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Dienstag, 24. März 2026
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Energieversorgung - Großrazzia nach Brandanschlag auf Stromkabel in Berlin

Medienspektrum

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24. März
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Anschläge auf das Berliner Stromnetz: Großrazzia gegen Verdächtige im linken Milieu

Am Dienstagmorgen ist es ruhig in der Reichenberger Straße, einer Ecke von Kreuzberg, die eher später aufwacht. Die Frühstückscafés sind schon geöffnet, die Kinder in der Kita „Kunterbunt“ haben was zu gucken: Nebenan ist Großrazzia in der „Anarchistischen Bibliothek Kalabalik“. Vermummte Beamte und ihre Gruppenwagen umstellen stundenlang das Gebäude, ein besetztes Haus, an dem ein Transparent „Der Görli bleibt auf“ fordert. Ein paar beunruhigte Passanten bleiben stehen und wollen wissen, was da schon wieder los ist – andere scheinen es schon ganz genau zu wissen, wollen aber keinesfalls mit der Presse darüber reden. Was da los ist, ist Teil einer groß angelegten Durchsuchung von insgesamt 17 Wohnungen, Büros, Läden und anderen Objekten, die meisten davon in Berlin. Aber auch in Hamburg, Düsseldorf und dem kleinen Ort Kyritz im Nordwesten Brandenburgs wurden die Ermittler aktiv. Nach Angaben der Polizei Berlin stellten sie dabei Mobiltelefone, Laptops, Unterlagen und diverse weitere elektronische Geräte als Beweismittel sicher. Rekordbelohnung von bis zu einer Million Euro für Hinweise Der Razzia gingen monatelange Ermittlungen voraus. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz war nach Informationen der Süddeutschen Zeitung eng in die Ermittlungen eingebunden. Die Durchsuchung wurde demnach zwischen mehreren Bundesländern koordiniert und hatte laut Ermittlern größere Dimensionen. Im Einsatz waren insgesamt 500 Polizeikräfte. Ziel der Razzia sei das linksextreme und anarchistisch militante Milieu. Nach Angaben eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft richtet sich die Durchsuchung gegen vier namentlich bekannte Beschuldigte im Alter zwischen 28 und 36 Jahren. Haftbefehle wurden nicht ausgesprochen. Die Razzien stehen laut Behörden in Zusammenhang mit dem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag vom 9. September 2025. Angreifer hatten einen Brandanschlag auf einen Strommast im Bezirk Treptow-Köpenick im südöstlichen Teil Berlins verübt und dabei Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben war die Rede von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof mit seinen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie. Betroffen von dem Stromausfall waren 50 000 Kunden, darunter auch viele Unternehmen. Knapp 14 000 Haushalte blieben zwei Tage lang ohne Stromversorgung. Der Anschlag soll Schätzungen zufolge Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht haben. Anfang dieses Jahres hatte dann ein weiterer Anschlag auf eine Kabelbrücke noch verheerendere Folgen. Beim längsten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Hauptstadt blieben 100 000 Menschen im Südwesten Berlins ohne Strom. Erst nach vier Tagen konnte der Schaden vollständig behoben werden. Ausbleibende Ermittlungserfolge zu den Anschlägen und im linksextremistischen Milieu und ein mangelhafter Schutz der kritischen Infrastruktur sind spätestens seit Anfang Januar dauerhaftes Thema der Kritik an der Berliner Landesregierung. Aufruf zur Geschlossenheit in der linken Szene nach der Razzia Wegen fehlender Hinweise lobten der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt Ende Januar die Rekordbelohnung von bis zu einer Million Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen sollten. Zum Blackout-Anschlag hatten sich in diesem Fall die sogenannten Vulkangruppen bekannt, die schon vor 15 Jahren ihre erste Tat verübten, aber nie enttarnt wurden. In den Bekennerschreiben verwendeten die Täter wechselnde Namen, die sich meist auf isländische Vulkane beziehen, etwa „Grímsvötn“ oder „Katla“. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Anschlägen besteht, ist unklar. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, deutete allerdings mit scharfen Worten an, dass er einen sehe: „Linksextremismus ist ein Krebsgeschwür, das sich durch unsere Gesellschaft frisst und leider auch im politischen Raum immer wieder auf Nährboden trifft“, sagte Jendro in einem Facebook-Post zu der Razzia. „Wir hoffen, dass am Ende dieses Tages etwas bei herumkommt, um auch die längst überfällige Einstufung dieser Personen als kriminelle Vereinigung voranzutreiben.“ Berlins Innensenatorin Iris Spranger begrüßte die Ermittlungen: „Unsere Sicherheitsbehörden handeln entschlossen und rechtsstaatlich, um die Hintergründe des Angriffs auf das Stromnetz lückenlos aufzuklären und mögliche weitere Gefahren abzuwenden.“ Auf der linken Internetplattform Indymedia reagierte die Szene am Dienstag mit einem Aufruf zur Geschlossenheit auf die Razzia. „Bedingungslose Solidarität den Betroffenen“, hieß es in einem Blogeintrag. Allerdings wächst offenbar die Sorge, Mitwisser könnten auspacken. „Wie immer gilt, keine Spekulationen! Anna und Arthur halten ’s Maul“, heißt es in dem Eintrag weiter. Letzteres gilt als Chiffre der Szene dafür, Ermittlern gegenüber keine Informationen preiszugeben.

