Themen
lage

Donnerstag, 16. Juli 2026
Zurück zur Übersicht

Ukraine: Warum Selenskij seinen beliebten Verteidigungsminister entlässt

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
16. Juli
FAZ (Politik)

Absetzung von Fedorow: Warum Selenskyj seinen beliebtesten Minister entlässt

Absetzung von Fedorow : Warum Selenskyj seinen beliebtesten Minister entlässt Als Verteidigungsminister ist Mychajlo Fedorow mit der ukrainischen Armeeführung aneinandergeraten. Wurde ihm das nach nur sechs Monaten im Amt zum Verhängnis? Als die Entscheidung gefallen war, veröffentlichte Mychajlo Fedorow eine lange Liste dessen, was sein Team mit ihm als Verteidigungsminister erreicht hat. Die Abschaltung des Starlink-Zugangs für die russische Armee zählt dazu, die damit der Fähigkeit beraubt wurde, ihre Drohnen präzise auf ukrainische Ziele zu steuern. Auch die angestrebte Isolierung der besetzten Krim und damit die Behinderung des russischen Nachschubs für die Front, die Förderung moderner Drohnentechnologie, ein Neustart des korruptionsanfälligen Beschaffungssystems und eine erhebliche Verbesserung der Abfangraten für Drohnen von 83 auf 91 Prozent sowie für Raketen von 47 auf 87 Prozent sind unter den 22 Punkten zu finden. Unter Punkt 13 nennt Fedorow jedoch auch eine Ursache, die ihn mutmaßlich den Job gekostet hat: „Eine unpopuläre, aber lebenswichtige Transformation des Militärs begonnen.“ Fedorow führte Verteidigungsministerium wie Start-up Seit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Wochenende eine Neuaufstellung seiner Regierung angekündigt hat, mehrten sich Gerüchte über die Entlassung Fedorows. Allein: Es konnte und wollte kaum jemand glauben. Der mit 35 Jahren jüngste Minister im ukrainischen Kabinett hat im Land einen außerordentlich guten Ruf. Als Digitalminister krempelte er ab 2019 die noch sowjetisch geprägte Verwaltung um und machte sie zu einer der modernsten weltweit. Nach dem russischen Überfall auf sein Land trieb er die Entwicklung von Drohnen voran und setzte erfolgreich auf Marktmechanismen, um deren Herstellung und Beschaffung zu beschleunigen. Als ihm Selenskyj im Januar dieses Jahres das Verteidigungsministerium übertrug, setzte er seine Arbeit dort genauso fort: Gewohnheiten hinterfragen, alte Zöpfe abschneiden, hohes Tempo vorgeben. Er habe das Ministerium wie ein Start-up geführt, heißt in Kiew. Doch seine hyperaktive Art und sein unkonventionelles Herangehen riefen in dem traditionsgeprägten Ressort schnell Feinde auf den Plan. Erst recht, als er Ministerialbeamte zum Lügendetektortest schickte und diejenigen, die sich weigerten oder durchfielen, kurzerhand feuerte. Kritisch beäugt wurde auch, wie er in Teilen der korruptionsanfälligen Rüstungsbeschaffung offene Ausschreibungen einführte und damit die Kosten etwa für Artilleriegeschosse um 16 Prozent senken konnte. Fedorow gewann viele Anhänger vor allem unter jungen Kommandeuren. Doch in der ukrainischen Armeeführung, der es bisher gleich war, wer unter ihr den Verteidigungsminister stellte, wuchs der Unmut. Erst recht, als Fedorow, der den Widerstand spürte, daraufhin versuchte, Olexandr Syrskyj, den Oberbefehlshaber, aus dem Amt zu drängen. Das jedoch akzeptierte Selenskyj, der Syrskyj ebenso wie Fedorow vertraut, nicht. Er konnte es wohl auch nicht riskieren, mitten im Krieg die Armeeführung auf Wunsch seines jungen Ministers zu ersetzen, auch wenn dieser ihm noch so überzeugt die „unpopuläre, aber lebensnotwendige Transformation“ des Militärs darlegte. Seine Reform ist im Volk beliebt, beim Militär nicht Bis zum Schluss versuchte Selenskyj offenbar noch, einen Kompromiss zu finden. Am Mittwochabend traf er sich zum direkten Gespräch mit Syrskyj und Fedorow. Kurz darauf folgte dessen Entlassung. Fedorow war der einzige Minister, der seit Selenskyjs Wahlsieg 2019 ununterbrochen in der Regierung war und ein Mann, mit dem er eine Vorliebe für mutige, unkonventionelle Lösungen teilte. Allerdings hatte er Fedorow im Januar das Verteidigungsressort auch aus Personalnot übertragen. Fedorow aber identifizierte schnell die Schwachpunkte, darunter Entscheidungsschwäche, Verantwortungslosigkeit, Überbürokratisierung. Alle Vorschläge seines Ministeriums zur Verbesserung der Arbeit der Armee seien jedoch auf