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Samstag, 15. August 2026
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Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland

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12. August
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Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland

Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland Madrid/Berlin. Erst wurde es dämmrig, dann verschwand die Sonne vollständig hinter dem Mond. Und dann gab es sofort lauten Jubel, Luftsprünge, Applaus - und auch viele Freudentränen. Millionen Menschen verfolgten die erste totale Sonnenfinsternis über dem spanischen Festland seit mehr als einem Jahrhundert. Sie feierten lautstark auf Dorfplätzen, Berggipfeln, Stränden, Dachterrassen und eigens eingerichteten Beobachtungsplätzen. In Deutschland schlug eine partielle Sonnenfinsternis Millionen in ihren Bann. Manche schrien vor Begeisterung, einige weinten, andere schwiegen ergriffen, lagen sich in den Armen oder hielten den historischen Moment am Abend mit ihren Handys fest, wie im spanischen Fernsehen live zu sehen war. Wie in Deutschland spielte auch das Wetter in Spanien mit. Nur in wenigen Regionen gab es leichte Bewölkung. „Ich bekam eine Gänsehaut. Ich hätte nie gedacht, dass es so überwältigend sein würde. Es war wirklich eines der schönsten Erlebnisse, die ich je in meinem Leben hatte“, sagte die junge Astronautin Sara García mit Tränen in den Augen dem staatlichen spanischen Fernsehsender RTVE. „Sehr kurz, aber unbeschreiblich schön“, sagte eine Frau direkt nach dem Ende der totalen Sonnenfinsternis bei der Ebro-Sternwarte in dem Ort Roquetes in Katalonien. Das außergewöhnliche Naturschauspiel hatte bereits vor Tagen eine beispiellose Reisewelle ausgelöst. Hunderttausende Menschen aus Spanien und dem Ausland machten sich auf den Weg in die rund 300 Kilometer breite Totalitätszone, die sich in Spanien von Galicien bis zu den Balearen erstreckte. Hotels waren vielerorts seit Monaten ausgebucht, Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Abendhimmel für mehrere Hundert Euro. Besonders profitierte die sogenannte „España vacia“, das dünn besiedelte und von Landflucht geprägte ländliche „leere Spanien“, das sonst nur selten im Mittelpunkt des internationalen Tourismus steht. Größere Zwischenfälle blieben aus Die totale Sonnenfinsternis hatte gegen 19.00 Uhr in Nordsibirien begonnen. Der Kernschatten des Mondes war dann in einem Bogen an Grönland und Island entlanggezogen und auf Spanien getroffen. In A Coruña im äußersten Nordwesten Spaniens verschwand die Sonne um 20.27 Uhr und 41 Sekunden hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht. Wenige Minuten später zog der Kernschatten über Kastilien und León, Aragón und Valencia bis zu den Balearen weiter. Je nach Standort dauerte die Totalität zwischen rund 30 Sekunden und knapp zwei Minuten. Weil die Sonne am Abend bereits tief über dem Horizont stand, reichte es vielerorts nicht aus, einfach vor die Haustür zu gehen. Wer die totale Phase sehen wollte, musste freie Sicht nach Westen haben. Deshalb pilgerten Hunderttausende zu Stränden, Anhöhen und Aussichtspunkten, wo weder Gebäude noch Bäume den Blick versperrten. Regionen und Gemeinden hatten dafür Hunderte offizielle Beobachtungsplätze eingerichtet. Größere Zwischenfälle wurden zunächst weder aus Spanien noch aus Deutschland bekannt. In Spanien kam es jedoch vielerorts zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Behörden hatten im Vorfeld mit bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten gerechnet. Auf Mallorca sorgte der Andrang bereits am Morgen für erste Probleme. Rund um Sóller und an mehreren Aussichtspunkten der Serra de Tramuntana waren Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis belegt, einzelne Zufahrten wurden gesperrt. Viele Besucher mussten ihre Beobachtungsorte zu Fuß erreichen. Auch das Wetter spielte mit Der Himmel über Spanien war zumeist klar, nur die große Hitze von teilweise fast 40 Grad machte einigen zu schaffen. In Deutschland, wo die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt wurde, war der Himmel ebenfalls weitgehend wolkenlos. Großer Andrang herrschte zum Beispiel in München im Olympiapark. Hunderte Schaulustige kamen zum Feldberg in Hessen. In Berlin ist es rund um das Planetarium in Prenzlauer Berg zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Polizei sprach von 3.000 Menschen. Über Dresden schwebten mindestens sechs Heißluftballons - auch deren Passagiere hatten beste Aussicht. Schutzbrille in jedem Fall nötig Ohne eine spezielle Sonnenfinsternis-Brille konnte ein Blick in die Sonne die Augen stark schädigen. Auch die hohe Abdeckung der Sonne während der Sonnenfinsternis durch den Mond in Deutschland oder die einsetzende Dämmerung seien keine Gründe, die Augen weniger gut zu schützen, betonte Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Im Vorfeld gab es einen Ansturm auf die speziellen Brillen in Geschäften. Sternschnuppen als Zugabe Zum Schauspiel der Sonnenfinsternis war noch eine Zugabe vorgesehen: Ein Sternschnuppenstrom. Die Perseiden sollten ausgerechnet in derselben Nacht ihren Höhepunkt erreichen, wobei Astronomen mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde rechneten. Die besten Beobachtungszeiten sollten die Stunden von 23.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens sein. Die totale Sonnenfinsternis lockte Finsternis-Enthusiasten aus zahlreichen Ländern nach Spanien. RTVE zeigte in Soria rund 200 Kilometer nordöstlich von Madrid unter anderem eine 80-köpfige Reisegruppe aus Finnland. „Für uns alle ist es die erste totale Sonnenfinsternis“, sagte Teilnehmer Ari. Ebenfalls nach Soria war eine dänische Gruppe von 140 Menschen gekommen. Sie hatte die Reise bereits vor zwei Jahren gebucht. Verwandte Themen Auftakt einer außergewöhnlichen Serie Die spanische Regierung hatte sich monatelang auf das Jahrhundertereignis vorbereitet. Zwei Millionen zertifizierte Schutzbrillen wurden kostenlos verteilt, mehr als 33.000 Beamte von Polizei und Guardia Civil waren im Rahmen eines nationalen Sicherheitsplans im Einsatz. Zugleich bereiteten die hohe Waldbrandgefahr und die Trockenheit den Einsatzkräften Sorgen. Diese totale Sonnenfinsternis war zugleich der Auftakt einer außergewöhnlichen Serie astronomischer Ereignisse. Bis 2028 werden in Spanien insgesamt drei große Sonnenfinsternisse zu sehen sein - ein Umstand, den Astronomen als weltweit außergewöhnlich bezeichnen. Auf ein weiteres Ereignis am Himmel muss man in Deutschland nur gut zwei Wochen warten: Am 28. August ist hierzulande eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Dabei tritt der Mond nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein und erscheint stellenweise verdunkelt. Die nächste partielle Sonnenfinsternis in Deutschland folgt am 2. August 2027.

