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Freitag, 24. Juli 2026
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Kommentar: Merz' Kabinettsumbau ist ein verstolperter Neuanfang

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24. Juli
Tagesschau

Kommentar: Merz' Kabinettsumbau ist ein verstolperter Neuanfang

Merz' Kabinettsumbau Ein verstolperter Neuanfang Der Umbau des Kabinetts hätte eine Chance sein können, meint Sabine Henkel. Doch der Kanzler hat den Neuanfang verstolpert. Merz verteilt Posten an Getreue, doch so mancher will den Job gar nicht. Kann so gute Regierungsarbeit gelingen? Eines muss man festhalten: Merz hat Führung bewiesen. Er ist der Kanzler, der oberste Personalchef der Regierung. Führungsstärke allerdings hat er nicht gezeigt. Dazu gehören nämlich Sozial- und Personalkompetenz. Und Merz? Er lässt genau das vermissen. Er zieht die Gesundheitsministerin ab und ersetzt sie durch Carsten Linnemann, der sich mit Gesundheitspolitik bisher nur am Rande beschäftigt hat. Und der soll jetzt die Pflege reformieren und die nächste Gesundheitsreform anstoßen. Einfach mal machen? Das funktioniert da nicht. Noch dazu hat Linnemann im letzten Jahr selber gesagt: Gesundheitsminister? Da bin ich nicht kompetent. Kann "Team Loyal" gute Politik? Merz verteilt Posten an seine Getreuen. Loyalität ist ihm wichtig, was nicht falsch ist. Aber gute, überzeugende Regierungsarbeit gelingt nur mit gutem Personal. Mit Ministern und Ministerinnen, die entweder solide Fachpolitiker sind oder aber gute Verkäufer, die kommunizieren und vermitteln können. Ob das "Team Loyal" gute Politik an Wähler und Wählerinnen bringt? Das bleibt offen. Der Bundeskanzler hat jedenfalls einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt. Olaf Scholz würde vielleicht sagen: Er hat sich "verklempnert". Merz hat weitere Personalwechsel für die kommenden Tage angekündigt. Holla, hoffentlich wissen schon alle in seinem Kabinett, ob sie gemeint sind. Einer soll Patrick Schnieder sein, der Verkehrsminister. Der muss aber offensichtlich noch so lange auf seine Entlassung warten, bis sich jemand bereit erklärt, für ihn ins Kabinett Merz zu wechseln. Eindruck von zu viel Impulsivität Ein potenzieller Nachfolger hat auf den letzten Drücker abgesagt. Da kann Merz nichts dafür, aber er hätte dazu besser ganz geschwiegen oder Schnieder ehrenhaft entlassen und die Nachfolge offen gelassen - Stichwort Sozialkompetenz. Und warum überhaupt diese Eile? Die Fraktion hat Thorsten Frei noch gar nicht gewählt. Hätte Merz das respektvoll abgewartet, hätte er auch in Ruhe sein Kabinett umbauen können. So entsteht der Eindruck von zu viel Impulsivität. Schon wieder.

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24. Juli
ZDF heute

Ist dem Kanzler der Personalumbau misslungen?

