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Dienstag, 24. März 2026
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Kurswende am Montag: Spekulationen um Insiderhandel

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24. März
Tagesschau

Kurswende am Montag: Spekulationen um Insiderhandel

Heftige Kursschwankungen Spekulationen um Insiderhandel vor Trump-Post Während der DAX weiter unter den Unwägbarkeiten des Iran-Krieges leidet, kommen Spekulationen auf, ob manche Marktteilnehmer mehr wussten, bevor es zu den gestrigen heftigen Kursbewegungen kam. Auch wenn die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg erhalten bleibt, kommt der Aktienmarkt nicht zur Ruhe. Die Unsicherheit, ob wirklich entscheidende Gespräche zwischen Washington und Teheran geführt werden, lastet auf dem DAX. Bis zum frühen Nachmittag büßt der deutsche Leitindex 0,9 Prozent auf 22.442 Punkte ein. Drastische Kurswende am Montag "Hätte ich das nur vorher geahnt", dürften sich die meisten Marktteilnehmer nach der gestrigen scharfen Kurswende gedacht haben, die die Aktienkurse nach oben und die Ölpreise nach unten katapultierte. Kurz nach Mittag mitteleuropäischer Zeit hatte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social verkündet, dass er nach "sehr guten Gesprächen" mit dem Iran für weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten werde. Binnen Minuten drehte der DAX ins Plus, während der Ölpreis der Nordseesorte Brent zunächst um 14 Prozent abstürzte. Auffällige Handelsbewegungen im Vorfeld Bei solchen extremen Kursbewegungen auf der richtigen Seite zu stehen, kann für Profi-Investoren über die Performance eines ganzen Handelsjahres - und darüber hinaus - entscheiden. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass es sowohl am Aktien- als auch am Ölmarkt im Vorfeld von Trumps Ankündigung zu auffälligen Handelsbewegungen kam. Wie die australische Nachrichtenseite news.com unter Berufung auf den US-Börsenbrief "The Kobeissi Letter" berichtet, wurde genau 14 Minuten vor Trumps Post an der Chicagoer Terminbörse eine außergewöhnlich hohe Wette auf den US-Aktienindex S&P 500 platziert. Die Future-Kontrakte hatten einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar und seien nach Trumps Ankündigung binnen Minuten um 60 Millionen Dollar im Wert gestiegen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat indessen die Daten der wichtigsten Rohstoffbörsen ausgewertet und herausgefunden, dass am Montagmorgen innerhalb weniger Minuten Futures auf mindestens sechs Millionen Barrel Brent- und WTI-Öl verkauft wurden, also auf fallende Ölpreise gewettet wurde - etwa 15 Minuten vor Trumps Veröffentlichung. Das übertraf bei weitem das durchschnittliche Handelsvolumen zu dieser Zeit an den fünf vorangegangenen Handelstagen, das bei rund 700.000 Barrel lag. Brent und WTI sind die an den Terminmärkten gehandelten Referenzsorten für nordeuropäisches beziehungsweise US-Öl. Weißes Haus: "Tolerieren keinen Insiderhandel" Die Daten legen also den Verdacht nahe, dass einzelne Marktteilnehmer vorab mehr wussten. Gegenüber der Financial Times, die das Volumen der in Frage stehenden Ölkontrakte auf 580 Millionen Dollar beziffert, teilte das Weiße Haus mit, es toleriere "keinen Regierungsbeamten, der illegal von Insiderwissen profitiert". Jede Andeutung ohne Beweise, dass Offizielle solche Aktivitäten begehen, sei "unbegründet und unverantwortliche Berichterstattung".