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12. August
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Himmelsschauspiel: „Magisch“ - Sonnenfinsternis begeistert Millionen in Spanien

Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland Madrid/Berlin. Erst wurde es dämmrig, dann verschwand die Sonne vollständig hinter dem Mond. Und dann gab es sofort lauten Jubel, Luftsprünge, Applaus - und auch viele Freudentränen. Millionen Menschen verfolgten die erste totale Sonnenfinsternis über dem spanischen Festland seit mehr als einem Jahrhundert. Sie feierten lautstark auf Dorfplätzen, Berggipfeln, Stränden, Dachterrassen und eigens eingerichteten Beobachtungsplätzen. In Deutschland schlug eine partielle Sonnenfinsternis Millionen in ihren Bann. Manche schrien vor Begeisterung, einige weinten, andere schwiegen ergriffen, lagen sich in den Armen oder hielten den historischen Moment am Abend mit ihren Handys fest, wie im spanischen Fernsehen live zu sehen war. Wie in Deutschland spielte auch das Wetter in Spanien mit. Nur in wenigen Regionen gab es leichte Bewölkung. „Ich bekam eine Gänsehaut. Ich hätte nie gedacht, dass es so überwältigend sein würde. Es war wirklich eines der schönsten Erlebnisse, die ich je in meinem Leben hatte“, sagte die junge Astronautin Sara García mit Tränen in den Augen dem staatlichen spanischen Fernsehsender RTVE. „Sehr kurz, aber unbeschreiblich schön“, sagte eine Frau direkt nach dem Ende der totalen Sonnenfinsternis bei der Ebro-Sternwarte in dem Ort Roquetes in Katalonien. Das außergewöhnliche Naturschauspiel hatte bereits vor Tagen eine beispiellose Reisewelle ausgelöst. Hunderttausende Menschen aus Spanien und dem Ausland machten sich auf den Weg in die rund 300 Kilometer breite Totalitätszone, die sich in Spanien von Galicien bis zu den Balearen erstreckte. Hotels waren vielerorts seit Monaten ausgebucht, Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Abendhimmel für mehrere Hundert Euro. Besonders profitierte die sogenannte „España vacia“, das dünn besiedelte und von Landflucht geprägte ländliche „leere Spanien“, das sonst nur selten im Mittelpunkt des internationalen Tourismus steht. Größere Zwischenfälle blieben aus Die totale Sonnenfinsternis hatte gegen 19.00 Uhr in Nordsibirien begonnen. Der Kernschatten des Mondes war dann in einem Bogen an Grönland und Island entlanggezogen und auf Spanien getroffen. In A Coruña im äußersten Nordwesten Spaniens verschwand die Sonne um 20.27 Uhr und 41 Sekunden hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht. Wenige Minuten später zog der Kernschatten über Kastilien und León, Aragón und Valencia bis zu den Balearen weiter. Je nach Standort dauerte die Totalität zwischen rund 30 Sekunden und knapp zwei Minuten. Weil die Sonne am Abend bereits tief über dem Horizont stand, reichte es vielerorts nicht aus, einfach vor die Haustür zu gehen. Wer die totale Phase sehen wollte, musste freie Sicht nach Westen haben. Deshalb pilgerten Hunderttausende zu Stränden, Anhöhen und Aussichtspunkten, wo weder Gebäude noch Bäume den Blick versperrten. Regionen und Gemeinden hatten dafür Hunderte offizielle Beobachtungsplätze eingerichtet. Größere Zwischenfälle wurden zunächst weder aus Spanien noch aus Deutschland bekannt. In Spanien kam es jedoch vielerorts zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Behörden hatten im Vorfeld mit bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten gerechnet. Auf Mallorca sorgte der Andrang bereits am Morgen für erste Probleme. Rund um Sóller und an mehreren Aussichtspunkten der Serra de Tramuntana waren Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis belegt, einzelne Zufahrten wurden gesperrt. Viele Besucher mussten ihre Beobachtungsorte zu Fuß erreichen. Auch das Wetter spielte mit Der Himmel über Spanien war zumeist klar, nur die große Hitze von teilweise fast 40 Grad machte einigen zu schaffen. In Deutschland, wo die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt wurde, war der Himmel ebenfalls weitgehend wolkenlos. Großer Andrang herrschte zum Beispiel in München im Olympiapark. Hunderte Schaulustige kamen zum Feldberg in Hessen. In Berlin ist es rund um das Planetarium in Prenzlauer Berg zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Polizei sprach von 3.000 Menschen. Über Dresden schwebten mindestens sechs Heißluftballons - auch deren Passagiere hatten beste Aussicht. Schutzbrille in jedem Fall nötig Ohne eine spezielle Sonnenfinsternis-Brille konnte ein Blick in die Sonne die Augen stark schädigen. Auch die hohe Abdeckung der Sonne während der Sonnenfinsternis durch den Mond in Deutschland oder die einsetzende Dämmerung seien keine Gründe, die Augen weniger gut zu schützen, betonte Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Im Vorfeld gab es einen Ansturm auf die speziellen Brillen in Geschäften. Sternschnuppen als Zugabe Zum Schauspiel der Sonnenfinsternis war noch eine Zugabe vorgesehen: Ein Sternschnuppenstrom. Die Perseiden sollten ausgerechnet in derselben Nacht ihren Höhepunkt erreichen, wobei Astronomen mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde rechneten. Die besten Beobachtungszeiten sollten die Stunden von 23.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens sein. Die totale Sonnenfinsternis lockte Finsternis-Enthusiasten aus zahlreichen Ländern nach Spanien. RTVE zeigte in Soria rund 200 Kilometer nordöstlich von Madrid unter anderem eine 80-köpfige Reisegruppe aus Finnland. „Für uns alle ist es die erste totale Sonnenfinsternis“, sagte Teilnehmer Ari. Ebenfalls nach Soria war eine dänische Gruppe von 140 Menschen gekommen. Sie hatte die Reise bereits vor zwei Jahren gebucht. Verwandte Themen Auftakt einer außergewöhnlichen Serie Die spanische Regierung hatte sich monatelang auf das Jahrhundertereignis vorbereitet. Zwei Millionen zertifizierte Schutzbrillen wurden kostenlos verteilt, mehr als 33.000 Beamte von Polizei und Guardia Civil waren im Rahmen eines nationalen Sicherheitsplans im Einsatz. Zugleich bereiteten die hohe Waldbrandgefahr und die Trockenheit den Einsatzkräften Sorgen. Diese totale Sonnenfinsternis war zugleich der Auftakt einer außergewöhnlichen Serie astronomischer Ereignisse. Bis 2028 werden in Spanien insgesamt drei große Sonnenfinsternisse zu sehen sein - ein Umstand, den Astronomen als weltweit außergewöhnlich bezeichnen. Auf ein weiteres Ereignis am Himmel muss man in Deutschland nur gut zwei Wochen warten: Am 28. August ist hierzulande eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Dabei tritt der Mond nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein und erscheint stellenweise verdunkelt. Die nächste partielle Sonnenfinsternis in Deutschland folgt am 2. August 2027.

