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Milliarden-Gewinnrückgang bei Bosch: Das sind die Gründe

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30. Januar
ZDF heute

Milliarden-Gewinnrückgang bei Bosch: Das sind die Gründe

45 Prozent weniger als 2024:Milliarden-Gewinnrückgang bei Bosch: Das sind die Gründe Bosch steckt in der Krise: Der operative Gewinn des Weltkonzerns ist laut vorläufigen Zahlen um fast die Hälfte eingebrochen. Was dahinter steckt - und wie es weitergeht. Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen haben den Gewinn des Stuttgarter Konzerns Bosch deutlich schrumpfen lassen. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt. Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck das Unternehmen steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht - auch wenn der Umsatz im Vergleich zu 2024 leicht stieg. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man aber nicht erreichen können, so Konzernchef Stefan Hartung. Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. Stefan Hartung, Bosch-Konzernchef Das sind die Gründe für die Flaute - ein Überblick: Boschs Wettbewerbsfähigkeit ist geschrumpft Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Dabei will Bosch aber in den wesentlichen Märkten zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert derzeit vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten. Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken, so Hartung - und dazu Personal abbauen. In Gerlingen bei Stuttgart bangen viele um ihre Zukunft - denn jede fünfte Stelle könnte bei Bosch wegfallen. 06.11.2025 | 6:15 min Klar ist aber schon: Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen. Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich. Markus Forschner, Bosch-Konzernchef 2025 wurden demnach rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt - beispielsweise für Abfindungen. Investitionen in Zukunftsprojekte haben bisher wenig gebracht E-Mobilität, Software für das automatisierte Fahren, Wasserstoff: Bosch investiert seit Jahren zwar Milliarden in Zukunftsprojekte, bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Denn: Die Zukunftsfelder müsse man nach wie vor erheblich vorfinanzieren, erklärt Finanzchef Markus Forschner. Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet. Markus Forschner, Bosch-Finanzchef "E-Mobilität und autonomes Fahren" würden nicht so hochlaufen wie die Branche erwartet, nennt Valerie Haller als Gründe für den Stellenabbau. Es gebe "nicht genug Aufträge." 25.09.2025 | 1:43 minHaushaltsgeräte-Absatz geht zurück - Trump-Zölle drücken Gewinn Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer anhaltenden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 tatsächlich zurück. Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger - und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Hartung. Gedrückt wurde der Gewinn zudem auch von den gestiegenen Trump-Zöllen. Ein Jahr nach Trumps Wiederwahl: Proteste, Shutdown, Abschiebungen: Wie hat sich Amerika in den vergangenen Monaten verändert? 11.11.2025 | 43:31 minSo geht es 2026 wohl weiter Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern keine Entspannung. Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals in vollem Umfang auswirken. Markus Forschner, Bosch-Finanzchef "Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken", sagte Forschner. Er rechnet aber mit deutlichen Fortschritten bei der Umsetzung der Sparmaßnahmen - und mit einer entsprechend besseren Ertragslage. Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wird im April erwartet. Mehr Wirtschaftsnachrichten Verkaufszahlen 2025 erneut gesunken:Heizungsbranche meldet schwächsten Absatz seit 15 Jahren mit Video0:22Wirtschaftsverband übt Kritik:Gesamtmetall: EU-Kommission verfehlt Bürokratieabbau mit Video0:25Bundesrat billigt Gesetzentwurf:Online-Shopping: Widerruf wird einfacher durch Button Hauptversammlung:Thyssenkrupp im Umbruch - Unmut bei Beschäftigten von Ralph Goldmann und Lothar Beckermit Video2:02 Zur Lage der deutschen Wirtschaft Verbraucher | WISO:Deutschland in der Wirtschaftskrise Video23:20Verbraucher | WISO:Deutsche Autobranche im Wandel von Cornelia Schiemenz, Franziska WunderlichVideo20:44Verbraucher | WISO:Metallbetriebe vor Herausforderungen von Markus Wolsiffer, Andrea Meuser, Isabel de la VegaVideo20:48Verbraucher | WISO:Hamburger Hafen: Drehscheibe des Welthandels von Britta Hilpert, Martin Niessen, Sven RiekenVideo18:58Verbraucher | WISO:Neue Wirtschaft: Reformen, Chancen, Risiken Video20:45Verbraucher | WISO:Trump, Zölle und die Folgen für Europa Video20:50

