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Freitag, 17. Juli 2026
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Bundesnetzagentur macht Weg für Konkurrenz auf der Schiene frei

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17. Juli
Tagesschau

Bundesnetzagentur macht Weg für Konkurrenz auf der Schiene frei

Markteintritt von Italo Netzagentur macht Weg für Bahn-Konkurrenz frei Die Bundesnetzagentur bestätigt trotz Kritik mehrerer Länder ihre Pläne: Die Deutsche Bahn muss auf stark genutzten Strecken Platz für Konkurrenten schaffen. Das macht den Weg für das italienische Bahnunternehmen Italo frei. Die Deutsche Bahn bekommt im Fernverkehr künftig mehr Konkurrenzdruck. Die Bundesnetzagentur hat ihre Entscheidung für einen besseren Zugang von Wettbewerbern zum deutschen Schienennetz bestätigt. "Mehr Wettbewerb hat das Potenzial, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen", sagte Behördenchef Klaus Müller. Die endgültige Entscheidung könne Bewegung in den Fernverkehr bringen. Konkret geht es um die Vergabe knapper Zugtrassen auf besonders stark genutzten Strecken. Die Infrastrukturtochter der Bahn, DB InfraGO, darf dort künftig nicht mehr die gesamte verfügbare Kapazität an ein einzelnes Unternehmen vergeben. Neue Regeln sollen Konkurrenz ermöglichen Je nach Strecke sollen höchstens 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten bei einem Anbieter liegen. Ziel der Regelung ist vor allem, die starke Stellung der Deutschen Bahn im Fernverkehr aufzubrechen. Das Unternehmen kommt dort derzeit auf einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Die sogenannte Wettbewerberklausel soll sicherstellen, dass auf wichtigen Fernverkehrsstrecken mindestens ein weiterer Anbieter zum Zug kommen kann. Den genauen Anteil der für Wettbewerber freizuhaltenden Kapazitäten muss DB InfraGO im Rahmen der jährlichen Fahrplanerstellung festlegen. Soll ab Fahrplan 2028 gelten Wirksam werden soll die Regelung bei der Erstellung des Netzfahrplans für 2028, die im Jahr 2027 stattfindet. Die Bundesnetzagentur räumt ein, dass die Entscheidung einen grundlegenden Wandel im Schienenpersonenfernverkehr auslösen könnte. Hintergrund sind unter anderem die Pläne des italienischen Hochgeschwindigkeitsanbieters Italo. Das Unternehmen will ab 2028 mit eigenen Zügen in Deutschland starten und der Deutschen Bahn auf attraktiven Fernverkehrsstrecken Konkurrenz machen. Dafür plant Italo nach eigenen Angaben Investitionen in Milliardenhöhe und benötigt langfristige Planungssicherheit beim Zugang zum Schienennetz. Länder warnen vor Nachteilen für die Fläche Mehrere Bundesländer hatten versucht, die Entscheidung der Netzagentur noch zu beeinflussen. Sie befürchten, dass ein stärkerer Wettbewerb vor allem die lukrativen Verbindungen zwischen großen Städten attraktiver machen könnte - während schwächer ausgelastete Strecken unter Druck geraten. Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) warnte davor, dass sowohl Nah- als auch Fernverkehr in der Fläche Nachteile haben könnten. Brandenburg und Hamburg äußerten ähnliche Bedenken. Brandenburg argumentierte, dass Einnahmen aus stark nachgefragten Verbindungen bislang dazu beitragen würden, weniger rentable Angebote mitzufinanzieren. Hamburg befürchtet, dass Haltestellen oder einzelne Verbindungen wegfallen könnten. Dadurch könnte der Nahverkehr zusätzlich belastet werden - insbesondere zu Stoßzeiten. Wettbewerb oder Rosinenpickerei? Auch die Monopolkommission hatte die Pläne der Bundesnetzagentur grundsätzlich unterstützt. Das Beratungsgremium sieht in besseren Zugangsmöglichkeiten zu den Trassen eine Voraussetzung dafür, dass neue Anbieter überhaupt in den Markt eintreten können. Gleichzeitig verwies die Kommission auf offene Fragen bei der konkreten Verteilung der Kapazitäten. Befürworter der Reform erwarten, dass mehr Konkurrenz zu niedrigeren Preisen, mehr Verbindungen und besseren Angeboten führen könnte. Für die Deutsche Bahn bedeutet die Entscheidung einen Einschnitt in einem bislang weitgehend von ihr dominierten Markt. Ob und wie stark sich der Fernverkehr tatsächlich verändert, hängt nun davon ab, welche Angebote neue Anbieter auf die Schiene bringen - und wie sich die Nachfrage der Fahrgäste entwickelt.

