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Samstag, 15. August 2026
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Kabul - Taliban feiern Machtübernahme in Afghanistan vor fünf Jahren

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15. August
Handelsblatt

Menschenrechte: Taliban feiern Machtübernahme in Afghanistan vor fünf Jahren

Menschenrechte: Taliban feiern Machtübernahme in Afghanistan vor fünf Jahren Kabul. Fahnen, Festreden und Blumen aus Militärhubschraubern: Die islamistischen Taliban in Afghanistan haben ihre Machtübernahme vor fünf Jahren gefeiert. „Heute sind die Weltanschauungen und Werte der afghanischen Regierung und Nation miteinander im Einklang“, sagte Außenminister Amir Khan Muttaki bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Kabul, die vom staatlichen Sender RTA übertragen wurde. In einem Bericht des afghanischen Fernsehsenders Tolonews war zu sehen, wie aus einem Militärhubschrauber Blumen über Kabul abgeworfen wurden. Schon in den vergangenen Tagen waren in der Hauptstadt die Taliban-Fahnen mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund erneuert worden. Medienberichte zeigten auch Zeremonien und Autokorsos in anderen Landesteilen. Nach der Ankündigung des Abzugs der Nato und US-Truppen für den Spätsommer 2021 hatten die Taliban am 15. August praktisch ohne Gegenwehr Kabul eingenommen. Es folgten chaotische Zustände, unter anderem am Flughafen, als westliche Länder versuchten, eigenes Personal sowie afghanische Mitarbeiter zu evakuieren. Zuvor hatte nach den Anschlägen der Terrorgruppe Al Kaida vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA eine internationale Koalition in Afghanistan Krieg gegen die Taliban geführt, die damals zum ersten Mal das Land beherrschten. Ihnen wurde vorgeworfen, Al Kaida zu beherbergen.

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15. August
Neues Deutschland

Jahrestag in Kabul | Taliban feiern sich mit Blumenregen aus Militärhubschraubern

- Politik - Jahrestag in Kabul Taliban feiern sich mit Blumenregen aus Militärhubschraubern Fahnen, Autokorsos und Festreden: Die Taliban inszenieren den 5. Jahrestag ihrer Machtübernahme in Kabul. Kabul. Fahnen, Festreden und Blumen aus Militärhubschraubern: Die islamistischen Taliban in Afghanistan haben ihre Machtübernahme vor fünf Jahren gefeiert. »Heute sind die Weltanschauungen und Werte der afghanischen Regierung und Nation miteinander im Einklang«, sagte Außenminister Amir Khan Muttaki bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Kabul, die vom staatlichen Sender RTA übertragen wurde. In einem Bericht des afghanischen Fernsehsenders Tolonews war zu sehen, wie aus einem Militärhubschrauber Blumen über Kabul abgeworfen wurden. Schon in den vergangenen Tagen waren in der Hauptstadt die Taliban-Fahnen mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund erneuert worden. Medienberichte zeigten auch Zeremonien und Autokorsos in anderen Landesteilen. Afghanistan-Einsatz dauerte fast 20 Jahre Nach der Ankündigung des Abzugs der Nato und US-Truppen für den Spätsommer 2021 hatten die Taliban am 15. August praktisch ohne Gegenwehr Kabul eingenommen. Es folgten chaotische Zustände, unter anderem am Flughafen, als westliche Länder versuchten, eigenes Personal sowie afghanische Mitarbeiter zu evakuieren. Zuvor hatte nach den Anschlägen der Terrorgruppe Al Kaida vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA eine internationale Koalition in Afghanistan Krieg gegen die Taliban geführt, die damals zum ersten Mal das Land beherrschten. Ihnen wurde vorgeworfen, Al Kaida zu beherbergen. Allein die amerikanischen Streitkräfte verloren in den Jahren bis 2021 am Hindukusch mehr als 2300 Soldaten. Die Bundeswehr beklagte 59 Opfer. Die Brown Universität schätzt, dass in dem knapp zwanzigjährigen Krieg über 46 000 Zivilisten und fast 70 000 afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden. Kritik an Bundesregierung im Umgang mit Taliban Afghanistan durchläuft heute eine schwere humanitäre Krise – der Zugang zu internationalen Hilfsmitteln ist auch wegen der Taliban-Herrschaft stark begrenzt. Die Islamisten beschneiden die Meinungsfreiheit und insbesondere die Freiheiten und den Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen massiv. Kritiker bemängeln, dass die deutsche Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht. dpa/nd Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Dank der Unterstützung unserer Community können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen ins Licht rücken, die sonst im Schatten bleiben → Stimmen Raum geben, die oft zum Schweigen gebracht werden → Desinformation mit Fakten begegnen → linke Perspektiven stärken und vertiefen Mit »Freiwillig zahlen« tragen Sie solidarisch zur Finanzierung unserer Zeitung bei. Damit nd.bleibt.

