10. August FAZ (Wirtschaft)
Business-Ticker: Unternehmer Stihl: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß
Business-Ticker : Unternehmer Stihl: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß
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Nikolas Stihl, der Vorsitzende des Beirats des Motorsägen- und Gartengeräteherstellers Stihl, sagt: „In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr.“dpa
DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn-Betrug +++ Weißbier-Pionier: Erdinger-Inhaber Werner Brombach ist tot +++ Rheinmetall-Chef spricht über Bedrohungen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Uli Putz
Unternehmer Stihl: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß
Der Unternehmer Nikolas Stihl mahnt rasche Gespräche der Tarifparteien über die Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich in der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland an. Der Aufsichtsratschef des Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl sagte in Waiblingen der Deutschen Presse-Agentur: „In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr. Und die Sozialpartner sollten sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden und über das Thema sprechen.“ Er schaue jetzt hier natürlich insbesondere auf die IG Metall, weil sie die Zugeständnisse letztendlich machen müsse. „Aber wenn man nun schon in Richtung 500.000 verlorener Industriearbeitsplätze unterwegs ist, dann sollte man nun wirklich alles tun, um die Blutung zu stoppen.“
Stihl sagte weiter, eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken. Mitten in der Wirtschaftskrise hatte die Mercedes-Führung eine alte Grundsatzdebatte neu entfacht. Chefaufseher Martin Brudermüller regte in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard - auch bei Mercedes-Benz. Gesetzlich verpflichtend ist sie nicht. Die IG Metall hatte gegen den Vorstoß des Vorstands bei Mercedes-Benz bundesweit zu Protesten bei dem Autobauer aufgerufen.
Die Tarifgespräche in der Metall- und Elektroindustrie starten im Herbst. „Die 35-Stunden-Woche wurde mit heftigen Geburtsschmerzen einmal vereinbart. Und wenn man das Ganze zurückdrehen will, wird der Verlustschmerz sehr groß.“ Das sei schon ganz klar.
„Deswegen glaube ich auch nicht, dass man hier eine einfache Tarifrunde sehen wird.»
„Deswegen glaube ich auch nicht, dass man hier eine einfache Tarifrunde sehen wird.»
Stihl setzt auf pragmatische Lösungen bei dem Thema. „Je näher die Vertreter der IG Metall tatsächlich an der arbeitenden Bevölkerung sind, desto eher verstehen sie die Dinge.“ Er habe Bedenken gegenüber der Zentrale in Frankfurt. „Dort scheinen die Positionen sehr eingefahren und stark von ideologischen Überzeugungen geprägt zu sein.“
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Uli Putz
Boni für Bahn-Manager: Pro Bahn mahnt Bilger zu „ehrlicher Pünktlichkeitsbewertung“
Nach dem Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für eine Kopplung der Bonuszahlungen für Bahn-Manager an das Erreichen konkreter Ziele hat der Fahrgastverband Pro Bahn den Minister aufgefordert, die Pünktlichkeit von Zügen strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen. Bilger solle die Gelegenheit für eine „ehrliche Pünktlichkeitsbewertung nutzen“, forderte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer laut dem „Tagesspiegel“ (Montag).
„Verspätungen zählen ab drei Minuten wie in der Schweiz statt ab sechs Minuten, und ausgefallene Züge gelten als verspätet“, sagte Iffländer. Er warnte, der Minister dürfe sich nicht „austricksen“ lassen.
„Minister Bilger wird sich sehr anstrengen müssen, die Boni richtig zu gestalten. Bisher haben die Bahnmanager das Ministerium immer ausgetrickst“, sagte der Chef des Fahrgastverbands. Da ausgefallene Züge nicht als unpünktlich gelten würden, seien einst so viele Halte ausgelassen worden, „bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder pünktlich war“, erklärte er.
Der damalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla habe „dicke Boni“ kassiert, „als schon klar war, dass das Netz die Generalsanierungen braucht“, sagte der Pro-Bahn-Chef. Er riet Bilger, sich bei der Gestaltung der Boni „von denjenigen beraten lassen, die nicht schon bisher die Bonusgestaltung machen und entsprechende Lücken hinterlassen haben.“ Generell müsse das Bundesverkehrsministerium „mehr auf die Branche und Verbände hören“, sagte der Pro-Bahn-Chef.
Angesichts anhaltender Verspätungen bei der Deutschen Bahn hatte Bilger den Druck auf die Führungsebene des Konzerns erhöht und Konsequenzen bei den Vorstandsgehältern angekündigt. "Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahn-Managern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden“, sagte Bilger der „Bild am Sonntag“. Mit der Bahn sei bis 2029 eine Pünktlichkeit von 70 Prozent vereinbart.
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Uli Putz
DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn-Betrug
Die Umgehung des Mindestlohns hat nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds seit 2015 insgesamt rund 64 Milliarden Euro wirtschaftliche Schäden angerichtet. 35 Milliarden Euro davon hätten betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen, die den Mindestlohn nicht in voller Höhe bekommen hätten, heißt es in einer Auswertung des DGB, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
22 Milliarden Euro Verluste entfielen demnach auf die Sozialkassen, an die zu wenig Beiträge gezahlt wurden. Zudem hätten dem Fiskus sieben Milliarden Euro Einkommensteuer gefehlt, hieß es weiter. Der DGB stellt dies in Beziehung zu geplanten Einschnitten bei den Sozialversicherungen. „Ein Teil der Finanzierungslücken geht auf kriminelles Handeln von Arbeitgebern zurück, die ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachkommen“, heißt es in der Auswertung.