Widerstand gestoßen, zitierte das Portal „Ukrainska Prawda“ am Donnerstag den geschassten Minister. Vorgänger Denys Schmyhal, der das Amt ebenfalls nur wenige Monate innehatte, musste damals ins Energieministerium wechseln, dessen Minister wegen Korruption entlassen worden war. Mitten in der durch russische Bombardements verursachten Energie- und Wärmekrise sollte Schmyhal, der lange in der Energiebranche gearbeitet hat, mit seiner Erfahrung die Lücke füllen. Mit Fedorow als Verteidigungsminister verbanden jedoch viele Ukrainer die Hoffnung auf Reformen. Vor allem die Personalprobleme und die Ungerechtigkeiten bei der Rekrutierung sollte dieser beheben. Doch seine Pläne führten zu viel Streit mit der Armeeführung. Sein im Juni nach vielen Hindernissen angekündigter Plan sieht etwa vor, den Monatssold zu erhöhen, hohe Prämien für die Anwerbung von Ausländern zu zahlen, feste Vertragslaufzeiten für Soldaten von sechs bis 24 Monaten einzuführen, Deserteuren eine Frist von 100 Tagen einzuräumen, um straffrei zur Truppe zurückzukehren, sowie Soldaten mit langen Dienstzeiten für eine begrenzte Zeit zu demobilisieren, um ihnen Auszeiten zu ermöglichen. Vor allem Letzteres stieß in der Armeeführung auf harsche Kritik. Man könne nicht mitten im Krieg auf die erfahrensten Leute verzichten, berichten Militärangehörige in den sozialen Medien. Große Differenzen habe es mit Syrskyj zudem um die Ausstattung der Streitkräfte gegeben. Während Fedorow vor allem auf Technologie setzte und erheblich mehr in Drohnen investieren wollte, wie es auch zahlreiche Brigaden forderten, habe Syrskyj, ein Militär alter Schule, vor allem mehr Personal verlangt. In der Bevölkerung gewann Fedorow jedoch weiter an Sympathie. Umso größer ist nun der Schock über seine Entlassung – im Übrigen auch unter vielen Abgeordneten von Selenskyjs Partei „Diener des Volkes“, als dieser sie am Mittwochabend darüber informierte. Schon kurz darauf formierte sich in sozialen Netzwerken Widerstand. Dmytro Kosiatynskyj, ein Kriegsveteran, der bereits im vergangenen Sommer die erfolgreichen Massenproteste gegen die Entmachtung der Antikorruptionsbehörden mitorganisiert hatte, rief zu einer Demonstration in Kiew auf. Dort sowie in anderen ukrainischen Städten gingen die Menschen am Donnerstag auf die Straße, um gegen die Entlassung zu protestieren. Innenminister Klymenko soll auf Fedorow folgen Ein bei Reformen effektiver Verteidigungsminister werde durch jemanden ersetzt, „unter dem man jede Hoffnung auf Reform vergessen kann“, schrieb Kosiatynskyj auf Facebook. „Wir werden Russland niemals besiegen, solange Stagnation und Korruption unsere Armee und unsere Ministerien beherrschen.“ Auch Fedorows engste Berater Serhij Sternenko und Serhij Beskrestnov („Flash“) kündigten ihren Rückzug an. „Mychajlo Fedorow ist der beste Verteidigungsminister unserer Geschichte“, schrieb Sternenko auf der Plattform X. Es tue weh, dass Reformen blockiert würden und dadurch „unser Land heute deutlich weiter von einem Sieg entfernt ist“. Neuer Verteidigungsminister soll Ihor Klymenko werden. Der 53 Jahre alte, in Kiew geborene Politiker ist seit 2023 Innenminister und war zuvor lange Jahre Leiter der Nationalpolizei. Er hat eine Ausbildung an der Militäruniversität Odessa abgeschlossen, aber seit 1998 im ukrainischen Innenministerium gearbeitet. Seiner Sprecherin zufolge sei er vom Angebot, Chef des Verteidigungsressorts zu werden, überrascht worden. „Wir warten auf die formelle Nominierung des Präsidenten“, sagte sie dem Portal „Kyiv Independent“. Selenskyj selbst äußerte sich bis zum Donnerstagvormittag nicht dazu. Am Wochenende hatte er die Entscheidung, die Regierung nach nur einem Jahr abermals umzubilden, unter anderem mit der Vorbereitung auf den kommenden Winter begründet. Die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko soll dem Vernehmen nach Botschafterin in den USA werden. Selenskyj soll daraufhin Fedorow angeboten haben, Ministerpräsident zu werden, doch dieser habe abgelehnt, heißt es in Kiew. Er wolle die Arbeit im Verteidigungsressort fortführen. Daraus wurde nun nichts. „Es war mir eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen“, schrieb Fedorow am Mittwochabend. Ob er eine Rückkehr in die Politik plant, ließ er offen.