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24. März
Tagesschau

Anschlag auf Stromnetz - Razzien in Berlin und weiteren Städten

Nach Anschlag auf Stromnetz Razzien in Berlin und weiteren Städten In Berlin laufen nach rbb-Informationen Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Stromnetz im September 2025 in Berlin-Adlershof. Auch in anderen Städten werden Gebäude durchsucht. - In Berlin und Brandenburg gab es am Dienstag Razzien in Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Stromnetz im September 2025 - Durchsucht wurde in Wedding, Prenzlauer Berg, Neukölln und Kreuzberg sowie im brandenburgischen Kyritz - Ermittlungen gegen vier Personen im Alter von 28 bis 35 Jahren An mehreren Orten in Berlin hat es am Dienstag Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Stromnetz in Adlershof im September 2025 gegeben. Durchsucht wurde anderem in Wedding, Prenzlauer Berg, Neukölln und Kreuzberg, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten. Des Weiteren waren Objekte in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), Hamburg und Nordrhein-Westfalen betroffen. Insgesamt wurden demnach 17 Objekte von 500 Einsatzkräften untersucht, 14 davon in Berlin. Die Ermittlungen richteten sich den Angaben zufolge gegen vier Personen im Alter zwischen 28 und 35 Jahren. Nach Informatinen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) handelt es sich um zwei Männer und zwei Frauen. Festgenommen wurden die Verdächtigen laut DPA aber nicht. Haftbefehle können nur bei dringendem Tatverdacht und entsprechenden Beweisen erlassen werden. Laptops und Mobiltelefone beschlagnahmt Vor einigen Häusern in Berlin, die der linken Szene zugeordnet werden, standen am Morgen vermummte Polizisten. In der Schererstraße in Wedding führte die Polizei laut rbb-Informationen einen Spürhund in das Haus. Zimmer und Büros im Erdgeschoss wurden durchsucht. Auch eine nach eigener Bezeichnung anarchistische Bibliothek in der Kreuzberger Reichenberger Straße war im Visier der Polizei. Laut Angaben der Polizei wurden dabei umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Mobiltelefone, Laptops, Unterlagen und weitere Geräte - diese werden nun gesichtet und ausgewertet. Einsatzkräfte vor einem Haus in der Schererstraße in Wedding 45.000 Haushalte waren ohne Strom Der Razzia waren laut Berliner Polizei Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes unter anderem wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Brandstiftung im Zusammenhang mit einem "Brandanschlag auf zwei Hochleitungsmasten für Starkstrom am 9. September 2025 in Berlin-Johannisthal" vorausgegangen. Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertungen der aufgefundenen Beweismittel, dauern demnach an. Bei dem Brandanschlag in Adlershof im September des vergangenen Jahres waren rund 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbe ohne Strom. Der Blackout dauerte etwa 60 Stunden. Er war bis zu einem Anschlag im Januar diesen Jahres in Lichterfelde der bis dahin längste Stromausfall in Berlin seit dem 2. Weltkrieg. Bei einigen betroffenen Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht. Polizeifahrzeuge stehen in der Reichenberger Straße in Kreuzberg Spranger: Sicherheitsbehörden handeln entschlossen Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte am Dienstag mit: "Die heutigen Durchsuchungen zeigen, dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an. Das werden wir nicht hinnehmen." Die Sicherheitsbehörden handelten entschlossen, um die Hintergründe des Angriffs lückenlos aufzuklären. "Wir beobachten die linksextremistische Szene seit den Anschlägen auf die kritische Infrastruktur in Zusammenhang mit Adlershof und dem 3. Januar sehr genau", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Mit dem 3. Januar ist ein weiterer Anschalg auf das Stromnetz gemeint, der damals weite Teile des Berliner Südwestens von der Stromversorgung trennte. Die Sicherheitsbehörden seien dazu in einem engen Austausch. "Sämtlichen Hinweisen zu dem Anschlag im Südwesten Berlins Anfang des Jahres wird weiterhin intensiv nachgegangen." Sendung: rbb24 Inforadio, 24.03.2026, 9:40 Uhr

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24. März
FAZ (Politik)

Deutschland-Liveblog: Razzia nach Brandanschlag: Ermittlungen gegen vier Verdächtige

Deutschland-Liveblog : Razzia nach Brandanschlag: Ermittlungen gegen vier Verdächtige Lesezeit: Polizeibeamte stehen im Rahmen der Razzia in der Reichenberger Straße vor dem Buchladen Kalabalik.dpa Durchsuchungen in Wohnungen und Geschäften +++ SPD-Mitgliederbegehren gegen Bürgergeldreform gescheitert +++ Razzia nach Brandanschlag in Berlin +++ alle Entwicklungen im Liveblog Stephan Klenner Berliner Brandanschlag: Ermittlungen wegen verfassungsfeindlicher Sabotage Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat weitere Informationen zu den heutigen Durchsuchungen wegen des mutmaßlich linksextremen Brandanschlags auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof veröffentlicht. Demnach richten sich die Ermittlungen gegen vier Beschuldigte im Alter zwischen 28 und 36 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam durch einen Brandanschlag am 9. September 2025 zwei Strommasten sabotiert zu haben. Das führte zu einem Stromausfall in 50.000 Privathaushalten und bei 2000 Gewerbetreibenden. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin sagte der F.A.Z., dass gegen die Beschuldigten jeweils der Anfangsverdacht wegen verfassungsfeindlicher Sabotage und der Bildung einer kriminellen Vereinigung bestehe. Außerdem werde den Beschuldigten gemeinschädliche Sachbeschädigung, Brandstiftung und ein besonders schwerer Fall der Störung öffentlicher Betriebe vorgeworfen. Ein Anfangsverdacht zur Bildung einer terroristischen Vereinigung bestehe zum jetzigen Zeitpunkt hingegen nicht. Ob es auch einen Zusammenhang zum Brandanschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten Anfang Januar gibt, sei „Gegenstand der laufenden Ermittlungen". Seit den Morgenstunden hatten etwa 500 Polizisten mehrere Wohnungen in Berlin, eine Wohnung in Düsseldorf, eine Wohnung im brandenburgischen Kyritz und zwei Wohnungen in Hamburg durchsucht. Nach F.A.Z.