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Donnerstag, 10. September 2026
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Digitaler Durchblick: Gehackt und geleakt: Was Betroffene tun können

Medienspektrum

Progressiv Mitte Konservativ
10. September
Handelsblatt

Digitaler Durchblick: Gehackt und geleakt: Was Betroffene tun können

Digitaler Durchblick: Gehackt und geleakt: Was Betroffene tun können Berlin. Ganz gleich, ob es erfolgreiche Angriffe Cyberkrimineller sind, ausgenutzte Software-Sicherheitslücken oder fehlerhaft konfigurierte Server: Private, personenbezogene Daten, die in die falschen Hände geraten, sind eine echte Bedrohung für Nutzerinnen und Nutzer. Wer sicher oder möglicherweise von einem Leak betroffen ist, sollte genau aufpassen und gegebenenfalls handeln. Die Berliner Datenschutzbeauftragte empfiehlt etwa: Vom Passwortwechsel bis zum Sperr-Notruf: Das ist zu tun - Passwörter ändern (wenigstens beim jeweils betroffenen Dienst). - Konto- und Kreditkartenbewegungen im Auge behalten. - Wachsam gegenüber Phishing sein (etwa durch Betrugs-E-Mails, aber auch durch betrügerische Anrufe oder gefälschte Briefe) und keine sensiblen Informationen herausgeben. - Keine Links aus verdächtigen E-Mails oder Kurznachrichten öffnen (bei Mails können etwa seltsame Adressen wie Bank@34ölkj.de ein Alarmsignal sein). - Bei erpresserischen Forderungen keine Zahlungen leisten, sondern die Polizei kontaktieren. - Verdächtige Vorfälle dokumentieren (etwa mit Screenshots). - Bei Missbrauch des Onlinebanking-Zugangs, von Girocards, Kreditkarten & Co. den Sperr-Notruf 116 116 wählen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Präventiv kann man laut der Behörde Folgendes tun: 1. Kostenlose Prüfdienste nutzen Kostenlose Prüfdienste, wie etwa den Identity Leak Checker Wichtig: Das Prüfen sollte man als laufenden Prozess verstehen und immer mal wieder durchführen. Denn die Dienste bilden nur Datenlecks ab, die sie bereits ausgewertet und in ihre Datenbanken eingespeist haben. Ein negatives Ergebnis bedeutet also keine generelle Entwarnung, auch nicht für aktuelle Vorfälle. Ein Treffer wiederum kann sich auch auf ältere Datenschutzvorfälle beziehen. 2. Neue Passwörter und Manager Gibt es bei einer Abfrage neue, unbekannte Treffer, sollte das damit „verbrannte“ Passwort beim jeweiligen Dienst schnell durch ein neues, sicheres und einzigartiges Passwort ersetzt werden. Tipps 3. 2FA aktivieren, wo es geht Wo es möglich ist, sollte man bei Onlinediensten die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) aktivieren, insbesondere bei E-Mail-Konten, Onlinebanking oder auch Behördendiensten. Dann bleibt das jeweilige Konto selbst dann geschützt, wenn das Passwort erbeutet oder offengelegt worden sein sollte. Bei 2FA wird etwa per App ein zweiter Code generiert, ohne dessen Eingabe der Zugang verwehrt bleibt. 4. Passwortloses Passkey-Verfahren nutzen Oder man steigt gleich auf passwortloses Anmelden über die sogenannten Passkeys um. Das Verfahren 5. Weitersagen und helfen Von allen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen sollte man anderen erzählen - und ihnen gegebenenfalls bei der Umsetzung helfen, wenn jemand weniger technikaffin ist.

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9. September
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Interne Akten aufgetaucht - Das riesige Behörden-Versagen beim Berliner Daten-GAU

Interne Akten aufgetaucht: Das riesige Behörden-Versagen beim Berliner Daten-GAU Verwaltung wusste seit 1,5 Jahren, dass internes Netz nicht mal für die niedrigste Geheimhaltungsstufe reicht Berlin - Hacker haben im August mehr als 1,4 Millionen Dateien aus der Berliner Verwaltung gestohlen. In der Beute liegen auch interne Senatsakten. Sie belegen: Seit Dezember 2024 war dem Senat schriftlich bekannt, dass sein Behördennetz für Verschlusssachen nicht geeignet ist, nicht einmal für die niedrigste Geheimhaltungsstufe. Die sichere Lösung sollte erst 2027 kommen. Die Hacker waren schneller. Was passiert ist: Zwischen dem 7. und 12. August 2026 drangen Hacker in das Netz der Berliner Umwelt- und Verkehrsverwaltung ein und kopierten mehr als 1,4 Millionen Dateien. Seit dem 4. September liegen sie im Darknet. Darunter: Personalakten, Bürgerdaten, Pläne für den Katastrophenfall. Und die Warnungen, die die Verwaltung an sich selbst geschrieben hatte! Was die Akten zeigen: Berlin hatte ein Geheimschutz-Problem, kannte es und plante eine Lösung für 2027. Zur Einordnung: Verschlusssachen gibt es in vier Stufen. VS-NfD (Nur für den Dienstgebrauch) ist die niedrigste. Nicht einmal dafür war Berlins Netz laut den Akten zugelassen, und genau diese Stufe ist laut Senat vom Hack betroffen. Dezember 2024: Die Lücke steht in der Senatsakte In einer Besprechungsunterlage (datiert auf den 2. Dezember 2024) für die Senatssitzung am 25. Februar 2026 benennt die Innenverwaltung eine „bislang bestehende Fähigkeitslücke: flächendeckende Lagerung, Empfang und Versand von Verschlusssachen“. Unterlagen der Stufe VS-NfD könnten nicht über den normalen Dienstweg verteilt werden. Nur per Hauspost oder verschlüsselt. April 2025: Landesnetz für Verschlusssachen nicht zugelassen Am 30. April 2025 hält eine Handreichung (schriftliche Anleitung, Anmerk. d. Red.) der Senatskanzlei fest: „Da das Berliner Landesnetz für die Übertragung elektronischer Verschlusssachen aktuell noch nicht zugelassen ist“, einigt man sich auf eine Verschlüsselungssoftware. Laut Handreichung handelte es sich dabei „lediglich“ um eine „Zwischenlösung, bis das Berliner Landesnetz für VS-NfD ertüchtigt ist“. Die Zwischenlösung für 37 Katastrophenschutzbehörden: ein Rechner ohne Netzanschluss, ein USB-Stick, ein abschließbarer Schrank, ein Aktenvernichter. Kosten laut Handreichung: rund 925 Euro pro Arbeitsplatz. Die verschlüsselte Datei darf dann laut der beigefügten Anleitung sogar per normaler, unverschlüsselter Mail verschickt werden. März 2026: Lösung bis 2027 Am 17. März 2026 beschließt der Senat in einer Sondersitzung im Verteidigungsministerium die Neuausrichtung der zivilen Verteidigung. Die Senatsvorlage nennt Berlin als Hauptstadt ein „Hochwertziel“: „Allein in Berlin werden jährlich etwa 15 Millionen digitale Angriffsversuche registriert – alle zwei Sekunden eine Attacke.“ Und sie legt den Zeitplan fest: Die Senatskanzlei soll mit dem Landes-IT-Dienstleister ITDZ „bis 2027“ eine Lösung für den sicheren digitalen Austausch von Verschlusssachen erarbeiten. Ob die IT-Systeme „gehärtet“ werden müssen, wollte die Senatskanzlei erst noch prüfen. Bis zum 1. Juni 2026 sollte jede Katastrophenschutzbehörde einen Einzelrechner für Verschlusssachen haben. Ob das geschafft wurde, geht aus den Akten nicht hervor. Juli 2026: Die Umweltverwaltung erklärt ihre IT für untauglich Am 8. Juli 2026, 30 Tage vor dem Angriff, schreibt die Umweltverwaltung in den Entwurf ihres Notfallplans für die Trinkwasserversorgung: „Da die IT-Strukturen der Abt. II SenMVKU weder vom BSI zertifiziert sind noch den Anforderungen einer Zertifizierung durch das BSI genügen, ist es nicht möglich, sensible Dokumente des WVU (Wasserversorgungsunternehmen, Anmerk. d. Red.) und Unterlagen mit der Klassifizierung VS-NfD digital zu speichern und zu bearbeiten.“ Der vertrauliche Teil des Plans existiere deshalb „nur in Papierform“. Der offene Teil dieses Plans lag auf genau dem Server, der einen Monat später geplündert wurde. Ob dort auch als VS-NfD eingestufte Dateien lagen, lässt sich aus den Akten nicht sicher sagen. Senat gibt ein bisschen Entwarnung Am 8. September sagte Digital-Staatssekretär Florian Hauer im Innenausschuss, es seien nur Daten der niedrigsten Geheimhaltungsstufe VS-NfD gestohlen worden. Also genau die Stufe, für die das Landesnetz laut den eigenen Akten nicht zugelassen war. Zugleich räumte Hauer strukturelle Defizite ein, „schon vor Jahren entstanden“. Geplant seien Maßnahmen, „die auch nicht wenig Geld kosten werden, um das System kurzfristig auch zu erhärten“, sagte Hauer. Das Einfallstor der Hacker war nach Angaben des BSI ein gefälschtes Captcha auf einer Webseite. Ein Captcha ist ein kleiner Test, der verwendet wird, um festzustellen, ob ein Mensch oder eine Maschine beteiligt ist. Ob diese Lücke den Angriff erleichtert hat, ist nicht belegt. Belegt ist: Berlin wusste seit 20 Monaten, dass sein Netz für Verschlusssachen nicht zugelassen ist. Die Lösung war für 2027 geplant. Die Hacker kamen im August 2026. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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8. September
Neues Deutschland

Digitales | Hackerangriff: Nach der Katastrophe, vor der Katastrophe

- Berlin - Digitales Hackerangriff: Nach der Katastrophe, vor der Katastrophe Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung ist überwunden, glaubt der Senat. Doch bis man weiß, welche Daten abgeflossen sind, wird es noch dauern. Kai Wegner (CDU) besitzt eine Fähigkeit, die vielen Menschen fehlt. Er kann auch in der schlimmsten Lage noch das Positive erkennen. So startet der Regierende Bürgermeister seine Pressekonferenz nach der Senatssitzung am Dienstag mit einer erfreulichen Nachricht. »Der Angriff wurde unterbunden«, sagt Wegner. Der schwere Hackerangriff sei erfolgreich eingedämmt worden, man könne ausschließen, dass sich derzeit noch ungebetene Gäste im Berliner Landesnetz aufhielten. Was zuvor geschehen war, relativiert diese Erfolgsmeldung allerdings. Am Freitag vergangener Woche hatte eine Hackergruppe 5,6 Terabyte – ein Terabyte entspricht 1000 der geläufigeren Gigabytes – Daten aus der Berliner Verwaltung ins Netz gestellt, wo sie nun von jedem heruntergeladen werden können. Zuvor hatten die Hacker ein Lösegeld von zwei Millionen Euro verlangt, das der Senat nicht zu zahlen bereit war. Es herrscht noch Unklarheit darüber, welche Daten genau betroffen sind. »Die Daten zu sichten, ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt«, sagt Wegner. Zunächst müsste das riesige Datenpaket in Gänze heruntergeladen werden – alleine das soll schon eine Woche dauern. Anschließend müssten aus den Millionen Datensätzen die sicherheitsrelevanten priorisiert werden, bevor dann in der realen Welt Veränderungen etwa an Notfallplänen vorgenommen werden könnten. Die militärische Verteidigungsfähigkeit des Landes sei aber nicht gefährdet, versichert Wegner. Ebenso könne man bereits mit Sicherheit sagen, dass die Abgeordnetenhauswahl am 20. September von dem Angriff unberührt bleibe. Um zu der »risikobasierten Priorisierung« zu kommen, werde man auch Künstliche Intelligenz einsetzen, kündigt Berlins Chief Digital Officer – einem Staatssekretär gleichgestellt – Florian Hauer (CDU) an. Die KI soll in der unüberblickbar großen Masse von Datensätzen zunächst diejenigen identifizieren, die Sicherheitsrelevantes beinhalten. Anschließend sollen Menschen die Dokumente sichten. Bislang habe man bereits einzelne Dokumente mit Bezügen zu kritischer Infrastruktur identifizieren können, sagt Hauer. Dabei hätten sich mehrere Dokumente bei genauerer Prüfung als wenig sensibel erwiesen. »Bisher wurde nichts mit maximaler Kritikalität gefunden«, sagt Hauer. Sollte man entdecken, dass die Daten von Privatpersonen von dem Leak betroffen seien, werde man sie informieren, stellt er in Aussicht. Derzeit arbeite man daran, eine Kontaktstelle aufzubauen, an die sich Bürger über E-Mail und eventuell auch eine Hotline wenden können. Damit es in der Zukunft nicht erneut zu solchen Angriffen kommt, soll das Berliner Landesnetz strukturell überarbeitet werden. Dazu gehöre, Personal aus den Bezirken auf Senatsebene zu bündeln. »Die Tendenz geht Richtung Zentralisierung«, sagt Hauer. Auch in die Hardware müsse investiert werden. »Das wird mit Sicherheit nicht günstig.« In den vergangenen Tagen wurden bereits kleinere Schritte unternommen, um weiteren Datenabfluss zu verhindern. So mussten alle Behördenmitarbeiter ihre Passwörter ändern. Streit gab es zuletzt um die Dienste der US-Firma Crowdstrike, die der Senat beauftragt hatte. Der Bezirk Lichtenberg wollte nicht, dass die Analysesoftware, mit der der IT-Riese das Netz auf mögliche Schwachstellen untersuchen soll, auf den Rechnern seiner Mitarbeiter installiert wird. Crowdstrike-Programme waren 2024 für weltweite IT-Ausfälle verantwortlich, unter denen auch der Hauptstadtflughafen BER leiden musste. Die Firma kooperiert auch mit dem umstrittenen IT-Sicherheitsunternehmen Palantir. Kurz vor der Senatssitzung habe man allerdings eine Einigung mit dem Bezirk Lichtenberg erreichen können, berichtet Wegner. Crowdstrike sei der Weltmarktführer, sagt Hauer. »Es ging darum, kurzfristig Hilfe zu bekommen.« Deutsche Unternehmen hätten die notwendigen Ressourcen nicht bereitstellen können. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen aufgreifen → marginalisierten Stimmen Raum geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten voranbringen Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.

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8. September
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Hacker-Angriff auf Hauptstadt - Berlins Bürger betroffen? Senat schließt es nicht aus

Hacker-Angriff auf Hauptstadt: Berliner Bürger betroffen? Senat schließt das nicht aus Berlin - Nach dem schweren Cyber-Angriff auf das Berliner Landesnetz gibt der Senat erstmals einen detaillierten Einblick in das Ausmaß der Attacke. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) wurde der Angriff zwar gestoppt. Doch noch sei man damit beschäftigt, die Dateien überhaupt aus dem Darknet herunterzuladen. Und: Bislang weiß niemand, wie groß der Angriff wirklich war – und welche Bürger betroffen sind. Demnach haben die Täter mindestens 1,2 Millionen Dateien aus den IT-Systemen des Landes Berlin gestohlen und im Darknet veröffentlicht. Das Datenpaket umfasst rund 5,6 Terabyte. Ermittler und IT-Experten versuchen seit Tagen, die Dateien in eine geschützte Umgebung herunterzuladen und systematisch auszuwerten. Doch der Download geht nur sehr langsam voran. Wegner: „Die Ladevorgänge sind sehr langsam – ich weiß nicht warum.“ Besonders brisant: Der Senat kann nicht ausschließen, dass auch Daten von Berliner Bürgern betroffen sind. Angesichts der enormen Datenmenge geht die Verwaltung sogar davon aus, dass sich darunter personenbezogene Informationen befinden könnten. Betroffene sollen nach der Identifizierung aktiv informiert werden. „Wir sind gerade dabei, eine Informationsstelle für Bürger einzurichten“, so Wegner. Wegner: Richtig, kein Lösegeld zu zahlen Bereits kurz nach Entdeckung des Angriffs hatten Forensiker anhand von Systemprotokollen rund 268.000 abgeflossene Dateien identifiziert. Das tatsächliche Ausmaß sei jedoch erst mit der Veröffentlichung der Daten durch die Täter bekannt geworden. Nun müsse jede Datei daraufhin untersucht werden, ob sie sensible Informationen, personenbezogene Daten oder sicherheitsrelevante Inhalte enthält. Wegner betonte, dass Berlin sich nicht erpressen lasse und es richtig gewesen sei, kein Lösegeld gezahlt zu haben. Zur Aufklärung des Falls arbeiten LKA, BKA, Verfassungsschutz, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und weitere Behörden eng zusammen. Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Verantwortlichen „auf Hochtouren“. Berlin-Wahl kann wie geplant stattfinden Gleichzeitig versuchte Wegner, Sorgen um die innere und äußere Sicherheit zu zerstreuen. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gibt es keine Hinweise darauf, dass die militärische Verteidigungsfähigkeit Deutschlands durch den Datenabfluss beeinträchtigt wurde. Auch lägen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass die Hacker weiterhin Zugriff auf das Berliner Landesnetz haben. Die geplanten Wahlen seien „Stand heute“ sicher, so Wegner. Seit Mitte August seien keine neuen Aktivitäten der Angreifer festgestellt worden. Nun sollen sämtliche IT-Systeme des Landes und der Bezirke mit spezieller Forensik-Software überprüft werden. Berlin kündigte zudem an, zusätzliche finanzielle und personelle Mittel bereitzustellen, um die Cybersicherheit des Landes deutlich auszubauen und ähnliche Angriffe künftig besser abzuwehren. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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8. September
Die Zeit (Politik)

Cyberangriff auf Berliner Verwaltung: Laut Senat keine Militärdaten von Hackerangriff in Berlin betroffen

Bei dem folgenschweren Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung sind nach Angaben des Senats keine Daten gestohlen worden, die die militärische Verteidigung des Landes betreffen. Wie Berlins IT-Staatssekretär Florian Hauer mitteilte, lägen den betroffenen Senatsverwaltungen entsprechende Daten gar nicht vor. Bereits am Montag hatte Hauer mitgeteilt, dass nur Daten entwendet worden seien, die die niedrigste von vier Geheimhaltungsstufen hatten. Allerdings räumte er nun ein, er könne nicht ausschließen, dass Daten mit Bezug zur kritischen Infrastruktur betroffen seien, wie etwa Notfallpläne. In dem Paket, das nach einem Erpressungsversuch im Darknet landete, könnten laut dem Staatssekretär auch Daten von Bürgerinnen und Bürgern enthalten sein. Diese würden so schnell wie möglich identifiziert und informiert, allerdings könne das noch Wochen dauern. Auch Unternehmen, die mit den Senatsverwaltungen in Kontakt standen – etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen –, könnten betroffen sein. Derzeit werde versucht, die mehr als fünfeinhalb Terabyte Daten aus dem Darknet herunterzuladen, um sie anschließend in einem geschützten Bereich systematisch zu analysieren, sagte Hauer. Hacker forderten 30 Bitcoin als Lösegeld Wie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mitteilte, war die sogenannte Wahlumgebung nicht von dem Angriff betroffen. Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen in weniger als zwei Wochen seien daher »Stand heute sicher«, sagte Wegner. Die Cyberattacke auf die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz war Mitte August bekannt geworden. Nach bisherigen Erkenntnissen flossen vom 7. bis zum 12. August Daten in großem Umfang ab. Die Hackergruppe Rhysida wollte rund zwei Millionen Euro Lösegeld in der Kryptowährung Bitcoin erpressen, der Senat ging jedoch nicht auf die Forderung ein. Daraufhin veröffentlichten die Hacker die Daten im Darknet. Medienberichten zufolge sind in dem Datenpaket sensible Daten wie etwa private Handynummern, Geburtsurkunden, Personalakten oder Führungszeugnisse einzusehen. Auch Daten zum Gefahrenschutz sollen darunter sein, sowie Informationen zur Erweiterung des Bundeskanzleramts. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltungen rund eine Woche vom Landesnetz isoliert. Tagelang konnte unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden. Wegner zufolge gibt es mittlerweile keine Hinweise mehr auf eine Infiltrierung. Aktuell werde untersucht, was abgeflossen sei und wie die Täter vorgegangen seien – die Ermittlungen liefen »auf Hochtouren«. »Sehr professionell und mit einer sehr hohen kriminellen Energie« Als Konsequenz aus dem Angriff kündigte der Regierende Bürgermeister an, schnell für einen besseren Schutz des Datennetzes der Berliner Verwaltung zu sorgen. »Wir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen«, sagte Wegner nach der jüngsten Senatssitzung. Aus dem Cyberangriff habe man »neue Erkenntnisse gewonnen«. Der nach Bekanntwerden des Hackerangriffs eingesetzte Krisenstab, der sich um die Sicherheit des Landesnetzes kümmere, arbeite weiter. Bislang sei es gelungen, die täglich stattfindenden Attacken abzuwehren, sagte Wegner. »Jetzt ist einer durchgekommen – sehr, sehr professionell und mit einer sehr, sehr hohen kriminellen Energie.« Für betroffene Bürgerinnen und Bürger plant der Senat eine Art Anlaufstelle. Wie Wegner und Hauer mitteilten, geht es um Hilfe für Menschen, die glauben, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine telefonische Hotline. Ziel sei es, dies so schnell wie möglich anzubieten.

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8. September
FAZ (Wirtschaft)

IT-Forscher Waidner: „Der Kreis derer, die einen solchen Angriff durchführen können, wächst“

IT-Forscher Waidner : „Der Kreis derer, die einen solchen Angriff durchführen können, wächst“ Kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Hacker Berlin angegriffen und ein riesiges Datenpaket im Darknet veröffentlicht. Nicht nur die Hauptstadt hat gravierende IT-Probleme, sagt Cybersicherheits-Fachmann Michael Waidner im F.A.Z.-Interview. So weit würde ich nicht gehen. Es sind noch deutlich schlimmere Schadensszenarien vorstellbar. Denken Sie an kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder die Wasserversorgung. Trotzdem ist das für eine deutsche Landesverwaltung ein außergewöhnlich schwerer Fall. Zwei Senatsverwaltungen mussten vom Landesnetz getrennt werden. Wohngeldanträge waren wochenlang nicht zu bearbeiten; allein davon waren mehr als 50.000 Haushalte betroffen. Und entgegen der ersten Einschätzungen des Senats flossen auch vertrauliche Daten ab und wurden nun im Darknet veröffentlicht. Das zeigt, wie verwundbar die Verwaltungsdigitalisierung ohne konsequente Absicherung ist. Die Zahl allein sagt nicht viel aus; weder über den Schaden noch darüber, wie tief die Angreifer eindrangen. Wichtiger ist, um welche Daten es sich handelt. Bisher hat der Senat selbst relativ wenig bestätigt: personenbezogene Daten von Beschäftigten, Bürgern und Unternehmen sowie Passwörter für einzelne Fachverfahren. Laut Auswertungen von Journalisten sollen die von den Tätern veröffentlichten Daten insgesamt rund 46.500 Verträge, knapp 78.000 Vorgänge aus Ordnungswidrigkeitsverfahren, Klagen und Gutachten und gut 27.000 Personalakten und Gehaltsabrechnungen umfassen. Also viele potentiell sehr sensible Daten. Dazu kommt, dass auch für sich genommen relativ harmlos wirkende Daten im Zusammenhang mit anderen ein hohes Missbrauchspotential aufweisen. Mit echten Adressdaten können Cyberkriminelle sehr überzeugende, personalisierte Phishingnachrichten erstellen. Das Ausnutzen von scheinbar harmlosen Daten kann aber noch viel weiter führen. Im November 2017 veröffentlichte die Fitness-App Strava eine Weltkarte, auf der jede aufgezeichnete Trainingsstrecke als leuchtende Linie erscheint, eine Milliarde Aktivitäten insgesamt. Scheinbar banale Daten. Ende Januar 2018 fiel aber jemandem auf, was darin steckte: Weil auch Soldaten auf amerikanischen Stützpunkten in Syrien und Afghanistan mit der App joggen gingen, ließen sich Umrisse und Innenaufteilung der Basen ablesen, dazu Patrouillenwege und Nachschubrouten. Nach dem, was bisher offiziell bekannt ist, lässt sich das nicht wirklich einschätzen. Daten von Bundeseinrichtungen sollen nicht betroffen sein. Die öfter erwähnten Verteidigungsunterlagen sind laut Senat nicht sicherheitskritisch. Der „Tagesspiegel“ berichtet allerdings inzwischen von als geheim eingestuften Inhalten zu Zivilschutz und Verteidigung; rund 8000 Dateien sollen kritische Infrastruktur betreffen. Was die Bedrohungslage insgesamt angeht, bin ich so oder so wenig gelassen. Der Kreis derer, die einen solchen Angriff durchführen können, wächst. Denn die Angriffswerkzeuge werden auch dank Künstlicher Intelligenz immer billiger und einfacher. Rhysida ist seit Mai 2023 für Ransomware-Angriffe bekannt. Das Geschäftsmodell ist doppelte Erpressung: Daten verschlüsseln und zusätzlich mit Veröffentlichung drohen, falls nicht gezahlt wird. Bekannt wurde Rhysida vor allem durch Angriffe auf die British Library, eine amerikanische Klinikkette mit 16 Krankenhäusern und ein Entwicklungsstudio von Sony. Der Angriff auf Berlin reiht sich in dieses Muster ein: opportunistisch, finanziell motiviert, mit Zielen aus Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildung. Laut Analysen amerikanischer Sicherheitsbehörden geht Rhysida meist nach einem sehr einfachen und robusten Schema vor: Den ersten Zugang verschaffen sie sich mit gestohlenen oder erratenen Zugangsdaten von Mitarbeitern. Danach folgt die Ausbreitung im Netz des Opfers. Das ist der Punkt, den viele bei solchen Angriffen unterschätzen: Es sind meist keine hochkomplexen, technisch raffinierten Einbrüche, sondern altbekannte, seit Jahren dokumentierte Angriffswege, gegen die es längst bekannte Gegenmaßnahmen gibt. Und genau deshalb sind solche Angriffe für die Täter billig und schnell wiederholbar. Und für Verwaltungen umso ärgerlicher, weil sie mit vergleichsweise einfachen Mitteln hätten verhindert werden können. Ob auch dieser Angriff dem Muster folgte, ist noch nicht bekannt. Der Senat hat dazu bisher noch nichts veröffentlicht. Seit dem 4. September gibt es allerdings eine Warnmeldung des BSI zur Kompromittierung einer staatlichen Institution im August. Berlin wird darin zwar nicht genannt, die Beschreibung passt aber genau und folgt einem ebenso banalen Muster. Der Vorwurf trifft einen realen Zustand. Er darf nur nicht allein nach Berlin zeigen. Wir haben mit unserem Forschungsinstitut Athene die IT aller 16 Bundesländer drei Jahre lang von außen vermessen. Berlin ist kein Ausreißer. Zur veralteten Software haben wir harte Zahlen. Drei Viertel der gefundenen Schwachstellen sind älter als ein Jahr, der Schwerpunkt liegt bei einem bis drei Jahren, und die Altlasten reichen 15 Jahre zurück. Für solche Lücken gibt es fertige, erprobte Angriffswerkzeuge. Ein großer Teil dieser Angriffsfläche lässt sich überhaupt nicht mehr patchen. Es gibt keine Updates mehr, der Hersteller hat den Support eingestellt, und die Fachanwendung hängt an einer veralteten Laufzeitumgebung. Da hilft auch das beste Patchmanagement nicht weiter. Diese Systeme muss man abschalten, nicht pflegen. In den meisten Ländern gibt es zudem keine Stelle, die der Landesverwaltung verbindliche technische Mindeststandards vorgeben und durchsetzen kann. Computersicherheits-Reaktionsteams der Länder (CERTs) und zentrale IT-Dienstleister dürfen nachgeordnete Behörden häufig nicht einmal verpflichten. Einzelne Länder haben das zuletzt per Gesetz geändert, getrieben von der NIS-2-Umsetzung. Ob daraus gelebte Praxis wird, ist die nächste Frage. Dem geht es nicht besser: Kein einziges Ministerium erfüllt nach unseren Messungen durchgehend die BSI-Empfehlungen für Websicherheit, fast ein Drittel der Zertifikate ist abgelaufen oder fehlerhaft. Die Ursachen sind strukturell. Beschafft wird dezentral. Das Vergaberecht belohnt in der Praxis den günstigsten Anbieter, nicht den sichersten. Projekte werden finanziert, der Betrieb danach nicht. Und eine Legislaturperiode ist für einen IT-Umbau schlicht zu kurz. Wenn also „grob fahrlässig“ der Vorwurf ist, würde ich ergänzen: Es ist eine grobe Fahrlässigkeit, die im föderalen System praktisch angelegt ist und nicht allein an handelnden Personen in Berlin hängt. Die Fälle sind sehr verschieden, und ich würde sie nicht in einen Topf werfen. In Polen ging es zuletzt um Angriffe auf die Energie- und Wasserversorgung, mit Spuren zu Russland nahestehenden Gruppen. In Rumänien standen im Jahr 2024 Angriffe auf die Wahlinfrastruktur im Zentrum, überlagert von der separaten, viel diskutierten Einflussoperation in sozialen Netzwerken, die zur Annullierung der Präsidentschaftswahl führte. In Frankreich gab es mehrere große Datenlecks in Krankenversicherungsdienstleistern, Ausweisbehörden und im nationalen Bankkontenregister. Und in Liechtenstein wurde Ende Juli das Register der wirtschaftlich Berechtigten kompromittiert, in dem Personen geführt sind, die etwa hinter Unternehmen oder Stiftungen stehen. Was diese Fälle verbindet, ist weniger eine Angriffsmethode als ein gemeinsamer Trend: Die digitale Angriffsfläche europäischer Verwaltungen wächst schneller, als sie abgesichert wird, und ein Teil der Angriffe hat einen erkennbaren geopolitischen Kontext. Das zeigt, dass Cybersicherheit für europäische Staaten längst kein Randthema der IT-Abteilung mehr ist, sondern eine Frage staatlicher Handlungsfähigkeit. Nein. Der Mensch ist ein Faktor, aber nicht der größte. Natürlich klickt irgendwann irgendjemand auf einen Link. Das wird immer passieren, und keine Schulung der Welt bringt die Quote auf null. Die eigentliche Frage ist: Warum genügt ein einzelner Klick, um ein ganzes Netz zu kompromittieren? Wenn gestohlene Zugangsdaten reichen, um an einem Fernzugang heranzukommen, dann fehlte dort eine zweite Sicherung – ein Code aufs Telefon, ein Sicherheitsschlüssel zum Einstecken. Das ist eine technische Entscheidung, kein persönliches Versagen. Und wenn ein Angreifer sich von einem gekaperten Konto aus ungehindert durch das ganze Netz bewegen kann, ist das eine Frage der Architektur. Systeme müssen so gebaut sein, dass ein einzelner Fehler nicht gleich alles kostet. Ja, in der Fachsprache heißt der Ansatz „Zero Trust“: Kein Zugriff gilt als vertrauenswürdig, nur weil er von innen kommt. Der zweite Begriff, „Assume Breach“, sagt es noch direkter: Man nimmt an, dass der Einbruch längst geschehen ist, und baut das Netz so, dass er nicht alles kostet. Das Netz in Zonen unterteilen. Jedem Zugang nur die Rechte geben, die er wirklich braucht. Mehrfaktor-Authentifizierung nicht nur am Übergang zum Internet, sondern überall. Und Sicherungskopien, die getrennt liegen und sich nachträglich nicht mehr verändern lassen. Das kann ich nicht beurteilen. Die Forensik läuft, und der Netzaufbau ist nicht veröffentlicht. Allgemein gilt aber: Je feiner ein Netz unterteilt ist, desto weniger bringt ein einzelner erbeuteter Zugang. Die Zuständigkeiten sind eigentlich klar verteilt, nur kann niemand wirklich durchgreifen. Für die Gefahrenabwehr im Cyberraum sind die Länder zuständig. Das BSI darf einem Land helfen, wenn es um Amtshilfe bittet; anordnen darf es nichts. Die Bundesregierung schreibt das in der Begründung ihres eigenen Cybersicherheitsgesetzes vom Juni dieses Jahres selbst so. Für den Ausbau des BSI zu einer echten Zentralstelle müsste das Grundgesetz geändert werden. Auf die hat der Bund gerade verzichtet. Auf freiwillige Kooperationsvereinbarungen. Die gibt es mit 14 der 16 Länder. Auch innerhalb des Bundes sieht es nicht rosig aus. Nach Angaben des BSI erfüllten weniger als zehn Prozent der von ihm untersuchten Rechenzentren des Bundes den Mindeststandard für Hochverfügbarkeit; der Bundesrechnungshof hat das im Jahr 2025 aufgegriffen. Und man kann nicht schützen, was man nicht sieht. Wir zählen in unserem Athene-Lagebild für die Bundesverwaltung rund 36.000 aktive IP-Adressen. Im Lagebericht des BSI tauchen etwa 3800 auf. Der Rest liegt bei Cloudanbietern, Hostern und Dienstleistern. Drei Punkte. Erstens: Netzsegmentierung und Mehrfaktor-Authentifizierung. Beide verhindern den Einbruch nicht, aber sie entscheiden darüber, ob daraus ein lokaler Schaden wird oder ein 5,8-Terabyte-Datenleck wie in Berlin. Zweitens: Compliance ist nicht dasselbe wie Sicherheit. Unsere Ländermessung findet keinen messbaren Unterschied in der Angriffsfläche zwischen zertifizierten und nicht zertifizierten Stellen. Und drittens, ganz praktisch für Berlin: Die Wahl zum Abgeordnetenhaus steht an. Das BSI warnt in solchen Situationen vor sogenannten „Hack and Leak“-Szenarien, infolge derer gestohlene Daten gezielt eingesetzt werden, um die öffentliche Debatte zu beeinflussen. Transparente, frühzeitige Kommunikation der Behörden ist hier fast genauso wichtig wie die technische Aufklärung selbst.

