Nordrhein-Westfalen gewählt. Sollte Wüst die Wahl dort gewinnen, steht Merz bald danach die nächste Debatte ins Haus - die über eine zweite Amtszeit. Dazu hat sich der 70-jährige Kanzler noch nicht eindeutig geäußert. Auf eine Frage dazu sagte er bei der Pressekonferenz: „Ich mache mir im Augenblick über vieles Gedanken, aber nicht über die Bundestagswahl 2029.“

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7. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Merz warnt die AfD

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Widerstand angekündigt für den Fall, dass die AfD die Landesregierung in Sachsen-Anhalt übernehmen und verfassungswidrige Politik umsetzen würde. „Die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird“, sagte Merz am Montag nach der Zusammenkunft der CDU-Führung in Berlin. „Bei uns wird Macht erteilt, nicht ergriffen“, sagte Merz. „Die Minderheit ist nicht der Feind der Mehrheit.“ Der CDU-Parteivorsitzende Merz spielte damit an auf die Möglichkeit, dass die AfD in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal eine Landesregierung stellen könnte. „Es gehört zur Demokratie, dass sich Mehrheitsverhältnisse ändern“, sagte Merz. Aber die Werte des Grundgesetzes ständen nicht zur Abstimmung. Menschen, die sich jetzt Sorgen machen, wolle er versichern: „Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil.“ Wir müssen versuchen, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen.Bundeskanzler Friedrich Merz Die Bundesregierung wolle ihren Kurs bei Rente, Gesundheit und Pflege fortführen, sagte Merz: „Unser Land braucht grundlegende Reformen.“ Es gehe um die Zukunft Deutschlands und die Chancen der Kinder und Enkelkinder. „Deswegen ist meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen“, sagte Merz. Aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt leite er ab, dass die Regierung die Reformen nicht mehr nur mathematisch und volkswirtschaftlich begründen könne. Nötig sei eine andere Ansprache, so Merz: „Wir müssen versuchen, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen.“ Das nehme er auch sich selbst vor. Viele Menschen fürchteten um ihr wirtschaftliches Fundament und ihre soziale Absicherung. Er wolle deswegen zusammen mit der SPD „einen besseren Überbau“ entwickeln, um zu erklären, warum die Regierung diese Reformen für notwendig und für richtig halte. Wie eine künftige Landesregierung in Sachsen-Anhalt aussehen könnte, ist offen. Die AfD kommt im neuen Landtag auf 39 Sitze und wäre für eine absolute Regierungsmehrheit auf die Unterstützung von mindestens drei weiteren Abgeordneten aus anderen Fraktionen angewiesen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sprach auf einer Pressekonferenz am Montag zusammen mit den AfD-Bundeschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla von einem „ganz klaren Regierungsauftrag“ für die AfD. Er trete aber nur dann zur Wahl als Ministerpräsident an, wenn sich abzeichne, „dass ich eine stabile Mehrheit auf den Weg gebracht habe“. Um diese Mehrheit zu organisieren, wolle er in den kommenden Tagen und Wochen Gespräche führen. Er ließ offen, welche Parteien als mögliche Koalitionspartner für die AfD infrage kommen. Er suche „nach einzelnen Abgeordneten oder Fraktionen“, die bereit seien, zusammenzuarbeiten. Die BSW-Spitzenkandidaten wollen sich bei einem dritten Wahlgang enthalten Der nächste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts wird vom Landtag in Magdeburg gewählt, der Zeitpunkt ist noch offen. Für die Wahl sind 42 Stimmen in den ersten beiden Wahlgängen erforderlich, in einem dritten Wahlgang würde eine einfache Mehrheit reichen. Dann könnte Siegmund auch nur mit den Stimmen der AfD-Abgeordneten zum Ministerpräsidenten gewählt werden, sofern sich genügend andere Abgeordnete enthalten. So ein Szenario schloss der AfD-Kandidat am Montag jedoch indirekt aus. Er wolle eine stabile Mehrheit. Offen für eine Zusammenarbeit mit der AfD zeigt sich bislang nur das BSW, das entgegen den Umfragen in den Landtag einzieht und dort fünf Abgeordnete stellen wird. In der Energie- und Russlandpolitik überschneiden sich beide Parteien inhaltlich, zudem lehnt das BSW-Spitzenpersonal die Brandmauer ab. „Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie“, sagte Spitzenkandidat Thomas Schulze im Deutschlandfunk. Jedoch blieb er bei dem BSW-Vorschlag, einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt ins Spiel zu bringen und dann mit wechselnden Mehrheiten zu regieren. Man werde dafür „zeitnah“ eine Person aus Sachsen-Anhalt nennen, sagte Schulze. Siegmund wolle sie nicht wählen, hatte auch die andere BSW-Spitzenkandidatin, Claudia Wittig, am Sonntagabend in der ARD gesagt. Beide BSW-Spitzenkandidaten bekräftigten jedoch auch, dass sie sich in einem etwaigen dritten Wahlgang bei der Wahl des Ministerpräsidenten enthalten würden. Unterdessen rief ein Aktionsbündnis namens „Widersetzen“ zum Tag der Ministerpräsidentenwahl zu Protest auf. „Wir können CDU und BSW nicht vertrauen, dass sie nicht doch einen AfD-Ministerpräsidenten ins Amt wählen und damit historische Schuld auf sich laden“, hieß es in einer Pressemitteilung. Geplant sei, den Landtag am Tag der Ministerpräsidentenwahl zu umstellen. Man könne Tausende Menschen mobilisieren. Die Organisation Campact kündigte Protestaktionen in mehreren Städten noch in dieser Woche an.

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7. September
Tagesschau

Merz zu Wahl in Sachsen-Anhalt: "Aufgeben ist für mich keine Option"

Merz zu Wahl in Sachsen-Anhalt "Aufgeben ist für mich keine Option" Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ist der Schock groß in der CDU. Es habe sich "nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland", sagt Kanzler Merz. Aufgeben sei für ihn aber keine Option. CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt und der Niederlage seiner Partei Konsequenzen angekündigt. "Wir sind alle zutiefst schockiert", sagte Merz nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. "Wir haben es in dieser Form so nicht erwartet." Man habe das selbstverständlich zu akzeptieren, das seien die Regeln der Demokratie. "Aber mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland." Es sei "die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten eingefahren hat", so Merz. "Das Ganze wird natürlich Konsequenzen haben müssen." Es sei klar, dass die CDU nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Das Wahlergebnis löse große Erschütterungen aus, im Land und in der CDU. Er werde versuchen, dem Ernst der Lage Rechnung zu tragen. Das Wahlergebnis mache auch etwas mit ihm persönlich, sagte Merz. Es habe zudem Auswirkungen auch auf die internationale Lage und finde international Beachtung. "Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil" Angesichts einer möglichen AfD-geführten Regierung in Magdeburg betonte Merz, er wolle "allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil." Das Grundgesetz schütze und garantiere diese Ordnung, und "die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird". Diese Botschaft gehe auch "an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt. Wir wissen, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung trägt." Deutschland werde seine feste Verankerung in Europa immer aufrechterhalten. "Aufgeben ist für mich keine Option" Persönliche Konsequenzen erwägt Merz nicht. "Aufgeben ist für mich keine Option." Er wisse, "dass wir alle zusammen besser werden müssen. Und ich suche nach Wegen, wie wir das hinbekommen." Es gehe darum, dass auch künftige Generationen in Freiheit, Frieden und Sicherheit leben könnten. Dafür wolle er Verantwortung übernehmen. "Und vor dieser Verantwortung laufe ich nicht davon." Merz bekräftigt Notwendigkeit von Reformen Der Kanzler bekräftigte zugleich die Notwendigkeit grundlegender Reformen in Deutschland. "Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als um die Zukunft unseres Landes und die Chancen unserer Kinder und Enkelkinder". Dies "dürfen wir nicht verspielen", so Merz. "Deswegen ist meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen." Die Reformen müssten dabei aber den Menschen besser erklärt werden. Er wisse, dass dies ein Standardsatz sei, der häufig in der Politik verwendet werde. Er reiche aber nicht mehr. "Wir müssen versuchen, ich selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen", betonte der Kanzler. "Wir wissen, dass viele Menschen Angst haben um ihre eigene Zukunft, um das wirtschaftliche Fundament, um ihre soziale Absicherung." Er werde in den kommenden Tagen mit dem Koalitionspartner SPD reden. Der Reformkurs sei grundsätzlich richtig. Merz machte aber auch deutlich, dass er bereit sei, über einzelne Aspekte der Rentenreform und auch über das Volumen der Steuerreform zu reden. Schulze: CDU hat keinen Regierungsauftrag mehr Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze kündigte Konsequenzen an. "Ich bin dort als Spitzenkandidat angetreten und werde daraus natürlich auch entsprechende Konsequenzen ziehen", sagte der CDU-Politiker. Er kündigte an, dem Landesvorstand der Partei am Abend einen Vorschlag für das weitere Verfahren zu unterbreiten. Der CDU-Spitzenkandidat sprach von einer schweren Niederlage. "Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition. Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD." Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Die CDU kam mit herben Verlusten auf Platz zwei.

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7. September
taz (Öko & Co)

CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: „Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD“

CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: „Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD“ Bundeskanzler Merz räumt ein, dass sein Regierungskurs schlecht für die Wahl war, will aber daran festhalten. Spitzenkandidat Schulze zieht erste Konsequenzen. afp/dpa/rtr | CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz hat Konsequenzen aus der Niederlage seiner Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt angekündigt. Er und die CDU seien „zutiefst schockiert“ über den hohen Wahlsieg der AfD, sagte Merz am Montag in Berlin. „Das ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten auch eingefahren hat.“ Es sei klar, dass die CDU „nicht zur Tagesordnung übergehen“ könne. Merz bekräftigte aber die Notwendigkeit grundlegender Reformen in Deutschland. Es gehe „um nicht mehr als die Zukunft unseres Landes und die Chancen unserer Kinder und Enkelkinder“. Dies „dürfen wir nicht verspielen“, betonte der CDU-Vorsitzende. „Deswegen ist meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen.“ Die Reformen müssten dabei aber den Menschen besser erklärt werden, sagte Merz. Er wisse, dass dies ein „Standardsatz“ sei, der häufig in der Politik verwendet werde. Er reiche aber nicht mehr. „Wir müssen versuchen, ich selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen“, betonte der Kanzler. „Wir wissen, dass viele Menschen Angst haben um ihre eigene Zukunft, um das wirtschaftliche Fundament, um ihre soziale Absicherung.“ Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag deutlich vor der regierenden CDU gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verpasst. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei konnte ihr Ergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen mehr als verdoppeln. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze kamen nur noch auf 17,2 Prozent. Ihr Wert wurde damit halbiert. „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition“ Schulze hat bereits Konsequenzen angekündigt. „Ich bin dort als Spitzenkandidat angetreten und werde daraus natürlich auch entsprechende Konsequenzen ziehen“, sagte Schulze nach Sitzungen der Spitzengremien seiner Partei in Berlin. Er kündigte an, dem CDU-Landesvorstand am Abend einen Vorschlag für das weitere Verfahren zu unterbreiten. „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition. Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD“, so Schulze. Er wolle nun „alle Anstrengungen darauf richten, in der Koalition zusammen mit der SPD eine neue, bessere, (…) Erzählung, einen besseren Überbau zu ermöglichen, warum wir diese Reformen für notwendig und für richtig halten“, sagte Merz. Seine Partei werde darüber auch in den nächsten Tagen nochmals „intensiv“ diskutieren. Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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7. September
Die Zeit (Politik)

CDU nach der Landtagswahl: Friedrich Merz »zutiefst schockiert« über Ergebnis in Sachsen-Anhalt

In einer ersten öffentlichen Stellungnahme nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz von der »schwersten Wahlniederlage seit Jahrzehnten« für seine Partei gesprochen. »Das Ganze wird Konsequenzen haben müssen«, sagte Merz bei einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Das Ergebnis habe man »in dieser Form nicht erwartet«, sagte der Kanzler. »Wir sind alle zutiefst schockiert.« Dennoch müsse die Wahl nun akzeptiert werden – »das sind die Regeln unserer Demokratie«. Allerdings habe sich mit der gestrigen Wahl etwas verändert, »nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland«. Das Wahlergebnis habe auch Auswirkungen auf die internationale Lage. »Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen« Wenn fast 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler in einem Bundesland bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien wählten, die die demokratischen Institutionen und Spielregeln in Deutschland grundlegend infrage stellten, »können wir nicht zur Tagesordnung übergehen«, sagte Merz. »Wir tun das nicht.« Dass sich Mehrheitsverhältnisse ändern, gehöre zum Wesen der Demokratie, sagte Merz. Regierungen und ihre Politik stünden immer wieder zur Abstimmung. »Aber eines steht nicht zur Abstimmung: Das sind die Regeln unseres Zusammenlebens und die Werte unseres Grundgesetzes«, sagte der Kanzler. »Bei uns wird Macht erteilt, nicht ergriffen, und die Minderheit ist nicht der Feind der Mehrheit.« Merz zeigte sich auch selbstkritisch über die Art und Weise, wie die Bundesregierung den Reformkurs der schwarz-roten Koalition bisher kommuniziert habe. Die Reformen müssten »besser erklärt« werden, sagte der Kanzler. »Wir müssen versuchen – ich selbst auch –, die Menschen in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen.« Zugleich verteidigte er den Kurs der Bundesregierung. »Unser Land braucht grundlegende Reformen.« Darin sei er sich auch mit dem Koalitionspartner SPD einig. Er sei entschlossen, den Reformkurs fortzusetzen. Schulze lässt Zukunft offen Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ließ seine Zukunft in der Landespolitik und in der CDU zunächst offen. Zugleich sagte er, dass seine Partei keinen Regierungsauftrag mehr habe. »Wir sind Opposition«, sagte er. »Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD.« Die Entscheidungen und Geschicke, wie es in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren weitergehe, lägen jetzt beim Landtag. Die AfD lag bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag vorläufigen Ergebnissen zufolge deutlich vor der regierenden CDU, verfehlte aber eine absolute Mehrheit. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei konnte ihr Ergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen mehr als verdoppeln. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Schulze kamen nur noch auf 17,2 Prozent. Ihr Wert wurde damit halbiert.

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7. September
Die Welt (Politik)

„Dieses Wahlergebnis löst große Erschütterungen aus“, sagt Merz und kündigt Konsequenzen an

„Dieses Wahlergebnis löst große Erschütterungen aus“, sagt Merz und kündigt Konsequenzen an Die CDU steht nach der Wahlpleite in Sachsen-Anhalt unter Schock. Friedrich Merz bezeichnet sie als die schwerste Niederlage der CDU seit Jahrzehnten. SPD-Chefin Bärbel Bas nutzt ihre Pressekonferenz indes für Kritik am Bundeskanzler. Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen. CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz hat Konsequenzen nach der Niederlage seiner Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt angekündigt. „Wir sind alle zutiefst schockiert“, sagte Merz in Berlin. „Wir haben es in dieser Form so nicht erwartet.“ Gleichwohl gestand er ein: „Wir haben es zu akzeptieren, das sind die Regeln unserer Demokratie. Aber mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland.“ << Alles zur Sachsen-Anhalt-Wahl lesen Sie in unserem Liveticker >> Und weiter: „Wenn fast 60 Prozent der Wähler politische Parteien wählen, die die demokratischen Institutionen unseres Landes infrage stellen, dann ist das ein Wahlergebnis, mit dem wir nicht zur Tagesordnung übergehen könnten. Das macht etwas mit uns. Auch mit mir persönlich. Das ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahrzehnten eingefahren hat. Das wird Konsequenzen haben müssen.“ Merz bekräftigte aber die Notwendigkeit grundlegender Reformen in Deutschland. Es gehe „um nicht weniger als die Zukunft unseres Landes und die Chancen unserer Kinder und Enkelkinder“. Dies „dürfen wir nicht verspielen“, betonte der CDU‑Vorsitzende. „Deswegen ist meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen.“ Die Reformen müssten dabei aber den Menschen besser erklärt werden. Merz kündigt Gespräche mit SPD-Spitze an Der CDU-Vorsitzende sagte in Berlin, er werde versuchen, in den nächsten Tagen mit der Parteiführung der SPD darüber zu sprechen. „Wir müssen reden über die Frage, wie wir in der Bundesregierung jetzt den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen.“ Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag deutlich vor der regierenden CDU gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verpasst. Die Partei konnte ihr Ergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen mehr als verdoppeln. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze kamen nur noch auf 17,2 Prozent. Ihr Wert wurde damit im Vergleich zur Wahl 2021 mehr als halbiert. Er stelle sich natürlich die Frage, so Merz weiter, „wie es so weit kommen konnte. Ich suche die Gründe auch hier in Deutschland. Ich suche sie auch bei mir. Was ist da an Angst vorhanden in der Bevölkerung, die wir möglicherweise unterschätzt haben?“ Er sprach dabei vom Rechtspopulismus und „zum Teil extremen Rechtspopulismus“. Es gebe eine Sehnsucht nach Disruption. Allerdings, sagte Merz, müsse auch die AfD inhaltliche Kompromisse finden. „Vielleicht müssen wir auch das nochmal stärker betonen.“ Merz mahnt die AfD: „Das Grundgesetz gilt auch in Sachsen-Anhalt“ Angesichts einer möglichen AfD-geführten Regierung in Magdeburg sagte Merz, er wolle „allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil.“ Das Grundgesetz schütze und garantiere diese Ordnung, und „die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird“. Diese Botschaft geht auch „an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt. Wir wissen, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung trägt.“ Der Kanzler mahnte die AfD, sich bei der Übernahme einer Regierung an das Grundgesetz zu halten. „Wenn dort Grenzen überschritten werden, werden wir aus Sicht der Bundesregierung alles tun, um das zu korrigieren“, sagte Merz. „Das Grundgesetz gilt auch in Sachsen-Anhalt, auch nach einer Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten.“ Der Kanzler verwies auf die im Grundgesetz verankerte Pflicht zur Bundestreue: „Auch ein Land wie Sachsen-Anhalt ist verpflichtet, sich in den wesentlichen Teilen der Politik, die der Bund bestimmt, bundestreu zu verhalten.“ Dies betreffe beispielsweise „die gesamte Einwanderungs- und Ausländerpolitik“, sagte Merz. „In der Durchführung mag es da sicher Spielräume geben“, sagte er. „Aber in den Grundzügen wird diese Politik in Berlin entschieden und nicht in Magdeburg.“ CDU-Spitzenkandidat Schulze gestand auf der Pressekonferenz ein: „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr. Wir sind Opposition“, sagte er nach den Gremiensitzungen. Die „Entscheidungen und Geschicke, wie es in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren weitergeht“, lägen jetzt „im Landtag bei den Abgeordneten, die gewählt sind“. „Es wird mit Sicherheit niemanden aus der CDU-Fraktion geben, der – Sie haben es gerade Überläufer genannt oder was auch immer – da in Frage kommt“, sagte Schulze mit Blick auf mögliche Abweichler auf eine Reporterfrage. „Und glauben Sie mir, das BSW von Frau Wagenknecht wird dafür sorgen, dass die AfD hier den Ministerpräsidenten stellt.“ Siegmund sieht „ganz klaren Regierungsauftrag“ Der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, hatte das Wahlergebnis zuvor bereits als „ganz klaren Regierungsauftrag“ für seine Partei bezeichnet. „Er könnte deutlicher kaum sein.“ Sich selbst bezeichnete der AfD-Politiker als „vielleicht nächsten Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt“. Um im neu gewählten Landtag eine Regierungsmehrheit zu bekommen, werde er Gespräche führen mit „einzelnen Fraktionen oder einzelnen Abgeordneten, die mit uns gemeinsam diese historische Aufgabe stemmen wollen“. Dafür wolle er „jedem Akteur im Landtag von Sachsen-Anhalt selbstverständlich erstmal die Hand reichen“, sagte Siegmund. Die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sicherten Siegmund ihre Unterstützung bei der Regierungsbildung zu. Weidel sprach von einem „Traumergebnis“ in Sachsen-Anhalt, Chrupalla von einem „absolut historischen Ergebnis“. Die AfD-Chefin wertete das Ergebnis der Landtagswahl als schwere Schlappe für die CDU-geführte Bundesregierung. „Kein Kanzler zuvor war so unbeliebt wie Friedrich Merz, der eine große Belastung für eine gedeihliche Entwicklung in Deutschland geworden ist“, sagte Weidel. „Die CDU/CSU wird nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen können“, fügte sie hinzu. Ihr erklärtes Ziel sei es, den Abstand zwischen AfD und Union auf Bundesebene „in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anwachsen zu lassen für die nächste Bundestagswahl“. Auch die SPD trat nach ihrer Gremiensitzung vor die Presse. Parteichefin Bärbel Bas sagte: „Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein tiefer Einschnitt für das Land, für die Demokratie.“ Die AfD habe zwar keine absolute Mehrheit erreicht, aber das Ergebnis sei keine Entwarnung, sondern eine Warnung. „Als SPD jubeln wir nicht über unser Ergebnis, aber wir senden auch das Signal: Unser demokratisches Fundament ist stabiler, als die AfD es gerne hätte.“ Sie warnte davor, Sozialreformen gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. „Wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen“, sagte Bas. Zwar seien Reformen notwendig, um die sozialen Sicherungssysteme zu erhalten und die Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig brauche es aber sichere Arbeitsplätze, gute Löhne und sinkende Preise. Das Wahlergebnis sei ein deutliches Signal an die Bundesregierung. Gleichzeitig warf sie Merz indirekt eine „schädliche Rhetorik“ vor. „Wenn Menschen hören, dass sie mehr und länger arbeiten sollen und dass es grundsätzlich härter wird, dann schafft das Verunsicherung und auch Misstrauen. Diese Rhetorik hilft auch nicht. Im Gegenteil: Sie ist schädlich.“ Die Menschen bräuchten stattdessen Verlässlichkeit bei Rente, Gesundheit und Pflege. Die Linke rechnet mit einem AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei enorm groß, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern in Berlin. Parteichefin Ines Schwerdtner ergänzte, es bleibe das Ziel, die AfD von der Macht fernzuhalten und Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

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7. September
FAZ (Politik)

Liveblog zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Merz: Wir sind alle zutiefst schockiert

Liveblog zur Wahl in Sachsen-Anhalt : Merz: Wir sind alle zutiefst schockiert Lesezeit: Kanzler Merz am Tag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mit dem CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze im Konrad-Adenauer-Haus in BerlinOmer Messinger Kanzler zu Wahlausgang: Halten an Reformen fest – „Aufgeben ist für mich keine Option“ +++ SPD ist offen für überparteilichen Ministerpräsidenten +++ alle Entwicklungen im Liveblog „Wir sind alle zutiefst schockiert“ Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich entsetzt über den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gezeigt. „Wir sind alle zutiefst schockiert“, sagte Merz am Montag in einer Pressekonferenz. „Wir haben es in dieser Form so nicht erwartet. Wir haben es selbstverständlich zu akzeptieren“, so Merz weiter. Dieses Wahlergebnis werde Auswirkungen haben. Man könne nach diesem Wahlergebnis nicht zur Tagesordnung übergehen. Merz sprach von der „schwersten Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten“ eingefahren habe. „Das Ganze wird natürlich Konsequenzen haben müssen.“ Es gehöre zur Demokratie, dass sich Mehrheitsverhältnisse änderten. Regierungen und ihre Politik stünden immer wieder zur Abstimmung. „Das ist das selbstverständliche Wesen der Demokratie“, so Merz. „Aber eines steht nicht zur Abstimmung: Das sind die Regeln unseres Zusammenlebens und die Werte unseres Grundgesetzes.“ Merz machte deutlich, dass diese Werte „nicht zur Disposition unseres Staates“ stehen. „Bei uns wird Macht erteilt, nicht ergriffen, und die Minderheit ist nicht der Feind der Mehrheit.“ Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt werde. „Diese Botschaft geht auch an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt. Wir wissen, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung trägt. Wir werden unsere politische Ordnung und unsere feste Verankerung in Europa immer aufrechterhalten“, so Merz. Es gehöre zur Demokratie, dass sich Mehrheitsverhältnisse änderten. Regierungen und ihre Politik stünden immer wieder zur Abstimmung. „Das ist das selbstverständliche Wesen der Demokratie“, so Merz. „Aber eines steht nicht zur Abstimmung: Das sind die Regeln unseres Zusammenlebens und die Werte unseres Grundgesetzes.“ Merz machte deutlich, dass diese Werte „nicht zur Disposition unseres Staates“ stehen. „Bei uns wird Macht erteilt, nicht ergriffen, und die Minderheit ist nicht der Feind der Mehrheit.“ Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt werde. „Diese Botschaft geht auch an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt. Wir wissen, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung trägt. Wir werden unsere politische Ordnung und unsere feste Verankerung in Europa immer aufrechterhalten“, so Merz. Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag im Konrad-Adenauer-Haus. Omer Messinger Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat Forderungen der SPD nach Änderungen bei den geplanten Reformen zurückgewiesen. Er sei überzeugt, dass die Koalition aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt „keine falschen Schlussfolgerungen ziehen darf“, sagte Frei vor einer Sitzung der Unionsfraktion am Montag in Berlin. „Eine falsche Schlussfolgerung wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzte.“ Frei erinnerte daran, dass die Spitzen der Koalition bereits vereinbart hätten, die Vorschläge der Alterssicherungskommission für eine Rentenreform im Paket umzusetzen. Der Bundeskanzler und auch die SPD-Parteivorsitzenden hätten sich die Kommissionsempfehlungen „zu eigen gemacht“, sagte Frei. Dies sei „etwas, worauf wir uns politisch verständigt haben“. Die Koalition dürfe nun nicht durch eine neue Rentendebatte „eine Situation eintreten lassen, wo die Menschen gar nicht mehr wissen, wofür die Koalition steht“, warnte Frei. Die Reformen seien nötig, „damit auch in Zukunft diese sozialen Sicherungssysteme zur Absicherung der Menschen zur Verfügung stehen“. Frei erinnerte daran, dass die Spitzen der Koalition bereits vereinbart hätten, die Vorschläge der Alterssicherungskommission für eine Rentenreform im Paket umzusetzen. Der Bundeskanzler und auch die SPD-Parteivorsitzenden hätten sich die Kommissionsempfehlungen „zu eigen gemacht“, sagte Frei. Dies sei „etwas, worauf wir uns politisch verständigt haben“. Die Koalition dürfe nun nicht durch eine neue Rentendebatte „eine Situation eintreten lassen, wo die Menschen gar nicht mehr wissen, wofür die Koalition steht“, warnte Frei. Die Reformen seien nötig, „damit auch in Zukunft diese sozialen Sicherungssysteme zur Absicherung der Menschen zur Verfügung stehen“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Merz: Sachsen-Anhalt muss sich bundestreu verhalten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat mit Blick auf die von der AfD angekündigten Änderungen in Sachsen-Anhalt auf die Vorgaben aus Berlin verwiesen: Letztlich müsse sich auch ein Land wie Sachsen-Anhalt bundestreu verhalten, sagte der Kanzler. Dies gelte etwa für die Einwanderungs- und Migrationspolitik. „Das Grundgesetz gilt auch in Sachsen-Anhalt“, so Merz weiter.  Was heißt „bundestreu“? Die Pflicht der Länder, sich bundestreu zu verhalten, ergibt sich unmittelbar aus dem Grundgesetz. Das in der Verfassung verankerte Prinzip der Bundestreue soll sicherstellen, dass Bund und Länder als Teile eines Bundesstaates trotz ihrer Eigenständigkeit eng an die gemeinsame Verfassungsordnung gebunden bleiben. Um die sich aus der Bundestreue ergebenden Pflichten genauer zu bestimmen, haben Wissenschaft und Rechtsprechung verschiedene Fallgruppen entwickelt. Demnach müssen sich Bund und Länder gegenseitig helfen, informieren und beraten. Außerdem müssen sie fair miteinander umgehen, ihre Entscheidungen aufeinander abstimmen und zusammenarbeiten. Schließlich dürfen sie sich nicht widersprüchlich oder missbräuchlich verhalten. Verträge müssen sowohl vom Bund als auch von den Ländern eingehalten werden. Im äußersten Fall: Bundeszwang Neben der Bundestreue sieht das Grundgesetz auch das Instrument des sogenannten Bundeszwangs vor. Sofern ein Land die ihm nach der Verfassung oder einem Gesetz obliegenden Pflichten gegenüber dem Bund nicht erfüllt, kann die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates „notwendige Maßnahmen“ treffen, um das Land zur Erfüllung seiner Pflichten „anzuhalten“. Das Instrument des Bundeszwangs zielt ebenfalls auf die Sicherung der bundesstaatlichen Ordnung. In der mehr als sieben Jahrzehnte langen Geschichte der Bundesrepublik hat bislang allerdings noch keine Bundesregierung davon Gebrauch gemacht. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Israels Botschafter entsetzt über AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt Der Botschafter Israels in Deutschland, Ron Prosor, hat sich entsetzt über den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gezeigt. „Die Wahl in Sachsen-Anhalt am Wochenende sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland am Herzen liegt“, sagte Prosor am Montag den Funke-Zeitungen. „Nur 80 Jahre nach der Shoah erzielte eine Partei, deren Führungskräfte das Berliner Holocaust-Mahnmal als 'Denkmal der Schande' bezeichneten, Rekordzuwächse."  Antisemitismus sei ein Gift, das nicht toleriert werden dürfte, betonte Prosor. „Deutschland braucht an allen Fronten eine Brandmauer gegen Antisemitismus - nicht nur Worte der Verurteilung, sondern konkrete Taten.“ Die Europäische Rabbinerkonferenz wertete das Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt als „Weckruf“. Dies gelte auch für die Arbeit der Medien, erklärte Generalsekretär Gady Gronich: „Wer die AfD über Monate zum Mittelpunkt der politischen Berichterstattung macht und jede Provokation verstärkt, muss sich fragen, ob er damit nicht selbst zu ihrer Stärke beigetragen hat.“ Auch die Parteien der Mitte müssten sich fragen, „warum sie so viele Menschen nicht mehr erreichen“. Antisemitismus sei ein Gift, das nicht toleriert werden dürfte, betonte Prosor. „Deutschland braucht an allen Fronten eine Brandmauer gegen Antisemitismus - nicht nur Worte der Verurteilung, sondern konkrete Taten.“ Die Europäische Rabbinerkonferenz wertete das Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt als „Weckruf“. Dies gelte auch für die Arbeit der Medien, erklärte Generalsekretär Gady Gronich: „Wer die AfD über Monate zum Mittelpunkt der politischen Berichterstattung macht und jede Provokation verstärkt, muss sich fragen, ob er damit nicht selbst zu ihrer Stärke beigetragen hat.“ Auch die Parteien der Mitte müssten sich fragen, „warum sie so viele Menschen nicht mehr erreichen“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Frauenanteil im Landtag von Sachsen-Anhalt sinkt auf 21,7 Prozent Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sind nach den vorläufigen Ergebnissen 18 Frauen und 65 Männer in das neue Landesparlament gewählt worden. Damit liegt der Frauenanteil bei 21,7 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hätte der Landtag von Sachsen-Anhalt damit den niedrigsten Anteil von weiblichen Abgeordneten unter allen deutschen Parlamenten. Im aktuellen Landtag lag der Frauenanteil bei 27,8 Prozent, etwas höher als in Sachsen (27,5 Prozent) und Bayern (24,6 Prozent). Nach Angaben der Statistiker sind im Landesparlament Hamburgs (48,8 Prozent) prozentual die meisten Frauen im Bundesvergleich vertreten. Geschlechtliche Parität in den Fraktionen des neuen Landtags erreichen den Wahlergebnissen zufolge Grüne, Linke und SPD mit jeweils vier von acht Mandaten. Es folgen das BSW mit 40 Prozent (zwei von fünf Mandaten), die CDU mit 13,3 Prozent (zwei von 15) und die AfD mit 5,1 Prozent Frauenanteil (zwei von 39 Mandaten). Geschlechtliche Parität in den Fraktionen des neuen Landtags erreichen den Wahlergebnissen zufolge Grüne, Linke und SPD mit jeweils vier von acht Mandaten. Es folgen das BSW mit 40 Prozent (zwei von fünf Mandaten), die CDU mit 13,3 Prozent (zwei von 15) und die AfD mit 5,1 Prozent Frauenanteil (zwei von 39 Mandaten). Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Kirchen und Verbände sorgen sich nach AfD-Erfolg um sozialen Frieden Kirchen, Sozialverbände und Migrantenorganisationen sorgen sich nach dem Wahlerfolg der AfD um die Rechte von Minderheiten und Andersdenkenden. In einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung forderten die Spitzen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die Partei dazu auf, „die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren“.  In einer Erklärung der Bischöfe und Kirchenpräsidenten in Sachsen-Anhalt hieß es: „Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland.“ In einer Erklärung der Bischöfe und Kirchenpräsidenten in Sachsen-Anhalt hieß es: „Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen AfD-Spitzenkandidat Siegmund vorerst ohne Ambitionen im Bund Sachsen-Anhalts AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund hat nach eigenen Angaben zunächst keine bundesweiten Ambitionen in seiner Partei. „Wenn ich ein Thema aufmache, dann mache ich es auch zu Ende. Und ich stehe ganz klar hier hinter unserer Bundesspitze. Alice Weidel muss Bundeskanzlerin werden“, sagte er in Berlin auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur, ob er sich langfristig eine Rolle in der Bundespolitik vorstellen könne oder sich als reiner Landespolitiker sehe. Er fügte hinzu: „Aber ich meine, ich bin 35 Jahre alt, wer weiß was in 10, 20, 30 Jahren ist - alles ist möglich.“  AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit den Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel auf der Bundespressekonferenz am Montag. Omer Messinger Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen AfD an den Urnen deutlich stärker als bei Briefwählern Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bei der Urnenwahl deutlich besser abgeschnitten als bei der Briefwahl. Aus dem vorläufigen Ergebnis geht hervor, dass die Partei rechnerisch ohne Briefwähler eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag geholt hätte.  Bei Wählern, die in den Wahllokalen ihre Stimme abgaben, kommt die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestufte Partei auf 51,2 Prozent der Stimmen. Bei der Briefwahl entfielen nur 24,3 Prozent der gültigen Stimmen auf die AfD. Sie liegt dort gleichauf mit der CDU, für die sich ebenfalls 24,3 Prozent der Briefwähler entschieden. In den Wahllokalen wählten hingegen nur 14,5 Prozent die Partei von Ministerpräsident Sven Schulze. AfD-Politiker haben vor der Wahl und in den vergangenen Jahren wiederholt und meist ohne konkrete Belege Zweifel an der Sicherheit und Rechtmäßigkeit der Briefwahl geäußert und ihre Anhänger dazu aufgerufen, nur vor Ort zu wählen. Wahlforschern zufolge fallen die Briefwahlergebnisse der Partei auch deshalb schlechter aus als die der Urnenwahl. In Sachsen-Anhalt stimmten diesmal 27,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler per Brief ab. 2021 waren es 29,1 Prozent gewesen. Bei Wählern, die in den Wahllokalen ihre Stimme abgaben, kommt die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestufte Partei auf 51,2 Prozent der Stimmen. Bei der Briefwahl entfielen nur 24,3 Prozent der gültigen Stimmen auf die AfD. Sie liegt dort gleichauf mit der CDU, für die sich ebenfalls 24,3 Prozent der Briefwähler entschieden. In den Wahllokalen wählten hingegen nur 14,5 Prozent die Partei von Ministerpräsident Sven Schulze. AfD-Politiker haben vor der Wahl und in den vergangenen Jahren wiederholt und meist ohne konkrete Belege Zweifel an der Sicherheit und Rechtmäßigkeit der Briefwahl geäußert und ihre Anhänger dazu aufgerufen, nur vor Ort zu wählen. Wahlforschern zufolge fallen die Briefwahlergebnisse der Partei auch deshalb schlechter aus als die der Urnenwahl. In Sachsen-Anhalt stimmten diesmal 27,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler per Brief ab. 2021 waren es 29,1 Prozent gewesen. Auszählung von Briefwahlstimmen am 6. September in Halle an der Saale. dpa Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen SPD ist offen für überparteilichen Ministerpräsidenten Die SPD ist offen dafür, notfalls auch einen überparteilichen Kandidaten zum Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt zu wählen. Er halte das nicht für das allererste Mittel der Wahl, sagte Spitzenkandidat Armin Willingmann in Berlin. „Aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori ablehnen.“ Die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt hatte das BSW ins Spiel gebracht. Dieser Ministerpräsident solle mit wechselnden Mehrheiten regieren, unter Einbeziehung der AfD, so der Vorschlag. Wellingmann sagte, die mögliche Verständigung auf einen überparteilichen Ministerpräsidenten werde „wohl aktuell diskutiert“. Die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt hatte das BSW ins Spiel gebracht. Dieser Ministerpräsident solle mit wechselnden Mehrheiten regieren, unter Einbeziehung der AfD, so der Vorschlag. Wellingmann sagte, die mögliche Verständigung auf einen überparteilichen Ministerpräsidenten werde „wohl aktuell diskutiert“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Kubicki glaubt trotz Wahlniederlage weiter an Fortbestehen der FDP Ungeachtet der schweren Niederlage der FDP bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt glaubt ihr Vorsitzender Wolfgang Kubicki weiter an die Zukunft seiner Partei. „Ich mache mir keine Sorgen, dass die Freien Demokraten jetzt endgültig von der politischen Bildfläche verschwinden, jedenfalls unter meiner Führung – glaube ich – eher nicht“, sagte Kubicki in Berlin, wo das FDP-Präsidium den Wahlausgang beriet.  Mit einem Ergebnis von 2,6 Prozent war die FDP aus einem weiteren Landtag und auch aus der letzten Landesregierung geflogen, in der sie noch saß. Er mache sich grundlegende Sorgen über den öffentlichen Auftritt der Liberalen und über die Frage, ob sie noch Bindungswirkung herstellen könnten, sagte Kubicki. Vielleicht müsse die FDP ihre differenzierten Argumente den Menschen „etwas pointierter darbringen“. Die Zeit für ihn als neuer FDP-Chef sei einfach zu kurz gewesen, sagte Kubicki. Er sei erst drei Monate im Amt, dazwischen sei auch noch Sommerpause gewesen. „Es ist offensichtlich immer noch nicht gelungen, die positiven Werte der Person Wolfgang Kubicki mit der FDP zu verbinden.“ Bei allen FDP-Veranstaltungen seien „die Hütten voll“ gewesen. Auch bei Auftritten auf Plätzen habe es eine relativ große Zustimmung gegeben. „Aber es zahlt auf die Marke FDP momentan noch nicht ein.“ Mit einem Ergebnis von 2,6 Prozent war die FDP aus einem weiteren Landtag und auch aus der letzten Landesregierung geflogen, in der sie noch saß. Er mache sich grundlegende Sorgen über den öffentlichen Auftritt der Liberalen und über die Frage, ob sie noch Bindungswirkung herstellen könnten, sagte Kubicki. Vielleicht müsse die FDP ihre differenzierten Argumente den Menschen „etwas pointierter darbringen“. Die Zeit für ihn als neuer FDP-Chef sei einfach zu kurz gewesen, sagte Kubicki. Er sei erst drei Monate im Amt, dazwischen sei auch noch Sommerpause gewesen. „Es ist offensichtlich immer noch nicht gelungen, die positiven Werte der Person Wolfgang Kubicki mit der FDP zu verbinden.“ Bei allen FDP-Veranstaltungen seien „die Hütten voll“ gewesen. Auch bei Auftritten auf Plätzen habe es eine relativ große Zustimmung gegeben. „Aber es zahlt auf die Marke FDP momentan noch nicht ein.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Banaszak fordert einen Kurswechsel in Berlin Die Grünen führen den Wahlsieg der AfD auf die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) geführte Bundesregierung zurück – und fordern nun einen Kurswechsel. Ein „Weiter so“ sei nun „die denkbar falsche Reaktion“, sagt Grünen-Ko-Parteichef Felix Banaszak bei einer Pressekonferenz in Berlin. Er erwarte, dass der Kanzler und die Bundesregierung ihrer Verantwortung gerecht würden. Merz hätte das Ergebnis erwarten und mehr als „blutleere Floskeln und Phrasen“ vorbereiten müssen.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Bas: Reformen nicht gegen die Menschen machen Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt SPD-Chefin Bärbel Bas davor, Sozialreformen gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. „Wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen“, sagt Bas. Zwar seien Reformen notwendig, um die sozialen Sicherungssysteme zu erhalten und die Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig brauche es aber sichere Arbeitsplätze, gute Löhne und sinkende Preise. Das Wahlergebnis sei ein deutliches Signal an die Bundesregierung. Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und weniger Krankheitstagen schürten Verunsicherung und Misstrauen. Diese Rhetorik sei schädlich, kritisiert Bas. Die Menschen bräuchten stattdessen Verlässlichkeit bei Rente, Gesundheit und Pflege.   Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Von Angern und Schwerdtner kritisieren „Taktisch wählen“ scharf Die sachsen-anhaltische Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern hat Kampagnen der Initiative „Taktisch wählen“ und der Nichtregierungsorganisation „Campact“ für die Verluste ihrer Partei bei der Landtagswahl verantwortlich gemacht. Die „Leihstimmen an andere demokratische Parteien“ seien „bitter“, sagte von Angern am Montag in Berlin. Beide Organisationen hatten dazu aufgerufen, mit der Zweitstimme SPD oder Grüne zu wählen, um deren Landtagseinzug zu sichern. Die Linken-Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner kritisierte, „Taktisch wählen“ verfolge keinen langfristigen Ansatz: „Das ist keine Strategie gegen eine starke Rechte, schon gar nicht unter den Arbeitern“. Dass das Erststimmenergebnis der Linken in Sachsen-Anhalt mit 12 Prozent deutlich besser ausfiel als das Zweitstimmenergebnis (8,6 Prozent), deutet auf einen solchen Leihstimmen-Effekt hin. Bei den Erststimmen dürfte die Linke allerdings umgekehrt von Leihstimmen von SPD- und Grünen-Anhängern profitiert haben: In Magdeburg und Halle gewann die Partei insgesamt drei Direktmandate. In diesen Wahlkreisen hatte „Taktisch Wählen“ dazu aufgerufen, mit der Erststimme die Linken-Bewerber zu unterstützen. Laut Infratest dimap hat die Linkspartei in Sachsen-Anhalt im Saldo 5000 Zweitstimmen an die Grünen verloren und keine Zweitstimmen an die SPD. An zwei andere Parteien verlor die Linkspartei demnach mehr Zweitstimmen: 15.000 frühere Linken-Wähler stimmten für das BSW. 12.000 Stimmen verlor die Linke im Saldo an die AfD. Dass das Erststimmenergebnis der Linken in Sachsen-Anhalt mit 12 Prozent deutlich besser ausfiel als das Zweitstimmenergebnis (8,6 Prozent), deutet auf einen solchen Leihstimmen-Effekt hin. Bei den Erststimmen dürfte die Linke allerdings umgekehrt von Leihstimmen von SPD- und Grünen-Anhängern profitiert haben: In Magdeburg und Halle gewann die Partei insgesamt drei Direktmandate. In diesen Wahlkreisen hatte „Taktisch Wählen“ dazu aufgerufen, mit der Erststimme die Linken-Bewerber zu unterstützen. Laut Infratest dimap hat die Linkspartei in Sachsen-Anhalt im Saldo 5000 Zweitstimmen an die Grünen verloren und keine Zweitstimmen an die SPD. An zwei andere Parteien verlor die Linkspartei demnach mehr Zweitstimmen: 15.000 frühere Linken-Wähler stimmten für das BSW. 12.000 Stimmen verlor die Linke im Saldo an die AfD. Ines Schwerdtner, Bundesvorsitzende der Linken, und Eva von Angern, Linken-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, kommen zu einer Pressekonferenz zum Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in das Haus der Bundespressekonferenz. dpa Auf die Wählerwanderung zugunsten dieser Parteien angesprochen, zeigten sich Schwerdtner und von Angern in Berlin ratlos. Von Angern sagte, sie stehe da „vor einem gewissen Phänomen“. Dass ehemalige Linken-Wähler die Korruptionsskandale der AfD und die „Zerrissenheit“ des BSW „augenscheinlich ausblenden“ würden, sei für sie schwer nachvollziehbar. Durch die drei gewonnenen Direktmandate könnte sich die Ausrichtung der Linken-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt verschieben: Während Spitzenkandidatin Eva von Angern für einen dezidiert pragmatischen Kurs steht, gingen zumindest zwei der drei Direktmandate an Linken-Politiker, die dem linken Flügel der Partei zugeordnet werden. Das wurde auch im Wahlkampf deutlich: Sowohl Jannik Balint (Halle) als auch Mustafa Groener (Magdeburg) warben für einen „Gehaltsdeckel“ für Abgeordnete, dem von Angern skeptisch gegenübersteht. Groener werden zudem gute Kontakte zur Linkspartei-Arbeitsgemeinschaft „Palästinasolidarität“ nachgesagt. Anders als auf Bundesebene und im Berliner Landesverband war diese Strömung in der sachsen-anhaltischen Linkspartei bisher wenig einflussreich. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Merz will nicht aufgeben Der Bundeskanzler hat sich entschlossen gezeigt, weiterzumachen. „Aufgeben ist für mich keine Option“, sagte Friedrich Merz auf Nachfrage. Und zur Frage nach einer Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl sagte er, er mache sich im Augenblick über vieles Gedanken, aber nicht darüber. Er fügte hinzu: „Ich weiß, dass wir alle zusammen besser werden müssen.“ Er suche nach Wegen, wie das hinzubekommen sei. Das sei „nicht nur eine Frage von rationalem Politikverständnis, sondern es ist auch eine Frage der Zuwendung, der Empathie, der Emotionen“. Er gehöre nicht zu denen, die jeden Tag Emotionen vor sich hertrügen, gab Merz zu. Aber die Bevölkerung wolle da auch andere Antworten haben. „Sie will vor allen Dingen wissen, warum wir das alles machen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Schulze kündigt Konsequenzen an Der gescheiterte CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat persönliche Konsequenzen angekündigt. „Das ist eine schwere Niederlage, die wir gestern in der CDU Sachsen-Anhalt erlitten haben“, sagte Schulze in Berlin. Er sei als Spitzenkandidat angetreten und werde „daraus natürlich auch entsprechende Konsequenzen ziehen“.  Schulze sagte, er werde dem Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt am Abend ein Verfahren dazu vorzuschlagen. „Glauben Sie mir, das trifft uns alle natürlich innerhalb der Partei, nicht nur in Sachsen-Anhalt schon sehr schwer.“ Schulze stellte noch einmal klar, dass die CDU keinen Regierungsauftrag mehr habe. „Wir sind Opposition.“ Der Regierungsauftrag liege nun bei der AfD. Schulze sagte, er werde dem Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt am Abend ein Verfahren dazu vorzuschlagen. „Glauben Sie mir, das trifft uns alle natürlich innerhalb der Partei, nicht nur in Sachsen-Anhalt schon sehr schwer.“ Schulze stellte noch einmal klar, dass die CDU keinen Regierungsauftrag mehr habe. „Wir sind Opposition.“ Der Regierungsauftrag liege nun bei der AfD. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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7. September
Süddeutsche Zeitung

