24. März Die Zeit (Politik)
Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Gordon Schnieder strebt Schwarz-Rot an, Schweitzer nicht im Kabinett
- Rheinland-Pfalz hat einen neuen Landtag gewählt. Die CDU hat die Wahl gewonnen. Nach 35 Jahren in der Opposition wird sie wieder den Ministerpräsidenten stellen.
- Die AfD legt deutlich zu und erzielt ihr bestes Ergebnis in einem westlichen Bundesland. FDP und Freie Wähler verpassen den erneuten Einzug in den Landtag. Die Grünen werden viertstärkste Kraft.
- Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 65 Prozent leicht höher als bei der letzten Wahl. 2,95 Millionen Menschen waren aufgerufen, über die künftige Zusammensetzung des Landtags abzustimmen.
- Alle Artikel zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
- Neben eigenen Recherchen verwenden wir auch Material der Nachrichtenagenturen AP, AFP, epd, dpa, KNA und Reuters.
Stimmenverteilung: Vorläufiges Ergebnis
68,5 % Wahlbeteiligung • Stand: So., 23.26 Uhr •Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-PfalzCDU
31,0 % +3,3’21 2026SPD
25,9 % −9,8AfD
19,5 % +11,2Grüne
7,9 % −1,4Linke
4,4 % +1,9FW
4,2 % −1,2FDP
2,1 % −3,4
Mögliche Koalitionen
Mehrheit mit 53 SitzenCDU +SPD
71 SitzeCDU +Grüne
49 Sitze
Wahlkreise
52 / 52 ausgezählt
Claudia Thaler
Das war die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz hat gewählt. Die CDU von Spitzenkandidat Gordon Schnieder geht dem vorläufigen Endergebnis zufolge als Wahlsiegerin hervor. Schnieder kündigte bereits Gespräche mit der SPD für eine schwarz-rote Koalition an. Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer hatte bereits am Abend angekündigt, der nächsten Regierung nicht mehr anzugehören.
Damit schließen wir unser Liveblog.
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Alena Kammer
CDU gewinnt Landtagswahl deutlich vor SPD
Nach rund 35 Jahren ununterbrochener SPD-Regierung steht Rheinland-Pfalz vor dem Machtwechsel: Bei der Landtagswahl gewinnt die CDU laut dem vorläufigen Endergebnis mit 31 Prozent deutlich vor den Sozialdemokraten. Die SPD erzielte mit 25,9 ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in diesem Bundesland.
Auf dem dritten Platz landete die AfD mit 19,5 Prozent mit klarem Abstand vor den Grünen. Diese kommen auf 7,9 Prozent.
Die FDP verpasste demnach den Wiedereinzug in den Landtag, ebenso wie die Freien Wähler. Für die Linke reichte es nicht für den erstmaligen Parlamentseinzug, sodass der neue Landtag nur aus vier Parteien besteht. In Mainz wird es nun an die Regierungsbildung gehen.
Lesen Sie hier unsere Meldung dazu:
Auf dem dritten Platz landete die AfD mit 19,5 Prozent mit klarem Abstand vor den Grünen. Diese kommen auf 7,9 Prozent.
Die FDP verpasste demnach den Wiedereinzug in den Landtag, ebenso wie die Freien Wähler. Für die Linke reichte es nicht für den erstmaligen Parlamentseinzug, sodass der neue Landtag nur aus vier Parteien besteht. In Mainz wird es nun an die Regierungsbildung gehen.
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Claudia Thaler
Schnieder strebt schwarz-rote Koalition an
CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder will nach dem Erfolg bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz eine schwarz-rote Koalition bilden. "Wir werden in der demokratischen Mitte eine Koalition bilden. Ich habe mit den Extremisten von rechts nie zusammengearbeitet, werde das nicht tun. Das hätte auch für den Einzug der Linken, auch für die radikale Linke so gegolten", sagte Schnieder im heute journal des ZDF. "Wir wollen Rheinland-Pfalz wieder nach vorne führen. Und ich bin überzeugt, dass das auch der politische Mitbewerber in den nächsten Tagen bei einer eigenen Analyse dann auch so sehen wird."
Mit Blick auf die Sozialdemokraten sagte Schnieder auch: "So wie die CDU in der bürgerlichen Mitte Wahlen gewinnt, bin ich überzeugt, gewinnt auch die SPD in der bürgerlichen Mitte die Wahlen. Nicht am linken Rand und wir auch nicht am rechten Rand. Und auf diesen Weg müssen wir uns gemeinsam begeben."
Clara Libovsky
Seeheimer Kreis der SPD fordert klaren Mitte-Kurs
Der moderate Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion sieht in ihrer Partei zu viele Nischenthemen im Fokus. "Das muss sich ändern", teilte der Kreis mit. Als Konsequenz aus den Wahlergebnissen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz forderte der Kreis einen klaren Mitte-Kurs. "In der SPD müssen nun alle verstehen, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, die Sorgen der Leute ernst zu nehmen sind und wir uns nicht in Klein-Klein-Debatten verlieren dürfen."
