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Montag, 23. März 2026
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Klimaneutralität: So könnte Saudi-Arabien Deutschlands Wasserstoff-Pläne retten

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1. Februar
Handelsblatt

Energie: Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll über Rostock kommen

Energie: Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll über Rostock kommen Riad. Über den Hafen Rostock soll künftig Wasserstoff aus Saudi-Arabien nach Deutschland geliefert werden. Eine entsprechende Absichtserklärung haben das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad unterzeichnet. Transport per Schiff Das Papier wurde im Rahmen der Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterzeichnet, anwesend war auch der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman. Geplant sind Ammoniak-Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer nach Rostock. Für den Transport per Schiff wird der Energieträger Wasserstoff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, die sich einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt als Wasserstoff. In Rostock soll das Ammoniak wieder in Wasserstoff umgewandelt und von dort weitertransportiert werden. Dazu wird ein sogenannter Cracker genutzt, den VNG entwickelt. Wo Wasserstoff zum Einsatz kommen soll Das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power erzeugt Wasserstoff klimafreundlich mit Wind- und Solarstrom. In einem künftigen klimafreundlichen deutschen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff neben klimaneutral erzeugtem Strom die Hauptrolle spielen: CO2-neutral erzeugt soll das Gas etwa in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom da ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden. Die Produktionsanlage für Wasserstoff und Ammoniak in Yanbu soll 2030 in den kommerziellen Betrieb gehen. ACWA prüft laut der gemeinsamen Mitteilung der Projektpartner zudem eine Beteiligung an der Entwicklung und möglicherweise auch Finanzierung von Ammoniak-Infrastruktur in Deutschland.

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1. Februar
Deutschlandfunk

Riad - Engere Zusammenarbeit Deutschlands und Saudi-Arabien bei Energie vereinbart - Rostock neue Drehscheibe für Wasserstoff

Reiche sprach in diesem Zusammenhang von "zentralen Zukunftsfeldern". Wegen sinkender Ölpreise gebe es ein Defizit im saudischen Staatshaushalt. Deshalb wolle das Land sich breiter aufstellen, fügte die CDU-Politikerin hinzu. Daneben wurden Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und saudi-arabischen Unternehmen unterschrieben. Viel Wind und Sonne Reiche verwies auf die niedrigen Erzeugungskosten für erneuerbare Energie aus Wind und Sonne in Saudi-Arabien - und damit auch für klimafreundlich produzierten Wasserstoff. In der zwischen den beiden Ministerien vereinbarten Erklärung geht es unter anderem auch um den Umgang mit dem Treibhausgas Kohlendioxid, die Digitalisierung im Energiebereich, der Chemiebranche und dem Aufbau verlässlicher Lieferketten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sowie dem Privat- und dem Staatssektor soll gestärkt werden. Rostocker Hafen neue Drehscheibe für grünen Wasserstoff Der Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll künftig vor allem über den Rostocker Hafen nach Deutschland gelangen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG ebenfalls in Riad. Geplant sind Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer aus. Für den Transport per Schiff wird der Energieträger Wasserstoff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, der sich dadurch einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt. In Rostock soll das Ammoniak dann wieder in Wasserstoff rückumgewandelt und von dort weitertransportiert werden. Dazu wird ein sogenannter Cracker genutzt, den VNG entwickelt. Der grüne Wasserstoff soll in einem künftigen klimafreundlichen deutschen Wirtschaftssystem neben klimaneutral erzeugtem Strom eine zentrale Rolle spielen: CO2-neutral erzeugt soll es etwa in neuen Kraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom vorhanden ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden. Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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1. Februar
Handelsblatt