Wahl in Sachsen-Anhalt: Nach Wahl-Debakel der CDU: Stellungnahme von Merz in Berlin

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Alle Nachrichten, Analysen und Hintergründe zur Wahl in Sachsen-Anhalt finden Sie zudem auf unserer Themenseite. Wichtige Updates Siegmund will bei stabiler Mehrheit zur Ministerpräsidentenwahl antreten Welche Regierungsoptionen es gibt BSW-Spitzenkandidat: BSW würde sich im dritten Wahlgang enthalten Vorläufige Ergebnisse: AfD verpasst absolute Mehrheit – BSW zieht in den Landtag ein Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph – Siegmund spricht von Zusammenarbeit Nach dem Wahl-Debakel der CDU: Stellungnahme von Merz in Berlin Nach dem Wahl-Debakel der CDU in Sachsen-Anhalt äußert sich am Nachmittag auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Davor traf sich die Bundespartei zu Beratungen. Mit dabei im Berliner Konrad-Adenauer-Haus: Spitzenkandidat Sven Schulze, der am Sonntag mit der CDU von 37,1 auf 17,2 Prozent abgestürzt ist. Merz wird die Niederlage mit angelastet. So hat Sachsen-Anhalt gewählt – vorläufiges Ergebnis Nach Auszählung aller 2661 Wahlbezirke gab die Landeswahlleitung um 2.56 Uhr folgende vorläufige Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekannt: AfD: 43,8 % CDU: 17,2 % Linke: 8,6 % SPD: 9,3 % Grüne: 8,9 % BSW: 5,3 % FDP: 2,6 % Andere: 4,4 % Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei 77,8 Prozent. Bei der vergangenen Wahl 2021 lag sie bei 60,3 Prozent. Dobrindt drängt nach AfD-Wahlsieg auf mehr Reformen im Bund Die Union muss nach Ansicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit einem konsequenten Reformkurs im Bund auf den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reagieren. „Es kommt jetzt entscheidend auf die Union an“, sagte der CSU-Politiker auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Man dürfe das Land nicht denen überlassen, die „aus der Vergangenheit nichts gelernt haben aber für die Zukunft das Blaue vom Himmel versprechen“. Dobrindt nannte den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt ein „politisches Beben“, weil „Systemgegner und Systemkritiker“ gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Entschieden hätten die Wahl die „Ängste, Sorgen und Frustrationen“ der Menschen. Und darauf müsse jetzt mit Reformen reagiert werde. „Unser Land braucht Veränderungen“, betonte Dobrindt. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“ Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben. Dobrindt nannte den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt ein „politisches Beben“, weil „Systemgegner und Systemkritiker“ gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Entschieden hätten die Wahl die „Ängste, Sorgen und Frustrationen“ der Menschen. Und darauf müsse jetzt mit Reformen reagiert werde. „Unser Land braucht Veränderungen“, betonte Dobrindt. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“ Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) steht beim politischen Frühschoppen Gillamoos auf der Bühne. Peter Kneffel/dpa Siegmund will bei stabiler Mehrheit zur Ministerpräsidentenwahl antreten AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will nach dem Wahlsieg seiner Partei in Sachsen-Anhalt bei den anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten des neuen Landtags eine Mehrheit suchen. Sein „erklärtes Ziel“ sei es, „dass wir schnellstmöglich eine stabile Mehrheit, auf die wir uns verlassen können, im Landtag von Sachsen-Anhalt auf den Weg bringen“, sagte Siegmund in Berlin. Dies solle „unter der Maßgabe“ geschehen, dass Kernpositionen etwa bei Migration und innerer Sicherheit „zu 100 Prozent umgesetzt“ würden. Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. „Selbstverständlich trete ich als Ministerpräsidentenkandidat in Sachsen-Anhalt an, wenn es sich abzeichnet, dass ich eine stabile Mehrheit auf den Weg gebracht habe“, sagt er. „Das ist heute überhaupt nicht absehbar. Deswegen ist es jetzt unser Anspruch, genau diese stabile Mehrheit in den nächsten Tagen und Wochen zu organisieren.“ Siegmund kündigte ausdrücklich an, Gespräche mit den einzelnen Fraktionen sowie mit einzelnen Abgeordneten führen zu wollen. Entsprechende Gespräche würden bereits „heute angestoßen“. Dieses Vorgehen sei kein Widerspruch zu seinen Ankündigungen vor der Wahl, nur allein regieren zu wollen, sagte Siegmund auf eine entsprechende Nachfrage. „Der Plan war ganz klar eine Alleinregierung.“ Bei den anstehenden Gesprächen müsse geguckt werden: „Wer sind diese Menschen, kann man das so machen, dass wir politisch unseren Werten treu bleiben.“ So könne es auch sein, dass es beim BSW Stimmen geben werde, die einen Wechsel wollten. Er wolle aber „keine Spielchen“, sodass man sich dann später nicht darauf verlassen könne. „Selbstverständlich trete ich als Ministerpräsidentenkandidat in Sachsen-Anhalt an, wenn es sich abzeichnet, dass ich eine stabile Mehrheit auf den Weg gebracht habe“, sagt er. „Das ist heute überhaupt nicht absehbar. Deswegen ist es jetzt unser Anspruch, genau diese stabile Mehrheit in den nächsten Tagen und Wochen zu organisieren.“ Siegmund kündigte ausdrücklich an, Gespräche mit den einzelnen Fraktionen sowie mit einzelnen Abgeordneten führen zu wollen. Entsprechende Gespräche würden bereits „heute angestoßen“. Dieses Vorgehen sei kein Widerspruch zu seinen Ankündigungen vor der Wahl, nur allein regieren zu wollen, sagte Siegmund auf eine entsprechende Nachfrage. „Der Plan war ganz klar eine Alleinregierung.“ Bei den anstehenden Gesprächen müsse geguckt werden: „Wer sind diese Menschen, kann man das so machen, dass wir politisch unseren Werten treu bleiben.“ So könne es auch sein, dass es beim BSW Stimmen geben werde, die einen Wechsel wollten. Er wolle aber „keine Spielchen“, sodass man sich dann später nicht darauf verlassen könne. Verdi fordert klare Haltung gegen AfD-Zusammenarbeit Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, die demokratischen Parteien vor einer Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt. „Kein Demokrat darf den Faschisten zur Regierungsmacht verhelfen“, sagte Werneke laut einer Mitteilung. Der AfD-Wahlsieg sei „für alle demokratischen Kräfte in Deutschland ein bitteres und alarmierendes Ergebnis“.  Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Weidel: Streben 40 Prozent bei Bundestagswahl an AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat die Ambitionen ihrer Partei für die nächste Bundestagswahl nach oben geschraubt. „Mein erklärtes Ziel ist, den Abstand deutlich in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anzuwachsen für die nächste Bundestagswahl“, sagte Weidel. „Die CDU/CSU wird nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen können. Das ist Fakt.“ Die Menschen wünschten sich einen Politikwechsel. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla sagte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU.“ Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla sagte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU.“ Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. Auftritt auf der Bundespressekonferenz: Ulrich Siegmund (li.) gemeinsam mit Tino Chrupalla und Alice Weidel. Foto: Clemens Bilan/EPA Schnieder: „Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert“ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und CDU-Chef Gordon Schnieder hat die Bundesregierung aufgefordert, klare Entscheidungen zu treffen und weniger zu streiten. „Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert. Dass Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden“, sagte Schnieder in Mainz. „Deutschland kann sich keinen politischen Dauerstreit leisten.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ein selbstkritisches Innehalten in der Politik für dringend erforderlich. Er habe die Hoffnung, „dass wir nicht in einer oder zwei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass wir jetzt wirklich endlich anfangen zu schauen, was bewegt die Menschen, warum wählen sie so“, sagte der CDU-Politiker in Dresden. „Und es ärgert mich total über die vergangenen Jahre, dass das eben nicht passiert ist.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ein selbstkritisches Innehalten in der Politik für dringend erforderlich. Er habe die Hoffnung, „dass wir nicht in einer oder zwei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass wir jetzt wirklich endlich anfangen zu schauen, was bewegt die Menschen, warum wählen sie so“, sagte der CDU-Politiker in Dresden. „Und es ärgert mich total über die vergangenen Jahre, dass das eben nicht passiert ist.“ Welche Regierungsoptionen es gibt Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand gewonnen. Ulrich Siegmund ist deshalb aber noch nicht Ministerpräsident. Seiner Partei fehlen drei Sitze zur absoluten Mehrheit. Rechnerisch könnte sie mit dem BSW regieren – politisch ist ein solches Bündnis bislang nicht absehbar. Möglich wäre auch eine Regierung aller übrigen Parteien oder ein Minderheitsmodell. Besondere Bedeutung könnte die Wahl des Ministerpräsidenten bekommen: Nach zwei gescheiterten Wahlgängen kann schließlich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen. Doch selbst dann wäre Siegmunds Wahl keineswegs sicher. AfD und die vier Parteien CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen jeweils über 39 Sitze. Dem BSW kommt mit fünf Mandaten eine Schlüsselrolle zu, doch auch einzelne Abgeordnete können eine entscheidende Rolle spielen. Lesen Sie mehr dazu im Text von Tim Frehler: Besondere Bedeutung könnte die Wahl des Ministerpräsidenten bekommen: Nach zwei gescheiterten Wahlgängen kann schließlich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen. Doch selbst dann wäre Siegmunds Wahl keineswegs sicher. AfD und die vier Parteien CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen jeweils über 39 Sitze. Dem BSW kommt mit fünf Mandaten eine Schlüsselrolle zu, doch auch einzelne Abgeordnete können eine entscheidende Rolle spielen. Lesen Sie mehr dazu im Text von Tim Frehler: Kirchen besorgt über Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erfüllt die Kirchen mit „großer Sorge“. „Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland“, teilten die Bischöfe der evangelischen und der katholischen Kirche, Friedrich Kramer und Gerhard Feige, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche, Karsten Georg Wolkenhauer, mit. Die Sorge gelte auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben werde. „Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen.“Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Sein katholischer Amtskollege Feige appellierte an die AfD, die Verfassung von Sachsen-Anhalt und das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.“ Kanzleramtschefin Warken gegen Personaldiskussion Kanzleramtschefin Nina Warken pocht auf eine stabile Bundesregierung nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt. „Es wäre jetzt das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden“, sagt die CDU-Politikerin in der ARD auf die Frage nach Bundeskanzler Friedrich Merz. „Die Regierung ist für vier Jahre gewählt, der Bundestag ist für vier Jahre gewählt. Wir brauchen jetzt hier auch eine gewisse Stabilität.“ Merz sei auch derjenige, der Dinge anstoße und voranbringe, die verändert werden müssten.  Warken fordert, dass die schwarz-rote Koalition die angegangenen Reformen umsetze. „Wir müssen schneller werden“, damit die Menschen spürten, dass sich etwas verändere. Die Wirtschaft müsse „endlich wieder auf Trab“ gebracht und die sozialen Sicherungssysteme stabilisiert werden. Warken fordert, dass die schwarz-rote Koalition die angegangenen Reformen umsetze. „Wir müssen schneller werden“, damit die Menschen spürten, dass sich etwas verändere. Die Wirtschaft müsse „endlich wieder auf Trab“ gebracht und die sozialen Sicherungssysteme stabilisiert werden. Internationale Pressestimmen zur Wahl in Sachsen-Anhalt Das starke Abschneiden der in dem Bundesland als rechtsextremistisch eingestuften Partei sorgt über Deutschland hinaus für ein großes Echo. Viele große internationale Medien machen den Wahlausgang zu ihrer Top-Story.   Italien, La Stampa: „81 Jahre nach Hitlers Untergang, der das Land in Trümmern und mit der unauslöschlichen Schuld des Holocaust zurückließ, gewinnt eine Partei, die sich mehr oder weniger ausdrücklich auf jenes Deutschland beruft, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.“   Schweiz, Neue Zürcher Zeitung: „Der schlimmste Albtraum der CDU ist wahr geworden: Die Wähler haben die Partei halbiert. Sie holte das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland und verlor die Wahl noch dazu mit der AfD an eine Partei rechts von ihr. Würde der frühere CSU-Chef Franz Josef Strauß noch leben, der einst sagte, an dieser Stelle dürfe es keine demokratisch legitimierte Partei neben der Union geben, er wäre entsetzt.“ Großbritannien, The Independent: „(…) Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann. Zudem ist der Sieg ein symbolischer Rückschlag für (Bundeskanzler Friedrich) Merz, dessen Mitte-Rechts-Partei Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren regierte.“ USA, Wall Street Journal: „Alles, was einst feststand, zerfällt, und viele der Instrumente, die einst dazu dienten, die extreme Rechte einzudämmen, haben sich als nutzlos oder gar kontraproduktiv erwiesen. Der überwältigende Sieg der AfD im kleinen ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird das demokratische Lager zwingen, seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken und einige Wahrheiten neu zu bewerten, die bisher als unumstößlich galten.“ Auch internationale Politik-Prominenz meldete sich zu Wort. Mehr dazu lesen Sie im Artikel der SZ-Korrespondenten: Italien, La Stampa: „81 Jahre nach Hitlers Untergang, der das Land in Trümmern und mit der unauslöschlichen Schuld des Holocaust zurückließ, gewinnt eine Partei, die sich mehr oder weniger ausdrücklich auf jenes Deutschland beruft, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.“ Schweiz, Neue Zürcher Zeitung: „Der schlimmste Albtraum der CDU ist wahr geworden: Die Wähler haben die Partei halbiert. Sie holte das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland und verlor die Wahl noch dazu mit der AfD an eine Partei rechts von ihr. Würde der frühere CSU-Chef Franz Josef Strauß noch leben, der einst sagte, an dieser Stelle dürfe es keine demokratisch legitimierte Partei neben der Union geben, er wäre entsetzt.“ Großbritannien, The Independent: „(…) Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann. Zudem ist der Sieg ein symbolischer Rückschlag für (Bundeskanzler Friedrich) Merz, dessen Mitte-Rechts-Partei Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren regierte.“ USA, Wall Street Journal: „Alles, was einst feststand, zerfällt, und viele der Instrumente, die einst dazu dienten, die extreme Rechte einzudämmen, haben sich als nutzlos oder gar kontraproduktiv erwiesen. Der überwältigende Sieg der AfD im kleinen ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird das demokratische Lager zwingen, seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken und einige Wahrheiten neu zu bewerten, die bisher als unumstößlich galten.“ Auch internationale Politik-Prominenz meldete sich zu Wort. Mehr dazu lesen Sie im Artikel der SZ-Korrespondenten: Anna Schimpp Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf: Dieses Wahlergebnis macht uns Angst Die Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf zeigt sich entsetzt über den AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. „Dieses Wahlergebnis macht uns Angst“, sagte die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees nach Mitteilung der Organisation in München. Weiter fragte sie: „Auf welchem Weg ist Deutschland? Dem Weg, den es schon einmal gegangen ist? “Eva Umlauf (Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees) „Die Tatsache, dass noch einmal in einem deutschen Landesparlament eine rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion Platz nehmen wird, hätten wir als Überlebende des Holocaust nie für möglich gehalten“, so Umlauf. Die Auschwitz-Überlebende kündigte an, weiter für Demokratie und Erinnerung zu kämpfen. „Das sind wir unseren ermordeten Angehörigen schuldig, und das ist unsere Verpflichtung den jungen Menschen in Deutschland gegenüber.“  In Berlin fügte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, hinzu: „Nicht nur der Blick von Holocaust-Überlebenden auf unser Land verdüstert sich. Nach diesem Wahlergebnis werden sich Menschen in vielen Ländern Europas fragen, welche Antworten die demokratischen Parteien jetzt in Deutschland finden und wie stabil die Demokratie der Deutschen ist.“ In Berlin fügte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, hinzu: „Nicht nur der Blick von Holocaust-Überlebenden auf unser Land verdüstert sich. Nach diesem Wahlergebnis werden sich Menschen in vielen Ländern Europas fragen, welche Antworten die demokratischen Parteien jetzt in Deutschland finden und wie stabil die Demokratie der Deutschen ist.“ BSW-Spitzenkandidat: BSW würde sich im dritten Wahlgang enthalten Der BSW-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze, hat angekündigt, dass sich die neue Landtagsfraktion seiner Partei bei einem dritten Wahlgang bei der Wahl eines Ministerpräsidenten enthalten würde. „Wir werden uns an einer Brandmauer-Koalition nicht beteiligen“, sagte Schulze im Deutschlandfunk. Man wolle mit allen Parteien sprechen. Man müsse dem BSW nicht vorwerfen, „Steigbügelhalter“ zu sein, das seien die anderen Parteien, erklärte Schulze. „Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie.“ Schnittmengen mit der AfD gebe es zum Beispiel bei der Forderung, die Sanktionen gegenüber Russland aufzuheben. Im dritten Wahlgang reicht im Magdeburger Landtag eine einfache Mehrheit für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten – dann könnte etwa die AfD ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durchbringen. Man müsse aber warten, ob Siegmund sich überhaupt der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen werde, sagte Schulze. Er erwarte, dass die AfD als Wahlsiegerin auf die anderen Parteien zugehe. Zugleich bekräftigte Schulze, dass das BSW einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlagen wolle. Man werde dafür „zeitnah“ eine Person aus Sachsen-Anhalt nennen, sagte er. Man wolle mit allen Parteien sprechen. Man müsse dem BSW nicht vorwerfen, „Steigbügelhalter“ zu sein, das seien die anderen Parteien, erklärte Schulze. „Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie.“ Schnittmengen mit der AfD gebe es zum Beispiel bei der Forderung, die Sanktionen gegenüber Russland aufzuheben. Im dritten Wahlgang reicht im Magdeburger Landtag eine einfache Mehrheit für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten – dann könnte etwa die AfD ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durchbringen. Man müsse aber warten, ob Siegmund sich überhaupt der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen werde, sagte Schulze. Er erwarte, dass die AfD als Wahlsiegerin auf die anderen Parteien zugehe. Zugleich bekräftigte Schulze, dass das BSW einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlagen wolle. Man werde dafür „zeitnah“ eine Person aus Sachsen-Anhalt nennen, sagte er. SPD-Vize Schweitzer sieht Gesprächsbedarf beim Reformkurs Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer hält es nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt für notwendig, den Reformkurs der Bundesregierung zu überdenken. „Es ist doch völlig klar, dass über diese Reform diskutiert werden muss“, sagte Schweitzer mit Blick auf die geplante Überarbeitung des Rentensystems. Die Vorschläge der Rentenkommission müssten noch einmal auf den Tisch. Aus Sicht des SPD-Vizevorsitzenden hat die Bundesregierung „keinen geringen Anteil“ am Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas noch die richtigen SPD-Vorsitzenden seien, antwortete er: „Das sind sie.“ Aus Sicht des SPD-Vizevorsitzenden hat die Bundesregierung „keinen geringen Anteil“ am Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas noch die richtigen SPD-Vorsitzenden seien, antwortete er: „Das sind sie.“ Söder spricht nach AfD-Wahlsieg von „Epochenbruch“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betrachtet den deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt als historischen Einschnitt. „Zunächst mal muss man da schon durchschnaufen“, sagte er dem Radiosender Bayern 2. „Das ist eine echte Zäsur und ein Stück weit auch ein Epochenbruch.“ Er warnte die Schwesterpartei CDU allerdings davor, jetzt „auf Biegen und Brechen“ selbst mit „Kleinstmehrheiten“ regieren und den Ministerpräsidenten stellen zu wollen. „Ich glaube nicht, dass es ein erfolgversprechender Ansatz wäre“, sagte er dem Radiosender. „Das Wahlergebnis umzuinterpretieren, wäre eine schwierige Sache.“ Für die Bürger wäre es „schwierig, das zu verstehen“, meint er. „Der Auftrag liegt eindeutig bei der AfD“, sagte Söder. „Das ist jetzt Demokratie, deshalb gilt es, das zunächst einmal anzuerkennen.“ Die Landtagswahl sei „eine Denkzettelwahl“ gewesen, „die weniger mit Sachsen-Anhalt als mehr mit Berlin zu tun hat“. Spätestens jetzt müsse klar sein: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Bundesregierung müsse „einen deutlichen Zacken zulegen“ bei Reformen – aber „sozial ausbalanciert“. Man müsse sich fragen, „wie man die Politik nicht nur besser verkauft, sondern an einigen Stellen auch ändert“. Wichtig sei „eine Renaissance von Wirtschaft und Industrie“, diese gelte es „sozial gerecht zu organisieren“. Er warnte die Schwesterpartei CDU allerdings davor, jetzt „auf Biegen und Brechen“ selbst mit „Kleinstmehrheiten“ regieren und den Ministerpräsidenten stellen zu wollen. „Ich glaube nicht, dass es ein erfolgversprechender Ansatz wäre“, sagte er dem Radiosender. „Das Wahlergebnis umzuinterpretieren, wäre eine schwierige Sache.“ Für die Bürger wäre es „schwierig, das zu verstehen“, meint er. „Der Auftrag liegt eindeutig bei der AfD“, sagte Söder. „Das ist jetzt Demokratie, deshalb gilt es, das zunächst einmal anzuerkennen.“ Die Landtagswahl sei „eine Denkzettelwahl“ gewesen, „die weniger mit Sachsen-Anhalt als mehr mit Berlin zu tun hat“. Spätestens jetzt müsse klar sein: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Bundesregierung müsse „einen deutlichen Zacken zulegen“ bei Reformen – aber „sozial ausbalanciert“. Man müsse sich fragen, „wie man die Politik nicht nur besser verkauft, sondern an einigen Stellen auch ändert“. Wichtig sei „eine Renaissance von Wirtschaft und Industrie“, diese gelte es „sozial gerecht zu organisieren“.

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7. September
FAZ (Politik)

Liveblog zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Was sagt Merz zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt?