Grundlage sind Auskünfte von Beschäftigten zu Einkommen und Arbeitszeiten in der Langzeitbefragung „Sozioökonomisches Panel“. Daraus ergibt sich laut DGB, dass seit der Einführung des Mindestlohns 2015 durchschnittlich etwa 2 Millionen Beschäftigte pro Jahr zu wenig Lohn erhalten hätten. Im Schnitt fehlten demnach 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde. Daraus errechneten DGB-Experten die Ausfälle für Beschäftigte, Sozial- und Staatskassen pro Jahr.
Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro ist eine allgemeine Untergrenze, die nur in wenigen Ausnahmefällen unterschritten werden darf, etwa bei Praktikanten. Kritiker beklagen illegale Tricks, um den Mindestlohn zu umgehen, so etwa unbezahlte Arbeitszeiten, Abzüge für vermeintliche Kosten oder in der Arbeitszeit nicht schaffbare Vorgaben. Kontrolliert wird die Einhaltung des Mindestlohns durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Sie hat im vergangenen Jahr mehr als 50.000 Ordnungswidrigkeiten registriert.
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Weißbier-Pionier: Erdinger-Inhaber Werner Brombach ist tot
Einer der erfolgreichsten deutschen Bierbrauer ist tot: Werner Brombach, langjähriger Inhaber und Geschäftsführer der Erdinger Weißbräu, sei im Alter von 86 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte das Brauhaus der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ berichtet. Brombach hatte sein Unternehmen im vergangenen Jahr in den Besitz einer Familienstiftung überführt.
Brombach war 1965 in die von seinem Vater geführte Traditionsbrauerei nordöstlich von München eingestiegen. Sie hatte damals einen Ausstoß von 40.000 Hektoliter pro Jahr. Brombach machte als erster Brauer das bis dato vor allem in Bayern bekannte Weißbier über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt und steigerte den Ausstoß schrittweise auf rund 1,5 Millionen Hektoliter.
Mit der Marke Erdinger Weißbräu hatte Brombach auf der Grundlage bayerischer Lebensart eine weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Weißbier-Kultur geschaffen, die in der jüngeren Vergangenheit auch immer stärker durch alkoholfreie Varianten geprägt wurde. Viele Prominente tauchten in den Werbespots von Erdinger auf, darunter Spitzensportler wie Franz Beckenbauer, Thomas Müller oder die Ex-Biathletin Magdalena Neuner.
Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der Werner-Brombach-Familien-Stiftung würdigte den verstorbenen Unternehmer. „Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus. Er war national und international ein Sympathieträger, der bis zuletzt die Brauerei führte und sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmerte“. Erdinger Weißbräu wird bis heute ausschließlich am Standort Erding gebraut. Das Bier wird inzwischen in mehr als 100 Länder auf der ganzen Welt exportiert.
Brombach war 1965 in die von seinem Vater geführte Traditionsbrauerei nordöstlich von München eingestiegen. Sie hatte damals einen Ausstoß von 40.000 Hektoliter pro Jahr. Brombach machte als erster Brauer das bis dato vor allem in Bayern bekannte Weißbier über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt und steigerte den Ausstoß schrittweise auf rund 1,5 Millionen Hektoliter.
Mit der Marke Erdinger Weißbräu hatte Brombach auf der Grundlage bayerischer Lebensart eine weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Weißbier-Kultur geschaffen, die in der jüngeren Vergangenheit auch immer stärker durch alkoholfreie Varianten geprägt wurde. Viele Prominente tauchten in den Werbespots von Erdinger auf, darunter Spitzensportler wie Franz Beckenbauer, Thomas Müller oder die Ex-Biathletin Magdalena Neuner.
Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der Werner-Brombach-Familien-Stiftung würdigte den verstorbenen Unternehmer. „Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus. Er war national und international ein Sympathieträger, der bis zuletzt die Brauerei führte und sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmerte“. Erdinger Weißbräu wird bis heute ausschließlich am Standort Erding gebraut. Das Bier wird inzwischen in mehr als 100 Länder auf der ganzen Welt exportiert.
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Niedrigwasser: HDE-Chef warnt vor Engpässen im Handel
Angesichts der niedrigen Pegelstände an zahlreichen Flüssen in Deutschland warnt der Einzelhandel vor drohenden Engpässen. „Der Einzelhandel ist auf eine funktionierende Logistik im ganzen Land angewiesen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar würden nur sehr wenige Güter, die für den Einzelhandel bestimmt sind, per Schiff transportiert. Bei Ausweichbewegungen von Schiffen hin zu Lkw und Bahn könnten aber Engpässe entstehen, „die dann auch der Einzelhandel zu spüren bekommt.“ Wegen ausbleibender Niederschläge und hoher Temperaturen sind die Pegelstände etwa am Rhein auf rekordniedrige Werte gefallen, weshalb Frachtschiffe nur einen Bruchteil der möglichen Ladung transportieren können.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. So sei es jetzt höchste Zeit, dass das Bundeswirtschaftsministerium dauerhaft die sogenannten Lang-Lkw zulasse und das dafür zulässige Verkehrsnetz ausgebaut werde, forderte Genth. Zwei längere Einheiten des sogenannten Lang-Lkw können bis zu drei konventionelle Lkw-Einheiten ersetzen und somit sowohl den Energie- und Personaleinsatz senken sowie auch den CO₂-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduzieren. „Die Lang-Lkw verkehren ausschließlich auf Fernverkehrsstraßen und behindern damit in keinster Weise den städtischen Verkehr“, sagte Genth. Die Waren würden dann aus großen Logistikzentren heraus mit kleineren Fahrzeugen weiter verteilt.