Klimaneutralität: So könnte Saudi-Arabien Deutschlands Wasserstoff-Pläne retten

Klimaneutralität: So könnte Saudi-Arabien Deutschlands Wasserstoff-Pläne retten Riad, Istanbul. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der Unterstützung von Unternehmen aus Saudi-Arabien die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranbringen. Anlässlich der Reise Reiches nach Saudi-Arabien unterzeichneten deutsche Unternehmen am Sonntag entsprechende Vereinbarungen mit Unternehmen des Landes am Golf. Dabei geht es um die Belieferung mit klimaneutral produziertem grünen Wasserstoff und um den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur in Deutschland. Zusätzlich vereinbarten Reiche und ihr saudischer Amtskollege Abdulaziz bin Salman eine Energiepartnerschaft zwischen beiden Ländern. Reiche sagte, mit der Energiepartnerschaft erreiche man ein neues Level der Zusammenarbeit in allen Energiefragen. Die Vereinbarungen der Unternehmen deckten zentrale Zukunftsfelder ab, insbesondere im Bereich Wasserstoff. Die Bundesregierung braucht beim Thema Wasserstoff dringend Erfolge. Deutschland hat sich in der Nationalen Wasserstoffstrategie ambitionierte Ziele für den Aufbau einer kompletten Wasserstoff-Wertschöpfungskette gesetzt. Doch diese Ziele liegen in weiter Ferne. Das gilt insbesondere für den Aufbau der heimischen Produktion von grünem Wasserstoff. Vor dem Hintergrund dieses sogenannten Hochlaufs gewinnt der Import von klimaneutralem Wasserstoff an Bedeutung. Saudi-Arabien könnte dabei gemeinsam mit anderen Ländern der Region eine Schlüsselrolle spielen. Unternehmen einigen sich auf Investition für eine Anlage in Rostock Teile der deutschen Industrie sind auf klimaneutralen Wasserstoff angewiesen, um ihren CO2-Ausstoß zu senken, besonders Unternehmen der Stahl- und der Chemiebranche. Sie können mit klimaneutralem Wasserstoff Produktionsprozesse umstellen, die bislang auf dem Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas basieren. Saudi-Arabien ist prädestiniert für die Produktion grünen Wasserstoffs. Das Land verfügt über ein enormes Potenzial für die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen zu niedrigen Kosten, vor allem durch Sonnenenergie. Günstiger Strom aus erneuerbaren Quellen ist Grundvoraussetzung für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Deutsche Unternehmen verständigten sich nun mit saudi-arabischen Partnern auf mehrere Vorhaben. So unterzeichneten der Energiekonzern EnBW und das saudische Unternehmen ACWA Power eine Absichtserklärung über den Bau eines sogenannten Crackers im Hafen von Rostock. In der Anlage soll mit erneuerbaren Energien hergestelltes Ammoniak in klimaneutralen Wasserstoff umgewandelt werden. Gebaut werden soll der Cracker von der EnBW-Tochter VNG. EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos sagte, das Projekt bringe den Aufbau eines verlässlichen Importkorridors für dieses grüne Ammoniak von Saudi-Arabien nach Deutschland voran. „Solche internationalen Partnerschaften sind entscheidend, um die Transformation des Energiesystems bezahlbar zu gestalten und innovative Lösungen erfolgreich in den Markt zu bringen“, sagte Stamatelopoulos. Aufbau einer Lieferkette für Wasserstoff Das Vorhaben stellt einen wichtigen Baustein in der Wasserstofflogistik dar. Zwar wird Deutschland voraussichtlich einen großen Teil des künftigen Bedarfs an klimaneutralem Wasserstoff per Pipeline importieren, etwa aus Südeuropa. Wasserstoff aus weiter entfernten Regionen dagegen wird Deutschland per Tanker erreichen. Allerdings muss der Wasserstoff zu diesem Zweck in Ammoniak umgewandelt werden. Der Grund: Der Transport von Wasserstoff per Tanker ist noch nicht weit entwickelt. Dagegen sind Ammoniak-Lieferketten seit Jahrzehnten global erprobt und standardisiert. Mit dem in Rostock geplanten Cracker kann das per Tanker angelieferte Ammoniak in Wasserstoff zurückverwandelt und in das geplante Wasserstoff-Kernnetz eingespeist werden. Ein weiterer Partner des am Sonntag vereinbarten Projekts ist