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12. August
taz (Öko & Co)

Sonnenfinsternis-Hype in Spanien: Schlafbrille für Eklipseverächter

Sonnenfinsternis-Hype in Spanien: Schlafbrille für Eklipseverächter Über Spanien wird sich der Himmel am Mittwoch vollständig verfinstern. Das sorgt für einen Massenansturm: Tesla-Boss Elon Musk hat gleich ein Hotel gemietet. Alle spanischen Nachrichten und Zeitungen kennen heute nur ein Thema: „Wie beobachte ich eine Sonnenfinsternis?“ – so lautet die Frage, die ausführlich beantwortet wird. Es geht um Spezialbrillen, Uhrzeit, Himmelsrichtung. Der Hype ist groß. Erstmals seit 120 Jahren wird in einem 300 Kilometer breiten Streifen, der vom Atlantik im Nordwesten Spaniens bis zu den Balearischen Inseln im Mittelmeer reicht, gegen 20.30 Uhr eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein. Je nach Standort verdeckt der Mond dort die Sonne zwischen 40 Sekunden und knapp zwei Minuten total. Der Tag wird plötzlich zur Nacht. Millionen Spanierinnen und Spanier sowie Millionen von Touristinnen und Touristen, die aus aller Welt angereist sind, haben sich vorbereitet, um das Spektakel am Himmel zu sehen. Mit Brillen ausgerüstet hat sich jede und jeder einen Platz ausgesucht, von wo aus der Himmel frei zu sehen ist. Die Vorhersagen schauen gut aus. Nur ganz im Nordwesten an der Küste Galiciens und Asturiens sind Wolken am Horizont zu erwarten. Der Rest der Zone der totalen Finsternis ist wolkenfrei. Im restlichen Land kann – ebenso wie in vielen Orten Europas – eine teilweise Sonnenfinsternis beobachtet werden. So auch in Deutschland, wo die Sonne in Freiburg kurz nach 20 Uhr zu über 90 Prozent verdeckt sein wird. In Berlin sind es immerhin noch knapp 85 Prozent. Bis zu 100 Millionen Extra-Umsätze erwartet Die Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes werden dieses Jahr im wahrsten Sinne des spanische Sprichwortes „ihren August machen“. Der Ausdruck steht im Land auf der Iberischen Halbinsel, das knapp 13 Prozent seines Bruttoinlandproduktes dem Tourismus zu verdanken hat, für ein besonders gutes Geschäft. Die Sonnenfinsternis ist es. Schätzungen gehen von bis zu 100 Millionen Euro Extra-Umsätzen aus. Selbst kleine Pensionen streichen für die Nacht vor und nach der Sonnenfinsternis bis zu 500 Euro pro Übernachtung ein, in guten Hotels gehen die Preise in die Tausende. An betuchten Gäste fehlt es nicht. So hat Elon Musks Unternehmen SpaceX in der nordspanischen Kleinstadt Lerma in der Provinz Burgos den Parador, ein Hotel in einem historischen Gebäude mit 70 Zimmern komplett gemietet. Campingplätze in der Totalitätszone sind seit Monaten völlig ausgebucht. So mancher vermietet seinen Balkon Richtung Westen. Dachterrassen in den Städten in der Zone sind ebenfalls beliebt und teuer Staus und erhöhte Waldbrandgefahr Was des einen Freund ist des anderen Besorgnis. Spanien durchlebt einen besonders heißen und trockenen Sommer. Das Waldbrandrisiko ist extrem hoch. Hunderttausende von Sonnenfinsternisbesuchern überall in der Natur können da schnell zum Problem werden. Vielerorts hat deshalb die Verkehrspolizei der Guardia Civil bereits Straßensperrungen angekündigt. Alles, was über Feldwege zu Aussichtspunkten führt, gehört dazu. Staus sind überall zu erwarten. Mancherorts wurden Großereignisse zur gemeinsamen Beobachtung des Himmelsschauspiels vor Tagen wieder abgesagt. So etwa in mehreren Gemeinden der Region Madrid. Übergeordnete Behörden hatten keine Erlaubnis erteilt – alles aus Angst vor Bränden. Alleine rund um Madrid wurden dieses Jahr bereits rund 30.000 Hektar Opfer der Flammen. In ganz Spanien sind es über 220.000 Hektar. Mancherorts haben die Gemeinden Angst davor, regelrecht überrannt zu werden. So etwa im kleinen Ort Avellanosa, in der Nähe des zentralspanischen Stadt Burgos. Das Dorf ging viral, nachdem die BBC es in einer Reportage zeigte. Wenige Kilometer weiter hat sich die Nasa in einem anderen Dorf eingemietet, um die Sonnenfinsternis live zu übertragen. Auch dort werden jetzt Massenaufläufe erwartet. „Wir sind total besorgt“, erklärt der Bürgermeister von Avellanosa in der Presse. „Unser kleines Dorf ist nicht darauf vorbereitet so viele Menschen aufzunehmen.