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Montag, 23. März 2026
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WM-Boykott | Der DFB ist Weltmeister im Wegducken

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1. Februar
Neues Deutschland

WM-Boykott | Der DFB ist Weltmeister im Wegducken

- Kommentare - WM-Boykott Der DFB ist Weltmeister im Wegducken Lennart Garbes über die fehlende Haltung des Deutschen Fußball-Bundes Die Stellungnahme war am Ende so wenig überraschend wie die nächste Meisterschaft des FC Bayern München. Nach der von St. Pauli-Präsident Oke Göttlich angestoßenen Boykott-Diskussion um die WM 2026 hat sich der Deutsche Fußball-Bund am Freitag mit dem Thema befasst. Das Ergebnis: natürlich keins. Die Nationalmannschaft soll wie geplant am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada teilnehmen, und sportpolitische Debatten will man zukünftig wieder hinter verschlossenen Türen führen. Öffentlich möchten die DFB-Chefs lieber an die »verbindende Kraft des Sports« und die »weltweite Wirkung einer Weltmeisterschaft« glauben. Das macht natürlich auch mehr Spaß, als sich eine Haltung zu den beiden grauenvollen Todesfällen in Minnesota zu überlegen, oder zu Donald Trumps Vorgehen in Venezuela, oder zu Donald Trumps Zoll-Drohungen gegen Europa und WM-Ko-Gastgeber Kanada, oder zu Donald Trumps Grönland-Plänen. In einem Punkt muss man dem DFB in seiner Nicht-Stellungnahme zwar recht geben: Die Diskussion um einen WM-Boykott ist tatsächlich etwas scheinheilig. Die meisten, die der Idee jetzt zustimmen, werden im Sommer trotzdem vor den Bildschirmen sitzen und das Turnier verfolgen oder interessieren sich sowieso nicht für Fußball. Es ist daher zumindest fragwürdig, von einem Haufen junger Sportler – für die es in den USA um ihren größten beruflichen Traum geht – zu verlangen, ein Zeichen zu setzen, das es bei einer WM seit 1966 nicht mehr gegeben hat. Daraus abzuleiten, dass man sich in (sport)politischen Fragen einfach wegducken darf, ist trotzdem grundlegend falsch. Der größte Einzelsportverband der Welt sollte in der Lage sein, sich auch jenseits der Boykottfrage eine klare kritische Position zu den Ereignissen in den USA und der anhaltenden Bromance zwischen US-Präsident Trump und Fifa-Boss Infantino zu überlegen. Doch bis auf Außenseiter Göttlich ziehen die Mitglieder des DFB-Präsidiums lieber den Kopf ein und hoffen auf die friedensstiftende Energie des Fußballs. Bei den letzten Turnieren in Russland und Katar hat die bekanntlich auch schon wahre Wunder bewirkt. Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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1. Februar
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Fussball | Der DFB will die Debatte um einen WM-Boykott im Keim ersticken