Die immer wieder zeitlich befristete Sondergenehmigung für Lang-Lkw ist dem HDE zufolge zwar verlängert worden. Der Verband fordert aber einen Übergang in den Regelbetrieb. „Die Unternehmen brauchen Planungs- und damit Investitionssicherheit“, sagte Genth. Der jahrelange Versuchsbetrieb habe gezeigt, dass mit Lang-Lkw den Verkehr entlaste. Die Unternehmen können den Betrieb damit nur dann weiter ausbauen, wenn sie sicher sein können, dass sie diese Fahrzeuge auch dauerhaft nutzen dürfen. „Dass wir dieses Verkehrsmittel brauchen, macht die aktuelle Situation deutlich“, so Genth.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. So sei es jetzt höchste Zeit, dass das Bundeswirtschaftsministerium dauerhaft die sogenannten Lang-Lkw zulasse und das dafür zulässige Verkehrsnetz ausgebaut werde, forderte Genth. Zwei längere Einheiten des sogenannten Lang-Lkw können bis zu drei konventionelle Lkw-Einheiten ersetzen und somit sowohl den Energie- und Personaleinsatz senken sowie auch den CO₂-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduzieren. „Die Lang-Lkw verkehren ausschließlich auf Fernverkehrsstraßen und behindern damit in keinster Weise den städtischen Verkehr“, sagte Genth. Die Waren würden dann aus großen Logistikzentren heraus mit kleineren Fahrzeugen weiter verteilt.
Die immer wieder zeitlich befristete Sondergenehmigung für Lang-Lkw ist dem HDE zufolge zwar verlängert worden. Der Verband fordert aber einen Übergang in den Regelbetrieb. „Die Unternehmen brauchen Planungs- und damit Investitionssicherheit“, sagte Genth. Der jahrelange Versuchsbetrieb habe gezeigt, dass mit Lang-Lkw den Verkehr entlaste. Die Unternehmen können den Betrieb damit nur dann weiter ausbauen, wenn sie sicher sein können, dass sie diese Fahrzeuge auch dauerhaft nutzen dürfen. „Dass wir dieses Verkehrsmittel brauchen, macht die aktuelle Situation deutlich“, so Genth.
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Rheinmetall-Chef: „Wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job“
Armin Papperger (63), eine der meist geschützten Persönlichkeiten Deutschlands, lässt sich von möglichen Anschlagsrisiken nicht einschüchtern. „Kneifen gilt nicht in dem Bereich“, sagte der Chef des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall der Deutschen Presse-Agentur. „Die Jobs müssen gemacht werden, und wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job.“
Papperger steht wegen möglicher russischer Mordpläne seit längerem unter Polizeischutz und hat Personenschützer, die auch in der Düsseldorfer Konzernzentrale stets an seiner Seite sind. Das Schutzniveau für den Rheinmetall-Chef gleicht jenem für den Bundeskanzler.
„Es ist bekannt, dass man mein Gartenhäuschen abgebrannt hat und dass es Demonstrationen vor meinem Haus gab“, sagte der Rüstungsmanager. „Wenn das eine Bedrohung ist, ja – dann müsste ich mich vielleicht bedroht fühlen.“ Auf der anderen Seite schütze ihn der Staat so weit, wie es irgendwie möglich sei. „Aber in einem anderen Job hätte ich sicherlich eine geringere Bedrohungslage“, so Papperger. Rheinmetall liefert umfangreich Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine und baut dort auch Werke auf.
Kürzlich hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Mitarbeiter von Rüstungsunternehmen zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen das Ziel von Ausspähungs- und Sabotagehandlungen durch russische staatliche Stellen oder in deren Auftrag würden, hieß es in einem Sicherheitshinweis. Abhängig vom Kriegsverlauf in der Ukraine seien auch gezielte Angriffe gegen einzelne Mitarbeiter – besonders der Leitungsebene – nicht auszuschließen.
Papperger steht wegen möglicher russischer Mordpläne seit längerem unter Polizeischutz und hat Personenschützer, die auch in der Düsseldorfer Konzernzentrale stets an seiner Seite sind. Das Schutzniveau für den Rheinmetall-Chef gleicht jenem für den Bundeskanzler.
„Es ist bekannt, dass man mein Gartenhäuschen abgebrannt hat und dass es Demonstrationen vor meinem Haus gab“, sagte der Rüstungsmanager. „Wenn das eine Bedrohung ist, ja – dann müsste ich mich vielleicht bedroht fühlen.“ Auf der anderen Seite schütze ihn der Staat so weit, wie es irgendwie möglich sei. „Aber in einem anderen Job hätte ich sicherlich eine geringere Bedrohungslage“, so Papperger. Rheinmetall liefert umfangreich Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine und baut dort auch Werke auf.