“ Eine Schlafbrille für Eklipseverächter Doch Spanien wäre nicht Spanien, würden man die Sache nicht auch mit Humor nehmen. So bewarb Spaniens meistgehörter Radiosender, Cadena Ser, für all jene, die beim Hype nicht mitmachen wollen, eine Schlafbrille. In den sozialen Netzwerken tauchten zudem Anzeigen auf, in denen behauptet wurde, dass Bill Gates das Patent auf die Spezialbrillen mit Filter zur Beobachtung der Sonnenfinsternis habe, und dass diese gezielt von der Linksregierung unter Pedro Sánchez verbreitet würden. „Da gibt es etwas, was diese Roten nicht wollen, dass wir es sehen“, heißt es in der Anzeige, und darauf könne es nur eine Antwort geben: „Ich? Ohne Brille!“ Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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12. August
Handelsblatt

Himmelsschauspiel: Spanien vor historischer Sonnenfinsternis - Reisewelle rollt

Himmelsschauspiel: Spanien vor historischer Sonnenfinsternis - Reisewelle rollt Madrid. Wenige Stunden vor der ersten totalen Sonnenfinsternis über Spanien seit mehr als einem Jahrhundert fiebert das Land dem historischen Naturschauspiel entgegen. „Wie aufregend! Ich kann es kaum erwarten“, rief am Vormittag die Moderatorin des staatlichen TV-Nachrichtensenders „24 Horas“. Die Finsternis werde Spanien am Abend regelrecht lahmlegen, hieß es im Sender. Unterdessen zieht es viele Menschen in die sogenannte Totalitätszone, in der der Mond am Abend gegen die Sonne vollständig verdecken wird. Die Behörden rechneten allein am Mittwoch mit 400.000 bis 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten. Vor allem auf den Zufahrtsstraßen in den Norden und Osten des Landes sowie zu den Balearen wurden lange Staus erwartet. Katalonien und andere Regionen meldeten am Vormittag zähflüssigen Verkehr. Nennenswerte Verkehrsbehinderungen wurden zunächst aber nicht gemeldet. Die Generaldirektion für Verkehr (DGT) hat einen Sonderplan mit zusätzlichen Kontrollen und Hinweistafeln aktiviert. Autofahrer dürfen weder auf der Fahrbahn noch auf dem Seitenstreifen anhalten, um das Schauspiel zu beobachten. Während der Verdunkelung muss mit Abblendlicht gefahren werden. Die Behörden appellierten, Reisen möglichst früh anzutreten. Hohe Waldbrandgefahr bereitet Sorgen Das Naturereignis lockt Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Hotels entlang der Totalitätszone sind vielerorts seit langem ausgebucht, Privatleute vermieten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den westlichen Horizont für mehrere Hundert Euro. Auch auf Mallorca, das ebenfalls in der Totalitätszone liegt, herrscht Hochbetrieb. Hotels und Restaurants mit Blick auf den Sonnenuntergang melden eine außergewöhnlich hohe Nachfrage und bieten vielerorts spezielle Beobachtungsveranstaltungen an. Die Regierung hat umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Zwei Millionen zertifizierte Schutzbrillen wurden kostenlos verteilt. Mehr als 33.000 Polizisten und Beamte der Guardia Civil sind im Einsatz. Neben dem dichten Verkehr bereitet den Behörden vor allem die hohe Waldbrandgefahr Sorgen. Besucher werden deshalb aufgerufen, nur ausgewiesene Beobachtungsplätze zu nutzen und in Waldgebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen. Die totale Sonnenfinsternis über Spanien beginnt am Abend kurz vor halb neun. Der Mondschatten erreicht Galicien als erste Region gegen 20.28 Uhr und zieht innerhalb weniger Minuten über Kastilien und León, Aragonien und Valencia bis zu den Balearen weiter. Je nach Standort dauert die vollständige Verdunkelung zwischen rund 30 Sekunden und knapp zwei Minuten. Es ist die erste totale Sonnenfinsternis über dem spanischen Festland seit 1905.