Marie N'gouan
Medien bezeichnen SPD-Wahlniederlage als desaströs
Die Kommentatorinnen der Medien sehen im rheinland-pfälzischen Landtagswahlsieg der CDU vor allem eine Niederlage der SPD. "Mit Blick auf die nächste Bundestagswahl müsste den Genossen eigentlich speiübel werden", schrieb die Südwestpresse in Ulm. Für eine Veränderung benötige es Reformkraft auf Bundesebene. Die Saarbrücker Zeitung fragte, wie es sein könne, dass in Zeiten der Arbeitslosigkeit ausgerechnet die (ehemalige) Partei der Arbeiter nicht punkten könne.
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David Rech
Eine charismatische Führungsperson reicht nicht mehr
Alexander Schweitzer habe Charisma, schreibt meine Kollegin Kaja Klapsa – und hatte dadurch gute Chancen, die Wahl in Rheinland-Pfalz zu gewinnen. Sein Beliebtheitswert erreichte zwar nicht den seiner Vorgängerin Malu Dreyer, lag aber deutlich über dem von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schneider.
"Lange glaubte man in der SPD, charismatische Persönlichkeiten könnten ihr noch Wahlerfolge gegen den Bundestrend bringen.“ Das Wahlergebnis zeige nun jedoch, dass dieses rheinland-pfälzische Phänomen an seine Grenzen geraten sei.
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"Lange glaubte man in der SPD, charismatische Persönlichkeiten könnten ihr noch Wahlerfolge gegen den Bundestrend bringen.“ Das Wahlergebnis zeige nun jedoch, dass dieses rheinland-pfälzische Phänomen an seine Grenzen geraten sei.
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Alena Kammer
Spitzengremien der Bundesparteien beraten über Ergebnis
Die Führungen der Bundesparteien treffen sich morgen in Berlin, um das Ergebnis der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz auszuwerten. Im Fokus steht die SPD: Sie hat nach 35 Jahren ihre Position als stärkste Kraft an die CDU verloren.
Die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas kündigten an, sich einer Debatte über Kurs und Spitzenpersonal stellen zu wollen. Bei der CDU stellen sich nach den Gremiensitzungen Bundeskanzler Friedrich Merz und der erfolgreiche rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Gordon Schnieder den Fragen der Hauptstadtmedien.
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Die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas kündigten an, sich einer Debatte über Kurs und Spitzenpersonal stellen zu wollen. Bei der CDU stellen sich nach den Gremiensitzungen Bundeskanzler Friedrich Merz und der erfolgreiche rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Gordon Schnieder den Fragen der Hauptstadtmedien.
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David Rech
SPD-Landtagsabgeordnete Schröder-Köpf fordert Wechsel der Parteispitze
Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf (SPD) hat einen kompletten Wechsel der Parteispitze gefordert. Dort sehe sie als alleinige Vorsitzende "die erfolgreiche Ministerpräsidentin Anke Rehlinger", sagte Schröder-Köpf dem Spiegel mit Blick auf die saarländische Ministerpräsidentin.
Sie nannte noch weitere Vorschläge: Der aktuelle SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil solle etwa auch den Posten des Vizekanzlers an Verteidigungsminister Boris Pistorius abgeben, mit dem Schröder-Köpf mehrere Jahre liiert war. Schröder-Köpf verwies auf die guten Umfragewerte von Pistorius, der als beliebtester deutscher Politiker gilt.
Sie nannte noch weitere Vorschläge: Der aktuelle SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil solle etwa auch den Posten des Vizekanzlers an Verteidigungsminister Boris Pistorius abgeben, mit dem Schröder-Köpf mehrere Jahre liiert war. Schröder-Köpf verwies auf die guten Umfragewerte von Pistorius, der als beliebtester deutscher Politiker gilt.
Alena Kammer
Merz gratuliert Schnieder zum Wahlsieg
Der Bundeskanzler hat seinem Parteikollegen Gordon Schnieder und den Christdemokraten zum Wahlerfolg gratuliert. "Nach mehr als 35 Jahren ist die CDU wieder die stärkste Kraft in Rheinland-Pfalz. Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Ergebnis an Gordon Schnieder", schrieb der CDU-Chef Friedrich Merz bei X.
David Rech
Schnieder liegt in seinem Wahlkreis deutlich vorn, Schweitzer ebenfalls
Der wahrscheinlich künftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, wird seinen Wahlkreis laut aktuellem Zwischenergebnis deutlich gewinnen. Im Wahlkreis Vulkaneifel wählten ihn laut aktuellem Zwischenergebnis 52,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler. In seinem Heimatort Birresborn erreichte er demnach sogar 66,5 Prozent.
Auch der amtierende Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer gewinnt seinen Wahlkreis demnach. Im Wahlkreis Südliche Weinstraße stimmten laut aktuellem Zwischenergebnis 40,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler für den SPD-Politiker.
Auch der amtierende Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer gewinnt seinen Wahlkreis demnach. Im Wahlkreis Südliche Weinstraße stimmten laut aktuellem Zwischenergebnis 40,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler für den SPD-Politiker.