Kürzlich hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Mitarbeiter von Rüstungsunternehmen zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen das Ziel von Ausspähungs- und Sabotagehandlungen durch russische staatliche Stellen oder in deren Auftrag würden, hieß es in einem Sicherheitshinweis. Abhängig vom Kriegsverlauf in der Ukraine seien auch gezielte Angriffe gegen einzelne Mitarbeiter – besonders der Leitungsebene – nicht auszuschließen.
Ans Aufhören in Deutschlands größter Waffenschmiede, die er seit 2013 als Vorstandschef lenkt, denkt der 63-jährige Papperger jedenfalls noch nicht. „Erst mal habe ich noch einen dreieinhalb Jahre laufenden Vertrag, da wird noch sehr, sehr viel Wasser den Rhein runterlaufen“, sagte er. „Im Augenblick fühle ich mich jung, gesund und habe sehr viel Spaß, mit viel jüngeren Menschen zu arbeiten.“
Der diplomierte Ingenieur Papperger stieg nach dem Studium 1990 bei Rheinmetall ein und durchlief in 36 Jahren zahlreiche Stationen bis an die Spitze des Rüstungskonzerns. Aber auch im Rentenalter möchte Papperger sich nicht zur Ruhe setzen. „Rheinmetall ist für mich meine zweite Familie. Aber ich habe ja privat noch ein paar andere Firmen, insofern werde ich immer etwas zu tun haben“, so der Manager. „Ich habe auch eine tolle Familie. Vielleicht ist es auch mal Zeit, sich ein bisschen mehr mit den Enkelkindern zu beschäftigen“, sagte er. „Aber das ist ja noch ein bisschen hin.“
Drei Eigenschaften muss ein Rüstungskonzernchef nach Worten Pappergers haben: technisches Verständnis, keine Scheu vor der Politik und sehr strategisches Denken. Für Papperger ist ein enger Kontakt zur Politik selbstverständlich. „Das ist ja der Kunde. Ich glaube, es ist immer vernünftig, einen vernünftigen Draht zum Kunden zu haben.“ Rheinmetall sei halt kein normales Geschäft. „Würde ich Autos verkaufen, hätte ich natürlich Millionen von Kunden. Ich habe vielleicht 120 Kunden auf der Welt. Es sind letztendlich 120 Regierungen, mit denen wir sprechen.“
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Berkshire Hathaway steigert Gewinn und kauft Aktien zurück
Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat unter ihrem neuen Chef Greg Abel den operativen Gewinn gesteigert. Er legte im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 12,98 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Zugleich wurden die enormen Geldvorräte abgebaut. Im zweiten Quartal wurden eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar zurückgekauft. Im Juli kamen weitere 3,3 Milliarden Dollar hinzu.
Zudem kaufte Berkshire erstmals seit 14 Quartalen mehr Aktien als es verkaufte. Unter anderem stockte Berkshire seine Beteiligung an der Google-Muttergesellschaft Alphabet um zehn Milliarden Dollar auf. Der Bargeldbestand sank von einem Rekordwert von 380,2 Milliarden Dollar im Vorquartal auf 364,7 Milliarden Dollar.
Für Abel war es das zweite Quartal an der Spitze des Unternehmens. Er hat den Chefposten von der Investorenlegende Warren Buffett übernommen, der weiterhin Verwaltungsratschef ist. Investoren hatten mit Spannung erwartet, ob Abel bei der Kapitalverwaltung einen anderen Ansatz als Buffett verfolgen würde. Buffett hatte gegen Ende seiner 60-jährigen Amtszeit zunehmend Schwierigkeiten, die Barmittel gewinnbringend einzusetzen. Das Tempo der Aktienrückkäufe ist nun mit der Spitze unter Buffett zu Beginn des Jahrzehnts vergleichbar.
Der Nettogewinn hat sich auf 25,67 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das Ergebnis des Vorjahreszeitraums war jedoch durch eine Abschreibung von 3,76 Milliarden Dollar auf die Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz belastet worden. Zum operativen Gewinn trugen unter anderem höhere Erträge der Eisenbahngesellschaft BNSF sowie aus den Bereichen Fertigung, Dienstleistungen und Einzelhandel bei.
Zudem kaufte Berkshire erstmals seit 14 Quartalen mehr Aktien als es verkaufte. Unter anderem stockte Berkshire seine Beteiligung an der Google-Muttergesellschaft Alphabet um zehn Milliarden Dollar auf. Der Bargeldbestand sank von einem Rekordwert von 380,2 Milliarden Dollar im Vorquartal auf 364,7 Milliarden Dollar.
Für Abel war es das zweite Quartal an der Spitze des Unternehmens. Er hat den Chefposten von der Investorenlegende Warren Buffett übernommen, der weiterhin Verwaltungsratschef ist. Investoren hatten mit Spannung erwartet, ob Abel bei der Kapitalverwaltung einen anderen Ansatz als Buffett verfolgen würde. Buffett hatte gegen Ende seiner 60-jährigen Amtszeit zunehmend Schwierigkeiten, die Barmittel gewinnbringend einzusetzen. Das Tempo der Aktienrückkäufe ist nun mit der Spitze unter Buffett zu Beginn des Jahrzehnts vergleichbar.
Der Nettogewinn hat sich auf 25,67 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das Ergebnis des Vorjahreszeitraums war jedoch durch eine Abschreibung von 3,76 Milliarden Dollar auf die Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz belastet worden. Zum operativen Gewinn trugen unter anderem höhere Erträge der Eisenbahngesellschaft BNSF sowie aus den Bereichen Fertigung, Dienstleistungen und Einzelhandel bei.