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15. Juli
taz (Öko & Co)

Entscheidung steht bevor: Mehr Konkurrenz auf der Schiene

Entscheidung steht bevor: Mehr Konkurrenz auf der Schiene Wie viel Wettbewerb muss die Bahn aushalten? Die Entscheidung der Bundesnetzagentur soll schon bald kommen. Streit gibt es auch um eine wichtige App. Grundsätzlich freut sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) über die Aussicht auf mehr Wettbewerb im Fernverkehr auf der Schiene. Ab 2028 will neben den ICE der Deutschen Bahn (DB) und den grünen Zügen von Flixtrain auch das italienische Unternehmen Italo Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Deutschland anbieten. Doch die einfache Formel, mehr Wettbewerb führe zu einer besseren Qualität und zu sinkenden Preisen, gilt wohl nur bedingt, wie Schnieder der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verriet: „Ich möchte natürlich nicht, dass es ein Unternehmen gibt, das sich nur lukrative Strecken raussucht und mit den lukrativen Strecken viel Geld verdient und es an anderen Stellen im Netz und in der Verbindung ein Problem gibt.“ Bedenken in dieser Hinsicht kommen sowohl von der DB als auch von Nahverkehrsunternehmen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). So gibt die DB an, unwirtschaftlichen Verkehr in der Fläche durch die Gewinne aus dem lukrativen Geschäft mit Hochgeschwindigkeitszügen querzufinanzieren. Doch genau in diesem Markt wollen Italo und Flixtrain der DB Marktanteile streitig machen. Aktuell fahren im Fernverkehr 95 Prozent der Züge mit dem Logo der DB. Schnieder deutete nun an, dass eine Lösung über die Trassenpreise denkbar ist. Auf wenig nachgefragten Strecken könnte die Nutzungsgebühr sinken, auf begehrten Verbindungen steigen. So wäre der Verkehr in der Fläche für Bahnunternehmen womöglich wirtschaftlich. Die Nahverkehrsunternehmen befürchten dagegen Nachteile durch eine steigende Kapazitätsauslastung durch Fernzüge, vor allem an den chronisch überlasteten Knotenbahnhöfen. Entscheidung steht bevor Die Bundesnetzagentur will die Tür für mehr Wettbewerb auf jeden Fall weit öffnen. In diesen Tagen steht dazu eine Entscheidung an. Sie sieht vor, den neuen Konkurrenten der DB eine gewisse Zahl an Fahrten zu garantieren. Die Vergabe dieser Trassen wird von der Infrastruktursparte InfraGO bestimmt, die zum DB-Konzern gehört. Der Fernverkehr der Bahn darf dann nur noch auf eine begrenzte Zahl an den Trassen den Zuschlag erhalten, muss also Marktanteile abgeben. An anderer Stelle hat die DB den Minister erst einmal ausgekontert. Schnieder wollte den DB-Navigator vom Fernverkehr an die InfraGO übertragen und für alle Bahnunternehmen öffnen. Stattdessen entwickelt die DB nun eine neue App, auf der Reisende dann nicht nur Zugauskünfte der Konkurrenz finden, sondern sich per Link auch zu deren Ticketshops durchklicken können. Das reicht Matthias Stoffregen, Chef des Verbands Mofair, der private Bahnen vertritt, nicht aus. Er fordert eine Pflicht der DB, über den Navigator auch die Tickets anderer Unternehmen zu verkaufen. Und es müsse einen unternehmensübergreifenden Tarif für Fernverkehrsfahrten geben, der sich an den Flexpreisen der DB orientiere, verlangt Stoffregen. Mit diesen Tickets sollen die Fahrgäste dann alle Linienzüge nutzen können. Unbenommen davon könnten die Unternehmen dann Sonderpreise anbieten. Auf dem Weg zu mehr Wettbewerb liegen also noch einige Stolpersteine. Am Ende könnten die Fahrgäste tatsächlich durch günstigere Preise profitieren. Zumindest hat das in Spanien und Italien nach dem Markteintritt von Italo geklappt. Investitionen steigen Gute Nachrichten hat auch die Allianz pro Schiene. Mit 222 Euro Investitionen pro Kopf hat es Deutschland auf den fünften Rang bei den Investitionen ins Schienennetz geschafft. 18,5 Milliarden Euro flossen demnach 2025 in die Sanierung und den Ausbau des Netzes. „Das ist viermal so viel wie vor zehn Jahren“, sagt Verbands-Chef Dirk Flege, „Deutschland ist bahnpolitisch aufgewacht.“ Doch von den Spitzenreitern bei den Schieneninvestitionen ist das Land noch weit entfernt. Österreich steckt mit 358 Euro, die Schweiz mit 504 Euro und Luxemburg mit 622 Euro pro Nase weit mehr in ihre Schieneninfrastruktur. Doch mehr Geld bedeutet laut Flege nicht auch mehr Bauleistung. Im Gegenteil. Es werde gerade Steuergeld verbrannt, kritisiert Flege. Da es keine überjährige Finanzierungssicherheit gebe, müssten Projekte immer wieder abgebrochen und wieder angefahren werden. Der Verband fordert daher eine fünfjährige Finanzierungssicherheit im Rahmen der geplanten Infrastruktur-Investitionen für das Schienennetz. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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15. Juli
Tagesschau