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7. September
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Berlin-Leaks im BILD-Check - Wie wahrscheinlich taucht Ihr Name auf?

Berlin-Leaks im BILD-Check: Wie wahrscheinlich taucht Ihr Name in den Daten auf? Berlin – Der Cyber-Angriff auf die Berliner Behörden trifft nicht nur die Politik. Auch Daten normaler Bürger dürften im Netz gelandet sein. Jetzt fragen sich viele: Tauche ich in den „Berlin-Leaks“ auf? Im BILD-Check kann jeder prüfen, wie wahrscheinlich das derzeit ist. Hintergrund: Die Hacker-Gruppe Rhysida erbeutete 5,8 Terabyte Daten, rund 1,44 Millionen einzelne Dateien. Das sind in etwa so viele Dateien wie bei den Epstein-Files aus den USA, aber: Das Datenvolumen ist in etwa 30-mal so groß. Hier können Sie den BILD-Check machen Ein Team von BILD-Reportern durchkämmt seit Tagen den derzeit verfügbaren „Berlin-Leak“. 982.106 Dateien, 122.977 Ordner, rund vier Terabyte. Einsehbar sind die Verzeichnisse der gestohlenen Daten. Sie sehen aus wie die Dateiordner auf dem Computer zu Hause. Wo eine Datei gespeichert ist, wie sie heißt – das kann viel über ihren Inhalt verraten. Mögliche Betroffene: Umweltsünder, Angler, Bewerber Anhand der Ordner- und Dateinamen lässt sich einschätzen, wessen Daten die Hacker gestohlen haben könnten: Beschäftigte von Senatsverwaltungen, des Landesdenkmalamts, eines Landesbetriebs oder Bewerber der Denkmalbehörde. Zum Kreis möglicher Betroffener zählen auch Berliner, gegen die seit 2020 ein Bußgeldverfahren wegen eines mutmaßlichen Umweltverstoßes lief. Menschen, die sich über Lärm, Müll oder Bauprojekte beschwert oder einfach nur einen Angelschein beantragt haben. „Personenbezogene“ Daten: fast 30.000 Dateien zu Ordnungswidrigkeiten Ein von den Behörden selbst als „personenbezogen“ gekennzeichneter Datenbereich umfasst 29.758 Dateien. Darin liegen umfangreiche Akten zu Ordnungswidrigkeiten. In Unterordnern stecken Hunderte Fallordner. Viele offenbaren Aktenzeichen, Klarnamen, in Dutzenden Fällen steht der mutmaßliche Verstoß sogar direkt im Ordnernamen. Zu einzelnen Verfahren finden sich neben Anhörungen und Bußgeldbescheiden auch Meldeauskünfte, Führerscheine, Zulassungsbescheinigungen, Fotos sowie Unterlagen zu Ratenzahlungen und Vollstreckungen. Es geht um Verstöße gegen Abfall-, Verpackungs- oder Straßenreinigungsvorschriften. Auch eingestellte Verfahren sind dabei. Heißt: Ein Name neben einem Vorwurf bedeutet ausdrücklich nicht, dass die betreffende Person tatsächlich gegen Vorschriften verstoßen hat. Kurios: Im Datenbestand liegen auch Akten des Fischereiamts. Ein Ordner, dessen Name auf eine Fischereischein-Datenbank hinweist, enthält drei Dateien von je rund 58 Megabyte. Ob es sich um das Register der Berliner Fischereischeininhaber handelt, lässt sich aus dem Dateinamen nicht sicher schließen. E-Mail-Archive der Berliner Verwaltung Nicht nur normale Bürger sind von den Berlin-Leaks potenziell betroffen, sondern in großem Umfang auch Beschäftigte der Berliner Verwaltung. Dabei geht es insbesondere um E-Mail-Archive. In einer Postfach-Sicherung liegen 1835 Outlook-Archivdateien mit zusammen rund 2,5 Terabyte. Hunderte Nutzerarchive umfassen jeweils mehrere Gigabyte, das größte davon 49 Gigabyte. Ein Problem dabei: Ein Postfach enthält nicht nur die Daten seines Inhabers. Auch zu den Personen, mit denen er in Kontakt stand, bietet es viele Informationen. E-Mail-Adressen, Signaturen, Telefonnummern, Anhänge – und natürlich die Inhalte der ausgetauschten Nachrichten. Zusätzlich im Leak: Personalakten von mehr als 150 Beschäftigten, darunter Krankmeldungen, Gesundmeldungen, dienstliche Beurteilungen und Jahresgespräche. Auch Akten der landeseigenen Berlin Energie mit Gehaltsabrechnungen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Kündigungsschutzverfahren sind enthalten. Massiv erscheint auch der Datenberg zu Bewerbern beim Landesdenkmalamt. Er umfasst 11.866 Dateien mit Stellenbesetzungsverfahren, Initiativbewerbungen, Praktika und Volontariaten. Teils tragen die Ordner Klarnamen. Was tun, wenn ich betroffen bin? Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit rät Betroffenen: Passwörter ändern, Konto- und Kartenbewegungen prüfen, sich vor Phishing-Angriffen in Acht nehmen. Bei Verdacht auf Kartenmissbrauch sofort den Sperr-Notruf 116 116 anrufen. Wer wissen will, ob die eigenen Daten betroffen sind, kann sich bei den beiden Senatsverwaltungen erkundigen. Der Senat will identifizierte Betroffene je nach Risiko informieren. Die Datenschutzbeauftragte erklärt auf ihrer Hinweisseite: „Sie werden im Fortgang der Analysen von der betreffenden Senatsverwaltung kontaktiert. Dies kann unter Umständen noch einige Zeit dauern.“ Wer den Verdacht hat, kann zusätzlich prüfen, ob der eigene Nachname in den Datei- und Ordnernamen der veröffentlichten Daten vorkommt. Der Check speichert keine Namen und keine Eingaben. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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7. September
FAZ (Politik)

Hackerangriff in Berlin: Die Schadensanalyse wird noch „einige Wochen“ dauern

Hackerangriff in Berlin : Die Schadensanalyse wird noch „einige Wochen“ dauern Aus zwei Berliner Senatsverwaltungen haben Hacker 5,7 Terrabyte Daten erbeutet. Sie sind seit Freitag im Darknet zu finden. Die Schadensanalyse ist aufwendig. Die Folgen des Hackerangriffs auf zwei Berliner Senatsverwaltungen werden die IT-Techniker des Landes noch länger beschäftigen. Digitalstaatssekretär Florian Hauer (CDU) sagte am Montagnachmittag im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses, das Land Berlin sei noch immer damit beschäftigt, alle IT-Systeme von Land und Bezirken forensisch zu untersuchen. So werde überprüft, ob die Hacker sich noch im Landesnetz verstecken und zu weiteren Angriffen fähig seien. Diese Untersuchung werde „noch einige Tage dauern“. Die Landesverwaltung ermittelt außerdem, wie groß der Schaden ist, den die Hacker verursacht haben. Sie haben mehr als 1,2 Millionen Dateien mit einem Volumen von 5,7 Terrabyte erbeutet. Ihre Beute hatten sie am Freitag im Darknet veröffentlicht. Am Montagnachmittag waren die IT-Techniker noch immer damit beschäftigt, alles herunterzuladen. Warum dauert der Download so lange? Dass dies mehrere Tage dauert, liegt an der geringen Datenbandbreite, die dafür zur Verfügung steht. Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Claudia Plattner, sagte im Ausschuss, dies sei nicht ungewöhnlich: Die Hacker bewahrten die Daten auf illegalen Servern auf, die klein und „gut versteckt“ seien. Sie ließen nur einen langsamen Datenabfluss zu. Haben die Fachleute die Dateien heruntergeladen, sollen sie mittels Künstlicher Intelligenz nach ihrer potentiellen Brisanz vorsortiert werden. Anschließend müssen Verwaltungsmitarbeiter die Inhalte sichten und alle Opfer des Datendiebstahls identifizieren. Plattner sagte, diese Schadensanalyse werde „einige Wochen“ dauern. Durch Recherchen von Journalisten im Darknet war in den vergangenen Tagen bekannt geworden, dass neben persönlichen Daten von Mitarbeitern auch Notfallpläne zum Schutz der kritischen Infrastruktur erbeutet wurden. Staatssekretär Hauer sagte im Ausschuss, Dateien, die der „kollektiven Sicherheit“ dienten, würden prioritär gesichtet. Derzeit gehe er nicht davon aus, dass die „nationale Verteidigungsfähigkeit“ durch den Klau bedroht sei. Bezug zu Russland wahrscheinlich Hinter dem Hackerangriff soll das Hacker-Kollektiv Rhysida stehen. Es tauchte im Mai 2023 erstmals auf. Wer dahintersteckt, ist bislang nicht klar. Aufgrund der ausgefeilten Angriffsmuster gehen Branchenbeobachter davon aus, dass russische Hacker involviert sind. Auch sind bislang keine russischen oder russlandnahen Einrichtungen angegriffen worden. Die Hälfte ihrer bisherigen Opfer sitzt in den USA, rund ein Viertel der Opfer in Europa. Rhysida bietet eine Hacker-Software samt Service an, die auch Ransomware-as-a-Service (RaaS) genannt wird. RaaS kann von Cyberkriminellen gemietet werden. Es enthält ein Verschlüsselungsprogramm, mit dem Daten typischerweise in digitale Geiselhaft genommen werden: Die Hacker verschlüsseln die Daten so, dass die Eigentümer nicht mehr darauf zugreifen können. Die Freigabe der Daten erfolgt nur gegen Lösegeld. Berlin hatte „Glück im Unglück“ Sowohl Hauer als auch Plattner werteten es im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses als „Glück im Unglück“, dass der Angriff in Berlin entdeckt wurde, bevor die Hacker mit dem Verschlüsseln begonnen hatten. Sie konnten die Daten lediglich kopieren. In den Senatsverwaltungen sind sie also weiter verfügbar. Die Hacker versuchten trotzdem, Lösegeld zu erpressen: Sie forderten dreißig Bitcoin, umgerechnet etwa zwei Millionen Euro. Mitte August setzten sie dem Senat die Frist, innerhalb einer Woche zu zahlen. Andernfalls werde alles im Darknet veröffentlicht. Der schwarz-rote Senat ging darauf mit Zustimmung der Opposition nicht ein. So landeten die Daten am Freitag im Netz. Rhysida ist mit seiner Erpresser-Methode bereits mehrfach in Erscheinung getreten: im Mai 2023 auf den Servern der Hochschule Kaiserslautern und kurz darauf bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde, im Herbst 2023 bei der British Library und das King Edward VII's Hospital in London. Im Frühjahr 2026 war die Stuttgarter Verwaltung betroffen. Insgesamt sind weltweit bislang rund 300 Institutionen registriert, die von Rhysida-Angriffen betroffen waren. In der Ausschusssitzung zeigten sich die Digitalpolitiker aller Fraktionen mit der Vorgehensweise des Senats grundsätzlich einverstanden. Vertreter von Grünen, Linken und AfD forderten allerdings, umfassender über den Schadensumfang informiert zu werden. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Tobias Schulze regte an, die Großschadenslage auszurufen – sie gibt dem Land Berlin mehr Befugnisse gegenüber den Bezirken. Staatssekretär Hauer sagte, das sei nicht notwendig. Die Kooperationsbereitschaft der Bezirke sei allerdings unterschiedlich ausgeprägt.

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7. September
Die Zeit (Politik)

Hackerangriff auf Berliner Senat: Kritik am Krisenmanagement nach Hackerangriff in Berlin

Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung erheben Verbände und Politiker Kritik am Krisenmanagement. Linke und Grüne im Abgeordnetenhaus beantragten, bei der nächsten Sitzung des Landesparlaments in der Aktuellen Stunde am Donnerstag über das Thema »Versagen bei der IT-Sicherheit der Verwaltung, erneut miserables Krisenmanagement« zu diskutieren. Die Berliner FDP forderte – zwei Wochen vor der regulären Wahl – den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und der Innensenatorin Iris Spranger (SPD). »Beide haben versagt. Aufklärung und Rücktritte schließen sich nicht aus – sie sind zwei Seiten derselben politischen Verantwortung«, heißt es in einer Erklärung. »Was wir jetzt brauchen, ist vor allen Dingen maximale Transparenz bei der Aufarbeitung«, sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer. »Das heißt, dass man auch in der Öffentlichkeit sagt, jetzt stellen wir uns hin und erzählen genau, was schiefgegangen ist.« Selzer kritisierte zudem den Umgang mit den gestohlenen Daten. »Es ist schon bemerkenswert, dass am Freitag vor zwei Wochen die ersten Vorab-Häppchen auf der Seite veröffentlicht wurden und dann nach meinen Informationen am Mittwoch Leute, die es getestet haben, immer noch auf die damals veröffentlichten Systeme draufgekommen sind mit den veröffentlichten Passwörtern«, sagte er. »Und da frage ich mich, warum wurden nicht sofort nach dem Bekanntwerden dieser Vorab-Leaks alle Zugänge gesperrt?« Wohl keine sensiblen Daten gestohlen Der Hackerangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung war am 14. August bekannt geworden. Die Hackergruppe Rhysida forderte 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Senat zahlte nicht, woraufhin die Cyberkriminellen die Daten nach Ablauf ihres Ultimatums veröffentlichten. Nach Angaben des Senats wurden keine Daten gestohlen oder veröffentlicht, die für die nationale Sicherheit wichtig sind. Es seien nur Daten entwendet worden, die die niedrigste von vier Geheimhaltungsstufen gehabt hätten, sagte Digital-Staatssekretär Florian Hauer im Innenausschuss. Zugleich gab er zu bedenken, dass die Prüfungen und Untersuchungen der mehr als 1,2 Millionen Dateien noch liefen.

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7. September
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Hackerangriff auf die Hauptstadt - Phishing-Mail soll Daten-Gau ausgelöst haben

Hackerangriff auf die Hauptstadt: Phishing-Mail soll Berliner Daten-Gau ausgelöst haben Dokumente mit den Namen „Passwort“ und „Zugangsdaten“ gefunden Berlin – Hacker saugten Millionen Dateien mit geheimen Informationen ab, die unsere Hauptstadt verwundbar machen. Unzählige davon stellten sie ins Darknet. Unterlagen zum Katastrophenschutz, zu sensibler Infrastruktur, Gefängnissen, zur Bundeswehr und interne Zugangsdaten. Informationen, die nie öffentlich werden sollten und dürfen. Jetzt kommt raus, dass eine Phishing-E-Mail den Berliner Daten-Gau ausgelöst haben soll. Ein Mitarbeiter aus der Senatsverkehrsverwaltung habe sie ahnungslos angeklickt – und so den wohl größten Hackerangriff in der Geschichte Berlins ermöglicht. Über den Auslöser der Daten-Katastrophe berichtete zuerst der Tagesspiegel. Die Zeitung sprach nach eigenen Angaben mit mehreren Insidern. Demnach war es EIN falscher Klick auf einen Link in der Phishing-Mail, der der Hackergruppe „Rhysida“ die Tür zu unzähligen geheimen Daten geöffnet haben soll. Auf eine BILD-Anfrage dazu äußerte sich die Berliner Senatskanzlei zunächst nicht. So lange blieb die Hackerattacke unbemerkt Vom 7. August an sollen die Hacker fast eine Woche lang Zeit gehabt haben, Daten der Berliner Verwaltung abzusaugen, ohne dass es irgendjemandem auffiel. Dabei stießen sie offenbar auch auf ein Textdokument und eine Excel-Tabelle, die Mitarbeiter eindeutig mit „Passwort“ und „Zugangsdaten“ benannt hatten! Für die Cyberkriminellen war es demnach ein Leichtes, Passwörter der Mitarbeiter unter den Millionen Dateien zu identifizieren. Der Tagesspiegel berichtet, Standards wie verpflichtende Passwortmanager oder Zwei-Faktor-Authentifizierungen gebe es nach Aussage eines Mitarbeiters in den Senatsverwaltungen nicht. Der Cyberangriff fiel nach Informationen der Zeitung erst am 13. August durch einen vermeintlichen Routinefall auf. Demnach meldete die Berliner Senatsverwaltung ein Problem mit dem Server, über den die Zugriffe von Benutzern auf das Netzwerk gesteuert werden. Eine „ganz normale Störungsmeldung“ sei das gewesen, wird eine mit dem Vorgang vertraute Person zitiert. Erst als sich das Notfall-Team für IT-Sicherheitsvorfälle des landeseigenen IT‑Dienstleistungszentrums (ITDZ) um die „Störung“ kümmerte, sei deutlich geworden, dass etwas viel Größeres dahintersteckte. Mitarbeiter durchsuchen Dateien händisch Die Aufarbeitung des gigantischen Daten-Leaks läuft seitdem schleppend und lässt die Regierung von Berlin eher hilflos aussehen. Am 19. August bestätigte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) noch, dass zum bis dahin aktuellen Kenntnisstand „keine sensiblen Daten abgeflossen“ seien. Eine Fehleinschätzung. Ein eingesetzter Krisenstab sollte die Lage aufklären. Laut Tagesspiegel wurden Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückgeholt. In einem Dienstgebäude sollen Feldbetten aufgestellt worden sein, um rund um die Uhr arbeiten zu können. Dennoch sollen alle Beschäftigten der Behörden erst mehr als zwei Wochen nach Bekanntwerden der Hackerattacke angewiesen worden sein, die Passwörter für ihren Systemzugang zu ändern. Und: Zwar setzt die Senatskanzlei Software des US-Unternehmens Crowdstrike ein, doch bei der Analyse einzelner Dokumente sah man Sicherheitsprobleme. So seien in der Senatskanzlei laut Tagesspiegel eine Handvoll Mitarbeiter beauftragt worden, Datei für Datei händisch auf ihren Inhalt zu prüfen. Erst in der Nacht zu Sonntag stellten die Hacker dann weitere Daten ins Darknet, darunter geheime Zugangsinformationen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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7. September
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Passwörter, Ausweise, Notfallpläne - Berlin-Leaks betreffen mehr Menschen als vermutet

Passwörter, Ausweise, Notfallpläne: Berlin-Leaks betreffen mehr Menschen als vermutet Der Angriff auf die Berliner Verwaltung ist längst mehr als eine IT-Panne. Mit 1,44 Millionen gestohlenen Dateien und rund 5,8 Terabyte Daten handelt es sich um einen der größten bekannten Datendiebstähle aus einer deutschen Behörde. Die Kriminellen der Hackergruppe Rhysida waren nach bisherigen Erkenntnissen zwischen dem 7. und 12. August unbemerkt im Landesnetz aktiv und konnten riesige Datenbestände kopieren. Besonders beunruhigend: Die Folgen treffen nicht nur Behörden und Verwaltungsmitarbeiter. Für Bürger beginnt das Problem möglicherweise erst jetzt. In den „Berlin-Leaks“ finden sich nach bisherigen Erkenntnissen Bewerbungsunterlagen, Ausweiskopien, E-Mail-Adressen, Vertragsdaten und interne Passwörter. Die Täter selbst sprechen von 46.522 Verträgen, 16.389 E-Mail-Adressen, 5941 Passwörtern und rund 5000 Personalakten. Solche Informationen können für Identitätsdiebstahl, Kreditbetrug, Kontoübernahmen oder täuschend echte Phishing-Angriffe genutzt werden. Je mehr persönliche Details Kriminelle über eine Person kennen, desto glaubwürdiger wirken Betrugsversuche. Wer plötzlich eine vermeintliche E-Mail seiner Bank, Versicherung oder Behörde erhält, läuft deshalb künftig ein deutlich höheres Risiko, auf einen Betrug hereinzufallen. Was Sicherheitsexperten jetzt befürchten Brisant ist dabei die Mischung der gestohlenen Informationen. Denn neben personenbezogenen Daten kursieren nun auch sensible Unterlagen über die Hauptstadt selbst. Telefonnummern, Passwörter oder E-Mail-Adressen lassen sich ändern. Informationen über kritische Infrastruktur, Sicherheitskonzepte, Notfallplanungen oder bauliche Schwachstellen dagegen nicht so ohne Weiteres. Sicherheitsexperten gehen deshalb davon aus, dass die veröffentlichten Daten längst von Kriminellen und möglicherweise auch von ausländischen Nachrichtendiensten ausgewertet werden. Was Ermittler und Experten zusätzlich alarmiert: Unter den veröffentlichten Datensätzen befinden sich offenbar auch als Verschlusssache eingestufte Unterlagen zum Katastrophenschutz, Feuerwehr-Einsatzpläne sowie Vorbereitungen auf konkrete Großschadenslagen. Hinzu kommen Dokumente, die Schwachstellen zentraler Teile der Berliner Infrastruktur offenlegen, darunter Unterlagen zu Stromnetzen, Kraftwerken, Wasserwerken, Notwasserbrunnen, Tanklagern und Notstromanlagen. Außerdem enthalten die Daten offenbar Unterlagen zu Gefängnissen, Kasernen, Rüstungsunternehmen und zur zivilen Verteidigung der Hauptstadt. Nach Medienrecherchen befinden sich zudem mehr als 550 Dateien zum Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts in dem Datensatz, darunter Pläne, Gutachten und Stellungnahmen. Die Veröffentlichung betrifft aber nicht nur die Sicherheit des Landes, sondern auch tausende Beschäftigte der Verwaltung. In den Datensätzen finden sich nach bisherigen Erkenntnissen Personalakten, Arbeits- und Gehaltsunterlagen, Aufhebungsverträge, Protokolle von Mitarbeitergesprächen sowie Angaben zu Disziplinarmaßnahmen und Wiedereingliederungen nach Krankheiten. Komplette Mail-Archive abgegriffen Besonders gravierend ist zudem der Diebstahl kompletter E-Mail-Archive. Betroffen sind mindestens 858 Beschäftigte. In den Daten liegen mehr als 2000 Outlook-Archivdateien mit rund 2,7 Terabyte Daten. Darin befinden sich sämtliche ein- und ausgehende sowie teilweise auch gelöschte E-Mails aus Jahren Verwaltungsarbeit. Auch die Polizei ist betroffen. In den veröffentlichten Beständen liegen Telefon- und Kontaktlisten des Landeskriminalamtes mit Namen, Zuständigkeiten und Erreichbarkeiten. Hinzu kommen Lage- und Baupläne von Polizeidienststellen sowie Dienstpläne für Katastrophenfälle. Die Auswirkungen reichen darüber hinaus tief in die Berliner Wirtschaft hinein. In den Datensätzen finden sich nach bisherigen Erkenntnissen Aufsichtsratsprotokolle, Wirtschaftspläne und Zielvereinbarungen landeseigener Unternehmen, Vergabeunterlagen großer öffentlicher Aufträge sowie vertrauliche Verhandlungsunterlagen etwa zum Kohleausstieg oder zum geplanten Hertha-Stadion. Auch Verwaltungsvorgänge zu Unternehmen wie Tesla, Zalando oder Nike sollen betroffen sein. Berlin zahlte Lösegeld nicht Berlin zahlte die von Rhysida geforderten 30 Bitcoin Lösegeld nicht. Nachdem das Ultimatum abgelaufen war, veröffentlichten die Hacker die Daten am 4. September im Darknet. Geld verdienten die Täter damit offenbar nicht. Die Veröffentlichung dürfte jedoch vor allem einem anderen Zweck gedient haben: Sie demonstriert potenziellen künftigen Opfern, dass Rhysida seine Drohungen wahr macht, wenn kein Lösegeld gezahlt wird. Die eigentliche Gefahr endet deshalb nicht mit der Veröffentlichung. Die Daten können über Jahre hinweg kopiert, ausgewertet und für neue Betrugsdelikte, Identitätsdiebstahl, Spionage oder gezielte Cyberangriffe genutzt werden. Der Angriff ist damit nicht nur ein Problem der Berliner Verwaltung, sondern kann potenziell jeden Berliner betreffen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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7. September
Junge Freiheit