Liveblog zur Wahl in Sachsen-Anhalt : Was sagt Merz zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt? Lesezeit: Friedrich Merz am Montag bei einem Treffen der CDU-SpitzeReuters Chrupalla: Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU +++ BSW-Spitzenkandidat: Würden uns in drittem Wahlgang enthalten +++ Patt im Landtag zwischen AfD und erklärten AfD-Gegnern +++ alle Entwicklungen im Liveblog Merz und Schulze wollen sich zur Wahl äußern Für 13.30 Uhr war eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit dem CDU-Spitzenkandidaten von Sachsen-Anhalt Sven Schulze in Berlin angesetzt. Dass der Kanzler dabei ganz grundsätzlich werden könnte, deutete sich schon vor dem bitteren Wahlabend für seine CDU an. Am Samstag sprach Merz nahe Hannover bei einer Wahlkampfveranstaltung. In Niedersachsen stehen Kommunalwahlen an. Merz forderte dort, nach den Wahlen über eine neue inhaltliche Ausrichtung nachzudenken, die Frage nach der Generationengerechtigkeit zu stellen. Vom „Wohlstand für alle Generationen“ sprach er. Was sagt der Kanzler nun am Tag nach der Wahl, bei dem die CDU ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt hat? Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Klaus Bardenhagen Vorläufiges amtliches Endergebnis – Patt zwischen AfD und erklärten AfD-Gegnern Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich vor der regierenden CDU gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verpasst. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Halle an der Saale mitteilte, erhielt sie 43,8 Prozent. Die CDU kommt auf 17,2 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die SPD wird mit 9,3 Prozent drittstärkste Kraft, Grüne und Linke bekommen 8,9 beziehungsweise 8,6 Prozent. Das BSW schafft mit 5,3 Prozent den Sprung über die Fünfprozenthürde. Die FDP verpasst mit 2,6 Prozent den Einzug in den Landtag.  Für eine absolute Mehrheit braucht es im Landtag 42 Abgeordnete. Die Parteien, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen (CDU, SPD, Grüne, Linke), haben im neuen Landtag zusammengenommen ebenso 39 Mandate wie die AfD. Dazu kommen fünf BSW-Abgeordnete. Für eine absolute Mehrheit braucht es im Landtag 42 Abgeordnete. Die Parteien, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen (CDU, SPD, Grüne, Linke), haben im neuen Landtag zusammengenommen ebenso 39 Mandate wie die AfD. Dazu kommen fünf BSW-Abgeordnete. In Sachsen-Anhalt könnte mit der AfD das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen – bräuchte dafür aber Unterstützer. Das BSW zeigte sich offen dafür, Parteigründerin Sahra Wagenknecht, sagte, es gebe im Landtag nun hoffentlich Mehrheiten „für einen Kurswechsel in der Energiepolitik, ein Ende der Russland-Sanktionen, bessere Bildung und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Diese wolle das BSW nutzen, „um das Leben der Menschen zu verbessern“. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund feiert mit den Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel den Wahlsieg am Sonntag in Magdeburg. Daniel Pilar Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen AfD feiert den Gillamoos im Schlossgarten nebenan – „Wir lassen uns das Trommeln nicht verbieten“ Gillamoos, Jahrmarkt in Niederbayern, auf dem sich die politischen Parteien einen Schlagabtausch liefern, jede im eigenen Zelt. Nur die AfD ist seit Jahren außen vor, im Schlossgarten nebenan. Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt herrscht dort Feierstimmung – oder das, was die AfD darunter versteht. Bevor die Reden beginnen, etwa von der stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion Beatrix von Storch, laufen zunächst Hits der „Spider Murphy Gang“, „Schickeria“ und „Skandal im Sperrbezirk“, sogar „Westerland“ von „Die Ärzte“ als Cover, danach wird es einschlägiger und härter.  Rechtsrap dröhnt aus den Lautsprechern: „Sie werden dich mundtot machen und ziehen dich in den dunklen Schatten, doch schrei's heraus, gib nicht auf, Mann – Deutschland bereit für den Aufstand!“ Oder: „Wir lassen uns das Trommeln nicht verbieten“. Oder das angeblich satirische: „Merzchen, ich reiß dich raus, schmeiß dich weg und trete drauf.“ Gerd Mannes, der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, sagt lächelnd, er wolle heute nicht in der Haut von CSU-Chef Markus Söder stecken. Den Kollegen in Sachsen-Anhalt rät er, „durchzuziehen“ und eine Regierungsmehrheit anzustreben. „Ein paar von der CDU werden schon umfallen.“ Als Söder im CSU-Zelt gerade in den letzten Zügen ist, ruft AfD-Landeschef Stephan Protschka, die CDU gehöre „auf den Müllhaufen der Geschichte“. Als ein paar Lederhosenträger sich vor der AfD-Bühne entfernen, fragt er sie, ob sie „zum Söder“ gehen. Einer tippt mit dem Finger an die Stirn. Protschka feixt: „Zum Söder mag keiner mehr.“ Rechtsrap dröhnt aus den Lautsprechern: „Sie werden dich mundtot machen und ziehen dich in den dunklen Schatten, doch schrei's heraus, gib nicht auf, Mann – Deutschland bereit für den Aufstand!“ Oder: „Wir lassen uns das Trommeln nicht verbieten“. Oder das angeblich satirische: „Merzchen, ich reiß dich raus, schmeiß dich weg und trete drauf.“ Gerd Mannes, der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, sagt lächelnd, er wolle heute nicht in der Haut von CSU-Chef Markus Söder stecken. Den Kollegen in Sachsen-Anhalt rät er, „durchzuziehen“ und eine Regierungsmehrheit anzustreben. „Ein paar von der CDU werden schon umfallen.“ Als Söder im CSU-Zelt gerade in den letzten Zügen ist, ruft AfD-Landeschef Stephan Protschka, die CDU gehöre „auf den Müllhaufen der Geschichte“. Als ein paar Lederhosenträger sich vor der AfD-Bühne entfernen, fragt er sie, ob sie „zum Söder“ gehen. Einer tippt mit dem Finger an die Stirn. Protschka feixt: „Zum Söder mag keiner mehr.“ Feierstimmung bei der AfD im Schlossgarten neben dem Gillamoos . dpa Stephan Protschka, Landesvorsitzender der AfD Bayern , am Montag auf dem Gillamoos. dpa Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Spaniens Regierungschef zu AfD-Erfolg: Extremistische Bedrohung gewinnt an Boden Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat mit einer deutlichen Warnung vor sich ausweitendem Extremismus in Europa auf den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert. „Die extremistische Bedrohung gewinnt, zum großen Teil dank der Kapitulation der traditionellen Rechten, in Europa und in der Welt an Boden“, sagte Sánchez am Montag in Madrid.  „Eine Regierung wie die progressive Koalition, die wir in Spanien haben, ist heute nötiger denn je. Die Welt schaut auf uns“, sagte der Regierungschef bei einer Versammlung seiner Sozialistischen Partei. Sánchez steht an der Spitze einer der wenigen linksgerichteten Regierungen in Europa. „Eine Regierung wie die progressive Koalition, die wir in Spanien haben, ist heute nötiger denn je. Die Welt schaut auf uns“, sagte der Regierungschef bei einer Versammlung seiner Sozialistischen Partei. Sánchez steht an der Spitze einer der wenigen linksgerichteten Regierungen in Europa. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Bundesregierung zeigt sich offen für Überprüfung von Reformen Die Bundesregierung ist nach den Worten eines Regierungssprechers grundsätzlich bereit, bereits beschlossene Reformpläne etwa zu Gesundheit oder Rente zu überdenken. Wenn es die Auffassung gebe, die Dinge in einem anderen Licht zu betrachten, dann müsse dies innerhalb der Regierung besprochen werden, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Grundsätzlich aber sei Deutschland auf dem richtigen Weg, betont er.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Frühere Thüringer BSW-Abgeordnete wollen neue Fraktion bilden Während dem BSW in Sachsen-Anhalt eine entscheidende Rolle bei der Bildung einer neuen Landesregierung zukommen könnte, spielt es in Thüringen kaum noch eine Rolle. Dort ist ein Großteil der Landtagsfraktion aus der Partei ausgetreten, um die CDU-geführte Landesregierung unter Ministerpräsident Mario Voigt fortzusetzen – der Druck aus der Partei, die Landesregierung zu verlassen, wurde immer größer. Die Verfechter der Regierung traten also aus. Nun wollen sie am Mittwoch eine neue Fraktion gründen. Das sagte ein Sprecher der bisherigen BSW-Fraktion am Montag in Erfurt. Die neue Fraktion soll demnach den Namen der am Sonntag von mehreren Abgeordneten um die frühere BSW-Landeschefin und Landesfinanzminister*in Katja Wolf gegründeten Partei „Thüringen.Gerecht“ tragen. Die Abgeordneten haben sich nach eigenen Angaben für die kurzfristige Parteigründung entschieden, um einen rechtssicheren Ablauf sicherzustellen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Kirchen besorgt über Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erfüllt die Kirchen nach eigenem Bekunden mit „großer Sorge“. „Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland“, teilten die Bischöfe der evangelischen und der katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt, Friedrich Kramer und Gerhard Feige, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche, Karsten Georg Wolkenhauer, mit.  Den Geistlichen zufolge zeigt das Wahlergebnis eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. „Gleichzeitig stehen so viele Menschen einander selbstlos mit Rat und Tat und Zeit zur Verfügung; helfen, spenden, teilen, hören zu und stärken einander.“ Die Sorge gelte auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben würden. „Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen“, erklärte Bischof Kramer. Sein katholischer Amtskollege Feige appellierte an die AfD, die Verfassung von Sachsen-Anhalt und das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.“ Auch die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland meldeten sich in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort und warben für eine Gesellschaft, die zusammenhalte: „Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“ Den Geistlichen zufolge zeigt das Wahlergebnis eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. „Gleichzeitig stehen so viele Menschen einander selbstlos mit Rat und Tat und Zeit zur Verfügung; helfen, spenden, teilen, hören zu und stärken einander.“ Die Sorge gelte auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben würden. „Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen“, erklärte Bischof Kramer. Sein katholischer Amtskollege Feige appellierte an die AfD, die Verfassung von Sachsen-Anhalt und das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.“ Auch die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland meldeten sich in einer gemeinsamen Erklärung zu Wort und warben für eine Gesellschaft, die zusammenhalte: „Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Kampagne „Taktisch Wählen“: Ziel erreicht, aber nicht in Feierlaune Die Kampagne „Taktisch Wählen 2026“ und die Kampagne „Strategisch Wählen!“ der Nichtregierungsorganisation Campact haben vor der Wahl in Sachsen-Anhalt dafür geworben, mit Zweitstimmen für SPD und Grüne den Einzug dieser beiden Parteien in den Landtag zu sichern. Das Ziel: eine Alleinregierung der AfD verhindern. „Wir haben versucht, eine Notbremse zu ziehen“, sagte ein Sprecher der Kampagne „Taktisch Wählen 2026“ der F.A.Z. nach der Wahl. Und damit hätten sie auch Erfolg gehabt. Nichtsdestotrotz sind die Kampagnenmacher nicht in Feierstimmung, denn die AfD hat nur knapp eine Mehrheit im Landtag verfehlt, und der Einzug des BSW macht die Koalitionsbildung schwierig. „Das ist eine bedrückende Situation für alle“, sagte der Sprecher der Kampagne der F.A.Z. Obwohl sie fürs „taktische Wählen“ geworben hätten, seien sie eigentlich keine Fans davon, taktisch zu wählen. Das sei eine Notbremse gewesen und kein langfristiger Lösungsansatz. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Innenminister Dobrindt (CSU) drängt auf Reformen Nach Ansicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt muss die Union mit einem konsequenten Reformkurs im Bund auf den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reagieren. „Es kommt jetzt entscheidend auf die Union an“, sagte der CSU-Politiker auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Man dürfe das Land nicht denen überlassen, die „aus der Vergangenheit nichts gelernt haben aber für die Zukunft das Blaue vom Himmel versprechen“.  Zudem brauche es Entlastung für Handwerker wie Selbstständige, die Energiekosten müssten endlich runter, so Dobrindt. Eine klare Absage erteilte er an all jene, die mit Rufen nach neuen Sozialleistungen oder mehr Umverteilung auf die aktuellen Herausforderungen im Land reagieren wollten. „Wir überlassen den Pessimisten nicht die Bühne, es braucht Optimismus, um die Herausforderungen zu bewältigen.“ Das friedliche Zusammenleben in Deutschland sei von außen und innen bedroht, außen durch russische Drohnen und innen durch „die ideologischen Tiefflieger Moskaus in unseren Parlamenten“. Zudem brauche es Entlastung für Handwerker wie Selbstständige, die Energiekosten müssten endlich runter, so Dobrindt. Eine klare Absage erteilte er an all jene, die mit Rufen nach neuen Sozialleistungen oder mehr Umverteilung auf die aktuellen Herausforderungen im Land reagieren wollten. „Wir überlassen den Pessimisten nicht die Bühne, es braucht Optimismus, um die Herausforderungen zu bewältigen.“ Das friedliche Zusammenleben in Deutschland sei von außen und innen bedroht, außen durch russische Drohnen und innen durch „die ideologischen Tiefflieger Moskaus in unseren Parlamenten“. Alexander Dobrindt (CSU)am Montag auf dem Gillamoos. dpa Dobrindt nannte den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt ein „politisches Beben“, weil „Systemgegner und Systemkritiker“ gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Entschieden hätten die Wahl die „Ängste, Sorgen und Frustrationen“ der Menschen. Und darauf müsse jetzt mit Reformen reagiert werde. „Unser Land braucht Veränderungen“, betonte Dobrindt. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“ Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Chrupalla: Wollen auch mit der CDU sprechen Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, hat nach dem Wahlerfolg seiner Partei seinen Regierungswillen betont. „Es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag. Selbstverständlich nur unter der Maßgabe, dass wir uns selbst treu bleiben“, sagte Siegmund am Montag in der Bundespressekonferenz. Er wolle jedem die Hand reichen, das entspreche den demokratischen Werten, „die wir als AfD in uns tragen“. Dafür erwarte er, dass es einzelne Fraktionen oder einzelne Abgeordnete geben werde, „die mit uns diese Aufgabe stemmen wollen“. Bereits in der Nacht seien Gespräche dafür angestoßen worden.  Der Ko-Parteivorsitzende der AfD Tino Chrupalla betonte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU“, sagte Chrupalla in einer Pressekonferenz. Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. AfD-Chefin Alice Weidel bedankte sich am Montag bei Siegmund für seinen Einsatz und betonte, es sei ein „historischer Wahlsieg“ für die AfD dank eines „professionellen Superwahlkampfs“. Sie betonte die hohe Wahlbeteiligung und Wählerwanderung in dem Bundesland. „Das alles ist gut für die Demokratie in Deutschland und in Sachsen-Anhalt“, sagte sie. Die CDU habe ein Debakel erlebt, das sich auch auf Bundesebene widerspiegelte. Weidel betonte zudem die Ambitionen ihrer Partei für die nächste Bundestagswahl. „Mein erklärtes Ziel ist, den Abstand deutlich in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anzuwachsen für die nächste Bundestagswahl“, sagt Weidel. Die CDU/CSU werde nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen können. „Das sei Fakt“, sagte Weidel. Die Menschen wünschten sich einen Politikwechsel. Der Ko-Parteivorsitzende der AfD Tino Chrupalla betonte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU“, sagte Chrupalla in einer Pressekonferenz. Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. AfD-Chefin Alice Weidel bedankte sich am Montag bei Siegmund für seinen Einsatz und betonte, es sei ein „historischer Wahlsieg“ für die AfD dank eines „professionellen Superwahlkampfs“. Sie betonte die hohe Wahlbeteiligung und Wählerwanderung in dem Bundesland. „Das alles ist gut für die Demokratie in Deutschland und in Sachsen-Anhalt“, sagte sie. Die CDU habe ein Debakel erlebt, das sich auch auf Bundesebene widerspiegelte. Weidel betonte zudem die Ambitionen ihrer Partei für die nächste Bundestagswahl. „Mein erklärtes Ziel ist, den Abstand deutlich in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anzuwachsen für die nächste Bundestagswahl“, sagt Weidel. Die CDU/CSU werde nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen können. „Das sei Fakt“, sagte Weidel. Die Menschen wünschten sich einen Politikwechsel. Tino Chrupalla, Ulrich Siegmund und Alice Weidel in der Bundespressekonferenz am Montag. Omer Messinger Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Verdi warnt vor Zusammenarbeit mit der AfD Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat die demokratischen Parteien vor einer Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt. „Kein Demokrat darf den Faschisten zur Regierungsmacht verhelfen“, teilte Werneke mit. Der AfD-Wahlsieg sei „für alle demokratischen Kräfte in Deutschland ein bitteres und alarmierendes Ergebnis“. Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Sozialkürzungen verunsicherten die Menschen, spalteten die Gesellschaft und schwächten die Konjunktur, kritisierte der Verdi-Vorsitzende. Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Sozialkürzungen verunsicherten die Menschen, spalteten die Gesellschaft und schwächten die Konjunktur, kritisierte der Verdi-Vorsitzende. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Ostbeauftragte: Regierung hat „verdammte Pflicht“, Probleme zu lösen Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), sieht im AfD-Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Handlungsauftrag für die Bundesregierung. Wer jetzt allein mit dem Finger auf den Osten zeige, habe nicht verstanden, was die tiefer liegenden Ursachen seien, erklärte Kaiser am Montag in Berlin. „In Ostdeutschland erleben wir bereits seit Längerem wie unter einem Brennglas, wie politisches Vertrauen und der Glaube an die Handlungsfähigkeit des Staates rasant verloren gegangen sind“, ergänzte sie.  „Wir haben jetzt in der Bundesregierung die verdammte Pflicht zu zeigen, dass wir die Probleme, die die Menschen umtreiben, lösen“, sagte die Thüringerin. Das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt bezeichnete sie als „eine Zäsur in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte“. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erreichte die AfD bei der Wahl am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen. Sie ist damit die mit Abstand stärkste Kraft im Landtag in Magdeburg, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Kaiser sagte, besonders bitter sei das Wahlergebnis für die Zivilgesellschaft und die Ehrenamtlichen, die täglich für die Demokratie kämpften. „Sie werden noch stärker unter Druck geraten“, vermutet die Ostbeauftragte. Umso mehr stehe man jetzt für diese Menschen in besonderer Verantwortung. „Wir haben jetzt in der Bundesregierung die verdammte Pflicht zu zeigen, dass wir die Probleme, die die Menschen umtreiben, lösen“, sagte die Thüringerin. Das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt bezeichnete sie als „eine Zäsur in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte“. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erreichte die AfD bei der Wahl am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen. Sie ist damit die mit Abstand stärkste Kraft im Landtag in Magdeburg, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Kaiser sagte, besonders bitter sei das Wahlergebnis für die Zivilgesellschaft und die Ehrenamtlichen, die täglich für die Demokratie kämpften. „Sie werden noch stärker unter Druck geraten“, vermutet die Ostbeauftragte. Umso mehr stehe man jetzt für diese Menschen in besonderer Verantwortung. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Ministerpräsident Schnieder (CDU): „Wir müssen bei uns selbst anfangen“ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und CDU-Chef Gordon Schnieder hat die Bundesregierung aufgefordert, klare Entscheidungen zu treffen und weniger zu streiten. „Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert. Dass Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden“, sagte Schnieder in Mainz. „Deutschland kann sich keinen politischen Dauerstreit leisten.“ Mit Blick auf den Ausgang der Landtagswahlen sagte Schnieder: „Nicht die Menschen müssen unsere Politik besser verstehen – wir müssen liefern, was die Menschen von der Politik erwarten: weniger Streit, klare Entscheidungen und konkrete Ergebnisse.“ Nach so einem Ergebnis dürfe die CDU nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, betonte Schnieder. „Wenn die demokratische Mitte Vertrauen zurückgewinnen will, müssen wir bei uns selbst anfangen.“ Die große Koalition in Rheinland-Pfalz zeige, worauf es ankomme. „CDU und SPD haben Unterschiede nicht weggeredet. Aber wir haben uns entschieden, dass die Verantwortung für unser Land größer ist als parteipolitische Profilierung“, sagte der Regierungschef. „Wir ringen dort, wo es notwendig ist – aber wir einigen uns, damit das Land vorankommt.“ Und: „Genau diese Haltung erwarte ich auch im Bund.“  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Söder: Sachsen-Anhalt ist „Denkzettelwahl“ für Berlin CSU-Chef Markus Söder hat der Bundesregierung Verantwortung für den Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt gegeben. „Die Wahrheit ist natürlich, das ist eine Denkzettelwahl, die weniger mit Sachsen-Anhalt, sondern mehr mit Berlin zu tun hat“, sagte Söder am Montag im Bayerischen Rundfunk. „Deswegen muss klar sein, so kann es nicht weitergehen.“ Der bayerische Ministerpräsident forderte die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, „einen deutlichen Zacken zuzulegen“. Es müsse Reformen geben, dies aber mit sozialer Verantwortung. „Die kleinen Leute“ müssten in den Reformen sichtbar sein, und die Reformen müssten „sozial ausbalanciert“ sein, forderte Söder. All dies müsse anders als bisher ohne den „Endlosstreit“ zwischen Union und SPD laufen. Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt sei ein „Epochenbruch“, sagte der CSU-Chef weiter. Die CDU warnte er davor, nun auf Biegen und Brechen zu versuchen, weiter selbst die Regierung zu stellen. „Der Auftrag liegt eindeutig bei der AfD, die muss sich darum kümmern.“  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Spaniens und Portugals Rechtspopulisten gratulieren AfD Die Vorsitzenden der rechtspopulistischen Parteien in Spanien und Portugal haben der AfD zum Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt gratuliert. „Herzlichen Glückwunsch Alice Weidel und Ulrich Siegmund für dieses spektakuläre Ergebnis, das eine große Hoffnung für Deutschland und Europa darstellt“, schrieb der Vorsitzende der spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, auf der Plattform X.  Sein portugiesischer Kollege von der Partei Chega, André Ventura, schrieb ebenfalls auf X von einem „historischen Sieg“ der AfD. „Auch die Deutschen öffnen zunehmend die Augen gegenüber illegaler und unkontrollierter Einwanderung, Korruption und der Vereinnahmung unserer Freiheit und Identität. Herzlichen Glückwunsch!“, fügte er hinzu. Beide Politiker stellten ihrem Glückwunschtext jeweils ein Foto von sich mit AfD-Chefin Weidel zur Seite. Zwischen Vox und Chega einerseits und der AfD andererseits gibt es zwar inhaltliche Überschneidungen etwa in der harten Rhetorik gegen Migration, doch halten die beiden iberischen Parteien Abstand zu extremeren Positionen der AfD, um ihre eigene Regierungsfähigkeit und bürgerliche Akzeptanz auf nationaler Ebene nicht zu gefährden. Vox und Chega gehören im EU-Parlament der Fraktion Patrioten für Europa an, die AfD hingegen der noch weiter rechts stehenden Fraktion Europa der Souveränen Nationen. Sein portugiesischer Kollege von der Partei Chega, André Ventura, schrieb ebenfalls auf X von einem „historischen Sieg“ der AfD. „Auch die Deutschen öffnen zunehmend die Augen gegenüber illegaler und unkontrollierter Einwanderung, Korruption und der Vereinnahmung unserer Freiheit und Identität. Herzlichen Glückwunsch!“, fügte er hinzu. Beide Politiker stellten ihrem Glückwunschtext jeweils ein Foto von sich mit AfD-Chefin Weidel zur Seite. Zwischen Vox und Chega einerseits und der AfD andererseits gibt es zwar inhaltliche Überschneidungen etwa in der harten Rhetorik gegen Migration, doch halten die beiden iberischen Parteien Abstand zu extremeren Positionen der AfD, um ihre eigene Regierungsfähigkeit und bürgerliche Akzeptanz auf nationaler Ebene nicht zu gefährden. Vox und Chega gehören im EU-Parlament der Fraktion Patrioten für Europa an, die AfD hingegen der noch weiter rechts stehenden Fraktion Europa der Souveränen Nationen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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7. September
FAZ (Politik)

Wahl in Sachsen-Anhalt: Auch wenn Merz nicht Moses ist

Wahl in Sachsen-Anhalt : Auch wenn Merz nicht Moses ist Der AfD-Tsunami aus Sachsen-Anhalt kann auch zu einer Gefahr für die Koalition in Berlin werden. Die SPD schwankt schon. Doch der Kanzler und die Union müssen auf Reformkurs bleiben. Die AfD hat in Sachsen-Anhalt einen Erdrutschsieg errungen und damit die ganze Republik erschüttert, aber ihr Wahlziel knapp verfehlt: die absolute Mehrheit im Landtag und damit die Alleinherrschaft in Magdeburg. Die Regierungsbildung in dem politisch polarisierten Bundesland wird schwierig. Den Auftrag dazu hat ganz klar die AfD. Nicht nur Sachsen-Anhalt, ganz Deutschland steht vor der Frage, wie es so weit hat kommen können, dass eine Partei, die nicht nur für die freie Fahrt auf der Simson steht, sondern auch für eine rechtsextreme, völkische, autoritäre und verfassungsfeindliche Politik, von fast jedem zweiten Wähler gewählt wurde. In Sachsen-Anhalt ist ein achtzig Jahre alter Damm gebrochen, der zuletzt aber schon tiefe Risse bekommen hatte. Nicht nur dort ist die AfD bis in die bürgerliche Mitte hinein gesellschaftsfähig geworden. Dem erst spät ins Amt gelangten Ministerpräsidenten Schulze gelang es nicht, seinem Herausforderer die Maske des strahlenden Moped-Messias vom Gesicht zu reißen. Siegmund düste als Moped-Messias durchs Land Siegmund düste durchs Land als Befreier von allen Übeln, an denen aus Sicht seiner Wähler nicht Putin, Donald Trump, Xi Jinping und andere „starke Männer“ schuld sind, sondern Friedrich Merz und der von ihm angeführte arrogante Westen Deutschlands, der den Osten über den Wiedervereinigungstisch gezogen habe und dessen Einwohner bis heute als Bundesbürger zweiter Klasse behandle. Diese ostdeutsche Opferidentität hat die AfD kultiviert und politisch maximal ausgebeutet. Die Ostdeutschen sind sogar noch unzufriedener mit der Bundesregierung als die Westdeutschen, denen die schwarz-rote Koalition ebenfalls kaum noch etwas recht machen kann. Auch im Westen herrscht die Ansicht vor, dass es politisch und wirtschaftlich wie bisher auf keinen Fall weitergehen könne. Schlägt eine Regierung aber Reformen vor wie die Regierung Merz, ertönt aus vielen Kehlen ein Aufschrei. Die schwarz-rote Koalition hat ihren Reformkurs unter großen Schmerzen eingeschlagen und nur mit Mühe bis zur Sommerpause halten können. Nun aber droht das AfD-Beben in Sachsen-Anhalt und der von ihm ausgelöste Tsunami das ohnehin schon Schlagseite habende Koalitionsschiff bis an den Rand des Kenterns zu bringen. Man müsse nach dem „Signal an Berlin“ aus Magdeburg über Änderungen an den geplanten Reformen nachdenken, sagt der SPD-Vorsitzende Klingbeil. Er meint damit natürlich: über eine Abmilderung der Reformen und über mehr staatliche Fürsorge, so wie sie die AfD verspricht und deren Wähler es wünschen. Solche Stimmen gibt es vereinzelt auch im linken Flügel der CDU. Die Partei wird bei Wahlen aber eher dafür abgestraft, dass sie unter ihrem einstigen Hoffnungsträger Merz zentrale Wahlversprechen nicht gehalten hat, an erster Stelle, nicht noch tiefer in die Verschuldung zu gehen, was freilich radikale Einsparungen auch im Sozialen erfordert hätte. Doch solche Widersprüche jucken jedenfalls die Gesamtheit der Wähler nicht. Für „CDU pur“ hätte die Partei eine absolute Mehrheit gebraucht „CDU pur“ hätte Merz selbst unter weit günstigeren weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Umständen auch nur dann liefern können, wenn die Deutschen ihm und seiner Partei bei der Bundestagswahl ein noch stärkeres Mandat erteilt hätten als nun der AfD, nämlich eine absolute Mehrheit. Davon aber war die CDU weit entfernt. Inzwischen muss sie sogar fürchten, auch im Bund hinter die AfD zurückzufallen, die ihr den Rang der führenden Volkspartei streitig macht; die SPD, die sich in Sachsen-Anhalt über neun Prozent freute, hat diesen Status schon lange verloren. Wie kann die Union dem Schicksal der SPD entgehen? Sie hat keine andere Wahl, als an ihren Grundüberzeugungen in der Innen- und Außenpolitik und an ihrem Reformkurs festzuhalten in der Hoffnung, dass die Bürger die Notwendigkeit der zu erbringenden „Opfer“ sehen – und die Erfolge bei der Bewältigung der Probleme. Die Folgen von Merkels fataler Migrationspolitik Zu denen zählen auch die negativen Folgen der verhängnisvollen Migrationspolitik Merkels, die der AfD die Wähler in Scharen zugetrieben haben und immer noch zutreiben, trotz der von der Union vorangetriebenen Wende in der Migrationspolitik. Es dauert lange, bis verloren gegangenes Vertrauen in den Willen und die Kraft einer Partei und eines Staates zurückkehrt, den Vorstellungen und Wünschen des Volkes Rechnung zu tragen. Manche meinen jetzt endgültig, Merz sei nicht der richtige Mann, um Deutschland durch die nun auch im Inneren stürmischen Zeiten zu führen und die Bürger dabei „mitzunehmen“. Merz ist tatsächlich nicht der Moses, der in dieser Lage mit seinem Stab – und Gottes Hilfe – das Meer teilen könnte. Er ist, wie er ist, und hat Fehler gemacht, die vermeidbar gewesen wären. Aber auch jeder andere, der an seine Stelle treten müsste, wäre mit derselben politischen und wirtschaftlichen Problemlage konfrontiert, die dadurch verschärft wird, dass den Parteien der politischen Mitte die Wähler davonlaufen. Es ist verständlich und unvermeidlich, dass Union und SPD sich an unterschiedliche Ufer zu retten versuchen. Sie dürfen der AfD das erschreckend leichte Spiel, das sie bei den Deutschen hat, aber nicht noch weiter dadurch erleichtern, dass sie ihr die Rolle des kompromisslosen Vollstreckers eines unerhörten Volkswillens überlassen.

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7. September
Handelsblatt

Sachsen-Anhalt: Nach dem Wahl-Debakel: Was wird aus Merz?

Sachsen-Anhalt: Nach dem Wahl-Debakel: Was wird aus Merz? Berlin. Nach dem Wahl-Debakel in Sachsen-Anhalt berät die Bundes-CDU unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz über mögliche Konsequenzen. Mit dabei im Berliner Konrad-Adenauer-Haus: Spitzenkandidat Sven Schulze, der bei der Wahl am Sonntag mit der CDU von 37,1 auf 17,2 Prozent abgestürzt ist - ein Minus von fast 20 Prozentpunkten. Um seine Zukunft geht es nun ebenso, wie um die von Kanzler Merz. Dem Regierungschef in Berlin wird die Niederlage mit angelastet. Und seine Autorität gilt seit seinem viel kritisierten Personalumbau vor der Sommerpause ohnehin schon als deutlich angeknackst. Es gibt Spekulationen, ob ihn die beiden Landtagswahlen in zwei Wochen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu Fall bringen könnten. Kanzleramtsministerin Nina Warken warnte vor einer Diskussion über seine Ablösung. „Friedrich Merz führt eine Bundesregierung, die jetzt notwendige, aber auch schwierige Reformen angehen muss, und es wäre jetzt, glaube ich, das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-„Morgenmagazin“. „Die Regierung ist für vier Jahre gewählt, der Bundestag ist für vier Jahre gewählt.“ Es brauche jetzt auch eine gewisse Stabilität. Kanzler berät zuerst mit den Ministerpräsidenten Merz hatte den haushohen Wahlsieg am Sonntagabend sechs Stunden lang in der Parteizentrale in Berlin zusammen mit anderen Spitzenleuten der Partei verfolgt. Dazu äußern will er sich erst am Nachmittag nach den Gremiensitzungen. Am Morgen rief Merz zunächst die Ministerpräsidenten der CDU zusammen, um mit ihnen alleine zu beraten - ein ungewöhnlicher Schritt. Die Sitzung des Parteipräsidiums begann mit 50 Minuten Verspätung. Danach tagte der Vorstand. Normalerweise bekommt ein Spitzenkandidat nach dem Wahltag Blumen - auch wenn es mal nicht so gut gelaufen ist. Diesmal nicht. Schulze hat seine krachende Niederlage bereits am Wahlabend eingestanden. Wie es nun mit ihm weitergeht, ist noch offen. Der Ball für die Regierungsbildung liegt nun zunächst bei der AfD. „Wie verkatert ohne Alkohol“ Die Stimmung in der CDU brachte am besten der Chef des Arbeitnehmerflügels CDA, Dennis Radtke, auf den Punkt. „Es fühlt sich heute immer noch genauso schlecht an wie gestern. So ein bisschen wie verkatert ohne Alkohol.“ Mit „Politikerphrasen“ komme man jetzt nicht mehr weiter, sagt er. „Das ist schon eine Zäsur, nicht nur für meine Partei, für die CDU, sondern für die gesamte politische Mitte in Deutschland.“ Es sei aber schwer, aus der Hüfte heraus Konsequenzen zu fordern. Auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei meinte, die CDU müsse jetzt erstmals Kurs halten - vor allem bei den großen Reformen. „Wir haben einen enormen Reformbedarf in Deutschland und deshalb wäre es eine falsche Schlussfolgerung zu glauben, man könnte um diese Reformen herumkommen“, sagte der CDU-Politiker vor den Sitzungen der Parteigremien. SPD will am Reformpaket schrauben Die SPD sieht das anders und könnte dem Kanzler neben dem innerparteilichen Druck zusätzlichen Ärger bereiten. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat bereits Änderungsbedarf angemeldet. „Ich glaube schon, dass die Bundesregierung und auch die tragenden Parteien natürlich eine Verantwortung auch für das Wahlergebnis tragen“, sagte er bei Phoenix. Viele Menschen seien wegen der Reformpläne verunsichert. Zu den Dingen, über die nun gesprochen werden müsse, gehörten Rente, Pflege, Gesundheit und Spritpreise. Bei der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren habe die SPD „einen riesigen Gesprächsbedarf“, sagte Klüssendorf. Das gelte auch für das Thema Tanken. Ein Spritpreisdeckel koste nicht einmal Geld, sagte er. „Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das ernsthaft in dieser Koalition miteinander besprechen.“ Auch die Wahlen in zwei Wochen haben es in sich Zunächst einmal wird der Kanzler aber wohl noch zwei Wochen Schonzeit haben - bis zu den nächsten Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Berlin droht der CDU der Verlust des Amtes des Regierenden Bürgermeisters - möglicherweise an die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern könnte sie - wenn es ganz schlecht läuft - unter die Zehn-Prozent-Marke auf Platz 4 abstürzen. Auch dort könnte sich bei der Bildung einer Regierung jenseits der AfD die Frage nach einer Zusammenarbeit mit der Linken stellen. Die Debatte über einen Kanzlertausch könnte dann wieder voll ausbrechen - mit offenem Ausgang. Verwandte Themen Als möglicher Nachfolger wird seit Wochen der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst gehandelt. Der nahm an den Gremiensitzungen teil und wollte dann noch Wahlkampftermine in Berlin absolvieren. Kein Merz-Auftritt mehr in Mecklenburg-Vorpommern geplant Merz wird sich im Wahlkampf weiterhin rar machen. Der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sagte, es sei kein weiterer Auftritt des Regierungschefs und Parteivorsitzenden geplant. Bei seinem bisher einzigen Besuch in Kühlungsborn wurde er von einzelnen Wählern mit Pfiffen, Beschimpfungen und Rücktrittsforderungen empfangen.

