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Freitag, 17. Juli 2026
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Wie teuer kommen Sie die Reformen zu stehen? Oder profitieren Sie? Schreiben Sie uns!

Medienspektrum

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17. Juli
Der Spiegel (Wirtschaft)

Wie teuer kommen Sie die Reformen zu stehen? Oder profitieren Sie? Schreiben Sie uns!

Aufruf an Leserinnen und Leser Wie teuer kommen Sie die Reformen zu stehen? Oder profitieren Sie? Schreiben Sie uns! Haben Sie einen Minijob, auf den Sie unbedingt angewiesen sind? Arbeitet einer von Ihnen, während der oder die andere in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung mitversichert ist – bislang kostenlos? Verdienen Sie ein wenig über der Beitragsbemessungsgrenze, aber nicht viel? Dann schreiben Sie uns, wie Sie derzeit zurechtkommen – und ob das künftig noch funktionieren kann (die E-Mail-Adresse finden Sie unten). Denn die Bundesregierung packt derzeit so viele Reformen auf einmal an wie selten zuvor: bei der Einkommensteuer, in der Kranken- und in der Pflegeversicherung und mit der Rentenreform könnte ein echter Rundumschlag kommen. So stehen etwa die Minijobs vor dem Aus (außer für Schüler). Weil es so viele Reformen sind – und sie einander teilweise auch beeinflussen –, fällt es mitunter schwer, abzuschätzen, was sie unter dem Strich für das Haushaltsbudget bedeuten. Deswegen hat der SPIEGEL einen interaktiven Rechner entwickelt, mit dem Sie das für Ihren Haushalt individuell herausfinden können. Sie finden ihn gleich unter diesem Text. Doch auch dieser Rechner kann lediglich das Plus oder Minus ausweisen, das durch höhere oder niedrigere Beiträge und Steuerschuld entsteht. Er kann nicht abschätzen, was höhere Zuzahlungen für Medikamente und Heilmittel im konkreten Fall bedeuten. Ebenso wenig wie die finanziellen Folgen von verschärften Regeln für Pflegebedürftigkeit sowie Kürzungen bei staatlichen Zuschüssen im Heim. Das können nur Sie – schreiben Sie uns. Vielleicht gehören Sie aber auch zu jenen, bei denen sich unter dem Strich kaum etwas ändert, ja vielleicht sogar etwas mehr Netto vom Brutto bleibt. Auch dann interessiert uns, wie Sie derzeit finanziell zurechtkommen und wie Sie über die Reformen denken – etwa über die Mehrbelastung bestimmter Gruppen. Schreiben Sie uns. Wir würden gern von Ihnen wissen: Was bedeuten die Reformen für Ihr Leben? Wie ist Ihre Situation heute – und wie wird sie im Jahr 2028 sein, wenn die Reformen nahezu vollständig greifen? Wie viel Geld fehlt Ihnen dann – oder wie viel mehr hätten Sie? Was müssten Sie deshalb ändern, und geht das überhaupt? Schreiben Sie uns an wirtschaft.reformen@spiegel.de . Und bitte auch, wie wir am besten mit Ihnen Kontakt aufnehmen können. Einige Ihrer Antworten würden wir gern veröffentlichen – selbstverständlich nur nach ausführlicher Rücksprache mit Ihnen und mit Ihrer Einwilligung. Selbstverständlich behandeln wir Ihre persönlichen Daten und Angaben vertraulich. Welche Reformen unser Rechner im Detail berücksichtigt und welche Annahmen wir für ihn getroffen haben, finden Sie ausführlich in diesem Artikel.

