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Montag, 6. April 2026
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Übergewinnsteuer: Klingbeil drängt EU-Kommission zur Prüfung

Medienspektrum

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4. April
ZDF heute

Übergewinnsteuer: Klingbeil drängt EU-Kommission zur Prüfung

Hohe Spritpreise:Übergewinnsteuer: Klingbeil drängt EU-Kommission zur Prüfung Bundesfinanzminister Klingbeil ruft Brüssel zur Prüfung einer Übergewinnsteuer auf. Gemeinsam mit vier weiteren Amtskollegen kritisiert er die "Windfall-Gewinne" der Ölkonzerne. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht gemeinsam mit europäischen Kollegen in Brüssel Druck für eine Sondersteuer auf überhöhte Krisengewinne von Energiekonzernen. Die EU-Kommission solle schnell ein Instrument dafür vorlegen, schrieb Klingbeil gemeinsam mit den Finanz- oder Wirtschaftsministern aus Österreich, Italien, Portugal und Spanien. Die Minister verweisen auf die in der Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 erhobene sogenannte Solidaritätsabgabe, die Übergewinne im Geschäft mit fossilen Energieträgern wie Öl und Gas abschöpfen sollte. In dem Brief heißt es: Sondersteuer soll Entlastungsmaßnahmen gegenfinanzieren Eine europäische Lösung würde Bürgern und Wirtschaft signalisieren, dass die Europäische Union zusammenstehe und gemeinsam handele, heißt es weiter. Dies würde auch eine klare Botschaft senden, dass jene, die von den Folgen des Krieges profitieren, ihren Beitrag dazu leisten müssen, die Last der Allgemeinheit zu lindern. Brief der Finanz- und Wirtschaftsminister Mineralölkonzerne dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal am Tag erhöhen. Mit Inkrafttreten der neuen Regel gab es am Mittag vielerorts kräftige Preissprünge. 01.04.2026 | 2:33 minDamit ließen sich befristete Entlastungsmaßnahmen für Verbraucher gegenfinanzieren und die steigende Inflation bremsen, ohne die öffentlichen Haushalte weiter zu belasten, heißt es in dem Schreiben, das an Klimakommissar Wopke Hoekstra gerichtet ist. Mit Blick auf die kritisierten "Windfall-Gewinne" von Energieunternehmen betonen die Minister: Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass diese Belastung gerecht verteilt wird. Brief der Finanz- und Wirtschaftsminister Klingbeil hatte zuvor schon in einem Schreiben an Kabinettskollegen neben anderen Maßnahmen eine Übergewinnsteuer auf EU-Ebene ins Spiel gebracht. Mehr zu den gestiegenen Spritpreisen Hohe Spritpreise:Reiche gegen Tempolimit - Pendlerpauschale im Gespräch mit Video0:25Super E10 auf Jahreshöchststand:Dieselpreis auf Allzeithoch - trotz neuer Spritpreisregel mit Video1:50Drei Fakten :Hohe Spritpreise: So können Autofahrer beim Tanken sparen von Susanne Pohlmannmit Video1:44- Interview Neue Regeln für Tankstellen:Die Spritpreise "werden hoch bleiben" mit Video5:41

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4. April
FAZ (Wirtschaft)