Weiteres Datenpaket online Berliner Hackerangriff weitet sich immer weiter aus

BERLIN. In der Nacht zu Sonntag hat die Hackergruppe Rhysida ein weiteres Datenpaket im Internet veröffentlicht. „Gegenstand der neuen Veröffentlichung der Angreifer auf das Landesnetz Berlin sind unter anderem Zugangsdaten“, schrieb die Senatskanzlei am Sonntag in einer Pressemitteilung. Als Reaktion habe bereits die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen „die bereits bei der ersten Veröffentlichung adressierten Maßnahmen im Rahmen der neuen Erkenntnisse überprüft und vorsorglich in einigen Aspekten nachgeschärft“. Die zusätzlichen Maßnahmen könnten bei der Nutzung von Fachverfahren der betroffenen Senatsverwaltung zu Einschränkungen führen. Eines dieser Verfahren sei etwa das Beantragen und Bewilligen von Wohngeld. Welche konkreten Maßnahmen nun beschlossen wurden, wollte die Senatssprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht sagen. Frist läuft ab, Merz und Wegner gucken Damen-Basketball Die Hacker hatten zwischen dem 7. und 12. August große Datenmengen aus der Verwaltung abgezogen und 30 Bitcoin, umgerechnet zwei Millionen Euro, verlangt. Der Senat kam der Lösegeldforderung nicht nach. Nachdem die Frist am Freitag abgelaufen war, wurden über fünf Terabyte an sensiblen und geheimen Informationen im Darknet veröffentlicht (JF berichtete). Am selben Abend besuchten der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) ein Damen-Basketballspiel (JF berichtete). Erst am Samstag sprach Wegner im Gespräch mit der Bild-Zeitung davon, dass „offenkundig sensible Daten“ betroffen seien. Unter den Dateien sollen interne Papiere der Senatsverwaltung, Unterlagen zu politischen Entscheidungen und vertrauliche Verwaltungsakten sein. Weiter seien auch Zeugnisse, eingescannte Ausweise und weitere Personaldokumente, die zu einem massenhaften Identitätsmissbrauch genutzt werden könnten, veröffentlicht worden. Selbst Disziplinarakten landeten im Netz, teils mit dem Vermerk „Vertrauliche Personalsache!“. Senatskanzlei will betroffene Bürger kontaktieren Die Senatskanzlei teilte bereits am Freitag mit, sie wolle vom Hackerangriff betroffene Menschen kontaktieren. „Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert.“ Bürger, die selbst erfahren, „dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten wie Betrug oder Identitätsmissbrauch genutzt werden, sollten Strafanzeige erstatten“. (mas)

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7. September
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Wichtige Vorsichtsmaßnahmen - Das müssen Sie jetzt nach dem Daten-GAU tun

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen: Das müssen Sie jetzt nach dem Daten-GAU tun Millionen Dateien aus der Berliner Verwaltung sind nach einem Hackerangriff im Darknet gelandet. Die Erpressergruppe „Rhysida“ soll nach eigenen Angaben mehrere Terabyte Daten erbeutet und veröffentlicht haben, nachdem Berlin die geforderte Lösegeldsumme nicht zahlte. Behörden prüfen inzwischen, welche Bürger, Beschäftigten und Unternehmen betroffen sind. Laut Berichten könnten auch personenbezogene Daten wie Kontaktdaten, Verträge, E-Mail-Adressen oder andere sensible Informationen betroffen sein. Was bedeutet das für Bürger? Das größte Risiko ist oft nicht der eigentliche Datendiebstahl, sondern das, was Kriminelle anschließend mit den Informationen anfangen. Gestohlene Daten können für Betrugsversuche, Phishing-Mails, Identitätsdiebstahl oder gezielte Angriffe genutzt werden. Wer seinen Namen, seine Anschrift oder andere persönliche Daten in den gestohlenen Datensätzen vermutet, sollte deshalb jetzt besonders wachsam sein. 1. E-Mails und SMS kritisch prüfen Kriminelle könnten die veröffentlichten Daten nutzen, um täuschend echte Nachrichten zu verschicken. Achten Sie besonders auf: - angebliche Nachrichten von Behörden - E-Mails mit Zahlungsaufforderungen - Nachrichten mit Links zu Login-Seiten - SMS mit dringenden Warnungen oder Fristen Klicken Sie niemals unüberlegt auf Links und öffnen Sie keine unbekannten Anhänge. 2. Passwörter sofort ändern Falls Sie dieselben Passwörter an mehreren Stellen verwenden, sollten Sie diese unverzüglich ändern. Besonders wichtig sind: - E-Mail-Konten - Online-Banking - Kundenkonten bei Shops - Gesundheits- und Versicherungsportale Nutzen Sie für jeden Dienst ein eigenes Passwort. Tipp: Hier hilft ein Passwort-Manager, der die komplizierten Passwörter speichert und vor Datenlecks warnt. 3. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren Selbst wenn Kriminelle an Zugangsdaten gelangen, können sie sich mit einer zusätzlichen Sicherheitsabfrage oft nicht einloggen. Wo immer möglich sollten Nutzer eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten, etwa per Authenticator-App. Noch besser: Steigen Sie, wo es jetzt schon angeboten wird, auf Passkeys um, die lassen sich nicht von Internetservern stehlen und funktionieren nur mit Ihrer Hardware. 4. Kontoauszüge beobachten Kontrollieren Sie in den kommenden Wochen regelmäßig: - Girokonten - Kreditkarten - PayPal-Konten - Online-Bezahldienste Unbekannte Abbuchungen sollten sofort der Bank gemeldet werden. 5. Vorsicht bei Anrufen Cyberkriminelle versuchen häufig, ihre Opfer am Telefon geschickt auszutricksen (sogenanntes Social Engineering). Werden am Telefon persönliche Daten, TANs, Passwörter oder Identitätsnachweise abgefragt, gilt grundsätzlich: - Keine sensiblen Informationen herausgeben. - Behörden, Banken und seriöse Unternehmen verlangen am Telefon normalerweise keine Passwörter. 6. Kreditwürdigkeit im Blick behalten Mit gestohlenen personenbezogenen Daten versuchen Betrüger gelegentlich, Verträge abzuschließen oder Konten zu eröffnen. Wer besonders besorgt ist, sollte seine Bonitätsdaten regelmäßig prüfen und ungewöhnliche Einträge hinterfragen. 7. Offizielle Informationen verfolgen Die Ermittlungen laufen noch. Nach Angaben der Berliner Behörden wird derzeit ausgewertet, welche Daten tatsächlich abgeflossen sind und welche Personen betroffen sein könnten. Betroffene sollten daher Mitteilungen von Behörden aufmerksam verfolgen und auf offizielle Benachrichtigungen achten. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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6. September
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Nach Angriff auf Berliner Verwaltung - Hacker stellen geheime Zugangsdaten ins Netz

Mitten im Wahlkrimi! Merkel speist beim Chinesen Nach Angriff auf Berliner Verwaltung: Hacker stellen geheime Zugangsdaten ins Netz Berlin – Der Hacker-Angriff auf die Berliner Verwaltung zieht immer weitere Kreise. Nachdem Cyberkriminelle bereits sensible Daten erbeutet hatten, veröffentlichten sie nun auch interne Zugangsdaten. Die Folge: In der Bauverwaltung drohen erhebliche Einschränkungen, sogar Bürger könnten die Auswirkungen zu spüren bekommen. Die Senatskanzlei teilte am Sonntagabend mit, dass die Angreifer in der Nacht ein weiteres Datenpaket ins Netz gestellt hätten. Darin enthalten seien unter anderem Zugangsdaten von Mitarbeitern. Aus Sicherheitsgründen verschärfte die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ihre Schutzmaßnahmen. Das könnte nach Angaben der Senatskanzlei kurzfristig die Arbeit mit wichtigen Fachverfahren beeinträchtigen. Welche Systeme konkret betroffen sind, wollte die Verwaltung nicht sagen. Klar ist aber: Zu den Fachverfahren zählen auch Anwendungen für Leistungen wie Wohngeld. Damit könnten sich die Folgen des Hackerangriffs nicht nur auf Mitarbeiter der Behörde beschränken. Millionen-Forderung der Hacker Besonders brisant: Die Täter hatten sich bereits zwischen dem 7. und 12. August unbemerkt Zugang zu Teilen des Berliner Landesnetzes verschafft. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Erst am 14. August wurde der Angriff entdeckt. Drei Tage später machte der Senat den Vorfall öffentlich. Hinter dem Angriff soll die Hacker-Gruppe „Rhysida“ stecken. Die Cyberkriminellen verlangten 30 Bitcoin als Lösegeld, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Berlin zahlte nicht. Daraufhin veröffentlichten die Täter die erbeuteten Daten nach Ablauf ihres Ultimatums im Internet. Darunter befinden sich personenbezogene Informationen wie Arbeitsverträge und Bewerbungsunterlagen. Droht noch größerer Schaden? Besonders alarmierend: Nach Medienberichten und Einschätzungen von IT-Experten könnten sich unter den veröffentlichten Dokumenten sogar hochsensible Informationen befinden. Diese sollen teilweise den Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Sicherheit von Bund und Ländern betreffen. Das wahre Ausmaß des Daten-Lecks ist deshalb möglicherweise noch gar nicht absehbar. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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6. September
Der Spiegel

Berlin: Hacker-Gruppe Rhysida veröffentlicht weiteres Datenpaket aus Leak

Cyberangriff auf die Hauptstadt Hackergruppe Rhysida veröffentlicht weiteres Datenpaket aus Berliner Leak Ein weiteres Datenpaket aus dem groß angelegten Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung ist in der Nacht zum Sonntag veröffentlicht worden. Das teilte der Senat am Sonntag in der Bundeshauptstadt mit. Die nach der ersten Veröffentlichung gestohlener Informationen am Freitag ergriffenen Maßnahmen seien vorsorglich nochmals »in einigen Aspekten nachgeschärft« worden. Die zusätzlichen Maßnahmen könnten bei der Nutzung von Fachverfahren in der Bauverwaltung kurzfristig zu Einschränkungen führen, so die Senatskanzlei. »Alle Nutzerinnen und Nutzer werden darüber informiert«, so die Senatskanzlei. Auswirkungen seien auch für Bürgerinnen und Bürger möglich, sagte eine Senatssprecherin auf dpa-Anfrage. Dazu, um welche Fachverfahren es geht und um welche konkreten Maßnahmen, machte sie keine Angaben. Ein Fachverfahren ist etwa das Beantragen und Bewilligen von Wohngeld. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte sich vom 7. bis zum 12. August unbemerkt Zugang zu Teilen des Berliner Landesnetzes verschafft und Daten abgeschöpft. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff am 14. August und machte ihn drei Tage später öffentlich. Die Hacker wollten zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin erpressen, die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Die Berliner Landesregierung erklärte aber, dass sie sich nicht erpressen lasse, und zahlte nicht. Nach Ablauf der Frist am Freitag wurden rund 1,4 Millionen Dateien zum Download angeboten. Medienberichten zufolge waren in den als erstes veröffentlichten Dateien sensible Daten wie Pläne für den Verteidigungsfall zu finden. Demnach geht es in den von den Tätern im Darknet angebotenen Datenpaketen darüber hinaus auch um interne Vermerke zu Schwachstellen in der Berliner Infrastruktur, private Handynummern und Adressen, Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen sowie vertrauliche Personalangelegenheiten.

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6. September
FAZ (Politik)

Cyberangriff: Hacker der Berliner Senatsverwaltung veröffentlichen weitere Daten

Cyberangriff : Hacker der Berliner Senatsverwaltung veröffentlichen weitere Daten Nach dem Cyberangriff auf Berliner Behörden landen weitere Unterlagen im Darknet. Der Senat hat einige Maßnahmen nachgeschärft. Nach dem großangelegten Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung haben die Täter in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Datenpaket unter anderem mit Zugangsdaten veröffentlicht. Das teilte der Senat am Sonntag in der Bundeshauptstadt mit. Die nach der ersten Veröffentlichung gestohlener Informationen am Freitag ergriffenen Maßnahmen seien vorsorglich nochmals „in einigen Aspekten nachgeschärft“ worden. Bei der Nutzung von Fachverfahren der betroffenen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen seien deshalb kurzfristige Einschränkungen möglich, hieß es weiter. Auch Pläne für den Verteidigungsfall sollen zu finden sein Mitte August war bekannt geworden, dass es eine Cyberattacke auf Berliner Landesbehörden gegeben hatte. Die Hacker wollten zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin erpressen, die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Die Berliner Landesregierung erklärte aber, dass sie sich nicht erpressen lasse, und zahlte nicht. Nach Ablauf der Frist am Freitag wurden rund 1,4 Millionen Dateien zum Download angeboten, laut „Spiegel“ versehen mit dem Kommentar „Viel Spaß, Datenjäger“. Medienberichten zufolge waren in den als erstes veröffentlichten Dateien sensible Daten wie etwa Pläne für den Verteidigungsfall zu finden. Demnach geht es in den von den Tätern im Darknet angebotenen Datenpaketen darüber hinaus auch um interne Vermerke zu Schwachstellen in der Berliner Infrastruktur, private Handynummern und Adressen, Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen sowie vertrauliche Personalangelegenheiten. Die Datenlecks könnten Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und für Privatpersonen haben. Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten je nach Sensibilität der Daten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, teilte das BSI mit. Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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6. September
FAZ (Politik)

Cyberangriff: Hacker der Berliner Senatsverwaltung veröffentlichen weitere Daten

Cyberangriff : Hacker der Berliner Senatsverwaltung veröffentlichen weitere Daten Nach dem Cyberangriff auf Berliner Behörden landen weitere Unterlagen im Darknet. Der Senat hat einige Maßnahmen nachgeschärft. Nach dem großangelegten Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung haben die Täter in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Datenpaket unter anderem mit Zugangsdaten veröffentlicht. Das teilte der Senat am Sonntag in der Bundeshauptstadt mit. Die nach der ersten Veröffentlichung gestohlener Informationen am Freitag ergriffenen Maßnahmen seien vorsorglich nochmals „in einigen Aspekten nachgeschärft“ worden. Bei der Nutzung von Fachverfahren der betroffenen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen seien deshalb kurzfristige Einschränkungen möglich, hieß es weiter. Auch Pläne für den Verteidigungsfall sollen zu finden sein Mitte August war bekannt geworden, dass es eine Cyberattacke auf Berliner Landesbehörden gegeben hatte. Die Hacker wollten zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin erpressen, die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Die Berliner Landesregierung erklärte aber, dass sie sich nicht erpressen lasse, und zahlte nicht. Nach Ablauf der Frist am Freitag wurden rund 1,4 Millionen Dateien zum Download angeboten, laut „Spiegel“ versehen mit dem Kommentar „Viel Spaß, Datenjäger“. Medienberichten zufolge waren in den als erstes veröffentlichten Dateien sensible Daten wie etwa Pläne für den Verteidigungsfall zu finden. Demnach geht es in den von den Tätern im Darknet angebotenen Datenpaketen darüber hinaus auch um interne Vermerke zu Schwachstellen in der Berliner Infrastruktur, private Handynummern und Adressen, Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen sowie vertrauliche Personalangelegenheiten. Die Datenlecks könnten Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und für Privatpersonen haben. Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten je nach Sensibilität der Daten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, teilte das BSI mit. Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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6. September
Tagesschau

Hackerangriff: Neues Datenpaket aus Berliner Landesnetz aufgetaucht

Nach Cyberangriff Weitere Daten aus Hack in Berlin veröffentlicht Nach dem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz sind weitere Daten im Darknet aufgetaucht. Bei der betroffenen Senatsbauverwaltung könnte es jetzt zu Einschränkungen kommen. - nach einem Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz sind Daten im Darknet veröffentlicht worden - am Sonntag meldet das Land Berlin eine weitere Veröffentlichung eines Datenpakets - die Urheber werden nicht eindeutig benannt In der Nacht von Samstag auf Sonntag soll nach dem Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz ein weiteres Datenpaket veröffentlicht worden sein. Dies teilte das Land Berlin am Sonntagabend in einer Pressemitteilung mit. Das Schreiben nennt als Urheber nur "die Täter" – unklar ist, ob es sich dabei um die Hackergruppe Rhysida handelt und ob diese auch das neue Datenpaket veröffentlicht hat. Laut der Mitteilung sollen die neuen Veröffentlichungen Zugangsdaten umfassen. Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen habe daher die bereits bei der ersten Veröffentlichung getroffenen Maßnahmen überprüft und in Teilen nachgeschärft, hieß es. Einschränkungen in Bauverwaltung möglich Es könne aufgrund der nun zusätzlichen Maßnahmen bei der Senatsverwaltung kurzfristig zu Einschränkungen kommen. Betroffen seien davon Fachverfahren. Nutzerinnen und Nutzer sollen informiert werden. Auswirkungen seien auch für Bürgerinnen und Bürger möglich, sagte eine Senatssprecherin auf dpa-Anfrage. Dazu, um welche Fachverfahren es geht und um welche konkreten Maßnahmen, machte sie keine Angaben. Ein Fachverfahren ist zum Beispiel das Beantragen und Bewilligen von Wohngeld. Sensible Daten der Berliner Verwaltung am Freitag veröffentlicht Am Freitag haben mutmaßlich die Hacker, die sich Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, nach Ablauf eines Ultimatums Daten zum Download veröffentlicht. Das gab die Hackergruppe Rhysida am Freitagnachmittag auf ihrer Webseite im Darknet bekannt. Nach rbb-Informationen wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht. Darin enthalten sind nach ersten Erkenntnissen des rbb unter anderem auch Teile von Personalakten, eingescannte Ausweise, Gehaltsabrechnungen, Arbeitszeugnisse und Vertragsunterlagen. Darüber hinaus finden sich auch möglicherweise sensible Informationen zu Bauprojekten, etwa am Bundeskanzleramt, sowie Daten zur kritischen Infrastruktur. Sendung: rbb24 Inforadio, 06.09.2026, 16:10 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 06.09.2026, Jasmin Becker/Jan Frédéric Willems

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6. September
Bild

BILD sprach mit Insidern - So könnten die Hacker in Berlins Netze eingebrochen sein

BILD hat mit Insidern gesprochen: So könnten die Hacker in Berlins Netze eingebrochen sein Berlin – Die Steigerung von Daten-Super-GAU? Berlin-GAU! Nach dem historisch einmaligen Angriff der Hacker-Gruppe „Rhysida“, der zum Größten Anzunehmenden Unfall (GAU) in der Bundeshauptstadt führte, wird erst langsam das ganze Ausmaß sichtbar. Nach BILD-Informationen gab es über Monate mehrere Angriffe. Dabei flossen nicht erst beim jüngsten Großangriff, der zur Veröffentlichung höchst sensibler Daten führte, auch sicherheitsrelevante Daten des Bundes und der kritischen Infrastruktur ab. BILD sprach mit mehreren Experten, Beamten und Politikern. Sie zeichnen ein Schreckensbild – über Ausmaß, Dauer und Folgen der Angriffe, aber auch über die Zustände in der Berliner Verwaltung. Der Weg der Hacker Über Monate soll es schwere Zwischenfälle im Berliner Datennetz gegeben haben. Mehrere Beteiligte zitierten gegenüber BILD den inzwischen entlassenen Digital-Staatssekretär Matthias Hundt. Er soll intern mehrfach gesagt haben: „Die Netze in Berlin bei Senat und Bezirken sind offen wie ein Scheunentor – und es gibt keine Informationen darüber, welche Systeme wo bei wem mit welcher Software und welchem Sicherheitsstand laufen.“ Von BILD damit konfrontiert, sagte Hundt: „Ich kann das nicht dementieren.“ Weiter wolle er sich wegen seines Rechtsstreits mit dem Land Berlin nicht äußern. Derweil zeichnet sich ab, wie die Hacker in die Systeme eingebrochen sein könnten. Nach Angaben zweier mit der Materie vertrauter Personen drangen sie beim jüngsten Großangriff über ein E-Mail-Konto des Bezirksamts Mitte und anschließend über die Bezirksverwaltung Neukölln in das Landesnetz ein. Die Cyberkriminellen werden intern einem Russland-nahen Kollektiv zugerechnet. Mittes Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (55, Grüne) sagte überrascht: „Das ist mir neu. Ich werde meinen Krisenstab gleich befragen, die haben Rufbereitschaft. Mitte hat im Juli als erster Bezirk die neue Schutzsoftware aufgespielt.“ Die Senatskanzlei von Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) erklärte: „Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass das initiale Ereignis im Bezirksamt Mitte stattgefunden hat. Die Ermittlungen und Untersuchungen dauern an.“ Die BILD-Quellen blieben bei ihrer Darstellung. Aus vertraulichen Gesprächen mit internen und externen Experten sowie aus Protokollen und Video-Mitschnitten des Abgeordnetenhauses und aus Rechnungshofberichten ergibt sich ein erschreckendes Bild: In Berlins IT herrschen Doppel- und Dreifachstrukturen. Verbindung zu Strom-Anschlag in Berlin? Selbst beim landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ), eigentlich zuständig für Netze von Land und Bezirken sowie Schnittstellen zu Dienstleistern, herrschte demnach Schlendrian. Dieses Chaos soll, wie zwei Personen unabhängig voneinander berichten, auch beim Terroranschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten Anfang Januar eine Rolle gespielt haben. Im Juni 2025 sei ein Dienstleister gehackt worden, der Zugriff auf Daten und Lagepläne der kritischen Infrastruktur – etwa Wasser und Strom – gehabt habe. Ein Insider zu BILD: „Die Daten sind komplett abgeflossen.“ Inzwischen gehe man davon aus, dass auch weitere Angriffe dort ihren Ursprung hatten: der erfolgreiche Cyberangriff auf das Heizwerk in Berlin-Neukölln am 20. März sowie die Attacke auf die Berliner Justiz, durch die ab 13. Juli Gerichte vom Netz genommen wurden und teilweise weder arbeiten noch verhandeln konnten. US-Cybersicherheits-Experte Professor Max Kilger (72), einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet, sagte BILD, es bestünden möglicherweise „erhebliche Netzwerkverbindungen zwischen den angegriffenen Berliner Systemen und anderen Systemen der deutschen Bundesregierung“. Dann könne es sich um einen „schwerwiegenderen Vorfall“ handeln als derzeit erkennbar. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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6. September
ZDF heute

Berliner Daten im Darknet: Diese Gefahren drohen jetzt

BSI-Warnung vor mehr Cyber-Attacken:Berliner Daten im Darknet: Welche Gefahren drohen? Nach dem Hack hochsensibler Daten in Berlin sind diese veröffentlicht worden. Kriminelle können nun auf sicherheitsrelevante Daten zugreifen. Diese Risiken bestehen: Nachdem Hacker eine riesige Menge hochsensibler Daten der Berliner Verwaltung im Darknet veröffentlicht haben, ist die Sorge groß, dass die sensiblen Informationen nun etwa von Kriminellen ausgenutzt werden könnten. Was bekannt ist und welche Risiken es gibt. Was ist passiert? Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff erst am 14. August - und machte ihn drei Tage später öffentlich. Erst nach und nach kam aber heraus, welchen Datenschatz die Kriminellen erbeutet hatten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte. Die Cybersicherheit in Deutschland sei bedroht, so das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das zeige der Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung. ZDFheute live ordnet ein. 05.09.2026 | 12:40 minDer Lösegeldforderung der Hackergruppe Rhysida von rund zwei Millionen Euro gab der Senat nicht nach. Deshalb veröffentlichten die Hacker am Freitag dann die Daten im Darknet. Um was für Daten handelt es sich? Ein umfassender Überblick ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch schwierig aufgrund der enormen Datenmengen. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs befinden sich darunter personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern und Notfallplänen. Zudem wurden auch Inhalte veröffentlicht, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant sind. Dabei geht es um Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke, ebenso wie geheime Informationen über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen, die Bundeswehr und die Innenverwaltung von Berlin. Das Bundeskriminalamt hat das Lagebild zur Cyberkriminalität vorgestellt. Die Schäden erreichen einen Höchststand. Täter nutzen laut BKA zunehmend auch KI. 12.05.2026 | 1:33 minWie reagieren jetzt die Behörden? Sie versuchen, sich einen Überblick über die veröffentlichten Daten zu verschaffen. "Derzeit führen die Sicherheitsbehörden eine intensive Datenprüfung durch", teilte der Berliner Senat am Freitagabend mit. Daraus würden "die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet" - was das konkret heißt, blieb offen. Das Land kündigte aber an: Wenn einzelne Betroffene identifiziert werden, würden diese "risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben" informiert. Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, dass auch Bundesbehörden das Land Berlin bei der Auswertung unterstützen - namentlich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Datensysteme des Bundes seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Welche Gefahren birgt die Veröffentlichung der Daten? Sollten unter den Daten tatsächlich sicherheitsrelevante Informationen sein, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, warnt das BSI. Nach Angaben von Sicherheitsbehörden sind viele Cyberattacken auf deutsche Firmen und Infrastruktur Teil von Russlands hybrider Strategie gegen den Westen. 04.12.2025 | 10:04 minMit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. "Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können." Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. Kann sich der Vorfall auf die Berlin-Wahl auswirken? Am 20. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt. Landeswahlleiter Stephan Bröchler sagte der "Bild": "Nach derzeitigem Stand ist die Wahlumgebung weiterhin nicht betroffen." Dass die kriminellen Hacker im konkreten Fall eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat "ausschließlich finanziell motiviert" gewesen sei. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr über Cyberangriffe und Cybersicherheit - Kabinett beschließt Dobrindts Gesetz:Cyberabwehr: Mehr Rechte für Sicherheitsbehördenmit Video16:44 - 3sat | 3sat Wissenschaftsdoku:Cybercrime: Wie können wir uns schützen?Video44:19 - Konferenz in Potsdam:Cybersicherheit: "Nachlässiger Umgang"Video2:06 - FAQUnkontrollierte Cyberattacken:KI führt Hackerangriffe durch: Wie groß ist die Bedrohung?mit Video0:26

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6. September
Handelsblatt

Millionen Daten geleakt: Hackerangriff könnte größere Folgen haben als bisher gedacht

Millionen Daten geleakt: Hackerangriff könnte größere Folgen haben als bisher gedacht Berlin. Es ist von einem „echten Daten-Super-GAU“, von einem Datenabfluss „von gravierendem Ausmaß“ die Rede: Der Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung könnte viel weitreichendere Folgen haben als zunächst bekannt, weit über die Hauptstadt hinaus. Seit Freitag sind rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht. Ein Terabyte entspricht rund 1.000 Gigabyte. Zunächst schienen nur personenbezogene Daten betroffen zu sein: gescannte Reisepässe, Arbeitsverträge, Bewerbungsunterlagen, Krankmeldungen. Laut mehreren Medienberichten und der Einschätzung von IT-Experten könnten allerdings auch hochsensible Daten geleakt worden sein, die für den Schutz kritischer Infrastruktur und die Sicherheit von Bund und Ländern relevant sind. Dabei geht es etwa um den Zivilschutz oder Rüstungsunternehmen. Von einem „echten Daten-Super-GAU“ sprach der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz im „Handelsblatt“. „Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden und der dringend notwendige Geheimschutz nicht gewährleistet war, wären auch personelle Konsequenzen unausweichlich“, sagte der Grünen-Politiker der Zeitung. „Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.“ Seiner Einschätzung nach könnte es sich um den schwersten bislang bekanntgewordenen IT-Sicherheitsfall auf Landesebene handeln - mit möglicherweise erheblichen finanziellen Folgen, so von Notz: „Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.“ CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Dieser Datenabfluss ist von gravierendem Ausmaß und gefährdet unsere nationale Sicherheit.“ Hacker forderten umgerechnet rund zwei Millionen Euro Die Hacker hatten sich vom 7. bis zum 12. August unbemerkt Zugang zu Teilen des Berliner Landesnetzes verschafft und Daten abgeschöpft. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff am 14. August und machte ihn drei Tage später öffentlich. Die Hacker-Gruppe Rhysida forderte 30 Bitcoin, was umgerechnet rund zwei Millionen Euro entspricht. Der Senat zahlte nicht und die Täter veröffentlichten die Daten nach Ablauf ihres Ultimatums. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Gruppierung gelte als kriminell und handle aus finanziellen Gründen. Ein vollständiger Überblick über die geleakten Daten ist wegen der gewaltigen Menge bislang kaum möglich. Außerdem könne man nicht einfach per STRG+F nach bestimmten Begriffen suchen, erklärte Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs. Seinen Recherchen zufolge sind unter den Dateien neben personenbezogenen Daten auch sensible Informationen über die Berliner Wasserversorgung zu finden. Dem „Tagesspiegel“ zufolge sollen sich darunter zudem Daten zu Heizkraftwerken, Tanklagern, Notstromanlagen, Umspannwerken, Gefängnissen, Wasserwerken sowie Rüstungsunternehmen und der Bundeswehr befinden. IT-Experte wirft Berlin grobe Fahrlässigkeit vor Für Betroffene besteht die Gefahr von Identitätsdiebstahl und gezielten Phishing-Angriffen, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert. Sicherheitsrelevante Informationen könnten zudem von fremden Mächten oder Terroristen missbraucht werden. Das BSI warnt, dass Angaben zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen je nach Sensibilität die Bedrohungslage erhöhen könnten. Der IT-Experte Manuel Atug wirft dem Land Berlin schwere Versäumnisse vor. „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.“ Atug sagte, er sei 2023 und 2025 als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden und habe damals schon auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen. Betroffene sollen per Brief oder E-Mail kontaktiert werden In Berlin koordiniert inzwischen eine zusätzliche Steuerungseinheit die Sichtung und Bewertung der Daten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) an der Aufarbeitung beteiligt. Im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum würden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt. Verwandte Themen Betroffene Bürgerinnen und Bürger, Beschäftigte und Unternehmen sollen nach Angaben der Senatskanzlei risikobasiert per Brief oder E-Mail kontaktiert und beraten werden. Konkrete Angaben dazu, welche Daten genau veröffentlicht wurden, machte die Senatskanzlei zunächst nicht. Die forensischen Untersuchungen und Ermittlungen dauern an. Die Bundeswehr kündigte an, nach der Analyse möglicher Sicherheitsrisiken Maßnahmen zum Schutz der militärischen Sicherheit einzuleiten. Auch die Berliner Landesregierung hat die Sicherheitsmaßnahmen nach eigenen Angaben erhöht. In zwei Wochen wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die Wahlumgebung sei nach derzeitigem Stand nicht betroffen, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler.