Wettbewerb im Fernverkehr: Monopolkommission stärkt Italo-Pläne

Wettbewerb im Fernverkehr Monopolkommission stärkt Pläne für Italo-Einstieg Die Monopolkommission unterstützt die Pläne der Bundesnetzagentur für mehr Wettbewerb im Bahnverkehr. Verkehrsminister Schnieder warnt vor einem Fernverkehr, der sich nur noch auf lukrative Strecken konzentriert. Die Monopolkommission stellt sich hinter die geplanten neuen Regeln für mehr Wettbewerb im deutschen Fernverkehr. In einer Stellungnahme begrüßt das unabhängige Beratungsgremium die vorgesehenen Änderungen der Bundesnetzagentur bei der Nutzung des Schienennetzes. Das teilte die Kommission mit. Aus ihrer Sicht sind die neuen Regeln grundsätzlich geeignet, um dem italienischen Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo den Markteintritt in Deutschland zu ermöglichen. Das Unternehmen plant, ab 2028 mit eigenen Zügen auf mehreren wichtigen Fernverkehrsstrecken der Deutschen Bahn Konkurrenz zu machen. Wettbewerberklausel soll Zugang zu knappen Trassen sichern Für die Monopolkommission ist dabei vor allem die Planungssicherheit entscheidend. "Neue Anbieter brauchen langfristige Sicherheit, wenn sie Milliarden in Züge und Personal investieren", hieß es in einer Mitteilung. Italo plant nach eigenen Angaben Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro und die Anschaffung von 30 neuen Hochgeschwindigkeitszügen. Kern des Beschlussentwurfs der Bundesnetzagentur ist die sogenannte Wettbewerberklausel. Sie soll verhindern, dass ein einzelnes Unternehmen auf besonders stark nachgefragten Strecken den größten Teil der verfügbaren Zugtrassen für sich beansprucht. Vereinfacht bedeutet das: Auf bestimmten Engpassstrecken soll künftig mindestens ein Teil der Kapazitäten für Konkurrenten reserviert werden. Die Bundesnetzagentur sieht dafür eine Quote von mindestens 25 Prozent vor. Zugang zu attraktiven Trassen wichtig Die Monopolkommission bewertet diesen Schritt positiv. Ohne einen verlässlichen Zugang zu attraktiven Trassen sei ein Einstieg neuer Anbieter im Hochgeschwindigkeitsverkehr kaum finanzierbar. "Die langfristige Verfügbarkeit von ausreichenden Trassen und Serviceflächen ist eine entscheidende Voraussetzung für die Tragfähigkeit der Investition", hieß es. Nach Ansicht der Kommission kann mehr Wettbewerb auch den Fahrgästen zugutekommen. "Die Erfahrung aus Italien zeigt: Wo Bahnanbieter tatsächlich konkurrieren, sinken die Preise und die Qualität steigt", teilte der Vorsitzende Tomaso Duso mit. Kritik an Aufteilung der Trassen Allerdings sieht die Monopolkommission noch offene Fragen. Nicht vollständig überzeugend sei, wie die verfügbaren Kapazitäten innerhalb der Wettbewerberquote verteilt werden sollen. Nach dem bisherigen Entwurf soll diese Aufteilung weiterhin maßgeblich durch die DB InfraGO erfolgen. Die Kommission warnt davor, dass neue Anbieter benachteiligt werden könnten, wenn die Regeln nicht transparent und vorhersehbar genug seien. Auch der Zugang zu Serviceeinrichtungen spielt aus Sicht der Kommission eine wichtige Rolle. Dazu gehören etwa Vertriebsflächen und Lounges an Bahnhöfen. Wettbewerb könne nur funktionieren, wenn neue Anbieter nicht nur auf dem Gleis, sondern auch bei den Dienstleistungen rund um die Reise gleichberechtigten Zugang erhalten. Verkehrsminister warnt vor Folgen für die Fläche Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) begrüßt grundsätzlich mehr Wettbewerb im Fernverkehr. Aus Sicht der Fahrgäste sei Konkurrenz auf der Schiene positiv. Gleichzeitig warnt er davor, dass neue Anbieter ausschließlich die wirtschaftlich attraktiven Verbindungen übernehmen und die Anbindung ganzer Regionen vernachlässigen könnten. "Ich möchte natürlich nicht, dass es ein Unternehmen gibt, das sich nur lukrative Strecken raussucht", sagte Schnieder der Nachrichtenagentur dpa. Es müsse sichergestellt sein, dass die Fernzuganbindungen abseits der großen Metropolregionen erhalten blieben. Italo-Einstieg könnte den Fernverkehr verändern Italo will ab Frühjahr 2028 mit zunächst 56 täglichen Zugverbindungen in Deutschland zu starten. Vorgesehen sind unter anderem Verbindungen zwischen München, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Dortmund sowie zwischen München und Berlin beziehungsweise Hamburg. Derzeit dominiert die Deutsche Bahn den deutschen Fernverkehr mit einem Marktanteil von rund 95 Prozent. Der wichtigste größere Wettbewerber ist bislang FlixTrain. Auch Flix plant eine deutliche Ausweitung seines Angebots. Ob die neuen Wettbewerbsregeln tatsächlich umgesetzt werden, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Die DB InfraGO hat rechtliche Bedenken gegen die geplanten Vorgaben geäußert. Eine gerichtliche Auseinandersetzung gilt als möglich. Und auch die finale Entscheidung der Bundesnetzagentur steht noch aus.

