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Dienstag, 21. Juli 2026
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„Die Geste habe ich von vielen Politikern bekommen, und passiert ist im Endeffekt gar nichts“

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20. Juli
Die Welt (Politik)

„Beschließt was, macht was!“ – Kanzler Merz ruft Familie des getöteten Studenten an

„Beschließt was, macht was!“ – Kanzler Merz ruft Familie des getöteten Studenten an Der Fall eines Afghanen, der einen Studenten in Trier erstochen hat, erschütterte das Land. Nun meldet sich Kanzler Merz bei der Familie des Opfers – „ein emotionales Gespräch“, heißt es später. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Studenten in Trier hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Familie des Opfers angerufen. „Es war ein emotionales Gespräch“, sagte der Vater des getöteten 22-Jährigen, Thomas Dick, in Landstuhl im Kreis Kaiserslautern. Die Bundesregierung bestätigte den Anruf von Merz bei der Familie. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Der Student war am vergangenen Mittwoch in Trier in der Nähe der Universität Trier erstochen worden. Tatverdächtig ist ein 22 Jahre alter Afghane. Er soll aus unbekannten Gründen auf offener Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper des Studenten gestochen haben. Täter und Opfer sollen sich nicht gekannt haben. Den Ermittlungen zufolge hat der Tatverdächtige eine psychische Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. Er wurde nun einstweilig in der geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht. Die Eltern kämpfen dafür, dass sich so eine Tat nie wiederholt. Diese Botschaft hätten sie auch Kanzler Merz mitgegeben, sagte der Vater. „Politik, ändert was, setzt euch zusammen, beschließt was, macht was!“ Seit Montagmorgen liegt im Rathaus in Landstuhl ein Kondolenzbuch aus, in dem Bürger ihre Anteilnahme und Trauer ausdrücken können, wie ein Sprecher der Verbandsgemeinde mitteilte. „Es gibt hier eine allgemeine Betroffenheit.“ Das Opfer sei ein „Original-Landstuhler“ gewesen. Eine Sprecherin ergänzte, das Buch liege bis zur Beisetzung aus, die noch nicht terminiert sei. „Die kommunale Spitze hat sich bereits eingetragen.“ Tatverdächtiger seit über zehn Jahren in Deutschland Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums lebt der Tatverdächtige seit mehr als zehn Jahren in Deutschland. Er war demnach als unbegleiteter Minderjähriger eingereist. Ein Asylantrag wurde 2017 abgelehnt, es wurde aber ein „zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot“ festgestellt. Sein Aufenthalt war in der Folge also erlaubt. 2023 erteilte die Ausländerbehörde Trier eine Niederlassungserlaubnis. Der 22-Jährige hat hier die Schule besucht, eine Berufsausbildung abgeschlossen und war demnach seit mehreren Jahren berufstätig.

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20. Juli
FAZ (Politik)

Messerangriff in Trier: Hätte man vorher wissen können, dass er einfach zusticht?