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6. September
taz (Öko & Co)

Fiasko nach Hackerangriff in Berlin: IT-Experten sehen kritische Infrastruktur bedroht

Fiasko nach Hackerangriff in Berlin: IT-Experten sehen kritische Infrastruktur bedroht Seit Freitag sind die durch einen Cyberangriff erbeuteten Daten der Berliner Senatsverwaltung öffentlich. Gegenüber Land und Bund gibt es scharfe Kritik. asi/taz/dpa | Am Freitag kam es wie befürchtet: Drei Wochen nach dem Cyberangriff auf die Berliner Senatsverwaltung hat die Hackergruppe Rhysida die geklauten Daten wie angekündigt ins Darknet gestellt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einem erhöhten Risiko von Cyber-Bedrohungen. Den Umgang der Senatsverwaltung und der Bundesregierung kritisieren Opposition und Sicherheitsexperten scharf. Inhalte relevant für die Sicherheit der Bundesrepublik Seit der Veröffentlichung am Freitag gewinnen IT-Experten langsam einen Überblick darüber, welche Daten in die Hände die Hacker gefallen sind. Wie der Tagesspiegel berichtete, sollen manche Inhalte relevant für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt sein. So seien darunter Daten zu besonders schützenswerten Einrichtungen wie Heizkraftwerken, Tanklagern, Notstromanlagen und Umspannwerken sowie Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen. Auch Informationen zur Bundeswehr und zur Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen geleakt worden sein. Laut Spiegel sollen zahlreiche Bundesbelange von der Cyberattacke betroffen sein. So befänden sich in dem Datenleak mehr als 550 Dateien zur Erweiterung des Kanzleramts, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen etwa des Landeskriminalamts. IT-Experte: „Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt“ „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte der IT-Experte Manuel Atug gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit sogenannter kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Atug selbst war zweimal als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen und habe die Zuständigen auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen: „Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern.“ Auch habe er andernfalls vor schweren Konsequenzen gewarnt. An der Aufklärung beteiligen sich nun auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der dpa. „Im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum werden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt“, so der Sprecher. Die Gruppierung Rhysida sei den Sicherheitsbehörden bekannt und seit Mitte 2021 aktiv. Auf Lösegeldforderung ging die Senatsverwaltung nicht ein Dass es eine Sicherheitslücke in der Berliner Verwaltung gegeben hat, wurde bereits Mitte August bekannt. Die Hackergruppe hatte sich demnach vom 7. bis zum 12. August unbemerkt Zugriff auf das Berliner Landesnetz beschafft und so Daten aus den Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr abgeschöpft. 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte erbeuteten die Kriminellen. Ein Terabyte entspricht rund 1.000 Gigabyte. Am 18. August machte die Senatsverwaltung den Angriff öffentlich. Nachdem der Berliner Senat auf eine Lösegeldforderung von 30 Bitcoin – umgerechnet rund 2 Millionen Euro – nicht einging, veröffentlichten die Hacker die Daten am Freitag im Darknet. Als Darknet wird ein Teil des Internets bezeichnet, das nicht auf herkömmliche Weise auffindbar ist. Die Kommunikation dort wird verschlüsselt, die Urheber von Inhalten und diejenigen, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben. Notz: „Ein Daten-Super-GAU“ Scharfe Kritik an der Berliner Senatsverwaltung und der Bundesregierung kam auch von dem Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Konstantin von Notz. Er sprach von einem „echten Daten-Super-GAU“. „Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden und der dringend notwendige Geheimschutz nicht gewährleistet war, wären auch personelle Konsequenzen unausweichlich“, sagte von Notz gegenüber dem Handelsblatt. Der Fall rückt von Notz zufolge auch „die massiven Versäumnisse der Bundesregierung in den Fokus“. Trotz wiederholter Warnungen seien „bekannte Sicherheitslücken“ nicht geschlossen worden. Die finanziellen Folgen könnten erheblich sein. „Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.“ Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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6. September
Tagesschau

Bundespolitiker fordern Konsequenzen nach Hackerangriff in Berlin

Bundespolitiker fordern Konsequenzen Hackerangriff ist "echter Daten-Super-Gau" Nach dem Hackerangriff in Berlin wurden offenbar auch hochsensible Daten zu Bundeswehr und kritischer Infrastruktur veröffentlicht. CDU-Sicherheitsexperte Kiesewetter sieht eine "Katastrophe noch nicht absehbaren Ausmaßes". Ein "echter Daten-Super-Gau" - so nennt der Grüne-Fraktionsvize im Bundestag, Konstantin von Notz, den Hackerangriff von Berlin. Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden, fordert er personelle Konsequenzen. Außerdem sieht er eine Mitverantwortung bei der Bundesregierung: Sie habe trotz wiederholter Warnungen bekannte Sicherheitslücken nicht geschlossen, sagte von Notz im Handelsblatt. Der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter bezeichnet den Angriff als "Katastrophe noch nicht absehbaren Ausmaßes". Er spricht von geleakten Daten unter anderem zur Gesamtverteidigung und fürchtet, dass diese von Staaten wie Russland oder von Terroristen gezielt für Anschläge oder Sabotage genutzt werden könnten. Hochsensible Daten veröffentlicht Mittlerweile erklärte auch ein Sprecher der Bundesregierung, dass sie eine intensive Prüfung der Datensysteme durchführe und die Ermittlungen zum Hackerangriff genau verfolge. Eine Hackergruppe hatte aus dem Berliner Landesnetz Daten gestohlen und die Landesregierung damit erpresst. Als diese das Ultimatum ablaufen ließ, veröffentlichten die Hacker am Freitag ein Datenpaket. Laut Medienberichten finden sich darin auch hochsensible Informationen unter anderem über die kritische Infrastruktur und die Bundeswehr. Der Spiegel berichtet, dass sogar Informationen zum Erweiterungsbau des Kanzleramts betroffen sind.

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6. September
Bild

Nach Hackerangriff auf Berlin - US-Experte: Es kann alles noch viel schlimmer sein!

Suche nach Strom-Terrorist Daniel V. – Polizei startet Einsatz am Hambacher Forst Nach Hackerangriff auf Berlin: US-Experte: Es kann alles noch viel schlimmer sein! Berlin – Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung könnte weit größere Folgen haben als bislang bekannt. Der US-Cybersicherheits-Experte Professor Max Kilger (72), einer der Top-Experten auf diesem Gebiet, warnt im Gespräch mit BILD davor, dass über Verbindungen der Berliner IT auch Systeme anderer deutscher Behörden gefährdet sein könnten. Kilger, außerordentlicher Professor für Cybersicherheit an der University of Texas in San Antonio, zu BILD: „Möglicherweise bestehen erhebliche Netzwerkverbindungen zwischen den angegriffenen Berliner Systemen und anderen Systemen der deutschen Bundesregierung.“ Dann könne es sich um einen „schwerwiegenderen Vorfall“ handeln, als derzeit erkennbar. Besonders brisant: Bei dem Angriff wurden offenbar auch Passwortdateien erbeutet. Kilger warnt deshalb vor sogenanntem „Credential Stuffing“: Gestohlene Berliner Zugangsdaten könnten von den Angreifern auch bei anderen staatlichen Systemen ausprobiert werden – falls dort dieselben Passwörter verwendet wurden. Dadurch könnten weitere Regierungsnetze kompromittiert werden. Wie lange die Hacker bereits in den Berliner Systemen waren, ist nach Einschätzung Kilgers bislang unklar. Aus anderen Fällen sei bekannt, dass Angreifer „bis zu mehrere Wochen unentdeckt“ in Netzwerken bleiben können. Diese Zeit könnten sie nutzen, um weitere angebundene Systeme aufzuspüren und zusätzliche Daten abzugreifen. Auch was genau bei dem Angriff geschah, ist noch offen. Nach Kilgers Einschätzung ist bislang nicht bekannt, ob Daten tatsächlich verschlüsselt wurden. Möglich sei auch, dass die Täter Systeme knackten, Daten absaugten und anschließend Geld dafür verlangten, sie nicht zu veröffentlichen. Ob hinter dem Angriff ausschließlich kriminelle Motive stehen oder auch ausländische Geheimdienste profitieren, ist ebenfalls unklar. Für eine direkte Beteiligung fremder Dienste gebe es bislang keine öffentlichen Belege, betont Kilger. Allerdings gebe es Hinweise darauf, dass die Ransomware-Gruppe Rhysida aus Russland oder einem GUS-Staat stammen könnte. Brisant: Kilger hält es für wahrscheinlich, dass die Regierung des Landes, in dem die Gruppe sitzt, deren Angriffe auf westliche Organisationen zumindest duldet. Zudem sei denkbar, dass ein ausländischer Staat Druck auf Rhysida ausgeübt habe, um einen „ersten Einblick“ in die gestohlenen Daten zu bekommen und nach Material von nachrichtendienstlichem Interesse zu suchen. Dass Berlin offenbar kein Lösegeld gezahlt hat, hält der Experte für richtig. Es gebe keinerlei Garantie, dass Kriminelle nach einer Zahlung die Daten tatsächlich zurückgeben oder nicht trotzdem verkaufen oder veröffentlichen. Rhysida habe gestohlene Daten in der Vergangenheit bereits privat oder öffentlich versteigert. Kilger: „Daher hat Berlin wahrscheinlich richtig gehandelt, das Lösegeld nicht zu zahlen.“ Hinter Rhysida steht laut Kilger ein regelrechtes Geschäftsmodell: Die Kerngruppe stellt Schadsoftware und technische Infrastruktur bereit, andere Kriminelle führen damit die Angriffe aus. Kommt Lösegeld herein, wird es zwischen ihnen aufgeteilt. Fachleute sprechen von „Ransomware as a Service“ – Erpressungssoftware als Dienstleistung. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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6. September
Der Spiegel

Berlin-Hack: Grünenpolitiker Konstantin von Notz sieht Leaks als »echten Daten-Super-GAU«

Gestohlene Informationen veröffentlicht Von Notz spricht nach Berlin-Hack von »echtem Daten-Super-GAU« Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung hat Grünenfraktionsvize Konstantin von Notz von einem »echten Daten-Super-GAU« gesprochen und Vorwürfe gegen das Land Berlin und die Bundesregierung erhoben. Der Angriff scheine »sehr viel weitreichender als zunächst bekannt«, sagte von Notz dem »Handelsblatt« . »Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden und der dringend notwendige Geheimschutz nicht gewährleistet war, wären auch personelle Konsequenzen unausweichlich.« Unter den veröffentlichten Dateien befänden sich offenbar »zahlreiche hochsensible Informationen«, darunter Angaben zu kritischer Infrastruktur und Notfallplänen, betonte der Grünenpolitiker. Es könne sich um den schwersten bislang bekannt gewordenen IT-Sicherheitsvorfall auf Landesebene handeln. Der Fall rückt von Notz zufolge auch »die massiven Versäumnisse der Bundesregierung in den Fokus«. Trotz wiederholter Warnungen seien »bekannte Sicherheitslücken« nicht geschlossen worden. Die finanziellen Folgen könnten erheblich sein. »Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.« Zahlreiche interne Daten im Darknet Tatsächlich ist der Hack einer der für Deutschland folgenreichsten der vergangenen Jahre: Die Hackergruppe Rhysida hat am Freitag große Mengen erbeuteter Daten ins Netz gestellt, nachdem sich der Berliner Senat geweigert hatte, ein Millionenlösegeld zu zahlen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Bedeutung und den Inhalten der Leaks finden Sie hier in einem ausführlicheren Artikel. Vom Presse- und Informationsamt des Landes Berlin hieß es am Samstag , die von der Hackergruppe veröffentlichten Daten würden derzeit mit Hochdruck ausgewertet. In der Senatskanzlei sei eine zusätzliche Steuerungseinheit eingerichtet worden, die die Sichtung, Prüfung und Bewertung der abgeflossenen Daten koordiniere. Das Landeskriminalamt Berlin, die beiden Senatsverwaltungen, die Landesdatenschutzbehörde, der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit im Land Berlin und andere Sicherheitsbehörden seien eingebunden. »Die Analyse der Daten folgt einer risikobasierten Priorisierung«, schreibt das Amt. »Wenn auf Basis dieser Priorisierung unmittelbare Erkenntnisse auftreten, die sicherheitskritische Behörden oder Einrichtungen betreffen, treten die Senatsverwaltungen unverzüglich mit diesen in Kontakt.« Die Hackergruppe gilt als »finanziell motiviert« Bei den Ermittlungen zu dem Angriff bekommt das Land Berlin auch Hilfe vom Bund. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) seien beteiligt, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. »Im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum werden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt«, so der Sprecher. Die Gruppierung Rhysida, die für den Leak verantwortlich gemacht wird, sei den Sicherheitsbehörden bekannt und ist seit Mitte 2021 aktiv. »Sie gilt grundsätzlich als kriminell und finanziell motiviert.«

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6. September
Die Welt (Politik)

„Daten-Super-GAU“ – von Notz bringt nach Hackerangriff personelle Konsequenzen ins Spiel

„Daten-Super-GAU“ – von Notz bringt nach Hackerangriff personelle Konsequenzen ins Spiel Laut dem Grünen-Fraktionsvize könnte es sich bei dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung um den bislang schwersten IT-Sicherheitsvorfall auf Landesebene handeln. Seien Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten worden, „wären personelle Konsequenzen unausweichlich.“ Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen. Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung hat Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz von einem „echten Daten-Super-GAU“ gesprochen und schwere Vorwürfe gegen das Land Berlin und die Bundesregierung erhoben. Der Angriff scheine „sehr viel weitreichender als zunächst bekannt“, sagte von Notz dem „Handelsblatt“. „Sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden und der dringend notwendige Geheimschutz nicht gewährleistet war, wären auch personelle Konsequenzen unausweichlich.“ Unter den veröffentlichten Dateien befänden sich offenbar „zahlreiche hochsensible Informationen“, darunter Angaben zu kritischer Infrastruktur und Notfallplänen, betonte der Grünen-Politiker. Es könne sich um den schwersten bislang bekannt gewordenen IT-Sicherheitsvorfall auf Landesebene handeln. Der Fall rückt von Notz zufolge „die massiven Versäumnisse der Bundesregierung in den Fokus“. Trotz wiederholter Warnungen seien „bekannte Sicherheitslücken“ nicht geschlossen worden. Die finanziellen Folgen könnten erheblich sein. „Der jüngste Fall in Berlin wird die Steuerzahler Millionen kosten. Die Bundesregierung trifft eine direkte Mitschuld.“ Die von Hackern gestohlenen Daten der Berliner Senatsverwaltung wurden mittlerweile veröffentlicht. Laut Rundfunk Berlin-Brandenburg veröffentlichte die Hackergruppe Rhysida rund 1,4 Millionen Daten in mehreren Paketen. Darunter könnten laut Senatskanzlei auch personenbezogene Daten von Beschäftigten des Landes Berlin, aber auch von Bürgern sowie Unternehmen sein. Der IT-Experte Manuel Atug machte dem Land Berlin schwere Vorwürfe. „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.“ Atug sagte, er sei zweimal als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden, einmal im Jahr 2023 und einmal 2025. Damals habe er die Zuständigen auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen: „Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern.“ Er habe gewarnt, dass eine Vernachlässigung der Sicherheit schwere Konsequenzen haben werde. „Genau das ist jetzt eingetreten.“ „Krasses Regierungsversagen“ Die Oppositionsparteien im Berliner Abgeordnetenhaus erhoben ebenfalls scharfe Vorwürfe gegen die Landesregierung. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach von einem „krassen Regierungsversagen der CDU“. Sie forderte den Senat auf, eine Großschadenslage auszurufen. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kritisierte, es gebe noch keinen Plan, wie man mit der Gefahr umgehe, Betroffene schütze und warne und die Sicherheit besser organisiere. „Die Woche verstrich ohne erkennbare Vorkehrungen. Das ist ein Skandal.“ SPD-Bürgermeisterkandidat Steffen Krach plädierte für einen massiven Ausbau der IT-Sicherheit und Cyberabwehr. FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer forderte Wegner und Spranger zum Rücktritt auf. „In diesem Senat scheint jeder an seinem Amt festzuhalten, während gravierende Fehler folgenlos bleiben.“ Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene „schnellstmöglich zu erreichen“.

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5. September
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Ein Zwischenruf von Peter Tiede - Berlins Daten-Gau: Der Staat bricht sein Ur-Versprechen

Ein Zwischenruf von Peter Tiede: Berlins Daten-Gau: Der Staat bricht sein Ur-Versprechen Eine Grundaufgabe des Staates ist es, Sicherheit zu garantieren. Dazu gehört neben der körperlichen Unversehrtheit auch der Schutz seiner Bürger nach innen und außen. In Berlin hat der Staat dieses Ur-Versprechen gebrochen. Gleich mehrfach. Er hat nicht nur die Daten seiner Bürger und Angestellten nicht geschützt. Berlin hat sich als das erwiesen, was Spötter in dieser hingeluschten Hauptstadt schon immer gesehen haben: ein nationales Sicherheitsrisiko. Das Fatale: Eine Verwaltung, die ihre Sachen nicht bei sich behalten kann, erschüttert das Grundvertrauen von Bürgern und Wirtschaft, dass bei diesem Staat überhaupt irgendetwas zukunftssicher ist. Und die „Handelnden“ zerstören auch das Restvertrauen in die Politik. Was hatte der noch regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärt, als das Datenleck bekannt wurde? Es seien keine sensiblen Daten abgeflossen. In Berlin ist man schon froh, dass der Mann nicht wieder Tennis spielen war wie beim Strom-Terror. Nein, als am Freitag die Daten längst öffentlich im Netz standen, war er beim Basketball. Seine Sprecherin: stundenlang unerreichbar. Sein zuständiger Staatssekretär: abgetaucht. Was soll man den Bürgern auch erklären? Passiert ist passiert. So sehr hat man sich ans eigene Scheitern gewöhnt. So viel dazu! Die Berliner mögen sich daran gewöhnt haben, von einer politischen Luschen-Kaste dahinregiert zu werden. Für die Bundesrepublik aber ist dieser Daten-GAU ein nationales Problem. Denn Berlins Datennetze sind nicht isoliert, sondern vernetzt. Noch ist unklar, wie tief sich Daten-Diebe und Geheimdienste, die immer im Sog mitschwimmen, in deutsche Krisen-Systeme hineingefressen haben. Experten gehen davon aus, dass sie nicht an den Servern der Berliner Landes- und Bezirksverwaltungen haltgemacht haben. Was in Berlin passiert ist, ist schlimmer als die Leipziger Bomben-Drohne oder Terrorangriffe auf Strom- und Bahnnetze. Niemand in Berlin und den angeschlossenen Netzwerken von Bund und Ländern kann derzeit sicher sein, dass seine Systeme nicht befallen sind. Und Berlin zerstört noch ein weiteres Grundvertrauen: dass Staat und Verwaltung mit der Technik der Zukunft und unseren Daten sicher umgehen können. Dass sie das digitale Zeitalter beherrschen, in das dieses Land ohnehin schon verspätet hineinhinkt. Ob im Verteidigungsfall Sicherheit gewährleistet wäre? Derzeit lässt sich das nur auf Berlinerisch beantworten: „Keene Ahnung, wees ick doch nich.“ Denn wenn stimmt, was Experten vermuten, müssten wir während eines solchen Hacks und in den Tagen danach gar nicht groß von außen angegriffen werden. Wir wären womöglich schon ausgeschaltet, weil Feinde unsere zivilen Lebensadern – Wasser, Strom und andere Versorgung – direkt treffen könnten. Weil sie unsere Notfallmechanismen kennen. Passwörter kann man ändern, Dateien neu auflegen. Doch offenbar ist die Infrastruktur selbst verraten: die Systematik der Notfallversorgung mit Wasser und Strom, die Krisen-Hardware, Standorte und Abläufe. Wo ist welcher Filter, welche Stromweiche, welcher Schalter? Wer reagiert wann, wo und wie? Wie laufen Alarmketten? Und vor allem: Wer ist zuständig, wo wohnt er, welches Auto fährt er? Zu befürchten steht: In Berlin, der Schaltzentrale unserer Nation, ist man jetzt nackig. Gegen Feinde von außen soll uns die Bundeswehr schützen. Auf den Straßen schützt uns die Polizei. Aber wer schützt dieses Land vor seiner Hauptstadt? Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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5. September
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Rechtsanwältin erklärt - Mega Daten-Klau! Was kann ich als Betroffener tun?

Rechtsanwältin Nicole Mutschke erklärt: Mega Daten-Klau! Was kann ich als Betroffener jetzt tun? Berlin – Gigantisches Datenleck in der Hauptstadt: Hacker haben rund 5,8 Terabyte sensibler Daten aus den IT-Systemen des Berliner Senats gestohlen. Nachdem der Senat sich nicht erpressen ließ und kein Lösegeld an die Cyberverbrecher zahlte, luden die Hacker die Daten ins Darknet. Nun sind sensible Daten von Millionen Menschen frei einsehbar – auch für andere Cybergangster. Unklar bislang, wer betroffen ist. Das komplette Ausmaß des Schadens ist jetzt noch nicht zu überblicken, zu groß ist die Menge an geklauten Daten. Schadensersatzansprüche möglich Rechtsanwältin Nicole Mutschke erklärt, was man als Betroffener des Angriffs durch Hacker tun kann. Grundlage dafür ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die DSGVO gilt auch für Behörden. Gegen öffentliche Stellen des Landes Berlin werden zwar keine DSGVO-Bußgelder verhängt. Schadensersatzansprüche der Betroffenen sind aber durchaus möglich. Was kann ich als Betroffener jetzt tun? Zunächst sollte man klären, ob die eigenen Daten überhaupt betroffen sind und welche Daten konkret abgeflossen oder veröffentlicht worden sind. Berlin wertet die veröffentlichten Daten derzeit aus und will identifizierte Betroffene informieren. Wird eine meldepflichtige Datenschutzverletzung entdeckt, muss der Verantwortliche sie innerhalb von 72 Stunden der Datenschutzaufsicht anzeigen. Die betroffenen Bürger müssen bei einem hohen Risiko „unverzüglich“ informiert werden. Dafür gibt es aber keine feste 48- oder 72-Stunden-Frist. Es kann aber sinnvoller sein, nicht nur darauf zu warten, sondern selbst bei der zuständigen Behörde Auskunft zu verlangen. Denn die Behörde muss Betroffene von sich aus nur dann individuell über das Datenleck informieren, wenn für sie voraussichtlich ein hohes Risiko besteht. Auskunft über eigene Daten verlangen Wer selbst nachfragt, hat im Idealfall eine schriftliche Grundlage – wichtig, falls man später Schadensersatz fordern will. Dabei sollte man ausdrücklich fragen, ob die eigenen Daten von dem Hackerangriff betroffen sind, welche Daten es konkret sind und ob sie nach bisherigem Stand abgeflossen oder veröffentlicht worden sind. Sinnvoll ist außerdem, danach zu fragen, wie die Daten vor dem Angriff geschützt waren. Für einen späteren Schadensersatzprozess kann gerade die Frage nach den Sicherheitsmaßnahmen wichtig werden. Wann macht eine Schadensersatzklage Sinn? Erste Voraussetzung ist, dass tatsächlich die eigenen personenbezogenen Daten betroffen waren. Das muss der Bürger darlegen und gegebenenfalls beweisen können. Gerade deshalb ist es sinnvoll, eine schriftliche Auskunft einzuholen. Dann kommt es darauf an, ob Berlin gegen die Datenschutzvorgaben verstoßen hat. Ein erfolgreicher Hackerangriff allein reicht dafür nicht aus. Die DSGVO verlangt keinen perfekten und absolut unüberwindbaren Schutz. Auch ein ausreichend geschütztes System kann gehackt werden. Entscheidend ist, ob Berlin angesichts des konkreten Risikos angemessene technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen getroffen hatte. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat hierzu klargestellt: Der Bürger muss nicht selbst technisch nachweisen, welche konkrete Sicherheitslücke bestand. Die verantwortliche Behörde muss im Streitfall darlegen und beweisen, dass ihre Schutzmaßnahmen angemessen waren. Kann Berlin das nachweisen, kann ein Schadensersatzanspruch trotz des Datenlecks ausscheiden. Schadensersatz auch ohne Geldverlust möglich Liegt dagegen ein Datenschutzverstoß vor, muss der Bürger zusätzlich darlegen, dass ihm dadurch ein Schaden entstanden ist und dieser auf dem Datenschutzverstoß beruht. Die Gerichte urteilen inzwischen recht freundlich für Betroffene. Nach EuGH und Bundesgerichtshof (BGH) kann bereits der tatsächliche Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten einen immateriellen Schaden darstellen. Man muss also nicht erst Geld verloren haben oder Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sein. Wie hoch ein möglicher Schadensersatz ausfällt, lässt sich derzeit kaum seriös sagen. Der BGH hat beim bloßen Kontrollverlust durch ein Datenleck bei Facebook eine Größenordnung von etwa 100 Euro für vertretbar gehalten. Das ist aber keine feste Pauschale für jedes Datenleck. Bei besonders sensiblen Daten, etwa Gesundheits-, Bank-, Steuer- oder Personaldaten, einer dauerhaften Veröffentlichung oder einem tatsächlichen Missbrauch kann auch eine höhere Entschädigung in Betracht kommen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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5. September
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Der Hacker-GAU von Berlin - Dimension des Daten-Leaks sprengt Vorstellungskraft

Riesige Mengen sensibler Daten jetzt im Darknet: Der Hacker-GAU Folgen des Cyber-Angriffs erschüttern Berlin ++ Ausmaß noch nicht vollständig bekannt Berlin – Das ist der Daten-GAU, vor dem wir uns immer gefürchtet haben! Geheime Dokumente der Berliner Senatsverwaltung sind massenhaft in die Hände von Hackern geraten. Und schlimmer: Große Teile wurden inzwischen im Darknet veröffentlicht. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht abzuschätzen. Betroffen sind alle: Privatpersonen, Unternehmen und sogar Sicherheitsbehörden! Gefährlich: Für Kriminelle öffnet sich damit womöglich ein Fenster in hochsensible Bereiche. Daten zur Trinkwasserversorgung, Notfall- und Krisenpläne sowie persönliche Informationen sind nun im Darknet offenbar zugänglich. Experten warnen: Der gigantische Daten-Leak könnte für die Sicherheit der Hauptstadt verheerend sein. Es geht um 1,4 Millionen Daten Zwischen dem 7. und 12. August zapften die Angreifer gewaltige Datenmengen aus der Berliner Verwaltung ab. Danach folgte die Forderung: 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Doch der Berliner Senat zahlte nicht. Das Ultimatum der Hacker lief ab. Am Freitagnachmittag stellte die Hackergruppe „Rhysida“ nach eigenen Angaben ihre gesamte Beute ins Darknet. Das Ausmaß ist enorm: Rund 5,26 Terabyte mit mehr als 1,4 Millionen Daten wurden veröffentlicht. Welche Daten jetzt im Darknet sind Der Leak umfasst interne Unterlagen aus Fachbereichen der Senatsverwaltung, Dokumente zu politischen Entscheidungsprozessen sowie vertrauliche Verwaltungsakten aus Berlin. Zudem sollen Telefonnummern, Gehaltsdaten, Wohnadressen und weitere persönliche Informationen veröffentlicht worden sein. Besonders brisant: Laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ finden sich unter den Daten auch Zeugnisse, eingescannte Ausweise und andere sensible Personaldokumente. Selbst vertrauliche Akten zu Disziplinarverfahren landeten im Netz. Die Hacker stellten die Unterlagen teils sogar mit der auffälligen Kennzeichnung „Vertrauliche Personalsache!“ ins Darknet. Auch Reha-Unterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Atteste sind laut „Tagesspiegel“ einsehbar. Der „Spiegel“ berichtet, dass mehr als 550 Dateien zum Bau der Kanzleramts-Erweiterung abgegriffen wurden, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen etwa des Landeskriminalamts. Diese privaten Daten sind betroffen Außerdem abgeflossen: zahlreiche private Daten, insbesondere von Landesbeamten, darunter Geburtsurkunden, Abwesenheitslisten, Telefonnummern und Wohnadressen. Auch Baupläne, Notfall-Leitlinien und weitere hochsensible Dokumente gehören demnach zu dem veröffentlichten Datenbestand. Ist ein Datensatz erst im Darknet gelandet, gilt er praktisch als dauerhaft veröffentlicht: Kopien können weltweit gespeichert und immer wieder neu hochgeladen werden. Was sagen die Berliner Verantwortlichen? Auf dem Hauptstadtportal finden sich bislang nur wenige Informationen zum Datenskandal. Dort heißt es, IT-Forensiker würden die veröffentlichten Daten mit Hochdruck prüfen. Parallel bereiten die Behörden die Benachrichtigung möglicher Betroffener vor. Wer als Betroffener identifiziert werden kann, soll informiert werden. Eine Hotline für besorgte Bürger gibt es noch nicht. Zugleich warnt die Senatskanzlei vor Identitätsmissbrauch. Wer seine persönlichen Informationen entdeckt oder bemerkt, dass sie für Straftaten wie Betrug genutzt werden, sollte umgehend Strafanzeige erstatten. Auf BILD-Anfrage reagierte der Berliner Senat bislang nicht. Auch Kai Wegner (53, CDU), Berlins Regierender Bürgermeister, hat sich seit dem Daten-Leak bis Samstagmorgen noch nicht öffentlich geäußert. Er war am Freitagabend mit Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) beim Basketball-Frauen-WM-Spiel gegen Spanien in der Uber-Arena in Berlin. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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5. September
Tagesschau

Welche Gefahren drohen durch die Veröffentlichung gestohlener Daten?