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24. März
Tagesschau

Marktbericht: Anleger können Unsicherheit nicht abschütteln

DAX wieder auf Talfahrt Anleger können Unsicherheit nicht abschütteln Die gestrigen Kursgewinne sind fast wieder verpufft, der DAX fällt zurück. Für die Anleger bleibt die Lage im Nahen Osten undurchschaubar. Solange die Ölpreise anziehen, ist auch der Aktienmarkt angeschlagen. Der DAX fällt im frühen Handel um rund ein Prozent auf 22.420 zurück. Gestern hatte der deutsche Leitindex nach zunächst kräftigen Verlusten von mehr als zwei Prozent wieder ins Plus gedreht. Zeitweise hatte er bis zu 3,6 Prozent zugelegt, zum Börsenschluss notierte er noch 1,2 Prozent höher bei 22.653 Punkten. Heute geht es wieder in die andere Richtung, die Unsicherheit hält also an: Die Investoren sorgen sich um die wirtschaftlichen Konsequenzen der steigenden Energiepreise. Ungewissheit herrscht auch wegen der möglichen Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Iran dementiert, dass solche Gespräche stattfinden. Immerhin hatte US-Präsident Donald Trump am Vortag aber mit der angekündigten Verschiebung von Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur für Erleichterung an den Finanz- und Rohstoffmärkten gesorgt. Nachhaltig war der Effekt nicht. Aktuell ziehen die Ölpreise angesichts der widersprüchlichen Angaben über die Gespräche zwischen den USA und Iran erneut an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich heute in der Spitze um 4,4 Prozent auf 104,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI steigt um bis zu 4,7 Prozent auf 92,29 Dollar. Der Ölpreis mit seinen Auswirkungen auf die Inflation und seiner Signalwirkung für die Konjunkturerwartungen bleibt ein entscheidender Faktor für die Kursbewegungen am Aktienmarkt. Die erhoffte schwungvolle wirtschaftliche Erholung wird bei derart steigenden Energiepreisen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen. Ein kräftiger Schub für die Inflation im März sei unausweichlich, schreiben die Experte der Helaba in ihrem Tageskommentar. "Hierzulande sind die Benzinpreise um etwa 15 Prozent gestiegen, in den USA sogar um über 30 Prozent. Das wird Spuren hinterlassen in den Geldbörsen der Verbraucher", so die Analysten. "Aber auch die Kostenbasis der Unternehmen steigt und dies lastet auf den konjunkturellen Perspektiven, zumal die Zinsniveaus zugelegt haben." Deutschlands Wirtschaft ist von der aktuellen Lage besonders betroffen, da die Industrieproduktion von günstiger Energie abhängig ist. Marktbeobachter rechnen deshalb damit, dass es an den Aktienmärkte auch weiterhin turbulent weitergehen wird: "Die Schwankungen in den DAX-Kursen werden von Tag zu Tag weiter zunehmen", stellt Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank, fest. "Die Börsen interessieren sich derzeit mehr für die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, als für aufsehenerregende Sätze des US-Präsidenten." Die Nachrichtenlage bleibe sehr undurchsichtig und dürfte die Finanzmärkte auch in den kommenden Stunden und Tagen in Atem halten, prognostiziert Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. Den Investoren werde kaum Zeit zum Durchatmen gegeben, deshalb stehe der Großteil mit höheren Kassenbeständen an den Seitenlinien, um den Fortgang der vermeintlichen Gespräche abzuwarten. Der Automarkt in der EU ist im Februar leicht gewachsen. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat stiegen die Neuzulassungen von Pkw um 1,4 Prozent auf 865.437 Autos, wie der Herstellerverband Acea mitteilte. In den ersten beiden Monaten ergab sich aber ein Minus von 1,2 Prozent auf 1,665 Millionen Autos. Der Anteil vollelektrisch angetriebener Autos zog seit Jahresbeginn von 15,2 auf 18,8 Prozent an.