Siemens Energy. Zusätzlich hat auch der Industriegasehersteller Linde eine Absichtserklärung mit ACWA Power über eine Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff unterzeichnet. Darüber hinaus hat die Liebherr-Gruppe mit dem saudischen Partner Juffali eine Kooperation bei der Entwicklung von Elektrolyseuren und Kompressionssystemen für grünen Wasserstoff vereinbart. Staatsfonds PIF muss Rendite machen Saudi-Arabien verfolgt ehrgeizige Ziele bei der Produktion von grünem Wasserstoff und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Der weltweit größte Ölexporteur bereitet sich damit auf das postfossile Zeitalter vor. Deutsche Unternehmen spielen dabei schon heute eine Schlüsselrolle. So baut Thyssen-Krupp Nucera in Saudi-Arabien einen Elektrolyseur zur Wasserstoffherstellung mit einer Leistung von zwei Gigawatt. Es handelt sich um eines der größten Projekte dieser Art weltweit. Die Anlage ist zu 80 Prozent fertiggestellt und soll 2027 in Betrieb gehen. Bis 2035 plant das saudische Herrscherhaus, jährlich vier Millionen Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren und zu einem der weltweit führenden Exportländer zu werden. Doch die beteiligten Firmen tun sich schwer, Käufer zu finden. Der größte Abnehmer ist bislang Deutschland. Im vergangenen Jahr unterzeichnete ACWA Power mit dem bundeseigenen Energieunternehmen Sefe eine Absichtserklärung über die Lieferung von jährlich 200.000 Tonnen ab 2030. EnBW sicherte sich im Juli vergangenen Jahres bei ACWA Power eine Option für die Lieferung grünen Ammoniaks. Sollte das Land keine weiteren Käufer finden, könnte es den großen Wasserstoffplänen ergehen wie zahlreichen anderen Megaprojekten. Zuletzt wurden mehrere Projekte abgesagt, die als Teil des gigantischen Projekts „Neom“ geplant waren. Kürzlich gab Riad bekannt, dass die Asiatischen Winterspiele 2029 nicht in Saudi-Arabien stattfinden werden; einen neuen Termin gibt es nicht. Die futuristische Wüstenstadt „The Line“ wird entweder gar nicht oder nur in sehr viel kleinerem Umfang gebaut. Neom wird vom saudischen Staatsfonds PIF finanziert, der über etwa eine Billion Dollar verfügt. Doch steht der PIF nach einem Jahrzehnt massiver Ausgaben unter Druck, Renditen für seine Investitionen zu erzielen. Deshalb ist in den vergangenen Monaten eine Neuorientierung erfolgt. Künftig soll der Fokus mehr auf großen Datenzentren, Künstlicher Intelligenz (KI), Tech und Logistik liegen. Wachsendes Interesse an digitaler Wirtschaft Saudi-Arabiens wachsendes Interesse an der digitalen Wirtschaft spiegelt auch die Wirtschaftsdelegation, die Reiche begleitet. Mit dabei sind elf Vertreter der deutschen Start-up-Szene mit dem Schwerpunkt KI. Außerdem gehören der Wirtschaftsdelegation 35 Unternehmensvertreter an, darunter neben EnBW-Chef Stamatelopoulos auch Miguel López, Chef des Thyssenkrupp-Konzerns, Siemens-Energy-CEO Christian Bruch, Sefe-Chef Egbert Laege und Uniper-CEO Michael Lewis. Für deutsche Unternehmen gebe es weiterhin viele Möglichkeiten für Aufträge und Investitionen. Allerdings würden Projekte häufig nachträglich angepasst oder gestoppt – wie zuletzt bei Neom, sagt Constantin Frank-Fahle von der Rechts- und Steuerberatungsgesellschaft EMLTC. Ideal sei eine Arbeit auf Vorkassenbasis. „Andernfalls sollten gestaffelte Abschlagszahlungen vereinbart werden, um bei Bedarf rechtzeitig reagieren zu können.“ Seit einiger Zeit verlangt Saudi-Arabien von Unternehmen, die staatliche Aufträge erhalten wollen, ein regionales Hauptquartier (RHQ) im Königreich. Ohne RHQ gibt es grundsätzlich keine Staatsaufträge. Das könne zur Kostenfalle werden, sagte Frank-Fahle: „Unternehmen errichten dann ein RHQ, beauftragen im Vorfeld Anwälte und Steuerberater, stellen Personal ein, investieren schnell 150.000 Euro – und erhalten dennoch keinen Zuschlag.“ Ministerin Reiche ist noch bis Dienstag in Saudi-Arabien. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Riad erwartet, erst vor wenigen Tagen war Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zu Besuch.