-Informationen wurden in Berlin außerdem eine Kleingartenlaube und mehrere Geschäfte durchsucht – unter anderem eine Buchhandlung und ein „Späti“. Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei zahlreiche Laptops, Handys, Unterlagen und weitere elektronische Geräte sicher – diese werden in den kommenden Tagen ausgewertet. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin sagte der F.A.Z., dass gegen die Beschuldigten jeweils der Anfangsverdacht wegen verfassungsfeindlicher Sabotage und der Bildung einer kriminellen Vereinigung bestehe. Außerdem werde den Beschuldigten gemeinschädliche Sachbeschädigung, Brandstiftung und ein besonders schwerer Fall der Störung öffentlicher Betriebe vorgeworfen. Ein Anfangsverdacht zur Bildung einer terroristischen Vereinigung bestehe zum jetzigen Zeitpunkt hingegen nicht. Ob es auch einen Zusammenhang zum Brandanschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten Anfang Januar gibt, sei „Gegenstand der laufenden Ermittlungen". Seit den Morgenstunden hatten etwa 500 Polizisten mehrere Wohnungen in Berlin, eine Wohnung in Düsseldorf, eine Wohnung im brandenburgischen Kyritz und zwei Wohnungen in Hamburg durchsucht. Nach F.A.Z.-Informationen wurden in Berlin außerdem eine Kleingartenlaube und mehrere Geschäfte durchsucht – unter anderem eine Buchhandlung und ein „Späti“. Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei zahlreiche Laptops, Handys, Unterlagen und weitere elektronische Geräte sicher – diese werden in den kommenden Tagen ausgewertet. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener AfD-Bundestagsfraktion empfängt US-Republikaner Vor dem Hintergrund von Meinungsverschiedenheiten über den Iran-Krieg trifft sich die AfD-Bundestagsfraktion nach eigenen Angaben am Mittwoch abermals mit Vertretern der US-Republikaner von US-Präsident Donald Trump. Für den Abend ist im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung zu den transatlantischen Beziehungen geplant. Dabei soll unter anderem der Präsident des New York Young Republican Club, Stefano Forte, auftreten. Fraktionsvize Beatrix von Storch, die die Veranstaltung gemeinsam mit dem außenpolitischen Sprecher der Fraktion, Markus Frohnmaier, organisiert, sprach vor Journalisten in Berlin von „hochrangigen Vertretern aus den Vereinigten Staaten“, unter anderem aus dem US-Außenministerium, ohne Namen oder weitere Einzelheiten zu nennen. Von Storch, Frohnmaier und andere AfD-Politiker bemühen sich seit dem Amtsantritt von Trump verstärkt um intensive Kontakte nach Washington. Es gab mehrere USA-Trips und Treffen mit Republikanern, ein Social-Media-Berater Trumps kam zum Vortrag in die AfD-Bundestagsfraktion nach Berlin. US-Außenminister Marco Rubio wiederum hatte sich offen an die Seite der AfD gestellt und den Umgang des Bundesverfassungsschutzes mit ihr kritisiert. Trumps „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA) und die AfD stehen sich inhaltlich in der Migrations- und Gesellschaftspolitik nahe und sehen sich beide im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht linke Meinungshoheit in westlichen Demokratien. Nach der US-Militäraktion in Venezuela, dem Konflikt um Grönland und besonders nach dem Beginn der US-Angriffe auf Iran hatte sich die AfD-Spitze aber kritisch zu Trumps Außenpolitik geäußert. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener Dorow darf AfD-Mitglied bleiben AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow, der eigentlich aus der Partei ausgeschlossen werden sollte, darf nun doch bleiben. Der AfD-Bundesvorstand entschied nach Anhörung des Chefs der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, das Ausschlussverfahren gegen Dorow zurückzuziehen, falls dieser im Gegenzug seine Parteiämter niederlegt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. Stattdessen ist nun lediglich eine zweijährige Ämtersperre geplant. Hohm bestätigte dies auf Nachfrage und teilte mit, dass Dorow den Forderungen nachkomme. Er verzichtet damit auf seinen Sitz im Landesvorstand der Partei in Schleswig-Holstein und im Bundesvorstand der Generation Deutschland. Dorow war im November in den Vorstand der neu gegründeten AfD-Parteijugend gewählt worden. Seine Rede bei der Gründungsveranstaltung in Gießen hatte die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen, die die Prüfung einer möglichen Strafbarkeit gemäß Paragraf 86a Strafgesetzbuch einleitete. In dem Paragrafen geht es um das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Hohm bestätigte dies auf Nachfrage und teilte mit, dass Dorow den Forderungen nachkomme. Er verzichtet damit auf seinen Sitz im Landesvorstand der Partei in Schleswig-Holstein und im Bundesvorstand der Generation Deutschland. Dorow war im November in den Vorstand der neu gegründeten AfD-Parteijugend gewählt worden. Seine Rede bei der Gründungsveranstaltung in Gießen hatte die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen, die die Prüfung einer möglichen Strafbarkeit gemäß Paragraf 86a Strafgesetzbuch einleitete. In dem Paragrafen geht es um das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. In einer Sitzung des Bundesvorstands im Februar war zunächst ein Parteiausschlussverfahren gegen Dorow vereinbart worden. Anschließend hatte aus dem Umfeld der Partei und auch parteiintern Kritik gegeben. Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk hatte bei X geschrieben: „Ich habe zugestimmt – und es tut mir leid.