Berliner Verwaltung gehackt Welche Gefahren drohen durch die Datenveröffentlichung? Eine kriminelle Gruppe greift die Berliner Verwaltung an und veröffentlicht große Mengen von Daten im Darknet. Um welche Informationen geht es? Welche Gefahren birgt deren Veröffentlichung? Antworten auf die wichtigsten Fragen. Was ist passiert? Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker zunächst unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff am 14. August - und machte ihn drei Tage später öffentlich. Erst nach und nach kam heraus, welche Datenmenge die Kriminellen erbeuteten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte, also rund 5.800 Gigabyte. Die Kriminellen forderten ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Dem gab die Berliner Landesregierung aber nicht nach. Nach Ablauf ihres Ultimatums am 4. September veröffentlichten die Hacker die Daten im Darknet, also in einem Teil des Internets, der nicht auf herkömmliche Weise wie durch Suchmaschinen auffindbar ist. Die Kommunikation im Darknet wird verschlüsselt, die Urheber von Inhalten und die, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben. Wer sind die Hacker? Die Gruppe Rhysida (der Name geht auf eine Gattung der Tausenfüßer zurück), die für den Leak verantwortlich gemacht wird, ist den Sicherheitsbehörden bekannt und seit Mitte 2021 aktiv. Die IT-Sicherheitsexpertin Bianca Kastl, die Mitglied im Chaos Computer Clubs ist, sagte dem rbb, Rhysida habe zum Beispiel schon die Stadt Stuttgart angegriffen und erpresst - mit einem ähnlichen Muster wie jetzt in Berlin. Laut dem Bundesinnenministerium gilt die Gruppe grundsätzlich als finanziell motiviert. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vermutet auch beim aktuellen Fall in Berlin keine politische, sondern eine finanzielle Absicht. Was für Daten wurden ins Darknet gestellt? Ein umfassender Überblick ist derzeit noch schwierig, weil es dauert, die riesigen Datenmengen zu durchforsten. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs geht es unter anderem um personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern, also etwa Personalangelegenheiten, Arbeitszeugnisse oder Notfallpläne. Der Tagesspiegel berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien, zum Beispiel Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen sowie der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben. Auch der Spiegel berichtet mit Verweis auf eigene Recherchen, dass zahlreiche Bundesbelange betroffen sind. So befänden sich unter den Daten mehr als 550 Dateien zur Erweiterung des Kanzleramts, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen, etwa des Landeskriminalamts. Der Chaos Computer Club hat sich nach eigenen Angaben einige Unterlagen angeschaut und sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden. Wie reagieren die Behörden? Sie versuchen, sich einen Überblick über die veröffentlichten Daten zu verschaffen. Die Bundesregierung führt nach Angaben eines Sprechers "eine intensive Prüfung der eigenen Datensysteme durch". Diese seien "nach bisherigem Kenntnisstand" nicht betroffen, sagte der Sprecher - das war, bevor die Recherchen von Spiegel und Tagesspiegel veröffentlicht wurden. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der Bild-Zeitung, die Behörden der Stadt prüften derzeit, welche Informationen abgeflossen seien, um mögliche Betroffene schnell zu informieren. Eine Sprecherin des operativen Führungskommandos der Bundeswehr verwies auf die laufende Auswertung durch die Sicherheitsbehörden und kündigte an, nach Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken würden Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet. Zwischen den beteiligten Behörden erfolge "ein kontinuierlicher Informationsabgleich, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum". Welche Gefahren birgt die Veröffentlichung? Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, warnt das BSI. Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. "Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können." Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Vor allem Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten aufpassen. Das Bundesamt warnte auch vor der Gefahr sogenannter Hack&Leak-Operationen für den politischen Raum, vor allem vor Wahlen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. Am 20. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt. Landeswahlleiter Stephan Bröchler sagte der Bild, nach derzeitigem Stand sei die Wahlumgebung weiter nicht betroffen - also weder die Vorbereitung, noch der eigentliche Wahltag, noch der Ablauf bis zur Veröffentlichung des vorläufigen Ergebnisses. Warum gibt es Kritik? Der IT-Experte Manuel Atug wirft dem Land Berlin vor, "grob fahrlässig" gehandelt und Geheimschutzvorgaben nicht eingehalten zu haben. Für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssache-Unterlagen gebe es sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen. Offenbar seien diese nicht ausreichend angewandt worden. Atug ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich konsterniert: "Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde", sagte GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. "Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern." Das zeuge von einer gewissen Hilflosigkeit.

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5. September
FAZ (Politik)

Daten im Darknet: Welche Folgen hat der Hackerangriff auf Berlin?

Daten im Darknet : Welche Folgen hat der Hackerangriff auf Berlin? Hacker veröffentlichen kurz vor der Abgeordnetenhauswahl sensible Daten der Berliner Senatsverwaltung. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick. Die Erpresser haben ihre Drohung wahrgemacht: Drei Wochen nach dem gravierenden Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung haben die Hacker große Datenmengen veröffentlicht. Die große Sorge ist, dass die sensiblen Informationen nun etwa von Kriminellen ausgenutzt werden könnten. Was bekannt ist und welche Risiken es gibt. Was ist passiert? Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff erst am 14. August – und machte ihn drei Tage später öffentlich. Erst nach und nach kam aber heraus, welchen Datenschatz die Kriminellen erbeutet hatten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte. Ein Terabyte entspricht rund 1000 Gigabyte. Die Hackergruppe Rhyside forderte ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Dem gab der Senat nicht nach. Nach Ablauf ihres Ultimatums veröffentlichten die Hacker am Freitag dann die Daten im Darknet. Damit ist ein Teil des Internets gemeint, der nicht auf herkömmliche Weise, etwa durch die üblichen Suchmaschinen, auffindbar ist. Nach Angaben des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die Kommunikation dort verschlüsselt, die Urheber von Inhalten sowie diejenigen, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben. Um welche Daten handelt es sich? Ein umfassender Überblick ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch schwierig – es ist nicht einfach, die riesigen Datenmengen zu durchforsten. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs befinden sich darunter etwa personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern, Personalangelegenheiten, Arbeitszeugnisse, Notfallpläne. Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien. Den Angaben nach geht es etwa um Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen, der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben. Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hat sich nach eigenen Angaben einige Unterlagen angeschaut und sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden. Der IT-Experte Manuel Atug will die Unterlagen im Darknet aus ethischen Gründen nicht selbst einsehen. Aus seriösen Quellen habe er jedoch erfahren, dass die Angaben der Zeitung zumindest im Falle der Informationen über den Zivilschutz und die Rüstungsunternehmen zuträfen. Er ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Wie reagieren jetzt die Behörden? Die Senatskanzlei hat eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, leitet. Das teilte die Senatskanzlei an diesem Samstag mit. Die Stelle solle die Sichtung und Bewertung der gestohlenen Daten koordinieren und die beiden betroffenen Senatsverwaltungen dabei unterstützen, betroffene Bürger sowie Unternehmen zu informieren und zu beraten. Bereits am Freitagabend hatte die Senatsverwaltung mitgeteilt, dass die Sicherheitsbehörden eine intensive Datenprüfung durchführten. „Auch IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin untersuchen die veröffentlichten Daten mit Hochdruck.“ An der neuen Einheit sind den Angaben nach neben dem Berliner Landeskriminalamt auch die betroffenen Senatsverwaltungen, die Landesdatenschutzbehörde, der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit und weitere Sicherheitsstellen beteiligt. „Wir werden die betroffenen Beschäftigten, Berlinerinnen und Berliner so schnell wie möglich informieren, beraten und unterstützen“, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit. Man sei im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden des Bundes. Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, dass auch Bundesbehörden das Land Berlin bei der Auswertung unterstützen – namentlich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Datensysteme des Bundes seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Eine Sprecherin des operativen Führungskommandos der Bundeswehr verwies auf die laufende Auswertung durch die zuständigen Sicherheitsbehörden und kündigte an, nach Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken würden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet. „Zwischen den beteiligten Behörden erfolgt ein kontinuierlicher Informationsabgleich, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum.“ Welche Gefahren birgt die Veröffentlichung? Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten je nach Sensibilität der Daten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, teilt das BSI mit. Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. Warum gibt es Kritik? Der IT-Fachmann Atug wirft dem Land Berlin vor, „grob fahrlässig“ gehandelt und Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten zu haben. Für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssache-Unterlagen gebe es sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen. Offenbar seien diese nicht ausreichend angewandt worden. Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich mit Blick auf die Vorgänge konsterniert. „Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde“, sagte GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. „Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern.“ Das zeuge schon von einer gewissen Hilflosigkeit. Kann der Vorfall Auswirkungen auf die Berlin-Wahl haben? Am 20. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt. Landeswahlleiter Stephan Bröchler sagte der „Bild“: „Nach derzeitigem Stand ist die Wahlumgebung weiterhin nicht betroffen. Also weder die Vorbereitung, noch der eigentliche Wahltag, noch der Ablauf bis zur Veröffentlichung des vorläufigen Ergebnisses.“ Das BSI warnte grundsätzlich davor, dass für den politischen Raum insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen bestehe. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. Dass die kriminellen Hacker im konkreten Fall eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei. Die Oppositionsparteien im Berliner Abgeordnetenhaus erheben scharfe Vorwürfe gegen die Landesregierung. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach von einem „krassen Regierungsversagen der CDU“. Sie forderte den Senat auf, eine Großschadenslage auszurufen. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kritisierte, es gebe noch keinen Plan, wie man mit der Gefahr umgehe, Betroffene schütze und warne und die Sicherheit besser organisiere. „Die Woche verstrich ohne erkennbare Vorkehrungen. Das ist ein Skandal.“ SPD-Bürgermeisterkandidat Steffen Krach plädierte für einen massiven Ausbau der IT-Sicherheit und Cyberabwehr.

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5. September
ZDF heute

Hackerangriff in Berlin: "Grob fahrlässig gehandelt"

Hochsensible Daten geleakt:Hackerangriff in Berlin: "Grob fahrlässig gehandelt" Nachdem Berlin eine Frist von Hackern verstreichen ließ, sind nun hochsensible Daten im Darknet aufgetaucht. Die Ursache: "Grobe Fahrlässigkeit", sagt IT-Sicherheitsexperte Atug. Die Hacker haben ernst gemacht: Nachdem das Land Berlin die Frist hat verstreichen lassen und den Erpressern nicht die geforderten Millionen überwiesen hat, sollen im Darknet 5,8 Terabyte mit mehr als 1,4 Millionen teils hochsensiblen Daten veröffentlicht worden sein. Das Bundesamt für Informationstechnik warnt jetzt vor einer erhöhten Cyber-Bedrohung. Laut IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug von der staatlich und wirtschaftlich unabhängigen AG KRITIS haben die Erpresser unter anderem staatlich-hoheitliche Geheimdienstinformationen geleakt; darunter Daten zum Zivilschutz, also über Objekte, die man im Verteidigungsfall wie im Kriegsgeschehen besonders schützen muss. Darunter fallen Heizkraftwerke für Krankenhäuser, Tanklager, Notstromanlagen, Umspannwerke, teilweise auch Rüstungsunternehmen. Manuel Atug, Sachverständiger und Publizist Einrichtungen und Personen jetzt Ziele für Kriminelle und Terroristen? Die Informationen über besonders schützenswerte Gebäude seien nun offen zugänglich für Terroristen, Geheimdienste und Kriegstreiber, die diese Einrichtungen nun ins Visier nehmen könnten. .. ist Gründer und Sprecher der unabhängigen AG KRITIS, die sich mit kritischen Infrastrukturen und Cybersicherheit beschäftigt. Er ist Sachverständiger, Publizist, Vortragsredner und Preisträger in diesem Bereich. Die AG KRITIS - Arbeitsgruppe für Kritische Infrastrukturen - setzt sich für die Verbesserung von IT-Sicherheit und Resilienz dieser Strukturen ein, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu erhöhen. Quelle: AG KRITIS Es sei fatal, sagt IT-Sicherheitsexperte Atug, dass auch personenbezogene Daten von Mitarbeitenden unter den veröffentlichten Informationen seien. Für Menschen, die in solchen Einrichtungen leitende Funktionen innehätten - speziell in Rüstungsunternehmen -, sei die Bedrohung besonders hoch. Die Leute, die in der Geschäftsleitung von diesen Unternehmen tätig sind, brauchen spätestens jetzt Personenschutz. Manuel Atug, AG Kritis Laut Bundeskriminalamt hat Cyberkriminalität in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf über 200 Milliarden Euro. 12.05.2026 | 1:33 minDie Veröffentlichung der Daten könne zu Hetzkampagnen gegen diese Menschen führen bis hin zu Tötungen. Und die personenbezogenen Daten der Beschäftigten könnten genutzt werden, "um manipulativ deren Vertrauen zu gewinnen und weitere Erkenntnisse zu erlangen", so Atug im Interview in ZDF heute live. Atug: "Maximaler GAU vorstellbar" Darüber hinaus seien etliche Passwortlisten für die jeweiligen Systeme der Verwaltung des Landes Berlin unter den veröffentlichten Daten. Eine Beobachtung am Rande: Unter den Passwörtern waren auch unsichere wie "Sonnenschein123", kritisiert Atug. Diese wären auch sonst leicht zu knacken gewesen. Das Problem sei jedoch ein anderes. Mit diesen Passwörtern und mit den Zugängen kann man natürlich in noch weitere Bereiche eindringen und noch mehr Daten abziehen. Manuel Atug, KRITIS-Sachverständiger Insofern sei der maximale GAU nun vorstellbar, bis hin zur Gefährdung von Menschenleben. Phishing, Ransomware, Milliardenschäden: Innenminister Dobrindt plant ein neues Gesetz zur aktiven Cyberabwehr. 13.05.2026 | 1:36 minVorwurf an Berlin: "grob fahrlässig gehandelt" Erpresst wurde das Land Berlin von einer, so Atug, "sehr professionellen, organisierten kriminellen Bande, die schon mehr als hundert Angriffe erfolgreich durchgeführt hat". Als Diensteanbieter im kriminellen Bereich drängen sie in Systeme ein. Im Fall von Berlin sei das keine große Herausforderung gewesen. Als Sachverständiger in den Jahren 2023 und 2025 im Innenausschuss des Senats habe Atug selbst gesehen, dass die Cybersicherheit dort "sehr schlecht aufgestellt ist". Im Jahr 2024 habe Berlin beschlossen, die Ausgaben für den IT-Dienstleister um 50 Prozent zu kürzen, berichtet Atug. Zwei Millionen Euro für Angriffs- und Einbruchserkennung sollten gestrichen werden. Stattdessen habe man die Millionen in Massenüberwachung und Gesichtserkennung investiert, aber nicht in die Sicherheit der kritischen Umgebung. Diese Defizite seien seit Jahren bekannt. Man hat grob fahrlässig gehandelt und teilweise sogar mit Vorsatz, also wissentlich grob fahrlässig gehandelt. Manuel Atug, IT-Sicherheitsexperte Cyberangriffe verursachen mittlerweile dreimal mehr Schäden als Naturkatastrophen. Warum sind wir so verwundbar? 15.06.2023 | 44:19 minDas Problem bestehe aber nicht nur in Berlin: "Auf Bundesebene, auf Bundesländerebene und auch auf kommunaler Ebene ist das so ein Selbstverständnis, dass Cybersicherheit blöd und lästig ist", erläutert der Sachverständige im ZDF. "Dass man dahinter aber Auswirkungen in solch einem Ausmaß hat, predigen alle ExpertInnen regelmäßig". Folgen des Daten-Leaks über Jahrzehnte nicht reparabel Bei den zwei Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen habe man gesehen, dass man mit Ergreifen der richtigen Schutzmaßnahmen trotz regelmäßiger Sabotageversuche störungsfrei die Versorgung der Bevölkerung 1 zu 1 weiterführen könne - wohingegen ein Stromausfall in Berlin über Tage die Menschen in Atem gehalten habe. Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen. 04.09.2026 | 1:32 minDie Veröffentlichung der hochsensiblen Berliner Daten habe Folgen über Jahre bis Jahrzehnte für die betroffenen Personen und kritischen Infrastrukturen und Einrichtungen. Manche Szenarien, so Atug, seien "gar nicht mehr revidierbar". Geschäftsleitungen von Rüstungsunternehmen und anderen kritischen Einrichtungen müssten beispielsweise so lange mit akuter Bedrohung ihres Lebens rechnen, wie sie ihre Funktion ausübten. Bei den Objekten würden die Folgen über Jahrzehnte bestehen bleiben: Bei den kritischen Infrastrukturanlagen wird sich das schlicht erst ändern, wenn man das Umspannwerk, das Heizkraftwerk, das Krankenhaus abreißt. Manuel Atug, IT-Sicherheitsexperte und Sachverständiger Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr über Cybersicherheit - Kabinett beschließt Dobrindts Gesetz:Cyberabwehr: Mehr Rechte für Sicherheitsbehördenmit Video16:44 - FAQCybersicherheit:Eine KI spielt Hacker: Was hinter dem OpenAI-Vorfall stecktvon Kevin Schubertmit Video2:40 - Konferenz in Potsdam:Cybersicherheit: "Nachlässiger Umgang"Video2:06 - 31.000 Datensätze betroffen:Warum der Liechtenstein-Hack so brisant istvon Dennis Bergermit Video1:07

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5. September
Die Welt (Politik)

Kanzleramts-Interna, Gehaltslisten, Gefahrenschutz – Neue Details zu gehackten Daten im Darknet

Kanzleramts-Interna, Gehaltslisten, Gefahrenschutz – Neue Details zu gehackten Daten im Darknet Nach einem Cyberangriff auf Berlin stehen 1,4 Millionen Dateien im Darknet. Darunter sind Pläne zum Kanzleramt, Daten der Feuerwehr und persönliche Angaben. Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen. Nach dem Hackerangriff auf die Stadt Berlin sind laut einer Stichprobe des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zahlreiche sensible Daten im Darknet zu finden. Bei einer ersten schnellen Sichtung fand das Magazin laut Mitteilung vom Samstag etwa Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen, Scans von Ausweispapieren, und vertrauliche Personalangelegenheiten wie Vorwürfe zu Dienstvergehen und Disziplinarangelegenheiten. Auch zahlreiche Bundesbelange seien betroffen – der „Spiegel“ berichtete von mehr als 550 Dateien zur Kanzleramts-Erweiterung, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen etwa des Landeskriminalamts. Die Hacker, die mit ihrem Cyberangriff zwei Millionen Euro Lösegeld erpressen wollten, haben nach Ablauf der Frist am Freitag rund 1,4 Millionen Daten in drei Paketen zum Download angeboten, versehen mit dem Kommentar „Viel Spaß, Datenjäger“. Berlin weigerte sich, ein Lösegeld zu zahlen. Die Sicherheitsexpertin Bianca Kastl warnte gegenüber dem „Spiegel“ vor den Missbrauchsmöglichkeiten, vor allem von Daten, die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur beträfen, Informationen zum Katastrophenschutz beinhalteten oder gar militärische Relevanz hätten: „Wenn jemand einen Plan erarbeiten will, wie man Berlin und damit auch der Bundesregierung direkt schaden kann, findet er hier mehr als genügend Anhaltspunkte.“ Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene „schnellstmöglich zu erreichen“. „Da sind wir in der Prüfung“ Berlin sei „Opfer einer schweren Straftat geworden“, sagte Wegner. Laut dem rbb veröffentlichte die Hackergruppe Rhysida rund 1,4 Millionen Daten in mehreren Paketen. Darunter könnten laut Senatskanzlei auch personenbezogene Daten von Beschäftigten des Landes Berlin, aber auch von Bürgern sowie Unternehmen sein. Wegner hatte zunächst erklärt, es gebe keine Hinweise auf den Abfluss sensibler Informationen. Nun sagte er der „Bild“, „der Erkenntnisstand heute“ sei „ein anderer“. Welche Informationen genau abgeflossen sind, konnte Wegner aber noch nicht sagen: „Da sind wir in der Prüfung.“ Auch die Bundesregierung „führte eine intensive Prüfung der eigenen Datensysteme durch“, wie der Sprecher sagte. Diese seien „nach bisherigem Kenntnisstand“ aber nicht betroffen.

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5. September
Handelsblatt

Nach Hackerangriff: Sensible Berliner Daten im Netz: Welche Gefahren drohen nun?

Nach Hackerangriff: Sensible Berliner Daten im Netz: Welche Gefahren drohen nun? Berlin. Die Erpresser haben ihre Drohung wahrgemacht: Drei Wochen nach dem gravierenden Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung haben die Hacker große Datenmengen veröffentlicht. Die große Sorge ist, dass die sensiblen Informationen nun etwa von Kriminellen ausgenutzt werden könnten. Was bekannt ist und welche Risiken es gibt. Was ist passiert? Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff erst am 14. August - und machte ihn drei Tage später öffentlich. Erst nach und nach kam aber heraus, welchen Datenschatz die Kriminellen erbeutet hatten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte. Ein Terabyte entspricht rund 1.000 Gigabyte. Die Hackergruppe Rhyside forderte ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Dem gab der Senat nicht nach. Nach Ablauf ihres Ultimatums veröffentlichten die Hacker am Freitag dann die Daten im Darknet. Damit ist ein Teil des Internets gemeint, der nicht auf herkömmliche Weise - etwa durch die üblichen Suchmaschinen - auffindbar ist. Nach Angaben des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die Kommunikation dort verschlüsselt, die Urheber von Inhalten sowie diejenigen, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben. Um was für Daten handelt es sich? Ein umfassender Überblick ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch schwierig - es ist nicht einfach, die riesigen Datenmengen zu durchforsten. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs befinden sich darunter etwa personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern - Personalangelegenheiten, Arbeitszeugnisse, Notfallpläne. Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien. Den Angaben nach geht es etwa um Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen, der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben. Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hat sich nach eigenen Angaben einige Unterlagen angeschaut und sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden. Der IT-Experte Manuel Atug will die Unterlagen im Darknet aus ethischen Gründen nicht selbst einsehen. Aus seriösen Quellen habe er jedoch erfahren, dass die Angaben der Zeitung zumindest im Falle der Informationen über den Zivilschutz und die Rüstungsunternehmen zuträfen. Er ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Wie reagieren jetzt die Behörden? Sie versuchen, sich einen Überblick über die veröffentlichten Daten zu verschaffen. „Derzeit führen die Sicherheitsbehörden eine intensive Datenprüfung durch“, teilte der Berliner Senat am Freitagabend mit. „Auch IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin untersuchen die veröffentlichten Daten mit Hochdruck.“ Daraus würden „die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet“ - was das konkret heißt, blieb offen. Das Land kündigte aber an: Wenn einzelne Betroffene identifiziert werden, würden diese „risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben“ informiert. Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, dass auch Bundesbehörden das Land Berlin bei der Auswertung unterstützen - namentlich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Datensysteme des Bundes seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Eine Sprecherin des operativen Führungskommandos der Bundeswehr verwies auf die laufende Auswertung durch die zuständigen Sicherheitsbehörden und kündigte an, nach Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken würden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet. „Zwischen den beteiligten Behörden erfolgt ein kontinuierlicher Informationsabgleich, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum.“ Welche Gefahren birgt die Veröffentlichung? Sollte sich bestätigen, dass unter den Daten sicherheitsrelevante Informationen sind, könnten diese theoretisch von fremden Mächten oder Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten je nach Sensibilität der Daten eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken, warnt das BSI. Mit Blick auf personenbezogene Daten weist Jochim Selzer vom Chaos Computer Club auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl hin. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. Warum gibt es Kritik? Der IT-Experte Atug wirft dem Land Berlin vor, „grob fahrlässig“ gehandelt und Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten zu haben. Für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssache-Unterlagen gebe es sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen. Offenbar seien diese nicht ausreichend angewandt worden. Verwandte Themen Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich mit Blick auf die Vorgänge konsterniert. „Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde“, sagte GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. „Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern.“ Das zeuge schon von einer gewissen Hilflosigkeit. Kann der Vorfall Auswirkungen auf die Berlin-Wahl haben? Am 20. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt. Landeswahlleiter Stephan Bröchler sagte der „Bild“: „Nach derzeitigem Stand ist die Wahlumgebung weiterhin nicht betroffen. Also weder die Vorbereitung, noch der eigentliche Wahltag, noch der Ablauf bis zur Veröffentlichung des vorläufigen Ergebnisses.“ Das BSI warnte grundsätzlich, für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. Dass die kriminellen Hacker im konkreten Fall eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei.

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5. September
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Hackerangriff auf Berliner Verwaltung - Wie unsicher macht uns der Datenklau?