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15. August
taz (Öko & Co)

5 Jahre Taliban in Afghanistan: Sie schießen auf die Beine

5 Jahre Taliban in Afghanistan: Sie schießen auf die Beine Vor fünf Jahren übernahmen die Taliban Afghanistan. Besonders drastische Folgen hat das für das Leben von Frauen. Derweil ist die Opposition zersplittert. Als afghanische Offiziere am Morgen des 2. Juli 2021 auf den amerikanischen Teil des Militärstützpunkts Bagram bei Kabul kamen, schlug ihnen Stille entgegen. In der Nacht zuvor hatten die letzten US-Soldaten dort das Land verlassen. Damit ihre afghanischen „Verbündeten“ das nicht sofort bemerkten, hatten sie das Licht auf dem Gelände brennen lassen. Sechs Wochen später, am Morgen des 15. August, als der Truppenabzug offiziell endete, kontaktierten die Taliban den zuständigen US-Kommandeur, was denn nun mit Kabul sei. Im Abzugsabkommen hatte man abgemacht, dass sie bei ihrem Vormarsch vor dessen Toren stehen bleiben sollten, bis der letzte Amerikaner weg war. General Ken McKenzie antwortete, man kümmere sich nur noch um den Flughafen. Das war das grüne Licht dafür, dass die Taliban Afghanistan wieder ganz übernehmen konnten. Eine Machtteilung mit der Regierung in Kabul war vom Tisch. Präsident Aschraf Ghani verließ per Helikopter das Land. Seine Islamische Republik brach zusammen. Eine Massenflucht setzte ein. Einmalig und rückwärtsgewandt Die Taliban machten sich daran, umzusetzen, was sie immer angekündigt hatten: die Errichtung eines „wahrhaft islamischen Staates“. Das Ergebnis war so einmalig wie rückwärtsgewandt. Frauen und Mädchen wurden systematisch entrechtet und aus der Öffentlichkeit gedrängt. Arbeiten und lernen dürfen sie bis heute nur räumlich getrennt von den Männern und Jungen. Schulen ab Klasse 7 und Universitäten bleiben ihnen ganz verschlossen. Oft wirkt das Mikromanagement der Taliban kurios, sorgt aber für massenhafte Traumatisierung und Depressionen: Zuletzt untersagten sie Frauen sogar, bei – sowieso schon nach Geschlechtern getrennten – Hochzeitsfeiern Parfüm zu benutzen. Aktivist*innen sprechen von „Gender-Apartheid“, wollen das bei der UNO als Verbrechen gegen die Menschlichkeit festschreiben und so juristisch verfolgbar machen. Jegliche, auch friedliche Opposition gilt heute per Gesetz als „antiislamisch“ und kann mit dem Tod bestraft werden. Trotzdem flackert, wenn auch seltener, öffentlicher Protest auf. Im Juni gingen im westafghanischen Herat nach Festnahmen angeblich unzureichend verschleierter Frauen erstmals Männer und Frauen gemeinsam auf die Straße, 400 Personen waren es laut Augenzeugen. Die Taliban hätten auf ihre Beine geschossen; ein Teenager verblutete. Online angekündigte Folgeproteste wurden nach Warnungen der Taliban abgeblasen. Deren brutales Vorgehen sorgt dafür, dass sich Aktivitäten der Frauengruppen in die Onlinesphäre verlagern. Dort vernetzen sie sich auch international, etwa mit der Gender-Apartheid-Kampagne. Selbst Treffen in privaten Räumlichkeiten sind nicht sicher. Auch bewaffneten Widerstand gibt es. Mitte Juli entrissen zwei Dutzend Kämpfer in der Nordostprovinz Badachschan den Taliban für ein paar Stunden erstmals ein Distriktzentrum. In der afghanischen Diaspora kam die Hoffnung auf, das könnte der Anfang vom Ende des Regimes sein. So weit ist es aber noch nicht. Während die Taliban trotz interner Debatten – etwa um Sinn und Unsinn des Verbots der Mädchenbildung – ihre Einheit bewahren, zeigt sich die Opposition zersplittert. Die bewaffneten Gruppen sind lokal begrenzt und unkoordiniert, es herrscht Rivalität. Einige von ihnen bieten sich den USA als Partner an, in der Hoffnung auf einen Militärschlag gegen die Taliban-Spitze à la Venezuela, in dessen Folge sie die Macht übernehmen könnten. Die bisher bekannteste bewaffnete Gruppe, die Nationale Widerstandsfront (NWF), äußerte sich nicht zu den Kämpfen in Badachschan. Die dortigen Kämpfer hatten sich von ihr abgespalten. Das beeinträchtigt den Führungsanspruch von NWF-Chef Ahmad Massud. Der 37-Jährige versucht seit Längerem, sich an die Spitze der gesamten – bewaffneten wie zivilen – Opposition zu setzen. Dabei setzt er auf den Nimbus seines Vaters, des legendären, 2001 von al-Qaida ermordeten antisowjetischen Mudschaheddin-Führer Ahmad Schah Massud. Bei Protesten in Kabul trugen auch Frauen sein Bild. Für seine Pläne akquirierte Massud junior Unterstützung im Ausland. Ein Politikinstitut in Österreich veranstaltete auf sein Bitten seit 2022 fünf