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PFAS-Verbot: Drägerwerk-Chef hofft auf Bundesregierung
In der Debatte um ein weitreichendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene wartet Drägerwerk-Chef Stefan Dräger auf ein Einschreiten der Bundesregierung. „Die Bundesregierung könnte noch immer eingreifen und sagen, wir haben jetzt eine politische Bewertung auch der gesellschaftlichen Auswirkungen vorgenommen und wir wollen den Vorschlag ändern", sagt er der Nachrichtenagentur dpa. Er warte auf eine Initiative der Regierung, den deutschen Industriestandort zu retten.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich um eine Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Mehr als 10.000 verschiedene Verbindungen sind bekannt. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.
„Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Er spricht sich dafür aus, dass die Industrie besonders nützliche Stoffe weiter verwenden darf – sofern diese ungiftig und nicht wasserlöslich sind. Als Voraussetzung müssten Produktion, Gebrauch und Entsorgung kontrolliert werden. PFAS seien zwar sehr beständig und gehörten nicht in die Umwelt, aber nicht alle seien gefährlich. Den Begriff Ewigkeitschemikalien lehnt Dräger nach eigener Aussage ab. Umweltaktivisten nutzten die Formulierung, um Unmut zu säen.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich um eine Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Mehr als 10.000 verschiedene Verbindungen sind bekannt. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.
„Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Er spricht sich dafür aus, dass die Industrie besonders nützliche Stoffe weiter verwenden darf – sofern diese ungiftig und nicht wasserlöslich sind. Als Voraussetzung müssten Produktion, Gebrauch und Entsorgung kontrolliert werden. PFAS seien zwar sehr beständig und gehörten nicht in die Umwelt, aber nicht alle seien gefährlich. Den Begriff Ewigkeitschemikalien lehnt Dräger nach eigener Aussage ab. Umweltaktivisten nutzten die Formulierung, um Unmut zu säen.
PFAS sind bereits teils international, auf EU-Ebene und national reguliert. In der EU läuft seit 2023 ein weitreichendes Beschränkungsverfahren, das Behörden aus fünf europäischen Ländern – darunter Deutschland – angestrengt haben.
Es werden mehrere Varianten diskutiert. Inzwischen gilt die Option eines Totalverbots als voraussichtlich nicht umsetzbar. Das Bewertungsverfahren soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Dräger kritisierte, der Vorstoß auch aus Deutschland beruhe nicht auf einem Beschluss des Bundestags. Es fehle deshalb an Legitimation.
Dräger (63) leitet in fünfter Generation das 1889 in Lübeck gegründete Familienunternehmen. Vergangenes Jahr beschäftigte der börsennotierte Konzern mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von annähernd 3,5 Milliarden Euro. Die Stammaktien hält mehrheitlich die Familie Dräger.
Es werden mehrere Varianten diskutiert. Inzwischen gilt die Option eines Totalverbots als voraussichtlich nicht umsetzbar. Das Bewertungsverfahren soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Dräger kritisierte, der Vorstoß auch aus Deutschland beruhe nicht auf einem Beschluss des Bundestags. Es fehle deshalb an Legitimation.
Dräger (63) leitet in fünfter Generation das 1889 in Lübeck gegründete Familienunternehmen. Vergangenes Jahr beschäftigte der börsennotierte Konzern mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von annähernd 3,5 Milliarden Euro. Die Stammaktien hält mehrheitlich die Familie Dräger.
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Amazon finanziert riesiges Gaskraftwerk in Texas
Der Amazon-Konzern finanziert in Texas für seine Rechenzentren ein Gaskraftwerk, das leistungsstärker als alle bisherigen Anlagen in den USA werden soll. Das Unternehmen bestätigte am Freitag entsprechende Berichte, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Es ist das jüngste Beispiel dafür, wie die großen Technologiekonzerne im Wettlauf um Künstliche Intelligenz versuchen, sich vom öffentlichen Stromnetz unabhängig zu machen und selbst Energie für ihre Rechenzentren zu erzeugen.
Das Marktanalyseunternehmen Cleanview hatte zuvor Satellitenbilder ausgewertet, um drei in dieser Woche von Amazon eingereichte Baugenehmigungen für Rechenzentren mit dem privat geplanten Gaskraftwerk in Texas in Verbindung zu bringen, das von Pacifico Energy entwickelt wird und unter dem Namen „GW Ranch“ läuft. Aus zuvor eingereichten Genehmigungsunterlagen für das Kraftwerk geht hervor, dass die Anlage über 35 Turbinen verfügen und eine Leistung von 7,65 Gigawatt erzeugen soll – mehr als jedes derzeit in den USA betriebene Gaskraftwerk.
Durch die eigene Stromerzeugung werde vermieden, dass die Kosten für die KI-Entwicklung an die Bürger weitergegeben werden, erklärte Amazon. Die Stromrechnungen der Privathaushalte sind in den USA zuletzt oft stark gestiegen, weil die Versorgungsunternehmen Kosten für die Schaffung der für den KI-Boom notwendigen neuen Infrastruktur an Verbraucher weiterreichen. „Amazon ist der Überzeugung, dass die Kosten für die Energieversorgung unserer Betriebsabläufe voll von uns getragen werden sollten“, sagte ein Unternehmenssprecher.