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12. August
ZDF heute

Auf dieser Insel erreicht die Finsternis ihren Höhepunkt

Sonnenfinsternis bei Sonnenuntergang:Vorfreude auf das Ausnahme-Event auf Mallorca von Elisa Miebach und Cordelia Strauß Ausgebuchte Hotels, gesperrte Straßen und ausverkaufte Sonnenfinsternis-Brillen: Mallorca ist vorbereitet auf ein besonderes Naturschauspiel - Sonnenfinsternis bei Sonnenuntergang. Die Rezeptionistin Paula Llabrès ist in ihrem Hotel am Strand von Palma mittlerweile zur Sonnenfinsternis-Expertin geworden. Beim Check-In gibt sie nicht nur Informationen zu Frühstück und Pool. Mit zum Repertoire dieses Augusts gehört die geschenkte spezielle Sonnenfinsternis-Brille, die Erklärung zur Dauer der Sonnenfinsternis von eineinhalb Minuten um 20:30 Uhr - und vor allem die Zeiten der Straßensperrungen um die Inselhauptstadt Palma. Unser Hotel ist deshalb seit August im vergangenen Jahr ausgebucht. Paula Llabrès, Rezeptionistin in einem Hotel in Platja de Palma Llabrès selbst hat sich für den Tag frei genommen und plant eine Wanderung entlang der Steilküste im Westen der Insel. Sie wird schon am Morgen gut elf Stunden vor der Sonnenfinsternis aufbrechen, um die für das Event eingerichteten Verkehrseinschränkungen auf der Insel zu umgehen. Letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland 1999 Auf Mallorca liegt Spannung in der heißen Luft. Die beliebte Urlaubsinsel ist einer der wenigen Orte in Europa, an denen die Finsternis am 12. August voll sichtbar ist. In Deutschland gab es zuletzt 1999 eine totale Sonnenfinsternis - in diesem Jahr wird hierzulande der Mond die Sonne zwar auch verdecken, aber nicht vollständig. Die Totalität ist nur auf Island und einem schmalen Streifen von der spanischen Nordküste bis zu den balearischen Mittelmeerinseln wie Mallorca sichtbar. Am Abend des 12. Augusts ordnen sich Sonne, Mond und Erde in einer Reihe an. Von der Arktis bis Mallorca gibt es eine totale, in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis. 07.08.2026 | 0:54 minSonnenfinsternis: Besonderheit für Astronomie-Fans Im Mittelmeer geht die Sonne, kurz nachdem der Mond sie vollständig bedeckt hat, unter. Eine ganz besondere Finsternis - dabei ist das Zusammenspiel von Mond und Sonne auch ohne Sonnenuntergang schon beeindruckend. Eigentlich können wir angesichts der fein abgestimmten Vorgänge am Himmel nur respektvoll staunen. Harald Lesch, Astrophysiker "Der Mond schiebt sich exakt so vor die Sonnenscheibe, dass sie ganz genau bedeckt wird", erklärt Astrophysik-Professor Harald Lesch: "Er ist nicht zu klein, dann würden wir nur einen Ring sehen, und er ist nicht zu groß, dann würden wir von der leuchtenden Korona nichts beobachten." Am Mittwochabend ist über Spanien eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Die beste Sicht auf das Naturereignis gibt es auf Mallorca. Die Insel rechnet mit intensivem Tourismus. 10.08.2026 | 2:15 minSo will die Polizei den Ansturm bewältigen Mallorca erwartet an seinen neun offiziellen Beobachtungspunkten am Meer Menschenmassen. Ab dem Nachmittag sperrt die Polizei viele Teile der Insel, um das Überlaufen der Spots mit der besten Aussicht zu verhindern. "Die größte Herausforderung an diesem Tag ist die gleichzeitige Ansammlung von Menschen und Fahrzeugen an Orten mit begrenzter Kapazität", sagt die Sprecherin der Guardia Civil, Mari Carmen Moya. Die Prioritäten seien, die Verkehrssicherheit zu garantieren, die Waldbrandgefahr zu minimieren und die Sicherheit auf See zu gewährleisten. Kapazitäten auch ohne Sonnenfinsternis bereits erschöpft Mehr Übernachtungen als sonst im August erwartet das Tourismusministerium aber kaum. "Was die Hotelauslastung und die touristische Auslastung auf den Balearen betrifft, wird es kaum einen Einfluss haben, denn unsere Kapazitäten sind bereits vollständig ausgeschöpft", so der Tourismusminister der Balearen Jaume Bauzà Mayol. Tausende Menschen, Teleskope auf Feldern und gespannte Blicke gen Himmel: Harald Lesch erinnert sich an die Sonnenfinsternis von 1999 und den besonderen Zauber dieses gemeinsamen Erlebnisses. 12.08.2026 | 0:43 minOhne Sonnenfinsternis-Brille drohen irreparable Schäden Und doch ist es ein anderer Sommer-Urlaub als in den vergangenen Jahren. So sind in diesem August die Sonnenfinsternis-Brillen heiß begehrt. Bei Optiker Juan Manuel Novo Bunse waren sie schon Tage vor der Sonnenfinsternis ausverkauft. Seit Januar hatte er sie im Sortiment und weist darauf hin, wie wichtig sie zum Schutz der Augen sind: "Die Netzhaut kann ohne sie verbrennen. Die Schäden wären unmittelbar und können irreparabel sein." Bei Paula Llabrès und ihren Hotelgästen steigt die Vorfreude: "Alle sind so aufgeregt, seit einer Woche reden wir nur noch darüber", sagt die Rezeptionistin. Es wird einer der besten Sonnenuntergänge unseres Lebens. Paula Llabrès, Einwohnerin von Mallorca Harald Lesch und Jasmina Neudecker begleiten die totale Sonnenfinsternis am 12. August von Mallorca aus ab 20 Uhr im ZDF-Streaming-Portal und auf dem YouTube-Kanal "Terra X Lesch & Co", ab 20:15 Uhr in 3sat und bei entsprechenden Witterungsverhältnissen von etwa 20:25 Uhr bis 20:35 Uhr im ZDF-Hauptprogramm. Hier geht es am 12. August zum Stream. Mehr zur Sonnenfinsternis - FAQWissenswertes zum Himmelsereignis:Wann und wo die Sonnenfinsternis in Deutschland zu sehen istmit Video0:54 - InterviewHarald Lesch über das Himmelsschauspiel:Sonnenfinsternis: "Ein Grenzerlebnis unserer Wahrnehmung"mit Video1:12 - Himmelsschauspiel am 12. August:Wo es noch Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis gibtmit Video2:15