Messerangriff in Trier : Hätte man vorher wissen können, dass er einfach zusticht? In Trier wird ein Student ohne erkennbaren Grund von einem psychisch kranken Mann erstochen. Die Länder wollen die Gesetze verschärfen. Psychiater warnen davor. Marius Dick war auf dem Heimweg. Der 22 Jahre alte Student der Geschichtswissenschaft hatte seine letzte Klausur geschrieben, es war kurz vor zehn Uhr am Morgen, als er über die Robert-Schuman-Allee nahe der Universität Trier lief. Er begegnete am Mittwoch vergangener Woche einem gleichaltrigen Mann, der ein Messer bei sich trug und ohne erkennbaren Grund auf den Studenten einstach. Der Täter floh, wurde aber kurz darauf von der Polizei gefasst und gestand die Messerattacke. Dick starb. Er war laut Ermittlern wohl ein „Zufallsopfer“. Der Täter, ein aus Afghanistan stammender Mann, der für eine Metallbaufirma in Trier arbeitete, befand sich zuvor in psychiatrischer Behandlung in einer Klinik. Die Eltern des getöteten jungen Mannes meldeten sich am Wochenende zu Wort. Sie nannten ihren Sohn beim vollen Namen und forderten, dass sich etwas in Deutschland ändert. „Der Fall meines Sohnes muss jetzt Deutschland aufrütteln“, sagte sein Vater der „Bild“-Zeitung. Bundeskanzler Friedrich Merz rief die Eltern an. Die Messerattacke in Aschaffenburg Die Sicherheitsbehörden beschäftigt die Frage schon seit Langem, wie sie psychisch Kranke im Blick behalten können, von denen eine potentielle Gefahr ausgehen kann. Beschleunigt wurde die Debatte von einer Messerattacke, die sich Anfang vergangenen Jahres in Aschaffenburg ereignete. Ein Mann stach dort auf Kleinkinder ein, die mit Erzieherinnen in einem Park waren. Ein zwei Jahre alter Junge wurde getötet, ebenso ein Passant, der den Täter stoppen wollte. Der Fall veränderte den Bundestagswahlkampf. Weil der Mann als Asylsuchender nach Deutschland gekommen war, brachte die Union das Zustrombegrenzungsgesetz in den Bundestag ein und nahm die Stimmen der AfD in Kauf. Der Täter von Aschaffenburg war aber auch schwer psychisch krank. In den Ländern wird seitdem über Reformen der Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetze, kurz PsychKHG, beraten. Alle 16 Länder verfügen darüber. In den PsychKHG ist geregelt, welche Hilfeleistungen Betroffene bekommen, welche Rechte sie haben und wie eine öffentlich-rechtliche Unterbringung, umgangssprachlich Zwangseinweisung genannt, abläuft. Dabei geht es um einen Freiheitsentzug für Personen, die meist keine Straftat begangen haben, aber die für sich selbst oder ihr Umfeld aufgrund der Erkrankung eine Gefahr darstellen können. Über die Einweisung entscheidet ein Richter. Die Reformbemühungen sehen vor, dass die Sicherheitsbehörden systematisch über die Entlassung von zuvor eingewiesenen Personen mit einer potentiellen Fremdgefährdung informiert werden. Ein Shitstorm begleitete das Gesetzgebungsverfahren in Hessen Wie heikel das Thema ist, zeigte sich in Hessen. Die dortige Landesregierung, getragen von CDU und SPD, reformierte im vergangenen Jahr bereits die PsychKHG. Die Messerattacke von Aschaffenburg wurde als ein Grund dafür genannt. Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens in Wiesbaden warb der CDU-Gesundheitspolitiker Ralf-Norbert Bartelt vor knapp einem Jahr in einem Video auf Instagram für die Reform. Er sprach von schwer psychiatrisch Erkrankten, die eine Gefahr für sich selbst und für die Gemeinschaft seien. Künftig sollten sie den Ordnungsbehörden gemeldet werden. Im Internet brach ein Sturm der Entrüstung los. Der Vorwurf gegen die Landesregierung lautete, sie stigmatisiere psychisch Kranke. Dabei geht es um eine kleine Gruppe von Personen, die bereits in eine Psychiatrie eingewiesen worden waren und von denen bei ihrer Entlassung eine mögliche Fremdgefährdung ausgeht. Bartelt hatte, den Mechanismen sozialer Medien entsprechend, den Zusammenhang verkürzt und bat dafür später um Entschuldigung. „Die Polizei wird in Meldungen ertrinken“ Der Psychiater Thomas Schillen, Chefarzt der Psychiatrie in Hanau, kritisierte in einer Expertenanhörung im Landtag den Gesetzentwurf. Er berichtete im Parlament, dass ihn schon heute Patienten fragten, ob er sie den Behörden melde. Es seien Patienten, die gar nicht betroffen seien, aber besorgt seien, irgendwo erfasst zu werden. Schillen warnte, dass der „vage Begriff der Sorge vor einer möglichen weiteren Gefährdung (…) viel zu weit gefasst“ sei. Die Folge sei, dass die Kliniken zum Selbstschutz niederschwellig