Das Marktanalyseunternehmen Cleanview hatte zuvor Satellitenbilder ausgewertet, um drei in dieser Woche von Amazon eingereichte Baugenehmigungen für Rechenzentren mit dem privat geplanten Gaskraftwerk in Texas in Verbindung zu bringen, das von Pacifico Energy entwickelt wird und unter dem Namen „GW Ranch“ läuft. Aus zuvor eingereichten Genehmigungsunterlagen für das Kraftwerk geht hervor, dass die Anlage über 35 Turbinen verfügen und eine Leistung von 7,65 Gigawatt erzeugen soll – mehr als jedes derzeit in den USA betriebene Gaskraftwerk.
Durch die eigene Stromerzeugung werde vermieden, dass die Kosten für die KI-Entwicklung an die Bürger weitergegeben werden, erklärte Amazon. Die Stromrechnungen der Privathaushalte sind in den USA zuletzt oft stark gestiegen, weil die Versorgungsunternehmen Kosten für die Schaffung der für den KI-Boom notwendigen neuen Infrastruktur an Verbraucher weiterreichen. „Amazon ist der Überzeugung, dass die Kosten für die Energieversorgung unserer Betriebsabläufe voll von uns getragen werden sollten“, sagte ein Unternehmenssprecher.
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Mathias Peer
Nvidia plant Milliardeneinstieg bei Lancium
Der US-Chipkonzern Nvidia will einem Medienbericht zufolge bis zu drei Milliarden Dollar in den Energieinfrastrukturentwickler Lancium investieren. Das von der Investmentgesellschaft Blackstone finanzierte US-Unternehmen steht hinter dem Projekt Stargate.
Wie das Technologieportal „The Information“ unter Berufung auf Insider berichtete, erhält Nvidia für die ersten zwei Milliarden Dollar einen Anteil von 20 Prozent an Lancium. Diese Beteiligung könnte durch die Investition einer weiteren Milliarde auf rund 30 Prozent steigen, sofern der Infrastrukturentwickler bestimmte Vorgaben erfüllt. Stellungnahmen der beiden Unternehmen lagen zunächst nicht vor.
Wie das Technologieportal „The Information“ unter Berufung auf Insider berichtete, erhält Nvidia für die ersten zwei Milliarden Dollar einen Anteil von 20 Prozent an Lancium. Diese Beteiligung könnte durch die Investition einer weiteren Milliarde auf rund 30 Prozent steigen, sofern der Infrastrukturentwickler bestimmte Vorgaben erfüllt. Stellungnahmen der beiden Unternehmen lagen zunächst nicht vor.
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Börsen in der EU schließen auf Rekordhoch
Ein überraschender Stellenabbau in den USA hat die Zinssorgen der Anleger gelindert und mehrere europäische Indizes am Freitag auf ein Rekordhoch steigen lassen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte im Tagesverlauf auf ein Rekordhoch von 26.445 Punkten und schloss mit einem Plus von 0,69 Prozent und 26.319,45 Zählern. Auch die Börsen in Paris (+0,17 Prozent) und Mailand (+0,06 Prozent) schlossen mit neuen Rekordwerten. Die Londoner Börse schloss mit 0,31 Prozent ebenfalls im Plus. Die Aktienmärkte reagierten damit auf den sinkenden Ölpreis und die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten ist unerwartet gesunken. Dies dürfte Sorgen mildern, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen bald anheben könnte.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank im Juli um 23.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Zuwachs von 80.000 Stellen gerechnet. Börsianer setzen angesichts der eingetrübten Lage auf stabil bleibende Zinsen und sehen eine geldpolitische Straffung in den USA in weitere Ferne rücken. Die Chance auf einen Zinsschritt nach oben im September wird an den Börsen aktuell nur noch auf etwa 44 Prozent nach zuvor 55 Prozent geschätzt. Nach Einschätzung von Daniel Hartmann, Chefvolkswirt von Bantleon, dürften für die Notenbanker allerdings weiterhin die Inflationszahlen im Vordergrund stehen. „Solange sich diese deutlich über der Zielmarke bewegen, wird der Druck zu Leitzinsanhebungen anhalten.“
Die hohen Energiepreise sind den Anlegern deswegen ein Dorn im Auge. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Freitag um 1,4 Prozent auf 83,67 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf 78,35 Dollar. Die Gespräche zwischen iranischen und US-amerikanischen Unterhändlern zur Beendigung der seit fünf Monaten andauernden Kämpfe lieferten keine klaren Signale. Zu Beginn der Woche waren die Ölpreise gefallen, da eine mögliche Lösung des Konflikts wahrscheinlicher erschien.
Der Dollar geriet unter Druck, im Gegenzug wertete der Euro ein halbes Prozent auf 1,1576 Dollar auf. Der Goldpreis weitete seine Gewinne deutlich aus und legte drei Prozent auf ein Sieben-Wochen-Hoch zu. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen sank um 4,7 Basispunkte auf 4,623 Prozent.