Nach Hacker-Angriff auf Berlin: Macht der Datenklau unser Land unsicherer? Ein Berg geheimer Informationen ist plötzlich öffentlich: Notfallpläne, Telefonnummern, Arbeitszeugnisse, Geburtsurkunden, Krankenakten, Kontodaten ● BILD beantwortet die drängendsten Fragen Berlin – Rund 5,8 Terabyte sensible Daten, gestohlen aus den IT-Systemen des Berliner Senats: Nach einem massiven Hacker-Angriff auf Berlin ist nun ein Datenberg im Darknet hochgeladen worden, dessen teils hochsensibler Inhalt Millionen Menschen betreffen könnte. Weil sich Berlin nicht erpressen lassen wollte und das geforderte Lösegeld nicht zahlte, veröffentlichten die Cyberkriminellen ihre Beute. Von Behörden gibt es derzeit noch kaum Hilfe und Informationen: Wer ist wie betroffen? Wie gefährlich ist der Hacker-Gau für unser Land, für unsere Sicherheit? BILD-Reporter haben bei Behörden und Experten nachgefragt und geben Antworten auf die Fragen, die sich derzeit beantworten lassen. Klar ist: Das komplette Ausmaß des Schadens ist jetzt noch nicht zu überblicken, zu groß ist die Menge an geklauten Daten. Wie viel sind 5,8 Terabyte tatsächlich? Ein Terabyte entspricht grob einer Bibliothek mit etwa 300 bis 900 Millionen Buchseiten. Rund 5,8 TB wären so viele Dokumente, dass ein Mensch sie praktisch nicht vollständig lesen könnte. Ist ein Datensatz erst im Darknet gelandet, gilt er praktisch als dauerhaft veröffentlicht: Kopien können weltweit gespeichert und immer wieder neu hochgeladen werden. Tragisch: Erst am 14. August wurde der Angriff entdeckt, die betroffenen Systeme wurden für etwa eine Woche vom Berliner Landesnetz getrennt. Am 28. August tauchten die gestohlenen Daten im Darknet auf. Weil der Berliner Senat die Lösegeldzahlung verweigerte, veröffentlichten die Cyberkriminellen das komplette Datenpaket am 4. September um 15.35 Uhr. Um welche Art von Daten geht es? In großem Umfang geht es um geheime, vertrauliche Daten. Schon jetzt ist klar, dass Notfallpläne und eingestufte Verteidigungspapiere nun zugänglich sind. Es geht aber auch um dienstliche Kommunikation von Beamten, um dienstliche Dateien, Fotos, um ihre Arbeitszeugnisse, um ihre Geburtsurkunden und Telefonnummern. Und: Es geht um Millionen Bürgerdaten, eventuell auch Steuerdaten. Aus Sicherheitskreisen hat BILD erfahren: Es gibt aktuell keine konkreten Informationen zu Daten von Politikern, Personen der Öffentlichkeit, Parteien oder Mandatsträgern. BILD hakte bei der Bundesregierung nach. Ein Regierungssprecher sagte: „Die Bundesregierung verfolgt die Informationen und Ermittlungen zum Datenabfluss genau. Momentan werten die zuständigen Sicherheitsbehörden von Bund und Land die Informationen aus. Zwischen den beteiligten Behörden werden die Informationen kontinuierlich abgeglichen, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum. Nach der Analyse potentieller Sicherheitsrisiken werden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der Militärischen Sicherheit eingeleitet. Datensysteme des Bundes sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen.“ BILD-Reporter gingen auch der Frage nach, ob auch die Baupläne von sensiblen Gebäuden im Regierungsviertel gehackt wurden. Dazu sagte ein hoher Beamter zu BILD: „Es ist offensichtlich, dass Liegenschaften in Berlin auch in den Berliner Baubehörden dokumentiert sind. Aber noch gibt es keinen Beleg, dass dort Informationen auch tatsächlich abgeflossen sind.“ Gefährdet der Datenklau Deutschlands Sicherheit? Das ist nicht auszuschließen. Berlin und wohl auch der Bund erleben mit diesem erfolgreichen Hacker-Angriff eine neue Datenschutz- und Cybersicherheitskrise. Die größten Risiken sind nun der Missbrauch persönlicher und dienstlicher Daten, gestohlene Zugangsdaten, mögliche Erkenntnisse über kritische Infrastruktur sowie Desinformationskampagnen. Aus hohen Bundeswehrkreisen ist gegenüber BILD von einem „datentechnischen Supergau“ die Rede. Feindlichen Akteuren im In- und Ausland sei der Baukasten zu Angriffen auf die kritische Infrastruktur auf dem Silbertablett serviert worden. Experten der Bundeswehr werten derzeit die Daten aus und suchen nach Schwachstellen. Der hochgeheime „Operationsplan Deutschland“ zur Landesverteidigung ist nach BILD-Informationen nicht gefährdet. Allerdings muss auch die Bundeswehr sensible Daten mit Landesbehörden teilen – etwa zum Zivilschutz im Verteidigungsfall. In den geleakten Daten sind Dutzende Dokumente zum Thema Verteidigung. Darunter „Leitfaden zivile Verteidigung“ und Präsentationen zur „Gesamtverteidigung“. Offiziell heißt es aus dem BMVg zu BILD, es erfolge „ein kontinuierlicher Infoabgleich im nationalen Cyberabwehrzentrum“. CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter (62) zeigt sich gegenüber BILD besorgt: Es sei zwar gut, dass sich der Berliner Senat nicht erpressen ließ, aber: „So etwas hätte nie passieren dürfen.“ Kiesewetter weiter: „Es wäre gravierend, wenn unsere Kommunikationswege und Krisenpläne offen lägen.“ Berlin steht kurz vor einer Wahl: Betrifft der Hacker-Angriff auch ihre Abwicklung? Berlins unabhängiger Landeswahlleiter Stephan Bröchler (63) sagte auf diese Frage zu BILD: „Nach derzeitigem Stand ist die Wahlumgebung weiterhin nicht betroffen. Also weder die Vorbereitung, noch der eigentliche Wahltag, noch der Ablauf bis zur Veröffentlichung des vorläufigen Ergebnisses. Dieser Check hatte für uns höchste Priorität. Völlig unabhängig vom Hacker-Angriff hatten wir im August Probleme mit der Online-Beantragung von Briefwahlunterlagen – Datenbanken hatten sich im Verlauf des Prüfverfahrens gegenseitig beeinflusst. Ich beobachte die Entwicklung sehr aufmerksam, lasse mich regelmäßig informieren.“ Wer steckt hinter der Hackergruppe „Rhysida“? Nicht ganz klar. Es gibt allerdings Hinweise auf eine russische Herkunft von „Rhysida“: Die Gruppe kommuniziert überwiegend auf Russisch und greift seit 2023 Unternehmen, Behörden und Organisationen weltweit an – jedoch nicht in Russland oder den GUS‑Staaten. Ihr Geschäftsmodell: Daten stehlen, Systeme verschlüsseln und Lösegeld erpressen. Erik Heyland, Management Board AV-TEST Institut, zu BILD: „Rhysida ist eine der aktivsten und aggressivsten Ransomware-Gruppen weltweit. Seit 2023 hat die Bande fast 300 Opfer attackiert.“ Laut Heyland liegen die Lösegeldforderungen im sechs- bis siebenstelligen Bereich. „Aus unserer Sicht ist Rhysida ein Paradebeispiel dafür, wie professionell und zielgerichtet Cyberkriminelle heute vorgehen – und warum gerade Behörden und kritische Infrastrukturen ihre IT-Sicherheit dringend nachrüsten müssen“, so Heyland. Wie sind die Hacker an die Daten gekommen? Der Angriff fand offenbar zwischen dem 7. und 12. August statt. Die Hacker verschafften sich unbemerkt Zugang zu den IT-Systemen der Berliner Senatsverwaltungen und kopierten dabei rund 5,8 Terabyte an Daten. Die Angreifer konnten tagelang Daten abziehen. Wie genau sie sich Zugang verschafften, ist bislang ungeklärt. Als mögliche Wege gelten Sicherheitslücken, gestohlene Zugangsdaten, Phishing oder Dienstleister. „Ich vermute, dass eine zentrale Dateiablage der Verwaltung gehackt wurde“, sagte Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), der „Berliner Morgenpost“. „Es sieht auch nach sehr hohen Zugriffsrechten aus.“ Unter den veröffentlichten Daten befinden sich wohl auch personenbezogene Mitarbeiterdaten, etwa Arbeitszeugnisse und Unterlagen aus dem Bereich „Personelles“. Diese Dokumente sind normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Wäre es besser gewesen, Berlin hätte die geforderte Geldsumme gezahlt? In Politik und Verwaltung gilt stets der Grundsatz: Wir lassen uns nicht erpressen. Und auch die meisten Experten lehnen Lösegeldzahlungen ab, weil sie keine Garantie bieten und weitere Angriffe fördern würden. Zudem war wohl ein großer Schaden bereits entstanden, bevor der Angriff bekannt wurde: Denn die Angreifer konnten wohl tagelang Daten abziehen, ohne entdeckt zu werden. Olaf Pursche (55), Leiter Kompetenzgruppe Sicherheit, eco Verband der Internet Industrie/Inhaber Pursche Tactical Consulting zu BILD: „Die Veröffentlichung von fast sechs Terabyte hochsensibler Daten im Darknet ist ein digitaler Super-GAU für das Land Berlin und ein bitterer Weckruf für die gesamte öffentliche Verwaltung in Deutschland.“ Und weiter: Trotz des immensen Schadens war die Entscheidung des Berliner Senats, kein Lösegeld zu zahlen, konsequent und richtig. Wir dürfen das hochgradig kriminelle Geschäftsmodell dieser Cyber-Mafia unter keinen Umständen mit Steuergeldern finanzieren und dadurch weitere Angriffe anreizen.“ Der Vorfall zeigt, dass Behörden-IT weiterhin ein leichtes Ziel für Cyberkriminelle ist, so Pursche. Werden sensible Daten offengelegt, leidet das Vertrauen in die digitale Verwaltung. Staatliche Stellen sollten daher dieselben hohen Sicherheitsstandards erfüllen wie die Privatwirtschaft. Wie erfahre ich, ob ich von dem Daten-Diebstahl betroffen bin? Werde ich benachrichtigt? Nach Datenschutzrecht müssen Betroffene informiert werden, wenn für sie ein hohes Risiko besteht. Berlin hat auf dem Hauptstadtportal angekündigt, Betroffene zu kontaktieren. Ob und wann Benachrichtigungen verschickt werden, hängt davon ab, welche Daten tatsächlich betroffen sind und ob die Behörden die Betroffenen identifizieren können. Am ehesten betroffen könnten Personen sein, die mit den betroffenen Behörden – Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt) – zu tun hatten. Etwa durch Wohngeldanträge, Verkehrs- oder Umweltverfahren, Verträge mit der Berliner Verwaltung oder Beschäftigungsverhältnisse. Wer betroffen ist, lässt sich derzeit noch nicht sicher sagen. Es sollen aber vor allem sensible Daten von Beamten betroffen sein. Was kann ich als mögliches Opfer des Datenraubs tun? Unabhängig von einer offiziellen Benachrichtigung sollten Sie in den kommenden Wochen aufmerksam sein bei ungewöhnlichen E-Mails oder SMS, bei Anrufen, bei denen persönliche Daten abgefragt werden, bei Aufforderungen zum Passwortwechsel über zugesandte Links sowie bei verdächtigen Login-Benachrichtigungen für Online-Konten. Denn gestohlene Kontaktdaten werden häufig für Phishing, Betrugsversuche und Identitätsdiebstahl genutzt. Wer Anzeichen dafür bemerkt, sollte umgehend Anzeige erstatten. Kann ich Schadensersatz verlangen? Wenn Ihre Daten tatsächlich im Leak enthalten sind, ist ein Schadensersatzanspruch nicht ausgeschlossen und rechtlich durchaus denkbar. Die rechtliche Grundlage ist Art. 82 DSGVO. Ob der Anspruch erfolgreich durchgesetzt werden kann und in welcher Höhe, hängt vom Einzelfall ab. Ist es verboten, sich die nun öffentlichen Daten anzuschauen? Das reine Lesen öffentlich zugänglicher Informationen ist meist nicht strafbar. Problematisch wird es erst, wenn man gestohlene Daten herunterlädt, speichert, weiterverbreitet, Zugangssperren umgeht oder die Daten für Betrug, Phishing oder Identitätsmissbrauch nutzt. Bei dem Berliner Datenklau sind viele personenbezogene und sensible Informationen betroffen. Auch wenn diese öffentlich auftauchen, können Datenschutz-, Persönlichkeits- und strafrechtliche Vorschriften greifen. Schützen sich Berlin und Behörden bundesweit nun besser gegen solche Angriffe? Der Berliner Cyberangriff zeigt, dass Behörden Angriffe nicht nur abwehren, sondern vor allem schneller erkennen und eindämmen müssen. Künftig werden eine bessere Überwachung von Datenabflüssen, stärkere Netztrennung, Mehrfaktor-Authentifizierung und strengere Zugriffsrechte noch wichtiger. Zudem warnt das BSI vor Folgegefahren wie Phishing, Identitätsdiebstahl und Desinformation nach einem Datenklau. Ob die Berliner Behörden inzwischen besser gegen einen Hacker-Angriff geschützt sind als noch Mitte August, ist unklar. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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5. September
Handelsblatt

Nach Hackerangriff: „Grobe Fahrlässigkeit“ - Entsetzen nach Datenleck in Berlin

Nach Hackerangriff: „Grobe Fahrlässigkeit“ - Entsetzen nach Datenleck in Berlin Berlin. Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Landesverwaltung werden das Ausmaß des Datenlecks und die Folgen der Veröffentlichung großer Datenmengen im Darknet nach und nach bekannt. Rund zwei Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl wirft die Opposition dem schwarz-roten Senat schlechtes Krisenmanagement vor. Auch der IT-Experte Manuel Atug erhebt schwere Vorwürfe. „Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten“, sagte Atug der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin darüber wirklich schockiert und sprachlos.“ Für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssache-Unterlagen gebe es sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen. Offenbar seien diese nicht ausreichend angewandt worden. Atug ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt. Er arbeitet als Sicherheitsberater für kritische Infrastruktur. Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien. „Ihr habt keine gute Cybersicherheit“ Atug sagte, er sei zweimal als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden, 2023 und 2025. Damals habe er die Zuständigen auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen: „Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern.“ Er habe gewarnt, dass eine Vernachlässigung der Sicherheit schwere Konsequenzen haben werde. „Genau das ist jetzt eingetreten“, sagte der Experte. Nach einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung wurden am Freitag rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und ein Lösegeld von 30 Bitcoin Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der „Bild“, man sei in der Prüfung, um zu schauen, welche Informationen abgeflossen seien. Ziel sei es nun, mögliche Betroffene schnell zu identifizieren und zu informieren. „Wir versuchen, die Betroffenen schnellstmöglich zu erreichen.“ Daten über Kraftwerke und Rüstungsunternehmen veröffentlicht? Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Hacker neben zahlreichen personenbezogenen Daten auch Inhalte, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant sind, veröffentlichten. Den Angaben nach geht es etwa um Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen, der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben. IT-Experte Atug will die Unterlagen im Darknet aus ethischen Gründen nicht selbst einsehen. Aus seriösen Quellen habe er jedoch erfahren, dass die Angaben der Zeitung zumindest im Falle der Informationen über den Zivilschutz und die Rüstungsunternehmen zuträfen, erklärte er.  Bundesregierung schaltet sich ein Wie viele sensible Daten sind also abgeflossen? Ein Regierungssprecher sagte, die Bundesregierung verfolge die Informationen und Ermittlungen zum Datenabfluss genau. Die beteiligten Behörden glichen ihre Informationen kontinuierlich ab. „Nach der Analyse potentieller Sicherheitsrisiken werden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet. Datensysteme des Bundes sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen“, so der Sprecher. Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hat sich nach eigenen Angaben einige abgeflossene Daten angeschaut. Dabei habe er sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden. Die riesigen Datenmengen zu durchforsten, sei sehr aufwändig. Man könne nicht einfach per STRG+F nach bestimmten Begriffen suchen, erklärte Selzer. Verwandte Themen Reisepässe, Arbeitsverträge, Bewerbungsunterlagen Die entsprechende Seite im Darknet sei in drei Unterseiten aufgebaut. Jede Unterseite habe einen Dateibaum, durch den man sich klicken könne, sagte Selzer, der Datenschützer ist. Er habe vor allem nach personenbezogenen Daten geschaut. Gefunden habe er unter anderem gescannte Reisepässe ohne Schwärzung, Arbeitsverträge, Bewerbungsunterlagen oder Krankmeldungen.  Wie können solche Hackerangriffe in Zukunft verhindert werden? Experte Atug sagte: „Berlin muss im Haushalt Geld und Ressourcen für Cybersicherheit und für Geheimschutz genehmigen und muss das in dauerhaft gelebte Sicherheitsprozesse integrieren und zur Priorität machen.“ Man solle sich weniger um Überwachung als um ernsthafte und dauerhafte IT-Sicherheit kümmern, vor allem beim Staatsschutz. „Krasses Regierungsversagen“ Die Oppositionsparteien im Berliner Abgeordnetenhaus erhoben scharfe Vorwürfe gegen die Landesregierung. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach von einem „krassen Regierungsversagen der CDU“. Sie forderte den Senat auf, eine Großschadenslage auszurufen. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kritisierte, es gebe noch keinen Plan, wie man mit der Gefahr umgehe, Betroffene schütze und warne und die Sicherheit besser organisiere. „Die Woche verstrich ohne erkennbare Vorkehrungen. Das ist ein Skandal.“ SPD-Bürgermeisterkandidat Steffen Krach plädierte für einen massiven Ausbau der IT-Sicherheit und Cyberabwehr. FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer forderte Wegner und Spranger zum Rücktritt auf. „In diesem Senat scheint jeder an seinem Amt festzuhalten, während gravierende Fehler folgenlos bleiben.“

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5. September
Junge Freiheit

Hackerangriff auf Berlin Wegner verdribbelt den Daten-GAU beim Damen-Basketball

BERLIN. Während die Erpressergruppe Rhysida am Freitag nach eigenen Angaben mehr als 1,4 Millionen Dateien aus dem Berliner Landesnetz ins Darknet stellte, hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ein Basketball-Spiel besucht. Zusammen mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verfolgte er in der Uber-Arena das WM-Spiel der deutschen Frauen gegen Spanien. Bis Samstagmorgen äußerte er sich nicht öffentlich zu dem massiven Datenleck, dessen Ausmaß noch immer nicht genau bestimmt werden kann. Auf eine Anfrage der Bild-Zeitung antwortete der Senat zunächst ebenfalls nicht. Die Staatskanzlei äußerte sich am Freitag in einer Stellungnahme knapp: „Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert.“ Die Kommunikation seitens Wegner und des Senats erinnert an das Debakel rund um den linksextremen Anschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahres (JF berichtete). Wegner meinte zunächst, es seien keine sensiblen Daten abgeflossen Die Hacker hatten zwischen dem 7. und 12. August große Datenmengen aus der Verwaltung abgezogen und 30 Bitcoin verlangt, umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro. Der Senat kam der Lösegeldforderung nicht nach. Daraufhin ging nach Angaben der Täter die gesamte Beute online – rund 5,26 Terabyte (JF berichtete). „IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin untersuchen die veröffentlichten Daten mit Hochdruck“, heißt es auf dem Hauptstadtportal. Noch am 19. August erklärte Wegner, es seien keine sensiblen Daten abgeflossen (JF berichtete). Im Gespräch mit der Bild-Zeitung am Samstag sprach der Regierende Bürgermeister nun davon, dass „offenkundig sensible Daten“ betroffen sind. Massenhafter Identitätsbetrug möglich Unter den Dateien sollen interne Papiere der Senatsverwaltung, Unterlagen zu politischen Entscheidungen und vertrauliche Verwaltungsakten sein. Die FAZ berichtet derweil auch von Zeugnissen, eingescannten Ausweisen und weiteren Personaldokumenten, die zu einem massenhaften Identitätsmissbrauch genutzt werden könnten. Betroffenen rät die Senatskanzlei, Strafanzeige zu erstatten. Selbst Disziplinarakten landeten im Netz, teils mit dem Vermerk „Vertrauliche Personalsache!“. Der Tagesspiegel nennt zudem Gesundheitsdokumente unter dem im Darknet veröffentlichten Material wie Reha-Unterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Atteste. Abgeflossen seien außerdem Geburtsurkunden, Abwesenheitslisten, Telefonnummern und Wohnadressen von Landesbeamten sowie Baupläne und Notfall-Leitlinien. Einmal im Darknet gelten solche Bestände als dauerhaft kopierbar. Neue Gefahr für kritische Infrastruktur Fachleute sehen ein Risiko für die Sicherheit der Hauptstadt, das ganz Deutschland betreffen könnte. Zugänglich sollen Angaben zur Trinkwasserversorgung sowie Notfall- und Krisenpläne sein, dazu persönliche Daten von Privatleuten, Firmen und Sicherheitsbehörden. Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit vermerkt einen schlichten Hinweis: „Um mögliche Folgen eines Datenschutzvorfalls zu verhindern beziehungsweise abzumildern, empfehlen wir Ihnen, geeignete Schutzmaßnahmen durchzuführen.“ (rsz)

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5. September
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Notfallpläne, Kontodaten, Telefonnummern - Hacker-Angriff erschüttert Berlin

Hacker-Angriff erschüttert die Hauptstadt: Notfallpläne, Kontodaten, Telefonnummern Wer ist verantwortlich dafür? ++ Wer informiert jetzt eigentlich die Betroffenen? Berlin – Der Hacker-Skandal erschüttert die Hauptstadt! Seit Freitag um 15.35 Uhr sind riesige Mengen an geheimen Daten im Darknet veröffentlicht. Die Daten-Terroristen der Hacker-Gruppe Rhysida haben also ihre Drohung wahrgemacht, nachdem der Berliner Senat die geforderten rund 2 Millionen Euro Lösegeld nicht gezahlt hat. Nach BILD-Recherchen ist bereits klar, dass massenhaft vertrauliche Notfallpläne, Kontodaten und Telefonnummern nun zugänglich sind. Daraus erwächst zunehmend ein Sicherheitsproblem von noch unbekanntem Ausmaß. Angesichts der riesigen Datenmenge von 5,26 Terabyte und 1.439.893 Dateien gibt es noch keinen präzisen Überblick über den Schaden. Es gibt auch noch kaum Informationen durch die Verwaltung und Politik aus Berlin. Millionen Bürger, vor allem in der Hauptstadt, stellen sich große Fragen: Wer sagt uns eigentlich, ob wir betroffen sind? Und: Wer ist überhaupt verantwortlich? Um diese Daten geht es Erste Recherchen belegen, dass in den veröffentlichten Daten u.a. ein Ordner mit dem Namen „AG CBRN-Rahmenplanung“ auftaucht. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Heißt: Diese sensiblen Daten sind nun öffentlich zugänglich, auch für Terroristen oder ausländische Geheimdienste. Außerdem abgeflossen: private Daten, vor allem von Landesbeamten: Geburtsurkunden, offenbar auch Abwesenheitslisten, Telefonnummern, Wohnadressen. Darüber hinaus auch Baupläne, Notfall-Leitlinien und weitere hochsensible Informationen. CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter (62) zeigt sich gegenüber BILD besorgt: Es sei zwar gut, dass sich der Berliner Senat nicht erpressen ließ, aber: „So etwas hätte nie passieren dürfen.“ Kiesewetter weiter: „Es wäre gravierend, wenn unsere Kommunikationswege und Krisenpläne offen lägen.“ Der Investigativjournalist Lars Winkelsdorf schlägt auf „X“ Daten- und Sicherheitsalarm. Er spricht davon, dass der Hacker-Angriff ein „staatsgefährdendes Ausmaß“ habe: „Enthalten sind neben Unterlagen des LKA zu Ermittlungen auch Pläne, die den Verteidigungsfall betreffen, bis zu geheimen Kommunikationswegen der Bundesregierung für den Fall des Weltuntergangs.“ Warum der Hacker-Angriff so gefährlich ist BILD fragte bei Winkelsdorf, der die Daten gesichtet hat, nach: Was könnte in den kommenden Wochen und Monaten auf uns zukommen? Seine Antwort: „Verheerende Terroranschläge.“ Die Attacken auf Umspannwerke in den vergangenen Tagen seien dagegen ein Witz. Das Problem sei: „Jeder Spinner hat jetzt eine Bedienungsanleitung, wie man innerhalb von zwei Tagen die komplette Infrastruktur des Landes lahmlegen kann“, so Winkelsdorf. Sein bitteres Fazit: Die Konsequenzen des Hacker-Angriffs seien „schlimmer als Verrat im direkten Umfeld des Kanzlers“. Und: „Wenn es zum Krieg kommt, könnten wir jetzt schon verloren haben.“ Die Sprecherin des Berliner Senats war für eine BILD-Anfrage am Abend nicht zu erreichen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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5. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Cyberkriminalität: Was bisher über das Datenleck der Berliner Verwaltung bekannt ist

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass es einen IT-Vorfall beim Berliner Landesnetz gegeben hat. Eine Hackergruppe hatte an die Berliner Landesregierung eine Lösegeldforderung für erbeutete Daten gestellt. Nachdem diese nicht erfüllt wurde, hat die Gruppe die Daten nun veröffentlicht, nach eigenen Angaben 1,44 Millionen Dateien im Umfang von rund 5,7 Terabyte. Welche sensiblen Daten sind betroffen? Es handelt sich um Dokumente aus dem Verwaltungsbetrieb, also etwa Verträge, Protokolle, Passwörter. Weiter sind personenbezogene Daten wie Adressen und Telefonnummern oder vertrauliche Personalakten in dem Datensatz enthalten: Laut Tagesspiegel finden sich dort Reha-Unterlagen, Atteste oder Krankschreibungen. Die SZ hat außerdem Bewerbungsunterlagen gefunden, Mailverkehr und auch viele als „Vertraulich“ gekennzeichnete Arbeitspapiere. Auch sicherheitsrelevante Informationen wie Notfallpläne und geheime Kommunikationskanäle sollen geleakt worden sein. Doch klar ist auch: Der Datensatz ist riesig, und erst in den kommenden Tagen wird sich zeigen, welche Informationen noch in den veröffentlichten Dokumenten stecken. Wie finde ich heraus, ob ich betroffen bin? Wer einen Darknet-Zugang hat, kann die Dateien theoretisch durchsuchen, das ist allerdings sehr aufwendig und mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Berliner Verwaltung will Personen, die in den abgeflossenen Daten auftauchen, je nach Risikoeinschätzung informieren. Für Bedienstete der Verwaltungen gibt es zudem eine Anlaufstelle. Betroffene seien aufgerufen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, heißt es. Die Berliner Datenschutzbeauftragte empfiehlt außerdem, Passwörter bei Verwaltungs- und Onlinediensten zu aktualisieren sowie Kontobewegungen zu beobachten. Was ist mit den Daten passiert? Zunächst hatten die Hacker versucht, umgerechnet etwa zwei Millionen Euro vom Land Berlin zu erpressen, das Land zahlte jedoch nicht. Am Freitagnachmittag war diese Frist abgelaufen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung können die Daten seitdem auf der Darknet-Seite der Gruppe Rhysida heruntergeladen werden. Wer steckt hinter dem Hack? Die Hackergruppe Rhysida reklamierte den Angriff für sich. In der Vergangenheit hatte sie bereits verschiedene öffentliche und private Institutionen angegriffen, etwa die britische Nationalbibliothek oder das chilenische Militär. Das Bundesamt für Sicherheit geht davon aus, dass der Hack „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei. Wie konnten die Hacker an die Daten kommen? Die Untersuchungen in Berlin zum Vorfall dauern noch an. Fest steht, dass der Angriff am 7. August über die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Bauen und Wohnen erfolgte. Beide Behörden haben eine eigene IT und werden nicht unmittelbar vom landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum verwaltet. Die mangelnde Konsolidierung der öffentlichen IT werten manche Kritiker als riskant. Zunächst hatte die Berliner Senatskanzlei erklärt, dass ausschließlich öffentlich zugängliche Daten bei dem Angriff abgeflossen seien. Das stellte sich später als falsch heraus. Auch der Zeitpunkt des Angriffs wurde erst spät erkannt. In der Vergangenheit hatte Rhysida sich mit Phishing-Attacken Netzzugriff verschafft. Dabei ahmen die Angreifer etwa die Webseiten nach, oder geben sich in Mails als vertrauenswürdige Kollegen oder offizielle Administratoren aus, um so an Zugangsdaten zu gelangen. Über solche kompromittierten Daten können Hacker dann auf Systeme zugreifen und sie unbemerkt ausräumen. Ob in Berlin genau so vorgegangen wurde, müssen die Ermittlungen noch zeigen. Besteht noch Gefahr für weitere Angriffe? Laut dem Land Berlin gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass das Landesnetz weiterhin infiltriert ist. Das Netzwerk verbindet in Berlin rund 600 Standorte, etwa Verwaltungsgebäude, Feuerwachen oder wissenschaftliche Einrichtungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erkennt eine grundsätzlich erhöhte Bedrohungslage. „Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können“, erklärte ein Sprecher. Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. Wie reagiert Berlin auf den Angriff? In Berlin erklärte man, auf Erpressungsversuche nicht einzugehen. Dementsprechend ließ das Land die Frist am Freitagnachmittag verstreichen. IT-Sicherheitsexperten begrüßten diese Entscheidung. Da auch Passwörter und Zugangsdaten veröffentlicht worden waren, wurde außerdem der Zugriff zu den Systemen eingeschränkt, berichtet der Tagesspiegel. Mitarbeiter der betroffenen Verwaltungen konnten sich demnach nicht mehr per VPN aus dem Home-Office bei internen Programmen anmelden, sondern mussten dafür im Büro anwesend sein. Auch die Bundeswehr beschäftigt sich mit dem Vorfall. „Die Bundesregierung hat Kenntnis über den Datenabfluss. Die detaillierte Auswertung findet aktuell durch die zuständigen Sicherheitsbehörden von Bund und Land statt“, sagte eine Sprecherin des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. Den aktuell laufenden Ermittlungen könne man nicht vorgreifen. „Nach Analyse potentieller Sicherheitsrisiken werden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der Militärischen Sicherheit eingeleitet.“ Zwischen den beteiligten Behörden erfolge ein kontinuierlicher Informationsabgleich, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum. Bedroht der Angriff die Berliner Wahl am 20. September? Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zufolge ist die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin technisch gegen Hackerangriffe abgesichert. Eine vorübergehende Störung der Website des Landeswahlleiters erkläre sich, weil das Landesnetz durch die Systemanalysen stark belastet gewesen sei. „Nach jetzigem Stand sind dort keinerlei Daten abgeflossen“, sagte sie dem Hauptstadtportal berlin.de. „Die Wahlumgebung ist sicher nach Angaben unserer Sicherheitsbeauftragten.“

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5. September
Handelsblatt

Nach Daten-Leak: BSI warnt vor erhöhter Cyber-Bedrohung

Nach Daten-Leak: BSI warnt vor erhöhter Cyber-Bedrohung Berlin. Nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch Cyberkriminelle weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine erhöhte Bedrohungslage hin. „Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können“, erklärte ein Sprecher. Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Dass die kriminellen Hacker, die nach dem Ablauf ihres Ultimatums an den Berliner Senat die von ihnen erbeuteten Daten online gestellt haben, eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei. Cyberangreifer forderten Lösegeld Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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5. September
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Sensible Daten jetzt im Darknet - Der Hacker-GAU