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23. März
Tagesschau

Iran-Drohungen ausgesetzt: Wechselbad à la Trump

Starke Kursgewinne Wechselbad à la Trump Der Montag bot den Anlegern ein seltenes Schauspiel. Zeitweise hatte der DAX weitere 2,3 Prozent eingebüßt, schnellte dann aber nach oben. Grund waren neue Hoffnungen auf eine Deeskalation in Nahost. Es war ein klassisches Wechselbad nach dem Rezept von Donald Trump. In der Nacht zu Sonntag hatte der US-Präsident der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Teheran drohte seinerseits mit der vollständigen Schließung der Meerenge und Attacken auf die Energieanlagen der Golf-Anrainerstaaten. Das ließ den DAX zunächst um bis zu 2,3 Prozent abstürzen. Kurz nach Mittag dann die Wende: Trump verkündete auf seiner Plattform Truth Social, dass er das Ultimatum um fünf Tage verlängern werde. Nach "sehr guten und produktiven" Gesprächen über "eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" habe er das Kriegsministerium angewiesen, vorerst von Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur abzusehen. Die Gespräche würden in dieser Woche fortgesetzt. Der DAX machte daraufhin seine Verluste wett und kletterte weiter. Gebremst wurde der Anstieg allerdings durch die zwischenzeitliche Mitteilung des Regimes in Teheran, man führe derzeit keine Gespräche mit den USA. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer 1,2 Prozent höher bei 22.653 Punkten. Zugleich fielen die Notierungen an den Energiemärkten drastisch zurück. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent nur noch knapp über 100 Dollar. Am Morgen waren noch über 114 Dollar für ein Barrel bezahlt worden. Auch die Edelmetallpreise änderten die Richtung. Zuletzt hatte der Goldpreis erheblich unter der Erwartung steigender Zinsen gelitten. In der vergangenen Woche hatte Gold mit einem Minus von mehr als zehn Prozent den größten Wochenverlust seit rund 43 Jahren verzeichnet. Am frühen Abend notierte Gold wieder bei fast 4.400 Dollar pro Feinunze. Auch die Wall Street reagierte mit starken Aufschlägen auf die Verschiebung der Angriffe auf iranische Kraftwerke. Bis zum frühen Abend legte der Dow Jones rund 1,4 Prozent zu. Am Morgen hatte die drohende weitere Eskalation am Persischen Golf die Sorge um einen neuen inflationären Schub angefacht. Drastisch steigende Energiepreise würden die Inflation spürbar antreiben, was die Notenbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik veranlassen würde. Zuletzt hatten die Märkte begonnen, ein deutlich höheres Zinsumfeld einzupreisen. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, sie rätsele nach dem Übernahmeangebot der italienischen Großbank UniCredit weiterhin über deren Absichten. "Bis heute sind wir im Unklaren, was UniCredit eigentlich will", sagte Orlopp. Die Commerzbank verweigere sich aber Gesprächen nicht. Allerdings müsse UniCredit-Chef Andrea Orcel seine Pläne konkretisieren: "Wenn jemand anklopft und sagt, ich habe eine Idee, dann darf man doch erwarten, dass er auch sagt, wie die Idee aussieht." Im MDAX fiel die Aktie von Delivery Hero mit einem Kursplus von über neun Prozent auf. Der Essenslieferdienst hat mit dem Konzern Grab aus Singapur einen Käufer für das Taiwan-Geschäft seiner Tochter Foodpanda gefunden. Der Kaufpreis liege ohne Schulden und Barmittel bei rund 519 Millionen Euro. Wenn die Behörden zustimmen, soll der Verkauf in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden. Delivery Hero will den Verkaufserlös auch zur Schuldentilgung verwenden. Konzernchef Niklas Östberg nannte den Verkauf einen wichtigen ersten Schritt in der laufenden strategischen Prüfung des Konzerns. Die von Elon Musk geführten Unternehmen SpaceX und Tesla wollen im texanischen Austin zwei hochmoderne Chipfabriken bauen. Musk kündigte das Projekt mit dem Namen "Terafab" gestern auf seiner Online-Plattform X an. Ein Werk solle Halbleiter für Autos und humanoide Roboter produzieren, das andere sei für Rechenzentren mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Weltraum gedacht.