meldeten. „Die Polizei wird in Meldungen ertrinken“, warnte Schillen. Die eigentlich wichtigen Mitteilungen, um die es geht, „nämlich die paar, die wir im Jahr wirklich kommunizieren wollen“, gingen unter. Das Gesetz wurde trotz der Kritik beschlossen. Inzwischen heißt es aus hessischen Psychiatrien, dass es zu einer deutlichen Zunahme an Meldungen gekommen sei. Das bestätigt das zuständige Gesundheitsministerium auf Anfrage der F.A.Z.: Zum Stichtag 30. April 2026 seien 91 Meldungen vorgenommen worden, in 34 Fällen wurden sogenannte Fallkonferenzen durchgeführt. „Dies verdeutlicht, dass die neu geschaffenen Instrumente in der Praxis angewendet werden“, so das Ministerium. Verschlechtert das Gesetz die Sicherheitslage? Der Hanauer Chefarzt Schillen führt gegenüber der F.A.Z. aus, dass es vermutlich einen Konsens darüber gebe, Personen zu melden, von denen eine hohe Gefahr zum Begehen von schweren Straftaten ausgeht. In „zwei, drei Fällen“ pro Jahr habe er das in der Vergangenheit auf Grundlage des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung getan, wie er im Landtag sagte. Der Konsens werde nicht dadurch eingeschränkt, dass die Personen psychisch krank seien. „Umgekehrt sind nur verschwindend wenige psychisch kranke Menschen zusätzlich gefährliche Straftäter“, so Schillen. Der Psychiater Thomas Pollmächer versteht, dass die Länder Handlungsbedarf sehen. Das hessische Vorgehen hält er aber für zu weitgehend. „Immer, wenn eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, sollen der Polizei Daten übermittelt werden. Das wird die Sicherheitslage nicht verbessern, sondern verschlechtern“, befürchtet Pollmächer, der Vorstand der Psychiatervereinigung DGPPN ist. Denn die Sorge davor, den Sicherheitsbehörden gemeldet zu werden, könne dazu führen, dass das Hilfesystem weniger genutzt wird. Mit ähnlicher Kritik sind nun die Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen konfrontiert, die derzeit an der Novellierung der dortigen PsychKHG arbeiten. Die Schweigepflicht der Ärzte werde ausgehebelt, so die Kritik. Große Gefahr bei suizidgefährdeten Personen Es geht nicht um Straftaten, die bereits begangen wurden, sondern um solche, die man verhindern will. Das Mittel dafür ist seit Langem die Fallkonferenz. Sie wird einberufen, wenn es um einen möglichen Amoklauf in der Schule, um einen Terrorverdacht, häusliche Gewalt und nun auch um schwer psychisch Kranke mit Fremdgefährdung geht. Weil die Handlungsmöglichkeiten der Polizei begrenzt sind, werden Vertreter des Sozialpsychiatrischen Dienstes, der Jugendämter, der Staatsanwaltschaften oder aus dem Gesundheitssektor hinzugezogen. Es sollen Hilfs- und Unterstützungsangebote gemacht werden, um eine Straftat zu verhindern. Der Psychologe Carsten Schenk, stellvertretender Leiter des Zentrums für polizeipsychologische Dienste und Services (ZPD), wird häufig hinzugezogen. „Es geht in den Fallkonferenzen oft um die Frage, was eine Person im Leben, in der Gesellschaft hält“, sagt Schenk. Von Personen mit Suizidgefahr gehe oft eine besonders große Gefahr aus, weil sie ihre bürgerliche Existenz gedanklich bereits aufgegeben hätten. „Am Ende ist das Ziel, abzuschätzen, unter welchen Bedingungen eine Person bereit ist, Gewalt zu begehen.“ Gefährderansprachen können die Folge sein, mehr Polizeistreifen und bei einer unmittelbar bevorstehenden Straftat auch die Ingewahrsamnahme. Im Gespräch mit der F.A.Z. macht Schenk keine Angaben darüber, wie die Reform der PsychKHG die bisherige Arbeit verändert hat. Dafür sei der Zeitraum zu kurz, heißt es vom Landeskriminalamt. Grundsätzlich begrüßt die Polizei den besseren Datenaustausch. Der Psychiater Pollmächer hält wenig davon, sich vor allem auf den polizeilichen Ansatz zu konzentrieren. Psychisch Kranke, die mit einer richterlichen Einweisung ins Krankenhaus kommen, würden behandelt und entlassen, weil es keine akute Gefahr mehr gebe, so Pollmächer. Einzelne seiner Kollegen kritisieren, dass Patienten stabilisiert, aber die Behandlung nicht beendet würde. Pollmächer sagt, dass akute Gefahr der einzig legitime Grund sei, wieso Personen gegen ihren Willen festgehalten werden könnten. „Das größte Problem ist, dass viele nach ihrer Entlassung in ein tiefes Loch fallen“, sagt er. Oft fehle die ambulante Anschlussversorgung. Gerade für Hochrisikopatienten brauche es niedrigschwellige Therapieangebote. Pollmächer sieht solche Angebote lediglich in Hamburg und Bayern. Andere Länder vernachlässigten das Thema.