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Energie: Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll über Rostock kommen

Klimaneutralität: So könnte Saudi-Arabien Deutschlands Wasserstoff-Pläne retten Riad, Istanbul. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der Unterstützung von Unternehmen aus Saudi-Arabien die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranbringen. Anlässlich der Reise Reiches nach Saudi-Arabien unterzeichneten deutsche Unternehmen am Sonntag entsprechende Vereinbarungen mit Unternehmen des Landes am Golf. Dabei geht es um die Belieferung mit klimaneutral produziertem grünen Wasserstoff und um den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur in Deutschland. Zusätzlich vereinbarten Reiche und ihr saudischer Amtskollege Abdulaziz bin Salman eine Energiepartnerschaft zwischen beiden Ländern. Reiche sagte, mit der Energiepartnerschaft erreiche man ein neues Level der Zusammenarbeit in allen Energiefragen. Die Vereinbarungen der Unternehmen deckten zentrale Zukunftsfelder ab, insbesondere im Bereich Wasserstoff. Die Bundesregierung braucht beim Thema Wasserstoff dringend Erfolge. Deutschland hat sich in der Nationalen Wasserstoffstrategie ambitionierte Ziele für den Aufbau einer kompletten Wasserstoff-Wertschöpfungskette gesetzt. Doch diese Ziele liegen in weiter Ferne. Das gilt insbesondere für den Aufbau der heimischen Produktion von grünem Wasserstoff. Vor dem Hintergrund dieses sogenannten Hochlaufs gewinnt der Import von klimaneutralem Wasserstoff an Bedeutung. Saudi-Arabien könnte dabei gemeinsam mit anderen Ländern der Region eine Schlüsselrolle spielen. Unternehmen einigen sich auf Investition für eine Anlage in Rostock Teile der deutschen Industrie sind auf klimaneutralen Wasserstoff angewiesen, um ihren CO2-Ausstoß zu senken, besonders Unternehmen der Stahl- und der Chemiebranche. Sie können mit klimaneutralem Wasserstoff Produktionsprozesse umstellen, die bislang auf dem Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas basieren. Saudi-Arabien ist prädestiniert für die Produktion grünen Wasserstoffs. Das Land verfügt über ein enormes Potenzial für die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen zu niedrigen Kosten, vor allem durch Sonnenenergie. Günstiger Strom aus erneuerbaren Quellen ist Grundvoraussetzung für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Deutsche Unternehmen verständigten sich nun mit saudi-arabischen Partnern auf mehrere Vorhaben. So unterzeichneten der Energiekonzern EnBW und das saudische Unternehmen ACWA Power eine Absichtserklärung über den Bau eines sogenannten Crackers im Hafen von Rostock. In der Anlage soll mit erneuerbaren Energien hergestelltes Ammoniak in klimaneutralen Wasserstoff umgewandelt werden. Gebaut werden soll der Cracker von der EnBW-Tochter VNG. EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos sagte, das Projekt bringe den Aufbau eines verlässlichen Importkorridors für dieses grüne Ammoniak von Saudi-Arabien nach Deutschland voran. „Solche internationalen Partnerschaften sind entscheidend, um die Transformation des Energiesystems bezahlbar zu gestalten und innovative Lösungen erfolgreich in den Markt zu bringen“, sagte Stamatelopoulos. Aufbau einer Lieferkette für Wasserstoff Das Vorhaben stellt einen wichtigen Baustein in der Wasserstofflogistik dar. Zwar wird Deutschland voraussichtlich einen großen Teil des künftigen Bedarfs an klimaneutralem Wasserstoff per Pipeline importieren, etwa aus Südeuropa. Wasserstoff aus weiter entfernten Regionen dagegen wird Deutschland per Tanker erreichen. Allerdings muss der Wasserstoff zu diesem Zweck in Ammoniak umgewandelt werden. Der Grund: Der Transport von Wasserstoff per Tanker ist noch nicht weit entwickelt. Dagegen sind Ammoniak-Lieferketten seit Jahrzehnten global erprobt und standardisiert. Mit dem in Rostock geplanten Cracker kann das per Tanker angelieferte Ammoniak in Wasserstoff zurückverwandelt und in das geplante Wasserstoff-Kernnetz eingespeist werden. Ein weiterer Partner des am Sonntag