Merz' Kabinettsumbildung:Ist dem Kanzler der Personalumbau misslungen? von Mathis Feldhoff Friedrich Merz will ein Signal des Aufbruchs senden. Nach dem Motto: Neue Besen kehren gut. Nach einer handfesten Krise, verbunden mit diversen Pannen, scheint das misslungen. Es ist wohl kein zufällig gewählter Ort, an dem der Bundeskanzler seine Personalveränderungen verkündet. Im Kanzlergarten hatten die Koalitionsspitzen vor gut zwei Wochen ihre Reformagenda verkündet. Der Ort soll jetzt wohl auch der Kabinettsumbildung etwas Glanz verleihen. Begleitet von einer Ansprache von Friedrich Merz, die seine Berater mit viel Pathos aufgeladen haben. "Wir wollen eine Regierung, die inhaltlich mit größtem Elan und mit Freude arbeitet und dabei die personelle Vielfalt unserer Gesellschaft und der Politik repräsentiert", so präsentiert der Kanzler seine Vorgabe und Leitlinie für die Personalentscheidungen. Das kann man auch als Eingeständnis lesen, dass die jetzt entlassenen Minister und Staatssekretäre dieser Vorgabe nicht entsprochen haben. Merz setzt neue Signale: Jünger, weiblicher, neu sortiert. Politologe Prof. Martin Florack über die "Reise nach Jerusalem" im Kabinett. 24.07.2026 | 5:43 minMerz' Kabinett-Umbau: Zeitdruck und personelles Chaos Nina Warken und Carsten Linnemann als neue Kanzleramtschefin und neuer Gesundheitsminister sowie Philipp Amthor als künftiger Bund-Länder-Koordinator sollen dieser Vorgabe mehr entsprechen. Friedrich Merz hatte diese Umbildung eigentlich erst für September geplant, im jetzt anstehenden Urlaub wollte er sich Gedanken machen. Der Rücktritt von Jens Spahn brachte nicht nur ein überhastetes Tempo in die Sache, sondern auch jede Menge Chaos. Alle Grundgedanken, die normalerweise bei solchen Umbildungen angestellt werden, die Austarierung des Proporzes unter den verschiedenen CDU-Landesverbänden, die Berücksichtigung von Frauen, das Alter von Kandidaten, all das konnte unter dem enormen Zeitdruck kaum beachtet werden. So stellt etwa die Baden-Württemberger CDU mit Warken und dem designierten Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei zwei wichtige Figuren im Koalitionsausschuss. Die NRW’ler, die größte Gruppe, verlieren mit Jens Spahn eine zentrale Figur. Ihnen bleibt der Kanzler selbst. Für die Öffentlichkeit ist das womöglich uninteressant - für die innere Statik von Koalition und Partei nicht ganz unwichtig. "Die Entschlossenheit und das Tempo [… ihr] gebührt allergrößte Anerkennung", sagt Kanzler Merz über Nina Warken. Sie könnte als erste Frau Chefin des Bundeskanzleramts werden. 24.07.2026 | 1:50 minZusage, Absage, Stillstand Und noch weitere Umstände, die die Verkündungszeremonie begleiten, passen nicht zum gewünschten Aufbruchssignal. "Es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben", kündigt Merz zusätzlich an, kann aber diese noch nicht konkretisieren. Ihm fehlen schlicht die Kandidaten. Sicher ist, dass Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) seinen Hut nehmen muss. Mit ihm hat der Kanzler schon gesprochen, wird dem ZDF aus Regierungskreisen bestätigt. Doch der zunächst eingeplante Nachfolger, der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, hat kurz vor der Verkündung seine Zusage wieder zurückgezogen. Der Kanzler steht ziemlich blamiert da. Aus seinem Umfeld ist Kopfschütteln zu vernehmen, es fehle schlicht an Management. Ein hartes Urteil über einen Kanzler, der sich selbst als eine Art Vorstandsvorsitzenden der Regierung sieht. Aber die Frage steht im Raum, warum es nicht ein oder zwei Ersatzkandidaten gegeben habe? Auffällig ist auch, dass Merz "Veränderungen" ankündigt - Mehrzahl also. Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass noch mindestens eine weitere Person das Bundeskabinett verlassen muss. Wer das ist, bleibt zunächst im Dunklen. Die in den letzten Tagen genannte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, mit der auch über ihre Performance gesprochen wurde, soll aber im Amt bleiben - zunächst. Eine Art Bewährung. Thorsten Frei wird wohl derjenige, der an die Spitze der Unions-Fraktion wechselt. Das ist der Vorschlag von CSU-Chef Söder und CDU-Chef Merz. Die endgültige Entscheidung soll kommende Woche fallen. 23.07.2026 | 2:18 minHängepartie auch beim Generalsekretär Auch die durch Linnemanns Berufung zum Gesundheitsminister entstandene Lücke in der CDU ist noch nicht geschlossen. Am Montag sollen Präsidium und Bundesvorstand der CDU online zusammenkommen und einen neuen Generalsekretär bestimmen. Die jetzt gehandelten Namen sprechen für Beobachter nicht für eine besonders innovative Lösung. Mit Franziska Hoppermann, der derzeitigen CDU-Schatzmeisterin, und dem Landes-Generalsekretär der Rheinland-Pfalz-CDU, Johannes Steiniger, werden zwei Personen genannt, deren Strahlkraft als überschaubar gilt. Aber auch hier gilt, dass die scheibchenweise Bekanntgabe so überhaupt nicht der Merz’schen Vorstellung von Aufbruch und Elan entspricht. Die Chaos-Tage in der CDU sind noch nicht zu Ende. Mehr zu Merz' Kabinettsumbau - Ablösung von Verkehrsminister Schnieder?:Merz kündigt weitere Kabinettsumbildungen anmit Video13:57 - Umbau nach Spahn-Rücktritt:Die neue Merz-Crewvon Wulf Schmiese - Unionsfraktion wählt am 29. Juli:Spahn-Nachfolge: Fraktionsvorstand berät über Personalfragemit Video2:24 - Wer wird neuer Unions-Fraktionschef?:Union will am 29. Juli Spahn-Nachfolge entscheidenvon Dominik Rzepkamit Video2:48