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11. August
Tagesschau

Spaniens Provinzen hoffen auf die "SoFi"-Touristen

Spaniens Provinzen wollen profitieren Big Business Sonnenfinsternis? Schutzbrillen, Eis in Sonnenform, Sonderangebote und vor allem viele Besucher - die Sonnenfinsternis soll Spanien einen wirtschaftlichen Schub bescheren. Vor allem in der Provinz hoffen die Menschen auf "SoFi-Touristen". Los Olmos ist ein kleines Dorf in der spanischen Provinz Teruel ungefähr in der Mitte zwischen Madrid und Barcelona. 111 Einwohner und sehr wenig los, wie diese Frau erzählt. "Du gehst tagsüber aus dem Haus und kannst problemlos eine ganze Straße entlanggehen, ohne jemanden zu sehen, außer den Kätzchen oder Hündchen." Es sei niemand da. "Wir haben das Glück, an einer Nationalstraße zu liegen, auf der täglich mehrere Busse vorbeikommen, um ins Krankenhaus zu fahren." Nur einmal die Woche komme ein Arzt ins Dorf. Los Olmos ist plötzlich mittendrin Jetzt aber rührt sich doch etwas: die Sonnenfinsternis. Und Los Olmos liegt mitten in der Zone der Totalität - also da, wo die Sonne komplett hinter dem Mond verschwindet. In Spanien sieht man das zum ersten Mal seit 1905. In der Bar von Los Olmos ist man entsprechend gespannt. "Es ist sehr aufregend", sagt Angelines Martín. "Das ist etwas, das wir nur einmal sehen werden. Die Jungen vielleicht schon nochmal, aber wir nicht, und wir haben es noch nie gesehen. Und wenn wir die Gelegenheit heute nutzen, werden wir es danach nicht mehr sehen." Viel Platz und wenig Perspektiven Los Olmos ist ein klassisches Beispiel für die España Vaciada, das entvölkerte Spanien. 84 Prozent der Bevölkerung drängen sich im Land auf nur 16 Prozent des Staatsgebiets. Die übrigen Spanierinnen und Spanier haben sehr viel Platz, aber auch kaum wirtschaftliche Perspektiven. Die Provinz Teruel ist besonders betroffen. Nun aber gibt es eben diesen Hoffnungsschimmer: die Eclipse Solar, die Sonnenfinsternis. Ein Eis am Stiel als untergehende Sonne, ein Shopping-Center, das eine Sonnenfinsternis-Brille bei Einkäufen ab 20 Euro spendiert und eine Tourismuskampagne: Überall im Land versucht man, aus der Sonnenfinsternis Geld zu machen. Warum also nicht auch im entvölkerten Teruel? Mehr Buchungsanfragen Und tatsächlich gibt es ein paar erfreuliche Fakten. Die Reiseplattform Airbnb hat untersuchen lassen, welche Effekte die Sonnenfinsternis haben könnte. "Die Hälfte der ausländischen Suchanfragen kommt aus den USA, Großbritannien und Frankreich, und noch einmal ein Drittel aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Italien. Also zusätzlich zu den Spaniern, die die Sonnenfinsternis nutzen, um mal andere Gegenden ihrer Heimat kennenzulernen, gibt es einen kräftigen Zustrom an internationalen Touristen", berichtet Sara Rodríguez von Airbnb. Konkret heißt das: Die Sonnenfinsternis wird laut der Untersuchung in diesem Jahr gut 400 Millionen Euro in die ländlichen Gemeinden Spaniens spülen und mehr als 7.000 Vollzeitarbeitsplätze schaffen. Das ist für die gesamte spanische Volkswirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp zwei Billionen Euro natürlich nur eine sehr geringe Summe. Für die entvölkerten Landesteile kann aber durchaus ein spürbarer Effekt entstehen, vor allem dann, wenn die Touristen wiederkommen. Geteiltes Meinungsbild in der Bar von Los Olmos In der Bar von Los Olmos ist man noch nicht völlig überzeugt. Die Meinungen darüber, ob die Sonnenfinsternis wirklich mehr Leben hierher bringt, gehen auseinander: Lorena Fernández glaubt, "dass Dörfer in Teruel durch die Sonnenfinsternis bekannter werden. Das hilft denen doch auf jeden Fall." Ein Mann ist weniger optimistisch: "Nun, es werden Leute kommen, und wenn sie etwas Geld da lassen, dann lassen sie es eben da, aber als Zukunft sehe ich die Sonnenfinsternis nicht." Angelines Martín ist hingegen überzeugt, dass das Ereignis viele Leute anziehen wird. Und Blanca Miguel Ramo sagt: "Ich denke, diese Sonnenfinsternis ist schon etwas Einmaliges, aber ich sehe es als sehr punktuell an - vielleicht irre ich mich auch, das kann sein." Was klar ist: Die totale Sonnenfinsternis ist kein einmaliges Ereignis für Spanien. Nächstes Jahr gibt es noch eine, allerdings wird die dann nur ganz im Süden des Landes zu sehen sein. Aber 2028 folgt eine dritte, diesmal ringförmige Sonnenfinsternis in Spanien. Ebenfalls ein sehr außergewöhnliches Schauspiel - und da sind dann Teruel und Los Olmos wieder mit von der Partie.