Artikel lesen
16. Juli
Die Welt (Politik)

„Für Selenskyj ist das kritisch“ – Proteste gegen Regierungsumbildung in Kiew

„Für Selenskyj ist das kritisch“ – Proteste gegen Regierungsumbildung in Kiew Junge Ukrainer ziehen wegen einer Kabinettsumbildung in Kiew auf die Straße und stellen sich gegen Wolodymyr Selenskyj. Der Präsident riskiert mit der Entlassung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow Proteste der Bevölkerung. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Donnerstag gegen die jüngste Kabinettsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj demonstriert worden. Protestteilnehmer versammelten sich in der Innenstadt, um ihren Unmut über die Maßnahmen auf die Straße zu tragen. Erwartet wurde unter anderem die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, dem ein großer Anteil an der Verbesserung der Position des Militärs im Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Monaten nachgesagt wird. Vor seinem Wechsel in das Verteidigungsressort war der 35-Jährige für die digitale Transformation in der Ukraine verantwortlich. Fortschritte bei Drohnentechnologie und E-Plattformen der Regierung haben zu seiner Beliebtheit beigetragen. Selenskyj gab Fedorows Ausscheiden zunächst nicht öffentlich bekannt, allerdings listete der Minister in sozialen Medien am Mittwochabend seine Erfolge im Amt auf. Zuvor hatten ukrainische Medien bereits tagelang über Fedorows Abgang spekuliert. Fedorow erklärte am Donnerstag vor Journalisten, er lehne ein Angebot von Präsident Wolodymyr Selenskyj ab, dessen Berater zu werden. Er liege im Streit mit Armeechef Olexandr Syrskyj. Fedorow wirft diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. „Bild“-Reporter Paul Ronzheimer berichtete von zahlreichen jungen Menschen auf den Straßen. Die Kabinettsumbildung sorge „für massive Empörung“ und „Kritik in den ukrainischen Medien“. Oft seien vergleichbare Proteste zu Größen von Zehntausenden angewachsen. „Wir haben das vergangenen Sommer gesehen. Da ging es um die Antikorruptionsbehörden und Massenproteste. Damals ist Selenskyj eingelenkt. Das hoffen diese Demonstranten, die hier heute sind, ebenfalls.“ Ronzheimer höre auch Selenskyjs Fraktion, dass einzelne Abgeordnete nicht bereit seien, die Wahl des neuen Verteidigungsministers zu unterstützen. „Für Selenskyj ist das durchaus kritisch“, sagte er. Der Rada-Abgeordnete Roman Hryshchuk, Mitglied von Selenskyjs Partei „Diener des Volkes“, nannte den Rücktritt von Fedorov auf X einen „Fehler“. Er werde für „die neue Regierungszusammensetzung stimmen, aber nicht für den neuen Verteidigungsminister“. „Fedorov wurde weithin als Verantwortlicher für die Wende der Ukraine auf dem Schlachtfeld und für die Eindämmung der Korruption im Militär angesehen“, kommentierte der Chefkorrespondent für Außenpolitik des „Wall Street Journals“, Yaroslav Trofimov, die Personalie auf X. „Ihn nach nur sechs Monaten und ohne Begründung zu entlassen, wirft ein wirklich schlechtes Licht auf Selenskyj.“ Im Zuge der Regierungsumbildung in der Ukraine bestätigte das Kiewer Parlament am Donnerstag derweil Serhij Korezky als neuen Regierungschef. 289 von 318 Abgeordneten stimmten für den bisherigen Chef des staatlichen Energieversorgers Naftogaz, wie die Volksvertretung bekanntgab. Selenskyj hat den Kabinettsumbau bislang nicht ausführlicher begründet. Er führte bei der Bekanntgabe des Schritts lediglich „neue Herausforderungen und neue Aufgaben“ an. Korezky folgt auf Julia Swyrydenko. Die 40-Jährige hatte das Amt der Regierungschefin im Juli 2025 übernommen, zuvor war sie Wirtschaftsministerin.