Treffen eines sogenannten Wiener Prozesses für ein demokratisches Afghanistan mit dem erklärten Ziel, einen Dachverband der Opposition zu schaffen. Im März folgten Vertreter*innen der „demokratischen Opposition“ einer Einladung ins Europaparlament. Auch ein NWF-Sprecher war dabei. In Washington erreichte Massuds Front, dass das US-Repräsentantenhaus im September 2024 den Wiener Prozess „als entscheidende Plattform für die Vereinigung aller politischen Oppositionsgruppen“ bezeichnete. Man hofft auf Finanzhilfe, wie sie einst die Mudschaheddin gegen die sowjetische Besatzung erhielten. Im vorigen Herbst bildete die Wiener Gruppe ein Führungsgremium unter Ex-Vizeaußenminister Mahmud Saikal und forderte die anderen Anti-Taliban-Kräfte auf, sich ihr anzuschließen. Das ging nach hinten los, auch weil Saikal für eines der beiden verfeindeten Lager steht, deren Dauerstreit die Vor-Taliban-Republik in den letzten Jahren politisch lahmlegte. Das für März geplante nächste Wiener Treffen wurde abgeblasen. Offiziell hieß es, man brauche mehr Zeit für Vorbereitungen. Die Webseite der Initiative ist wegen interner Querelen offline. Für neuen Zwist sorgte die Annäherung einiger Teilnehmer*innen an Pakistan, den einstigen Taliban-Hauptunterstützer und Erzfeind, der bereits Treffen der Opposition ausrichtete. Wolfgang Petritsch, früherer österreichischer Spitzendiplomat und Mitinitiator des Prozesses, bestätigte der taz, das der Wiener Prozess derzeit „eher stockt“. Es fehle ein „breiter Konsens“ und den politischen Vorstellungen „Umsetzbarkeit“. Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo. In der gesamten Opposition gibt es inhaltliche Differenzen: bewaffneter Kampf gegen die Taliban, wie ihn die NWF führt, oder eine politische Verständigung mit ihnen, wie sie die Exilparteien, darunter die der früheren Mudschaheddin-Führer, wollen? Soll Afghanistan künftig zentralistisch wie bisher, dezentral oder sogar föderal strukturiert sein? Diese Kontroversen spiegeln die politischen Debatten und die ethnopolitische Polarisierung der Republik wider. Zudem geben viele –wie auch Exilaktivist Abdul Saboor Setiz – zu bedenken, dass bewaffneter Widerstand „nur zu mehr menschlichem Leid“ führe. Vor allem geht es um den Führungsanspruch. Daran scheiterte schon ein früheres Bündnis der NWF mit den Exilparteien. Sie wollen sich nicht dem Youngster Massud unterordnen. Die NWF stieg wieder aus, weitere Fraktionen spalteten sich ab. Als „überwiegend familiengeführte, lokale und ethnisch geprägte politische ‚Shops‘, weitgehend unfähig, eine kohärente nationale Bewegung zu bilden“, bezeichnet der exilafghanische Analyst Bahar Mehr die Anti-Taliban-Kräfte. „Alle warten auf einen ausländischen Retter.“ Glaubwürdige Alternative fehlt Auch wenn sie sich zu Demokratie und Frauenrechten bekennen, kaufen viele Afghan*innen das vor allem den Ex-Mudschaheddin nicht ab. Sie waren auch in der Republik sehr einflussreich und stehen in ihren Augen deshalb für die damalige Korruption, Machtpolitik und die ihnen für schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in früheren Kriegen gewährte Straflosigkeit – und damit für das Scheitern der Republik. Außerdem sind viele von ihnen selbst Islamisten. Inmitten dieses organisatorischen Chaos dienen zivilgesellschaftliche Akteure – auch die Frauen – wieder nur als demokratische Staffage. Eine glaubhafte politische Alternative zu den Taliban fehlt bisher. Die frühere Frauenministerin Sima Samar fordert jüngst die „junge Generation“ auf, eine solche Bewegung auf die Beine zu stellen. Das allerdings ist angesichts der Repressionen im Land beinahe unmöglich. Bahar Mehr schrieb, die einzige wirklich „aktive Gruppierung seit dem Fall von Kabul ist die Protestbewegung der Frauen“. Vielleicht also eine rein von Frauen getragene oder zivilgesellschaftliche Plattform? Die Gruppen im Land könnten über geschützte Onlinekanäle einbezogen werden. Aber auch die Frauenbewegung ist, positiv ausgedrückt, vielfältig. Auch hier gibt es Konkurrenz und Missgunst. Wer Afghanistan nicht verlassen will oder kann und Freiräume mit den Taliban verhandelt, wird beschuldigt, sich zu deren Handlanger zu machen. Jetzt kommt es darauf an, wer die Initiative übernimmt. Mit den alten Führern und ihren Söhnen und Töchtern könnte Afghanistan leicht wieder im gescheiterten Vor-Taliban-Status landen. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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15. August
Die Welt (Politik)