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20. Juli
Die Welt (Politik)

22-jähriger Student in Trier erstochen – Jetzt sagen seine Eltern, was sie ihm „schuldig“ sind

22-jähriger Student in Trier erstochen – Jetzt sagen seine Eltern, was sie ihm „schuldig“ sind Der 22-Jährige wurde auf der Straße von einem Afghanen erstochen – die Polizei spricht von einem „Zufallsopfer“. Die Eltern von Marius fordern nun Konsequenzen. Der Student, der in Trier von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer getötet wurde, war laut Polizei ein „Zufallsopfer“. Der 22-jährige Marius Dick war gerade auf dem Rückweg vom Supermarkt – kurz darauf dann tot. Täter und Opfer kannten sich laut Polizei nicht. „So etwas sollte keine Mutter erleben müssen“, sagte Elke Dick gegenüber „Bild“. Sie habe die erste Nacht in seinem Zimmer verbracht, „um Marius nahe zu sein“, sagte sie weiter. Sie und ihr Mann Thomas wollen für Gerechtigkeit kämpfen und haben über einen Anwalt Nebenklage eingereicht. „Wir werden bei den Verhandlungen dabei sein. Das sind wir Marius schuldig.“ Die Mutter, die sich seit Jahren ehrenamtlich für die CDU engagiert, erwarte von der Politik „echte Lösungen, damit so etwas nie wieder passiert und der nächste Mord vermieden werden kann.“ Es müsse sich etwas in Deutschland ändern. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher.“ Es helfe dem Paar, über ihren Sohn zu sprechen, heißt es bei „Bild“. „Dieser Verlust ist immer noch so unwirklich für uns. Wir sind wie unter Schock.“ Laut dem Vater hätten sie eine enge Beziehung gehabt. „Auch als er sein Studium schon begonnen hatte, kam er fast jedes Wochenende nach Hause zu uns.“ Elke Dick beschrieb ihren Sohn als „total offenen und extrovertierten Menschen“. Er habe „niemals jemandem etwas zuleide tun können“, sagte sie gegenüber der Zeitung. Den Ermittlungen zufolge habe der Beschuldigte dem 22-Jährigen am Mittwochmorgen aus bisher unbekannten Gründen auf der Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Marius Dick starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus – ein plötzlicher Verlust, der für dessen Eltern kaum zu ertragen ist. Kurz vor der Tat habe Marius seine letzte Klausur im Geschichtsstudium geschrieben – der Bachelorabschluss an der Universität Trier habe unmittelbar bevorgestanden. Anschließend habe er einen Masterstudiengang in Militärgeschichte in Potsdam beginnen wollen. Stattdessen plant Familie Dick nun die Beerdigung ihres Kindes. „Wir haben das Liebste durch dieses unsägliche Verbrechen verloren.“ Gedenken am Tatort In Trauer vereint gedachten auch zahlreiche Menschen in Trier am Donnerstag mit einer Schweigeminute des getöteten Studenten. Auf der sogenannten Forumsplatte der Universität folgten etwa 1000 Menschen einem Aufruf. Auch ein Kondolenzbuch war ausgelegt, unter anderem trug sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ein. An der Stelle, an der sich die Tat ereignet hatte, waren Blumen und Kerzen zu sehen. Auch das Sickingen-Gymnasium in Landstuhl, an dem das Opfer 2022 sein Abitur abgelegt hatte, verabschiedete sich von seinem ehemaligen Schüler. Lehrer und Schüler zeigten sich tief erschüttert. „Dass ein junger Mensch am Beginn seines Erwachsenenlebens auf so sinnlose Weise aus dem Leben gerissen wurde, lässt sich kaum in Worte fassen und berührt uns als Schulgemeinschaft zutiefst“, erklärte die Schule. Die Gedanken der Schulgemeinschaft seien bei der Familie, den Freunden und den Angehörigen des Getöteten. Schuldfähigkeit des Beschuldigten wohl beeinträchtigt Der Beschuldigte, der nach der tödlichen Attacke vom Tatort flüchtete und wenig später in der näheren Umgebung vorläufig festgenommen wurde, lebt seit mehreren Jahren in Trier und hat zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt. Der Afghane hat die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben zur Sache gemacht. Das Amtsgericht Trier hat die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.“ Klarheit soll ein Gutachten bringen.