“ Er hatte zudem angekündigt, bei der nächsten Vorstandssitzung das Thema wieder zur Diskussion stellen zu wollen. Hold sagte jetzt, er hätte sich eine vollständige Rücknahme der Parteiordnungsmaßnahme gewünscht, die er nach wie vor für sachlich überzogen halte. „Der nun gefundene Kompromiss zeigt jedoch, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“ Hold sagte jetzt, er hätte sich eine vollständige Rücknahme der Parteiordnungsmaßnahme gewünscht, die er nach wie vor für sachlich überzogen halte. „Der nun gefundene Kompromiss zeigt jedoch, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“ Dorow teilte mit, er begrüße die Entscheidung der Parteispitze. „Maßgeblich ist für mich, dass die politische Arbeit in Land und Bund fortgeführt werden kann. Es gilt nun, die Generation Deutschland in ihrer Aufbauphase weiter zu stärken und in Schleswig-Holstein die inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen für die kommende Landtagswahl zu legen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener AfD will Sondervermögen anfechten Die AfD will die Rechtmäßigkeit des milliardenschweren Sondervermögens vom Bundesverfassungsgericht überprüfen lassen. Dazu kündigte die AfD-Fraktion im Bundestag am Dienstag eine sogenannte abstrakte Normenkontrollklage an. Die Bundesregierung breche „durch den Missbrauch des Sondervermögens das Grundgesetz“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Michael Espendiller. Die AfD begründet ihren Antrag, der diese Woche in den Bundestag eingebracht werden soll, mit der angeblichen Zweckentfremdung von Geldern aus dem Sondervermögen. Die Haushalte für 2025 und 2026 seien verfassungswidrig, da Gelder statt für Investitionen „für andere Projekte ausgegeben“ worden seien, sagte Espendiller. Außerdem werde die erforderliche Investitionsquote von zehn Prozent im Kernhaushalt nicht eingehalten, dies widerspreche „der im Grundgesetz formulierten Zusätzlichkeit des Sondervermögens“. Die AfD begründet ihren Antrag, der diese Woche in den Bundestag eingebracht werden soll, mit der angeblichen Zweckentfremdung von Geldern aus dem Sondervermögen. Die Haushalte für 2025 und 2026 seien verfassungswidrig, da Gelder statt für Investitionen „für andere Projekte ausgegeben“ worden seien, sagte Espendiller. Außerdem werde die erforderliche Investitionsquote von zehn Prozent im Kernhaushalt nicht eingehalten, dies widerspreche „der im Grundgesetz formulierten Zusätzlichkeit des Sondervermögens“. Die AfD stützt ihre Argumentation unter anderem auf die jüngst veröffentlichten Studien zweier führender Wirtschaftsforschungsinstitute. Sie legten in Berechnungen dar, dass der ganz überwiegende Teil des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität bislang nicht für zusätzliche Investitionen, sondern zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet wurde. Dem widersprach die Bundesregierung mit dem Hinweis, dass die Mittel wegen der vorläufigen Haushaltsführung nach dem Platzen der Ampel-Regierung erst seit Oktober 2025 verwendet werden konnten. Die Investitionsquote werde zudem eingehalten. Dem widersprach die Bundesregierung mit dem Hinweis, dass die Mittel wegen der vorläufigen Haushaltsführung nach dem Platzen der Ampel-Regierung erst seit Oktober 2025 verwendet werden konnten. Die Investitionsquote werde zudem eingehalten. Der AfD-Bundestagsfraktion fehlen für den Antrag sechs Stimmen im Parlament. Espendiller sagte, seine Fraktion hoffe, „dass es sechs Kollegen der anderen Fraktionen gibt, die jetzt nicht nur Marketing machen, sondern das auch wirklich ernst meinen, die Gelder der Steuerzahler zu schützen und sich dann anschließen". Die Grünen, die der Grundgesetzänderung zur Einrichtung des Sondervermögens im Bundestag zu der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit verholfen hatten, behalten sich ebenfalls eine Verfassungsklage in Karlsruhe gegen die Mittelverwendung vor. Da sie eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließen, ist ein gemeinsamer Antrag aber unwahrscheinlich. Die Grünen, die der Grundgesetzänderung zur Einrichtung des Sondervermögens im Bundestag zu der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit verholfen hatten, behalten sich ebenfalls eine Verfassungsklage in Karlsruhe gegen die Mittelverwendung vor. Da sie eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließen, ist ein gemeinsamer Antrag aber unwahrscheinlich. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener SPD-Mitgliederbegehren gegen Bürgergeldreform gescheitert Gegner der Bürgergeldreform sind mit ihrem Mitgliederbegehren in der SPD klar gescheitert. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent der Mitgliedschaft wurde innerhalb der Frist von drei Monaten nicht erreicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurden statt der erforderlichen 69.891 Unterschriften nur 2901 Stimmen eingereicht. Die Frist endete in der Nacht zum Dienstag. Mit dem Begehren wollten Kritikerinnen und Kritiker in den Reihen der SPD die Bürgergeldreform mit der Möglichkeit von Komplettsanktionen für Verweigerer stoppen, weil sie soziale Härten fürchten. Im Bundestag ist die Reform bereits beschlossen. Der Bundesrat berät am Freitag abschließend über das Gesetz. Aus dem Bürgergeld wird damit die neue Grundsicherung. Für rund 5,5 Millionen Bezieherinnen und Bezieher bedeutet das deutlich schärfere Regeln und Vorgaben. Mit dem Begehren wollten Kritikerinnen und Kritiker in den Reihen der SPD die Bürgergeldreform mit der Möglichkeit von Komplettsanktionen für Verweigerer stoppen, weil sie soziale Härten fürchten. Im Bundestag ist die Reform bereits beschlossen. Der Bundesrat berät am Freitag abschließend über das Gesetz. Aus dem Bürgergeld wird damit die neue Grundsicherung. Für rund 5,5 Millionen Bezieherinnen und Bezieher bedeutet das deutlich schärfere Regeln und Vorgaben. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener Grüne und CDU beginnen in Stuttgart Sondierungen Grüne und CDU in Baden-Württemberg haben in Stuttgart Gespräche über die Bildung einer neuen Landesregierung aufgenommen. Die Teams mit den Verhandlern beider Parteien trafen sich am Morgen zu einem Sondierungsgespräch im Haus der Katholischen Kirche. Man werde über die Zukunft des Landes sprechen, sagte der Wahlsieger, Grünen-Politiker Cem Özdemir. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob er von raschen Sondierungen ausgehe: „Ich weiß nicht, ob Geschwindigkeit das einzige Kriterium ist.“ Man werde über die Zukunft des Landes sprechen, sagte der Wahlsieger, Grünen-Politiker Cem Özdemir. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob er von raschen Sondierungen ausgehe: „Ich weiß nicht, ob Geschwindigkeit das einzige Kriterium ist.