Artikel lesen
16. Juli
Die Zeit (Politik)

Ukraine: Regierungsumbau löst Proteste in der Ukraine aus

Ukraine: Regierungsumbau löst Proteste in der Ukraine aus Erneut baut Wolodymyr Selenskyj das Kabinett um. Vor allem der Rücktritt des beliebten Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow sorgt für Wut in der Bevölkerung. Proteste in Ukraine gegen Kabinettsumbildung: Demonstranten fordern Rücktritt des Verteidigungsministers Fedorow. Selenskyj rechtfertigt Umbau mit neuen Herausforderungen und Aufgaben. Naftogaz-Chef Koretskyi wird neuer Ministerpräsident. Fedorow bestätigt Rücktritt in sozialen Medien. Jüngster Verteidigungsminister der Ukraine lobte Einsatz von Drohnen im Krieg. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Wir entwickeln dieses Angebot stetig weiter und freuen uns über Ihr Feedback. In mehreren ukrainischen Städten hat es Proteste gegen die jüngste Kabinettsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj gegeben. In der Hauptstadt Kyjiw versammelten sich Protestierende in der Innenstadt, um ihre Kritik über den Umbau der Regierung kundzutun. Hintergrund der Proteste ist unter anderem der angekündigte Rücktritt des beliebten ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Die Demonstration war von Rufen wie »Schande« und »Bring Fedorow zurück« begleitet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Einige Teilnehmer schwenkten die Flaggen der Ukraine und der EU. Naftogaz-Chef als neuer Ministerpräsident gewählt Selenskyj hatte die Regierungsumbildung mit »neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben« begründet. Die bisherige Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko wurde bereits ausgetauscht. Das Parlament wählte Serhii Koretskyi, zuvor Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, als ihren Nachfolger. Den Rücktritt von Fedorow bestätigte Selenskyj bisher nicht öffentlich. Doch der Verteidigungsminister kündigte in sozialen Medien seinen Rücktritt an. »Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen« schrieb er auf X. Mit 35 Jahren war Fedorow als jüngster Verteidigungsminister der Ukraine ernannt worden. Er war ein früher Befürworter des zunehmenden Einsatzes von Drohnen gewesen, die mittlerweile unverzichtbar für den Krieg sind.

Artikel lesen
16. Juli
Deutschlandfunk

Russischer Angriffskrieg - Regierungsumbildung in der Ukraine: Warum soll Verteidigungsminister Fedorow gehen?

Fedorow war erst ein halbes Jahr im Amt. In seiner Zeit als Verteidigungsminister erreichte die ukrainische Armee, dass die russische Bevölkerung den Krieg zunehmend zu spüren bekam: Ukrainische Drohnen attackierten Raffinerien und Kraftwerksbetriebe im russischen Hinterland, was zu Engpässen unter anderem an Tankstellen in Russland führte. Außerdem wurde die von Russland annektierte Halbinsel Krim zeitweise von der Versorgung abgeschnitten. Fedorow bekämpfte Korruption im Ministerium und den Einfluss postsowjetischer Generäle Der 35-jährige Fedorow sei vor allem in der jungen Bevölkerung in der Ukraine sehr beliebt, erläutert unsere Osteuropa-Expertin Sabine Adler. In anderen Teilen der Gesellschaft habe sich Fedorow aber auch unbeliebt gemacht - etwa durch sein Vorgehen gegen Korruption im Verteidigungsministerium und gegen den Einfluss postsowjetischer Generäle. Zudem sei es ihm nicht gelungen, das Rekrutierungsproblem in der Armee zu beseitigen. Medien berichten außerdem über eine Konflikt zwischen Fedorow mit Armeechef Syrskyj. Und ihm werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Selenskyj könnte ihn auch deshalb bei der Regierungsumbildung nicht mehr berücksichtigt haben. Designierter Regierungschef mit Ruf als ausgezeichneter Manager Der designierte Ministerpräsident Koretskyi gilt als ausgezeichneter Manager. Staatschef Selenskyj bezeichnete den 48-Jährigen mit Blick auf die laufenden Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet für das Amt. In der kalten Jahreszeit werden auch diesmal wieder Probleme bei der Energieversorgung infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur befürchtet. Die bisherige Regierungschefin Swyrydenko, die nur ein Jahr im Amt war, wird voraussichtlich Botschafterin in den USA. Sie verfüge über exzellente Kontakte in die Vereinigten Staaten und solle dort sicherstellen, dass die ukrainische Regierung eine Lizenz für den Bau der amerikanischen Flugabwehrraketen vom Typ Patriot bekommt, so Adler. Die Ukraine fordert von den Verbündeten dringend Nachschub an Patriots, um sich gegen russische Angriffe mit ballistischen Raketen wehren zu können. Parlament berät über Regierungsumbildung - Proteste erwartet Selenskyj benötigt für die geplante Umbildung seines Kabinetts die Zustimmung des Parlaments, das voraussichtlich heute darüber beraten soll. Sabine Adler zufolge werden vor dem Parlamentsgebäude in Kiew Proteste von Anhängern des scheidenden Verteidigungsministers Fedorow erwartet. Auslöser für die Umgestaltung der Regierung ist unbestätigten Medienberichten zufolge das Ausscheiden der bisherigen ukrainischen Botschafterin in den USA, Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst. Grund sollen Korruptionsermittlungen gegen sie aus ihrer Zeit als Ministerin für EU- und NATO-Integration sein. Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Artikel lesen
16. Juli
FAZ (Politik)