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10. August
Tagesschau

Spanien: Vorfreude auf Sonnenfinsternis, Angst vor Waldbränden

Himmelsspektakel über Spanien Vorfreude auf Sonnenfinsternis, Angst vor Waldbränden Über weiten Teilen Spaniens ist am Mittwoch die totale Sonnenfinsternis zu sehen. Einheimische und Urlauber wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Wegen der Waldbrände gelten strenge Regeln. Nach Mallorca wurde sogar die Armee geschickt. Spanien bereitet sich auf ein Jahrhundertereignis vor: Am Mittwoch lässt sich von dort aus die totale Sonnenfinsternis beobachten, bei der sich der Mond vor die Sonne schiebt. Das Himmelsspektakel sorgt für einen Touristenboom: Hunderttausende Menschen dürften zusätzlich zu Millionen Urlaubern nach Spanien gelockt werden. Die Sonnenfinsternis dauert zwar je nach Standort nur rund eine Minute - für Hotels, Restaurants und andere kleine Betriebe in Spaniens Hinterland könnte sie sich jedoch als Goldgrube erweisen. Touristenansturm und Mondpreise Quer durch Nordspanien bis zu den Balearen - in der sogenannten Totalitätszone, wo die Finsternis total ist - herrscht bereits Ausnahmezustand. Hotels sind vielerorts ausgebucht, die wenigen verbliebenen Zimmer kosten oft ein Vielfaches der üblichen Saisonpreise im August. Privatleute bieten Dachterrassen oder Gärten mit freier Sicht auf den Abendhimmel an. Für besonders begehrte Balkone werden nach Medienberichten bis zu 700 Euro verlangt. Reiseveranstalter sprechen von einer Nachfrage, wie sie sonst nur bei internationalen Großereignissen zu beobachten ist. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens AFI wird das astronomische Ereignis 421 Millionen Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung bringen. Rund 327.000 Menschen werden demnach eigens wegen des Naturschauspiels zur Totalitätszone reisen, geschätzte 80 Prozent davon aus dem Ausland. Die größten Gewinner werden mehrheitlich Gegenden sein, die nicht im Fokus der Urlauber stehen. Es ist die sogenannte "España vaciada" - die dünn besiedelten und von Landflucht geprägten Regionen im Landesinneren. Campingplätze und Unterkünfte in der Gegend meldeten bereits Monate vor dem Ereignis ausgebuchte Kapazitäten. Auch kleinere Provinz-Hauptstädte wie León oder Burgos profitieren von dem Boom. Nach Angaben von AFI stiegen die Hotelbuchungen in kleineren Städten entlang der Finsternisroute gegenüber dem Vorjahr um 383 Prozent. Schaulustige sollen offizielle Aussichtspunkte nutzen Die offiziellen Beobachtungspunkte dienen auch dazu, die Gefahr von Waldbränden einzudämmen. Und diese Gefahr ist extrem, wie die verheerenden Waldbrände der vergangenen Wochen gezeigt haben. Zehntausende Menschen, die in knochentrockene Naturregionen pilgern, könnten unbeabsichtigt neue Brände auslösen, die sich blitzschnell ausbreiten. Für Besucher, die sich in der Region nicht gut auskennen, kann es dann schwierig werden, sich in der Dunkelheit in Sicherheit zu bringen. Eine besondere Herausforderungen werden die Autokolonnen sein, die sich am Mittwoch voraussichtlich insbesondere aus Madrid aber auch Barcelona herausbewegen werden. In den beiden Städten ist die totale Sonnenfinsternis kaum bzw. gar nicht zu sehen. Die Behörden appellieren ausdrücklich, nicht irgendwohin zu fahren, sondern aus den fast Hunderten offiziellen Beobachtungsorten einen auszuwählen. Dort gebe es gute Zufahrtswege, Evakuierungsrouten, Parkplätze und medizinische Versorgung. Militär auf Mallorca Die staatliche Wetterbehörde AEMET warnt momentan in weiten Teilen Spaniens vor sehr hoher oder extremer Waldbrandgefahr. Die Behörden haben deshalb Konsequenzen gezogen, Konzerte und andere Großevents rund um die Sonnenfinsternis abgesagt. Einige Gegenden etwa in Naturparks sind für Mittwoch komplett gesperrt. Ein großer Ansturm wird auch auf den Balearen erwartet. Auch dort ist die totale Sonnenfinsternis zu sehen und auch dort herrscht Brandgefahr. Deshalb kommt auf den Inseln die Armee zum Einsatz, um zu überwachen, dass sich die Menschen an die Vorschriften halten. Partielle Sonnenfinsternis über Deutschland In Deutschland wird die Sonnenfinsternis nur partiell sichtbar sein. Je nach Region wird die Sonne zwischen 19:11 Uhr und 20:17 Uhr bis zu 90 Prozent vom Mond verdeckt. Bei der Sonnenfinsternis und beim Sternschnuppenstrom wird es in weiten Teilen Deutschlands eine gute Sicht geben. In der Nordwesthälfte Deutschlands, also in Nordrhein-Westfalen sowie in Niedersachsen, werden am Mittwoch höhere Wolkenfelder aufziehen. Bei der Sonnenfinsternis stören werden diese aber wahrscheinlich nicht, sagte Nils Damke, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Rest von Deutschland kann bei wolkenfreiem Himmel das Schauspiel beobachten. Es endet mit dem Sonnenuntergang. Nur wenige Stunden später folgt der nächste Höhepunkt: Die Perseiden, ein Sternschnuppenstrom, hat sein Maximum ab etwa 23 Uhr. Während im äußersten Norden Wolken den Blick auf die Sternschnuppen versperren können, ist der Himmel im Rest von Deutschland wolkenlos. Auch hier sieht Meteorologe Damke "sehr, sehr gute Chancen, was das Wetter angeht." Mit Informationen von Christian Sachsinger, ARD Madrid, und dpa