“ Bei sogenannten Sondierungsgesprächen loten die Parteien aus, ob sie genügend Gemeinsamkeiten finden, um eine Landesregierung zu bilden. Vor dem Auftakt der Gespräche hatte es auch bereits Treffen von Özdemir und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel gegeben. Die beiden Parteien regieren im Südwesten schon seit 2016 miteinander. Eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition gilt als einzige realistische Option für eine Regierungsbildung in Baden-Württemberg. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen die übrigen im Landtag vertretenen Parteien aus. Andere Mehrheiten gibt es nicht. Bei der Landtagswahl am 8. März waren die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir mit 30,2 Prozent überraschend knapp stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen jedoch beide Parteien über jeweils 56 Mandate – eine ungewöhnliche Pattsituation. Die beiden Parteien regieren im Südwesten schon seit 2016 miteinander. Eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition gilt als einzige realistische Option für eine Regierungsbildung in Baden-Württemberg. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen die übrigen im Landtag vertretenen Parteien aus. Andere Mehrheiten gibt es nicht. Bei der Landtagswahl am 8. März waren die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir mit 30,2 Prozent überraschend knapp stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen jedoch beide Parteien über jeweils 56 Mandate – eine ungewöhnliche Pattsituation. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Susanne Kusicke Wie antisemitisch ist „Die Linke“? Wie kritisiert man das Vorgehen des israelischen Militärs oder die israelische Innenpolitik, ohne das Existenzrecht des Staates insgesamt infrage zu stellen? Im linken, erst recht im linksextremen Spektrum fällt oft beides zusammen; dieser Antisemitismus wird oft „Antizionismus" genannt. Entsprechend groß war die Empörung, als der niedersächsische Linken-Landesverband den „real existierenden Zionismus“ verurteilte. Ein Gegenantrag der Bundesspitze soll nun Klärung bringen. Ob das gelungen ist, analysiert F.A.Z.-Korrespondent Stephan Klenner: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener Söder fordert Reformen bis Pfingsten CSU-Chef Markus Söder hat von der schwarz-roten Koalition im Bund wichtige Reformbeschlüsse bis Pfingsten gefordert. „Die Lage ist so ernst wie nie“, sagte Söder dem „Stern“ nach Angaben vom Dienstag. „Der Krieg im Nahen Osten und die veränderte Weltwirtschaft zwingen uns dazu, richtig Tempo zu machen.“ Die Koalition wollte große Reformen eigentlich bis zur parlamentarischen Sommerpause erledigen. „Das ist wohl zu langsam. Am besten muss alles zwischen Ostern und Pfingsten passieren.“ „Jetzt müssen alle raus aus ihren ideologischen Elfenbeintürmen“, fügte der CSU-Chef hinzu. „Es gibt keine Ausreden mehr.“ Söder forderte zudem, „ab sofort weniger über Nebenthemen“ zu reden wie die Zuckersteuer oder Social-Media-Verbote. Dies sei zwar auch alles wichtig. „Aber die Mutter aller Fragen ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte der bayerische Ministerpräsident. „Nur mit einer erfolgreichen Wirtschaft werden wir unser Land stabil halten.“ Söder forderte „ein Gesamtkonzept für Steuern und Abgaben, für die hohen Energiekosten, für mehr Flexibilität der Arbeit bis hin zu Hightech und Entbürokratisierung“. Dies sei zwar auch alles wichtig. „Aber die Mutter aller Fragen ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte der bayerische Ministerpräsident. „Nur mit einer erfolgreichen Wirtschaft werden wir unser Land stabil halten.“ Söder forderte „ein Gesamtkonzept für Steuern und Abgaben, für die hohen Energiekosten, für mehr Flexibilität der Arbeit bis hin zu Hightech und Entbürokratisierung“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sara Wagener Razzia nach Brandanschlag in Berlin Ein halbes Jahr nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof ist die Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen. Seit dem Morgen wurden an weit mehr als einem Dutzend Orten in der Hauptstadt und in drei anderen Bundesländern Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft sagte: „Die Polizei ist im Einsatz im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September letzten Jahres. Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte.“ Allein in Berlin durchsuche die Polizei 14 Objekte. Weitere Informationen sollten später veröffentlicht werden. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ richtet sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Hunderte Polizisten seien im Einsatz. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und der „Welt“ war auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg im Visier der Polizei. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“. Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede. Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht. Ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft sagte: „Die Polizei ist im Einsatz im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September letzten Jahres. Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte.“ Allein in Berlin durchsuche die Polizei 14 Objekte. Weitere Informationen sollten später veröffentlicht werden. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ richtet sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Hunderte Polizisten seien im Einsatz. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und der „Welt“ war auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg im Visier der Polizei. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“. Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede. Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mathias Peer Juso-Chef Türmer: „Mit diesem Kurs marschieren wir in den Abgrund“ Nach dem Wahl-Debakel in Rheinland-Pfalz fordert Juso-Chef Philipp Türmer eine Neuaufstellung der SPD-Führung. „Klar ist: So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Mit diesem Kurs marschieren wir in den Abgrund“, sagte Türmer dem „Spiegel“. Die Rollenteilung an der Parteispitze klappe aktuell nicht. „Die Doppelrolle der Parteivorsitzenden, die zugleich Minister sind, funktioniert überhaupt nicht.