Liveblog Ukrainekrieg: Proteste in Kiew gegen die Absetzung Fedorows

Liveblog Ukrainekrieg : Proteste in Kiew gegen die Absetzung Fedorows Lesezeit: Er war nur sechs Monate im Amt: Der 35 Jahre alte bisherige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorowdpa Ukrainischer Verteidigungsminister Fedorow wird abgelöst +++ Innenminister Klymenko soll offenbar den Posten übernehmen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog Alle Texte, Hintergründe und Kommentare zum Krieg in der Ukraine finden Sie auch auf unserer Sonderseite. Proteste gegen die Absetzung des Verteidigungsministers Im Zentrum von Kiew gehen Menschen gegen die Absetzung von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister auf die Straße. Die Demonstranten versuchen offenbar an die erfolgreichen Proteste gegen die Entmachtung der Antikorruptionsbehörden im vergangenen Jahr anzuknüpfen. Die Demonstranten haben denselben Versammlungsort in der Nähe des Präsidialamts gewählt, halten abermals selbstgebastelte Pappschilder in die Höhe. Zu der Demonstration am frühen Morgen hatten reichweitenstarke Akteure in den sozialen Medien aufgerufen. Im Livestream des ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens können Sie sich selbst ein Bild der Kundgebung machen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Selenskyj veröffentlicht Bilanz der Angriffsnacht Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verbreitet derweil zahlreiche Fotos, auf denen die Auswirkungen der nächtlichen russischen Angriffe zu sehen sind. Dem Präsidenten zufolge setzten die Russen in der Nacht auf Donnerstag 13 Raketen ein, (davon 8 ballistische Raketen), sowie 151 Drohnen. Allein im Juli habe es schon sechs Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew gegeben. In Kiew gebe es zwei Todesopfer, fünf weitere wurden verletzt (darunter ein Kind).  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Rücktritt aus Protest Der stellvertretende Kommandeur der Luftstreitkräfte hat aus Protest gegen die Absetzung Fedorows seinen Rücktritt eingereicht. Pawel Elisarow schrieb in sozialen Medien, Fedorows Entlassung und die damit einhergehende Blockade von Reformen bei der Flugabwehr werde zu zahlreichen Opfern und Zerstörungen führen.  Fedorows Rücktritt sei ein „großes Übel für die Verteidigungsfähigkeit des Landes“.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Veteran rief zu morgendlichem Protest auf Der Veteran Dmytro Kosiatinskyj hat am Mittwochabend zu Protesten mit Pappschildern am Ivan-Franko-Platz aufgerufen. Der Platz vor dem Kiewer Ivan-Franko-Theater ist einer der nächstgelegenen Orte zum Präsidialamt im abgeriegelten Regierungsviertel. Schnell schlossen sich Aktivisten in anderen Städten an. Kosiatinskyj schrieb es sei „nicht mehr hinnehmbar, was mit unserer Regierung geschieht.“ Der Verteidigungsminister werde „inmitten von (endlich!) effektiven Reformen“ seines Amtes enthoben. „Nehmt Plakate mit und vergesst nicht, dass dies ein friedlicher Protest ist“, fügte er hinzu. Protestaktionen soll es am Vormittag auch in Charkiw, Lemberg, Odessa, Dnipro, Saporischschja, Riwne, Iwano-Frankiwsk, Tscherkassy, Poltawa, Luzk, Tscherniwzi, Ternopil, Winnyzja und anderen Städten geben.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Fedorow zählt Erfolge seiner Amtszeit auf Mychajlo Fedorow hat auf seine Absetzung mit einer Auflistung von insgesamt 22 Erfolgen und Reformen reagiert. Fedorow nennt etwa die Abschaltung des Satelliteninternetdienstes Starlink für die russischen Besatzer Anfang des Jahres. Auf Drängen Fedorows führte Elon Musks Unternehmen damals eine Verifizierung der Antennen ein und schloss russische Soldaten von der Nutzung aus. Dies führte zu logistischen Problemen bei den Besatzungstruppen, die seit längerer Zeit Starlink-Antennen für die Kommunikation und Datenübertragung genutzt hatten. Er beansprucht auch die Operation eines „logistischen Lockdowns“ der Krim für sich. Seit dem Frühjahr greifen die Ukrainer gezielt die Versorgungswege auf die seit 2014 russisch besetzte Halbinsel an. Das erklärte Ziel Kiews ist es, das große russische Truppenkontingent dort vollständig vom Nachschub abzuschneiden. Fedorow nennt auch etwa die Reform des Beschaffungswesens, den Kauf von Gripen-Kampfflugzeugen und Lösungen bei der Luftverteidigung auf.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Starmer reist zu Selenskyj nach Kiew Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer reist am Donnerstag zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Kiew. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilte sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskyj über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten, heißt es in der Erklärung weiter. Starmer wird am Montag von seinem Amt zurücktreten. Sein Nachfolger soll der Labour-Politiker Andy Burnham werden.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sabrina Frangos Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kiew Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Zuletzt erklärten sich mehrere europäische Staaten bereit, zusammen mit dem osteuropäischen Land ein neues Abwehrsystem gegen ballistische Raketen zu produzieren.  Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren als Marschflugkörper, die von den Angreifern besser manövriert werden können und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar der Luftabwehr zu erfassen sind. Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Robert Dikomeit Abermals Tote nach russischen Angriffen in Saporischschja Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja sind mindestens fünf Zivilisten durch russische Angriffe getötet worden. Allein in der gleichnamigen Gebietshauptstadt seien 3 Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Zuvor hatte er über zwei getötete Männer infolge von Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen in der frontnahen Stadt Orichiw informiert. Die Großstadt Saporischschja ist ebenso nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm. Die Großstadt Saporischschja ist ebenso nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Robert Dikomeit Ukrainischer Verteidigungsminister Fedorow wird abgelöst Im Zuge der Kabinettsumbildung steht der von Russland angegriffenen Ukraine abermals ein Wechsel im Verteidigungsministerium bevor. „Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk auf dem Posten des Verteidigungsministers zu dienen“, schrieb Amtsinhaber Mychajlo Fedorow bei Telegram. Auf der Pattform X stellte er Fotos dazu, auf denen er auch mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius zu sehen ist. Fedorow ist seit Dienstag nur noch geschäftsführend im Amt. Der vom Parlament angenommene Rücktritt von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko zog die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts nach sich. Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dem Präsidenten obliegt laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskyj den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten vorschlagen. Als neuer Ministerpräsident ist der bisherige Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, im Gespräch. Fedorow ist seit Dienstag nur noch geschäftsführend im Amt. Der vom Parlament angenommene Rücktritt von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko zog die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts nach sich. Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dem Präsidenten obliegt laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskyj den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten vorschlagen. Als neuer Ministerpräsident ist der bisherige Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, im Gespräch. Ursächlich für den Wechsel in dem Ressort soll den Berichten nach ein Konflikt Fedorows mit Armeechef Olexander Syrskyj sein. Zudem habe der Minister die Probleme um die Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht lösen können. Vor knapp einer Woche hatten im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angegriffen und dabei das Dienstfahrzeug demoliert. 2019 leitete Fedorow die Medienkampagne Selenskyjs in dessen Wahlkampf geleitet und übernahm danach das neu geschaffene Digitalministerium. Der erst 35-Jährige galt lange Zeit als ein Favorit Selenskyjs. Zuletzt wurden ihm jedoch auch eigene politische Ambitionen auch auf das Präsidentenamt nachgesagt. 2019 leitete Fedorow die Medienkampagne Selenskyjs in dessen Wahlkampf geleitet und übernahm danach das neu geschaffene Digitalministerium. Der erst 35-Jährige galt lange Zeit als ein Favorit Selenskyjs. Zuletzt wurden ihm jedoch auch eigene politische Ambitionen auch auf das Präsidentenamt nachgesagt. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Robert Dikomeit Russland: Drohne tötet Chefingenieur des AKW Saporischschja Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine getötet haben. „Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte griff einen Dienstwagen des AKWs an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar an“, sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, gemäß einer Mitteilung bei Telegram. Es sei ein zielgerichteter Angriff gewesen. Ebenso sei der Fahrer des Dienstwagens bei dem Angriff ums Leben gekommen. Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine „klare Reaktion“. Die russische Führung sei informiert worden. In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. „Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird“, schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA, Rafael Grossi. Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine „klare Reaktion“. Die russische Führung sei informiert worden. In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. „Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird“, schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA, Rafael Grossi. Zuvor hatte der Leiter der russischen Besatzungsbehörden für die Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram über ukrainische Drohnenangriffe auf die Kraftwerksstadt Enerhodar informiert. Es sei zu einem kompletten Stromausfall gekommen. Den Angaben nach mussten soziale Objekte über Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden. Das AKW Saporischschja ist mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas. Es steht seit der Eroberung durch russische Truppen im März 2022 unter deren Kontrolle. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Reaktoren heruntergefahren. Das AKW Saporischschja ist mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas. Es steht seit der Eroberung durch russische Truppen im März 2022 unter deren Kontrolle. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Reaktoren heruntergefahren. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Selenskyj schlägt Naftogaz-Chef Korezkyj als neuen Ministerpräsidenten vor Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. „Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter“, erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt. Das Parlament soll voraussichtlich am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher, da Selenskyjs Partei über die Mehrheit der Mandate verfügt. Selenskyj hatte die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko in dieser Woche nach einem Jahr im Amt entlassen. Das Parlament nahm ihr Rücktrittsgesuch am Dienstag an. Der Rücktritt der Ministerpräsidentin zieht automatisch die Demission des gesamten Kabinetts nach sich. Daher wird mit einer umfassenden Regierungsumbildung gerechnet. Besonders im Fokus steht dabei die Zukunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Er leitet das Ministerium seit sechs Monaten und gilt als Förderer technologischer Innovationen. Selenskyj ließ offen, ob Fedorow im Amt bleibe. Er kündigte für Mittwochnachmittag Gespräche mit dem Minister und der Armeeführung an. Die politische Umgestaltung fällt in eine Phase, in der die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland vermehrt auf Angriffe mit Langstreckendrohnen setzt.