Taliban feiern fünf Jahre an der Macht – Blumenregen über Kabul, Kritik aus dem Westen

Taliban feiern fünf Jahre an der Macht – Blumenregen über Kabul, Kritik aus dem Westen Fünf Jahre nach ihrer Rückkehr an die Macht inszenieren die Taliban ihren Sieg mit Feiern im ganzen Land. Während die Islamisten sich als Garant für Stabilität feiern, verschärfen sich Kritik an Menschenrechtsverletzungen und die Not vieler Afghanen. Fahnen, Festreden und Blumen aus Militärhubschraubern: Die islamistischen Taliban in Afghanistan haben ihre Machtübernahme vor fünf Jahren gefeiert. „Heute sind die Weltanschauungen und Werte der afghanischen Regierung und Nation miteinander im Einklang“, sagte Außenminister Amir Khan Muttaki bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Kabul, die vom staatlichen Sender RTA übertragen wurde. In einem Bericht des afghanischen Fernsehsenders Tolonews war zu sehen, wie aus einem Militärhubschrauber Blumen über Kabul abgeworfen wurden. Schon in den vergangenen Tagen waren in der Hauptstadt die Taliban-Fahnen mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund erneuert worden. Medienberichte zeigten auch Zeremonien und Autokorsos in anderen Landesteilen. Afghanistan-Einsatz dauerte fast 20 Jahre Nach der Ankündigung des Abzugs der Nato und US-Truppen für den Spätsommer 2021 hatten die Taliban am 15. August praktisch ohne Gegenwehr Kabul eingenommen. Es folgten chaotische Zustände, unter anderem am Flughafen, als westliche Länder versuchten, eigenes Personal sowie afghanische Mitarbeiter zu evakuieren. Zuvor hatte nach den Anschlägen der Terrorgruppe Al Kaida vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA eine internationale Koalition in Afghanistan Krieg gegen die Taliban geführt, die damals zum ersten Mal das Land beherrschten. Ihnen wurde vorgeworfen, Al Kaida zu beherbergen. Allein die amerikanischen Streitkräfte verloren in den Jahren bis 2021 am Hindukusch mehr als 2300 Soldaten. Die Bundeswehr beklagte 59 Opfer. Die Brown Universität schätzt, dass in dem knapp zwanzigjährigen Krieg über 46.000 Zivilisten und fast 70.000 afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden. Kritik an Bundesregierung im Umgang mit Taliban Afghanistan durchläuft heute eine schwere humanitäre Krise – der Zugang zu internationalen Hilfsmitteln ist auch wegen der Taliban-Herrschaft stark begrenzt. Die Islamisten beschneiden die Meinungsfreiheit und insbesondere die Freiheiten und den Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen massiv. Kritiker bemängeln, dass die deutsche Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht.