“ Der Ball liege jetzt bei den Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas, sagte Türmer. Bas ist Arbeitsministerin, Klingbeil Finanzminister. „Sie müssen beantworten, was sie anders machen wollen, oder ob sie ihre Positionen zur Verfügung stellen“, forderte Türmer. Die bis zu 35 Jahre alten Mitglieder der von ihm geleiteten Jugendorganisation stellen etwa 12 Prozent aller SPD-Mitglieder. Der Juso-Vorsitzende rief die Parteiführung dazu auf, sich in den anstehenden Reformverhandlungen nicht von der Union treiben zu lassen. „Reformen sind kein Selbstzweck, sie müssen die richtigen Leute erreichen“, sagte er. „Wir dürfen nicht einfach übernehmen, was die CDU fordert.“ „Sie müssen beantworten, was sie anders machen wollen, oder ob sie ihre Positionen zur Verfügung stellen“, forderte Türmer. Die bis zu 35 Jahre alten Mitglieder der von ihm geleiteten Jugendorganisation stellen etwa 12 Prozent aller SPD-Mitglieder. Der Juso-Vorsitzende rief die Parteiführung dazu auf, sich in den anstehenden Reformverhandlungen nicht von der Union treiben zu lassen. „Reformen sind kein Selbstzweck, sie müssen die richtigen Leute erreichen“, sagte er. „Wir dürfen nicht einfach übernehmen, was die CDU fordert.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mathias Peer Söder gegen höheren Spitzensteuersatz CSU-Chef Markus Söder erteilt Plänen von SPD und CDU für einen höheren Spitzensteuersatz eine kategorische Absage. „Den Spitzensteuersatz zu erhöhen, wäre ein Schlag ins Gesicht für die Leistungsträger im Mittelstand“, sagte Söder dem "stern". „Symbolpolitische Gedankenspiele bringen uns bei der Steuer nicht weiter, weder ökonomisch noch fiskalisch.“ Der bayerische Ministerpräsident betonte: „Unser Grundsatz muss sein: Steuern runter, nicht rauf.“ Damit geht Söder vor allem auf Konfrontation zu SPD-Chef Lars Klingbeil. Der Finanzminister hatte mehrfach – zuletzt am Montag in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“ – angekündigt, Spitzenverdiener in die Verantwortung nehmen zu wollen, um Entlastungen von kleinen und mittleren Einkommen zu finanzieren. Damit geht Söder vor allem auf Konfrontation zu SPD-Chef Lars Klingbeil. Der Finanzminister hatte mehrfach – zuletzt am Montag in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“ – angekündigt, Spitzenverdiener in die Verantwortung nehmen zu wollen, um Entlastungen von kleinen und mittleren Einkommen zu finanzieren. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mathias Peer SPD-Vorsitzende Bas lehnt Debatte über Parteispitze ab Nach der Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas abermals einen Rücktritt des Parteivorstands abgelehnt. Die Frage nach neuen Köpfen an der Parteispitze sei in einer Vorstandssitzung am Tag nach der Wahl „offensiv angesprochen“ worden, sagte Bas am den ARD-„Tagesthemen“. Die Parteiführung sei jedoch „einhellig der Meinung“ gewesen, dass es „keinen Sinn macht“, diese lange Debatte jetzt zu führen. Nach der herben Niederlage in Rheinland-Pfalz hatten Bas und ihr SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil in der Parteizentrale in Berlin ihren Reformwillen betont, sowie ihren Anspruch, die Bundes-SPD auf dem Weg der Reformen weiter zu führen. Die Menschen erwarteten, „dass die SPD sich nicht jetzt in Selbstzerfleischung ergießt“, sagte Bas. Ähnlich äußerte sich der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck schon am Montag gegenüber der F.A.Z.: „Von spontanen Rücktritten halte ich nichts. Die Probleme lassen sich nicht auf einzelne Personen verkürzen. Entscheidend ist, dass die SPD wieder klarer macht, wofür sie steht: wirtschaftlich erfolgreich, sozial gerecht und ökologisch vernünftig.“ Nach der herben Niederlage in Rheinland-Pfalz hatten Bas und ihr SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil in der Parteizentrale in Berlin ihren Reformwillen betont, sowie ihren Anspruch, die Bundes-SPD auf dem Weg der Reformen weiter zu führen. Die Menschen erwarteten, „dass die SPD sich nicht jetzt in Selbstzerfleischung ergießt“, sagte Bas. Ähnlich äußerte sich der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck schon am Montag gegenüber der F.A.Z.: „Von spontanen Rücktritten halte ich nichts. Die Probleme lassen sich nicht auf einzelne Personen verkürzen. Entscheidend ist, dass die SPD wieder klarer macht, wofür sie steht: wirtschaftlich erfolgreich, sozial gerecht und ökologisch vernünftig.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Tobias Schrörs Zieht die SPD endlich die richtigen Schlüsse aus der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz? Lesen Sie hier den Kommentar von F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Tobias Schrörs Nach den Kommunalwahlen in Bayern leuchtet das Alarmzeichen für die CSU in den 71 Landkreisen auf, kommentiert Stephan Löwenstein: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Tobias Schrörs Söder warnt SPD vor Linksrutsch CSU-Chef Markus Söder warnt nach der deutlichen Niederlage der SPD in Rheinland-Pfalz vor einem Linksrutsch. Die CSU freue sich zwar sehr über das Ergebnis der CDU in Rheinland-Pfalz, „wir sehen aber gleichzeitig die Dramatik beim Koalitionspartner SPD“, sagte der bayerische Ministerpräsident in München. Wenn man sich die Ergebnisse der SPD anschaue, „ist es schon sehr schwierig“. Er hoffe weiter auf eine konstruktive Zusammenarbeit von SPD und Union in der Bundesregierung. „Wir hoffen sehr, dass aus den Wahlergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen werden bei der SPD. Ein falscher Schluss wäre aus unserer Sicht, linker zu werden, sondern wir brauchen eher Reformen“, sagte Söder. „Ja, es wird Reformen brauchen, aber mit richtiger Balance, sonst bekommt die AfD neues Futter. Dies werden wir über die nächsten Tage mit CDU und mit SPD diskutieren.“ „Wir hoffen sehr, dass aus den Wahlergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen werden bei der SPD. Ein falscher Schluss wäre aus unserer Sicht, linker zu werden, sondern wir brauchen eher Reformen“, sagte Söder. „Ja, es wird Reformen brauchen, aber mit richtiger Balance, sonst bekommt die AfD neues Futter. Dies werden wir über die nächsten Tage mit CDU und mit SPD diskutieren.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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24. März