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24. Juli
Die Zeit (Politik)

Kabinettsumbau von Friedrich Merz: Grüne kritisieren Kabinettsumbau als unprofessionell

Grüne und Linke im Bundestag haben den von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgenommenen Kabinettsumbau kritisiert. Nach einem »verpatzten Jahr Schwarz-Rot« ziehe Merz die Reißleine, teilten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge mit. Die »Salamitaktik«, mit der der Kanzler sein Kabinett nun offenbar etappenweise über den Sommer umbauen wolle, sei nicht dazu geeignet, Ruhe in die Regierungsgeschäfte zu bringen. Sie führe zu immer weiteren und neuen Spekulationen und fortgesetzter Unruhe. »Das wirkt weder professionell noch gut durchdacht«, sagten Haßelmann und Dröge. Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sagte der Rheinischen Post, Deutschland brauche keinen Kabinettsumbau, sondern eine andere Politik. »Aber darauf kann man nicht hoffen. Das ernannte Personal wird nur die Kahlschlagpolitik fortsetzen«, sagte Pellmann. Beim Kabinettsumbau lege Merz einen Eifer an den Tag, den man sich eher beim Lösen der Probleme des Landes wünschen würde. Dass ausgerechnet der »Hardliner« Carsten Linnemann Gesundheit und Pflege verantworten solle, sei »als Kampfansage zu verstehen«. Warken ins Kanzleramt, Frei in die Fraktion Knapp 15 Monate nach seinem Amtsantritt nutzte Merz die Ablösung des bisherigen Unions-Fraktionschefs Jens Spahn für eine größere Kabinettsumbildung. Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Kanzleramtschefin. Sie folgt auf Thorsten Frei, der Spahn als Fraktionschef ersetzt. Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsressort. Der Kanzler ernannte zudem Philipp Amthor (CDU) zum neuen Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. Weitere Personalentscheidungen würden folgen, sagte Merz. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll CDU-Verkehrsminister Patrick Schnieder seinen Posten räumen, ein Nachfolger steht aber offenbar noch nicht fest. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sicherte der Union weiter eine verlässliche Zusammenarbeit zu. Der Koalitionspartner stelle sich in Regierung, Fraktion und Partei an einigen Stellen neu auf »und trifft die dafür notwendigen Personalentscheidungen«, sagte Klüssendorf laut einer Mitteilung. Als SPD stehe man »verlässlich in der Koalition bereit« und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen.

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