Für Bewegung an den Aktienmärkten sorgten erneut etliche Firmenbilanzen. „Die laufende Berichtssaison untermauert die Einschätzung, dass die europäischen Unternehmen im Grunde gesund sind“, sagte Gordon Kerr, Stratege bei der Ratingagentur KBRA. „Die Anleger werden jedoch zunehmend wählerischer, denn die hohen Bewertungen lassen kaum noch Spielraum für Enttäuschungen.“ Aktien von Daimler Truck rutschten um 2,8 Prozent ab und waren damit Schlusslicht im Dax. Die erhöhten US-Einfuhrzölle belasteten das Ergebnis des Lkw-Bauers im zweiten Quartal. Ein Händler verwies zudem auf die überraschend schwachen Auftragseingänge. Unter Druck gerieten auch die Aktien von Lanxess, die im MDax 4,4 Prozent einbüßten. Der Spezialchemiekonzern dämpfte die Hoffnungen auf eine schnelle konjunkturelle Erholung.
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Siemens investiert in den USA 200 Millionen in KI-Infrastruktur
Der Technologiekonzern Siemens will seine Führungsrolle in industriellen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) festigen und investiert daher 200 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, werden die Produktionskapazitäten mit zwei neuen Werken in Pendergrass (Georgia) und Grand Prairie (Texas) ausgebaut. Nach Unternehmensangaben werden in den USA mehr als 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit will Siemens in der Lage sein, die kritische elektrische Infrastruktur für die wachsenden KI-Anforderungen liefern zu können. Damit reagiert der Konzern auf die rasant wachsende Nachfrage nach KI-fähigen Rechenzentren.
Siemens hatte im Juli schon angekündigt, rund 300 Millionen Euro in seine deutschen Werke zu investieren, um das schnelle Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen. Wie das Unternehmen am Donnerstag berichtet hatte, lag das Auftragsvolumen für KI-Rechenzentren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) bei fast sechs Milliarden Euro. Das entspricht einem prozentual dreistelligen Plus zum Vorjahreszeitraum. „Mit diesen Investitionen in den Vereinigten Staaten stärken wir unsere Position, um den KI-Ausbau zu unterstützen und Kunden dabei zu helfen, Rechenzentren zu realisieren, die sowohl KI-fähig als auch effizient und resilient sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Busch.
Siemens hatte im Juli schon angekündigt, rund 300 Millionen Euro in seine deutschen Werke zu investieren, um das schnelle Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen. Wie das Unternehmen am Donnerstag berichtet hatte, lag das Auftragsvolumen für KI-Rechenzentren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) bei fast sechs Milliarden Euro. Das entspricht einem prozentual dreistelligen Plus zum Vorjahreszeitraum. „Mit diesen Investitionen in den Vereinigten Staaten stärken wir unsere Position, um den KI-Ausbau zu unterstützen und Kunden dabei zu helfen, Rechenzentren zu realisieren, die sowohl KI-fähig als auch effizient und resilient sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Busch.
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Thyssenkrupp-Aktionäre machen Weg zur Abspaltung frei
In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre des Industriekonzerns Thyssenkrupp am Freitag zugestimmt, dass die Materialsparte abgespalten wird und an die Börse gebracht werden kann. An der zukünftigen TK Accelis Group AG & Co. KGaA sollen die heutigen Aktionäre von Thyssenkrupp beim Börsengang direkt beteiligt werden. Für je 20 Thyssenkrupp-Aktien erhalten die Anteilseigner eine Aktie von TK Accelis. Die werden den Aktionären direkt ins Depot gebucht.
Genauso hatte Thyssenkrupp es in der Verselbständigung der Marinesparte TKMS gemacht. Gleich ist auch die Strategie im Anteilsbesitz: An Accelis will der Mutterkonzern ebenfalls zukünftig 51 Prozent halten und damit Mehrheitsgesellschafter bleiben. „Mit der Verselbständigung erhält TK Accelis gleichermaßen Freiheit und Verantwortung, sich eigenständig zu entwickeln“, sagte der Thyssenkrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Russwurm.
Der Vorstandsvorsitzende Miguel López baut Thyssenkrupp von einem Industriekonglomerat zu einer Holding mit weitgehend eigenständigen Beteiligungen um. TK Accelis beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 132 Millionen Euro erwirtschaftet. Geleitet wird die Sparte von Ilse Henne.
Genauso hatte Thyssenkrupp es in der Verselbständigung der Marinesparte TKMS gemacht. Gleich ist auch die Strategie im Anteilsbesitz: An Accelis will der Mutterkonzern ebenfalls zukünftig 51 Prozent halten und damit Mehrheitsgesellschafter bleiben. „Mit der Verselbständigung erhält TK Accelis gleichermaßen Freiheit und Verantwortung, sich eigenständig zu entwickeln“, sagte der Thyssenkrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Russwurm.
Der Vorstandsvorsitzende Miguel López baut Thyssenkrupp von einem Industriekonglomerat zu einer Holding mit weitgehend eigenständigen Beteiligungen um. TK Accelis beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 132 Millionen Euro erwirtschaftet. Geleitet wird die Sparte von Ilse Henne.
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Generali legt in Deutschland kräftig zu
Die Nachfrage nach traditionellen Sparprodukten mit Einmaleinzahlung haben dem Versicherer Generali in Deutschland einen erheblichen Umsatzschub eingebracht. Wie das italienische Unternehmen im Zuge seines jüngsten Quartalsberichts erläuterte, sind Angebote wie „Tagesgeld Plus“ des Generali-Direktversicherers CosmosLife gut angekommen, zumal das höhere Zinsumfeld die Anleger überzeuge.
Vor diesem Hintergrund sind die Generali-Versicherungsprämien mit klassischen Lebensversicherungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um fast 60 Prozent gestiegen. Klassische Renten- oder Kapitalversicherungen gegen Einmalbeitrag gelten als Alternative zu Festgeld oder Sparbüchern.