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7. September
Die Welt (Politik)

„Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, auch ich nicht“ – Bericht über brisante Merz-Reaktion

Die CDU berät über Folgen nach der Wahlniederlage. Auf einem Volksfest arbeitet sich Bayerns Ministerpräsident Söder an einem AfD-Zitat ab. Mehr im Liveticker. Sachsen-Anhalt hat einen neuen Landtag gewählt. Die AfD wird klar stärkste Kraft – aber zur absoluten Mehrheit reicht es laut vorläufigem amtlichen Endergebnis nicht. Wie geht es weiter in Magdeburg? Alle wichtigen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker: 12:25 Uhr – Montag, 07. September Merz laut „Bild“: „Das erschüttert unsere Partei bis in die Grundfesten“ Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz warnt einem Medienbericht zufolge nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt eindringlich vor den politischen Folgen des AfD-Erfolgs. Nach Informationen der „Bild“ sprach Merz im CDU-Bundesvorstand von einer möglichen „rechtsradikalen Regierung“ und einem „rechtsradikalen Ministerpräsidenten“ in Sachsen-Anhalt. „Wir haben eine starke Verfassung, wir haben alle Instrumente, um gegen eine rechtsradikale Landesregierung die Verfassung zu verteidigen, aber wir haben eine tektonische Erschütterung unseres Parteiensystems“, wird Merz zitiert. „Das erschüttert unsere Partei bis in die Grundfesten. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, auch ich nicht, auch nicht die Bundesregierung.“ Merz habe die CDU zu Geschlossenheit aufgerufen, berichtet „Bild“. Eine Zusammenarbeit mit der AfD habe er erneut ausgeschlossen. 13:17 Uhr – Montag, 07. September Gleich tritt der Kanzler vor die Presse Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz wird um 13:30 Uhr zusammen mit Wahlverlierer Sven Schulze (CDU) die Ergebnisse der Wahl bei einer Pressekonferenz in Berlin kommentieren. 13:12 Uhr – Montag, 07. September BSW-Spitzenkandidat skizziert mögliche Zusammenarbeit mit der AfD Der Spitzenkandidat des BSW in Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze, erklärt Möglichkeiten einer inhaltlichen Zusammenarbeit mit der AfD. „Wir möchten als Erstes, wenn wir in den Landtag kommen, die Russland-Sanktionen beenden. Das können wir sicherlich nicht von hier. Das ist ein Bundesthema. Aber wir können das von hier aus anschieben“, sagte er WELT TV. „Dafür werden wir uns stark machen. Und das hat die AfD auch immer den Menschen hier gesagt.“ Über eine Koalition mit der AfD wolle man aber „derzeit nicht sprechen“, so Schulze. „Wir haben immer gesagt. Wir werden keine Koalition eingehen. Wir wollen eine konstruktive Opposition machen. Wir haben aber auch immer gesagt: Wenn wir verändern können in diesem Land, dann werden wir es tun. Wie wir es dann machen, das werden sicherlich die nächsten Stunden und Tage bringen.“ Einen CDU-Mann an der Spitze wäre für Thomas Schulze keine Option: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Die CDU ist gestern hier in Sachsen-Anhalt abgewählt worden. Nicht nur hier im Land, sondern das ist ein ganz deutliches Zeichen auch im Bund, dass Herr Merz seine letzten Tage vor sich hat.“ 12:03 Uhr – Montag, 07. September Chef der Innenministerkonferenz warnt vor Sicherheitsrisiko durch AfD-Regierung Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz fordert nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt, die Sicherheitsbehörden gegen extremistische Einflussnahme zu schützen. „Staatsgewalt und damit Kontrolle über Sicherheitsbehörden in den Händen einer verfassungsfeindlichen Partei mit engen Kontakten nach Russland ist ein gravierendes Sicherheitsrisiko“, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) dem RND. „Als Innenminister ist es unsere Verantwortung, die gemeinsamen sicherheitsbehördlichen Strukturen in Deutschland gegen extremistische Einflussnahme jeder Art zu schützen“, fügte der Sozialdemokrat hinzu. „Dieser Verantwortung müssen wir als Innenministerkonferenz jetzt gerecht werden.“ Was die Innenminister laut WELT-Recherchen planen, lesen Sie hier. 11:54 Uhr – Montag, 07. September Kardinal Marx: Liegt an uns, dass wir Widerstand leisten Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ruft nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum Einsatz für die Menschenwürde auf. „Dieses Wahlergebnis für eine gesichert rechtsextremistische Partei ist furchtbar und niederdrückend - aber es ist nicht das letzte Wort!“, sagte der Erzbischof von München und Freising den Zeitungen „Münchner Merkur“ und „tz“. Der Kardinal ergänzte: „Es kommt darauf an, dass die große Mehrheit in unserem Land nun offen und aktiv für Freiheit, Demokratie und den Rechtsstaat eintritt. Es liegt an uns, dass wir für Menschenwürde, Respekt und Toleranz kämpfen, dass wir laut und vernehmbar widersprechen, dass wir Widerstand leisten, wenn unsere Überzeugungen bedroht sind.“ 11:36 Uhr – Montag, 07. September Söder: „Wer so über sein Land redet, der darf keine Macht in Deutschland bekommen“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in Sachsen-Anhalt einen Regierungsauftrag für die AfD. Bei seiner Rede auf dem Volksfest in Gillamoos sagt er: „Die AfD hat dort einen Auftrag bekommen, warten wir ab, was sie daraus machen.“ Er gebe den anderen Parteien einen Rat: „Jetzt nicht auf Biegen und Brechen versuchen mit allen Tricks und Möglichkeiten irgendwie noch eine halbe Stimme Mehrheit zu organisieren. Die sollen zeigen, ob sie regieren können, ich habe daran Zweifel.“ Demokratie müsse man ernst nehmen. „Selbst wenn sie einem nicht gefällt“, sagt Söder. Zugleich schickt er eine Kampfansage an die AfD in Bayern. Söder betont: „Bei der AfD, Frau Storch und manch anderer schräger Vogel, der dabei ist, im Moment berauscht, teilweise sogar besoffen von ihrem Wahlergebnis. Aber eins verspreche ich euch: Ich werde Bayern nicht der AfD überlassen, auf keinen Fall.“ Söder verwies auch auf ein konkretes AfD-Zitat: Der AfD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, hatte kürzlich gesagt: „Dieser Staat ist ein nach Dope stinkender, fauler Assi.“ Söder schrieb die Aussage der AfD-Jugend zu und sagte: „Wer so über sein Land redet, der darf keine Macht in Deutschland bekommen. Auf keinen Fall.“ Das Ergebnis von Sonntag sei „keine Wahl für Sachsen-Anhalt“. Es sei vor allem eine „Anti-Wahl“. „Der größtmögliche Denkzettel, den es in den letzten 50 Jahren gegeben hat. Auch gegenüber Berlin“, erklärt er. Die AfD müsse nun inhaltlich gestellt werden. Er sagt: „Ich bin fest überzeugt, dass die AfD kein Konzept hat, unser Land aus Krisen zu führen.Und am Ende steht das Land schlechter da als je zuvor.“ 11:26 Uhr – Montag, 07. September Unternehmen in Sachsen-Anhalt sorgen sich um Fachkräfte Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt blicken viele Unternehmen nach Angaben von Branchenverbänden mit Sorge auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD. Besonders der Fachkräftemangel wegen möglicherweise ausbleibender Arbeitsmigration beschäftigt die Wirtschaft, erklärten der Handelsverband und der Verband der Maschinenbauer. Der Bundesverband Erneuerbare Energien sieht zudem den Erfolg der Energiewende in Gefahr. „Ich befürchte hohen Schaden für den Standort Deutschland, wenn potentielle Fachkräfte aus dem Ausland nun davor zurückschrecken, zu uns zu kommen“, erklärte Alexander von Preen, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE). Der Einzelhandel sei zur Deckung seines Personalbedarfs auf Zuwanderung angewiesen. „Wir brauchen Fachkräfte aus dem In- und Ausland und profitieren von einem geeinten Europa“, erklärte auch der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler. Der Arbeitnehmerflügel der SPD fordert nach der Wahl einen Kurswechsel bei der Reformpolitik der Bundesregierung. „Der Abbau des Sozialstaats und schlecht gemachte Reformen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zerstören das Vertrauen in die Politik und helfen der AfD“, sagte Cansel Kiziltepe, Chefin der SPD-Arbeitsgemeinschaft AfA, der Nachrichtenagentur dpa. „Bundeskanzler Merz ist mit seinem bisherigen Kurs krachend gescheitert.“ Sie fügte hinzu: „Deshalb braucht es jetzt bei Rente, Gesundheit und Arbeitszeitreform dringend einen Kurswechsel.“ 11:16 Uhr – Montag, 07. September Siegmund, Weidel und die Familienpolitik „Eine intakte Familie bestehend aus Mutter, Vater und Kindern ist erwiesenermaßen die beste Voraussetzung für eine gute und gesunde Kindesentwicklung“ – ein Journalist sprach Siegmund auf dieses Zitat aus dem AfD-Regierungsprogramm an und verwies auf die Lebensweise von AfD-Chefin Alice Weidel, die mit ihrer Partnerin und adoptierten Kindern lebt. Siegmund stritt einen inneren Widerspruch ab. Es gehe darum, festzuhalten, was „optimal“ für Kinder sei. So gebe es auch Kinder in Heimen, besser sei jedoch ein Aufwachsen in einer Familie. „Aber wir sind eine Partei der Freiheit, bei uns kann sich jeder frei entfalten“, ergänzte Siegmund. Weidel sprang Siegmund bei: „Es geht doch hier um das gesellschaftliche Zielbild“, sagte sie. Jeder habe seine Freiheiten, die Frage sei jedoch: „Was ist das Ziel der Unterstützung des Staates?“ Dessen Aufgabe sei es, „immer dort zu fördern, wo Kinder sind“. 11:11 Uhr – Montag, 07. September Siegmund macht Kündigung des Medienstaatsvertrags zur Bedingung für Bündnis AfD-Wahlsieger Siegmund will seine „Grundpositionen“ für eine Landesregierung durchsetzen. Als Bedingung für eine Zusammenarbeit mit einzelnen Fraktionen oder einzelnen Abgeordneten gilt für ihn, dass man sich über „die grundsätzlichen Fragen unserer Zeit“ verständigen können“. Man müsse sich nicht über die Kastrationspflicht von Katzen einigen. Sondern über „Migration, innere Sicherheit, Energiepolitik“ und die „notwendige Kündigung des Medienstaatsvertrags“. Dafür sei er auch gewählt worden. Die Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen steht an erster Stelle des 100-Tage-Programms der AfD. Von besonderer Bedeutung für Sachsen-Anhalt wäre der MDR-Staatsvertrag, der den gemeinsamen Rundfunk von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen regelt.

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7. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Wahl in Sachsen-Anhalt: Siegmund kündigt Gespräche mit Abgeordneten an

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Alle Nachrichten, Analysen und Hintergründe zur Wahl in Sachsen-Anhalt finden Sie zudem auf unserer Themenseite. Wichtige Updates Siegmund will bei stabiler Mehrheit zur Ministerpräsidentenwahl antreten Welche Regierungsoptionen es gibt BSW-Spitzenkandidat: BSW würde sich im dritten Wahlgang enthalten Vorläufige Ergebnisse: AfD verpasst absolute Mehrheit – BSW zieht in den Landtag ein Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph – Siegmund spricht von Zusammenarbeit Nach dem Wahl-Debakel der CDU: Stellungnahme von Merz in Berlin Nach dem Wahl-Debakel der CDU in Sachsen-Anhalt äußert sich am Nachmittag auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Davor traf sich die Bundespartei zu Beratungen. Mit dabei im Berliner Konrad-Adenauer-Haus: Spitzenkandidat Sven Schulze, der am Sonntag mit der CDU von 37,1 auf 17,2 Prozent abgestürzt ist. Merz wird die Niederlage mit angelastet. So hat Sachsen-Anhalt gewählt – vorläufiges Ergebnis Nach Auszählung aller 2661 Wahlbezirke gab die Landeswahlleitung um 2.56 Uhr folgende vorläufige Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekannt: AfD: 43,8 % CDU: 17,2 % Linke: 8,6 % SPD: 9,3 % Grüne: 8,9 % BSW: 5,3 % FDP: 2,6 % Andere: 4,4 % Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei 77,8 Prozent. Bei der vergangenen Wahl 2021 lag sie bei 60,3 Prozent. Dobrindt drängt nach AfD-Wahlsieg auf mehr Reformen im Bund Die Union muss nach Ansicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit einem konsequenten Reformkurs im Bund auf den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reagieren. „Es kommt jetzt entscheidend auf die Union an“, sagte der CSU-Politiker auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Man dürfe das Land nicht denen überlassen, die „aus der Vergangenheit nichts gelernt haben aber für die Zukunft das Blaue vom Himmel versprechen“. Dobrindt nannte den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt ein „politisches Beben“, weil „Systemgegner und Systemkritiker“ gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Entschieden hätten die Wahl die „Ängste, Sorgen und Frustrationen“ der Menschen. Und darauf müsse jetzt mit Reformen reagiert werde. „Unser Land braucht Veränderungen“, betonte Dobrindt. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“ Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben. Dobrindt nannte den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt ein „politisches Beben“, weil „Systemgegner und Systemkritiker“ gegenüber der politischen Mitte in der Mehrheit seien. Entschieden hätten die Wahl die „Ängste, Sorgen und Frustrationen“ der Menschen. Und darauf müsse jetzt mit Reformen reagiert werde. „Unser Land braucht Veränderungen“, betonte Dobrindt. „Die Menschen wollen Entscheidungen, die Leistungen wieder belohnen.“ Leistungsverweigerung müsse wieder Konsequenzen haben. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) steht beim politischen Frühschoppen Gillamoos auf der Bühne. Peter Kneffel/dpa Siegmund will bei stabiler Mehrheit zur Ministerpräsidentenwahl antreten AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will nach dem Wahlsieg seiner Partei in Sachsen-Anhalt bei den anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten des neuen Landtags eine Mehrheit suchen. Sein „erklärtes Ziel“ sei es, „dass wir schnellstmöglich eine stabile Mehrheit, auf die wir uns verlassen können, im Landtag von Sachsen-Anhalt auf den Weg bringen“, sagte Siegmund in Berlin. Dies solle „unter der Maßgabe“ geschehen, dass Kernpositionen etwa bei Migration und innerer Sicherheit „zu 100 Prozent umgesetzt“ würden. Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. „Selbstverständlich trete ich als Ministerpräsidentenkandidat in Sachsen-Anhalt an, wenn es sich abzeichnet, dass ich eine stabile Mehrheit auf den Weg gebracht habe“, sagt er. „Das ist heute überhaupt nicht absehbar. Deswegen ist es jetzt unser Anspruch, genau diese stabile Mehrheit in den nächsten Tagen und Wochen zu organisieren.“ Siegmund kündigte ausdrücklich an, Gespräche mit den einzelnen Fraktionen sowie mit einzelnen Abgeordneten führen zu wollen. Entsprechende Gespräche würden bereits „heute angestoßen“. Dieses Vorgehen sei kein Widerspruch zu seinen Ankündigungen vor der Wahl, nur allein regieren zu wollen, sagte Siegmund auf eine entsprechende Nachfrage. „Der Plan war ganz klar eine Alleinregierung.“ Bei den anstehenden Gesprächen müsse geguckt werden: „Wer sind diese Menschen, kann man das so machen, dass wir politisch unseren Werten treu bleiben.“ So könne es auch sein, dass es beim BSW Stimmen geben werde, die einen Wechsel wollten. Er wolle aber „keine Spielchen“, sodass man sich dann später nicht darauf verlassen könne. „Selbstverständlich trete ich als Ministerpräsidentenkandidat in Sachsen-Anhalt an, wenn es sich abzeichnet, dass ich eine stabile Mehrheit auf den Weg gebracht habe“, sagt er. „Das ist heute überhaupt nicht absehbar. Deswegen ist es jetzt unser Anspruch, genau diese stabile Mehrheit in den nächsten Tagen und Wochen zu organisieren.“ Siegmund kündigte ausdrücklich an, Gespräche mit den einzelnen Fraktionen sowie mit einzelnen Abgeordneten führen zu wollen. Entsprechende Gespräche würden bereits „heute angestoßen“. Dieses Vorgehen sei kein Widerspruch zu seinen Ankündigungen vor der Wahl, nur allein regieren zu wollen, sagte Siegmund auf eine entsprechende Nachfrage. „Der Plan war ganz klar eine Alleinregierung.“ Bei den anstehenden Gesprächen müsse geguckt werden: „Wer sind diese Menschen, kann man das so machen, dass wir politisch unseren Werten treu bleiben.“ So könne es auch sein, dass es beim BSW Stimmen geben werde, die einen Wechsel wollten. Er wolle aber „keine Spielchen“, sodass man sich dann später nicht darauf verlassen könne. Verdi fordert klare Haltung gegen AfD-Zusammenarbeit Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, die demokratischen Parteien vor einer Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt. „Kein Demokrat darf den Faschisten zur Regierungsmacht verhelfen“, sagte Werneke laut einer Mitteilung. Der AfD-Wahlsieg sei „für alle demokratischen Kräfte in Deutschland ein bitteres und alarmierendes Ergebnis“.  Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Insbesondere das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stehe dabei in der Verantwortung, sich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD zu stellen, sagte Werneke. Das BSW dürfe nicht zum „Steigbügelhalter“ der AfD werden. Auch mögliche Unterstützer aus der CDU-Landtagsfraktion dürften sich nicht an einer solchen Zusammenarbeit beteiligen. Für das schlechte Wahlergebnis von Union und SPD machte Werneke die Politik der Bundesregierung verantwortlich. Er forderte deshalb einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Weidel: Streben 40 Prozent bei Bundestagswahl an AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat die Ambitionen ihrer Partei für die nächste Bundestagswahl nach oben geschraubt. „Mein erklärtes Ziel ist, den Abstand deutlich in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anzuwachsen für die nächste Bundestagswahl“, sagte Weidel. „Die CDU/CSU wird nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen können. Das ist Fakt.“ Die Menschen wünschten sich einen Politikwechsel. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla sagte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU.“ Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla sagte, dass seine Partei in Sachsen-Anhalt auch mit den Christdemokraten reden möchte. „Wir sind gesprächsbereit auch in Richtung CDU.“ Allerdings wolle man keinen Zustand wie in Thüringen, wo ein Ministerpräsident von der Unterstützung mehrerer Parteien abhängig sei. Auftritt auf der Bundespressekonferenz: Ulrich Siegmund (li.) gemeinsam mit Tino Chrupalla und Alice Weidel. Foto: Clemens Bilan/EPA Schnieder: „Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert“ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und CDU-Chef Gordon Schnieder hat die Bundesregierung aufgefordert, klare Entscheidungen zu treffen und weniger zu streiten. „Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert. Dass Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden“, sagte Schnieder in Mainz. „Deutschland kann sich keinen politischen Dauerstreit leisten.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ein selbstkritisches Innehalten in der Politik für dringend erforderlich. Er habe die Hoffnung, „dass wir nicht in einer oder zwei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass wir jetzt wirklich endlich anfangen zu schauen, was bewegt die Menschen, warum wählen sie so“, sagte der CDU-Politiker in Dresden. „Und es ärgert mich total über die vergangenen Jahre, dass das eben nicht passiert ist.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ein selbstkritisches Innehalten in der Politik für dringend erforderlich. Er habe die Hoffnung, „dass wir nicht in einer oder zwei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern dass wir jetzt wirklich endlich anfangen zu schauen, was bewegt die Menschen, warum wählen sie so“, sagte der CDU-Politiker in Dresden. „Und es ärgert mich total über die vergangenen Jahre, dass das eben nicht passiert ist.“ Welche Regierungsoptionen es gibt Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand gewonnen. Ulrich Siegmund ist deshalb aber noch nicht Ministerpräsident. Seiner Partei fehlen drei Sitze zur absoluten Mehrheit. Rechnerisch könnte sie mit dem BSW regieren – politisch ist ein solches Bündnis bislang nicht absehbar. Möglich wäre auch eine Regierung aller übrigen Parteien oder ein Minderheitsmodell. Besondere Bedeutung könnte die Wahl des Ministerpräsidenten bekommen: Nach zwei gescheiterten Wahlgängen kann schließlich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen. Doch selbst dann wäre Siegmunds Wahl keineswegs sicher. AfD und die vier Parteien CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen jeweils über 39 Sitze. Dem BSW kommt mit fünf Mandaten eine Schlüsselrolle zu, doch auch einzelne Abgeordnete können eine entscheidende Rolle spielen. Lesen Sie mehr dazu im Text von Tim Frehler: Besondere Bedeutung könnte die Wahl des Ministerpräsidenten bekommen: Nach zwei gescheiterten Wahlgängen kann schließlich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen. Doch selbst dann wäre Siegmunds Wahl keineswegs sicher. AfD und die vier Parteien CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen jeweils über 39 Sitze. Dem BSW kommt mit fünf Mandaten eine Schlüsselrolle zu, doch auch einzelne Abgeordnete können eine entscheidende Rolle spielen. Lesen Sie mehr dazu im Text von Tim Frehler: Kirchen besorgt über Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erfüllt die Kirchen mit „großer Sorge“. „Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland“, teilten die Bischöfe der evangelischen und der katholischen Kirche, Friedrich Kramer und Gerhard Feige, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche, Karsten Georg Wolkenhauer, mit. Die Sorge gelte auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben werde. „Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen.“Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Sein katholischer Amtskollege Feige appellierte an die AfD, die Verfassung von Sachsen-Anhalt und das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. „Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.“ Kanzleramtschefin Warken gegen Personaldiskussion Kanzleramtschefin Nina Warken pocht auf eine stabile Bundesregierung nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt. „Es wäre jetzt das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden“, sagt die CDU-Politikerin in der ARD auf die Frage nach Bundeskanzler Friedrich Merz. „Die Regierung ist für vier Jahre gewählt, der Bundestag ist für vier Jahre gewählt. Wir brauchen jetzt hier auch eine gewisse Stabilität.“ Merz sei auch derjenige, der Dinge anstoße und voranbringe, die verändert werden müssten.  Warken fordert, dass die schwarz-rote Koalition die angegangenen Reformen umsetze. „Wir müssen schneller werden“, damit die Menschen spürten, dass sich etwas verändere. Die Wirtschaft müsse „endlich wieder auf Trab“ gebracht und die sozialen Sicherungssysteme stabilisiert werden. Warken fordert, dass die schwarz-rote Koalition die angegangenen Reformen umsetze. „Wir müssen schneller werden“, damit die Menschen spürten, dass sich etwas verändere. Die Wirtschaft müsse „endlich wieder auf Trab“ gebracht und die sozialen Sicherungssysteme stabilisiert werden. Internationale Pressestimmen zur Wahl in Sachsen-Anhalt Das starke Abschneiden der in dem Bundesland als rechtsextremistisch eingestuften Partei sorgt über Deutschland hinaus für ein großes Echo. Viele große internationale Medien machen den Wahlausgang zu ihrer Top-Story.   Italien, La Stampa: „81 Jahre nach Hitlers Untergang, der das Land in Trümmern und mit der unauslöschlichen Schuld des Holocaust zurückließ, gewinnt eine Partei, die sich mehr oder weniger ausdrücklich auf jenes Deutschland beruft, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.“   Schweiz, Neue Zürcher Zeitung: „Der schlimmste Albtraum der CDU ist wahr geworden: Die Wähler haben die Partei halbiert. Sie holte das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland und verlor die Wahl noch dazu mit der AfD an eine Partei rechts von ihr. Würde der frühere CSU-Chef Franz Josef Strauß noch leben, der einst sagte, an dieser Stelle dürfe es keine demokratisch legitimierte Partei neben der Union geben, er wäre entsetzt.“ Großbritannien, The Independent: „(…) Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann. Zudem ist der Sieg ein symbolischer Rückschlag für (Bundeskanzler Friedrich) Merz, dessen Mitte-Rechts-Partei Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren regierte.“ USA, Wall Street Journal: „Alles, was einst feststand, zerfällt, und viele der Instrumente, die einst dazu dienten, die extreme Rechte einzudämmen, haben sich als nutzlos oder gar kontraproduktiv erwiesen. Der überwältigende Sieg der AfD im kleinen ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird das demokratische Lager zwingen, seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken und einige Wahrheiten neu zu bewerten, die bisher als unumstößlich galten.“ Auch internationale Politik-Prominenz meldete sich zu Wort. Mehr dazu lesen Sie im Artikel der SZ-Korrespondenten: Italien, La Stampa: „81 Jahre nach Hitlers Untergang, der das Land in Trümmern und mit der unauslöschlichen Schuld des Holocaust zurückließ, gewinnt eine Partei, die sich mehr oder weniger ausdrücklich auf jenes Deutschland beruft, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.“ Schweiz, Neue Zürcher Zeitung: „Der schlimmste Albtraum der CDU ist wahr geworden: Die Wähler haben die Partei halbiert. Sie holte das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland und verlor die Wahl noch dazu mit der AfD an eine Partei rechts von ihr. Würde der frühere CSU-Chef Franz Josef Strauß noch leben, der einst sagte, an dieser Stelle dürfe es keine demokratisch legitimierte Partei neben der Union geben, er wäre entsetzt.“ Großbritannien, The Independent: „(…) Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann. Zudem ist der Sieg ein symbolischer Rückschlag für (Bundeskanzler Friedrich) Merz, dessen Mitte-Rechts-Partei Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren regierte.“ USA, Wall Street Journal: „Alles, was einst feststand, zerfällt, und viele der Instrumente, die einst dazu dienten, die extreme Rechte einzudämmen, haben sich als nutzlos oder gar kontraproduktiv erwiesen. Der überwältigende Sieg der AfD im kleinen ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird das demokratische Lager zwingen, seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken und einige Wahrheiten neu zu bewerten, die bisher als unumstößlich galten.“ Auch internationale Politik-Prominenz meldete sich zu Wort. Mehr dazu lesen Sie im Artikel der SZ-Korrespondenten: Anna Schimpp Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf: Dieses Wahlergebnis macht uns Angst Die Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf zeigt sich entsetzt über den AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. „Dieses Wahlergebnis macht uns Angst“, sagte die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees nach Mitteilung der Organisation in München. Weiter fragte sie: „Auf welchem Weg ist Deutschland? Dem Weg, den es schon einmal gegangen ist? “Eva Umlauf (Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees) „Die Tatsache, dass noch einmal in einem deutschen Landesparlament eine rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion Platz nehmen wird, hätten wir als Überlebende des Holocaust nie für möglich gehalten“, so Umlauf. Die Auschwitz-Überlebende kündigte an, weiter für Demokratie und Erinnerung zu kämpfen. „Das sind wir unseren ermordeten Angehörigen schuldig, und das ist unsere Verpflichtung den jungen Menschen in Deutschland gegenüber.“  In Berlin fügte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, hinzu: „Nicht nur der Blick von Holocaust-Überlebenden auf unser Land verdüstert sich. Nach diesem Wahlergebnis werden sich Menschen in vielen Ländern Europas fragen, welche Antworten die demokratischen Parteien jetzt in Deutschland finden und wie stabil die Demokratie der Deutschen ist.“ In Berlin fügte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, hinzu: „Nicht nur der Blick von Holocaust-Überlebenden auf unser Land verdüstert sich. Nach diesem Wahlergebnis werden sich Menschen in vielen Ländern Europas fragen, welche Antworten die demokratischen Parteien jetzt in Deutschland finden und wie stabil die Demokratie der Deutschen ist.“ BSW-Spitzenkandidat: BSW würde sich im dritten Wahlgang enthalten Der BSW-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze, hat angekündigt, dass sich die neue Landtagsfraktion seiner Partei bei einem dritten Wahlgang bei der Wahl eines Ministerpräsidenten enthalten würde. „Wir werden uns an einer Brandmauer-Koalition nicht beteiligen“, sagte Schulze im Deutschlandfunk. Man wolle mit allen Parteien sprechen. Man müsse dem BSW nicht vorwerfen, „Steigbügelhalter“ zu sein, das seien die anderen Parteien, erklärte Schulze. „Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie.“ Schnittmengen mit der AfD gebe es zum Beispiel bei der Forderung, die Sanktionen gegenüber Russland aufzuheben. Im dritten Wahlgang reicht im Magdeburger Landtag eine einfache Mehrheit für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten – dann könnte etwa die AfD ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durchbringen. Man müsse aber warten, ob Siegmund sich überhaupt der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen werde, sagte Schulze. Er erwarte, dass die AfD als Wahlsiegerin auf die anderen Parteien zugehe. Zugleich bekräftigte Schulze, dass das BSW einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlagen wolle. Man werde dafür „zeitnah“ eine Person aus Sachsen-Anhalt nennen, sagte er. Man wolle mit allen Parteien sprechen. Man müsse dem BSW nicht vorwerfen, „Steigbügelhalter“ zu sein, das seien die anderen Parteien, erklärte Schulze. „Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie.“ Schnittmengen mit der AfD gebe es zum Beispiel bei der Forderung, die Sanktionen gegenüber Russland aufzuheben. Im dritten Wahlgang reicht im Magdeburger Landtag eine einfache Mehrheit für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten – dann könnte etwa die AfD ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund durchbringen. Man müsse aber warten, ob Siegmund sich überhaupt der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen werde, sagte Schulze. Er erwarte, dass die AfD als Wahlsiegerin auf die anderen Parteien zugehe. Zugleich bekräftigte Schulze, dass das BSW einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlagen wolle. Man werde dafür „zeitnah“ eine Person aus Sachsen-Anhalt nennen, sagte er. SPD-Vize Schweitzer sieht Gesprächsbedarf beim Reformkurs Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer hält es nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt für notwendig, den Reformkurs der Bundesregierung zu überdenken. „Es ist doch völlig klar, dass über diese Reform diskutiert werden muss“, sagte Schweitzer mit Blick auf die geplante Überarbeitung des Rentensystems. Die Vorschläge der Rentenkommission müssten noch einmal auf den Tisch. Aus Sicht des SPD-Vizevorsitzenden hat die Bundesregierung „keinen geringen Anteil“ am Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas noch die richtigen SPD-Vorsitzenden seien, antwortete er: „Das sind sie.“ Aus Sicht des SPD-Vizevorsitzenden hat die Bundesregierung „keinen geringen Anteil“ am Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas noch die richtigen SPD-Vorsitzenden seien, antwortete er: „Das sind sie.“ Söder spricht nach AfD-Wahlsieg von „Epochenbruch“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betrachtet den deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt als historischen Einschnitt. „Zunächst mal muss man da schon durchschnaufen“, sagte er dem Radiosender Bayern 2. „Das ist eine echte Zäsur und ein Stück weit auch ein Epochenbruch.“ Er warnte die Schwesterpartei CDU allerdings davor, jetzt „auf Biegen und Brechen“ selbst mit „Kleinstmehrheiten“ regieren und den Ministerpräsidenten stellen zu wollen. „Ich glaube nicht, dass es ein erfolgversprechender Ansatz wäre“, sagte er dem Radiosender. „Das Wahlergebnis umzuinterpretieren, wäre eine schwierige Sache.“ Für die Bürger wäre es „schwierig, das zu verstehen“, meint er. „Der Auftrag liegt eindeutig bei der AfD“, sagte Söder. „Das ist jetzt Demokratie, deshalb gilt es, das zunächst einmal anzuerkennen.“ Die Landtagswahl sei „eine Denkzettelwahl“ gewesen, „die weniger mit Sachsen-Anhalt als mehr mit Berlin zu tun hat“. Spätestens jetzt müsse klar sein: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Bundesregierung müsse „einen deutlichen Zacken zulegen“ bei Reformen – aber „sozial ausbalanciert“. Man müsse sich fragen, „wie man die Politik nicht nur besser verkauft, sondern an einigen Stellen auch ändert“. Wichtig sei „eine Renaissance von Wirtschaft und Industrie“, diese gelte es „sozial gerecht zu organisieren“. Er warnte die Schwesterpartei CDU allerdings davor, jetzt „auf Biegen und Brechen“ selbst mit „Kleinstmehrheiten“ regieren und den Ministerpräsidenten stellen zu wollen. „Ich glaube nicht, dass es ein erfolgversprechender Ansatz wäre“, sagte er dem Radiosender. „Das Wahlergebnis umzuinterpretieren, wäre eine schwierige Sache.“ Für die Bürger wäre es „schwierig, das zu verstehen“, meint er. „Der Auftrag liegt eindeutig bei der AfD“, sagte Söder. „Das ist jetzt Demokratie, deshalb gilt es, das zunächst einmal anzuerkennen.“ Die Landtagswahl sei „eine Denkzettelwahl“ gewesen, „die weniger mit Sachsen-Anhalt als mehr mit Berlin zu tun hat“. Spätestens jetzt müsse klar sein: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Bundesregierung müsse „einen deutlichen Zacken zulegen“ bei Reformen – aber „sozial ausbalanciert“. Man müsse sich fragen, „wie man die Politik nicht nur besser verkauft, sondern an einigen Stellen auch ändert“. Wichtig sei „eine Renaissance von Wirtschaft und Industrie“, diese gelte es „sozial gerecht zu organisieren“.