- Sport - Fussball Der DFB will die Debatte um einen WM-Boykott im Keim ersticken Trotz der Todesfälle in Minnesota ist ein Fernbleiben der Nationalmannschaft für den Deutschen Fußball-Bund kein Thema Eine echte Kontroverse hat es auf der Präsidiumssitzung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Freitag nicht gegeben. So einmütig dort die Vertragsverlängerung von Bundestrainer Christian Wück und seinen Assistentinnen Maren Meinert und Saskia Bartusiak bei den DFB-Frauen bis in den Spätsommer 2029, also inklusive Heim-EM, beschlossen wurde, so geschlossen entschied die Führungsspitze, dass die DFB-Männer an der WM 2026 teilnehmen. Mag der unberechenbare US-Präsident Donald Trump noch so eine aggressive Politik betreiben. »Das DFB-Präsidium ist sich einig, dass sportpolitische Debatten intern und nicht öffentlich geführt werden. Ein Boykott der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ist, wie bereits von DFB-Präsident Bernd Neuendorf öffentlich erklärt, derzeit kein Thema. Der DFB ist in Vorbereitung auf das Turnier mit Vertretern aus Politik, Sicherheit, Wirtschaft und Sport im Austausch«, ließ der Verband nach der Sitzung wissen. Fußball und Politik sollen klar getrennt werden Der größte Einzelsportverband der Welt ist der Meinung, dass es sich um eine Scheindebatte handelt, die insbesondere dem Aushängeschild des deutschen Fußballs nur schadet. Neuendorf steht auf dem Standpunkt, dass der Sport, insbesondere die Nationalmannschaft, nicht die Probleme der Weltpolitik lösen kann. Das sei die Lehre aus dem Streit um die Regenbogen-Spielführerbinde bei der WM 2022 in Katar. Nach dem peinlichen Vorrundenaus und der »Mund-zu-Geste« der Spieler stand der DFB auf allen Ebenen als Verlierer da. Sportdirektor Rudi Völler machte gleich bei Amtsantritt klar, Fußball und Politik klar trennen zu wollen. Ganz in diesem Duktus hieß es nun: »Wir wollen uns im kommenden Sommer in einem fairen Wettkampf mit den anderen qualifizierten Teams messen. Und wir wollen, dass die Fans weltweit im Stadion und auf den Fanmeilen ein friedliches Fest feiern – so, wie wir es bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 im eigenen Land erlebt haben.« Die Diskussion ist also beendet, ehe sie so richtig begonnen hat. Vor allem das harte Vorgehen gegen Einwanderer und die tödlichen Schüsse der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis hatten Oke Göttlich, den politisch meinungsfreudigen Präsidenten des FC St. Pauli dazu veranlasst, vergangenen Montag auf dem DFL-Neujahrsempfang öffentlich zu empfehlen, »nicht zu fahren, aufgrund der jetzigen Situation, wie es sich jetzt in dem Land darstellt«. Deutschland spielt fast ausschließlich in den USA Göttlich hatte zudem die »Propagandashow« kritisiert, die Fifa-Präsident Gianni Infantino mit der Verleihung eines Friedenspreises an Trump bei der WM-Auslosung abgezogen hätte. Die USA sind die Herzkammer dieses Mammutturniers. Die deutsche Nationalelf schlägt ihr Quartier in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina auf und bestreitet bis auf die zweite Vorrundenpartie in Toronto alle WM-Partien in US-Städten. Das Oberhaupt der Kiezkicker hatte sich für seinen öffentlichen Vorstoß noch im Frankfurter Palmengarten einen Rüffel der versammelten Funktionärsriege eingefangen. Der Zeitpunkt sei »völlig verfehlt«, stellte Neuendorf verärgert fest. Und spitzzüngig schob der ehemalige SPD-Politiker in Richtung des erst vergangenen Sommers ins DFB-Präsidium gerückten Hamburgers nach: »Es ist eine Stellungnahme eines einzelnen Vertreters aus dem Präsidium, der Kollege ist noch nicht so lange dabei.« Ligapräsident Hans-Joachim Watzke äußerte sich ähnlich. Überdies habe es »noch nie eine WM gegeben, die boykottiert worden wäre«, merkte Bayern-Vorstand Jan-Christian Dreesen an. Glauben an die positive Wirkung des Sports Auch der vierfache Weltmeister Deutschland wird nicht den Vorreiter geben. Im Gegenteil. »Wir glauben an die verbindende Kraft des Sports und an die weltweite Wirkung, die eine Fußball-Weltmeisterschaft entfalten kann. Unser Ziel ist es, diese positive Kraft zu stärken – nicht sie zu verhindern«, hieß es in dem Statement nach der Sitzung des 16-köpfigen Gremiums. Obwohl die Bundesregierung inzwischen Reisenden zu erhöhter Vorsicht geraten hat, sind aus Deutschland Ticketbestellungen in fünfstelliger Zahl eingegangen – die meisten hinter den Gastgeberländern USA, Kanada und Mexiko. Offenbar ist das Interesse an der WM groß. Trotz Trump. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. 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