Hohe Spritpreise: Klingbeil fordert Prüfung von Übergewinnsteuer auf EU-Ebene

Hohe Spritpreise : Klingbeil fordert Prüfung von Übergewinnsteuer auf EU-Ebene Gemeinsam mit Österreich, Italien, Portugal und Spanien wendet sich der Bundesfinanzminister in einem Brief an die EU-Kommission. Wer vom Krieg profitiere, solle einen Beitrag leisten, heißt es darin. Angesichts anhaltend hoher Spritpreise fordern Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und vier seiner EU-Kollegen die Brüsseler Kommission in einem Brief zur Prüfung einer Übergewinnsteuer auf europäischer Ebene auf. In einem der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorliegenden Schreiben wird auf ein ähnliches, befristetes Instrument im Jahr 2022 verwiesen. „Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und fiskalischen Zwänge sollte die Europäische Kommission rasch ein ähnliches EU-weites Abgabeninstrument entwickeln, das auf einer soliden Rechtsgrundlage beruht“, heißt es in dem Brief, der von den Finanzministern Deutschlands, Spaniens, Portugals, Österreichs und Italiens unterzeichnet ist. Die EU-Maßnahme sollte nach Ansicht der EU-Finanzminister zusätzlich zu nationalen Initiativen gegen hohe Spritpreise in den 27 EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden. Als Begründung führen sie an, dass die hohen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs zu einer erheblichen Belastung für Europas Wirtschaft und Bürger geführt hätten. „Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass diese Belastung gerecht verteilt wird“, heißt es mit Blick auf umstrittene „Windfall-Gewinne“ von Energiekonzernen. Als Konsequenz des Iran-Kriegs und der faktischen Sperrung der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte läuft, sind die Energiepreise massiv angestiegen. Mineralölkonzernen wird vorgeworfen, dass sie sehr schnell die Preise anheben, sinkende Preise auf den internationalen Märkten aber spürbar langsamer weitergeben. In Deutschland haben die Spritpreise zudem deutlich stärker angezogen als in den meisten Nachbarstaaten. Hoffnung auf Entlastung für Verbraucher „Eine solche europäische Lösung würde ein Signal an die Bürger unserer Mitgliedstaaten und an die Wirtschaft insgesamt senden und zeigen, dass wir geeint stehen und handlungsfähig sind“, argumentieren der SPD-Chef und seine Kollegen in ihrem Brief an die EU-Kommission. „Sie würde zudem eine klare Botschaft vermitteln, dass diejenigen, die von den Folgen des Krieges profitieren, ihren Teil dazu beitragen müssen, die Belastung für die breite Öffentlichkeit zu mildern.“ Eine solche EU-Abgabe würde es ermöglichen, vorübergehende Entlastungen gerade für Verbraucher zu finanzieren und die steigende Inflation einzudämmen. Auch Frankreich schaltete sich ein und forderte von der EU-Kommission eine Untersuchung des europäischen Raffineriesektors. Damit solle sichergestellt werden, dass es angesichts der steigenden Ölpreise keinen Marktmissbrauch gebe, hatte der französische Finanzminister Roland Lescure am Freitag gesagt. Er habe der Brüsseler Behörde einen entsprechenden Brief geschrieben. Klingbeils Brief dürfte auch die Debatte in der schwarz-roten Bundesregierung weiter anheizen. Denn Vizekanzler Klingbeil und andere SPD-Politiker hatten die Idee einer Übergewinnsteuer bereits auf nationaler Ebene vorgetragen. Kanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und die Union sehen dies aber kritisch. CDU-Chef Merz hatte auf rechtliche Probleme verwiesen: Es sei sehr schwer zu bestimmen, was normaler Profit und was Übergewinn der Konzerne sei. Die EU hatte bereits 2022 nach dem rasanten Anstieg der Energiepreise zu Beginn des Ukraine-Krieges eine befristete Sonderabgabe auf Übergewinne bestimmter Unternehmen aus dem fossilen Energiesektor eingeführt. Die Abgabe betrug 33 Prozent auf den Teil des Gewinns, der mehr als 20 Prozent über dem durchschnittlichen Gewinn der Jahre 2018 bis 2021 lag. Sie galt für die Erhebungszeiträume 2022 und 2023. Sie spülte gut zwei Milliarden Euro in die Kassen des Bundes. Die fünf EU-Finanzminister schlagen nun aber vor, dass die EU-Kommission anders als 2022 auch prüfen sollte, ob und wie die Auslandsgewinne multinationaler Ölkonzerne gezielter einbezogen werden könnten. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte den Konzernen vorgeworfen, innerhalb der ersten drei Wochen des Irankriegs Gewinne von durchschnittlich mehr als 80 Millionen Euro pro Tag gemacht zu haben. Die Firmen bestreiten dies.

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4. April
Der Spiegel (Wirtschaft)

