Europäer schmieden Bündnis für Raketenabwehr
Unterstützung der Ukraine Europäer schmieden Bündnis für Raketenabwehr
Frankreich, Deutschland und sieben weitere europäische Staaten vereinbaren mit der Ukraine eine Koalition zur Raketenabwehr. Das Bündnis betont dabei seinen defensiven Charakter - und kündigt Übungsmanöver an.
Angesichts des fortdauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich Deutschland, Frankreich und weitere europäische Länder mit der Ukraine in einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammengeschlossen.
In einer gemeinsamen Mitteilung hieß es, das Ziel sei, "eine gemeinsame Fähigkeit zur Abwehr ballistischer Raketen für Europa aufzubauen." Und weiter: "Dies ist nicht gegen die Bevölkerung eines anderen Landes gerichtet, sondern zur Verteidigung unserer eigenen Bevölkerung."
Die Ländergruppe will dabei auf die Erfahrungen Kiews im Abwehrkampf gegen Russland zurückgreifen. Beteiligt sind auch Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien. Einen zeitlichen Rahmen für das Projekt nannten die Länder der "Koalition der Willigen" zunächst nicht. Auch andere Staaten seien eingeladen, sich anzuschließen, hieß es.
Multinationale Truppe plant Manöver in Nachbarstaaten
Die geplante multinationale Truppe für die Ukraine soll erstmals auch Militärmanöver in den Nachbarstaaten der Ukraine abhalten. "Wir haben heute entschieden, dass in den kommenden Monaten Militärübungen stattfinden sollen", kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an. Ziel sei es, "zu demonstrieren, dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind, zu Land, in der Luft und zur See", sagte er.
Außerdem teilte Macron mit, die Ukraine habe neue französisch-italienische Luftverteidigungssysteme sowie 16 "Rafale"-Kampfjets bestellt. Sie sollen ab 2028/2029 im ukrainischen Luftraum zum Einsatz kommen. Er fügte hinzu, dass Paris der Ukraine Lizenzen für die Produktion verschiedener Waffensysteme erteile, darunter für den Marschflugkörper vom Typ "Scalp".
Selenskyj dankt Macron
"Angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung: Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf", sagte Macron. Ziel des neuen Bündnisses sei eine industrielle Zusammenarbeit, um bestehende Raketenabwehrsysteme zu ergänzen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich bei Macron dafür, das neue Gremium auf den Weg gebracht zu haben. "Starke und ausreichende Abwehrfähigkeiten gegen ballistische Raketen sind entscheidend, um Russlands Krieg gegen die Ukraine zu beenden", erklärte er.
US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine vergangene Woche zugesagt, dass sie mit einer Lizenz Flugabwehrsysteme vom Typ "Patriot" gegen ballistische Raketen bauen dürfe. Experten warnen aber, dass die Umsetzung des Produktionsvorhabens wahrscheinlich Jahre dauern würde.