Riesige Mengen sensibler Daten jetzt im Darknet: Der Hacker-GAU Folgen des Cyber-Angriffs erschüttern Berlin ++ Ausmaß noch nicht vollständig bekannt Berlin – Das ist der Daten-GAU, vor dem wir uns immer gefürchtet haben! Geheime Dokumente der Berliner Senatsverwaltung sind massenhaft in die Hände von Hackern geraten. Und schlimmer: Große Teile wurden inzwischen im Darknet veröffentlicht. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht abzuschätzen. Betroffen sind alle: Privatpersonen, Unternehmen und sogar Sicherheitsbehörden! Gefährlich: Für Kriminelle öffnet sich damit womöglich ein Fenster in hochsensible Bereiche. Daten zur Trinkwasserversorgung, Notfall- und Krisenpläne sowie persönliche Informationen sind nun im Darknet offenbar zugänglich. Experten warnen: Der gigantische Daten-Leak könnte für die Sicherheit der Hauptstadt verheerend sein. Hackergruppe leakt 1,4 Mio. Daten Zwischen dem 7. und 12. August zapften die Angreifer gewaltige Datenmengen aus der Berliner Verwaltung ab. Danach folgte die Forderung: 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Doch der Berliner Senat zahlte nicht. Am Freitagnachmittag stellte die Hackergruppe „Rhysida“ nach eigenen Angaben ihre gesamte Beute ins Darknet. Das Ausmaß ist enorm: Rund 5,26 Terabyte mit mehr als 1,4 Millionen Daten wurden veröffentlicht. „Vertraulich!“: Personalakten im Darknet Der Leak umfasst interne Unterlagen aus Fachbereichen der Senatsverwaltung, Dokumente zu politischen Entscheidungsprozessen sowie vertrauliche Verwaltungsakten. Zudem sollen Telefonnummern, Gehaltsdaten, Wohnadressen und weitere persönliche Informationen veröffentlicht worden sein. Besonders brisant: Laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ finden sich unter den Daten auch Zeugnisse, eingescannte Ausweise und andere sensible Personaldokumente. Selbst vertrauliche Akten zu Disziplinarverfahren landeten im Netz. Die Hacker stellten die Unterlagen teils sogar mit der auffälligen Kennzeichnung „Vertrauliche Personalsache!“ ins Darknet. Auch Reha-Unterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Atteste sind laut „Tagesspiegel“ einsehbar. Außerdem abgeflossen: zahlreiche private Daten, insbesondere von Landesbeamten, darunter Geburtsurkunden, Abwesenheitslisten, Telefonnummern und Wohnadressen. Auch Baupläne, Notfall-Leitlinien und weitere hochsensible Dokumente gehören demnach zu dem veröffentlichten Datenbestand. Ist ein Datensatz erst im Darknet gelandet, gilt er praktisch als dauerhaft veröffentlicht: Kopien können weltweit gespeichert und immer wieder neu hochgeladen werden. Was sagen die Berliner Verantwortlichen? Auf dem Hauptstadtportal finden sich bislang nur wenige Informationen zum Datenskandal. Dort heißt es, IT-Forensiker würden die veröffentlichten Daten mit Hochdruck prüfen. Parallel bereiten die Behörden die Benachrichtigung möglicher Betroffener vor. Wer als Betroffener identifiziert werden kann, soll informiert werden. Eine Hotline für besorgte Bürger gibt es noch nicht. Zugleich warnt die Senatskanzlei vor Identitätsmissbrauch. Wer seine persönlichen Informationen entdeckt oder bemerkt, dass sie für Straftaten wie Betrug genutzt werden, sollte umgehend Strafanzeige erstatten. Auf BILD-Anfrage reagierte der Berliner Senat bislang nicht. Auch Kai Wegner (53, CDU), Berlins Regierender Bürgermeister, hat sich seit dem Daten-Leak bis Samstagmorgen noch nicht öffentlich geäußert. Er war am Freitagabend mit Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) beim Basketball-Frauen-WM-Spiel gegen Spanien in der Uber-Arena in Berlin. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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5. September
Tagesschau

Hacker leaken Daten aus Berliner Landesnetz - BSI alarmiert

Cyberangriff auf Berliner Landesnetz Daten im Darknet veröffentlicht - BSI warnt vor Risiken Personalakten, Stundenzettel, Telefonnummern - im Darknet haben Hacker etwa 1,4 Millionen Daten veröffentlicht, die von der Berliner Verwaltung gestohlen wurden. Das zuständige Bundesamt warnt vor Risiken infolge des Leaks. Eine Gruppe von Hackern hat im Darknet umfangreiche Daten veröffentlicht, die sie bei einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung erbeutet hatte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) äußerte sich alarmiert über die möglichen Risiken durch den Leak der teils persönlichen - und auch sensiblen Daten. Durch die Veröffentlichung der gestohlenen Daten könnten sich "verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben", warnte die Behörde. Zum einen verweist das BSI auf die zeitliche Nähe zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses in Berlin, die am 20. September stattfindet. Insbesondere vor Wahlen bestehe ein erhöhtes Risiko sogenannter "Hack & Leak"-Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. Wohl auch sicherheitsrelevante Daten gestohlen Zum anderen ist nicht auszuschließen, dass auch Daten gestohlen wurden, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten. Auch in diesem Zusammenhang warnt das BSI vor einer möglichen Bedrohungslage. Wie der Deutschlandfunk berichtet, soll zumindest ein Teil der gestohlenen Daten sicherheitsrelevant sein. Sie beträfen Objekte, die im Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssten, wie Krankenhäuser, Tanklager, Notstromanlagen und Rüstungsbetriebe. Allerdings geht das BSI nicht von einem politisch motivierten Cyberangriff aus, sondern von "ausschließlich finanziellen" Motiven. Die Hackergruppe Rhysida hatte die Summe von 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro, gefordert, damit sie auf die Veröffentlichung der Daten verzichtet. Der Berliner Senat lehnte die Zahlung aber ab. Arbeitszeugnisse, Personalakten, Betriebsunterlagen Der Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz war bereits Mitte August bekannt geworden. Am Freitagnachmittag lief die von der Hackergruppe gesetzte Frist zur Zahlung der von ihr geforderten Geldsumme aus. Daraufhin erschienen die gestohlenen Daten im Darknet. Wie der rbb berichtet wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht. Darunter Arbeitszeugnisse, Beurteilung und Personalakten von Beschäftigten, Stundenzettel sowie Betriebsunterlagen oder Dokumente zu Bewerbunsgverfahren. Noch ist unklar, ob es sich um sämtliche beim Hackerangriff abgegriffene Daten handelt. Laut Berliner Senat führen Sicherheitsbehörden nun "eine intensive Datenprüfung durch". Betroffene, deren Daten veröffentlicht wurden, sollen identifiziert und kontaktiert werden. Falls Betroffene Hinweise darauf hätten, dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten genutzt werden, sollten sie Strafanzeige erstatten. Auch das BSI warnt nach dem Daten-Leak vor einer erhöhten Bedrohung durch sogenannte Phishing-Angriffe, durch welche versucht wird, weitere persönliche Daten wie Passwörter oder Mail-Adressen abzugreifen. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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5. September
taz (Öko & Co)

Nach Cyberangriff auf Berlins Verwaltung: Stundenzettel im Darknet

Nach Cyberangriff auf Berlins Verwaltung: Stundenzettel im Darknet Das Ultimatum an den Berliner Senat ist abgelaufen. Nach ihrem erfolglosen Erpressungsversuch macht die Hackergruppe Rhysida die gekaperten Daten öffentlich zugänglich. dpa | Das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida nach ihrem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung und ihrer Lösegeldforderung an den Senat ist abgelaufen. Nach dem Verstreichen der Frist am Freitagnachmittag wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. „Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt“, sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, gegenüber dpa. „Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.“ In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen, sagte Selzer. Aber auch „jede Menge behördlicher Kleinkram“. Dies seien häufig „lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten“. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Damit drohte die Veröffentlichung der Daten aus dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung. Zu den erbeuteten Daten gehören auch Anträge mit Unterschriften „Das sind schon Daten, die, die entsprechende kriminelle Energie vorausgesetzt, interessant sein können“, sagte IT-Administrator Joachim Selzer. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Unter den Daten, die einsehbar sind, ist zum Beispiel der Antrag auf ein neues Handy – samt der Unterschrift des Verwaltungsmitarbeiters. „Das heißt, ich habe schon mal Unterschriftenproben, das ist für manche Kriminelle ja ganz praktisch“, sagte Selz. Der Experte geht davon aus, dass die Daten aber eher mittelfristig für kriminelle Zwecke missbraucht werden. „Es ist schon ein großer Datenbestand, den muss erstmal jemand durchsehen.“ Lob von Experten für Verweigerung einer Lösegeldzahlung Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der dpa. Der Vorsitzende der Linke-Fraktion im Landesparlament, Tobias Schulze, kommentierte den Vorgang so: Die Erpresser hätten den gewünschten Preis nicht erhalten und die Daten im Darknet veröffentlicht. „Das ist die denkbar ungünstige Konstellation, da jetzt jedermann mit einigen wenigen technischen Kenntnissen auf diese Daten zugreifen kann.“ Allerdings habe nun der Senat die Möglichkeit abzugleichen, ob die bisherigen Vermutungen über die abgeflossenen Daten zutreffen oder nicht. „Dies sollte er schnellstmöglich tun und alle von der Veröffentlichung betroffenen Personen und Unternehmen benachrichtigen und die bestmögliche Hilfe anbieten.“ Die Senatskanzlei teilte am Abend mit, dass die Daten derzeit von IT-Experten geprüft würden. Betroffenen sollten kontaktiert werden. „Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert“, hieß es in dem Schreiben der Senatskanzlei. Grüne fordern Unterstützung für Betroffene Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf, erklärte, es sei richtig, dass Berlin sich nicht habe erpressen lassen. Er forderte, der Senat müsse die Betroffenen konkret unterstützen – auch mit einem einfachen Verfahren, mit dem sie prüfen können, ob ihre Daten betroffen sind. Nötig sei außerdem eine gemeinsame Informationskampagne von Senat, Datenschutzbehörde, Verbraucherzentrale und Sicherheitsbehörden. Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich mit Blick auf die Vorgänge konsterniert. „Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde“, sagte GdP-Landesvize, Thorsten Schleheider. „Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern.“ Das zeuge schon von einer gewissen Hilflosigkeit, betonte Schleheider. Es brauche ein umfassendes inhaltliches Konzept. Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern bereits zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Danach behauptete die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben – unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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5. September
Handelsblatt

Nach Daten-Leak: Bundessicherheitsamt warnt vor höherer Cyber-Bedrohung

Nach Daten-Leak: Bundessicherheitsamt warnt vor höherer Cyber-Bedrohung Berlin. Nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch Cyberkriminelle weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine erhöhte Bedrohungslage hin. „Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können“, erklärte ein Sprecher. Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Dass die kriminellen Hacker, die nach dem Ablauf ihres Ultimatums an den Berliner Senat die von ihnen erbeuteten Daten online gestellt haben, eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei. Cyberangreifer forderten Lösegeld Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein.

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5. September
FAZ (Politik)

Datenklau in Berlin: Erpresser veröffentlichen sensible Daten – BSI warnt vor erhöhter Cyber-Bedrohung

Datenklau in Berlin : Erpresser veröffentlichen sensible Daten – BSI warnt vor erhöhter Cyber-Bedrohung Nach dem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz bleibt der Senat hart und zahlt kein Lösegeld. Die Erpresser machen ihre Drohung wahr – und veröffentlichen das Datenpaket. Im Erpressungsfall nach dem massiven Datendiebstahl im Berliner Landesnetz hat die kriminelle Hackergruppe Rhysida ihre Drohung wahr gemacht. Rund eine Stunde nach Ablauf des Ultimatums wurde das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket am späten Freitagnachmittag im Darknet veröffentlicht. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. Ein Link führte allerdings zunächst nicht zu den Daten, sondern zu einer Fehlermeldung. Eine Stunde später konnte man dann allerdings den Download der Daten starten. Lob von Experten für Verweigerung einer Lösegeldzahlung Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB Inforadio, die Entscheidung des Senats sei richtig. „Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen“, sagte sie. „Man muss sie finanziell austrocknen.“ Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Bei vergleichbaren Angriffen vergehen erfahrungsgemäß oft mehrere Stunden oder Tage, bis gestohlene Datensätze tatsächlich über Archivdateien oder sogenannte Peer-to-Peer-Netzwerke zum Download bereitgestellt werden. IT-Sicherheitsexperten und die Berliner Ermittlungsbehörden beobachten die einschlägigen Foren und Leak-Seiten fortlaufend. Erhöhte Bedrohungslage durch Datenleak Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist auf eine erhöhte Bedrohungslage hin. „Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können“, erklärte ein Sprecher. Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. „Darüber hinaus können Daten, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten, je nach Sensibilität der Daten ebenfalls eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken“, warnt das Bundesamt. Betroffene sollten prüfen, ob sie konkret von einem Datenleak betroffen sind und welcher Art die veröffentlichten Daten sind sowie gegebenenfalls Prozesse zu verändern. Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Demnach behauptet die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben – unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.

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5. September
Der Spiegel

Berlin: BSI warnt nach Cyberangriff auf Landesnetz vor neuen Phishingattacken

Cyberangriff auf Landesnetz BSI warnt nach großem Berlin-Datenleak vor neuen Hackerangriffen Nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch Cyberkriminelle geht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) von einer erhöhten Bedrohungslage aus. »Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können«, erklärte ein Sprecher. Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack-and-Leak-Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Tat vermutlich »ausschließlich finanziell motiviert« Dass die kriminellen Hacker, die nach dem Ablauf ihres Ultimatums an den Berliner Senat die von ihnen erbeuteten Daten online gestellt haben, eine politische Absicht verfolgen, wird laut dem BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat »ausschließlich finanziell motiviert« gewesen sei. Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishingangriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. »Darüber hinaus können Daten, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten, je nach Sensibilität der Daten ebenfalls eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken«, warnt das Bundesamt. Forderung von rund zwei Millionen Euro Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekannt gewordenen Cyberangriff bestätigt. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida forderte ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat erklärte, nicht zahlen zu wollen. Nach dem Verstreichen einer Frist am Freitagnachmittag machte die Hackergruppe ihre Drohung wahr: Es wurde ein 5,8 Terabyte großes Datenpaket im Darknet veröffentlicht. Mehr als 1,4 Millionen Daten sollen nun öffentlich abrufbar sein: In sozialen Netzwerken posteten Nutzerinnen und Nutzer am Freitag bereits Listen mit Dateinamen. »Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt«, sagte Joachim Selzer, ein Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), in einer ersten Reaktion zur Veröffentlichung. »Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.« »Lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten« In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen, so Selzer. Aber auch »jede Menge behördlicher Kleinkram«. Dies seien häufig »lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten«. Das mögliche Ausmaß des Leaks hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angedeutet. Laut eigenen Angaben verfügten die Erpresser nicht nur über die Daten von knapp 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren und mehr als 46.500 Verträgen, sondern auch über Informationen über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, Justizunterlagen, Notfallpläne, Passwörter und knapp 6000 Dateien mit Log-in-Daten. Lesen Sie auch: Sie erpressen Berlin. Und fordern 30 Bitcoin. Es ist nicht das erste Mal, dass die Ransomware-Gang Rhysida so vorgeht .

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5. September
Junge Freiheit

Hacker-Angriff in Berlin Wegners Verwaltung wusste, dass Berlin Geheimakten nicht schützen kann

BERLIN. Hacker haben fast 1,44 Millionen Dateien aus dem Berliner Landesnetz im Darknet veröffentlicht. Darunter befinden sich geheime Unterlagen für den Verteidigungsfall, Informationen über kritische Infrastruktur und Angaben zu besonders gefährdeten Rüstungsunternehmen (die JF berichtete). Besonders belastend für den schwarz-roten Senat ist ein interner Vermerk aus dem Februar. Darin hielten Beamte der Bau- und Verkehrsverwaltung fest: „Kein digitaler Geheimschutz (im strengen Sinne) in der Berliner öffentlichen Verwaltung möglich.“ Dennoch wurden entsprechende Verschlusssachen offenbar weiter in den betroffenen Systemen gespeichert. Die Hackergruppe Rhysida hatte nach eigenen Angaben mehrere Tage lang unbemerkt Zugriff auf die Netze der Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr. Nachdem Berlin die Zahlung von 30 Bitcoin – rund zwei Millionen Euro – verweigert hatte, stellte die Gruppe 5,26 Terabyte Daten zum Herunterladen bereit. Berlin hat einen IT-Selbstbedienungsladen. Der Hackerangriff dürfte für den Senat der Super-GAU sein. pic.twitter.com/BD2IRlahdv — Andreas Kopietz (@KopietzAndreas) September 4, 2026 Verteidigungspläne landen im Darknet Nach Recherchen des Tagesspiegels befinden sich darunter Listen mit Anlagen und Einrichtungen, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssen. Genannt werden unter anderem Kraftwerke, Tanklager, Umspannwerke und Notstromanlagen. Auch Unterlagen der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung zum „Operationsplan Deutschland“ wurden veröffentlicht. Das Material beschreibt dem Bericht zufolge zudem, welche Folgen der Ausfall bestimmter Anlagen für den Bundestag, die Polizei, Haftanstalten und Krankenhäuser hätte. Hinzu kommen Dokumente zur Wasserversorgung und ein Entwurf des als geheim eingestuften Leitfadens „Zivile Verteidigung im Land Berlin“ vom August 2025. Besonders heikel sind Angaben zu gefährdeten Rüstungsunternehmen. Die Dateien enthalten laut Bericht unter anderem Betriebszeiten, Informationen über vorhandenen Wachschutz und Kontaktdaten von Notfallverantwortlichen. Auch Katastrophenschutzbeauftragte anderer Bundesländer und des Bundes sind betroffen. Wegners Entwarnung bricht zusammen Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte noch am 19. August erklärt, es seien keine sensiblen Daten abgeflossen. Diese Darstellung ist nicht mehr zu halten. Neben den Verteidigungsunterlagen wurden Tausende Personalakten, Gehaltsabrechnungen, Disziplinarverfahren und Dateien mit Zugangsdaten erbeutet. In Dokumenten waren Passwörter teilweise unverschlüsselt gespeichert. Unfassbar dass dieser Vollversager Kai Wegner noch immer im Amt ist. Mehrfach öffentlich gelogen, Tennis spielen währen Blackout und jetzt das noch gar nicht absehbare Ausmaß des Datenleaks mit Daten der Berliner Bürger. — Henning Hoffgaard (@HenHoffgaard) September 4, 2026 Die Senatskanzlei stuft die veröffentlichten Verteidigungsunterlagen zwar als „höchst sensibel“, nach Rücksprache mit Bundesbehörden jedoch nicht als sicherheitskritisch ein. Zugleich hatte die Verwaltung selbst festgehalten, dass sie digitale Verschlusssachen nicht ausreichend schützen kann. Warum die Unterlagen trotzdem in den betroffenen Systemen lagen und wer dafür die Verantwortung trägt, ließ der Senat bisher offen. (rr)

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4. September
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Daten über Nuklear-Gefahren veröffentlicht - Berliner Hacker-Angriff schlimmer als gedacht

Auch Daten über Nuklear-Gefahren veröffentlicht: Berliner Hacker-Angriff schlimmer als gedacht Experte befürchtet weitere Anschläge: „Jeder Spinner hat jetzt Bedienungsanleitung“ Berlin – Die Daten-Terroristen von Berlin haben ihre Drohung wahrgemacht: Am Freitag um 15.35 Uhr lud die Hacker-Gruppe Rhysida sensibelste Daten von Personen, Verwaltung und Behörden aus Berlin im Darknet hoch. Der Berliner Senat hatte sich nicht erpressen lassen, die geforderten rund 2 Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoin als Lösegeld nicht gezahlt. Folge: der totale Daten-Horror für die Bundeshauptstadt – und wohl auch für Bundesbehörden! 5,26 Terabyte und 1.439.893 Dateien sollen es sein. BILD liegen Auszüge aus den Daten vor, die nahelegen: Das Ausmaß ist noch viel größer und könnte die Sicherheit der Bundesrepublik massiv gefährden. So taucht in den veröffentlichten Daten u.a. ein Ordner mit dem Namen „AG CBRN-Rahmenplanung“ auf. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Heißt: Diese sensiblen Daten sind nun theoretisch für jeden öffentlich zugänglich – auch für Terroristen oder ausländische Geheimdienste. CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter (62) zeigt sich gegenüber BILD besorgt: Es sei zwar gut, dass sich der Berliner Senat nicht erpressen ließ, aber: „So etwas hätte nie passieren dürfen.“ Kiesewetter weiter: „Es wäre gravierend, wenn unsere Kommunikationswege und Krisenpläne offen lägen.“ „Jeder Spinner hat jetzt eine Bedienungsanleitung“ Der Investigativjournalist Lars Winkelsdorf schlägt auf „X“ Daten- und Sicherheitsalarm: „Enthalten sind neben Unterlagen des LKA zu Ermittlungen auch Pläne, die den Verteidigungsfall betreffen, bis zu geheimen Kommunikationswegen der Bundesregierung für den Fall des Weltuntergangs.“ BILD fragte bei Winkelsdorf, der die Daten gesichtet hat, nach: Was könnte in den kommenden Wochen und Monaten auf uns zukommen? Seine Antwort: „Verheerende Terroranschläge.“ Die Attacken auf Umspannwerke in den vergangenen Tagen seien dagegen ein Witz. Das Problem sei: „Jeder Spinner hat jetzt eine Bedienungsanleitung, wie man innerhalb von zwei Tagen die komplette Infrastruktur des Landes lahmlegen kann“, so Winkelsdorf. Sein bitteres Fazit: Die Konsequenzen des Hacker-Angriffs seien „schlimmer als Verrat im direkten Umfeld des Kanzlers“. Und: „Wenn es zum Krieg kommt, könnten wir jetzt schon verloren haben.“ Die Sprecherin des Berliner Senats war für eine BILD-Anfrage am Abend nicht zu erreichen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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4. September
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Erpresser-Ultimatum abgelaufen - Daten-Schock in Berlin! Hacker machen Drohung wahr

Erpresser-Ultimatum abgelaufen: Daten-Schock! Hacker machen Drohung in Berlin wahr 5,26 Terabyte und 1.439.893 Dateien sollen es sein Berlin – Jetzt haben die Daten-Terroristen ihre Drohung wahr gemacht. Um 15.35 Uhr lud die Hacker-Gruppe Rhysida sensibelste Daten von Personen, Verwaltung und Behörden aus Berlin ins Darknet. 5,26 Terabyte und 1.439.893 Dateien sollen es sein. Darunter schreiben sie süffisant auf Englisch: „Alle Daten wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Viel Spaß damit, Datenjäger.“ Das genaue Ausmaß für Privatpersonen ist aktuell noch völlig unklar. Nach BILD-Informationen sollen tatsächlich riesige Mengen von höchst sensiblen Daten im Darknet liegen. Vor Tagen hatten Hacker sensible Daten im Darknet in einer Auktion angeboten. Das Mindestgebot: 30 Bitcoins, etwa zwei Millionen Euro. Zwischen 7. und 12. August hatten sie Dateien aus dem Netz der Berliner Senatsverwaltung heruntergeladen. Darunter sensible Dokumente zu kritischer Infrastruktur, LKA-Ermittlungen und Kontonummern. Insgesamt 1,44 Millionen Daten. Noch ist unklar, wie viele und in welcher Form Berliner betroffen sind. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat einen Krisenstab eingerichtet. Nach Einschätzung des Senats gab es keine weiteren Datenabflüsse. Kontakt zu den Erpressern habe das Land Berlin zu keinem Zeitpunkt aufgenommen. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte im Darknet den Umfang des Datenklaus veröffentlicht und zu einer Auktion aufgerufen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Cyberkriminellen mit Russland in Verbindung stehen. Hackergruppe veröffentlichte Daten im Darknet So stellte die Hackergruppe im Darknet eine Art Katalog mit Datensätzen zusammen. Die Informationen darin sollen höchst brisant sein. So behauptet Rhysida, im Besitz von 1,44 Millionen Dateien zu sein. Darunter 46.522 Verträge, 5941 Passwörter, 16.389 E-Mail-Adressen und 5000 Personalakten. Nach Ablauf des Ultimatums sollen sie die gehackten Daten aus Berlin mittlerweile für jedermann zum Herunterladen veröffentlicht haben. Ein Sprecher der Senatskanzlei zu BILD: „Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass das Landesnetz noch infiltriert ist. Die forensischen Untersuchungen dauern aber an. Gegenstand der Untersuchungen ist auch, ob möglicherweise weitere Daten abgeflossen sind.“ Zuvor hatte es der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) abgelehnt, Lösegeld zu zahlen, und gesagt, Berlin lasse sich nicht erpressen. Hacker-Gruppe operiert weltweit Ein Rhysida ist ein giftiger Hundertfüßer aus Südamerika. Die Hackergruppe wählte diesen Namen offenbar bewusst als Metapher für ihre Schadenssoftware – die wie ein giftiger Hundertfüßer unbemerkt durch die IT-Infrastrukturen läuft und die Systeme infiziert. Die Gruppe hat es nicht nur auf große Städte und Verwaltungen abgesehen, sondern nimmt auch kleinere Unternehmen, vor allem in den USA, ins Visier. So erpresste sie laut Darknet auch amerikanische Handwerkerbetriebe, Kleinstadtverwaltungen und Medizinunternehmen. Teilweise wurde laut Gruppe Lösegeld gezahlt. Unter dem Namen der erpressten Firma prangt dann in fetter roter Schrift: „Sold“ („Verkauft“). Jetzt wird im politischen Berlin diskutiert werden, ob man für die Verhinderung eines solchen Datenlecks hätte zahlen sollen. Oder ob man sich damit für weitere Erpressungen angreifbar macht. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

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4. September
Tagesschau

Hacker veröffentlichen Daten nach Angriff auf Berliner Landesnetz

Ultimatum abgelaufen Daten nach Angriff auf Berliner Landesnetz veröffentlicht Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Landesverwaltung haben Cyberkriminelle etliche gestohlene Daten im Internet zum Herunterladen veröffentlicht. Zuvor war ein Ultimatum abgelaufen. - Nach Hackerangriff auf Berliner Landesnetz sind Daten im Darknet veröffentlicht worden - Täter hatten Land Berlin Ultimatum bis Freitag gesetzt, Geld zu zahlen - Senat bekäftigte mehrfach, sich nicht erpressen lassen zu wollen - Daten werden jetzt untersucht Nach Ablauf eines Ultimatums haben mutmaßlich die Hacker, die sich Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, Daten zum Download veröffentlicht. Das gab die Hackergruppe Rhysida am Freitagnachmittag auf ihrer Webseite im Darknet bekannt. Beschaffenheit der Daten noch unklar Nach rbb-Informationen wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht. Nachdem der Link zu den Datenpaketen zunächst eine Fehlermeldung generiert hatte, sind nach rbb-Informationen inzwischen zahlreiche Ordner zu sehen. Demnach sollen sich darunter Arbeitszeugnisse, Ausschreibungen, Beurteilungen von Mitarbeitenden und deren Personalakten befinden. Überprüfen ließen sich die Angaben zunächst allerdings nicht. Ob es sich um die gesamte Menge der Anfang August gestohlenen Daten handelt, ist ebenfalls unklar. Datenprüfung durch Sicherheitsbehörden Wie der Berliner Senat mitteilte, führen die Sicherheitsbehörden derzeit "eine intensive Datenprüfung durch". Demnach untersuchen auch IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin die veröffentlichten Daten. "Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert", hieß es weiter. Bürger, die Hinweise darauf hätten, dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten genutzt werden, sollten Strafanzeige erstatten. "Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt", sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen." In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen, sagte Selzer. Aber auch "jede Menge behördlicher Kleinkram". Dies seien häufig "lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten". Senatssprecherin: Täter verlangten zwei Millionen Euro Die Daten waren Mitte August bei einem Angriff auf das Berliner Landesnetz erbeutet worden - also das Netzwerk der Berliner Verwaltung. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte in der vergangenen Woche, dass Berlin nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Wie die Senatskanzlei mitteilte, verlangten die Erpresser 30 Bitcoin, was rund zwei Millionen Euro entspricht. Vonseiten des Senats wurde mehrfach bekräftigt, dass das Land nicht zahlen wolle. "Es muss davon ausgegangen werden, dass die Daten im Anschluss weiterveräußert oder ganz oder in Teilen veröffentlicht werden", hatte Senatssprecherin Christine Richter der Deutschen Presse-Agentur (DPA) gesagt. Nach dem Verstreichen der Frist am Freitagnachmittag wurde auf der Webseite der mutmaßlichen Erpresser im Darknet die "Auktion" beendet. "Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!", hieß es dort. Nach Wissen des Senats handele es sich bei den Tätern um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde. "Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden." Sendung: rbb|24, 04.09.2026, 20:40 Uhr Audio: rbb|24, 04.09.2026, Sebastian Schöbel

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4. September
Die Zeit (Politik)

Hackergruppe Rhysida: Hacker veröffentlichen Daten nach vergeblichem Erpressungsversuch

Nach dem umfangreichen Datendiebstahl aus dem Berliner Landesnetz sind die Informationen im Internet veröffentlicht worden. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte versucht, vom Berliner Senat eine hohe Geldsumme zu erpressen. Nachdem dieser nicht auf die Forderungen eingegangen war, wurde das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket am späten Freitagnachmittag ins Darknet hochgeladen. Die Hacker wollen neben Personalakten und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen erbeutet haben. Die Behörden kündigten an, mit Menschen Kontakt aufzunehmen, die vom Datendiebstahl betroffen sind. Menschen, die unabhängig davon Kenntnis erlangen, »dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten wie Betrug oder Identitätsmissbrauch genutzt werden, sollten Strafanzeige erstatten«, heißt es in einem Schreiben der Senatskanzlei. Derzeit würden die Sicherheitsbehörden eine intensive Datenprüfung durchführen, so die Senatskanzlei weiter. »IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin untersuchen die veröffentlichten Daten mit Hochdruck. Daraus werden die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet.« Erpresser forderten etwa zwei Millionen Euro Um die Daten nicht zu veröffentlichen, hatten die Erpresser vom Berliner Senat 30 Bitcoin gefordert. Das entspricht etwa zwei Millionen Euro. Der Senat teilte mit, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zahlen zu wollen. Die Haltung stieß unter Fachleuten auf Zustimmung. So sagte etwa Bianca Kastl vom Chaos Computer Club im RBB Inforadio: »Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen.« Rund 1,44 Millionen Dateien Nach dem Verstreichen der Frist veröffentlichten die Erpresser auf ihrer Internetseite einen Link, der beim Anklicken zunächst allerdings eine Fehlermeldung auslöste. Eine Stunde später konnte man dann den Download der Daten starten. Rhysida gibt an, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich auch Bußgeldvorgänge und Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Außerdem will die Hackergruppe Zugangsdaten und Passwörter erlangt haben, unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und für Zahlungsdienstleister. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz Mitte August für rund eine Woche vom Landesnetz getrennt worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.