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23. März
Tagesschau

Nach Trump-Äußerungen: Drastische Kurswende an den Börsen

Inflationssorgen vorerst verflogen Börsen im Wechselbad der Gefühle Gleich zu Wochenbeginn erleben die Investoren ein drastisches Auf und Ab: Die begründete Sorge vor einem neuen Inflationsschub wich gegen Mittag der Hoffnung auf eine Deeskalation im Persischen Golf. Kurz nach Mittag fanden sich die Finanzmärkte in einer völlig neuen Lage wieder: Mit US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, nach "sehr guten und produktiven" Gesprächen mit Iran über "eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" sein Ultimatum gegen das Land um fünf Tage zu verlängern, drehten sich die Vorzeichen an den Finanz- und Rohstoffmärkten komplett um. Der DAX, der zuvor um weitere 2,3 Prozent abgerutscht war, machte daraufhin seine Verluste binnen Sekunden vollständig wett. Am frühen Nachmittag notiert der deutsche Leitindex 1,9 Prozent höher bei 22.812 Punkten. Die Ölpreise fielen dagegen deutlich zurück. Zur Stunde kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent nur noch knapp über 103 Dollar, nachdem es am Morgen noch über 114 Dollar gekostet hatte. Die Edelmetallpreise, die zuvor unter der Erwartung steigender Zinsen gelitten hatten, erholten sich ebenfalls deutlich. Der Goldpreis stieg bis zum Mittag wieder über 4.400 Dollar pro Feinunze. Neue Hoffnung auf Deeskalation "Aufgrund des Tenors und Tons" der Gespräche habe er das Kriegsministerium angewiesen, vorerst von den Angriffen auf iranische Energieinfrastruktur abzusehen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die große Frage an den Märkten ist nun, ob die nach Aussage Trumps in dieser Woche weiter laufenden Gespräche mit Iran tatsächlich die zuletzt drohende Eskalation abwenden und möglicherweise sogar in einen Waffenstillstand münden können. Trumps Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus hatte die Märkte am Morgen in Aufruhr versetzt, denn Iran drohte seinerseits, den Energiesektor auch bei den übrigen Anrainerstaaten am Persischen Golf zu zerstören. Gefahr eines neuen Inflationsschocks bleibt Sollten die Verhandlungen der höchst ungleichen Gegner scheitern und der Iran-Krieg tatsächlich in gegenseitigen Angriffen auf Energieanlagen eskalieren, würde dies die Weltwirtschaft in einen Teufelskreis stürzen: Die unweigerlich drastisch steigenden Öl- und Gaspreise würden einen neuen Preisschub nach sich ziehen, der so gut wie alle Warengruppen erfassen würde. Das wiederum würde die Geldpolitiker in den Notenbanken alarmieren, die vorrangig für die Stabilität der Preise verantwortlich sind. Und eine strengere Geldpolitik mit insbesondere steigenden Zinsen ist Gift für die Aktienmärkte. Bei den Unternehmen steigen die Zinskosten, was die Gewinne drückt, und auf Seiten der Finanzmärkte werden Anleihen als Geldanlage vergleichsweise attraktiver. Entsprechend haben sich die Märkte von ihren zuversichtlichen Zinsprognosen zu Jahresbeginn verabschiedet und schon begonnen, auf mögliche Zinserhöhungen in Europa zu spekulieren. Dieses Szenario tritt nun vorerst in den Hintergrund, bleibt aber eine reale Gefahr. Auch wenn beide Seiten ein Interesse an einer Deeskalation haben dürften, bleibt der Ausgang der Gespräche offen und die Lage unübersichtlich.