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15. Juli
Handelsblatt

Interaktiver Rechner: Ehepaar, Single, Eltern: Errechnen Sie Ihr künftiges Netto nach der Steuerreform

Wie Ihr Gehalt durch die Steuerreform beeinflusst wird Berlin. Die Steuerreform sei kein „Big Bang“, sagten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Reformpakets, auf das sich die Koalition geeinigt hat. Und doch: Gerade Eltern dürfen zumindest eine leichte finanzielle Entlastung erwarten. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Datenanalyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln für das Handelsblatt. Was die Steuerreform konkret für Ihr Netto bedeutet, können Sie in unserem interaktiven Rechner berechnen. Die Steuerreform setzt einerseits bei der Reichensteuer an. Ab 250.000 Euro Einkommen soll ein Steuersatz von 45 Prozent greifen; ab 280.000 Euro dann ein höherer Satz von 47 Prozent. Derzeit gilt ein Satz von 45 Prozent auf Einkommen von mehr als 277.825 Euro. Andererseits sollen beispielsweise der Grundfreibetrag (vormals 12.348 Euro, künftig 12.900 Euro) sowie die Freibeträge pro Kind wohl deutlich steigen (vormals 4878 Euro, künftig 5123 Euro). Hinzu kommen ein höherer Arbeitnehmerpauschbetrag, ein höheres Kindergeld und eine leichte Verschiebung in der Steuerkurve. Allerdings sind alle Details der Steuerreform noch nicht vollends kommuniziert. Das ist auch der Grund für Differenzen zwischen den Modellrechnungen des IW und den Aussagen der Bundesregierung: Während das IW-Modell für ein Ehepaar mit zwei Kindern von einer Steuerentlastung um 576 Euro ausgeht, ist im Dokument zum Reformpaket von mehr als 600 Euro jährlich die Rede. Dennoch lassen sich deutliche Rückschlüsse ziehen: Erst ab sehr hohen Einkünften bei kinderlosen Ehepaaren wirkt sich die Steuerreform zu deren Nachteil aus. Eltern mit Kindern müssten ein Haushaltseinkommen von fast 600.000 Euro aufbringen, bis sie Einbußen befürchten müssten. Wie Ökonomen auf die Steuerreform schauen Die ersten Reaktionen auf die Steuerreformen fallen unterschiedlich aus. „Die Entlastungen entstehen hauptsächlich aus der Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags und des Kindergeldes“, sagt IW-Forscher Tobias Hentze, der die Berechnungen gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Beznoska für das Handelsblatt durchgeführt hat. Das sei enttäuschend. Für den früheren Wirtschaftsweisen Peter Bofinger ist die Steuerreform ebenfalls zu klein geraten. Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sagte dem Handelsblatt hingegen, dass das Paket „ein nachvollziehbarer Deal“ sei. Er befürchtet aber, dass die Gegenfinanzierung der weitgehenden Steuerentlastungen durch ein Besteuern hoher Einkommen es schwieriger mache, Talente aus dem Ausland anzuziehen. Verwandte Themen Ähnlich sieht es auch Ifo-Präsident Clemens Fuest, der die „fast 50 Prozent Steuerquote“ für Topverdiener als echten Standortnachteil sieht. Er hätte sich zudem eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen für Geringverdiener gewünscht. Trotzdem sieht er das Reformpaket als Ganzes zumindest als ersten Erfolg. Reformpaket der Koalition – das sind die wichtigsten Punkte Erstpublikation: 03.07.2026, 10:23 Uhr.

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9. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Klingbeils Steuerreform: Schon mit 3000 Euro brutto werden Arbeitnehmer zu Verlierern