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7. September
Tagesschau

Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Spitzenpolitiker stellen sich hinter Merz

Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt CDU-Spitzenpolitiker stellen sich hinter Merz Nach dem desaströsen Wahlergebnis der CDU in Sachsen-Anhalt richten sich die Blicke auch auf den Kanzler und CDU-Chef. Kanzleramtschefin Warken warnte vor einer Debatte um Merz. SPD-Politiker zweifeln am Kurs der Koalition. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben führende CDU-Politiker trotz der großen Verluste ihrer Partei eine Personaldebatte um CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz ausgeschlossen. So bezeichnete Kanzleramtsministerin Nina Warken die Diskussionen um eine Ablösung des CDU-Chefs als falsch. "Die Regierung ist für vier Jahre gewählt, der Bundestag ist für vier Jahre gewählt", sagte Warken im ARD-Morgenmagazin. Es brauche jetzt auch eine gewisse Stabilität. Stattdessen müsse die schwarz-rote Bundesregierung auf mehr Tempo beim Reformkurs setzen. "Die Menschen spüren noch nicht, dass sich was ändert: Da müssen wir schneller werden, da müssen wir besser werden, und das ist zu Recht ein Punkt, den die Menschen haben", räumte die CDU-Politikerin ein. Reformen statt Debatten um Personen Auch der Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt, Philipp Amthor, verteidigte Merz gegen Kritik. Jeder, der nun versuche, "eindimensionale Antworten zu geben" oder sich "auf einzelne Personen zu fokussieren", der verkenne "die Verschiebungen, die wir im Moment in der Gesellschaft haben", sagte Amthor im Deutschlandfunk. Gleichermaßen sei es "die völlig falsche Antwort auf das Wahlergebnis", den Reformkurs der Bundesregierung infrage zu stellen, so der CDU-Politiker. Das tieferliegende Problem sei, dass in über Jahren hinweg notwendige Reformen "unterlassen" worden seien. Dadurch habe die Wettbewerbsfähigkeit gelitten und es seien "gesellschaftliche Enttäuschungen" und "Polarisierungen" entstanden. Ebenso forderten CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann und Unionsfraktionschef Thorsten Frei, die verabredeten Reformen der schwarz-roten Koalition zügig umzusetzen. Auf die Frage, welche Verantwortung der Kanzler für das Ergebnis habe, sagte Frei, man müsse "zunächst einmal analysieren, warum wir so viel Zustimmung in Sachsen-Anhalt verloren haben". Merz äußert sich am Nachmittag Die CDU in Sachsen-Anhalt hatte schon im Wahlkampf weitgehend auf Unterstützung aus der Bundespolitik verzichtet, wohl vor allem aus Sorge, dass sich die schwachen Beliebtheitswerte des Kanzlers auf die Wahlergebnisse übertragen würden. Erst im Juli wurde Merz im ARD-DeutschlandTrend so schlecht bewertet wie noch kein Kanzler vor ihm. Fünf von sechs Befragten waren mit seiner Arbeit unzufrieden. Merz selbst äußerte sich bisher nicht zum Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Am Nachmittag will er jedoch gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze vor die Presse treten. SPD-Politiker zweifeln an Reformkurs Aus den Reihen des Koalitionspartners gab es bereits klare Kritik - sowohl an Bundeskanzler Merz als auch am bisherigen Reformkurs der Bundesregierung. Im ARD-Morgenmagazin sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, Merz habe auch mit seiner Rhetorik zu großer Verunsicherung bei den Wählerinnen und Wählern in Deutschland beigetragen - etwa durch seine Aussagen zu "Faulheit" in Bezug auf Arbeitnehmer. Es sei nun die Aufgabe der Bundesregierung, die Sorgen der Menschen vor allem in Bezug auf die Sozialreformen ernst zu nehmen. "Ich glaube, wir müssen in dieser Bundesregierung Möglichkeiten finden, wenn wir die sozialen Sicherungssysteme absichern wollen", so Wiese. Zudem forderten SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und der stellvertretende Vorsitzende Alexander Schweitzer Änderungen an der geplanten Rentenreform. Grünen-Chef sieht politische Mitte in der Verantwortung Der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, plädierte ebenfalls dafür, dass nun die gesamte demokratische politische Mitte Verantwortung übernehme. Das Vertrauen in die Lösungsfähigkeit des Staates sei auf einem Tiefstand. "Da kann doch keine Partei sagen: Da müssen sich die anderen drum kümmern", so Banaszak, dessen Partei bei der Landtagswahl auf 8,9 Prozent gekommen war. Gerichtet an die Bundesregierung hielt der Grünen-Vorsitzende es "für den völlig falschen Schluss, wenn die Union jetzt aus diesem Wahlergebnis mitnimmt, wir müssen einfach diese Reformen noch schneller durch den Deutschen Bundestag prügeln." AfD-Chef Chrupalla: "CDU muss sich selbst hinterfragen" Unterdessen kündigte AfD-Co-Chef Tino Chrupalla mit Blick auf die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt Gesprächsangebote auch an die CDU an, richtete jedoch einen Appell an die Partei. "Die CDU muss sich ja selbst hinterfragen, was und welche Konsequenzen sie aus diesem desaströsen Wahlergebnis zieht", sagte Chrupalla im ARD-Morgenmagazin. Die Gespräche sollten noch in dieser Woche anlaufen. "Das ist erstmal unser Ziel, und ich gehe davon aus, dass wir auch mit Ulrich Siegmund einen Ministerpräsidenten haben, der auch im Sachsen-Anhaltiner Landtag gewählt wird." Entscheidend sei, dass es einen Politikwechsel in Sachsen-Anhalt gebe. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte eine Koalition im Vorfeld der Wahl allerdings stets abgelehnt und eine Alleinregierung angestrebt. Auch die CDU hatte eine Zusammenarbeit mit der AfD zuvor ausgeschlossen.

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7. September
Deutschlandfunk

Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - Warken (CDU) hält Personaldebatte über Merz für falsch

"Es wäre jetzt das Falscheste, wenn wir Personalfragen stellen würden", sagt die CDU-Politikerin in der ARD auf die Frage nach Bundeskanzler Merz. "Wir brauchen jetzt hier auch eine gewisse Stabilität." Merz sei auch derjenige, der Dinge anstoße und voranbringe, die verändert werden müssten. Eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD schloss Warken erneut kategorisch aus. +++ Der AfD-Bundesvorsitzende Chrupalla hat bekräftigt, dass seine Partei nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt einen Regierungsauftrag sieht. Er sagte im Deutschlandfunk , das Ergebnis sei ein klarer Wählerauftrag, und das gelte es auch zu respektieren. Chrupalla forderte von anderen Parteien, die AfD nicht weiter auszugrenzen. +++ Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Schweitzer spricht sich für Korrekturen am Kurs der Bundesregierung aus. Er sagte im Deutschlandfunk, die Bundespolitik trage keinen geringen Anteil am Wahlausgang. Über die anstehenden Reformen müsse diskutiert werden. +++ Nach dem knappen Wahlerfolg des BSW fordert Parteigründerin Wagenknecht einen "politischen Neubeginn" in Sachsen-Anhalt. Jetzt gebe es "hoffentlich Mehrheiten im Magdeburger Landtag für einen Kurswechsel in der Energiepolitik, ein Ende der Russland-Sanktionen, bessere Bildung und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. "Diese Mehrheiten will das BSW nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern." +++ Die CDU hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein einziges Direktmandat gewonnen. In allen 41 Wahlkreisen mussten sich die Kandidaten der bisherigen Regierungspartei nach vorläufigen Zahlen der Landeswahlleitung geschlagen geben. In 38 Wahlkreisen setzten sich Kandidatinnen und Kandidaten der AfD durch, darunter auch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkreis Genthin. Nur in den großen Städten Magdeburg und Halle gelang der AfD demnach kein Durchmarsch. In einem Magdeburger Wahlkreis und zwei Wahlkreisen in Halle gewannen zwei Bewerber und eine Bewerberin der Linken das Direktmandat. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU sich noch in 40 der 41 Wahlkreise das Direktmandat gesichert, ein Direktmandat ging damals an die AfD. Entscheidend für die Wahl des Direktkandidaten ist die Erststimme, aus dem Zweitstimmenergebnis ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag. +++ Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hat vor einer AfD-geführten Landesregierung gewarnt. Für Gedenkstätten und Einrichtungen der historisch-politischen Bildung entstünde sonst eine grundlegend veränderte Lage. In solch einem Falle könnten diejenigen, die ihre Arbeit politisch bekämpften, künftig über deren Finanzierung und personelle Voraussetzungen mitentscheiden. Aus dem Deutschlandfunk-Programm Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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7. September
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Wahl-Beben - Heute Schmerz-Tag!

Wahlleitung teilt mit: Keine absolute Mehrheit für die AfD Wahl-Beben: Heute Schmerz-Tag! Abrechnung nach AfD-Triumph: Um 13.30 Uhr will der Kanzler reden Berlin – Totalkrise bei CDU und SPD. Nach dem Wahldesaster von Sachsen-Anhalt kommen am Montagmorgen die Spitzengremien beider Parteien zusammen, um die Folgen für die Regierungskoalition im Bund, das Schicksal der Chefs und die Zukunft der Republik zu beraten. Der Schmerz-Tag nach dem Wahl-Knall: Den Anfang macht ab 9 Uhr das CDU-Präsidium. Parteichef Friedrich Merz (70, CDU) hatte sich am Wahlsonntag in die Vorstandsräume im Konrad-Adenauer-Haus zurückgezogen, verfolgte dort mit engen Mitstreitern die Auszählung, führte Krisengespräche am Telefon. Seine Partei: aufgewühlt. Die Rechtsaußen-AfD hat sie mehr als halbiert (laut vorläufigem Ergebnis von 37,1 auf 17,2 Prozent). Was droht als Nächstes? Merz wird sich unangenehme Fragen stellen lassen müssen, auch im CDU-Bundesvorstand, der danach ab 11 Uhr tagt. Gegen 13.30 Uhr ist dann endlich ein öffentlicher Auftritt des schwer in Bedrängnis geratenen Regierungschefs geplant. Zusammen mit Wahlverlierer Sven Schulze (47). Wie unangenehm es für Merz wird, dürfte entscheidend davon abhängen, ob sich die mächtigen Ministerpräsidenten mit scharfer Manöverkritik zu Wort melden – oder schweigen. Die Zweifel wachsen Klar ist: In der CDU werden die Zweifel wachsen, ob sich mit Merz noch erfolgreich Wahlkämpfe bestreiten lassen. In Sachsen-Anhalt wurde er von Bürgern abgeschirmt. Wenn Merz wie Donnerstag am Geiseltalsee doch auf welche traf, schallten ihm „Hau ab!“-Rufe entgegen. Der Kanzler musste von Scharfschützen bewacht werden. Sachsen-Anhalt ist nicht typisch für Deutschland, aber die Frage wird drängender: Taugt Merz noch als CDU‑Lokomotive? Merz will, wie er Samstag in Hannover sagte, für die Partei ein neues Narrativ, eine neue Erzählung, entwickeln, wohin man eigentlich wolle. „Ich möchte, dass wir in der CDU über diese Frage nach den Landtagswahlen miteinander diskutieren.“ Damit räumte er zugleich ein, dass er keine Lösung hat. Bei den Sozialdemokraten herrscht eine Mischung aus Erleichterung, Panik und Reformrevolte. In Sachsen-Anhalt konnte die Partei im homöopathischen Bereich zulegen, kommt laut vorläufigem Ergebnis auf 9,3 Prozent und liegt damit nur knapp über dem Katastrophenergebnis von 2021 (8,4 Prozent). Weil aber mancher in der SPD fürchtete, die Partei könne in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal aus einem Landtag fliegen, nutzen die angeschlagenen Parteichefs Bärbel Bas (58) und Lars Klingbeil (48) das Ergebnis zur Eigenstabilisierung. Sie betonten noch am Wahlabend vor den Kameras, wie düster die Prognosen waren und wie stabil das Ergebnis nun sei. Die Botschaft: Dieser Wahlausgang kann nicht dafür herhalten, die Parteichefs im Bund auszutauschen. Wenn sich am Montagmorgen die Spitzengenossen im Willy-Brandt-Haus treffen und danach um 14 Uhr vor die Presse treten, wird es nicht um eine Personalrevolte gehen. Schon alleine aus Rücksicht auf Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52), die am 20. September eine Wahl gewinnen will. Heftige Auseinandersetzungen drohen aber wegen der Reformpolitik von Klingbeil und Bas in der Bundesregierung. Armin Willingmann (63), SPD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, kritisierte die Pläne bei Rente, Krankenkassen und Pflege als Mühlstein für seinen Wahlkampf. Und Schwesig legt mit einem klaren Gegenkurs zur Bundes-SPD in Umfragen deutlich zu, sie liegt bei 32 Prozent, die AfD bei 35 Prozent. Absetzbewegungen bei Reformen Bei den Genossen gab es schon am Wahlabend Absetzbewegungen von den geplanten Reformen. Insbesondere die geplante Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“ wollen viele nicht mehr mitmachen. Wer 45 Beitragsjahre voll hat, darf bislang zwei Jahre eher in den Ruhestand. Parteichefin Bas, die als Arbeitsministerin die Rentenreform eigentlich komplett durchziehen wollte, betonte am Sonntagabend: „Die SPD hat immer gesagt, dass wir natürlich die Rente nach 45 Jahren behalten wollen.“ Der Bundesregierung stehen damit schwere Wochen bevor. In der SPD wollen führende Genossen weniger Rücksicht auf Merz nehmen. Besonders bei den anstehenden Verhandlungen in Sachen Rente und Gesundheit (Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag) wird es harten Widerstand gegen den Kanzler geben. Der könnte damit in eine Zwangslage geraten: In seiner Partei pochen führende Abgeordnete auf ein Durchziehen der Reformen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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7. September
Der Spiegel (Politik)

News: Sachsen-Anhalt, Wahl, AfD, Friedrich Merz, CDU, Daten-Leak Berlin

Die Lage am Morgen Ein politisches Beben der Stärke 9,0 Heute beschäftigen wir uns mit dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt, mit der Zukunft von Kanzler Friedrich Merz – und mit dem massiven Daten-Leak in Berlin. Jetzt regiert mal schön – oder auch nicht Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als stärkste politische Kraft mit großem Abstand vor den anderen Parteien gewonnen. Auf der Skala für politische Beben erreicht diese Wahl einen Wert von 9,0. Die Botschaft lautet: In größeren Teilen der Bevölkerung werden xenophobe Nationalisten wieder als akzeptabel erachtet (mehr dazu hier ). Wahlsieger Ulrich Siegmund von der AfD Foto: Ronny Hartmann / AFPOb der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tatsächlich Ministerpräsident werden kann, bleibt angesichts der komplizierten Mehrheitsverhältnisse allerdings unklar. Vieles ist denkbar: etwa eine – wie auch immer geartete – Zusammenarbeit mit dem BSW von Sahra Wagenknecht (mehr dazu hier ). Oder Siegmund erhält Unterstützung von einigen CDU-Überläufern. Siegmund selbst bringt sogar Neuwahlen ins Spiel. Klar ist, auf Sachsen-Anhalt kommen politisch unsichere Zeiten zu. (Alle Entwicklungen finden Sie hier im Newsblog .) Für den Fall, dass Siegmund am Ende zum Ministerpräsidenten gewählt werden sollte, deutet sich bereits an, wie es weitergeht. Die AfD wird – große Überraschung – feststellen, dass etliche ihrer Wahlversprechen nicht umsetzbar sind. Schon seit Monaten sagen Expertinnen und Experten: Sie sind entweder zu teuer oder verfassungsrechtlich unzulässig beziehungsweise fragwürdig. Wie schon im Wahlkampf werden Siegmund und Co. dann die Schuld bei anderen abladen. Wahlweise stehen als Sündenböcke bereit: die »Altparteien«, die vorher angeblich so schlecht regiert haben; der Bund, der den Spielraum der Landespolitiker böswillig einengt oder sonstige finstere Mächte (»die Medien«, »Migranten«). Einen Vorgeschmack auf diese Erzählung lieferte am Wahlabend AfD-Chef Tino Chrupalla, der ankündigte, der neue Ministerpräsident müsse erst einmal einen Kassensturz machen. Das klingt so, als sei der Landeshaushalt ein Staatsgeheimnis. Dabei kann ihn jeder im Internet nachlesen. Aber so geht Populismus. - Hören Sie dazu hier eine Sonderfolge unseres Podcasts »MAD KINGS«: AfD-Sieg befeuert Kanzlersturz Ein Kanzlerproblem Für Kanzler Friedrich Merz und seine CDU ist das Ergebnis in Sachsen-Anhalt ein Debakel. Nach den Erfolgen der AfD in den West-Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Frühjahr zeigt sich, wie die Basis der Union erodiert. Die am Wahlabend vor Freude glühende AfD-Chefin Alice Weidel sieht sich schon ins Kanzleramt einziehen; sie sagt voraus, die CDU werde niemals mehr eine Wahl gewinnen. So weit ist es (noch) nicht, aber in der Merz-Partei dürfte sich wachsende Panik breitmachen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Foto: Moritz Frankenberg / dpaDie Union hat im Moment nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: Wechselt sie Merz jetzt überhastet als Kanzler aus, gibt es keine Garantie, dass es der Partei bald besser geht. Zu groß ist gegenwärtig der innen- und außenpolitische Druck, zu kompliziert sind die Probleme, die die Union mit der SPD in Berlin lösen muss. Andererseits: Hält die Union an Merz fest und weitere Wahlen gehen verloren, ist es für eine Kurskorrektur vor der nächsten Bundestagswahl womöglich zu spät. Der Herbst dürfte für Merz entscheidend werden: Die Koalitionspartner von der SPD wollen – als Reaktion auf die Wahl in Sachsen-Anhalt – Korrekturen am beschlossenen Reformpaket durchsetzen. »Das ist ein Grund, auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun«, sagte SPD-Chef Lars Klingbeil. Genau das aber wäre eine Zumutung für viele Unionsleute. Behält der Kanzler seine Koalition nicht im Griff, könnte die Auswechslung für seine Partei unumgänglich werden. Der Nachfolger hieße dann entweder Hendrik Wüst oder Markus Söder. In dieser Woche kehren in Berlin die Bundestagsabgeordneten aus der Sommerpause zurück, am Mittwoch will der Kanzler im Bundestag sprechen. Es wird sich schnell zeigen, wie viel Zusammenhalt es in der Union und in dieser Koalition wirklich noch gibt – und wohin die Reise für Merz geht. - Mehr Hintergründe hier: In der CDU sprechen sie jetzt von einem »Kanzlerproblem« Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel - Merz ist offenkundig der falsche Mann in diesem Amt in diesen Zeiten: Die AfD hat in Sachsen-Anhalt haushoch gewonnen, es ist ein Sprung in eine neue Dimension. Was das für Deutschland bedeutet. Was steckt hinter dem Daten-Leak in Berlin? Große Nachrichtenlagen wie der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt haben es an sich, dass manch anderes wichtiges Ereignis weniger Beachtung findet, als es verdient. Nämlich dieses hier: Seit diesem Wochenende kursieren teilweise hochbrisante Informationen aus dem Datenleck bei der Berliner Landesverwaltung im Netz (mehr hier). Eine Hackergruppe, die versucht hatte, das Land Berlin zu erpressen, hat die Daten ins Darknet eingespeist. Zuvor war eine Frist für eine Lösegeldforderung abgelaufen. Der Senat wollte sich nicht erpressen lassen und verweigerte die Zahlung. Baggerarbeiten am Neubau des Kanzleramts in Berlin Foto: Michael Kappeler / picture alliance/dpaDas Berlin-Leak ist gravierend: Es ist der größte öffentlich bekannt gewordene Datenabfluss mit anschließender Veröffentlichung in Deutschland. Nicht nur das Land Berlin ist mit seinen Sicherheitsinteressen betroffen, sondern zahlreiche seiner Mitarbeitenden sowie Bürgerinnen und Bürger, schreiben meine Kollegen Florian Kistler, Marcel Rosenbach und Gerret von Nordheim, die den Fall verfolgen. In den Verzeichnissen über die insgesamt 1,4 Millionen Datensätze lassen sich jede Menge sensible Inhalte aus der Berliner Verwaltung erkennen: Notfallpläne zur Wasserversorgung in Krisenzeiten, Gehaltslisten, Kontoinformationen, Scans von Ausweispapieren, vertrauliche Personalangelegenheiten wie Vorwürfe zu Dienstvergehen und Disziplinarangelegenheiten. Aber auch Dokumente zur Cybersicherheitsstrategie und zum Neubau am Bundeskanzleramt liegen offen. Die Geheimdienste anderer Länder, etwa Russlands, werden sich freuen: Die Hacker haben ihnen ein Geschenk auf dem Silbertablett serviert. - Mehr Hintergründe hier: Sensible Kanzleramtspläne, Gehaltslisten, Kontoinformationen stehen jetzt im Darknet Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. Gewinner des Tages… Raketenstart in Norwegen Foto: AFP…ist das bayerische Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace. Die Firma hat am Wochenende gemeinsam mit norwegischen Partnern den ersten Orbitalflug von europäischem Boden aus gestartet. Eine unbemannte Trägerrakete vom Typ Spectrum hob vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya ab und erreichte wie erhofft die Erdumlaufbahn. Die Rakete hatte fünf kleine Satelliten sowie ein technologisches Experiment an Bord. Das zeigt: Deutschland ist weiterhin einer der weltweit führenden Hightech-Standorte. Das neue Trägersystem ist dazu angetan, Europa bei der Raketen- und Satellitentechnologie unabhängiger zu machen. US-Anbieter wie Elon Musk mit seiner Firma SpaceX beherrschen hier derzeit den Markt. - Mehr zum Thema: »Deutschland kann Raumfahrt« Die jüngsten Meldungen aus der Nacht - Iran plant offenbar Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus: Die Lage in der Straße von Hormus ist angespannt genug. Doch ein Vorstoß aus Teheran könnte eine weitere Eskalation nach sich ziehen. Demnach soll ein neues Sperrgebiet am Persischen Golf etabliert werden. - Demokratische Politikerin wird auf US-Volksfest attackiert – und danach selbst zur Ersthelferin: Amy Acton will Gouverneurin von Ohio werden. Dafür machte die Demokratin am Sonntag auf einem Fest Wahlkampf. Im Publikum fiel ein Mann zunächst mit Zwischenrufen auf, dann wurde er handgreiflich. - Amazon-Frachtflugzeug rammt nach Landung Fahrzeuge und fängt Feuer – mindestens fünf Tote: Am Miami International Airport ist ein Flugzeug über die Landebahn hinaus und in mehrere Fahrzeuge gerast. Die Frachtmaschine geriet in Brand, es gab Todesopfer. Heute bei SPIEGEL Extra: So entkommen Sie der Meetinghölle Raymond Forbes LLC / Stocksy Meetings kosten viel und bringen oft wenig. Trotzdem geht jeder hin. Hier sind zehn Denkfehler, die effiziente Treffen verhindern. Und Tipps, wie jeder es besser machen kann . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

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6. September
Handelsblatt

Sachsen-Anhalt: Wie gefährlich wird der AfD-Kantersieg für Merz?

Sachsen-Anhalt: Wie gefährlich wird der AfD-Kantersieg für Merz? Berlin. Kantersieg für die AfD, krachende Niederlage für die CDU: Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial auch die Bundespolitik zu erschüttern und Bundeskanzler Friedrich Merz in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Seine CDU hat ihr Wahlergebnis von 2021 halbiert und kommt nicht einmal auf 20 Prozent. Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf mehr als 40. Es kann sein, dass erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei auf Landesebene an die Macht kommt - auch wenn das wahrscheinlich nur mit Unterstützung geht. Das BSW ist nach den letzten Hochrechnungen das Zünglein an der Waage. Kanzler verfolgt das Drama in der Parteizentrale Der Kanzler verfolgt das Drama am Abend sechs Stunden lang mit einigen Vertretern aus der Parteiführung und dem Bundeskabinett in der CDU-Zentrale in Berlin. Als er um 22.16 Uhr die Parteizentrale verlässt, ist das Endergebnis noch nicht da. Es ist aber klar, dass seine Partei noch tiefer abgestürzt ist, als von den größten Pessimisten erwartet. Die Kommentierung überlässt er an diesem Abend wie üblich seiner Generalsekretärin Franziska Hoppermann, die erst seit ein paar Wochen im Amt ist. „In jedem Fall ist es ein sehr schweres Ergebnis für uns und macht auch was mit uns als Christdemokraten“, lautet ihr erster Satz. Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), spricht von einer „Zäsur“. Das Wort Zäsur fällt am häufigsten Zäsur - das ist das Wort, das an diesem Abend am häufigsten fällt. Wie es in Sachsen-Anhalt nun weitergeht, ist noch offen. Sicher ist dagegen, dass die Suche nach den Schuldigen für das Wahldebakel auch nach Berlin führen wird. Konkret: ins Kanzleramt. Es ist sicher davon auszugehen, dass Merz aus seiner eigenen Partei dafür mitverantwortlich gemacht wird. Spitzenkandidat Schulze hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder beschwert, dass sein Wahlkampf negativ von der Bundespolitik überlagert würde. Eine eigentlich kurz vor der Wahl geplante Sitzung des CDU-Bundespräsidiums in Magdeburg wurde daher wieder abgesagt und der Kanzler bei seinen beiden Besuchen im Wahlkampf regelrecht versteckt. In Quedlinburg und Leuna gab es keinen Kontakt zu den Wählern - nur kurze Statements für die Journalisten ohne Fragemöglichkeit. Für die Mitverantwortung der Bundespartei an dem AfD-Sieg wird Merz wohl ziemlich alleine geradestehen müssen. Schon vor der Sommerpause sprang ihm niemand zur Seite, als sich der Unmut über seine Personalrochade in der CDU Bahn brach. Seine Autorität gilt als angeschlagen. Der Kanzler wird argumentieren, dass die Mitte dem Druck von rechts außen nun erst recht standhalten müsse. Wenn sie sich selbst zerlegen würde, hätte die AfD ein weiteres Ziel erreicht. Vielleicht setzt Merz darauf, dass der Zusammenhalt der Koalition sogar gestärkt werden könnten. Unangenehme Frage bleibt Schulze wohl erspart Auch CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze räumte das Scheitern seiner Partei unumwunden ein. Für ihn wird sich nun die Frage stellen, wie es mit seiner eigenen politischen Karriere weitergeht. Sollte die AfD sich den Regierungsauftrag anheften, bleibt ihm eine andere unangenehme Frage möglicherweise erspart: Wie hält seine Partei es mit der Linken? Nach den letzten Hochrechnungen hätten CDU, SPD und Grünen selbst dann keine Mehrheit, wenn sie von der Linken toleriert würden. Und das BSW hat eine Wahl Schulzes zum Ministerpräsidenten schon vor der Wahl kategorisch ausgeschlossen. Allerdings will sie auch den siegreichen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund nicht wählen. Damit ist derzeit noch völlig unklar, wie überhaupt eine Regierungsbildung zustande kommen soll. Klingbeil und Bas können erst einmal aufatmen Im Gegensatz zu Merz können die Vorsitzenden des Koalitionspartners SPD, Lars Klingbeil und Bärbel Bas - zumindest oberflächlich betrachtet - erstmal aufatmen. Lange mussten die Sozialdemokraten fürchten, an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern. Jetzt haben sie sogar leichte Gewinne eingefahren und über 9 Przent erzielt. „Das ist erstmal für uns ein wichtiges Zeichen, dass mit der SPD zu rechnen ist“, sagte Generalsekretär Tim Klüssendorf in der ARD. Er deutet auch gleich an, dass die SPD die Schrauben in der Koalition nun anziehen könnte: Umstrittene und für die Menschen wichtige Themen wie Rente, Pflege und die Verteilung von Mitteln könnten noch einmal aufgemacht werden. Das gilt vor allem für die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, die viele Arbeitnehmer gegen die Bundesregierung aufgebracht hat. Das Wahlergebnis sei „ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung“, sagt auch SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil. „Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Allerdings muss die SPD dabei aufpassen: Beschädigt sie den Koalitionspartner zu sehr, wirft das ein schlechtes Licht auf die gemeinsame Bundesregierung, die ohnehin den Ruf hat, ständig zu streiten. Damit würde sich die SPD dann selbst schaden. SPD sieht nun „ganz anderen Kampfauftrag“ Ruhiger dürfte es nun zumindest in der Debatte um den SPD-Parteivorsitz werden. Die Frage stelle er sich jetzt überhaupt nicht, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus. Bas selbst sagte voraus, das Wahlergebnis werde eher die Reihen der SPD schließen, „weil wir hier einen ganz anderen Kampfauftrag haben, nämlich diese Demokratie aufrechtzuerhalten“. Auch diejenigen in der Parteibasis, die Klingbeil und Bas kritisch sehen, dürften sich nun auf die in zwei Wochen anstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren. Da hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zuletzt aufgeholt und Chancen, vor der AfD zu landen. Sie kann nach diesem Wahlabend womöglich sogar auf weiteren Aufwind hoffen. Auch die Wahlen in zwei Wochen haben es in sich Von den Ergebnissen der beiden Landtagswahlen am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hängt auch ab, wie gefährlich es im Herbst für Merz wird. In Berlin droht der CDU der Verlust des Amtes des Regierenden Bürgermeisters - möglicherweise an die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern könnte sie - wenn es ganz schlecht läuft - unter die Zehn-Prozent-Marke auf Platz 4 abstürzen. Verwandte Themen Auch dort könnte sich bei der Bildung einer Regierung jenseits der AfD die Frage nach einer Zusammenarbeit mit der Linken stellen. Die Debatte über einen Kanzlertausch könnte dann wieder voll ausbrechen - Ausgang offen. Aber auch ein anderes Szenario ist möglich: In Mecklenburg-Vorpommern bleibt der CDU ein einstelliges Ergebnis ebenso erspart wie eine schwierige Regierungsbildung - wenn es für Rot-Rot-Grün reicht. Und der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gewinnt die Wahl und wird Regierender Bürgermeister. Ein solches Szenario würde den Druck auf Merz dämpfen. Ende von Schwarz-Rot unwahrscheinlich Eines gilt jedenfalls für alle weiteren Wahlausgänge zunächst einmal als unwahrscheinlich: ein Auseinanderbrechen der schwarz-roten Koalition. Das hat einen einfachen Grund: Aus einer Neuwahl würde wahrscheinlich die AfD gestärkt hervorgehen - und die Regierungsbildung würde noch schwieriger.

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6. September
Tagesschau

Warum der Kanzler wackelt - und weitere Lehren aus der Wahl in Sachsen-Anhalt

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Warum der Kanzler wackelt - und weitere Lehren aus der Wahl Die Wahl in Sachsen-Anhalt bringt Kanzler Merz und seine CDU in Schwierigkeiten - aus den hinteren Reihen der Union kommen erste Rücktrittsforderungen. Fünf Lehren aus der Wahl in Sachsen-Anhalt. 1. Der Kanzler wackelt noch mehr "Sie wählen hier nicht den Bundeskanzler", war ein häufiger Satz am Wahlkampfstand in Sachsen-Anhalt. Die CDU-Basis versuchte so, die Unbeliebtheit von Friedrich Merz aus Magdeburg, Dessau oder Gröningen fernzuhalten. Die wenigen Termine, die Merz im Land wahrnahm, dienten vor allem einem Ziel: Ihn in einem möglichst kontrollierten Setting fernab der normalen Bevölkerung auftreten zu lassen. Nach dieser Wahl scheint es fast ausgeschlossen, dass die CDU mit Merz noch einmal einen Bundestagswahlkampf bestreitet. Eher stellt sich die Frage: Wie lange hält er sich noch? Schon am Wahlabend kamen aus den hinteren Reihen der Union erste Rücktrittsforderungen: Die Partei brauche einen "personellen und politischen Neuanfang", fordert Tim Brand, Vorstandsmitglied der Jungen Union Brandenburg. "Friedrich Merz sollte deshalb als Bundeskanzler und als CDU-Vorsitzender zurücktreten." Die Frage ist, ob solche Forderungen auch weiter oben in den kommenden Tagen und Wochen erhoben werden. 2. Strategische Wähler stützen SPD und Grüne Deutliche Zugewinne, aber der Jubel bleibt bei vielen nach kurzem Durchrechnen im Hals stecken: So sah es bei der grünen Wahlparty während der Prognose am Sonntagabend aus. Auch die SPD hatte sich auf wesentlich schlechtere Zahlen eingestellt. Beide Parteien trieb noch vor Wochen die Angst, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, das eine ist schwer", so fasste Felix Banaszak, grüner Parteichef, seine erste Reaktion zusammen. Die Grünen erzielen das beste Ergebnis ihrer Geschichte in Sachsen-Anhalt und wissen doch: Viele Kreuze sind Leihstimmen und eine Reaktion auf starke AfD-Zahlen. Grüne und SPD haben in diesem Wahlkampf immer wieder gewarnt: Wenn sie es in den Landtag schaffen, sinke die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Alleinregierung deutlich. Vor allem von der Union konnten beide profitieren. Die erste Analyse der Wählerwanderungen von infratest dimap geht von rund 18.000 CDU-Anhängern aus, die den Grünen ihre Stimme gaben. 13.000 Stimmen könnten von der CDU zur SPD gewandert sein. Auf diese Wähler kann man sich nicht dauerhaft verlassen, das wissen auch Parteistrategen in Berlin. Die Zahlen können kaum als stark steigender Bundestrend interpretiert werden. "Aber um strategisch die Grünen zu wählen, muss man die Partei zumindest okay finden", heißt es hinter den Kulissen. Man hofft, dass doch einige Wähler sich dauerhaft gewinnen lassen. 3. Kein Kubicki-Comeback für die FDP Er machte Wahlkampf auf einem Weinberg an der Unstrut, lud in Magdeburg zum "Tresentalk", empfing im Schlosshotel zum Wirtschaftsgespräch. Dieser Wahlkampf war Wolfgang Kubickis erste Bewährungsprobe seit seiner Wahl zum Parteivorsitzenden im Mai 2026 - und er war sehr präsent. Sein Kurs: stark gegen die Bundesregierung und vor allem Friedrich Merz zu wettern. Die CDU habe "nichts geliefert" und für Merz sei das "Amt des Bundeskanzlers zu groß". Doch einen Anti-Merz-Wahlkampf machten in Sachsen-Anhalt viele, auch die AfD. Andere haben von der Unbeliebtheit des Bundeskanzlers mehr profitiert als die FDP. Das Comeback ist mit Kubicki ausgeblieben. Stattdessen muss die FDP hinnehmen, dass wohl rund 19.000 Stimmen von den Liberalen zur AfD wanderten. Die Liberalen bewegen sich im Osten allerdings traditionell in "liberalem Niemandsland", heißt es in medialen Analysen immer wieder. Spannend wird es womöglich in einem liberalen Kernland. Wenn es in Nordrhein-Westfalen bei den Landtagswahlen im April 2027 nicht klappt, geht es für die Partei deutlich in Richtung Bedeutungslosigkeit. 4. BSW: Trotz Querelen ein Machtfaktor Viele Umfragen sahen das BSW noch im Frühjahr bei maximal vier Prozent in Sachsen-Anhalt. Seitdem hat sich der Streit in der Partei zugespitzt: In Thüringen sind Fraktion und Ministerriege aus der Partei ausgetreten, haben just am Wahlabend im Nachbarland eine neue Partei gegründet. Ein Hauptgrund: Man wolle "keine Flirts mit Rechtsradikalen", so formulierte es Thüringens Finanzministerin Katja Wolf. Wolf und ihre Mitstreiter waren entsetzt, wie sehr Parteigründerin Sahra Wagenknecht in den vergangenen Wochen die Nähe der AfD suchte. Man könne sich zum Gespräch treffen, bot Wagenknecht Thüringens AfD-Chef Björn Höcke an. Für Sachsen-Anhalt signalisierte das BSW, man könnte mit der AfD gemeinsam einen Ministerpräsidenten wählen. Kursstreit und Chaostage - anscheinend hat das dem Bündnis auf den letzten Metern nicht geschadet. Es könnte sogar zu strategischem Wahlverhalten am rechten Rand geführt haben: Laut Wählerwanderung von Infratest dimap gaben 2.000 AfD-Anhänger dem BSW die Stimme - womöglich, weil das Bündnis versprochen hat, die Brandmauer einzureißen. Trotzdem bleibt die Frage: Wofür steht die Partei wirklich? Wie verhält sie sich in Parlamenten? Und: Würde sie der AfD zur Macht verhelfen? 5. Nichtwähler strömen zur AfD Sachsen-Anhalt hat wiederholt, was schon mehrfach zu beobachten war: Wenn die Wahlbeteiligung steigt, profitiert davon oft am stärksten die AfD. Fast 160.000 Nichtwähler konnte sie nach ersten Analysen vom Urnengang überzeugen - so viele wie keine andere Partei. Sie hatte Erfolg mit einem Wahlkampf, der auf niedrigschwellige, teils fast unpolitisch wirkende Angebote setzte: vom Familienfest bis zum gemeinsamen Moped-Ausflug. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gab sich dabei stets lächelnd. Dass die AfD noch einmal deutlich stärker abschnitt als in vielen Umfragen zuvor, zeigt, dass viele ehemalige Nichtwähler sich offenbar in den letzten Tagen vor der Wahl entschieden haben. Für die anderen Parteien ist das zwiespältig: Je mehr sie gegen die AfD mobilisieren, desto heftiger wird die Gegenmobilisierung.