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15. August
Die Zeit (Politik)

Kabul: Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Die islamistischen Taliban haben in Afghanistan den fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme gefeiert. In der afghanischen Hauptstadt Kabul wurde der Tag mit Fahnen, Festreden und einem Korso mit Militärfahrzeugen begangen. Die islamistische Terrorgruppe hatte Kabul am 15. August 2021 nach der Ankündigung des Abzugs der Nato- und US-Truppen praktisch ohne Gegenwehr eingenommen. Am Flughafen der Hauptstadt kam es anschließend zu chaotischen Szenen, als westliche Staaten eigenes Personal und afghanische Mitarbeiter außer Landes zu bringen versuchten. Seit der Machtübernahme der Taliban befindet sich Afghanistan in einer schweren humanitären Krise. Der Zugang zu internationaler Hilfe ist stark begrenzt. Die Taliban beschneiden die Meinungsfreiheit. Die Rechte von Frauen sind beschnitten, ihr Zugang zu Bildung extrem eingeschränkt. Bundesregierung arbeitet mit Taliban zusammen Dem Machtwechsel vor fünf Jahren war ein fast zwanzigjähriger internationaler Militäreinsatz vorausgegangen. Nach den Anschlägen der Terrororganisation Al-Kaida am 11. September 2001 auf Ziele in den USA starteten diese gemeinsam mit Verbündeten eine Invasion in Afghanistan. Ziel war es, die Taliban zu stürzen, denen man vorwarf, Terroristen der Al-Kaida zu beherbergen. Bis 2021 starben mehr als 2.300 US-Soldaten und 59 Angehörige der Bundeswehr in Afghanistan. Die Brown University schätzt, dass in dem Krieg mehr als 46.000 Zivilisten und fast 70.000 afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden. Für ihren Umgang mit den Taliban wird die Bundesregierung unter anderem von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Deutschland erkennt die Taliban wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen nicht als Regierung an. Zugleich macht die Bundesregierung praktische Zugeständnisse, um Abschiebungen nach Afghanistan zu ermöglichen. Inzwischen stellen die Taliban etwa das Personal in den diplomatischen Vertretungen in Deutschland.

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15. August
Handelsblatt

Menschenrechte: Taliban feiern Machtübernahme in Afghanistan vor fünf Jahren

Menschenrechte: Taliban feiern Machtübernahme in Afghanistan vor fünf Jahren Kabul. Fahnen, Festreden und Blumen aus Militärhubschraubern: Die islamistischen Taliban in Afghanistan haben ihre Machtübernahme vor fünf Jahren gefeiert. „Heute sind die Weltanschauungen und Werte der afghanischen Regierung und Nation miteinander im Einklang“, sagte Außenminister Amir Khan Muttaki bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Kabul, die vom staatlichen Sender RTA übertragen wurde. In einem Bericht des afghanischen Fernsehsenders Tolonews war zu sehen, wie aus einem Militärhubschrauber Blumen über Kabul abgeworfen wurden. Schon in den vergangenen Tagen waren in der Hauptstadt die Taliban-Fahnen mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund erneuert worden. Medienberichte zeigten auch Zeremonien und Autokorsos in anderen Landesteilen. Afghanistan-Einsatz dauerte fast 20 Jahre Nach der Ankündigung des Abzugs der Nato und US-Truppen für den Spätsommer 2021 hatten die Taliban am 15. August praktisch ohne Gegenwehr Kabul eingenommen. Es folgten chaotische Zustände, unter anderem am Flughafen, als westliche Länder versuchten, eigenes Personal sowie afghanische Mitarbeiter zu evakuieren. Zuvor hatte nach den Anschlägen der Terrorgruppe Al Kaida vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA eine internationale Koalition in Afghanistan Krieg gegen die Taliban geführt, die damals zum ersten Mal das Land beherrschten. Ihnen wurde vorgeworfen, Al Kaida zu beherbergen. Allein die amerikanischen Streitkräfte verloren in den Jahren bis 2021 am Hindukusch mehr als 2.300 Soldaten. Die Bundeswehr beklagte 59 Opfer. Die Brown Universität schätzt, dass in dem knapp zwanzigjährigen Krieg über 46.000 Zivilisten und fast 70.000 afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden. Kritik an Bundesregierung im Umgang mit Taliban Afghanistan durchläuft heute eine schwere humanitäre Krise – der Zugang zu internationalen Hilfsmitteln ist auch wegen der Taliban-Herrschaft stark begrenzt. Die Islamisten beschneiden die Meinungsfreiheit und insbesondere die Freiheiten und den Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen massiv. Kritiker bemängeln, dass die deutsche Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht.

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