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15. Juli
Handelsblatt

Bahnfahren: Minister: Mehr Wettbewerb bei Fernzügen gut für Fahrgäste

Bahnfahren: Minister: Mehr Wettbewerb bei Fernzügen gut für Fahrgäste Berlin. Mehr Wettbewerb bei Fernzügen in Deutschland ist aus Sicht von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder grundsätzlich eine gute Sache für Fahrgäste - allerdings dürften sich neue Unternehmen nicht nur lukrative Strecken schnappen und die Anbindung ganzer Regionen vernachlässigen. „Im Grundsatz kann man überhaupt nichts gegen Wettbewerb auf der Schiene haben, aus Kundensicht jedenfalls überhaupt nicht“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass die Fernzuganbindungen abseits der großen Metropolregionen erhalten blieben. Nicht nur lukrative Strecken heraussuchen „Ich möchte natürlich nicht, dass es ein Unternehmen gibt, das sich nur lukrative Strecken raussucht und mit den lukrativen Strecken viel Geld verdient und es an anderen Stellen im Netz und in der Verbindung ein Problem gibt“, sagte Schnieder. „Wenn sich das System komplett umkehrt, und das im großen Stile nicht mehr der Fall wäre, dann wäre das eine Marktentwicklung, bei der man überlegen muss: Kann ich das verändern? Muss ich das verändern?“ Hintergrund ist der angekündigte Markteinstieg des italienischen Unternehmens Italo, das ab 2028 den ICE und Intercity der bundeseigenen Deutschen Bahn Konkurrenz machen will. Die Pläne sehen vor, zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden zu fahren. Italo will dafür 30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Zugverbindungen ab dem Frühjahr 2028 auf die Gleise schicken. Bahnbranche in Aufruhr Die Bahnbranche ist seit dieser Ankündigung in Aufruhr. Fahrgastverbände, Gewerkschaften, Verkehrsverbünde und die Bahn selbst warnen davor, dass der Markteinstieg von Italo zulasten des Regional- und Fernverkehrs in der Fläche gehen könnte. Die Verbünde im Regionalverkehr warnen davor, auf dem ohnehin schon zu vollen Netz rund um die Knoten nicht mehr zum Zug zu kommen. Im Fernverkehr wiederum gibt es die Befürchtung, dass die Bahn Nebenverbindungen nicht mehr finanzieren kann, wenn sie auf den wirtschaftlichen Rennstrecken zwischen den Metropolregionen Trassen abgeben müsste. Bisher nur ein größerer Wettbewerber im Fernverkehr Derzeit dominiert die Deutsche Bahn rund 95 Prozent des Fernverkehrs in Deutschland - in ihren Fernzügen waren allein im vergangenen Jahr 136 Millionen Menschen unterwegs. Der nahezu einzige größere Wettbewerber ist die Reiseplattform Flix mit ihren grünen Zügen. Dass jetzt ein Unternehmen dazukomme, sei also gar nichts Neues, sagte Minister Schnieder. „Nein, da kommt nur einer, der vielleicht andere Ambitionen hat, vielleicht einen anderen Rahmen anbietet.