Spritpreise: Lars Klingbeil fordert Prüfung von Übergewinnsteuer auf EU-Ebene

Brief an EU-Kommission Hohe Spritpreise – Klingbeil und weitere Finanzminister fordern Prüfung von Übergewinnsteuer Angesichts anhaltend hoher Spritpreise fordern Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und vier weitere europäische Finanzminister die EU-Kommission zur Prüfung einer Übergewinnsteuer auf europäischer Ebene auf. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben wird auf ein ähnliches, befristetes Instrument im Jahr 2022 verwiesen. »Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und fiskalischen Zwänge sollte die Europäische Kommission rasch ein ähnliches EU-weites Abgabeninstrument entwickeln, das auf einer soliden Rechtsgrundlage beruht«, heißt es in dem Brief, der von den Finanzministern Deutschlands, Spaniens, Portugals, Österreichs und Italiens unterzeichnet ist. Die europäische Maßnahme soll dem Dokument zufolge zusätzlich zu nationalen Initiativen gegen hohe Spritpreise in den 27 EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden. Als Begründung führen die Finanzminister an, dass der Irankrieg durch die hohen Ölpreise zu einer erheblichen Belastung für Europas Wirtschaft und Bürger geführt habe. »Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass diese Belastung gerecht verteilt wird«, heißt es mit Blick auf die kritisierten »Windfall-Gewinne« von Energieunternehmen. - Teurer Treibstoff in Deutschland: Wie sich die Spritpreise senken lassen - Wenn Öl knapp und teuer wird: Diverse Wege aus der Energiekrise – welcher ist der beste? Eine Analyse von Janine Große und Benedikt Müller-Arnold - Schreiben an Regierungskollegen: Klingbeil drängt auf Entlastungen wegen hoher Energiepreise Klingbeil hatte sich bereits früher zur Finanzierung gezielter Entlastungen für eine Übergewinnsteuer ausgesprochen, mit der man übermäßige Krisenprofite von Unternehmen abschöpfen könne. Dazu führte der Finanzminister Gespräche auf EU-Ebene, wünschte sich aber mehr Rückendeckung aus der Bundesregierung. Nach SPIEGEL-Informationen ließ Klingbeil diese Abgabe zusammen mit vergleichbaren Maßnahmen im März von seinen Beamten im Finanzministerium durchrechnen. Diesel und Benzin haben sich in Deutschland drastisch verteuert. Laut einer neuen Studie sind die Überschussgewinne der Mineralölkonzerne in keinem anderen EU-Staat so hoch wie hierzulande. Die Branche hält dagegen. Hier lesen Sie mehr.

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4. April
taz (Öko & Co)

Trotz Absage von Ministerin Reiche: Deutschland und weitere Länder fordern EU zur Prüfung von Übergewinnsteuer auf

Trotz Absage von Ministerin Reiche: Deutschland und weitere Länder fordern EU zur Prüfung von Übergewinnsteuer auf Finanzminister Lars Klingbeil und vier Amtskolleg:innen aus anderen europäischen Staaten dringen darauf, die Absahnerei der Ölkonzerne einzugrenzen. Hintergrund sind die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise. afp | Deutschland und vier andere europäische Staaten haben die EU aufgefordert, Maßnahmen für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu prüfen. Eine solche sei bereits 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise genutzt worden, heißt es in einem Brief an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. „Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und finanzpolitischen Zwänge“ sollte die Europäische Kommission nun „zügig“ ein ähnliches EU-weites Instrument ausarbeiten. Unterzeichnet ist der Brief von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sowie seinen Amtskollegen aus Österreich, Italien, Portugal und Spanien. Sie begründen ihre Forderung nach einer europäischen Lösung für eine Übergewinnsteuer damit, dass diese ein Signal wäre, „dass wir geeint und handlungsfähig sind“. Von einer solchen Lösung würde zudem die klare Botschaft ausgehen, „dass diejenigen, die aus den Folgen des Krieges Profit schlagen, ihren Beitrag zur Entlastung der Allgemeinheit leisten müssen“. Die Minister betonen: „Der Konflikt im Nahen Osten hat zu steigenden Ölpreisen geführt und belastet die europäische Wirtschaft und die europäischen Bürgerinnen und Bürger erheblich.“ Es sei „wichtig sicherzustellen, dass diese Last fair verteilt wird“. Eine Übergewinnsteuer war nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 als gemeinsames EU-rechtliches Instrument vorübergehend eingeführt worden. Erdöl-, Gas-, Kohle- und Raffineriekonzerne mussten sie für außergewöhnliche Gewinne wegen der hohen Energiepreise zahlen. Im Detail wurden Gewinne, die mehr als 20 Prozent über dem Durchschnittswert der Jahre von 2019 bis 2021 lagen, mit 33 Prozent Abgaben belegt. Durch die Übergewinnsteuer für Energiekonzerne hatte Deutschland 2022 fast zwei Milliarden Euro eingenommen. Im darauffolgenden Jahr waren es nochmals rund 465 Millionen Euro. Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen- und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Der Iran hält zudem die Straße von Hormus weitestgehend blockiert – durch die strategisch wichtige Meerenge verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seither sind unter anderem die Rohölpreise stark gestiegen. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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