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4. September
ZDF heute

Berliner Verwaltung gehackt: Angreifer veröffentlichen Daten

Ultimatum der Hacker abgelaufen:Berliner Verwaltung gehackt: Angreifer veröffentlichen Daten Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung ist ein Ultimatum der Angreifer abgelaufen. Nun wurden gestohlene Daten veröffentlicht. Das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida nach ihrem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung und ihrer Lösegeldforderung an den Senat ist abgelaufen. Nach dem Verstreichen der Frist am Nachmittag wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die "Auktion" beendet, die Hacker erklärten, alle gestohlenen Daten veröffentlicht zu haben. Die kriminelle Gruppe hatte zuvor von der Berliner Senatsverwaltung ein millionenschweres Lösegeld gefordert. Die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass Berlin nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Der Berliner Senat bekräftigte, auf derartige Erpressungen nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Hacker veröffentlichten wohl sämtliche Daten Die von den Angreifern bereits zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Danach behauptete die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben - unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Linke: "Denkbar ungünstige Konstellation" "Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt", sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Joachim Selzer, Chaos Computer Club Darunter seien etwa Daten, die sich für Identitätsdiebstahl nutzen lassen könnten. Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies dennoch darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. IT-Sicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker warnt: KI industrialisiere Cyberkriminalität. Digitale Gegenschläge allein lösten das Problem nicht. 13.05.2026 | 3:55 minDer Vorsitzende der Linke-Fraktion im Landesparlament, Tobias Schulze, kommentierte den Vorgang so: Die Erpresser hätten den gewünschten Preis nicht erhalten und die Daten im Darknet veröffentlicht. "Das ist die denkbar ungünstige Konstellation, da jetzt jedermann mit einigen wenigen technischen Kenntnissen auf diese Daten zugreifen kann." Allerdings habe nun der Senat die Möglichkeit abzugleichen, ob die bisherigen Vermutungen über die abgeflossenen Daten zutreffen oder nicht. "Dies sollte er schnellstmöglich tun und alle von der Veröffentlichung betroffenen Personen und Unternehmen benachrichtigen und die bestmögliche Hilfe anbieten." Hohe Datenschutz- und Sicherheitsrisiken Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket tatsächlich vollständig publik sein, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Cyberkriminelle verursachen jährlich Milliardenschäden in Deutschland. Auf der Konferenz für Cybersicherheit in Potsdam geht es um die Abwehr von Gefahren und mehr Resilienz. 25.06.2026 | 2:06 minWie die Senatskanzlei bekannt gab, untersuchen beauftragte IT-Forensiker die veröffentlichten Daten "mit Hochdruck". Dadurch sollten Betroffene identifiziert und anschließend informiert werden. Die Senatsverwaltung bat Bürgerinnen und Bürger Strafanzeige zu stellen, wenn sie Hinweise darauf haben, dass ihre Daten veröffentlicht wurden. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zu Cybersicherheit - FAQSorge vor Hackerangriffen:Autonome KI-Agenten: Wer reguliert und wer haftet?mit Video0:26 - Nach Hacks durch KI:OpenAI stärkt Schutzvorkehrungen bei Testsmit Video7:09 - 31.000 Datensätze betroffen:Warum der Liechtenstein-Hack so brisant istvon Dennis Bergermit Video1:07 - FAQCybersicherheit:Eine KI spielt Hacker: Was hinter dem OpenAI-Vorfall stecktvon Kevin Schubertmit Video2:40

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4. September
Handelsblatt

IT-Sicherheit: Ultimatum abgelaufen – Hacker veröffentlichen sensible Daten

IT-Sicherheit: Ultimatum abgelaufen – Hacker veröffentlichen sensible Daten Berlin. Das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida nach ihrem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung und ihrer Lösegeldforderung an den Senat ist abgelaufen. Nach dem Verstreichen der Frist am Nachmittag wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. „Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt“, sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.“ In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen, sagte Selzer. Aber auch „jede Menge behördlicher Kleinkram“. Dies seien häufig „lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten“. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Damit drohte die Veröffentlichung der Daten aus dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung. Zu den erbeuteten Daten gehören auch Anträge mit Unterschriften „Das sind schon Daten, die, die entsprechende kriminelle Energie vorausgesetzt, interessant sein können“, sagte IT-Administrator Joachim Selzer. „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben, desto genauer kann ich auch einschätzen, was ich von dieser Person wissen muss, zum Beispiel, um in ihrem Auftrag etwas bestellen zu können.“ Unter den Daten, die einsehbar sind, ist zum Beispiel der Antrag auf ein neues Handy - samt der Unterschrift des Verwaltungsmitarbeiters. „Das heißt, ich habe schon mal Unterschriftenproben, das ist für manche Kriminelle ja ganz praktisch“, sagte Selz. Der Experte geht davon aus, dass die Daten aber eher mittelfristig für kriminelle Zwecke missbraucht werden. „Es ist schon ein großer Datenbestand, den muss erstmal jemand durchsehen.“ Lob von Experten für Verweigerung einer Lösegeldzahlung Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der dpa. Der Vorsitzende der Linke-Fraktion im Landesparlament, Tobias Schulze, kommentierte den Vorgang so: Die Erpresser hätten den gewünschten Preis nicht erhalten und die Daten im Darknet veröffentlicht. „Das ist die denkbar ungünstige Konstellation, da jetzt jedermann mit einigen wenigen technischen Kenntnissen auf diese Daten zugreifen kann.“ Allerdings habe nun der Senat die Möglichkeit abzugleichen, ob die bisherigen Vermutungen über die abgeflossenen Daten zutreffen oder nicht. „Dies sollte er schnellstmöglich tun und alle von der Veröffentlichung betroffenen Personen und Unternehmen benachrichtigen und die bestmögliche Hilfe anbieten.“ Die Senatskanzlei teilte am Abend mit, dass die Daten derzeit von IT-Experten geprüft würden. Betroffenen sollten kontaktiert werden. „Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert“, hieß es in dem Schreiben der Senatskanzlei. Grüne fordern Unterstützung für Betroffene Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf, erklärte, es sei richtig, dass Berlin sich nicht habe erpressen lassen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die erbeuteten Daten missbraucht werden. Passwörter, Kontodaten und persönliche Informationen von Zehntausenden Berlinerinnen und Berlinern sowie Landesbeschäftigten könnten für Identitätsdiebstahl und gezielte Phishing-Angriffe genutzt werden“, warnte er allerdings. Graf forderte, der Senat müsse die Betroffenen konkret unterstützen - auch mit einem einfachen Verfahren, mit dem sie prüfen können, ob ihre Daten betroffen sind. Nötig sei außerdem eine gemeinsame Informationskampagne von Senat, Datenschutzbehörde, Verbraucherzentrale und Sicherheitsbehörden. Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin zeigte sich mit Blick auf die Vorgänge konsterniert. „Er hat Berlins Politik einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass hier über Jahre gepennt wurde“, sagte GdP-Landesvize, Thorsten Schleheider. „Es kann nicht sein, dass hier tagelang hochsensible Daten geraubt wurden und die einzige Reaktion scheinbar darin besteht, die Beschäftigten anzuweisen, ihre Passwörter zu ändern.“ Das zeuge schon von einer gewissen Hilflosigkeit, betonte Schleheider. Es brauche ein umfassendes inhaltliches Konzept. Verwandte Themen Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern bereits zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Danach behauptete die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben - unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.

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4. September
Der Spiegel

Berlin: Hacker veröffentlichen offenbar mehr als eine Million Daten

Attacke der Ransomware-Gang Rhysida Hacker veröffentlichen offenbar mehr als eine Million Berliner Daten Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hat ihre Drohung gegen den Berliner Senat wahr gemacht und fast sechs Terabyte teils kritischer Daten ins Netz gestellt. Die Erpresser hatten nach einem massiven Cyberangriff auf die Landesverwaltung auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet und ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro) gefordert. Der Countdown lief am Freitag gegen 15.35 Uhr ab. Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen. Kurz nach Ablauf des Ultimatums wurde das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket im Darknet veröffentlicht. Mehr als 1,4 Millionen Daten sollen nun öffentlich abrufbar sein – in sozialen Netzwerken posteten Mitglieder bereits Listen mit Dateinamen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erklärte in einer Mitteilung, die dem SPIEGEL vorliegt, dass man von Tätern aus dem Cybercrime-Bereich ausgehe, die ausschließlich finanziell motiviert handeln würden. »Ein Zusammenhang mit staatlichen bzw. politisch motivierten Akteuren konnte bislang nicht hergestellt werden.« Das BSI gab zudem einen Sicherheitshinweis heraus. Darin warnt es auch andere vor dem komplexen, mehrstufigen Vorgehen der Angreifer. Auch Microsoft hatte diesen Modus Operandi bereits in einem Blogbeitrag beschrieben und ihm den Namen »TerminalFix« gegeben. Verträge, Notfallpläne, Passwörter Laut eigenen Angaben verfügten die Erpresser nicht nur über die Daten von knapp 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren und mehr als 46.500 Verträgen, sondern auch über Informationen über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, Justizunterlagen, Notfallpläne, Passwörter und knapp 6000 Dateien mit Log-in-Daten. Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB Inforadio, die Entscheidung des Senats sei richtig. »Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen«, sagte sie. »Man muss sie finanziell austrocknen.« Der IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: »Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekannt geworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.« Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der Nachrichtenagentur dpa. Lesen Sie auch: Sie erpressen Berlin. Und fordern 30 Bitcoin. Es ist nicht das erste Mal, dass die Ransomware-Gang Rhysida so vorgeht .

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4. September
Junge Freiheit

Nach Fristablauf Hacker veröffentlichen zahlreiche sicherheitsrelevante Daten

BERLIN. Nach Ablauf ihrer Frist gegenüber dem Land Berlin hat die Hackergruppe Rhysida ein Datenpaket von rund 5,2 Terabyte im Darknet zum Abruf gestellt. Darunter sollen Unterlagen sein, die für die Sicherheit der Hauptstadt und des Bundes relevant sind, wie der Tagesspiegel am Freitag berichtete. Gefordert waren 30 Bitcoin, umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro. Der Senat hatte vorab erklärt, auf Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen. Der Countdown auf der Leak-Seite der Täter endete am Freitag gegen 15.35 Uhr. Die dortige „Auktion“ wurde geschlossen. Demnach hieß es: „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“ Ein erster Link führte allerdings nur zu einer Fehlermeldung. Allerdings zeigt ein Screenshot eines X-Nutzers, dass mindestens eine Datenbank bereits zugänglich gemacht wurde – offenbar auch mit Material unter Verschlusssache. 🚨 Offenbar wurden die gestohlenen Daten Berlins nun freigeschalten !!!!! Gute Nacht Berlin… Ich habe bereits vieles gefunden das als VS Material geschützt sein sollte !!!! Der SuperGAU ist eingetreten!#hack #berlin #rhysida #sabotage #datenverlust #leak #breaking pic.twitter.com/m2RI3gkHFk — KaterX (@DerKaterX) September 4, 2026 Große Mengen sicherheitsrelevanter Dateien von Hackerangriff betroffen Weiter sollen die Dateien unter anderem Angaben zum Zivilschutz enthalten sowie Aufstellungen von Objekten, Immobilien, Betrieben und Einrichtungen, die im Verteidigungsfall besonders zu sichern sind. Genannt werden Heizkraftwerke für Krankenhäuser, Tanklager, Notstromaggregate und Umspannwerke. Letztere waren jüngst bereits Ziel von Sabotageaktionen (JF berichtete). Auch geheime Unterlagen zu besonders gefährdeten Rüstungsfirmen sollen dabei sein. Die Angreifer hatten zuvor von rund 1,44 Millionen Dateien gesprochen. Darunter seien mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgänge, Gehaltsabrechnungen, vertrauliche Papiere aus Bundesratsausschüssen und Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung. Die Erpresser sollen auch mit Klartext-Passwörtern für Verwaltungsdatenbanken und Zahlungsdienstleister geprahlt haben. Mehrere Behörden in Ermittlungen involviert Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB-„Inforadio“, der Senat habe richtig gehandelt, nicht auf die Forderung der Hacker eingegangen zu sein. „Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen.“ Stattdessen riet Kastl dazu, das Netzwerk „finanziell austrocknen“ zu müssen. IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies gegenüber der dpa darauf, dass der Staat bereits gesetzlich nicht zahlen dürfe. Die Lage sei trotzdem heikel: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen.“ Bislang sei Fischer kein Fall bekannt geworden, „bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte“. Er geht davon aus, dass die oft in osteuropäischen Staaten ansässigen Täter die Beute dortigen Behörden zugänglich machen, um sich vor Strafverfolgung zu schützen. Den Einbruch ins Landesnetz hatte die Berliner Verwaltung am 14. August bestätigt. Das Landeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sind in die Ermittlungen eingebunden. Auch ein US-Unternehmen sowie das Bundeskriminalamt sollen beteiligt sein. (rsz)

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4. September
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Hacker-Erpressung im Darknet - Um 15.35 Uhr droht Berlin der Daten-Gau

Hacker-Erpressung im Darknet: Um 15.35 Uhr droht Berlin der Daten-Gau Kriminelle drohen mit der Veröffentlichung von 1,44 Mio. sensibler Dateien Berlin – Es sind nur wenige Minuten, dann läuft um 15.35 Uhr das Erpresser-Ultimatum gegen das Land Berlin ab. Wenn bis dahin nicht 30 Bitcoins im Wert von 2 Millionen Euro auf ein anonymes Konto überwiesen worden sind, will die Hacker-Gruppe Rhysida sensible Daten aus der Verwaltung im Umfang von 5,7 Terabyte im Darknet veröffentlichen. Laut Senatsverwaltung wurden zwischen dem 7. und 12. August Daten von Bürgern, Unternehmen und Sicherheitsbehörden gestohlen. Sie stammen aus dem Netz der Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie Stadtentwicklung. Bislang ist der Senat auf diesen Erpressungsversuch nicht eingegangen. Russland soll hinter dem Hacker-Angriff stehen BILD konnte im Darknet, in dem die Hackergruppe eine Versteigerung durchführen will, Einsicht nehmen. Darin veröffentlichte sie wie in einem Katalog, was in den Datensätzen enthalten sein soll. Diese Informationen sollen höchst brisant sein. So behauptet Rhysida, im Besitz von 1,44 Millionen Dateien zu sein. Darunter 46.522 Verträge, 5941 Passwörter, 16.389 E-Mail-Adressen und 5000 Personalakten. Besonders gefährlich: Eine Krisenanalyse über die kritische Infrastruktur, Unterlagen des Verfassungsschutzes, Pass- und Ausweisdaten, interne Ermittlungen des Landeskriminalamtes und des Staatsschutzes sollen auch dabei sein. Wer sind die Erpresser? Laut Experten handelt es sich bei Rhysida um eine Gruppe, die Verbindungen nach Russland haben soll. Auf der Seite im Darknet kann man sehen, was passiert, wenn nicht gezahlt wird. Zynisch kommentieren die Hacker: „Viel Spaß damit, Datenjäger.“ Sie wollen die gehackten Daten aus Berlin für jedermann zum Herunterladen veröffentlichen. Dass sie es ernst meinen, zeigt ein Angriff auf die Stuttgarter Verwaltung. Im letzten Mai entwendeten die Kriminellen 383.710 Daten und veröffentlichten sie, nachdem das Lösegeld offenbar nicht bezahlt wurde. Vier Auktionen laufen derzeit online, 263 Firmen und Verwaltungen wurden gehackt. Senatssprecherin Christine Richter sagt, die Behörden werden auf die Entwicklungen reagieren. Ein Sprecher der Senatskanzlei zu BILD: „Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass das Landesnetz noch infiltriert ist. Die forensischen Untersuchungen dauern aber an. Gegenstand der Untersuchungen ist auch, ob möglicherweise weitere Daten abgeflossen sind.“ Zuvor hatte es der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) abgelehnt, Lösegeld zu zahlen, und gesagt, Berlin lasse sich nicht erpressen. Hacker-Gruppe erpresst weltweit Ein Rhysida ist ein giftiger Tausendfüßler aus Südamerika. Die Hackergruppe wählte diesen Namen offenbar bewusst als Metapher für ihre Schadenssoftware – die wie ein giftiger Hundertfüßer unbemerkt durch die IT-Infrastrukturen läuft und die Systeme infiziert. Die Gruppe hat es nicht nur auf große Städte und Verwaltungen abgesehen, sondern nimmt auch kleinere Unternehmen, vor allem in den USA, ins Visier. So erpresste sie laut Darknet auch amerikanische Handwerkerbetriebe, Kleinstadtverwaltungen und Medizinunternehmen. Teilweise wurde laut Gruppe Lösegeld gezahlt. Unter dem Namen der erpressten Firma prangt dann in fetter roter Schrift: „Sold“ („Verkauft“). Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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4. September
Handelsblatt

IT-Sicherheit: Berliner Senat zahlt nicht – sensible Daten jetzt im Darknet

IT-Sicherheit: Berliner Senat zahlt nicht – sensible Daten jetzt im Darknet Berlin. Im Erpressungsfall nach dem massiven Datendiebstahl im Berliner Landesnetz hat die kriminelle Hackergruppe Rhysida ihre Drohung wahrgemacht. Rund eine Stunde nach Ablauf des Ultimatums wurde das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket am späten Freitagnachmittag im Darknet veröffentlicht. „Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt“, sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.“ Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. Ein Link führte allerdings nicht zu den Daten, sondern zu einer Fehlermeldung.

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4. September
FAZ (Politik)

Nach Hackerangriff: Erpresser stellen sensible Daten aus Berliner Landesnetz ins Darknet

Nach Hackerangriff : Erpresser stellen sensible Daten aus Berliner Landesnetz ins Darknet Nach dem Datenklau in Berlin bleibt der Senat hart und zahlt kein Lösegeld. Die Erpresser machen ihre Drohung wahr – und veröffentlichen das Datenpaket. Im Erpressungsfall nach dem massiven Datendiebstahl im Berliner Landesnetz hat die kriminelle Hackergruppe Rhysida ihre Drohung wahr gemacht. Rund eine Stunde nach Ablauf des Ultimatums wurde das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket am späten Freitagnachmittag im Darknet veröffentlicht. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. Ein Link führte allerdings zunächst nicht zu den Daten, sondern zu einer Fehlermeldung. Eine Stunde später konnte man dann allerdings den Download der Daten starten. Lob von Experten für Verweigerung einer Lösegeldzahlung Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB Inforadio, die Entscheidung des Senats sei richtig. „Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen“, sagte sie. „Man muss sie finanziell austrocknen.“ Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Bei vergleichbaren Angriffen vergehen erfahrungsgemäß oft mehrere Stunden oder Tage, bis gestohlene Datensätze tatsächlich über Archivdateien oder sogenannte Peer-to-Peer-Netzwerke zum Download bereitgestellt werden. IT-Sicherheitsexperten und die Berliner Ermittlungsbehörden beobachten die einschlägigen Foren und Leak-Seiten fortlaufend. Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Demnach behauptet die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben – unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.

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4. September
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Datenleak: Gehackte Daten der Berliner Verwaltung im Netz

Hacker haben eine große Menge an teils höchst sensiblen Daten aus der Berliner Verwaltung veröffentlicht. Nach SZ-Informationen können die Daten seit Freitagnachmittag auf der Darknet-Seite der Gruppe Rhysida heruntergeladen werden. Es befinden sich darunter Verträge, Dokumente zu kritischer Infrastruktur, Passwörter und sehr viele personenbezogenen Daten wie Adressen und Telefonnummern. Ob es sich wirklich wie angegeben um 1,44 Millionen Dateien im Umfang von rund 5,7 Terabyte handelt, ließ sich kurzfristig nicht verifizieren. Der Cyberangriff war am 14. August bekannt geworden. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die professionellen Hacker hatten offenbar mehrere Tage unbemerkt Zugriff auf die internen Computersysteme, vom 7. bis 12. August. Zunächst hatte der Senat behauptet, es seien nur öffentlich zugängliche Daten abgeflossen. Auch Vertrauliches zu Disziplinarverfahren ist dabei Seit einer Woche ist nun bekannt, dass Hacker das Land Berlin erpressen und drohen, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen, sollte nicht eine hohe Geldsumme bezahlt werden. Auf ihrer Darknetseite wurden die gestohlenen Daten zum Verkauf angeboten. Geforderter Betrag: 30 Bitcoins, das sind nach dem aktuellen Kurs rund zwei Millionen Euro. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte erklärt, dass das Land Berlin sich nicht erpressen lasse. An diesem Freitagnachmittag ist die gestellte Frist der Hacker abgelaufen. Die Daten, die nun veröffentlicht sind, stammen aus allen möglichen Abteilungen der betroffenen Senatsverwaltungen. Es handelt sich sowohl um Unterlagen der Fachbereiche, Dokumente zu politischen Prozessen als auch um interne Verwaltungsangelegenheiten. Aus dem Bereich Personal sind etwa Zeugnisse oder eingescannte Ausweise unter den Dokumenten. Auch vertrauliche Dokumente zu Disziplinarverfahren haben die Hacker veröffentlicht, überschieben mit „Vertrauliche Personalsache!“. Ähnlich wie in diesem Fall hat Rhysida in den vergangenen Jahren dutzende Male Organisationen und Unternehmen angegriffen, Daten gestohlen und sich entweder dafür bezahlen lassen oder sie im Darknet veröffentlicht. Oft waren die USA betroffen, aber auch aus dem Stuttgarter Rathaus wurden schon sensible Daten veröffentlicht, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als nun in Berlin. Die Berliner Verwaltung will Personen, die in den abgeflossenen Daten auftauchen, je nach Risikoeinschätzung informieren. Betroffene seien aufgerufen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, heißt es. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das „Landesnetz Berlin“, also das Computernetzwerk der Behörden, nicht mehr infiltriert ist.

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4. September
Handelsblatt

IT-Sicherheit: Berliner Hacker-Ultimatum abgelaufen – Kein Lösegeld

IT-Sicherheit: Berliner Hacker-Ultimatum abgelaufen – Kein Lösegeld Berlin. Im Erpressungsfall nach dem massiven Datendiebstahl im Berliner Landesnetz ist das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida abgelaufen. Ob die Täter ihre Drohung wahr gemacht und das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket bereits im Darknet veröffentlicht haben, war unmittelbar nach Ablauf der Frist am Freitagmittag zunächst unklar. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. Ein Link führte allerdings nicht zu den Daten, sondern zu einer Fehlermeldung. Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB Inforadio, die Entscheidung des Senats sei richtig. „Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen“, sagte sie. „Man muss sie finanziell austrocknen.“ Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der dpa. Bei vergleichbaren Angriffen vergehen erfahrungsgemäß oft mehrere Stunden oder Tage, bis gestohlene Datensätze tatsächlich über Archivdateien oder sogenannte Peer-to-Peer-Netzwerke zum Download bereitgestellt werden. IT-Sicherheitsexperten und die Berliner Ermittlungsbehörden beobachten die einschlägigen Foren und Leak-Seiten fortlaufend. Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Demnach behauptet die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben, unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.

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4. September
Handelsblatt

IT-Sicherheit: Berliner Hacker-Ultimatum abgelaufen – Kein Lösegeld

IT-Sicherheit: Berliner Hacker-Ultimatum abgelaufen – Kein Lösegeld Berlin. Im Erpressungsfall nach dem massiven Datendiebstahl im Berliner Landesnetz ist das Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida abgelaufen. Ob die Täter ihre Drohung wahr gemacht und das rund 5,8 Terabyte große Datenpaket bereits im Darknet veröffentlicht haben, war unmittelbar nach Ablauf der Frist am Freitagmittag zunächst unklar. Die Erpresser hatten auf ihrer Leak-Site einen Countdown geschaltet, der am Freitag gegen 15.35 Uhr ablief. Gefordert wurde ein Lösegeld von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro). Der Berliner Senat hatte vorab bekräftigt, auf derartige Erpressungen grundsätzlich nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen. Nach dem Verstreichen der Frist wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die „Auktion“ beendet. „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“, hieß es dort. Ein Link führte allerdings nicht zu den Daten, sondern zu einer Fehlermeldung. Lob von Experten für Verweigerung einer Lösegeldzahlung Die Weigerung des Senats, auf Erpressungsversuche der kriminellen Hacker einzugehen, stieß in der Fachwelt auf Zustimmung. Bianca Kastl vom Chaos Computer Club sagte im RBB Inforadio, die Entscheidung des Senats sei richtig. „Würde man diese Gruppen weiter unterstützen mit Geld oder anderen Dingen, dann würden die natürlich immer weitermachen“, sagte sie. „Man muss sie finanziell austrocknen.“ Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe. Die Situation bei Vorfällen wie in Berlin sei aber sehr schwierig: „Die Daten sind in den Händen von Kriminellen, und eine Veröffentlichung hat in vielen Fällen sehr schädliche Auswirkungen. Bislang ist mir kein Fall bekanntgeworden, bei dem gezahlt wurde und trotzdem eine Veröffentlichung erfolgte.“ Allerdings sei anzunehmen, dass die Täter, die meist in osteuropäischen Ländern lebten, diese Daten den dortigen Behörden zugänglich machten, um sich Schutz vor Ermittlungen gegen sie selbst zu erkaufen, sagte Fischer der dpa. Bei vergleichbaren Angriffen vergehen erfahrungsgemäß oft mehrere Stunden oder Tage, bis gestohlene Datensätze tatsächlich über Archivdateien oder sogenannte Peer-to-Peer-Netzwerke zum Download bereitgestellt werden. IT-Sicherheitsexperten und die Berliner Ermittlungsbehörden beobachten die einschlägigen Foren und Leak-Seiten fortlaufend. Brisante Details in den Ankündigungen Die von den Angreifern zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Demnach behauptet die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden. Zudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben - unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister. Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket vollständig publik werden, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.

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4. September
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Cyberkriminelle fordern 2 Millionen Euro - Hackerangriff in Berlin! Erpresser-Ultimatum läuft ab

Cyberkriminelle fordern 2 Millionen Euro: Hackerangriff in Berlin! Erpresser-Ultimatum läuft ab Berlin – Der Countdown der Erpresser läuft heute ab. Gestohlene Daten von Bürgern und Unternehmen könnten im Laufe des Tages im Netz veröffentlicht werden. Sie wurden im Rahmen einer Versteigerung im Darknet zum Kauf angeboten. Das Mindestgebot liegt bei 30 Bitcoins – umgerechnet rund zwei Millionen Euro! Diese Millionensumme in der Kryptowährung fordert eine Gruppierung von professionellen Hackern unter dem Namen „Rhysida“ von der Berliner Regierung. Es soll sich um Daten im Umfang von 5,7 Terabyte handeln. Sie wurden nach bisherigem Kenntnisstand zwischen dem 7. und 12. August aus dem Netz der Senatsverwaltungen Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie für Stadtentwicklung gezogen. Diese Daten sind vom Angriff der Hacker betroffen Es sei nicht auszuschließen, dass die mutmaßlichen Täter heute die von ihnen gestohlenen Daten veröffentlichen, warnt das Informationsamt des Landes Berlin in einer Pressemitteilung. „Darunter können nach jetzigem Kenntnisstand auch personenbezogene Daten von Beschäftigten des Landes Berlin, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen sein“, heißt es. Auf den Erpressungsversuch der Cyberkriminellen soll aber nicht eingegangen werden. Florian Hauer, Chief Digital Officer: „Das Land Berlin lässt sich nicht erpressen. Die Sicherheit der Beschäftigten im Land Berlin und der Berlinerinnen und Berliner steht für uns im Vordergrund. Wir arbeiten mit den Sicherheitsbehörden des Landes und des Bundes mit Hochdruck daran, das Landesnetz Berlin zu sichern und die Sicherheit weiter zu erhöhen.“ Und weiter: „Wer unser Landesnetz und damit Berlin angreift, begeht eine schwerste Straftat – und schadet damit uns allen.“ Laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ warnte Digitalstaatssekretär Florian Hauer bereits in einem internen Schreiben die Beschäftigten des Landes Berlin vor eventuell KI-generierten Kontaktversuchen und Täuschungsmanövern. Sind weitere Daten gehackt worden? Der Senat und die beiden betroffenen Senatsverwaltungen arbeiten eng mit dem Landeskriminalamt Berlin (LKA), der Staatsanwaltschaft Berlin, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und weiteren Sicherheitsbehörden im Bund zusammen. Eine Sonder-Einheit wurde eingerichtet. Untersucht werde weiterhin, ob möglicherweise weitere Daten gestohlen wurden. Eine Ansprechstelle für Bedienstete sei eingerichtet, ein externer Vertrauensanwalt „als Ansprechpartner in vertraulichen oder rechtlich relevanten Sachverhalten“ eingeschaltet worden. Die Senatskanzlei: „Auch der Notfallstab tagt bis auf Weiteres.“ Gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ erklärte Senatssprecherin Christine Richter: „Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar zum russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden.“ Betroffene sollen Strafanzeige bei der Polizei erstatten Betroffene, deren Daten möglicherweise im Netz landen, werden von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert – so schreibt es die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vor. Die Senatskanzlei empfiehlt: „Betroffene sollten Strafanzeige erstatten – entweder über die Internetwache der Polizei Berlin oder über jede örtliche Polizeidienststelle.“ Eine BILD-Anfrage an die Pressestelle des Senats, wann genau das Ultimatum der Erpresser abläuft, blieb bisher unbeantwortet. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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