Handelsblatt

Linksextremismus: Vier Verdächtige nach Anschlag auf Berliner Strommasten

Linksextremismus: Vier Verdächtige nach Anschlag auf Berliner Strommasten Berlin. Rund sechs Monate nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks hat die Polizei vier Verdächtige ermittelt. Bei einer großen Razzia durchsuchten Polizisten seit dem frühen Morgen 17 Wohnungen und andere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz in Brandenburg, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte. 500 Polizisten waren im Einsatz. Den vier Beschuldigten im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren wird verfassungsfeindliche Sabotage vorgeworfen. Nach dpa-Informationen handelt es sich um zwei Männer und zwei Frauen. Sie sollen mit dem Brandanschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten den Stromausfall verursacht zu haben. Betroffen waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe. Verdächtige nicht festgenommen Festgenommen wurden die Verdächtigen aber nicht. Haftbefehle können nur bei dringendem Tatverdacht und entsprechenden Beweisen erlassen werden. Am 9. September 2025 hatte ein nächtliches Feuer Starkstromkabel im Südosten Berlins weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede. Bei den Firmen wurden nach aktuellen Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht. Der Brandanschlag wird nach dpa-Informationen dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet. An der Aufklärung soll das Bundesamt für Verfassungsschutz maßgeblich beteiligt gewesen sein. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ richtete sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Eine Rolle soll auch ein anarchistisches Magazin einer kleinen Gruppe aus Bayern spielen. Keine Verbindungen zum zweiten Anschlag im Januar bekannt Über mögliche Verbindungen der mutmaßlichen Täter zu dem zweiten großen Brandanschlag auf Starkstromkabel in Berlin am 3. Januar und den sogenannten Vulkangruppen ist bisher nichts bekannt. Diese Gruppen hatten den Anschlag für sich reklamiert. „Wir beobachten die linksextremistische Szene seit den Anschlägen auf die kritische Infrastruktur in Zusammenhang mit Adlershof und dem 3. Januar sehr genau“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Sicherheitsbehörden seien dazu in einem engen Austausch. „Sämtlichen Hinweisen zu dem Anschlag im Südwesten Berlins Anfang des Jahres wird weiterhin intensiv nachgegangen.“ Der Stromausfall im Januar im Südwesten Berlins dauerte noch länger als der im September. Auch hier wird intensiv nach den Tätern gefahndet. Die Federführung hat das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden wegen der Zuständigkeit des Generalbundesanwalts und nicht das Berliner Landeskriminalamt (LKA). Handys, Laptops, Unterlagen beschlagnahmt Bei der Razzia durchsuchte die Polizei Räume in den Berliner Bezirken Mitte, Neukölln, Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow, zwei Wohnungen in Hamburg, je eine Wohnung in Düsseldorf und Brandenburg. Die Polizei beschlagnahmte Handys, Laptops, Unterlagen und diverse weitere elektronische Geräte. Vor einigen Häusern in Berlin, die der linksradikalen Szene zugeordnet werden, standen am Morgen vermummte Polizisten. Auch eine anarchistische Bibliothek in Kreuzberg war im Visier der Polizei. In der Schererstraße in Wedding führte die Polizei einen Spürhund in das Haus. Zimmer und Büros im Erdgeschoss wurden durchsucht. Polizisten trugen Laptops hinaus. Etwa 20 bis 30 junge Demonstranten protestierten auf der Straße mit Sprechchören gegen die Durchsuchungen und die Polizei. In Düsseldorf durchsuchte die Polizei Räume an einer Adresse, an der sich einer der Verdächtigen häufig aufgehalten habe. Intensive Ermittlungen der Polizei zur Aufklärung Vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft die Arbeit der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe „EG Spannung“ im LKA Berlin. Es gehe um den Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Brandstiftung. Anfang Oktober hatte die Polizei einen Teil der Berliner Stadtautobahn gesperrt, um am Rand nach Spuren oder Beweisen im Zusammenhang mit dem Anschlag zu suchen. Spürhunde waren im Einsatz. Nach einer Stunde war der Einsatz beendet und die Autobahn wieder geöffnet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte noch am selben Tag: „Man kann davon ausgehen, dass wir die Erkenntnisse gewonnen haben, die wir gewinnen wollten.“ Berliner Senat zufrieden und erleichtert Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich zufrieden: „Der Ermittlungsdruck auf die linksextremen Täter der Anschläge in Adlershof und Steglitz-Zehlendorf sowie ihre Hinterleute wurde deutlich erhöht. Die laufenden Durchsuchungen Ausdruck dieses konsequenten Vorgehens. Wir bleiben dran bis die Täter gefasst sind.“ Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte mit: „Die heutigen Durchsuchungen zeigen, dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an.“ Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte, für einen kraftvollen Rechtsstaat sei es wichtig, dass die Täter gefunden würden. Diese Frage sei immer wieder aus der Bevölkerung gekommen. Sie hoffe, dass deutliche Strafen erfolgten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ BKA-Präsident Münch: Intensität der Anschläge steigt Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, sagte Anfang März der dpa: „Gewalttaten und die Angriffe auf die Infrastruktur durch Linksextremisten nehmen seit einigen Jahren nicht unbedingt in der Zahl, aber sehr wohl an Intensität zu.“ Das zeigten etwa die Taten der sogenannten Hammerbande sowie die Brandanschläge auf die Stromversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen. Münch sagte: „Neben den Taten der sogenannten Vulkangruppen in Berlin und Brandenburg gibt es seit mehreren Jahren einen weiteren Schwerpunkt von Angriffen auf Infrastruktur im Großraum München.“ Relevant sei hier auch die militante linksextremistische Initiative „Switch off“, in deren Rahmen seit mehreren Jahren zu Sabotageakten aufgerufen werde.