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19. Juli
Die Welt (Politik)

„Es muss sich in Deutschland etwas ändern“ – Eltern von getötetem Student fordern Konsequenzen

„Es muss sich in Deutschland etwas ändern“ – Eltern von getötetem Student fordern Konsequenzen Der 22-Jährige war auf der Straße von einem Afghanen erstochen worden – die Polizei spricht von einem „Zufallsopfer“. Die Eltern fordern nun Gerechtigkeit für ihren Sohn – und appellieren an die Regierung, Bürger vor solchen Angriffen zu schützen. Der Student, der in Trier von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer getötet wurde, war laut Polizei ein „Zufallsopfer“. Der 22-Jährige war gerade auf dem Rückweg vom Supermarkt – kurz darauf dann tot. Täter und Opfer kannten sich laut Polizei nicht. Den Ermittlungen zufolge habe der Beschuldigte dem 22-Jährigen am Mittwochmorgen aus bisher unbekannten Gründen auf der Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Der junge Mann starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus – ein plötzlicher Verlust, der für dessen Eltern kaum zu ertragen ist. Elke und Thomas Dick haben sich nun erstmals nach der Tat öffentlich zu Wort gemeldet. Die Eltern schilderten gegenüber „Bild“ die Trauer über den Verlust ihres Sohnes und forderten politische Konsequenzen. „Es muss sich in Deutschland etwas ändern. Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, sagten sie. Beide engagieren sich selbst kommunalpolitisch für die CDU. Elke Dick beschrieb ihren Sohn als „total offenen und extrovertierten Menschen“. Er habe „niemals jemandem etwas zuleide tun können“, sagte sie gegenüber der Zeitung. Kurz vor der Tat habe er seine letzte Klausur im Geschichtsstudium geschrieben – der Bachelorabschluss an der Universität Trier habe unmittelbar bevorgestanden. Anschließend habe er einen Masterstudiengang in Militärgeschichte in Potsdam beginnen wollen. Stattdessen plant Familie Dick nun die Beerdigung ihres Kindes. „Wir haben das Liebste durch dieses unsägliche Verbrechen verloren.“ Vater Thomas forderte deshalb politische Konsequenzen. „Der Fall meines Sohnes muss jetzt Deutschland aufrütteln“, sagte er. „Ich appelliere an die Politik, an unsere Landes- und Bundesregierung, unsere Bürger vor solchen Attentaten zu schützen. Ich möchte Gerechtigkeit für meinen Sohn.“ Gedenken am Tatort In Trauer vereint gedachten auch zahlreiche Menschen in Trier am Donnerstag mit einer Schweigeminute dem getöteten Studenten. Auf der sogenannten Forumsplatte der Universität folgten etwa 1000 Menschen einem Aufruf. Auch ein Kondolenzbuch war ausgelegt, unter anderem trug sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ein. An der Stelle, an der sich die Tat ereignet hatte, waren Blumen und Kerzen zu sehen. Auch das Sickingen-Gymnasium in Landstuhl, an dem das Opfer 2022 sein Abitur abgelegt hatte, verabschiedete sich von seinem ehemaligen Schüler. Lehrer und Schüler zeigten sich tief erschüttert. „Dass ein junger Mensch am Beginn seines Erwachsenenlebens auf so sinnlose Weise aus dem Leben gerissen wurde, lässt sich kaum in Worte fassen und berührt uns als Schulgemeinschaft zutiefst“, erklärte die Schule. Die Gedanken der Schulgemeinschaft seien bei der Familie, den Freunden und den Angehörigen des Getöteten. Schuldfähigkeit des Beschuldigten wohl beeinträchtigt Der Beschuldigte, der nach der tödlichen Attacke vom Tatort flüchtete und wenig später in der näheren Umgebung vorläufig festgenommen wurde, lebt seit mehreren Jahren in Trier und hat zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt. Der Afghane hat die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben zur Sache gemacht. Das Amtsgericht Trier hat die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.“ Klarheit soll ein Gutachten bringen.

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