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24. März
Wirtschaftswoche

BörsenTag: Der geplatzte Traum von der hohen und schwankungsarmen Rendite

BörsenTag: Der geplatzte Traum von der hohen und schwankungsarmen Rendite Dieser Text stammt aus dem WirtschaftsWoche-Newsletter BörsenTag. Hier bestellen: wiwo.de/boersentag In diesen Tagen, da die Finanzmärkte wegen des Irankriegs verrücktspielen, der Dax Anlagebetrüger am grauen Kapitalmarkt werben gern mit dem Argument, ihre obskuren Papiere seien nicht an der Börse, deshalb drohten auch keine Kursverluste. Das ist Unsinn, so manches Produkt ging von 100 auf null, nur dass die Anleger das erst merkten, als es zu spät war. Auch seriöse Anbieter von Unternehmensbeteiligungen behaupten, Private Equity schwanke weniger stark als Aktien. Einleuchtend ist das nicht. Investments verlieren auch dann an Wert, wenn Anleger nicht jede Sekunde einen Preis sehen. Das gilt für Fonds mit Unternehmensanteilen und auch für solche mit Unternehmenskrediten. Beide haben Probleme, die sind aber in den Hintergrund getreten, dank Iran-Krieg und Trump-Posts. Sie sind aber nicht verschwunden. Angst vor den faulen Krediten Ein Manager von Goldman Sachs Private Credit, das sind Darlehen, die nicht von Banken vergeben werden, sondern zum Beispiel von Fonds. Viele gingen an Softwareunternehmen, zudem werden viele KI-Rechenzentren durch private Kreditfonds finanziert – auch, weil klassische Banken hier zurückzuckten. Viele Kredite scheinen leichtfertig vergeben worden zu sein. US-Anleger werden nervös, zogen Milliarden aus Fonds von BlackRock, Blackstone oder Blue Owl ab. Zu Wochenbeginn verlor die Aktie von Apollo Global Management, nachdem Apollo die Auszahlungen aus einem seiner größten Kreditfonds für US-Privatanleger hart eingeschränkt hatte. Die Schweizer Partners Group Stärker als in Private Credit investiert sind Normalanleger bei Private Equity, also jenen Fonds, die sich an Unternehmen (an deren Kapital, Equity) beteiligen. Die wurden zuletzt stark beworben. Auf einmal offen für alle: warum? Die Anbieter sind oft die selben wie auf der Credit-Seite, das Geschäft ist aber älter und bekannter, und wird jetzt eben von Neobrokern und anderen an Privatanleger herangetragen. Warum lässt Private Equity plötzlich Kleinanleger an die Fleischtöpfe? Private-Equity-Investoren rühmen sich nicht nur der niedrigeren Schwankungen, sondern auch hervorragender Renditen von 15 Prozent und mehr. Als sich Private-Equity-Fonds auch für normale Privatanleger öffneten, gab das Anlass zu Misstrauen: „Der Teufel ist ein Egoist, und tut nicht leicht um Gottes Willen, was einem Andern nützlich ist“, sagt Goethes Faust zutreffend. Finanzinvestoren sind keine Teufel, aber auch keine Engel. Soll heißen: Meist sind die Renditen nicht so traumhaft, wie oft angegeben. Das liegt an der