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6. September
Der Spiegel (Politik)

AfD wins in Saxony-Anhalt: Friedrich Merz Is the Wrong Leader for Germany – Opinion

meinung •AfD in a Landslide Merz Is the Wrong Leader for Germany The first reaction is horror. That this is possible in Germany, 80 years after the dictatorship of the National Socialists, who were responsible for World War II, the Holocaust and plenty of other horrific acts. That in the year 2026, a party unwilling to draw a sharp line separating itself from Nazi Germany would win an election by a landslide. It remains uncertain who will ultimately govern Saxony-Anhalt – the process of finding a governing majority promises to be challenging – but the far-right Alternative for Germany (AfD) has more than doubled its share of the vote. And its top candidate, Ulrich Siegmund, has a chance of becoming state premier. DER SPIEGEL relies on support from its readers. To enjoy the rest of this story, please consider signing up for a subscription to The German View, our English-language channel on Substack. The article can be found here , and our Substack channel can be found here . Alternatively, you can sign up for a SPIEGEL+ subscription below. The lead AfD candidate, Ulrich Siegmund, won more than 44 percent, even though the campaign made clear what could be expected from him and his people. He played the friendly, personable candidate, but surrounded himself with right-wing extremists and did not distance himself from AfD supporters harassing journalists or displaying the Hitler salute. That made – and makes – him extremely dangerous for liberal democracy. No other AfD candidate has ever won anywhere near as many votes in a state election as he has.

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6. September
ZDF heute

Wie gefährlich wird das Ergebnis für Merz?

CDU-Desaster in Sachsen-Anhalt:Wie gefährlich wird das Ergebnis für Merz? von Johannes Lieber Die herbe Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt geht auch auf das Konto von Kanzler Merz. Was bedeutet das Ergebnis für seine Kanzlerschaft und die Koalition? Die AfD zu halbieren war das ausgemachte Ziel von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Aber: Wer hat jetzt eigentlich wen halbiert? Die Antwort aus Sachsen-Anhalt ist eindeutig. Während die AfD im Vergleich zur letzten Landtagswahl mehr als doppelt so viele Stimmen bekommen hat, rutschte die CDU ab - und wurde halbiert. Bei den unter 30-Jährigen kratzt die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde. Ob die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit der Stimmen im Landtag erreicht oder möglicherweise auf Schützenhilfe vom BSW hoffen kann, wird wohl erst mit dem endgültigen Ergebnis klar werden. Schon jetzt ist klar: Die CDU steht unter Schock und Friedrich Merz vor großen Problemen. Kanzleramtsministerin Nina Warken räumte ein: Dieser Abend, dieses Ergebnis ist sicher eine Zäsur für die Partei, für das Land. Nina Warken (CDU), Chefin des Bundeskanzleramts Der Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt könnte über das Bundesland hinaus Folgen haben. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann ordnet die Folgen des Ergebnisses für Deutschland und die Bundesregierung ein. 06.09.2026 | 1:39 minUmfrage: Drei Viertel finden Merz hat der CDU geschadet Nach Zahlen des ZDF-Politbarometers finden drei Viertel der Befragten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz dem Abschneiden der CDU bei der Wahl geschadet hat. Auch die knappe Hälfte der CDU-Anhänger sieht das so - nur fünf Prozent halten den eigenen Parteichef für hilfreich. Als einen "sehr guten Wahlkämpfer für uns" bezeichnete ihn nur der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Auch für die Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele hat Friedrich Merz einen "großen Anteil" am Ergebnis. Er gibt vielen Menschen nicht das Gefühl, dass er ihre Sorgen und Nöte ernst nimmt. Nicht zuletzt deswegen wurde er ja auch aus dem CDU-Wahlkampf ferngehalten. Prof. Dr. Andrea Römmele, Politikwissenschaftlerin an der Hertie School in Berlin Die Wege aus dieser Situation scheinen für Merz allerdings versperrt. Neuer Schwung durch eine Kabinettsumbildung? Wurde schon ohne Erfolg versucht. Eine neue Kommunikation und weniger Streit? Wurde schon oft versprochen. Auch ein Befreiungsschlag durch die Sozialreformen scheint sich nicht einzustellen. Wahrscheinlich auch, weil diese Reformen - zumindest kurzfristig - zusätzliche Belastungen für die Wähler bedeuten. Die AfD wird nach ersten Ergebnissen stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. ZDF-Moderator Christian Sievers ordnet die aktuelle Hochrechnung und den Wahlausgang ein. 06.09.2026 | 3:21 minWie stark wackelt Merz? Man könnte zu dem Schluss kommen, dass die Zeit von Kanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz gezählt ist. Angesichts dieses für die CDU niederschmetternden Ergebnisses werden die kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen wohl auch lauter werden. Aber kommt es zum Sturz? Das ist auch nach heute eher unwahrscheinlich. Wer in der CDU sollte auch ein Interesse daran haben, sich jetzt einwechseln zu lassen? Politikwissenschaftlerin Römmele rechnet damit, dass diese Diskussion nicht in den nächsten beiden Wochen in der CDU ausbrechen wird. Da wird unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, wo die CDU aktuell laut einer NDR-Umfrage einsteilig ist. Bis dahin könnten die Reihen geschlossen bleiben. Nach den ersten Hochrechnungen ist noch offen, wer Sachsen-Anhalt künftig regieren kann. ZDF-Politikchefin Shakuntala Banerjee berichtet über die Reaktionen der Spitzenkandidaten. 06.09.2026 | 3:58 minCDU vor der Zerreißprobe Schon jetzt zeichnet sich zudem ab: Die Schmerzen, die das Ergebnis in Sachsen-Anhalt in der CDU verursacht hat, werden weiter anhalten - selbst wenn die CDU weiter den Ministerpräsidenten stellen sollte. Je nachdem, wie die finalen Zahlen am Ende aussehen, könnte die CDU vor einer Zerreißprobe beim Umgang mit der Linkspartei stehen. Eine Minderheitsregierung mit Grünen und SPD wäre auf die Stimmen der Linken oder der AfD angewiesen. Mit beiden Parteien haben die Christdemokraten eigentlich einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Die gleiche Situation gibt es schon in Sachsen und Thüringen - mit Zustimmung vom Bundeskanzler. CDU-Generalsekretärin: "Keine Zusammenarbeit mit Linksextremen" Doch ob das auch in Sachsen-Anhalt funktionieren könnte, ist nicht sicher. Der Kreisverband Harz fordert, dass "alle Sondierungs-, Koalitions- oder Duldungsmodelle" mit der Linken "kategorisch" abgelehnt werden. Auch für den Arbeitnehmerflügel der CDU in Sachsen-Anhalt könne die Linke "kein Partner christdemokratischer Politik sein". Auch die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann fragt sich im ZDF, wie man mit den Linken "ernsthafte Gespräche" führen soll. Unsere Linien sind da klar. Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben. Franziska Hoppermann, CDU-Generalsekretärin Auch Merz schloss das zuletzt aus. Was genau aber "Zusammenarbeit" für die CDU bedeutet, werden wohl die kommenden Wochen zeigen. Die Nachrichten kompakt zum Frühstück:ZDFheute Update am Morgen Die wichtigsten Hintergründe, Themen und Analysen aus der Nacht werktags früh in Ihrem Postfach, exklusiv von unserer ZDFheute-Redaktion.Mehr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - Belastungsprobe auch für Bundespolitik:Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolgvon Carsten Hauptmeiermit Video2:37 - LiveblogLandtagswahl in Sachsen-Anhalt:So fällt die Hochrechnung ausvon Katrin Meyer, Nora Liebmann und Laura Ozdoba - Live aus Magdeburg:ZDF-Wahlstudio: Wahl in Sachsen-AnhaltVideo133:47 - ThemaNachrichten, Daten, Reaktionen:Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Alle Grafiken zur Wahl in Sachsen-Anhalt - GrafikenLandtagswahl in Karten:Sachsen-Anhalt: Alle Ergebnisse aus den Wahlkreisenvon L. Billmayer, R. Meyer, M. Ries, M. Zajonzmit Video2:18 - GrafikenKandidaten und Parteien:So werden Schulze, Siegmund und die Parteien bewertet - GrafikenParteikompetenzen in Sachsen-Anhalt:Wichtige Wahlthemen - und wo die AfD punkten konnte - GrafikenWahlverhalten in Sachsen-Anhalt:So haben Jung und Alt, Männer und Frauen gewählt - GrafikenWählerwanderung in Sachsen-Anhalt:Woher kommen die Wähler der AfD?

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6. September
Handelsblatt

Sachsen-Anhalt: Wie gefährlich wird der AfD-Kantersieg für Merz?

Sachsen-Anhalt: Wie gefährlich wird der AfD-Kantersieg für Merz? Berlin. Kantersieg für die AfD, krachende Niederlage für die CDU: Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial auch die Bundespolitik zu erschüttern und Bundeskanzler Friedrich Merz in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Seine CDU hat ihr Wahlergebnis von 2021 halbiert und kommt nicht einmal auf 20 Prozent. Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf mehr als 40. Es kann sein, dass erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Landespartei in einem Bundesland an die Macht kommt. Der Kanzler sitzt mit der engeren CDU-Führung im Konrad-Adenauer-Haus, als die ersten Zahlen eintreffen. Er habe sie mit Fassung aufgenommen, heißt es später. Die erste Kommentierung überlässt er wie üblich seiner Generalsekretärin Franziska Hoppermann, die erst seit ein paar Wochen im Amt ist. „In jedem Fall ist es ein sehr schweres Ergebnis für uns und macht auch was mit uns als Christdemokraten“, lautet ihr erster Satz. Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), spricht kurze Zeit später von einer „Zäsur“. Was genau sie bedeutet, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. AfD-Alleinregierung oder eine CDU-geführte Minderheitsregierung, die auf die Hilfe der Linken angewiesen ist - das sind die beiden Optionen. Szenario 1: AfD-Schockwelle bis nach Berlin Eine absolute Mehrheit für die AfD würde ein beispielloses Polit-Beben weit über Sachsen-Anhalt hinaus auslösen. Die Suche nach den Schuldigen würde sehr schnell auch nach Berlin führen. Konkret: ins Kanzleramt. Es ist sicher davon auszugehen, dass Merz aus seiner eigenen Partei dafür mitverantwortlich gemacht würde. Spitzenkandidat Schulze hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder beschwert, dass sein Wahlkampf negativ von der Bundespolitik überlagert würde. Er stellte sich sogar gegen die Rentenreform quer, das wichtigste Reformprojekt des Kanzlers. Für die Mitverantwortung der Bundespartei an einem AfD-Sieg würde Merz wohl ziemlich alleine geradestehen müssen. Schon vor der Sommerpause sprang ihm niemand zur Seite, als sich der Unmut über seine Personalrochade in der CDU Bahn brach. Seine Autorität gilt als angeschlagen. Aber so katastrophal ein Durchmarsch der AfD gesellschaftlich, staatspolitisch und für die CDU erscheinen mag - für Merz und die Koalition in Berlin liegt darin auch eine Chance. Der Kanzler wird argumentieren, dass die Mitte dem Druck von rechts außen nun erst recht standhalten müsse. Wenn sie sich selbst zerlegen würde, hätte die AfD ein weiteres Ziel erreicht. Am Ende könnte das den Zusammenhalt der schwarz-roten Koalition sogar festigen. Und die Kanzlerschaft von Merz. Szenario 2: Spiel mit dem Feuer hinter der Brandmauer CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze räumte das Scheitern seiner Partei in seiner ersten Reaktion ein. „Es ist für uns eine Niederlage.“ Zu möglichen Regierungskonstellationen äußerte er sich zunächst aber nicht. „Es stellt sich gar nicht die Frage heute, mit irgendjemandem zusammenzuarbeiten.“ Sollte die AfD die absolute Mehrheit nicht erreichen, muss der Ministerpräsident allerdings die Frage beantworten: Wie hält seine Partei es nun mit der Linken? Die CDU hat 2018 eine doppelte Brandmauer nach links und nach rechts hochgezogen. Ein Bundesparteitag beschloss damals, dass „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ weder mit der AfD noch mit der Linken infrage kommen. Merz bekräftigte das wenige Tage vor der Wahl in einem Interview der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Magdeburger Volksstimme“ noch einmal. „Sowohl bei AfD als auch bei der Linkspartei gibt es derart fundamentale Unterschiede zur Union, dass eine Zusammenarbeit ausgeschlossen ist.“ Aber was heißt Zusammenarbeit? Auch das definierte Merz in dem Interview und stützte damit die Linie von Schulze im Wahlkampf: Es werde kein gemeinsames Regierungsprogramm und keine personelle Beteiligung an der Regierung geben. Gleichzeitig verwies Merz auf Thüringen und Sachsen, wo Minderheitsregierungen sich durch komplizierte „Konsultationsmechanismen“ punktuell von der Linken unterstützen lassen - ohne eine formelle Bindung. Gegen ein solches Vorgehen regt sich aber bereits offener Widerstand in der CDU. Der stellvertretende Unionsfraktionschef im Bundestag, Sepp Müller, plädierte vor wenigen Tagen offen dafür, den Auftrag zur Regierungsbildung zunächst einmal der AfD zuzuschieben, falls sie mit Abstand stärkste Partei werden sollte. Am Abend sagte Müller: „Eins ist auch klar: Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag. Der liegt jetzt bei der AfD.“ Leute wie Müller befürchten Parteiaustritte in größerem Stil, wenn die CDU mit der Linken kooperiert. Und sie befürchten, dass das die AfD nur noch weiter stärkt. Bei der nächsten Wahl in fünf Jahren werde sie dann eine Zweidrittelmehrheit in Sachsen-Anhalt bekommen, lautet ihre düstere Prognose. Eine weiter bröckelnde Brandmauer auf der linken Seite könnte auch dazu führen, dass sich diejenigen in der CDU aus der Deckung wagen, die die Brandmauer nach rechts einreißen wollen - was für Merz und die Parteiführung in Berlin ausgeschlossen ist. Die Situation könnte aus dem Ruder laufen. Manche sehen im schlimmsten Fall die Gefahr einer Spaltung der Partei. Klingbeil und Bas können erst einmal aufatmen Im Gegensatz zu Merz können die Vorsitzenden des Koalitionspartners SPD, Lars Klingbeil und Bärbel Bas - zumindest oberflächlich betrachtet - erstmal aufatmen. Lange mussten die Sozialdemokraten fürchten, an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern. Jetzt scheinen sie sicher auch im nächsten Magdeburger Landtag zu sein. Und sie müssen womöglich nicht einmal Verluste hinnehmen. „Das ist erstmal für uns ein wichtiges Zeichen, dass mit der SPD zu rechnen ist“, sagte Generalsekretär Tim Klüssendorf in der ARD. Er deutet auch gleich an, dass die SPD die Schrauben in der Koalition nun anziehen könnte: Umstrittene und für die Menschen wichtige Themen wie Rente, Pflege und die Verteilung von Mitteln könnten noch einmal aufgemacht werden. Das gilt vor allem für die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, die viele Arbeitnehmer gegen die Bundesregierung aufgebracht hat. Das Ergebnis für die SPD sieht auf den ersten Blick stabil aus, doch das ist trügerisch. Denn viele Wähler dürften ihr Kreuz in Magdeburg taktisch gesetzt haben: Je mehr kleinere Parteien in den Landtag einziehen würden, desto unwahrscheinlicher wurde eine absolute Mehrheit der AfD. Wer hat die SPD also aus Überzeugung gewählt? Und wer nur, um eine AfD-Regierung zu verhindern? Ruhiger dürfte es nun zumindest in der Debatte um den SPD-Parteivorsitz werden. Die Frage stelle er sich jetzt überhaupt nicht, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus. Bas selbst sagte voraus, das Wahlergebnis werde eher die Reihen der SPD schließen, „weil wir hier einen ganz anderen Kampfauftrag haben, nämlich diese Demokratie aufrechtzuerhalten“. Auch diejenigen in der Parteibasis, die Klingbeil und Bas kritisch sehen, dürften sich nun auf die in zwei Wochen anstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren. Da hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zuletzt aufgeholt und Chancen, vor der AfD zu landen. Sie kann nach diesem Wahlabend womöglich sogar auf weiteren Aufwind hoffen. Auch die Wahlen in zwei Wochen haben es in sich Von den Ergebnissen der beiden Landtagswahlen am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hängt auch ab, wie gefährlich es im Herbst für Merz wird. In Berlin droht der CDU der Verlust des Amtes des Regierenden Bürgermeisters - möglicherweise an die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern könnte sie - wenn es ganz schlecht läuft - unter die Zehn-Prozent-Marke auf Platz 4 abstürzen. Verwandte Themen Auch dort könnte sich bei der Bildung einer Regierung jenseits der AfD die Frage nach einer Zusammenarbeit mit der Linken stellen. Die Debatte über einen Kanzlertausch könnte dann wieder voll ausbrechen. Aber auch ein anderes Szenario ist möglich: In Mecklenburg-Vorpommern bleibt der CDU ein einstelliges Ergebnis ebenso erspart wie eine schwierige Regierungsbildung - wenn es für Rot-Rot-Grün reicht. Und der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gewinnt die Wahl und wird Regierender Bürgermeister. Ein solches Szenario würde den Druck auf Merz dämpfen. Ende von Schwarz-Rot unwahrscheinlich Eines gilt jedenfalls für alle weiteren Wahlausgänge zunächst einmal als unwahrscheinlich: ein Auseinanderbrechen der schwarz-roten Koalition. Das hat einen einfachen Grund: Aus einer Neuwahl würde wahrscheinlich die AfD gestärkt hervorgehen - und die Regierungsbildung würde noch schwieriger.

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6. September
Die Welt (Politik)

„Merz hat viel Schuld daran, dass man der CDU bundesweit nichts mehr zutraut“, sagt Hallervorden

„Merz hat viel Schuld daran, dass man der CDU bundesweit nichts mehr zutraut“, sagt Hallervorden Schauspieler Dieter Hallervorden macht Bundeskanzler Friedrich Merz für das CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt mitverantwortlich. Er prognostiziert einen Wechsel an der CDU-Spitze. Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen. Im Wahlkampf hat sich Schauspieler Dieter Hallervorden für die CDU Sachsen-Anhalt engagiert. Nun zeigt er sich enttäuscht vom Ergebnis der Landtagswahl. Mit diesem werde die „Umbenennung“ des Bundeskanzlers eingeläutet, urteilte er in der ARD. „Der Bundeskanzler wird irgendwann nicht mehr Merz heißen – das ist ganz sicher. Denn er hat viel Schuld daran, dass man der CDU bundesweit sowieso nichts mehr zutraut.“ Als „sehr freiheitsliebender Mensch“ sei er „sehr traurig“, dass das Ergebnis weder seinen Erwartungen noch dem entspreche, wofür er gekämpft habe. „Aber ich bin auch Demokrat und habe das Wahlergebnis zu akzeptieren.“ Für Kulturschaffende werde die Lage schwierig, prognostizierte Hallervorden, da die AfD „patriotische Pflichtbekenntnisse“ von diesen einfordere. Er sei jedoch sein „eigener Herr“ und leite sein Theater in Dessau ohne Subventionen. „Ich werde trotz dieses Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt bleiben. Ich werde mein Publikum weiter unterhalten, so wie ich es für richtig halte, ohne mich nach den amtlichen Vorgaben der AfD zu richten.“ Im Wahlkampf hatte der Satiriker den Ministerpräsidenten Sven Schulze unterstützt. Gemeinsam hatten sie vier Abende unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit“ bestritten. Hallervorden hatte im Rahmen dessen scharfe Kritik an Bundeskanzler Merz und der Union auf Bundesebene wegen der Rüstungspolitik geübt. Auch mit der CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte er sich angelegt. „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist“, erklärte er in Dessau. Noch härter ging er mit der AfD ins Gericht. „Weil sie unsere Gesellschaft spalten, Menschen gegeneinander aufhetzen und das Vertrauen in unsere Demokratie einfach untergraben“, verachte er die Kräfte der Partei ein wenig, beanstandete Hallervorden im Podcast „Sachsen-Anhalt aktuell“.

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4. September
Wirtschaftswoche

Wahl in Sachsen-Anhalt: Der versteckte Kanzler

Wahl in Sachsen-Anhalt: Der versteckte Kanzler Zum Ende seiner kurzen Rede erwähnt der Bundeskanzler dann doch noch, warum er heute überhaupt hier ist. „Wer möchte, dass Deutschland ein offenes, liberales Land bleibt, und wer möchte, dass Sachsen-Anhalt ein interessanter, auch europäisch interessanter Standort bleibt, der darf am Sonntag nicht die AfD wählen“, sagt Friedrich Merz. „Der muss CDU wählen! Und der muss dafür sorgen, dass Sven Schulze die Mehrheit im Parlament hat! Eine Mehrheit, mit der er weiter regieren kann!“ Es ist kein sonderlich kreativer Appell, den der Kanzler da absetzt. Aber einer, der ihm in jedem anderen Landtagswahlkampf wohl sicheren Applaus eingebracht hätte – insbesondere, wenn der angesprochene Schulze, wie an diesem Donnerstagabend, direkt neben ihm steht. Doch keine Hand rührt sich, als Merz seinen Aufruf beendet hat, niemand jubelt oder nickt auch nur. Denn Merz spricht nicht vor Wählern, Anhängern oder auch nur unentschlossenen Bürgern. Mehr Abschottung geht kaum Stattdessen hat er sich vor einer Gruppe Journalisten und Kameras aufgebaut. Auf einer leeren Betriebsstraße auf dem für die allgemeine Öffentlichkeit gesperrten Werksgelände des Chemieparks im sachsen-anhaltinischen Leuna. Ein paar Meter neben den Stehtischen, an denen Merz sein Statement abgibt, hat sich zudem ein Streifenwagen aufgebaut, aus dem heraus ein maskierter Polizist mit einem Repetier-Scharfschützengewehr ins Nichts zielt. Kurz: Mehr Abschottung geht kaum. Von Wahlkampf als Werbung um die Wählerinnen und Wähler keine Spur. Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass Politiker auch im Wahlkampf Termine wahrnehmen, an denen die Öffentlichkeit nicht teilnehmen kann. Ungewöhnlich ist allerdings, dass Merz zur Unterstützung seiner Parteifreunde in Sachsen-Anhalt ausschließlich solche Besuche absolviert. Am Donnerstag ist er bereits das zweite Mal in der letzten Kampagnenwoche, dem heißesten Teil der heißen Phase, in dem Bundesland unterwegs. Doch die Bevölkerung dürfte den Kanzler in dieser Zeit maximal zufällig zu Gesicht bekommen haben. Fast wirkt es, als würde die Partei ihn verstecken. Dabei könnte die Landes-CDU Hilfe in diesen Tagen gut gebrauchen. Es läuft nicht für die sachsen-anhaltinische CDU und ihren Spitzenkandidaten Sven Schulze. Lange sah es in den Umfragen so aus, als stünde die AfD erstmals vor einer absoluten Mehrheit in einem Bundesland. Jetzt spricht laut Demoskopen mehr dafür, dass sie zwar deutlich stärkste Kraft wird, aber eben nicht die Mehrheit der Abgeordneten des nächsten Landtags stellen wird. Für die CDU dürfte es dennoch ein niederschmetternder Wahlabend werden. Womöglich direkt gefolgt von einer erbitterten Debatte, ob eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit der Linkspartei möglich wäre. Oder nicht. Große Distanz Merz ist nun nach Leuna gekommen, um die eigenen Leute so gut es geht zu motivieren – und vielleicht noch eine Überraschung herbeizuführen. Um Überzeugung gehe es in diesen Tagen nicht mehr, so ein lokaler Wahlkämpfer. Man müsse dafür sorgen, dass die eigenen Leute jetzt nicht die Hoffnung verlieren und am Sonntag trotz der Umfragen an die Urne gehen. Aber kann ein Bundeskanzler seine Leute begeistern, wenn sie im Zweifel kaum mitbekommen, dass er da ist? Die Frage stellt sich nicht erst seit Donnerstag. Merz war lange auf Distanz geblieben. Erst am Montag – sechs Tage vor der Wahl – war er erstmals in Sachsen-Anhalt aufgeschlagen. Auch da im kleinen Kreis, weitgehend abgeschottet von der Öffentlichkeit. Auf Wunsch der Landespartei, heißt es. Denn angesichts der miesen Zustimmungswerte des Kanzlers dürften sich die Christdemokraten in Magdeburg die Frage gestellt haben, ob Besuche des 70-Jährigen mehr helfen oder schaden. So richtig unglücklich scheint Schulze daher nicht über die Distanz seines Bundesvorsitzenden zu sein. Immer wieder positionierte er sich im Wahlkampf gegen den Kurs der Koalition in Berlin, stellte sich etwa offensiv gegen die Rentenpläne von Schwarz-Rot und trat noch mehrmals mit Komiker Dieter Hallervorden auf, nachdem dieser dem Kanzler „Kriegstreiberei“ vorgeworfen hatte. Eine – eigentlich als Wahlkampfhilfe gedachte – Sitzung des CDU-Präsidiums in Magdeburg hatte sich Schulze bereits im Juni verbeten. Auch ursprünglich einmal geplante Großkundgebungen kamen nicht zustande. Vielleicht aus guten Gründen: Als Merz jüngst für die ebenfalls im Wahlkampf stehende CDU in Mecklenburg-Vorpommern in Kühlungsborn aufgetreten war, wurde er von Passanten ausgepfiffen. Promi-Einsatz Andere Prominenz wird weniger versteckt. Die Grünen etwa schickten zuletzt Ministerpräsident Cem Özdemir in den Wahlkampf, um die Partei noch über die Fünf-Prozent-Hürde zu hieven. Für die SPD kämpfte Finanzminister Lars Klingbeil in Sachsen-Anhalt auch um sein eigenes politisches Überleben. Und selbst Schulze schreckt nicht davor zurück, sich Unterstützung zu holen. Ein Auftritt mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fand jedenfalls nicht hinter verschlossenen Werkstoren statt, sondern in einem Hotel, offen für jeden, der sich angemeldet hatte. Die Tickets waren schnell vergriffen. So soll es weitergehen. Am heutigen Freitag etwa wird der Ministerpräsident mit seinem hessischen Amtskollegen Boris Rhein in Magdeburg Currywurst und Pommes verteilen, heißt es auf der Website des Landesverbands. Die Merz-Termine sind dort gleichwohl nicht vermerkt. Lange hatte sich der Kanzler in Leuna ohnehin nicht gezeigt. Rund drei Minuten sprach er vor den angereisten Journalisten, nachdem Schulze zuvor ebenfalls einige Worte gesagt hatte. Dann stieg Merz in die wartende Dienstlimousine. Es standen noch weitere Gespräche mit lokalen CDU-Politikern auf dem Programm. Hinter verschlossenen Türen. Lesen Sie auch: Friedrich Merz, der deutsche Mr. Missmut

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3. September
Die Zeit (Politik)

Wahl in Sachsen-Anhalt: Friedrich Merz warnt bei Wahlkampfauftritt in Leuna vor der AfD

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem zweiten Wahlkampfbesuch in Sachsen-Anhalt erneut vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen einer möglichen AfD-Landesregierung gewarnt. »Wer möchte, dass Deutschland ein offenes und liberales Land bleibt, und wer möchte, dass Sachsen-Anhalt ein interessanter, auch europäisch interessanter Standort bleibt, der darf am Sonntag nicht die AfD wählen«, sagte er in Leuna bei einem gemeinsamen Besuch der UPM-Bioraffinerie mit Ministerpräsident Sven Schulze (beide CDU). Zuvor war Merz am Montag bereits nach Quedlinburg gereist. In Leuna kritisierte der Kanzler vor allem die Haltung der AfD zur Europäischen Union. »Wer wie die AfD aus dem Binnenmarkt rauswill, aus Schengen rauswill, aus der Europäischen Union rauswill, der stellt solche Projekte, wie sie hier hinter uns entstehen, von Grund auf infrage«, sagte er. UPM hat an dem Standort nach eigenen Angaben 1,3 Milliarden Euro in Deutschlands erste industrielle Holz-Bioraffinerie investiert. Merz wirbt für Ausbau des EU-Binnenmarktes Merz kündigte an, sich für die Entwicklung und Vertiefung des EU-Binnenmarktes einsetzen zu wollen. »Das ist unsere große Chance«, sagte er und verwies auf US-Zolldrohungen sowie Ungleichgewichte im Handel mit China. »Wenn wir dagegen bestehen wollen, auch technologisch, dann geht es nur so«, sagte er weiter. Wie zuvor in Quedlinburg war auch in Leuna kein direkter Kontakt mit Wählerinnen und Wählern geplant. Merz traf sich nur mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat. Die Veranstaltung war nicht öffentlich, im Anschluss war lediglich ein gemeinsames Statement vor Kameras angesetzt. Am Abend wollte Merz sich zudem mit 30 Bürgermeistern in Sachsen-Anhalt treffen. In Sachsen-Anhalt findet am Sonntag die Landtagswahl statt. In Umfragen liegt die AfD mit deutlichem Abstand vorne und hat Chancen auf die absolute Mehrheit. Die AfD steht der Europäischen Union skeptisch gegenüber.

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3. September
Handelsblatt

Landtagswahl: Merz bleibt im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt abgeschottet

Landtagswahl: Merz bleibt im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt abgeschottet Leuna. Bei seinem zweiten Wahlkampfbesuch in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen einer möglichen AfD-Landesregierung gewarnt. „Wer möchte, dass Deutschland ein offenes und liberales Land bleibt, und wer möchte, dass Sachsen-Anhalt ein interessanter, auch europäisch interessanter Standort bleibt, der darf am Sonntag nicht die AfD wählen“, sagte er in Leuna bei einem gemeinsamen Besuch der UPM-Bioraffinerie mit Ministerpräsident Sven Schulze. Einen direkten Kontakt zu Wählern gab es wie beim ersten Wahlkampfauftritt des CDU-Chefs in Quedlinburg nicht - von wenigen Mitarbeitern der Raffinerie einmal abgesehen. Merz traf sich nur mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag der Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD mit großem Abstand vorne und hat Chancen, die absolute Mehrheit zu erzielen. Merz hatte sich am Montag knapp eine Woche vor der Wahl erstmals im Wahlkampf blicken lassen. Zusammen mit Schulze besuchte er dessen Geburtsstadt Quedlinburg im Harz und traf sich mit Landtagsabgeordneten und Amtsträgern. Einen direkten Kontakt mit Wählern gab es aber auch dort nicht. Wie in Leuna war nur ein gemeinsames Statement vor den Kameras ohne Fragen der anwesenden Journalisten vorgesehen. Merz kritisiert Haltung der AfD zur EU Merz kritisierte in Leuna vor allem die Haltung der AfD zur Europäischen Union. „Wer wie die AfD aus dem Binnenmarkt raus will, aus Schengen raus will, aus der Europäischen Union raus will, der stellt solche Projekte, wie sie hier hinter uns entstehen, von Grund auf infrage“, sagte er. „Und genau das wollen wir verhindern.“ UPM hat in Leuna 1,3 Milliarden Euro investiert, um Holz in Basischemikalien umzuwandeln. Die AfD steht der Europäischen Union skeptisch gegenüber, hat aber zuletzt in ihrem Bundestagswahlprogramm 2025 den Austritt aus der EU nicht explizit gefordert.

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3. September
Handelsblatt

Vor der Landtagswahl: Merz bleibt im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt abgeschottet

Vor der Landtagswahl: Merz bleibt im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt abgeschottet Leuna. Bei seinem zweiten Wahlkampfbesuch in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen einer möglichen AfD-Landesregierung gewarnt. „Wer möchte, dass Deutschland ein offenes und liberales Land bleibt, und wer möchte, dass Sachsen-Anhalt ein interessanter, auch europäisch interessanter Standort bleibt, der darf am Sonntag nicht die AfD wählen“, sagte er in Leuna bei einem gemeinsamen Besuch der UPM-Bioraffinerie mit Ministerpräsident Sven Schulze. Einen direkten Kontakt zu Wählern gab es wie beim ersten Wahlkampfauftritt des CDU-Chefs in Quedlinburg nicht - von wenigen Mitarbeitern der Raffinerie einmal abgesehen. Merz traf sich nur mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag der Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD mit großem Abstand vorne und hat Chancen, die absolute Mehrheit zu erzielen. Merz hatte sich am Montag knapp eine Woche vor der Wahl erstmals im Wahlkampf blicken lassen. Zusammen mit Schulze besuchte er dessen Geburtsstadt Quedlinburg im Harz und traf sich mit Landtagsabgeordneten und Amtsträgern. Einen direkten Kontakt mit Wählern gab es aber auch dort nicht. Wie in Leuna war nur ein gemeinsames Statement vor den Kameras ohne Fragen der anwesenden Journalisten vorgesehen. Merz kritisiert Haltung der AfD zur EU Merz kritisierte in Leuna vor allem die Haltung der AfD zur Europäischen Union. „Wer wie die AfD aus dem Binnenmarkt raus will, aus Schengen raus will, aus der Europäischen Union raus will, der stellt solche Projekte, wie sie hier hinter uns entstehen, von Grund auf infrage“, sagte er. „Und genau das wollen wir verhindern.“ UPM hat in Leuna 1,3 Milliarden Euro investiert, um Holz in Basischemikalien umzuwandeln. Die AfD steht der Europäischen Union skeptisch gegenüber, hat aber zuletzt in ihrem Bundestagswahlprogramm 2025 den Austritt aus der EU nicht explizit gefordert.