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24. März
taz (Öko & Co)

Razzia nach Stromanschlag in Berlin: Auf der Suche nach Beweisen

Razzia nach Stromanschlag in Berlin: Auf der Suche nach Beweisen Die Polizei durchsucht nach einem Anschlag im Technologiepark Adlershof mehr als ein Dutzend Objekte. Ermittelt wird gegen vier Verdächtige, Haftbefehle gibt es keine. Die anarchistische Bibliothek Kalabal!k ist am Dienstagmorgen vollständig von Polizeiwannen abgeriegelt. Über ihnen hängt ein großes Banner, befestigt im ersten Stock des Altbaus in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. „Der Görli bleibt auf“ steht darauf, ergänzt durch das Symbol eines Bolzenschneiders. Nur durch die Lücken zwischen den Fahrzeugen ist der offenstehende Eingang zu erkennen, durch den vermummte und behelmte Polizist:innen ein und aus gehen. Auskunft geben will hier niemand. „Hier keine Informationen“, sagt einer der vermummten Polizisten. An 14 Orten in Berlin sowie zwei Wohnungen in Hamburg und je einer in Düsseldorf und im brandenburgischen Kyritz hat die Polizei am frühen Morgen Razzien durchgeführt. Im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem Brandanschlag auf die Stromversorgung im Technologiepark Adlershof vor einem halben Jahr wurden dabei neben der Bibliothek Kalabal!k etwa der Kollektiv-Späti L5 in Neukölln und ein linkes Hausprojekt in Wedding durchsucht. Dort drangen Polizist:innen durch die Eingangsscheibe eines Ladenlokals ins Haus ein, durchsuchten Zimmer und Büros im Erdgeschoss und trugen Laptops hinaus. Betroffen waren darüber hinaus Privatwohnungen, nach taz-Informationen etwa eine Wohngemeinschaft in Neukölln. Laut der Berliner Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen vier Personen im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren. Im Raum stehe der Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Brandstiftung. Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin waren 19 Durchsuchungsbeschlüsse erlassen worden. Sie dienen der Suche nach Beweismitteln. Sichergestellt wurden unter anderem Mobiltelefone, Laptops, Unterlagen und diverse weitere elektronische Geräte. 500 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Berliner Polizei an den Razzien beteiligt. Haftbefehle und Festnahmen habe es keine gegeben. Die nach dem Anschlag eingerichtete „Ermittlungsgruppe Spannung“ im Berliner Landeskriminalamt soll seit Monaten hunderte Spuren verfolgt haben. Die Tageszeitung Die Welt berichtet, der Einsatz richte sich gegen eine anarchistische Gruppe. Im Fokus stehe das anarchistische Magazin „Zündlappen“ (früher „Zündlumpen“), das Ermittler einer klandestin agierenden Gruppe aus Bayern zuordnen. Mindestens einer der Verdächtigen soll Verbindungen ins Umfeld des „Zündlappen“ haben. Das Magazin, das regelmäßig zwischen 2019 und 2021 erschien, berichtete regelmäßig über Sabotageaktionen. Polizei hat „Hoffnung“ Die Berliner Gewerkschaft der Polizei erklärte am Dienstagmorgen: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns, weil sie anders als Rechtsextremisten keinesfalls zur Passivität übergehen, wenn rechtsstaatliche Maßnahmen ergriffen werden. Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“. Nun hoffe man, dass dabei etwas „herumkommt“. Sprecher Benjamin Jendro sprach überdies vom Linksextremismus als „demokratiegefährdendes Krebsgeschwür“. Berlins Innensenatorin iris Spranger (SPD) sagte, die Durchsuchungen zeigten, „dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an.“ Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach davon, „konsequent gegen linksextremistische Bestrebungen“ vorzugehen. „Die Sicherheitsbehörden befinden sich dazu in einem engen Austausch.“ Auch dem Anschlag auf eine Kabelbrücke Anfang des Jahres im Südwesten der Stadt werde „weiterhin intensiv nachgegangen“. Bei dem Anschlag am 9. September am Königsheideweg in Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick wurden ein Strommast und ein Starkstromkabel weitgehend zerstört, etwa 50.000 Haushalte waren ohne Strom. Betroffen waren auch etwa 1.300 Unternehmen im Technologiepark Adlershof, die teilweise bis zum 11. September von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Der Chef des Technologiepark-Betreibers Wista bezifferte die den Unternehmen entstandene Schadenssumme am Monatag auf 30 bis 70 Millionen Euro. In einem Bekennerschreiben hatten sich damals „einige Anarchist:innen“ zu dem Anschlag bekannt. Darin hieß es: „Wir bitten die Anwohner:innen, die davon in ihren privaten Haushalten betroffen waren, um Nachsicht“. Gleichwohl sei dies ein „Kollateralschaden“ angesichts der „faktischen Zerstörung der Natur und der oft tödlichen Unterjochung von Menschen“. Für beides machten sie die im Technologiepark Adlershof ansässigen Firmen verantwortlich. Anmerkung der Redaktion: Der Text wird laufend aktualisiert. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. 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