Berechnungsmethode. In den hohen Renditen wird unterstellt, dass Anleger Erträge der Fonds zu denselben Renditen reinvestieren können. Das aber ist nur theoretisch möglich, in der Praxis müssen Anleger auf die Auflage des nächsten Fonds warten. Die Gebühren, die Private an die Fondsmanager überweisen, sind zudem sehr hoch: Fondsanbieter Apollo etwa verlangt von Privaten durchgerechnet 6,8 Prozent Gebühren. Bei 15 Prozent Rendite kämen nach zehn Jahren bei 10.000 Euro Startkapital nach Gebühren statt gut 40.000 nur 22.000 Euro heraus. Es stört auch, dass Private Equity zunehmend Probleme hat, aus Investments wieder herauszukommen. War es früher schon üblich, dass ein Finanzinvestor ein Unternehmen an einen anderen verkaufte, zum Beispiel KKR Das Softwareproblem von Private Equity Generell hält Private Equity nicht allzu viel von Transparenz: Anleger wissen meist nicht, welche Unternehmensbeteiligungen und anderen Finanzprodukte in den Fonds stecken. Apollo etwa sagt laut Fondsunterlagen nur, in welche Branchen der für Privatanleger offene Fonds investiert. Die bessere Alternative waren lange Zeit die Aktien von KKR, Blackstone, Apollo und anderen. Deren Kurse hängen an den Einnahmen und damit an der Performance der Fonds – aber aller Fonds, auch derer mit dem Zugang zu den besten Managern, und nicht nur von den womöglich schlechteren, in die Privatanleger hineingelassen werden. Über Jahre liefen die Aktien phänomenal, bei in der Spitze 2500 Prozent Plus von KKR blieb für beide Seiten genug übrig, für Finanzinvestoren und Aktionäre. Seit dem vergangenen Jahr aber läuft es nicht mehr: Das hat viel mit Private Credit und Software zu tun. Mit Einführung von ChatGPT 2022 gingen Umsatzwachstum und Bewertungen von Softwareunternehmen rapide zurück. Investoren fürchten, dass KI Software ersetzt. Der Median (Zentralwert, bei dem die Hälfte der Unternehmen darunter und die Hälfte darüber liegt) der Bewertungen von Softwarefirmen fiel seither stark: Wurden sie 2022 noch mit dem 19-fachen Umsatz bewertet, liegt der Faktor heute bei 3,4. „Technologie, insbesondere Unternehmenssoftware, nimmt seit mehr als zehn Jahren mit deutlichem Vorsprung den Spitzenplatz im Private-Equity-Bereich ein“, konstatiert Andrea Auerbach, Head of Private Investments beim Berater Cambridge Associates. Am stärksten gefährdet seien Fonds, die vor Mitte 2022 viel zu teuer in Softwareunternehmen investiert haben. Ein Problem, das an der Börse wieder auftauchen wird, spätestens dann, wenn sich im Iran-Krieg eine Lösung abzeichnet. Dieser Text stammt aus dem WirtschaftsWoche-Newsletter BörsenTag – Ihr täglicher Filter für das Börsenrauschen. Von Montag bis Freitag bringt die Redaktion immer nachmittags das Marktgeschehen auf den Punkt – mit einer Beobachtung, die den Unterschied macht. Hier können Sie den Newsletter bestellen: wiwo.de/boersentag