“ Die Bundesnetzagentur hat kürzlich entschieden, dass Wettbewerber der Bahn künftig auf stark ausgelasteten Strecken mindestens ein Viertel der dortigen Kapazitäten erhalten müssen. Das bedeutet, dass auf stark ausgelasteten Korridoren mit ausgewiesenen Kapazitätsobergrenzen, wie es etwa für die Knoten München und Frankfurt geplant ist, mindestens ein Konkurrenzunternehmen der Bahn verkehren können soll. Anreize über Schienenmaut „Wir müssen das Schienennetz diskriminierungsfrei dem Wettbewerber zur Verfügung stellen“, betonte Minister Schnieder. Gleichzeitig müsse man schauen, dass die Konnektivität erhalten bleibe, „also Versorgung grundsätzlich in der Fläche und nicht nur zum Beispiel zwischen München und Berlin“. Um das sicherzustellen, habe die Politik einige Instrumente. „Wir können für bestimmte Strecken Anreize setzen, indem wir zum Beispiel Trassenpreise unterschiedlich ausgestalten.“ Lukrative, vielbefahrene Strecken könnten demnach höher bepreist werden. Trassenpreise sind eine Art Schienenmaut, die jedes Bahnunternehmen für die Nutzung der von ihm gewünschten Strecken Trassen zahlen muss. Zuständig für die Vergabe der Strecken ist die für die Infrastruktur zuständige Gesellschaft DB InfraGo. Flix plant ebenfalls Ausweitung Auch Flix will 2028 seine Präsenz im Fernverkehr deutlich ausweiten. Das Unternehmen hat für rund 2,4 Milliarden Euro 65 neue Fernzüge beim spanischen Hersteller Talgo bestellt - ein deutlicher Zuwachs zu den derzeit 15 gebrauchten Zügen, mit denen das Unternehmen unterwegs ist. Die Talgo-Fahrzeuge sollen künftig das Rückgrat der Flix-Fernzugflotte bilden. „Wir wollen zig Millionen zusätzliche Passagiere auf die Schiene bringen“, sagte Flix-Chef André Schwämmlein kürzlich dem Zeitungsnetzwerk RND. Verwandte Themen Von Italos geplantem Markteintritt sieht sich das Unternehmen nicht betroffen. Das werde vor allem ein Problem für die Deutsche Bahn, meinte Schwämmlein. Dass die neuen Regeln der Bundesnetzagentur wirklich so kommen, sei noch völlig offen, teilte der Flix-Chef zudem der Deutschen Presse-Agentur mit. Die DB InfraGo habe bereits rechtliche Bedenken angemeldet, eine gerichtliche Auseinandersetzung darüber sei absehbar. „Für den Wettbewerb auf der Schiene ändert sich damit auf absehbare Zeit: überhaupt gar nichts“, betonte Schwämmlein.

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