Vor diesem Hintergrund sind die Generali-Versicherungsprämien mit klassischen Lebensversicherungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um fast 60 Prozent gestiegen. Klassische Renten- oder Kapitalversicherungen gegen Einmalbeitrag gelten als Alternative zu Festgeld oder Sparbüchern.
Auch konzernweit wies Generali, der drittgrößte europäische Versicherer hinter Allianz und Axa, gute Ergebnisse aus. Die Aktie erreichte am Montag in Mailand ein neues Allzeithoch bei einer Marktbewertung von rund 70 Milliarden Euro.
Generali verweist darauf, dass in Deutschland die Zusammenarbeit mit dem Vertriebspartner DVAG, an dem der italienische Konzern beteiligt ist, zusammen mit den Cosmos-Direktangeboten (ohne Makler) für einen attraktiven Auftritt sorge.
All das führte in Deutschland im Lebensversicherungsgeschäft im ersten Halbjahr zu einem Anstieg des Betriebsgewinns um 13 Prozent auf 290 Millionen Euro. Der Neugeschäftswert ging dagegen um gut 17 Prozent auf 172 Millionen Euro zurück, was nach Angaben von Generali der allgemeinen Marktentwicklung entspricht und gleichzeitig auf günstigere Konditionen für die Kunden hindeuten könnte.
Auch bei Kfz-Versicherungen weist Generali in Deutschland Wachstum aus, aber wohl geringer. Konzernweit legte das Autogeschäft um sechs Prozent zu. Das Betriebsergebnis in diesem Bereich sank in Deutschland um 5 Millionen Euro auf 321 Millionen Euro.
Konzernweit stiegen im ersten Halbjahr die Prämieneinnahmen um fast sechs Prozent auf gut 53 Milliarden Euro und der bereinigte Nettogewinn um knapp 14 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal erreichte der Nettogewinn sogar ein Plus von 43 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen betonte, dass dies trotz höherer Kosten für Naturkatastrophen, etwa einem Sturm in Portugal, gelungen sei.
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Munich Re kappt Umsatzprognose im Kerngeschäft
Die Munich Re muss dem Preisverfall im Schaden-Rückversicherungsgeschäft Tribut zollen. Wie der Rückversicherer am Freitag mitteilte, wird die Umsatzprognose im Kerngeschäft um zwei Milliarden auf 38 Milliarden Euro gekürzt. Demnach erwartet der Versicherungskonzern in diesem Jahr einen Konzernumsatz von 62 Milliarden Euro nach bislang 64 Milliarden Euro. Trotzdem hält der Vorstandsvorsitzende Christoph Jurecka an der Prognose eines Rekordergebnisses fest: „Mit einem exzellenten Halbjahresergebnis von 3,9 Milliarden Euro ist Munich Re auf sehr gutem Weg, das Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen.“
Dank der starken Bilanz, höherer Investmenterträge und steigender Ergebnisbeiträge der weniger volatilen Geschäftssegmente, also des Erstversicherers Ergo, der Spezialversicherung und der Leben-Rückversicherung, könne die Munich Re den Marktzyklus in der Schaden-Rückversicherung aus einer Position der Stärke steuern. „Auf Geschäft, für das wir keine risikoadäquaten Preise erhalten, verzichten wir bewusst“, betonte Jurecka.
Dank der starken Bilanz, höherer Investmenterträge und steigender Ergebnisbeiträge der weniger volatilen Geschäftssegmente, also des Erstversicherers Ergo, der Spezialversicherung und der Leben-Rückversicherung, könne die Munich Re den Marktzyklus in der Schaden-Rückversicherung aus einer Position der Stärke steuern. „Auf Geschäft, für das wir keine risikoadäquaten Preise erhalten, verzichten wir bewusst“, betonte Jurecka.
Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn um mehr als ein Fünftel, was der Vorstand auf die geringen Katastrophenschäden und die hohen Erträge aus der Kapitalanlage zurückführte. Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli sei das Geschäftsvolumen um neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gesunken. Die Preise zeigten nach Einschätzung der Munich Re insgesamt eine rückläufige Entwicklung. Trotz eines Preisrückgangs von 5,5 Prozent wertet die Gesellschaft das Preisniveau für das eigene Portfolio weiterhin als gut.
Der zum Jahresanfang als Vorstandsvorsitzender angetretene Jurecka will die Munich Re weniger abhängig vom Schaden-Rückversicherungsgeschäft ausrichten. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2030 der Ergebnisbeitrag der Schaden-Rückversicherung von 50 auf 40 Prozent sinkt und jener der drei anderen Sparten von 50 auf 60 Prozent steigt. In der ersten Jahreshälfte trug die Schaden-Rückversicherung fast 54 Prozent zum Konzernergebnis bei. Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.
Der zum Jahresanfang als Vorstandsvorsitzender angetretene Jurecka will die Munich Re weniger abhängig vom Schaden-Rückversicherungsgeschäft ausrichten. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2030 der Ergebnisbeitrag der Schaden-Rückversicherung von 50 auf 40 Prozent sinkt und jener der drei anderen Sparten von 50 auf 60 Prozent steigt. In der ersten Jahreshälfte trug die Schaden-Rückversicherung fast 54 Prozent zum Konzernergebnis bei. Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.
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