vereinbarten Projekts ist Siemens Energy. Zusätzlich hat auch der Industriegasehersteller Linde eine Absichtserklärung mit ACWA Power über eine Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff unterzeichnet. Darüber hinaus hat die Liebherr-Gruppe mit dem saudischen Partner Juffali eine Kooperation bei der Entwicklung von Elektrolyseuren und Kompressionssystemen für grünen Wasserstoff vereinbart. Staatsfonds PIF muss Rendite machen Saudi-Arabien verfolgt ehrgeizige Ziele bei der Produktion von grünem Wasserstoff und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Der weltweit größte Ölexporteur bereitet sich damit auf das postfossile Zeitalter vor. Deutsche Unternehmen spielen dabei schon heute eine Schlüsselrolle. So baut Thyssen-Krupp Nucera in Saudi-Arabien einen Elektrolyseur zur Wasserstoffherstellung mit einer Leistung von zwei Gigawatt. Es handelt sich um eines der größten Projekte dieser Art weltweit. Die Anlage ist zu 80 Prozent fertiggestellt und soll 2027 in Betrieb gehen. Bis 2035 plant das saudische Herrscherhaus, jährlich vier Millionen Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren und zu einem der weltweit führenden Exportländer zu werden. Doch die beteiligten Firmen tun sich schwer, Käufer zu finden. Der größte Abnehmer ist bislang Deutschland. Im vergangenen Jahr unterzeichnete ACWA Power mit dem bundeseigenen Energieunternehmen Sefe eine Absichtserklärung über die Lieferung von jährlich 200.000 Tonnen ab 2030. EnBW sicherte sich im Juli vergangenen Jahres bei ACWA Power eine Option für die Lieferung grünen Ammoniaks. Sollte das Land keine weiteren Käufer finden, könnte es den großen Wasserstoffplänen ergehen wie zahlreichen anderen Megaprojekten. Zuletzt wurden mehrere Projekte abgesagt, die als Teil des gigantischen Projekts „Neom“ geplant waren. Kürzlich gab Riad bekannt, dass die Asiatischen Winterspiele 2029 nicht in Saudi-Arabien stattfinden werden; einen neuen Termin gibt es nicht. Die futuristische Wüstenstadt „The Line“ wird entweder gar nicht oder nur in sehr viel kleinerem Umfang gebaut. Neom wird vom saudischen Staatsfonds PIF finanziert, der über etwa eine Billion Dollar verfügt. Doch steht der PIF nach einem Jahrzehnt massiver Ausgaben unter Druck, Renditen für seine Investitionen zu erzielen. Deshalb ist in den vergangenen Monaten eine Neuorientierung erfolgt. Künftig soll der Fokus mehr auf großen Datenzentren, Künstlicher Intelligenz (KI), Tech und Logistik liegen. Wachsendes Interesse an digitaler Wirtschaft Saudi-Arabiens wachsendes Interesse an der digitalen Wirtschaft spiegelt auch die Wirtschaftsdelegation, die Reiche begleitet. Mit dabei sind elf Vertreter der deutschen Start-up-Szene mit dem Schwerpunkt KI. Außerdem gehören der Wirtschaftsdelegation 35 Unternehmensvertreter an, darunter neben EnBW-Chef Stamatelopoulos auch Miguel López, Chef des Thyssenkrupp-Konzerns, Siemens-Energy-CEO Christian Bruch, Sefe-Chef Egbert Laege und Uniper-CEO Michael Lewis. Für deutsche Unternehmen gebe es weiterhin viele Möglichkeiten für Aufträge und Investitionen. Allerdings würden Projekte häufig nachträglich angepasst oder gestoppt – wie zuletzt bei Neom, sagt Constantin Frank-Fahle von der Rechts- und Steuerberatungsgesellschaft EMLTC. Ideal sei eine Arbeit auf Vorkassenbasis. „Andernfalls sollten gestaffelte Abschlagszahlungen vereinbart werden, um bei Bedarf rechtzeitig reagieren zu können.“ Seit einiger Zeit verlangt Saudi-Arabien von Unternehmen, die staatliche Aufträge erhalten wollen, ein regionales Hauptquartier (RHQ) im Königreich. Ohne RHQ gibt es grundsätzlich keine Staatsaufträge. Das könne zur Kostenfalle werden, sagte Frank-Fahle: „Unternehmen errichten dann ein RHQ, beauftragen im Vorfeld Anwälte und Steuerberater, stellen Personal ein, investieren schnell 150.000 Euro – und erhalten dennoch keinen Zuschlag.“ Ministerin Reiche ist noch bis Dienstag in Saudi-Arabien. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Riad erwartet, erst vor wenigen Tagen war Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zu Besuch.