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Ukraine greift wichtiges Kraftwerk auf der Krim an Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Bei der nächtlichen Attacke sei das Wärmekraftwerk Balaklawa getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialkräfte auf Telegram mit. Die Anlage ist für fast die Hälfte der Stromerzeugung auf der Halbinsel verantwortlich. Nach ukrainischen Angriffen wurde in Sewastopol stundenweise der Strom abgeschaltet. Die von Russland eingesetzten Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Stromversorgung vorerst auf zwei Stunden begrenzt ist, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen EU und Ukraine schließen Drohnen-Deal Vor dem Hintergrund weiterer massiver ukrainischer Angriffe auf russische Schiffe und andere Ziele schließen die EU und Kiew eine neue Partnerschaft zur gemeinsamen Produktion von Drohnen. Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Kiew ankündigte, geht es darum, Stärken miteinander zu verbinden. Das Wissen, das die Ukraine über den Einsatz von Drohnen- und Drohnenabwehrsystemen erworben habe, sei wahrhaft einzigartig, sagte sie. Europa verfüge hingegen über enorme technologische und industrielle Kapazitäten und habe sichere und geschützte Produktionsstandorte, die zur Ausweitung der Fertigung beitragen könnten. „Die Ereignisse hier und in anderen Teilen der Welt haben uns gezeigt, wie wichtig es für unsere Sicherheit ist, einsatzerprobte Drohnensysteme schnell und in großer Stückzahl bereitstellen zu können“, sagte sie mit Blick auf die Kriege in der Ukraine und in Iran. Ziel des „Drohnen-Deals“ sei es, die nötigen Impulse zu geben, um Investitionen und Produktion entscheidend zu steigern. Neben von der Leyen trafen auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus Südosteuropa in Kiew zu einem Gipfel ein. Es gehe darum, das politische Zusammenspiel und die Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu stärken, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen China kritisiert geplante Sanktionsverschärfungen für Käufer russischer Energie China hat amerikanische Pläne zu verschärften Sanktionen für Käufer russischer Energie scharf kritisiert. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking Lin Jian warf Washington am Mittwoch einen „doppelten Standard und Nötigung“ vor. China gehört zu den größten Abnehmern russischen Öls. Russland finanziert seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu großen Teilen mit Einnahmen aus Energieexporten. Ein überparteilicher Gesetzentwurf von vier amerikanischen Senatoren hatte die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump gefunden, der damit Strafzölle und Sanktionen verhängen könnte. „China lehnt einseitige Sanktionen entschieden ab, die nicht im Völkerrecht verankert sind und nicht vom UN-Sicherheitsrat genehmigt wurden“, sagte der chinesische Außenamtssprecher Lin. China werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um die legitimen Rechte und Interessen seiner Unternehmen und Bürger zu verteidigen. Die US-Senatoren hatten am Freitag mitgeteilt, es gehe um „Instrumente, die einen hohen Preis von denjenigen verlangen, die russisches Öl und Gas kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben“. Details wurden nicht genannt. In einem früheren Vorschlag war aber von Strafzöllen in Höhe von 500 Prozent die Rede, mit denen Länder belegt werden sollten, die russisches Öl, Gas, Uran und andere Produkte kaufen. Zu den Autoren des Gesetzes zählte auch der republikanische Senator Lindsey Graham, der am Wochenende unerwartet gestorben war. Die USA hatten wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Irankrieg und der darauf stark gestiegenen Ölpreise die gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen vorübergehend gelockert. Russland konnte seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft in der Folge nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) dadurch zeitweise nahezu verdoppeln. Beim G7-Gipfel in Frankreich hatte sich Trump aber Mitte Juni bereiterklärt, die US-Sanktionen gegen russische Ölexporte wieder einzusetzen.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Wadephul: Finnland ist Vorbild bei Resilienz gegen russische Bedrohung Außenminister Johann Wadephul sieht Finnland als Vorbild, wenn es darum geht, sich widerstandsfähiger gegen Bedrohungen aus Russland zu machen. „Finnlands Resilienz und Zivilschutz zeigen uns, wie auch wir uns noch effektiver gegen Bedrohungen aufstellen“, erklärte der CDU-Politiker vor seiner Reise nach Finnland. „Wehrhaftigkeit ist kein abstraktes Konzept, sie ist die Voraussetzung für Frieden und Sicherheit“, fügte er hinzu. Die finnische Gesellschaft lebe mit einem umfassenden Sicherheitsansatz vor, wie alle Teile der Bevölkerung dabei eine Rolle zu spielen hätten, erklärte Wadephul. „Von dieser Erfahrung können wir in Europa lernen, um uns besser gegen Sabotage, Cyberangriffe oder Desinformation zu wappnen.“ Wadephul will in der Hauptstadt Helsinki zunächst mit seiner Amtskollegin Elina Valtonen zu Beratungen zusammenkommen. Neben der Sicherheitslage an der finnisch-russischen Grenze dürfte die weitere Unterstützung der Ukraine Thema sein. Zudem steht ein Besuch auf einem Grenzpatrouillenschiff auf dem Programm. An diesem Donnerstag will Wadephul mit Valtonen die mehr als 1300 Kilometer lange finnisch-russische Grenze besuchen. Die Sicherheitslage dort gilt seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine als angespannt. Die finnische Gesellschaft lebe mit einem umfassenden Sicherheitsansatz vor, wie alle Teile der Bevölkerung dabei eine Rolle zu spielen hätten, erklärte Wadephul. „Von dieser Erfahrung können wir in Europa lernen, um uns besser gegen Sabotage, Cyberangriffe oder Desinformation zu wappnen.“ Wadephul will in der Hauptstadt Helsinki zunächst mit seiner Amtskollegin Elina Valtonen zu Beratungen zusammenkommen. Neben der Sicherheitslage an der finnisch-russischen Grenze dürfte die weitere Unterstützung der Ukraine Thema sein. Zudem steht ein Besuch auf einem Grenzpatrouillenschiff auf dem Programm. An diesem Donnerstag will Wadephul mit Valtonen die mehr als 1300 Kilometer lange finnisch-russische Grenze besuchen. Die Sicherheitslage dort gilt seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine als angespannt. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