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30. Januar
Der Spiegel (Wirtschaft)

Bosch: Gewinn bricht um fast die Hälfte ein

Schwäbischer Technologiekonzern Boschs Gewinn bricht um fast die Hälfte ein Der schwäbische Technologiekonzern Bosch hat einen deutlichen Gewinnrückgang verkündet. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie Bosch mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt. Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck der Konzern steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht. Selbst im Coronajahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Immerhin: Rote Zahlen schrieb demnach keiner der vier Geschäftsbereiche. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91 Milliarden Euro. Laut Konzernchef Stefan Hartung verfehlte der Konzern trotzdem die selbst gesteckten Umsatz- und Gewinnziele. Gründe für den Gewinneinbruch sind die Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen bei Bosch. Im September hatte der Konzern angekündigt, rund 13.000 zusätzliche Stellen zu streichen. An mehreren Standorten wird darüber verhandelt. Dafür muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen. »Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich«, sagte Finanzchef Markus Forschner. 2025 wurden demnach rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt – beispielsweise für Abfindungen. Weltlage zeichnet neue wirtschaftliche Realität Auch die geopolitische Lage und die schwächelnde Weltkonjunktur belasten den Gewinn. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle. »Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch«, sagte Konzernchef Hartung. Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordere derzeit vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten. Laut Hartung verschärfte sich die Konkurrenz gerade durch chinesische Anbieter erheblich. Und das nicht nur in der Autoindustrie, die immer noch die Lieferengpässe bei Nexperia-Chips verdaut – und ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren. Hartung forderte von der Politik sogenannte Local-Content-Regeln. Dadurch könnte ein derzeit verzerrter Wettbewerb wieder gerechter werden. - Kriselnder Autozulieferer: Warum Bosch 13.000 Stellen streicht und das nicht das Ende ist Von Alexander Demling und Martin Hesse - Nexperia und die Folgen: Kalter Krieg um die Mikrochips Von Aileen Bunte, Martin Hesse, Benedikt Müller-Arnold und Kathrin Werner - Milliardenverlust bei VW, Gewinneinbruch bei Mercedes: So schlecht steht es um die deutsche Autoindustrie Von Martin Hesse und Michael Kröger Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben eigenen Angaben zufolge sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. »Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab«, sagte Hartung. Weiteren Stellenabbau in der Größenordnung des vergangenen Jahres solle es in den kommenden Jahren nicht geben. Warum die Stellenstreichungen aber nicht das Ende sind, lesen Sie hier .

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1. Februar
Handelsblatt

Autoindustrie: Warum 2026 ein Schicksalsjahr für Autozulieferer werden kann

Autoindustrie: Warum 2026 ein Schicksalsjahr für Autozulieferer werden kann Stuttgart. Beim weltgrößten Autozulieferer Bosch hat sich der Gewinn halbiert, die Umsatzrendite fiel unter zwei Prozent und die ursprünglichen Gewinnziele wurden erneut um ein Jahr auf 2027 verschoben – das nährt in diesem Jahr die Sorge um die einstige deutsche Vorzeigeindustrie. „Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider“, sagt Bosch-Chef Stefan Hartung. „2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch.“ Die Mobilitätsparte ist mit einem konstanten Umsatz in Höhe von 56 Milliarden Euro (plus 0,3 Prozent) weiterhin wichtigste Konzernsparte. Bosch bleibt damit der weltgrößte Automobilzulieferer – noch. Denn der chinesische Batterielieferant CATL rückt mit hohen Wachstumsraten von Quartal zu Quartal näher und ist inzwischen auf Tuchfühlung. Spätestens wenn das neue Werk von CATL in Ungarn in diesem Jahr die Produktion aufnimmt, dürfte der Vorsprung dahin sein. Batterien machen fast 40 Prozent der Wertschöpfung bei Elektroautos aus. Da die deutsche Autoindustrie selbst verschuldet keine Batteriezellfertigung aufgebaut hat, setzten die Mutigen unter den heimischen Autozulieferern in den vergangenen Jahren auf die übrigen 60 Prozent der Wertschöpfung – darunter Antriebsstrang, Fahrerassistenzsysteme, Lenkung, Bremsen und Fahrwerk.

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