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1. Februar
Wirtschaftswoche

Energiesektor: Rostocker Hafen wird Drehscheibe für Wüstenstrom-Wasserstoff

Energiesektor: Rostocker Hafen wird Drehscheibe für Wüstenstrom-Wasserstoff Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll künftig über den Rostocker Hafen nach Deutschland gelangen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad unterzeichnet. Und noch in weiteren Bereichen näherten sich beide Seiten an. Das Papier wurde im Rahmen der Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterzeichnet. Geplant sind Ammoniak-Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer nach Rostock. Für den Transport per Schiff wird der Energieträger Wasserstoff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, die sich einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt als Wasserstoff. In Rostock soll das Ammoniak wieder in Wasserstoff umgewandelt und von dort weitertransportiert werden. Dazu wird ein sogenannter Cracker genutzt, den VNG entwickelt. Das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power erzeugt Wasserstoff klimafreundlich mit Wind- und Solarstrom. In einem künftigen klimafreundlichen deutschen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff neben klimaneutral erzeugtem Strom die Hauptrolle spielen: CO2-neutral erzeugt soll das Gas etwa in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom da ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden. Die Produktionsanlage für Wasserstoff und Ammoniak in Yanbu soll 2030 in den kommerziellen Betrieb gehen. ACWA prüft laut der gemeinsamen Mitteilung der Projektpartner zudem eine Beteiligung an der Entwicklung und möglicherweise auch Finanzierung von Ammoniak-Infrastruktur in Deutschland. Nicht nur beim Wasserstoff wollen Deutschland und Saudi-Arabien ihre Energie-Zusammenarbeit ausbauen. Reiche und Energieminister Abdulasis bin Salman unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Saudi-Arabien setzt nicht mehr nur aufs Öl Daneben wurden zehn Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und saudi-arabischen Unternehmen unterschrieben. „Die Vereinbarungen decken ganz zentrale Zukunftsfelder ab“, sagte Reiche. Abgedeckt seien Energie, künstliche Intelligenz, Wasserstoff, industrielle Wertschöpfung und Innovation. Wegen sinkender Ölpreise gebe es ein Defizit im saudischen Staatshaushalt, sagte Reiche. Deshalb wolle das Land sich breiter aufstellen. „Diversifizierung ist also auch eine Versicherung, sich gegen schwankende Ölpreise abzusichern, Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen und der eigenen jungen Generation eine Zukunftsperspektive zu geben.“ Der saudische Energieminister Abdulasis betonte, Energie müsse sicher, bezahlbar und nachhaltig sein. Sein Land habe der Welt gezeigt, dass sich alle drei Aspekte vereinen ließen. Bei den Weltklimakonferenzen sträubt sich Saudi-Arabien gegen Vereinbarungen zum Ausstieg aus der Nutzung fossiler Rohstoffe. Das Land, das seinen bisherigen Wohlstand dem Öl verdankt, hält an der Förderung fest, investiert aber gleichzeitig in erneuerbare Energien, inklusive der Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2. Das soll die Nutzung fossiler Rohstoffe aus saudischer Sicht umweltverträglich machen. Abdulasis unterstrich: „Wir in Saudi-Arabien waren nie ein Leugner des Klimawandels.