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24. März
Wirtschaftswoche

Märkte: Dax kann Erholungskurs nicht halten – Ölpreis weiter über 100 Dollar

Märkte: Dax kann Erholungskurs nicht halten – Ölpreis weiter über 100 Dollar Der Dax Zu Wochenstart war der Dax zunächst unter die Marke von 22.000 Punkten gefallen. Ein Social-Media-Post von US-Präsident Donald Trump sorgte dann aber für Euphorie an den Märkten. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die USA und der Iran hätten in den vergangenen Tagen erfolgreiche Gespräche „über eine vollständige und umfassende Beilegung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten“ geführt. Daraufhin sank der Preis für Rohöl der Sorte Brent Erst am Wochenende hatte Trump der iranischen Führung mit der Zerstörung der Energieanlagen gedroht, sollte die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden geöffnet werden. Als Nadelöhr der Weltwirtschaft steht die Meerenge weiterhin im Fokus der Märkte. Von den Nachrichten profitierten auch die Aktienmärkte in Fernost am Dienstag. In Tokio stieg der Nikkei-Index Ölpreise steigen wieder leicht Nach der kurzfristigen Entlastung sind die Preise für Rohöl der Nordseesorte Brent, die international als Benchmark für den Ölpreis gilt, wieder über 100 Dollar gestiegen. Am Dienstagmittag steht Brentöl bei 103 Dollar und damit auf Tagessicht leicht im Plus. Auch die US-Ölsorte WTI US-Indizes steigen wieder an An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index Aktuell bestimmen auch die möglichen Folgen des Iran-Kriegs auf die Weltwirtschaft die Lage an den Börsen. Laut Christian Gattiker vom Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär Kursumschwung auch bei Anleihen Auch die Kurse globaler Staatsanleihen reagierten unmittelbar auf die Nachricht Trumps zu den Gesprächen der beiden Kriegsparteien und drehten ins Plus. Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit rentieren bei knapp über drei Prozent, in der Vorwoche war die Rendite der Papiere auf bis zu 3,07 Prozent geklettert, so hoch wie zuletzt 2011. Ähnlich sieht es in Großbritannien aus. Die Rendite der britischen Staatspapiere (Gilts) bleibt unter fünf Prozent, nachdem sie zuvor auf bis zu 5,11 Prozent gestiegen war und damit so hoch lag wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Auch US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit, sogenannte Treasuries, fahren Achterbahn. Ihre Rendite fiel auf 4,39 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich wieder deutlich über 4,4 Prozent gestiegen war. Zur Erinnerung: Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs lag die Rendite der Treasuries sogar unter der Marke von vier Prozent. Generell gilt: In früheren Krisen konnten Anleger Verluste auf der Aktienseite oft dank steigender Anleihekurse ausgleichen. Auch deshalb war das 60/40-Depot mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Festzinspapieren lange Zeit so etwas wie der Goldstandard für die stabile Geldanlage. Das funktioniert zurzeit nicht mehr: Auch an den Anleihemärkten sind deshalb nach dem Wochenende erneut die Kurse eingebrochen. Insgesamt hatten globale Anleihen laut Bloomberg im März rund 2,5 Billionen Dollar an Wert verloren. Weil Anleger mit Leitzinserhöhungen durch die Notenbanken rechnen, werden bereits emittierte Papiere unattraktiver, ihre Kurse sinken. Weil bei Anleihen Kurs und Rendite gegensätzlich verlaufen, steigen die Renditen, wenn die Kurse fallen, weil Anleger die Papiere verkaufen. Mit dem jüngsten Anstieg rückten die Bondwächter wieder auf die Bühne, die sogenannten Bond Vigilantes: Mit ihren Verkäufen am Anleihemarkt prangern sie die hohe Verschuldung der Staaten an. Anleger verlangen schlicht eine höhere Prämie für ein höheres Risiko. Denn steigt die Staatsverschuldung, wird der Ausfall einer Anleihe wahrscheinlicher. Indem sie die Papiere verkaufen und damit die Zinsen in die Höhe treiben, wollen die Bond Vigilantes die Staaten zu einer nachhaltigeren Haushaltspolitik zwingen. Wichtig sind die Bondwächter vor allem am US-Bondmarkt. Weil die USA ohnehin hoch verschuldet sind und allein in diesem Jahr Bonds im Wert von rund zehn Billionen Dollar refinanzieren müssen, kann sich Donald Trump stark steigende Renditen am Anleihemarkt eigentlich nicht erlauben. Bereits mehrfach haben ihn die Bondwächter deshalb schon zu Rückziehern gezwungen, zum Beispiel beim Zollstreit oder seinem Griff nach Grönland. Turbulenter Goldmarkt Auch das als krisenfest geltende Edelmetall verlor im Rahmen des allgemeinen Crashs an Wert. Am Dienstagmittag schwankte der Preis für eine Unze Gold Diese Kursverluste mögen viele Anleger verwirren, denn angesichts der steigenden Inflationsangst spricht zunächst eigentlich alles für den als sicheren Hafen geltenden Rohstoff. Dafür gibt es gleich mehrere Erklärungen. Keine davon ändert etwas daran, dass langfristig vieles für Gold als Wertspeicher spricht. Zum einen führen die fallenden Aktienkurse dazu, dass spekulative Anleger wie Hedgefonds möglicherweise Sicherheiten nachlegen müssen, wenn sie auf steigende Kurse gesetzt haben und die Wetten nun platzen. Dafür könnten sie Gold verkaufen, weil sich das Edelmetall schnell zu Cash machen lässt. Zum anderen rechnet die Mehrheit am Markt derzeit mit steigenden Zinsen seitens der Notenbanken. Das macht Gold mittelfristig unattraktiver, weil es keine laufenden Erträge liefert. Zuletzt sorgt der steigende Dollar dafür, dass Goldkäufe für Anleger außerhalb des Dollarraums teurer werden. Ein Euro kostet mittlerweile 1,16 Dollar, rund zwei Prozent weniger als vor Ausbruch der Kampfhandlungen. Lesen Sie auch: Gute Gründe für Gold

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23. März
Der Spiegel (Wirtschaft)