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2. September
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Kurz vor Wahl in Sachsen-Anhalt - Nächster Umfrage-Schock für die CDU

Kurz vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Nächster Umfrage-Schock für die CDU Magdeburg – Am Montag war Friedrich Merz erstmals im laufenden Wahlkampf zu Gast in Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) warnte er eindringlich vor einem AfD-Wahlerfolg: „Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden!“ Sonst drohe wirtschaftlicher Niedergang. Doch die erste Umfrage nach dem Merz-Besuch ist ein herber Rückschlag für seine CDU. Laut INSA im Auftrag von „Nius“ verharrt sie bei 22 Prozent, während die AfD im Vergleich zur vorherigen INSA-Befragung um einen Punkt auf 43 Prozent zulegt. Der Abstand beider Parteien ist damit größer als je zuvor bei einem Umfrageinstitut. Bitter für die CDU: Auch bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten liegt nun erstmals AfD‑Kandidat Ulrich Siegmund (35) vorn. 39 Prozent würden sich für ihn entscheiden, nur 28 Prozent für Schulze. In früheren Umfragen hatte meist noch der Amtsinhaber die Nase vorn – im „Politbarometer“ des ZDF zuletzt mit 48 zu 32 Prozent sogar recht deutlich. Grüne ganz knapp drin Für den Wahlsonntag verspricht dies Hochspannung – denn trotz des Rekordwertes würde es auch für Siegmund noch nicht für die angestrebte absolute Mehrheit reichen. Dafür sorgen aktuell die Grünen, die laut INSA auf fünf Prozent kommen. Sie würden den Sprung in den Landtag damit knapp schaffen. Gemeinsam mit der Linken (zwölf Prozent), der SPD (sieben Prozent) und der CDU hätte eine mögliche Anti-AfD-Koalition (zusammen 46 Prozent) also mehr Sitze im Parlament als Siegmund. Die CDU müsste dafür allerdings, ähnlich wie in Thüringen, irgendeine Form der Zusammenarbeit mit der Linken eingehen – eine Koalition schließt sie aufgrund eines Parteitagsbeschlusses eigentlich aus. Zusätzliche Spannung verspricht der Blick auf die anderen, kleinen Parteien: Das BSW (vier Prozent) und die FDP (drei Prozent) wären aktuell nicht im Landtag vertreten. Legen sie doch noch zu – wie es etwa FDP-Chef Wolfgang Kubicki (74) gegenüber BILD voraussagte, könnten auch diese Parteien bei der Koalitionsbildung eine Rolle spielen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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1. September
Deutschlandfunk

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt - Merz zieht Grenzen für Kooperation mit Linkspartei und AfD

Bei beiden Parteien gebe es derart fundamentale Unterschiede zur Union, dass eine Zusammenarbeit ausgeschlossen sei, sagte Merz der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Magdeburger Volksstimme". Zugleich kritisierte Merz den Wahlkampf des AfD-Spitzenkandidaten Siegmund. Dieser mache den Menschen etwas vor und verkläre eine Vergangenheit, die er selbst gar nicht erlebt habe. Der Kanzler hatte außerdem vor einem Rückzug internationaler Investoren gewarnt, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt in Regierungsverantwortung kommen. Dies wies Siegmund zurück. Vielmehr werde es unter Führung seiner Partei eine wirtschaftspolitische Blütezeit geben. Erster Wahlkampftermin für Merz Merz war gestern offiziell in den Wahlkampf eingestiegen. Bei seinem ersten Wahlkampftermin in Sachsen-Anhalt warnte der Kanzler erneut vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. Sachsen-Anhalt dürfe kein "Experimentierfeld für Wutbürger" werden, sagte der CDU-Vorsitzende bei einem gemeinsamen Auftritt mit CDU-Ministerpräsident Schulze in Quedlinburg. Merz wiederholte auch seine Warnung vor den wirtschaftlichen Folgen, falls das Bundesland nach der Wahl nicht mehr regierbar sein sollte oder die AfD dort die absolute Mehrheit erziele. Investoren würden es sich dann "dreimal überlegen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren." Pfiffe für Merz bei Wahlkampfauftritt in Kühlungsborn Zuvor hatte Merz das Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Dort wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Bei einem Spaziergang auf der Strandpromenade mit CDU-Spitzenkandidat Peters wurde Merz von Passanten zum Teil ausgepfiffen und als "Kriegstreiber" und "Pinocchio" beschimpft. Widerspruch gab es aus dem Publikum - von Menschen, die etwa an den Anstand der lautstarken Merz-Gegner appellierten. Ein anschließend geplantes Pressestatement des Bundeskanzlers wurde ohne Begründung abgesagt. Sachsen-Anhalt - Später Einstieg von Merz in den Wahlkampf Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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31. August
Tagesschau

Merz warnt vor Folgen eines "Wutbürger"-Experiments in Sachsen-Anhalt

Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt Merz warnt vor Folgen eines "Wutbürger"-Experiments In Sachsen-Anhalt grenzt sich CDU-Spitzenkandidat Schulze im Wahlkampf von Kanzler Merz und der Bundespolitik ab. Nun gab es doch einen gemeinsamen Auftritt. Den nutzte Merz erneut für eine klare Warnung vor der AfD. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine ersten Wahlkampfauftritte in Ostdeutschland absolviert. In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt warnte er vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. "Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden", sagte der CDU-Vorsitzende. "Das geht am Ende zulasten der Menschen in Sachsen-Anhalt." "Wenn da möglicherweise die absolute Mehrheit einer rechtspopulistischen Partei am nächsten Montag feststehen sollte, dann werden internationale Investoren es sich dreimal überlegen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren", sagte Merz. Ähnlich hatte sich der Kanzler bereits am Sonntag im ARD-Sommerinterview geäußert. Merz setzt auf Aufholjagd Merz zeigte sich zuversichtlich, dass es in der letzten Woche vor der Wahl noch eine Aufholjagd geben werde. Es stehe viel auf dem Spiel, "aber ich habe die Zuversicht, dass es am Sonntag ein gutes Ergebnis geben wird für Sven Schulze und die CDU", sagte Merz in Quedlinburg. Gewählt wird in Sachsen-Anhalt am 6. September. In der ARD-Vorwahlumfrage vom vergangenen Mittwoch lag die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Schulze mit 22 Prozent auf Platz zwei - deutlich hinter der AfD, die auf 42 Prozent kam. CDU in Sachsen-Anhalt wahrt Distanz Ministerpräsident Schulze betonte in Quedlinburg, dass Merz im Wahlkampf willkommen sei. "Es war Wunsch der CDU hier vor Ort, genau diesen Termin so stattfinden zu lassen." Doch das Verhältnis zwischen den beiden Politikern gilt als angespannt. Hintergrund sind Berichte, dass die CDU in Sachsen-Anhalt den Kanzler und die Politik in Berlin eher als Belastung im Wahlkampf empfinde. Schulze stellte sich gemeinsam mit den anderen beiden ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten etwa klar gegen ein Kernelement der von der Bundesregierung geplanten Rentenreform - die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Die Distanz scheint weit zu reichen. Das zeigt auch die Absage einer für Ende August geplanten Klausur des CDU-Bundespräsidiums in Magdeburg - und zwar auf ausdrücklichen Wunsch von Schulze hin. Man wolle in der Schlussmobilisierung anstatt interner Sitzungen mehr Wahlkampftermine ermöglichen, hieß es damals. Lange war unklar, ob und inwiefern Merz Sachsen-Anhalt besuchen würde. Ursprünglich waren größere Auftritte geplant - etwa in Ilsenburg und am Geiseltalsee. Einen klassischen öffentlichen Wahlkampfauftritt wird es vor größerem Publikum jedoch nicht geben, auch weil die CDU mit Störern vor Ort rechnet. Der Besuch in Quedlinburg verlief allerdings störungsfrei. In Kühlungsborn waren die Reaktionen auf den Merz-Besuch gemischt. Einige Passanten stören Veranstaltung Anders war dies zuvor in Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurde der Kanzler von einigen Anwesenden auf der Strandpromenade ausgepfiffen und beschimpft. Einige Passanten bezeichneten Merz als: "Kriegstreiber" und "Pinocchio". Sie forderten auch seinen Rücktritt. Ein angekündigtes Pressestatement des Kanzlers fiel aus. Eine Begründung dafür gab es nicht. Die Merz-Gegner erhielten teils Widerspruch aus dem Publikum - von Menschen, die etwa an den Anstand der lautstarken Merz-Gegner appellierten. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September statt.

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31. August
ZDF heute

Merz: Sachsen-Anhalt "kein Experimentierfeld für Wutbürger"

Möglicher Wahlsieg der AfD:Merz: Sachsen-Anhalt "kein Experimentierfeld für Wutbürger" Die Wahl in Sachsen-Anhalt steht kurz bevor. Bei einem Besuch warnt Bundeskanzler Friedrich Merz vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung für das Bundesland. Bundeskanzler Friedrich Merz hat erneut vor einem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gewarnt. "Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden", sagte der CDU-Vorsitzende bei einem Wahlkampfauftritt in Quedlinburg zusammen mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Das geht am Ende zulasten der Menschen in Sachsen-Anhalt. Friedrich Merz, Bundeskanzler Merz wiederholte seine Warnung, dass es sehr schwer sein dürfte, noch internationale Investitionen anzulocken, wenn das Bundesland nicht mehr regierbar sei "und wenn da möglicherweise die absolute Mehrheit einer rechtspopulistischen Partei am nächsten Montag feststehen sollte". Seit Monaten polarisiert das sogenannte Regierungsprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt. Kurz vor der Landtagswahl überprüft "frontal" besonders umstrittene Vorhaben: Pflege, Kultur und Bildung. 25.08.2026 | 13:22 minMerz: Es geht um "wirtschaftliche Stabilität" Der CDU-Vorsitzende betonte in Anspielung etwa auf die Prognosen von Wirtschaftsinstituten, dass dies keine Vermutung von ihm sei, sondern er dies regelmäßig zu hören bekomme. "Es geht also auch um die wirtschaftliche Stabilität der Entwicklung dieses Bundeslandes." Merz griff am Montag mit zwei Auftritten im mecklenburg-vorpommerschen Kühlungsborn und Quedlinburg in Sachsen-Anhalt in die Landtagswahlkämpfe ein. Größere Auftritte waren unter anderem wegen der jeweils vor Ort auftretenden Störer nicht geplant. Unterstützung aus Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast bei Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Quelle: dpa | Bernd WüstneckUmfragen: AfD deutlich vor der CDU Ministerpräsident Schulze betonte, dass Merz im Wahlkampf willkommen sei. Hintergrund sind Berichte, dass auch die CDU in Sachsen-Anhalt den Kanzler und die Politik in Berlin eher als Belastung im Wahlkampf empfinde. Laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer liegt die AfD in der Zustimmung vor der Wahl am kommenden Sonntag mit 40 Prozent deutlich vor der CDU mit 23 Prozent. Dann folgen die Linke mit 13, die SPD mit neun und die Grünen mit sechs Prozent. Laut dieser Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen würden das BSW und die FDP mit jeweils drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Knapp zehn Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt die AfD klar stärkste Partei, so die neusten Zahlen des ZDF-Politbarometers. 28.08.2026 | 1:21 minMerz rechnet nicht mit AfD-Erfolg Dennoch zeigt sich Merz zuversichtlich im Hinblick auf die Wahlprognosen: "Wir werden am Sonntagabend nach meiner festen Überzeugung ein anderes Ergebnis sehen, als das, was wir zur Zeit in den Umfragen haben." Er wolle mit Schulze die Zusammenarbeit in der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) fortsetzen. Sachsen-Anhalt übernimmt im Herbst den MPK-Vorsitz. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - InterviewEx-SPD-Chef Gabriel über die AfD:Man kann eine "40-Prozent-Partei nicht mal eben verbieten"mit Video4:06 - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Bürgerwacht-Plan der AfD: Experte sieht rechtliche Bedenkenmit Video2:59 - TV-Debatte vor Landtagswahl:Schulze gegen Siegmund - so lief das DuellAndreas Postel, Magdeburgmit Video1:48 - Landtagswahl am 6. September:Wahl in Sachsen-Anhalt: Das sind die Spitzenkandidatenmit Video1:53

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31. August
taz (Öko & Co)

ARD-Sommerinterview mit Merz: Der Kanzler macht Wahlkampf für die AfD

ARD-Sommerinterview mit Merz : Der Kanzler macht Wahlkampf für die AfD Weder mit seiner Art noch mit seiner Wirtschaftspolitik kann Friedrich Merz der rechten Konkurrenz etwas entgegensetzen. Im Gegenteil – er stärkt sie. W em hilft der Kanzler eigentlich in Sachsen-Anhalt beim Wahlkampf? Dass es seine CDU oder irgendeine andere demokratische Partei ist, darf stark bezweifelt werden. Zu sehr wischte Friedrich Merz allein beim ARD-Sommerinterview die Sorgen, Bedürfnisse und Nöte der Menschen weg. In Deutschland könne ein Ölpreis von 100 US-Dollar nicht „wegsubventioniert“ werden, antwortete Merz, auf die hohen Tankstellenpreise angesprochen. Und auch das „schönste Elterngeld“ nütze nichts, wenn Freiheit und Frieden in Gefahr sind, verteidigte er hohe Rüstungsausgaben auf Kosten von Sozialem. Die AfD-Wahlkämpfer*innen werden sicherlich nicht nur die Aussagen des Kanzlers zum Spritpreis als Steilvorlage nutzen. Sie werden genüsslich darauf verweisen können, dass ihre rechtsextreme Partei ein landeseigenes Kindergeld im Wahlprogramm habe. Dass Elterngeld und Kindergeld nicht dasselbe und ein Extra-Kindergeld für Sachsen-Anhalt nicht finanzierbar ist, weil die AfD viel verspricht, wenn der Tag lang ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Auch ihr Rassismus und all ihre anderen menschenverachtenden Ansichten. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Doch wird dies am Ende des Tages beim kontrafaktischen Geraune am Wahlstand untergehen. Zu gut passen die Aussagen von Merz in die Erzählung der AfD, dass die Bundesregierung angeblich lieber Kriege im Ausland finanziert, als der eigenen Bevölkerung zu helfen. Merz hätte besser in Geschichte aufpassen sollen Mit seiner Wirtschaftspolitik hilft der Kanzler der AfD beim Wahlkampf. Dabei wollte er die Rechtsextremen einst halbieren. Doch dafür hätte er in Geschichte aufpassen müssen. Denn immer, wenn in Krisenzeiten gespart wird, stärkt das rechtsextreme Parteien. So hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, wie die Sparmaßnahmen von Hungerkanzler Heinrich Brüning einst den Aufstieg der NSDAP begünstigten. Und auch die jüngere Geschichte sollte der Politik ein abschreckendes Beispiel sein: Als zum Beispiel die Troika Gläubiger Griechenland während der Eurokrise zu harten Sparmaßnahmen zwang, konnten auch die Faschisten der Goldenen Morgenröte große Wahlerfolge feiern. Was Merz nicht kapiert: Es geht den Menschen nicht in erster Linie ums Wirtschaftswachstum. Es geht ihnen darum, was bei ihnen ankommt, ob sie Angst haben müssen, etwas zu verlieren. Solange dies nicht durch eine antifaschistische Wirtschaftspolitik beherzigt wird, die den Menschen ihre Ängste vor der Zukunft nimmt, den Alltag bezahlbar macht und wieder Leben in strukturschwache Regionen bringt, werden es die rechten Rattenfänger einfach haben. Und deswegen wird Merz die Demokratie nicht retten. Das werden andere machen müssen. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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31. August
Neues Deutschland

Bundeskanzler | Merz über AfD: Gut fürs Stadtbild, schlecht für die Wirtschaft

- Kommentare - Bundeskanzler Merz über AfD: Gut fürs Stadtbild, schlecht für die Wirtschaft Der Kanzler sorgt sich um internationale Investoren unter einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Er sollte sich lieber um die Menschen sorgen. In Sachsen-Anhalt ziehen düstere Wolken am Horizont auf. Der drohende Wahlsieg der AfD, der sich womöglich in der ersten AfD-Regierungsbeteiligung in Deutschland manifestieren könnte, sorgt vor allem queere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und Linke. Ein neuer Mitstreiter fügt sich nun ebenfalls in diese Reihe – Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch er fürchtet eine AfD-Regierung und warnt im ARD-Sommerinterview sogar vor ihrer Herrschaft in Sachsen-Anhalt. Doch seine Befürchtungen sind ein wenig anders: »Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren mit einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich kommen, um neue Werke zu gründen und neue Unternehmen in Sachsen-Anhalt anzusiedeln.« Der plötzliche Antifaschismus des Bundeskanzlers beruht lediglich auf der Furcht vor potenziellen wirtschaftlichen Einbußen. Was ist schon die Angst vor der Zerschlagung demokratischer Strukturen, vor massenhafter Abschiebung oder willkürlicher Verfolgung gegen eine mögliche Verringerung ausländischer Investitionen in Sachsen-Anhalt? Gleichzeitig ist diese Furcht unbegründet. Internationale Wirtschaftsbosse unter Trump, Meloni oder anderen Rechten haben sich auch nicht dem antifaschistischen Partisanenkampf verschrieben. Warum auch? Solange man unter Rechtsextremist*innen weiter gut Kohle machen kann, sind ihre Positionen irrelevant. Die Beteiligung an progressiver Symbolpolitik war für große Unternehmen nie tatsächliche Überzeugung, sondern lediglich das sprichwörtliche Fähnchen im Wind. Und weht der Wind künftig von rechts, dann verschwinden eben die Diversitätsprogramme und Regenbogenfahnen aus der Werbung. Moral ist keine Komponente im Kapitalismus. Er ist nicht unmoralisch – er ist schlicht amoralisch und passt sich an den jeweiligen kulturellen, politisch-ideologischen Überbau an, der die jeweilige kulturelle Hegemonie bestimmt. Die Sorge des Kanzlers sollte also lieber auf die Sicherheit der queeren und migrantischen Menschen in Sachsen-Anhalt gerichtet sein. Doch nach den unvergessenen rassistischen Aussagen zur Stadtbild-Debatte und einem peinlichen Hohelied – im selben Interview – auf den ach so großen Erfolg der Regierung, innerhalb von einem Jahr die Migration um »über 60 Prozent« gesenkt zu haben, ist nicht davon auszugehen. Was hat diese Senkung überhaupt gebracht, möchte man sowohl den Bundeskanzler als auch potenzielle AfD-Wähler*innen in Sachsen-Anhalt fragen, deren Leben sich ja schon unter Merz eigentlich hätte verbessern müssen. Genau wie die harte Migrationspolitik Merz nicht vor einem wachsenden Zuspruch für die AfD bewahrt hat, wird auch die noch menschenverachtendere AfD-Version der jetzigen Migrationspolitik das grundlegende Übel unserer Zeit nicht lösen können: die stetig schwindende Bezahlbarkeit im Neoliberalismus. Denn weder Merz noch die AfD haben Lösungen für dieses eigentliche Problem, auch wenn Letztere zumindest in der Lage ist, den legitimen Volkszorn illegitimerweise in starke Umfrage-Ergebnisse zu verwandeln. Der Wettkampf um die menschenfeindlichere Migrationspolitik ist lediglich inhaltsleere rechte Symbolpolitik. Hauptsache, man hat es dem migrantischen Opferlamm mal so richtig gezeigt. Doch auch wenn der letzte Ausländer vertrieben, die letzte queere Person »umerzogen« und die letzten Linken fertiggemacht wurden, wird sich zeigen, dass die Mieten, der Preis von Butter und Super 95 dennoch nicht gesunken sind. Es ist alles daranzusetzen, die arbeitende Klasse von dieser Erkenntnis zu überzeugen, ohne dafür den hohen Preis einer AfD-Regierung zahlen zu müssen. Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Dank der Unterstützung unserer Community können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen ins Licht rücken, die sonst im Schatten bleiben → Stimmen Raum geben, die oft zum Schweigen gebracht werden → Desinformation mit Fakten begegnen → linke Perspektiven stärken und vertiefen Mit »Freiwillig zahlen« tragen Sie solidarisch zur Finanzierung unserer Zeitung bei. Damit nd.bleibt.

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31. August
Junge Freiheit

Sachsen-Anhalt Merz schließt Kooperation mit Linkspartei nicht aus

BERLIN. Friedrich Merz hat angesichts der Umfragen für die Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht ausgeschlossen. Im ARD-Sommerinterview sagte der Kanzler und CDU-Bundesvorsitzende auf die Frage, ob seine Partei auch als zweitstärkste Kraft mithilfe der Linken regieren werde: „Wir werden das im Lichte des Wahlergebnisses anschauen.“ Zuvor hatte er darauf hingewiesen, dass Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) auch nach einem Wahldebakel im Amt bleiben könne. Die CDU sei in Sachsen-Anhalt an der Regierung – und nach der Wahl müsse erst einmal „jemand anders gewählt werden“. Er verwies dabei auf die vorausgesagten knappen Mehrheitsverhältnisse im nächsten Landtag. Hintergrund: Sollte die AfD eine absolute Mehrheit der Mandate verfehlen, könnte sie Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch nicht zum Regierungschef wählen. Schulze dagegen könnte tatsächlich auf unabsehbare Zeit im Amt bleiben, ohne dass eine Wahl zum Ministerpräsidenten im Landtag stattfindet. Denn die Landesverfassung schreibt keine Frist vor, in der das stattfinden soll. Merz warnt vor Wirtschaftskrise bei AfD-Sieg Stellt sich Schulze keiner Wahl, bleibt er kommissarisch im Amt, bis ein Nachfolger gewählt ist. Theoretisch könnte er mit seinem alten Kabinett fünf weitere Jahre regieren. Für den Haushalt und die Gesetze bräuchte er allerdings jeweils eine Mehrheit, zu der ihm der Anti-AfD-Block aus CDU, Linke, SPD und Grünen verhelfen könnte. Merz warnte die Sachsen-Anhalter in dem Interview auch eindringlich vor einer Wahl der AfD: „Wenn das so kommt, wie das in den Umfragen möglich erscheint“, dann werde Sachsen-Anhalt „erhebliche Probleme“ bekommen. Er könne sich nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren unter einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich anreisen, um neue Unternehmen zu gründen. Merz betonte, Sachsen-Anhalt werde „erheblichen Schaden nehmen, wenn das so kommt, wie wir das jetzt befürchten müssen“. Deswegen werde die CDU „alles“ tun, um das zu verhindern. Er verwies auch darauf, dass 20 Prozent der Wähler noch unentschlossen seien. (fh)

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30. August
Deutschlandfunk

Wahlen - Merz (CDU) warnt vor einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt

Derzeit liegt die AfD in Sachsen-Anhalt in Umfragen weit vor der CDU. Merz fügte hinzu, er könne sich nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren zu einem Spatenstich mit einem AfD-Ministerpräsidenten kämen, um neue Werke zu gründen und neue Unternehmen in Sachsen-Anhalt anzusiedeln. Das Bundesland würde aus seiner Sicht in solch einem Szenario erheblichen Schaden nehmen. Merz wich der Frage aus, wie eine Regierung in Magdeburg ohne die AfD gebildet werden könnte. Merz sagte, man werde alles tun, um zu verhindern, dass Sachsen-Anhalt an die Radikalen falle. Das gelte sowohl für die AfD als auch für die Linkspartei. "Baldige Reaktion auf Russlands hybride Bedrohung" Der Bundeskanzler kündigte nach dem jüngsten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle eine baldige und mit den internationalen Partnern abgestimmte Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Russland an. Die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der CDU-Vorsitzende: "Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren, und das werden wir in den nächsten Tagen auch klar zum Ausdruck bringen". Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könne, falls Russland hinter dem Angriff stecke, sagte Merz: "Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt." Die Reaktion werde zwar von deutscher Seite erfolgen, sei aber mit der Europäischen Union und den NATO-Partnern abgestimmt, betonte der Kanzler. "Die Partner in der Europäischen Union und in der NATO werden davon nicht überrascht sein." "Rüstungsbeschaffung überprüfen" Merz will darüber hinaus Rüstungsprojekte zur Modernisierung der Bundeswehr "sehr viel kosteneffizienter" machen. Zugleich verteidigte er die geplante erhebliche Steigerung der Rüstungsausgaben. Er war in dem Interview darauf angesprochen worden, dass in der Rüstungsindustrie "Goldgräberstimmung" und "Champagnerlaune" herrsche: "Das ist eine Diskussion, die ich natürlich sehe. Wir haben deswegen auch mit dem Verteidigungsminister verabredet, dass wir jetzt noch einmal die gesamten Beschaffungsverfahren und die Beschaffungsvorhaben überprüfen", erklärte Merz. Ziel sei eine moderne Bundeswehr: "Wir wollen nicht auf alte Waffensysteme zurückgreifen. Wir sehen, dass sich die technologische Entwicklung in rasantem Tempo zeigt, auch in der Verteidigungsindustrie."  Dazu entstünden etwa auch an Universitäten und Forschungseinrichtungen viele neue Ideen, und es gebe eine große Zahl von Unternehmensgründern: "Das muss überhaupt nicht so teuer sein. Die Ukraine zeigt uns im Übrigen, wie man es sehr viel preisgünstiger machen kann", meinte der Kanzler. Es gebe bereits Kooperationen mit dem Land und die Möglichkeit, gemeinsame Rüstungsunternehmen zu schaffen. "Keine neuen Energiepreis-Subventionen" Merz dämpfte zudem Erwartungen, dass die Bundesregierung erneut die Energie- und Spritpreise reduzieren könne. Man habe die Energiepreise bereits mit verschiedenen Maßnahmen gesenkt. "Sie können einen Ölpreis von 100 Dollar in Deutschland nicht wegsubventionieren. So ehrlich muss die Politik sein. Das muss man der Bevölkerung sagen", fügte der Kanzler hinzu. Man könne aber Anstrengungen unternehmen, dass der Krieg im Iran aufhöre und die Straße von Hormus wieder geöffnet werde. Eine Öffnung der Meerenge "würde bedeuten, dass wir sofort eine sinkende Preisgestaltung auf den Energiemärkten auch in Deutschland hätten. "Zeitplan für Kohleausstieg steht" Merz widersprach außerdem Überlegungen in seiner Partei, das Ziel des Kohleausstiegs 2038 infrage zu stellen: "2038 ist eine gesetzliche Vereinbarung, die steht im Bundesgesetzblatt und natürlich versuchen wir das zu erreichen." Über eine Verschiebung des Ziels müsse man jetzt nicht diskutieren. "Wir haben zwölf Jahre Zeit, um dieses Ziel zu erreichen, aber bis dahin müssen die Ersatzkraftwerke stehen." Zuvor hatte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Müller den Kohleausstieg infrage gestellt. Hintergrund sind hohe Gaspreise sowie Zweifel, ob Gaskraftwerke rechtzeitig als Ersatz für Kohlemeiler fertiggestellt werden können. Merz betonte, dass man auch die erneuerbaren Energien weiter ausbaue. Diese Nachricht wurde am 31.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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30. August
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„Erheblicher Schaden“ - Merz warnt AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt

„Land wird Schaden nehmen“: Merz warnt AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt Auftritt Friedrich Merz (70, CDU)! Nach einer turbulenten Woche (Regierungsklausur, TV-Zoff mit einer Ärztin bei RTL) kam der Kanzler zum Live-Sommerinterview der ARD. Und räumte zum Auftakt des Super-Wahlseptembers (Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin) ein, dass in Magdeburg „die Regierungsfähigkeit eines Bundeslandes auf dem Spiel“ stehe. Grund: die für die AfD in Umfragen vorausgesagten 40 Prozent plus (CDU: um 20 Prozent). Und er warnte alle AfD-Wähler eindringlich: „Wenn das so kommt, wie das in den Umfragen möglich erscheint“, dann werde Sachsen-Anhalt „erhebliche Probleme“ bekommen. Er könne sich nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren unter einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich anreisen, um neue Unternehmen zu gründen. Zwar sei das eine Entscheidung, die die Wähler zu treffen haben. Aber: Das Land werde „erheblichen Schaden nehmen, wenn das so kommt, wie wir das jetzt befürchten müssen“. Deswegen werde die CDU alles tun, um das zu verhindern. Noch 20 Prozent der Wähler seien ja unentschlossen. Allerdings klang Merz zuvor nicht so, als glaube er noch daran, dass den Rechtsaußen der Wahlsieg zu nehmen ist. Andererseits sei die CDU in Sachsen-Anhalt aktuell an der Regierung – und dann müsse zunächst einmal „jemand anders gewählt werden“, so Merz mit Blick auf die möglicherweise knappen Mehrheitsverhältnisse im nächsten Landtag. Bei der Nachfrage von Markus Preiß, ob die CDU auch als zweitstärkste Kraft mithilfe der Linken probieren werde, an der Macht zu bleiben, wich er aus: „Wir werden das im Lichte des Wahlergebnisses anschauen.“ Als der Moderator Merz an seine Ankündigung von früher erinnerte, er könne die AfD „halbieren“, hielt Merz hart dagegen. Er habe das „zuletzt 2018“ gesagt, seitdem habe sich aber viel verändert. 2018 hätte die Politik noch „einiges korrigieren können“, was mit der Migrationskrise damals erst richtig begonnen habe. „Wir haben den Kurswechsel eingeleitet, das hätte die Regierung damals schon tun können.“ Eine unmissverständliche Breitseite gegen seine Vor-Vorgängerin Angela Merkel (CDU, bis 2021 Kanzlerin). Mehr noch: Die Regierung Merkel hätte es „gar nicht so weit kommen lassen dürfen“. Deren Entscheidungen (u. a. Offenhaltung der Grenzen) seien nicht nur aus heutiger Sicht, sondern auch damals schon falsch gewesen. Seine Regierung müsse das heute korrigieren. „Und deswegen sind wir mit einer Last im Augenblick konfrontiert, die wir nur Stück für Stück abtragen können.“ Aber: Das Thema Migration spiele wegen stark sinkender Zuzugszahlen in den aktuellen Wahlkämpfen schon „keine Rolle mehr“. Auch beim Thema Energie erinnerte der Kanzler an die Verantwortung Merkels, die nach dem Unglück von Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie entschieden hatte: „Ich bin für die Abschaltung der Kernkraftwerke nicht verantwortlich.“ Das hätte es mit ihm nicht gegeben. Der Fehler sei gewesen, abzuschalten, „bevor Alternativen aufgebaut wurden“. Was die Gründe für seine eigenen mauen Umfragewerte betrifft, räumte Merz aber auch erneut eine „Glaubwürdigkeitslücke“ ein. Hauptauslöser: das Eine-Billion-Giga-Schuldenpaket. Merz hatte es gleich nach seinem Wahlsieg zum Regierungschef noch im alten Bundestag beschließen lassen, obwohl das CDU-Wahlprogramm neue Schuldenorgien eigentlich ausschloss. Merz sagte, er wolle die dadurch entstandene „Glaubwürdigkeitslücke“ wieder schließen. Das gehe aber nur, wenn die Konjunktur sich erhole. Und immerhin: Er sehe, „dass die Wirtschaft sich langsam wieder entwickelt“. Es werde „am Ende zusammengezählt, nicht zwischendurch“. Das aber stimmt nicht ganz – das nächste Zwischendurchergebnis gibt es schon kommenden Sonntag. In Sachsen-Anhalt. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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30. August
Deutschlandfunk

Wahlen - Merz (CDU) warnt vor einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt

Derzeit liegt die AfD in Sachsen-Anhalt in Umfragen weit vor der CDU. Merz fügte hinzu, er könne sich nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren zu einem Spatenstich mit einem AfD-Ministerpräsidenten kämen, um neue Werke zu gründen und neue Unternehmen in Sachsen-Anhalt anzusiedeln. Das Bundesland würde aus seiner Sicht in solch einem Szenario erheblichen Schaden nehmen. Merz wich der Frage aus, wie eine Regierung in Magdeburg ohne die AfD gebildet werden könnte. Merz sagte, man werde alles tun, um zu verhindern, dass Sachsen-Anhalt an die Radikalen falle. Das gelte sowohl für die AfD als auch für die Linkspartei. "Baldige Reaktion auf Russlands hybride Bedrohung" Der Bundeskanzler kündigte nach dem jüngsten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle eine baldige und mit den internationalen Partnern abgestimmte Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Russland an. Die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der CDU-Vorsitzende: "Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren, und das werden wir in den nächsten Tagen auch klar zum Ausdruck bringen". Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könne, falls Russland hinter dem Angriff stecke, sagte Merz: "Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt." Die Reaktion werde zwar von deutscher Seite erfolgen, sei aber mit der Europäischen Union und den NATO-Partnern abgestimmt, betonte der Kanzler. "Die Partner in der Europäischen Union und in der NATO werden davon nicht überrascht sein." "Rüstungsbeschaffung überprüfen" Merz will darüber hinaus Rüstungsprojekte zur Modernisierung der Bundeswehr "sehr viel kosteneffizienter" machen. Zugleich verteidigte er die geplante erhebliche Steigerung der Rüstungsausgaben. Er war in dem Interview darauf angesprochen worden, dass in der Rüstungsindustrie "Goldgräberstimmung" und "Champagnerlaune" herrsche: "Das ist eine Diskussion, die ich natürlich sehe. Wir haben deswegen auch mit dem Verteidigungsminister verabredet, dass wir jetzt noch einmal die gesamten Beschaffungsverfahren und die Beschaffungsvorhaben überprüfen", erklärte Merz. Ziel sei eine moderne Bundeswehr: "Wir wollen nicht auf alte Waffensysteme zurückgreifen. Wir sehen, dass sich die technologische Entwicklung in rasantem Tempo zeigt, auch in der Verteidigungsindustrie."  Dazu entstünden etwa auch an Universitäten und Forschungseinrichtungen viele neue Ideen, und es gebe eine große Zahl von Unternehmensgründern: "Das muss überhaupt nicht so teuer sein. Die Ukraine zeigt uns im Übrigen, wie man es sehr viel preisgünstiger machen kann", meinte der Kanzler. Es gebe bereits Kooperationen mit dem Land und die Möglichkeit, gemeinsame Rüstungsunternehmen zu schaffen. "Keine neuen Energiepreis-Subventionen" Merz dämpfte zudem Erwartungen, dass die Bundesregierung erneut die Energie- und Spritpreise reduzieren könne. Man habe die Energiepreise bereits mit verschiedenen Maßnahmen gesenkt. "Sie können einen Ölpreis von 100 Dollar in Deutschland nicht wegsubventionieren. So ehrlich muss die Politik sein. Das muss man der Bevölkerung sagen", fügte der Kanzler hinzu. Man könne aber Anstrengungen unternehmen, dass der Krieg im Iran aufhöre und die Straße von Hormus wieder geöffnet werde. Eine Öffnung der Meerenge "würde bedeuten, dass wir sofort eine sinkende Preisgestaltung auf den Energiemärkten auch in Deutschland hätten. "Zeitplan für Kohleausstieg steht" Merz widersprach außerdem Überlegungen in seiner Partei, das Ziel des Kohleausstiegs 2038 infrage zu stellen: "2038 ist eine gesetzliche Vereinbarung, die steht im Bundesgesetzblatt und natürlich versuchen wir das zu erreichen." Über eine Verschiebung des Ziels müsse man jetzt nicht diskutieren. "Wir haben zwölf Jahre Zeit, um dieses Ziel zu erreichen, aber bis dahin müssen die Ersatzkraftwerke stehen." Zuvor hatte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Müller den Kohleausstieg infrage gestellt. Hintergrund sind hohe Gaspreise sowie Zweifel, ob Gaskraftwerke rechtzeitig als Ersatz für Kohlemeiler fertiggestellt werden können. Merz betonte, dass man auch die erneuerbaren Energien weiter ausbaue. Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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30. August
Die Zeit (Politik)

Friedrich Merz: Mit der Kraft der Schildkröte

Im Sommerinterview der ARD gibt Friedrich Merz mit seiner Krawatte die Richtung vor. Heikel wird es für den Kanzler nur, als es um AfD und Linkspartei geht. Friedrich Merz wich im ARD-Sommerinterview den entscheidenden Antworten zu Sachsen-Anhalt lange aus. Erst kurz vor Schluss warnte der Kanzler vor wirtschaftlichen Folgen einer AfD-Regierung, weil Investoren fernbleiben könnten, und versprach nur allgemein, einen AfD-Ministerpräsidenten verhindern zu wollen. Auf die Frage nach Bündnissen nach der Wahl blieb er vage, hielt zugleich am Unvereinbarkeitskurs zur Linken fest und distanzierte sich von seinem früheren Versprechen, die AfD zu halbieren. In einer späteren Fragerunde zeigte er sich beim Thema AfD-Verbot etwas offener als früher, verwies aber auf hohe rechtliche Hürden und das politische Dilemma eines solchen Schritts. So entstand am Ende das Bild eines ruhigen, aber auffallend unkonkreten Kanzlers, der vor einer heiklen Wahl vor allem Zeit gewinnen will. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Eine Woche nach der Rückkehr aus dem vieldiskutierten Urlaub, eine Woche vor der noch viel heftiger diskutierten Wahl in Sachsen-Anhalt sitzt Friedrich Merz auf einem glänzenden Podest im ARD-Hauptstadtstudio – es ist das letzte Sommerinterview 2026. Das Timing ist nicht schlecht: Wie blickt der Kanzler auf das Szenario einer AfD-Regierung? Hat der CDU-Chef einen Plan für den Tag danach, den 7. September? Gut also, dass Moderator Markus Preiß die Sendung gleich so einflog: »Was ist sein Plan?«, das sei das Thema hier und heute. Interessant nur, dass es dann erst in den letzten fünf der dreißig Minuten tatsächlich um Sachsen-Anhalt ging.