Artikel lesen
16. Juli
Handelsblatt

Ukraine: Präsident Selenskyj entlässt populären Armeereformer: „Eins der dümmsten Dinge, die er gemacht hat“

Präsident Selenskyj entlässt populären Armeereformer Kiew. Die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow nach nur sechs Monaten im Amt hat Empörung ausgelöst. Aktivisten in Kiew kündigten eine Demonstration für Donnerstag an, um gegen das Aus des populären Ministers zu protestieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Fedorow am Mittwochabend im Zuge einer größeren Regierungsumbildung entlassen. Am Sonntag hatte bereits Premierministerin Julia Swyrvydenko ihren Posten räumen müssen. Fedorow erklärte, es sei ihm eine „große Ehre“ gewesen, als Verteidigungsminister dienen zu dürfen. Selenskyj begründete den Personalwechsel damit, dass er eine neue Ausrichtung wolle – ohne dies jedoch inhaltlich zu konkretisieren. Beobachter in Kiew nannten als mögliches Motiv für die Entlassung Fedorows, dass dieser höhere Beliebtheitswerte als der Präsident habe und Selenskyj einen potenziellen Rivalen schwächen wollte. Machtkampf mit Generalstabschef Zudem war der Kurs des 35-jährigen Fedorow auf Widerstand bei traditionell eingestellten Generälen gestoßen, darunter Generalstabschef Oleksandr Syrskyj, die noch zu Sowjetzeiten ausgebildet worden waren. Fedorow wollte die Struktur des Verteidigungsministeriums und des Militärs grundlegend umbauen, um die Truppe effizienter und schneller zu machen.

Artikel lesen
© 2026 Themenlage