Marie N'gouan
Schweitzer in neuer Landesregierung nicht dabei
Der amtierende Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, will nicht in der künftigen CDU-geführten Landesregierung sein. "Ich werde nicht in ein Kabinett eintreten", sagte er. "Aber natürlich werde ich meine Aufgabe als Ministerpräsident bis zum letzten Tag sehr engagiert wahrnehmen, so wie ich das bisher gemacht habe."
„"Ich habe das gesagt und ich gehöre zu denen, die nach der Wahl immer noch so reden wie vor der Wahl."“Alexander Schweitzer
Es werde einen Wechsel an der Spitze der Landesregierung geben. "Das ist in der Demokratie so, das gehört dazu." Allen, die in der nächsten Regierung beteiligt sein werden, insbesondere der CDU, sagte Schweitzer: "Ihr habt gut gekämpft." Weiter versprach er eine "ordentliche Regierung" mit den Christdemokraten.
Zur Ursache der Wahlniederlage der Sozialdemokraten sagte er: "Wir spüren heute Abend Trends, die stark sind und die ihre Ursachen nicht in Rheinland-Pfalz haben. Und das sollten wir uns immer wieder auch deutlich machen."
Zur Ursache der Wahlniederlage der Sozialdemokraten sagte er: "Wir spüren heute Abend Trends, die stark sind und die ihre Ursachen nicht in Rheinland-Pfalz haben. Und das sollten wir uns immer wieder auch deutlich machen."
David Rech
Strack-Zimmermann kritisiert fehlende Strategie der FDP
Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre Parteispitze kritisiert. "Ich befürchte, dass viele in und außerhalb der FDP das Gefühl haben, dass wir seit der Bundestagswahl noch nicht einmal losgelaufen sind", sagte die Europaabgeordnete dem Tagesspiegel nach der Wahl in Rheinland-Pfalz.
"Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", sagte Strack-Zimmermann. Die Partei habe es verpasst, die richtigen Lehren daraus zu ziehen, dass sie aus dem Bundestag ausgeschieden sei. "Einmal nicht mehr in den Bundestag gewählt worden zu sein, ist tragisch, ein zweites Mal ein politisches Versagen." Die Lage ihrer Partei sei nun "existenziell".
"Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", sagte Strack-Zimmermann. Die Partei habe es verpasst, die richtigen Lehren daraus zu ziehen, dass sie aus dem Bundestag ausgeschieden sei. "Einmal nicht mehr in den Bundestag gewählt worden zu sein, ist tragisch, ein zweites Mal ein politisches Versagen." Die Lage ihrer Partei sei nun "existenziell".
Clara Libovsky
Klüssendorf offen für Personaldiskussion
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich nach den jüngsten Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz offen für eine Diskussion über die Parteispitze gezeigt. "Wir diskutieren das natürlich untereinander, wir sind ja nicht vom Mond“, sagte er im ZDF.
SPD-Generalsekretär zeigte sich offen für Diskussion über die Parteispitze. Soeren Stache/dpa
Zugleich sagte Klüssendorf, dass eine Veränderung an der Spitze die seit Jahren anhaltende Schwäche der SPD nicht zwangsläufig beenden würde. Die SPD liege seit Jahren stabil bei 15 bis 16 Prozent. "Wir verharren bei diesem Prozentniveau – vollkommen egal, wer da an der Spitze war". Die Partei müsse in der Koalition stärker ein eigenes Profil entwickeln, "weil wir so staatstragend sind".
David Rech
SPD verliert zweistellig
Laut der jüngsten Hochrechnung der ARD hat die SPD im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl zehn Prozentpunkte verloren. Die Ergebnisse sind folgendermaßen:
CDU: 30,6 (+ 2,9)
SPD: 25,7 (- 10,0)
Grüne: 7,9 (- 1,4)
AFD: 20 (+ 11,7)
FDP: 2,1 (- 3,4)
Freie Wähler: 4,2 (- 1,2)
Linke: 4,4 (+ 1,9)
Die Wahlbeteiligung liegt demnach bei 69,5 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 lag sie bei 64,4 Prozent.
CDU: 30,6 (+ 2,9)
SPD: 25,7 (- 10,0)
Grüne: 7,9 (- 1,4)
AFD: 20 (+ 11,7)
FDP: 2,1 (- 3,4)
Freie Wähler: 4,2 (- 1,2)
Linke: 4,4 (+ 1,9)
Die Wahlbeteiligung liegt demnach bei 69,5 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 lag sie bei 64,4 Prozent.
Marie N'gouan
Schweitzer gratuliert Schnieder zum Wahlsieg
Der SPD-Spitzenkandidat und amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer neben CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder. Thomas Lohnes/Getty Images
Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat dem CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder zum Wahlsieg gratuliert. Die SPD habe ihr Wahlziel nicht erreicht, die Landtagswahl zu gewinnen. Jedoch hätten die Sozialdemokraten "ein Ergebnis erreicht, das deutlich über dem Bundestrend ist", sagte Schweitzer in der ARD.