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10. August
Süddeutsche Zeitung

Spanien: Zur Sonne, zum Chaos

Provinzen wie Burgos oder Soria im Landesinneren Spaniens gehören nicht zu den einschlägigen Tourismus-Destinationen. Schon gar nicht im August, wenn es die Menschen an die Küsten zieht. Doch am Mittwoch dieser Woche kosten Unterkünfte im kastilischen Hinterland mehrere hundert Euro pro Nacht. Sofern man dort überhaupt noch ein Zimmer findet, der 12. August war vielerorts schon vor Monaten ausreserviert. Der Grund ist einfach: Am Mittwochabend, kurz nach 20:30 Uhr, ist Sonnenfinsternis in Spanien zu sehen. Wer dieses Schauspiel maximal genießen will, als totale Sonnenfinsternis, muss in ein Gebiet fahren, das vom sogenannten Kernschatten bedeckt wird, zum Beispiel die entlegenen Landstriche Kastiliens – oder Mallorca, das ebenfalls auf dem Weg der Finsternis liegt, bei ähnlich schwieriger Hotelreservierungslage. Weil Spanierinnen und Spanier ebenso wie ausländische Besucher zu den besten Beobachtungspunkten reisen werden, befürchtet die nationale Verkehrsbehörde am Mittwoch bis zu 1,5 Millionen mehr Autofahrten als üblich – viele davon im nördlichen Hinterland der Iberischen Halbinsel. Die Sonne steht so tief, dass schon ein Baum das Erlebnis zerstören kann. Wegen des zu erwartenden Massenandrangs hat Spaniens Regierung vor mehr als einem Jahr bereits eine Kommission gegründet, an der 13 der 22 Ministerien beteiligt sind. Gut 350 Beobachtungspunkte werden nun behördlicherseits empfohlen – Orte im Kernschatten und mit freier Sicht nach Westen, denn die Sonne wird tief stehen, wenn der Mond sie verdunkelt. Schon ein Baum kann das Erlebnis zerstören. Um den erwarteten Verkehr zu bändigen, wurden 33 000 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten abgestellt. Der Andrang wäre im tourismuserfahrenen Spanien wohl noch zu regeln. Doch mehr noch als den Ansturm der Sonneninteressierten, fürchten die Behörden das Gegenteil: deren Abzug. Viele werden, ausgestattet mit Brotzeit und Kühlboxen, bereits tagsüber die vielversprechendsten Aussichtspunkte aufsuchen. Doch nachdem die gut 90 Sekunden dauernde totale Finsternis bestaunt ist, wird man womöglich feststellen: Es ist schon Abend, es wird bald dunkel, ab ins Hotel, oder ab nach Hause, wo auch immer das ist. Es könnte also sein, dass am Mittwochabend, kurz nach 20:30 Uhr, anderthalb Millionen Autos nahezu gleichzeitig angeworfen werden und zwischen Galicien und Valencia auf Landstraßen einbiegen. Die Verkehrsbehörde rechnet mit einem EVAAT, einem „Ereignis mit hoher Auswirkung auf den Verkehr“ und rät Autofahrern ausdrücklich, nach der Sonnenfinsternis noch eine Weile am Beobachtungsort zu verweilen. In Madrid wird die Sonne zu 99,97 Prozent vom Mond bedeckt sein. Zwar wird die Finsternis in fast allen Teilen Spaniens zu sehen sein, doch macht es einen Riesenunterschied, ob die Sonnenscheibe ganz oder nur teilweise bedeckt ist. In Madrid zum Beispiel wird eine zu 99,97 Prozent bedeckte Sonne zu erleben sein. Der restliche Bruchteil der Sonnenscheibe leuchtet jedoch immer noch hunderte Mal so hell wie der Vollmond und sollte nur mit Schutzbrille betrachtet werden. Eine vollständig bedeckte Sonne kann man hingegen mit bloßem Auge bewundern und dabei sogar die aus dem Rand züngelnden Protuberanzen sehen. Für all jene, die es in diesem Jahr weder nach Mallorca noch ins kastilische Hinterland schaffen, gibt es im kommenden Jahr eine zweite, sogar noch attraktivere Chance: Am 2. August 2027 wird sich die Sonne über Spanien erneut vollständig verdunkeln, diesmal über der andalusischen Provinz Cádiz – am Vormittag und mancherorts mehr als drei Minuten lang.

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