Ölpreis sinkt, Kurse steigen: Donald Trumps Rückzieher lässt Börsen aufatmen

Sinkender Ölpreis, steigende Kurse Trumps Iran-Rückzieher lässt Börsen aufatmen Das aufgeschobene Ultimatum von US-Präsident Donald Trump im eskalierenden Irankrieg hat zum Wochenstart die Aktienmärkte befeuert und die Ölpreise um bis zu 14 Prozent einbrechen lassen. Der Dax sprang um rund 1200 Punkte nach oben, nachdem Trump angekündigt hatte, Angriffe auf Energieanlagen Irans auszusetzen. Trump erklärte, er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, militärische Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. In den beiden vergangenen Tagen habe es gute und produktive Gespräche mit Iran gegeben, schrieb Trump am Montag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Nach anfänglichen Verlusten von mehr als zwei Prozent legte der deutsche Leitindex um bis zu 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Auch der Euro Stoxx 50 drehte ins Plus und gewann zeitweise mehr als drei Prozent. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96,00 Dollar je Barrel ein. Das US-Leichtöl WTI verbilligte sich ähnlich stark auf bis zu 84,37 Dollar je Barrel. Aufgeschoben – nicht aufgehoben Die Aussicht auf eine Deeskalation im Irankonflikt beflügelte auch die US-Börsen. Die Futures der wichtigsten US-Indizes drehten deutlich ins Plus und zogen jeweils mehr als zwei Prozent an. »Dies ist offensichtlich ein Aufschub, kein vollständiger Waffenstillstand, und wir werden sehen, was von hier an geschieht«, sagte Chris Beauchamp, Marktanalyst bei IG Markets. »Aber die Märkte atmen offensichtlich auf.« Trump teilte weiter mit, dass die Aussetzung der Angriffe vom Erfolg laufender Treffen und Gespräche abhängig sei. Zuvor hatten die iranischen Revolutionswächter mit Angriffen auf israelische Kraftwerke und die Stromversorgung von US-Stützpunkten am Persischen Golf gedroht. Sie reagierten damit auf ein von Trump am Wochenende gesetztes Ultimatum. Sollte Trump seine Drohung wahr machen und das iranische Stromnetz zerstören, werde in gleichem Maße zurückgeschlagen, erklärten die Wächter am Montag. Trump hatte am Samstag gedroht, die USA würden iranische Kraftwerke vernichten, falls die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden wieder vollständig für die Schifffahrt geöffnet würde. Dollar verliert weiter an Wert Trumps Äußerungen am Montag stoppten auch den Ausverkauf am Anleihemarkt. Im Gegenzug gaben die Renditen von Staatsanleihen deutlich nach. Die Rendite der deutschen Benchmark-Bundesanleihe fiel auf zuletzt 3,009 Prozent. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3,038 Prozent gelegen. Inflationssorgen hatten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seit Beginn des Irankriegs um mehr als 40 Basispunkte steigen lassen. Auch der Dollar gab auf breiter Front nach. Unmittelbar nach Trumps Äußerungen verlor die US-Währung gegenüber dem Euro 0,7 Prozent und gegenüber dem Yen 0,6 Prozent. »Das ist eindeutig eine positive Entwicklung«, sagte Pepperstone-Stratege Michael Brown. »Beide Seiten führen Gespräche, und dies ist das erste konkrete Zeichen einer Deeskalation, das wir seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar gesehen haben.« Allerdings sei der Krieg noch nicht vorüber. Auch wenn die Entwicklung positiv sei, seien bislang nur Angriffe auf die Energieinfrastruktur ausgeschlossen worden. »Das bedeutet vermutlich, dass militärische Aktionen an anderer Stelle zumindest vorerst weitergehen.« Die iranische Botschaft in Kabul teilte mit, dass Trump nach einer »deutlichen Warnung Irans« von einem Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur Abstand nehme. »Es ist eindeutig eine verbale Intervention angesichts des Ausverkaufs, den wir gesehen haben«, konstatierte Elias Haddad, globaler Marktstratege bei Brown Brothers Harriman. »Wir sehen eine reflexartige Reaktion auf diese positive Nachricht.« Sollte es sich um eine echte Deeskalation handeln, sei eine stärkere Erleichterungsrallye bei Risikoanlagen möglich.

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