“ Den gebe es und man müsse sich darum kümmern. „Aber wir müssen uns richtig darum kümmern und unsere Wirtschaft nicht aus dem Blick verlieren. Das ist die größte Herausforderung.“ Am Dienstag will Reiche in Dschidda im Westen des Landes eine Baustelle für neue Fabrikgebäude besuchen, in denen Mercedes-Benz und Liebherr gemeinsam mit saudischen Partnern arbeiten wollen. In der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer will die Ministerin auch die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) besuchen. Bei einem „Innovationsgipfel“ soll deutschen Start-ups bei der Vernetzung mit der naturwissenschaftlich ausgerichteten Uni geholfen werden. Lesen Sie auch: „Wir müssen dringend neue Gasquellen für Deutschland finden“

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1. Februar
Deutschlandfunk

Riad - Engere Zusammenarbeit Deutschlands und Saudi-Arabien bei Energie vereinbart - Rostock neue Drehscheibe für Wasserstoff

Reiche sprach in diesem Zusammenhang von "zentralen Zukunftsfeldern". Wegen sinkender Ölpreise gebe es ein Defizit im saudischen Staatshaushalt. Deshalb wolle das Land sich breiter aufstellen, fügte die CDU-Politikerin hinzu. Daneben wurden Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und saudi-arabischen Unternehmen unterschrieben. Viel Wind und Sonne Reiche verwies auf die niedrigen Erzeugungskosten für erneuerbare Energie aus Wind und Sonne in Saudi-Arabien - und damit auch für klimafreundlich produzierten Wasserstoff. In der zwischen den beiden Ministerien vereinbarten Erklärung geht es unter anderem auch um den Umgang mit dem Treibhausgas Kohlendioxid, die Digitalisierung im Energiebereich, der Chemiebranche und dem Aufbau verlässlicher Lieferketten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sowie dem Privat- und dem Staatssektor soll gestärkt werden. Rostocker Hafen neue Drehscheibe für grünen Wasserstoff Der Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll künftig vor allem über den Rostocker Hafen nach Deutschland gelangen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG ebenfalls in Riad. Geplant sind Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer aus. Für den Transport per Schiff wird der Energieträger Wasserstoff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, der sich dadurch einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt. In Rostock soll das Ammoniak dann wieder in Wasserstoff rückumgewandelt und von dort weitertransportiert werden. Dazu wird ein sogenannter Cracker genutzt, den VNG entwickelt. Der grüne Wasserstoff soll in einem künftigen klimafreundlichen deutschen Wirtschaftssystem neben klimaneutral erzeugtem Strom eine zentrale Rolle spielen: CO2-neutral erzeugt soll es etwa in neuen Kraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom vorhanden ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden. Diese Nachricht wurde am 02.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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