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30. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Merz: AfD-Sieg würde Sachsen-Anhalt erheblich schaden

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Bas stellt Krankschreibung ab erstem Tag infrage Pistorius und Özdemir fordern Verbot „völkischer“ AfD-Landesverbände  Bundesregierung: Keine deutsche Finanzierung von Atomwaffen SPD kritisiert Merz: Hat „richtige Tonlage“ vermissen lassen Dobrindt will Reaktions-Taskforce im Ostseeraum – steigende Bedrohung Merz: AfD-Sieg würde Sachsen-Anhalt erheblich schaden Ein Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt würde dem Bundesland nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) große Nachteile einbringen. „Wenn das so kommt, wie das in den Umfragen möglich erscheint, dann wird dieses Bundesland erhebliche Probleme bekommen“, sagte der Kanzler im ARD-Sommerinterview. Er fürchtet vor allem, internationale Investoren könnten Sachsen-Anhalt im Falle einer AfD-Regierung meiden: Er könne sich nicht vorstellen, so Merz, dass noch internationale Investoren mit einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich kommen würden, um dort ein neues Unternehmen anzusiedeln.  Zum Ausgang der Wahl sagte Merz: „Das ist aber eine Entscheidung, die die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt zu treffen haben.“ Die CDU werde in den nächsten Tagen noch aktiv Wahlkampf machen, ein Teil der Wählerschaft sei noch unentschieden. Mit Werten um 40 Prozent liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in den jüngsten Erhebungen bis zu 20 Prozentpunkte vor der CDU, deren Spitzenkandidat Ministerpräsident Sven Schulze ist. Zu Überlegungen, mit welchen anderen Fraktionen die CDU nach der Wahl am kommenden Sonntag womöglich eine Koalition in Sachsen-Anhalt bilden könnte, wollte sich Merz nicht äußern. Die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss in Bezug auf die AfD und auf die Linkspartei. Zum Ausgang der Wahl sagte Merz: „Das ist aber eine Entscheidung, die die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt zu treffen haben.“ Die CDU werde in den nächsten Tagen noch aktiv Wahlkampf machen, ein Teil der Wählerschaft sei noch unentschieden. Mit Werten um 40 Prozent liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in den jüngsten Erhebungen bis zu 20 Prozentpunkte vor der CDU, deren Spitzenkandidat Ministerpräsident Sven Schulze ist. Zu Überlegungen, mit welchen anderen Fraktionen die CDU nach der Wahl am kommenden Sonntag womöglich eine Koalition in Sachsen-Anhalt bilden könnte, wollte sich Merz nicht äußern. Die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss in Bezug auf die AfD und auf die Linkspartei. Merz im ARD-Sommerinterview: Antwort auf Sprengstoff-Drohne mit Partnern abgestimmt Die Bundesregierung stimmt ihre angekündigte Reaktion auf den versuchten Sprengstoff-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle aktuell mit Partnerländern ab. „Die wird in diesen Tagen auch final abgestimmt mit der Europäischen Union, mit den Nato-Partnern“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im ARD-Sommerinterview. Er kündigte an: Es werde eine Reaktion aus Deutschland sein, aber die Partner würden davon nicht überrascht werden. Gefragt wurde Merz auch danach, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könne, sollte sich eine Urheberschaft Russlands herausstellen. Der Kanzler sagte dazu: „Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt.“ Zur Frage, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt, äußerte er sich nicht. Er fügte hinzu, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss: „Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren.“ Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Am Dienstag haben die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR enthüllt, dass Ermittler eine dritte Drohne in der Nähe des Flughafens gefunden haben - erst Tage nach dem versuchten Anschlag. Lesen Sie hier den Text dazu Gefragt wurde Merz auch danach, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könne, sollte sich eine Urheberschaft Russlands herausstellen. Der Kanzler sagte dazu: „Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt.“ Zur Frage, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt, äußerte er sich nicht. Er fügte hinzu, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss: „Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren.“ Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Am Dienstag haben die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR enthüllt, dass Ermittler eine dritte Drohne in der Nähe des Flughafens gefunden haben - erst Tage nach dem versuchten Anschlag. Lesen Sie hier den Text dazu Özdemir warnt vor russischem Einfluss bei AfD-Regierung Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat vor einem stärkeren Einfluss Russlands gewarnt, sollte die AfD künftig in Sachsen-Anhalt regieren. „Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird“, sagte der Grünen-Politiker dem Tagesspiegel. „Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von (Russlands Präsidenten Wladimir) Putin oder irgendeinem anderen autoritären Herrscher.“ Bei der Wahl am 6. September stehe viel auf dem Spiel. Sollte die AfD künftig in Magdeburg den Ministerpräsidenten stellen, sei das eine Zäsur für das ganze Land, betonte Özdemir. „Ich sehe es als meine Pflicht, dafür zu kämpfen, dass es dazu nicht kommt.“ Bei der Wahl am 6. September stehe viel auf dem Spiel. Sollte die AfD künftig in Magdeburg den Ministerpräsidenten stellen, sei das eine Zäsur für das ganze Land, betonte Özdemir. „Ich sehe es als meine Pflicht, dafür zu kämpfen, dass es dazu nicht kommt.“ Bas stellt Krankschreibung ab erstem Tag infrage Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas stellt die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Einführung einer verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage. „Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon nochmal fragen, ob das sinnvoll ist“, sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe. „Es soll etwa eine Ausnahme für tarifgebundene Unternehmen geben, die andere Regelungen haben. Wenn ich eine Pflicht einführe und anschließend 95 Ausnahmen reinschreibe, stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch braucht.“ Bas betonte, die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag sei mit einer Termingarantie bei Ärzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt. „Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist.“ Auf den Hinweis, das Primärversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das für die Termingarantie nötig wäre, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand. „Wir wollten keine Karenztage und keine Kürzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten“, sagte Bas. „Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird.“ Bas betonte, die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag sei mit einer Termingarantie bei Ärzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt. „Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist.“ Auf den Hinweis, das Primärversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das für die Termingarantie nötig wäre, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand. „Wir wollten keine Karenztage und keine Kürzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten“, sagte Bas. „Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird.“ Ende der „Rente mit 63“: Bas offen für fünf Jahre Übergang In der Debatte um die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zeigt sich Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas offen für eine Übergangsfrist von etwa fünf Jahren. Nötig seien „ausreichende Übergangsfristen und Vertrauensschutz, damit die Menschen ihre Lebensplanung anpassen können“, sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe. Die Vorsitzende der Rentenkommission, Constanze Janda, habe einen Zeitraum von fünf Jahren genannt. „Das gibt Orientierung“, sagte Bas. Die umstrittene Abschaffung der Frührente ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren – aktuell mit 64,5 Jahren möglich, landläufig aber weiterhin als „Rente mit 63“ bezeichnet – ist einer der Kernpunkte der von der schwarz-roten Koalition geplanten Rentenreform und geht auf einen Vorschlag der Rentenkommission zurück. Die umstrittene Abschaffung der Frührente ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren – aktuell mit 64,5 Jahren möglich, landläufig aber weiterhin als „Rente mit 63“ bezeichnet – ist einer der Kernpunkte der von der schwarz-roten Koalition geplanten Rentenreform und geht auf einen Vorschlag der Rentenkommission zurück. Schneider will weiter für Klimaanpassung im Grundgesetz werben Umweltminister Carsten Schneider will sich weiter für eine Verankerung von Hitzeschutz und Klimaanpassung im Grundgesetz einsetzen. Auf die Frage, ob sich das Vorhaben, das bei der Union auf Ablehnung stößt, erledigt habe, sagte der SPD-Politiker der Funke Mediengruppe: „Nein. Aber eine Grundgesetzänderung macht man nicht von heute auf morgen.“ Es gehe um eine saubere rechtliche Grundlage für eine effektivere Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. „Im Koalitionsvertrag gibt es den Auftrag, die Einführung einer Gemeinschaftsaufgabe zwischen Bund und Ländern zu prüfen. Und es gibt einen einstimmigen Beschluss der Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern, der darauf aufbaut“, sagte Schneider. So könnten Gelder aus dem Haushalt effizienter eingesetzt werden. „Im Koalitionsvertrag gibt es den Auftrag, die Einführung einer Gemeinschaftsaufgabe zwischen Bund und Ländern zu prüfen. Und es gibt einen einstimmigen Beschluss der Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern, der darauf aufbaut“, sagte Schneider. So könnten Gelder aus dem Haushalt effizienter eingesetzt werden. Pistorius und Özdemir fordern Verbot „völkischer“ AfD-Landesverbände Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) wollen ein Verbotsverfahren gegen die AfD, auch wenn dies am Ende womöglich nur einige Landesverbände treffen könnte. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schreiben sie, in einem gemeinsamen Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, dieses Verfahren sei rechtlich möglich, durch Belege gedeckt und von der Verfassung geboten. „Wir vertrauen darauf, dass das Bundesverfassungsgericht unabhängig und souverän die richtigen Entscheidungen trifft.“ Özdemir und Pistorius unterscheiden in ihrem Beitrag zwischen einem deutsch-nationalen und einem völkischen Teil der AfD. Die deutsch-nationale Strömung könne unter Umständen mit dem Grundgesetz vereinbar sein und müsse deswegen in Parlamenten und in der Gesellschaft bekämpft werden, argumentieren die beiden Politiker. Der völkische Teil der AfD dagegen stelle unverhohlen die Grundfesten der Verfassung infrage und verachte die Demokratie, so die beiden Politiker. Der völkischen Ideologie könne man deswegen nicht in der politischen Auseinandersetzung begegnen. „Das wäre naiv. Denn die AfD wird auch zukünftig alles daransetzen, den völkischen Teil ihrer Partei zu verschleiern, die Haltung ihrer völkischen Protagonisten zu relativieren oder umzudeuten.“ Özdemir und Pistorius unterscheiden in ihrem Beitrag zwischen einem deutsch-nationalen und einem völkischen Teil der AfD. Die deutsch-nationale Strömung könne unter Umständen mit dem Grundgesetz vereinbar sein und müsse deswegen in Parlamenten und in der Gesellschaft bekämpft werden, argumentieren die beiden Politiker. Der völkische Teil der AfD dagegen stelle unverhohlen die Grundfesten der Verfassung infrage und verachte die Demokratie, so die beiden Politiker. Der völkischen Ideologie könne man deswegen nicht in der politischen Auseinandersetzung begegnen. „Das wäre naiv. Denn die AfD wird auch zukünftig alles daransetzen, den völkischen Teil ihrer Partei zu verschleiern, die Haltung ihrer völkischen Protagonisten zu relativieren oder umzudeuten.“ Lesen Sie auch dazu: Lilly Zerbst Bundesregierung: Keine deutsche Finanzierung von Atomwaffen Die Bundesregierung hat einen Bericht über Gespräche zur möglichen deutschen Finanzierung britischer und auch französischer Atomwaffenprogramme deutlich zurückgewiesen. „So wie es dort berichtet wurde, können wir das dementieren. Entsprechende Gespräche über die Finanzierung oder Pläne einer Finanzierung gibt es nicht“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Die britische Zeitung The Telegraph hatte berichtet, es liefen Gespräche über deutsche Geldbeiträge. Die Nato arbeitet angesichts der Bedrohungen durch Russland an Plänen für einen Ausbau der nuklearen Abschreckung in Europa. Deutschland verfügt nicht über Atomwaffen und hat völkerrechtlich wirksam den Verzicht erklärt. Im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe hält die Bundeswehr Flugzeuge bereit, die im Fall der Fälle US-Atombomben ins Ziel tragen können. Die britische Zeitung The Telegraph hatte berichtet, es liefen Gespräche über deutsche Geldbeiträge. Die Nato arbeitet angesichts der Bedrohungen durch Russland an Plänen für einen Ausbau der nuklearen Abschreckung in Europa. Deutschland verfügt nicht über Atomwaffen und hat völkerrechtlich wirksam den Verzicht erklärt. Im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe hält die Bundeswehr Flugzeuge bereit, die im Fall der Fälle US-Atombomben ins Ziel tragen können. SPD kritisiert Merz: Hat „richtige Tonlage“ vermissen lassen Die SPD im Ruhrgebiet übt scharfe Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundesregierung. Insbesondere Merz habe in den vergangenen Monaten „die richtige Tonlage“ und Respekt im Umgang mit den Menschen vermissen lassen, heißt es in einem Positionspapier, das von Spitzenvertretern auf regionaler, Landtags- und der Bundestagsebene des Koalitionspartners im Ruhrgebiet unterzeichnet wurde. „Wir sehen eine respektvolle Sprache gegenüber den Menschen in unserem Land als Grundvoraussetzung für zukünftige Reformen und Spar-Vorhaben“, schreiben sie dort. Der Appell der Sozialdemokraten aus dem Ruhrgebiet an den Bundeskanzler laute daher: „Wer Veränderungen verlangt, muss mit Respekt sprechen. Wer Einschnitte begründet, braucht Demut. Wer Menschen gewinnen will, darf nicht von oben herab reden.“ Andernfalls schade das der Akzeptanz von Politik. Die Ruhrgebietsfunktionäre forderten sozial ausgewogene Nachbesserungen an den vorgesehenen Reformvorhaben. „Die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen stecken in einer schweren Vertrauenskrise“, stellten sie fest. Das Positionspapier enthält eine lange Mängelliste. Kritisiert werden unter anderem Pläne zur Ausweitung befristeter Beschäftigung, die Debatte über Krankschreibungen ab dem ersten Tag sowie Forderungen nach niedrigeren Lohnkosten zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Ruhr-SPD verweist dabei auf ihre langjährige Erfahrung im Umgang mit Strukturwandel und Krisen. „Wir sehen eine respektvolle Sprache gegenüber den Menschen in unserem Land als Grundvoraussetzung für zukünftige Reformen und Spar-Vorhaben“, schreiben sie dort. Der Appell der Sozialdemokraten aus dem Ruhrgebiet an den Bundeskanzler laute daher: „Wer Veränderungen verlangt, muss mit Respekt sprechen. Wer Einschnitte begründet, braucht Demut. Wer Menschen gewinnen will, darf nicht von oben herab reden.“ Andernfalls schade das der Akzeptanz von Politik. Die Ruhrgebietsfunktionäre forderten sozial ausgewogene Nachbesserungen an den vorgesehenen Reformvorhaben. „Die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen stecken in einer schweren Vertrauenskrise“, stellten sie fest. Das Positionspapier enthält eine lange Mängelliste. Kritisiert werden unter anderem Pläne zur Ausweitung befristeter Beschäftigung, die Debatte über Krankschreibungen ab dem ersten Tag sowie Forderungen nach niedrigeren Lohnkosten zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Ruhr-SPD verweist dabei auf ihre langjährige Erfahrung im Umgang mit Strukturwandel und Krisen. Deutschland brauche ein großes Konjunkturpaket. Zudem seien die Vorschläge der Rentenkommission zwar „eine gute Arbeitsgrundlage, aber nicht die Bibel“. Unter anderem verlangen die Sozialdemokraten eine stärkere Berücksichtigung langjähriger Beitragszeiten. Den Bruch mit ihren Bundesparteivorsitzenden Bärbel Bas – selbst Duisburger Bundestagsabgeordnete – und Lars Klingbeil suchen die Ruhr-Sozialdemokraten nicht. Die Arbeitsministerin und der Finanzminister werden in dem Papier ausdrücklich für ihre Bemühungen um Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen beziehungsweise gegen noch stärkere Einschnitte beim Rentenniveau gelobt. Den Bruch mit ihren Bundesparteivorsitzenden Bärbel Bas – selbst Duisburger Bundestagsabgeordnete – und Lars Klingbeil suchen die Ruhr-Sozialdemokraten nicht. Die Arbeitsministerin und der Finanzminister werden in dem Papier ausdrücklich für ihre Bemühungen um Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen beziehungsweise gegen noch stärkere Einschnitte beim Rentenniveau gelobt. Lilly Zerbst Dobrindt will Reaktions-Taskforce im Ostseeraum – steigende Bedrohung Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) möchte eine schnelle Reaktions-Taskforce gegen hybride Bedrohungen im Ostseeraum einrichten. Er werde mit seinen Amtskollegen der Ostsee-Anrainerstaaten darüber sprechen, sagte er vor Beginn einer Konferenz in Flensburg. „Wir werden gemeinsame Antworten darauf formulieren, wie wir mit einer steigenden Bedrohungssituation umgehen wollen“, so Dobrindt. Die Ostsee sei gemeinsamer Bedrohungsraum. „Hybride Szenarien nehmen zu und verschärfen sich und sind allgegenwärtig.“  Die Bedrohungen seien in der Luft und im Wasser. Es gehe aber auch um den Cyberraum und die kritische Infrastruktur. Mit Blick auf den Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig sagte der Innenminister, Reaktionen und Maßnahmen auch auf Attacken der Vergangenheit bräuchten Unterstützung der Partnerländer. Auch der weitere Umgang mit der russischen Schattenflotte werde eine Rolle während der Konferenz spielen, sagte Dobrindt. An der Konferenz in der Marineschule Flensburg nehmen Vertreter der Innenministerien der Ostsee-Anrainerstaaten und Irlands teil. Die Bedrohungen seien in der Luft und im Wasser. Es gehe aber auch um den Cyberraum und die kritische Infrastruktur. Mit Blick auf den Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig sagte der Innenminister, Reaktionen und Maßnahmen auch auf Attacken der Vergangenheit bräuchten Unterstützung der Partnerländer. Auch der weitere Umgang mit der russischen Schattenflotte werde eine Rolle während der Konferenz spielen, sagte Dobrindt. An der Konferenz in der Marineschule Flensburg nehmen Vertreter der Innenministerien der Ostsee-Anrainerstaaten und Irlands teil. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Foto: Christian Charisius/dpa Luzia Geier Niedrige Füllstände: Grüne fordern Gas-Krisengipfel Die Grünen fordern die Bundesregierung angesichts der niedrigen Füllstände der Gasspeicher zum Handeln auf. „Die Regierung muss jetzt einen Gipfel zur Versorgungssicherheit mit Gas machen“, sagte der Energiepolitiker Michael Kellner. „Es ist frustrierend, schon wieder über leere Gasspeicher sprechen zu müssen, aber die Lage ist ernst.“ Die Füllstände der Gasspeicher lägen bei nur 52 Prozent, es sei unklar, wie so die Speicherziele erreicht werden sollten. Die Grünen unterstützten einen Antrag der Linken für eine Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie. Das Wirtschaftsministerium müsse dort sagen, welche Maßnahmen es ergreifen wolle. Es brauche schnelle Lösungen, sagte Kellner. „Denn sonst wird der Winter teuer für Industrie und Haushalte.“ Die deutschen Speicher seien zum Ende des Winters extrem leer gewesen. Alle Warnungen seien von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) seit März weggelächelt worden. Die Füllstände der Gasspeicher lägen bei nur 52 Prozent, es sei unklar, wie so die Speicherziele erreicht werden sollten. Die Grünen unterstützten einen Antrag der Linken für eine Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie. Das Wirtschaftsministerium müsse dort sagen, welche Maßnahmen es ergreifen wolle. Es brauche schnelle Lösungen, sagte Kellner. „Denn sonst wird der Winter teuer für Industrie und Haushalte.“ Die deutschen Speicher seien zum Ende des Winters extrem leer gewesen. Alle Warnungen seien von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) seit März weggelächelt worden. „Nur auf LNG-Importe zu verweisen, reicht nicht, denn dies treibt uns in eine fatale Abhängigkeit von den USA. Das Ergebnis ist keine derzeit ausreichende Vorsorge.“Michael Kellner (Grüne) Eine Verordnung sieht vor, dass die Gasspeicher am 1. November zu durchschnittlich 70 Prozent gefüllt sein sollen. Wenn das nicht klappt, würde unter Umständen der Staat Gas einkaufen und einspeichern lassen – wie schon 2022, im ersten Jahr des Ukraine-Kriegs. Das würde aber viel Geld kosten. Wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus sind die Gaspreise diesen Sommer ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger einkaufen und für den Winter einspeichern. Luzia Geier Schuster warnt vor AfD: „Keine Annäherung an Rechtsextreme“ Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor der AfD gewarnt. „Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird für das demokratische Zentrum unseres Landes zur Bewährungsprobe“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). AfD-Politiker wie Spitzenkandidat Ulrich Siegmund oder Landes-Vize Hans-Thomas Tillschneider seien erklärte Gegner der offenen Gesellschaft.  „In zentralen Politikfeldern streben sie radikale Kurswechsel an, die, etwa im Bereich der Erinnerungskultur, einer Aufkündigung unseres bundesrepublikanischen Konsenses gleichkommen würden“, sagte Schuster. Er sehe die Parteien des demokratischen Zentrums nun in der Pflicht. Sie seien gefordert, die Sorgen und Nöte der Menschen zu adressieren und ernst zu nehmen. „Zugleich darf es aus reinem Machtkalkül heraus keinerlei Annäherung an Rechtsextreme geben – der sogenannten Alternative für Deutschland darf nach der Wahl an keiner Stelle politische Verantwortung für unsere liberale Demokratie und unsere offene Gesellschaft übertragen werden.“ „In zentralen Politikfeldern streben sie radikale Kurswechsel an, die, etwa im Bereich der Erinnerungskultur, einer Aufkündigung unseres bundesrepublikanischen Konsenses gleichkommen würden“, sagte Schuster. Er sehe die Parteien des demokratischen Zentrums nun in der Pflicht. Sie seien gefordert, die Sorgen und Nöte der Menschen zu adressieren und ernst zu nehmen. „Zugleich darf es aus reinem Machtkalkül heraus keinerlei Annäherung an Rechtsextreme geben – der sogenannten Alternative für Deutschland darf nach der Wahl an keiner Stelle politische Verantwortung für unsere liberale Demokratie und unsere offene Gesellschaft übertragen werden.“ Merz liefert sich TV-Schlagabtausch mit Kinderärztin Kanzler Friedrich Merz hat sich in einer TV-Runde einen scharfen verbalen Schlagabtausch mit einer Kinderärztin geliefert. Die Ärztin aus Niedersachsen fragte den Kanzler in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ von Moderatorin Pinar Atalay, warum er seinen Amtseid breche und menschenverachtende und zerstörerische Gesetze wie das Sparpaket bei den Gesundheitsausgaben erlasse.  Merz antwortete, er sei bereit, Kritik hinzunehmen. „Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Aber das geht zu weit. Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit.“ Man könne ja sagen, man sei nicht einverstanden mit dem, was die Bundesregierung tue. „Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.“ Er weise den Vorwurf mit Entschiedenheit zurück, „dass ich vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder zerstöre“. Merz wies Vorwürfe zurück, die Gesundheitsreform gehe eher auf Kosten der Versicherten als beispielsweise der Pharmaindustrie. „Das ist ein Gefühl. Aber das entspricht nicht unserem Gesetz“, sagte der Kanzler. Die Bundesregierung habe alle Beteiligten am Gesundheitswesen mitbelastet und „aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“. Merz ergänzte: „Also ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht.“ Harsche Kritik bekam Merz in der Sendung auch von einem Vater zu hören, der monierte, die Politik lasse Familien mit Kindern allein. „Ich finde, Ihre Kritik ist ein bisschen zu hart“, antwortete der Kanzler. „Wir tun nach wie vor viel für die Familien.“ Er wisse natürlich, dass man mehr tun könnte, aber Spielräume für die öffentlichen Haushalte seien begrenzt. Merz antwortete, er sei bereit, Kritik hinzunehmen. „Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Aber das geht zu weit. Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit.“ Man könne ja sagen, man sei nicht einverstanden mit dem, was die Bundesregierung tue. „Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.“ Er weise den Vorwurf mit Entschiedenheit zurück, „dass ich vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder zerstöre“. Merz wies Vorwürfe zurück, die Gesundheitsreform gehe eher auf Kosten der Versicherten als beispielsweise der Pharmaindustrie. „Das ist ein Gefühl. Aber das entspricht nicht unserem Gesetz“, sagte der Kanzler. Die Bundesregierung habe alle Beteiligten am Gesundheitswesen mitbelastet und „aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“. Merz ergänzte: „Also ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht.“ Harsche Kritik bekam Merz in der Sendung auch von einem Vater zu hören, der monierte, die Politik lasse Familien mit Kindern allein. „Ich finde, Ihre Kritik ist ein bisschen zu hart“, antwortete der Kanzler. „Wir tun nach wie vor viel für die Familien.“ Er wisse natürlich, dass man mehr tun könnte, aber Spielräume für die öffentlichen Haushalte seien begrenzt. Merz: Entwurf für EU-Finanzrahmen „schlicht unbezahlbar“ Bundeskanzler Friedrich Merz hat gemeinsam mit anderen großen Nettozahlern drastische Kürzungen beim künftigen EU-Finanzrahmen gefordert. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission für eine Aufstockung von bis zu 60 Prozent seien in Zeiten der Haushaltskonsolidierung „schlicht unbezahlbar“, sagte der Kanzler nach einem Treffen mit mehreren europäischen Regierungschefs in Berlin. Die vorgeschlagene Summe müsse um mehrere hundert Milliarden Euro gekürzt werden. Diese Einschnitte müssten alle Bereiche betreffen.  An dem vertraulichen Treffen in Berlin nahmen die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo und der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker teil. Die Ministerpräsidenten der Niederlande und Schwedens waren per Videokonferenz zugeschaltet. Zusammen finanzieren diese sechs Staaten nach den Worten des Kanzlers etwa 40 Prozent des europäischen Haushalts. Merz betonte, dass diese Länder zudem 70 Prozent der bilateralen Hilfen von EU-Staaten für die Ukraine aufbringen. „Wir sind nicht geizig, aber solche Zuschreibungen, wie von der Kommission vorgeschlagen, passen einfach nicht in unsere Zeit.“ Die Gruppe fordert „Realismus und Reformen“ für den mehrjährigen Finanzrahmen, der am 1. Januar 2028 in Kraft tritt. Im Zentrum des Budgets müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union und ihrer Industrie stehen. „Mit einem Haushalt des 20. Jahrhunderts werden wir den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht begegnen können“, sagte Merz. Ziel sei es, die Verhandlungen nach Möglichkeit bis Ende dieses Jahres abzuschließen. Die Gruppe wolle bei den im Oktober beginnenden EU-Beratungen mit einer gemeinsamen Position auftreten. An dem vertraulichen Treffen in Berlin nahmen die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo und der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker teil. Die Ministerpräsidenten der Niederlande und Schwedens waren per Videokonferenz zugeschaltet. Zusammen finanzieren diese sechs Staaten nach den Worten des Kanzlers etwa 40 Prozent des europäischen Haushalts. Merz betonte, dass diese Länder zudem 70 Prozent der bilateralen Hilfen von EU-Staaten für die Ukraine aufbringen. „Wir sind nicht geizig, aber solche Zuschreibungen, wie von der Kommission vorgeschlagen, passen einfach nicht in unsere Zeit.“ Die Gruppe fordert „Realismus und Reformen“ für den mehrjährigen Finanzrahmen, der am 1. Januar 2028 in Kraft tritt. Im Zentrum des Budgets müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union und ihrer Industrie stehen. „Mit einem Haushalt des 20. Jahrhunderts werden wir den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht begegnen können“, sagte Merz. Ziel sei es, die Verhandlungen nach Möglichkeit bis Ende dieses Jahres abzuschließen. Die Gruppe wolle bei den im Oktober beginnenden EU-Beratungen mit einer gemeinsamen Position auftreten. Grüne zu Kabinettsklausur: Fast schon Arbeitsverweigerung Die Kabinettsklausur der Bundesregierung war aus Sicht der Grünen wirkungslose Symbolpolitik. Die Klausurtagung in Neuhardenberg habe nichts gebracht außer guter Laune, sagte Parteichefin Franziska Brantner. „Keinen einzigen Beschluss, nichts entschieden, nichts wirklich vorangebracht.“ Das Treffen sei „eigentlich ein wahnsinnig öffentlichkeitswirksamer Betriebsausflug“ gewesen. Es sei „fast eigentlich Arbeitsverweigerung, was wir gesehen haben in den letzten Tagen“. Kanzler Friedrich Merz (CDU) warf sie vor, am Wochenende bei einem Besuch in einem Waldbrandgebiet zwar noch die verheerenden Folgen des Klimawandels benannt zu haben, dann aber keine Konsequenzen zu ziehen. „Wenn er wirklich etwas tun wollte gegen die Klimakrise, dann wäre die klare Ansage: Reiche stoppen. Reiches Gesetze jetzt im Bundestag stoppen“, sagte Brantner über Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Diese wolle die erneuerbaren Energien kaputt machen. „Das ist absoluter Wahnsinn in diesen Zeiten. Das ist Gift für unsere Unabhängigkeit, das ist Gift für unsere Wirtschaft, für unsere Zukunftstechnologien, das ist Gift für die Klimakrise.“ Bei neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz müssten Deutschland und Europa unabhängiger werden, verlangte Brantner. Kanzler Friedrich Merz (CDU) warf sie vor, am Wochenende bei einem Besuch in einem Waldbrandgebiet zwar noch die verheerenden Folgen des Klimawandels benannt zu haben, dann aber keine Konsequenzen zu ziehen. „Wenn er wirklich etwas tun wollte gegen die Klimakrise, dann wäre die klare Ansage: Reiche stoppen. Reiches Gesetze jetzt im Bundestag stoppen“, sagte Brantner über Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Diese wolle die erneuerbaren Energien kaputt machen. „Das ist absoluter Wahnsinn in diesen Zeiten. Das ist Gift für unsere Unabhängigkeit, das ist Gift für unsere Wirtschaft, für unsere Zukunftstechnologien, das ist Gift für die Klimakrise.“ Bei neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz müssten Deutschland und Europa unabhängiger werden, verlangte Brantner.

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30. August
Die Zeit (Politik)

ARD-»Sommerinterview«: AfD-Landesregierung würde Sachsen-Anhalt laut Merz erheblich schaden

Eine AfD-geführte Landesregierung würde Sachsen-Anhalt nach Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erheblich schaden. »Wenn das so kommt, (…) dann wird dieses Bundesland erhebliche Probleme bekommen«, sagte Merz im ARD-Sommerinterview. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren mit einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich kommen, um neue Werke zu gründen und neue Unternehmen in Sachsen-Anhalt anzusiedeln.« Aber die Entscheidung müssten die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt selbst treffen. Merz wich der Frage aus, wie eine Regierung in Magdeburg ohne die AfD gebildet werden könnte. »Wir werden das im Lichte des Wahlergebnisses anschauen. Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass Sachsen-Anhalt an die Radikalen fällt. Und das gilt sowohl für die AfD als auch für die Linkspartei.« Nach der letzten ZDF-Umfrage liegt die AfD in der Zustimmung vor der Wahl am kommenden Sonntag mit 40 Prozent deutlich vor der CDU mit 23 Prozent. Dann folgen die Linke mit 13, die SPD mit neun und die Grünen mit sechs Prozent. Laut dieser Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen würden das BSW und die FDP mit jeweils drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Hürden für ein Parteiverbot laut Merz hoch Zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die AfD zeigt sich Merz weiterhin skeptisch. Er wolle sich Forderungen, »dass man wenigstens den sogenannten völkischen Teil der AfD verbieten sollte, (…) nicht verschließen«, sagte Merz. Aber in Deutschland seien die Hürden für ein Parteiverbot »sehr, sehr hoch«. »Die Bundesregierung ist damit schon einmal gescheitert«, sagte der CDU-Chef offenbar mit Blick auf das gescheiterte Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD. »Das Bundesverfassungsgericht werde sich lange Zeit nehmen für die Prüfung. Zudem fühle er sich unwohl, »mit einem laufenden Verbotsverfahren gegen die AfD zum Beispiel in die Bundestagswahl 2029 zu gehen«. Reaktion auf Drohnenangriff soll folgen Weiter kündigte Merz an, die Rüstungsprojekte zur Modernisierung der Bundeswehr »sehr viel kosteneffizienter« machen zu wollen. Ziel sei eine moderne Bundeswehr. »Wir wollen nicht auf alte Waffensysteme zurückgreifen. Wir sehen, dass sich die technologische Entwicklung in rasantem Tempo zeigt, auch in der Verteidigungsindustrie«, sagte Merz. Auf den Drohnenangriff am Flughafen Halle/Leipzig will Merz außerdem in den kommenden Tagen und in Abstimmung mit internationalen Partnern reagieren. Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könne, falls Russland hinter dem Angriff stecke, sagte Merz: »Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt.« Zur Frage, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt, sagte der Kanzler nichts. Die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte Merz. »Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren.« Ebenfalls offen ließ der Regierungs- und CDU-Chef die Frage, ob eine Frau Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Amt nachfolgen solle. »Es ist kein Geheimnis, dass ich viele Sympathien dafür habe«, sagte er. Entscheidender sei aber, dass Deutschland ein Staatsoberhaupt brauche, das »die Gesellschaft zusammenhält und auch eine hohe Integrationskraft in unser Land hinein hat«, sagte Merz. »Die Frage nach dem Geschlecht ist weniger wichtig als die Persönlichkeit des nächsten Staatsoberhauptes. Und die Anforderungen sind hoch.«

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