Klingbeils Steuerreform : Schon mit 3000 Euro brutto werden Arbeitnehmer zu Verlierern Finanzminister Lars Klingbeil versprach, kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Doch Berechnungen für die F.A.Z. zeigen: Das gelingt nur im nächsten Jahr. 2028 wird das Netto bei vielen gegenüber heute sinken. Das Versprechen ist klar: Mit ihrer Steuerreform wollten Union und SPD Beschäftigte mit kleinen bis mittleren Einkommen entlasten. „Mehr Fairness“ bedeute das, lobte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Doch das Projekt hat einen Haken: Rechnet man die steigenden Sozialabgaben mit, dann fallen die tatsächlichen Entlastungen für diese Zielgruppe im kommenden Jahr deutlich kleiner aus als angekündigt. Damit nicht genug: Im übernächsten Jahr wird es sogar in der Zielgruppe des SPD-Politikers zu Mehrbelastungen kommen – also bei jenen, die eigentlich entlastet werden sollten. Das zeigen Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Frank Hechtner für die F.A.Z. Schon ein kinderloser Single mit 3000 Euro brutto im Monat wird demnach im Jahr 2028 netto weniger haben als heute. Dabei hatte Klingbeil in Aussicht gestellt, 95 Prozent der Steuerzahler „um mehrere Hundert Euro im Jahr“ zu entlasten. Nach der Zahlenreihe des Wissenschaftlers von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bleiben jedoch dem genannten 3000-Euro-Alleinverdiener im übernächsten Jahr 9 Euro weniger als aktuell. Ab 6000 Euro brutto wird es richtig teuer Diese Belastungen steigen erst langsam mit dem Einkommen, dann springen sie: Der kinderlose Alleinstehende mit 6000 Euro wird um 242 Euro zusätzlich belastet, mit 6500 Euro sogar um 639 Euro. Mit 9000 Euro hüpft das Minus sogar auf 904 Euro im Jahr. Was die Zahlen nicht zeigen: Mit dem Netto von übermorgen kann man sich weniger als heute leisten. Real schrumpft das verfügbare Einkommen somit noch stärker. Weil die Koalition das Kindergeld in zwei Stufen um insgesamt 13 Euro im Monat und den Kinderfreibetrag um insgesamt 240 Euro im Jahr aufstocken will, sehen die berechneten Werte für Alleinerziehende und Familien besser aus. Ein Alleinstehender mit einem Kind kann demnach 2028 bis zu 5500 Euro verdienen und auf eine (nominale) Entlastung hoffen: um 25 Euro im Jahr oder gut 2 Euro im Monat. Ähnlich sieht es für eine Familie mit zwei Kindern aus und Einkommen von 6000 Euro und 3000 Euro: Für sie gibt es ein kleines Plus von 44 Euro im Jahr. Außerdem erlaubt Hechtners Berechnung diesen Vergleich: Für ein Doppelverdienerpaar mit zwei Kindern und je 5000 Euro Bruttomonatsgehalt stellt das Bundesfinanzministerium eine Steuerentlastung von 678 Euro im Jahr 2028 (verglichen mit 2026) in Aussicht. Doch in der Gesamtbetrachtung einschließlich Sozialversicherung bleiben nur noch 148 Euro Entlastung übrig. Für ein solches Doppelverdienerpaar mit zwei Kindern und jeweils 7000 Euro Brutto fallen dann sogar 1045 Euro vom gemeinsamen Netto weg. Sprunghafte Anhebung der Bemessungsgrenzen schlägt ins Kontor Besonders hart trifft es diejenigen, deren Verdienste ein Stück über den bisherigen Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung liegen, also über 5812,50 Euro im Monat. Denn mit den geplanten Gesundheits- und Pflegereformen sollen diese Grenzen Anfang 2027 kräftig steigen: die der Krankenversicherung um 300 Euro im Monat, jene der Pflegeversicherung gar um 937,50 Euro im Monat. Das erfolgt dann zusätzlich zur normalen Erhöhung im Gleichschritt mit dem allgemeinen Lohnanstieg, die in Hechtners Rechnung auf 3 Prozent veranschlagt ist. Konkret bedeutet dies: Wer brutto 6750 Euro oder mehr verdient, dem werden künftig von erheblich größeren Teilen des Gehalts Sozialbeiträge abgezogen. Der Durchschnittssatz der Krankenkassen liegt derzeit offiziell bei 17,5 Prozent vom Brutto, je 8,75 Prozent für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der sogenannte Regelbeitrag der Pflegeversicherung beträgt je 1,8 Prozent. Kleiner Trost: Die gezahlten Sozialabgaben gelten als Vorsorgeaufwendungen und senken damit die Einkommensteuerlast. Zusatzbeitrag für Kapitalrente kommt wohl noch obendrauf Noch nicht in Hechtners Berechnungen berücksichtigt ist das geplante Rentenreformpaket. Mit ihm soll von 2028 an ein zusätzlicher Rentenbeitragssatz von 0,5 Prozent vom Brutto zum Aufbau einer Kapitalrente erhoben werden. Diesen müssten dann alle Versicherten zusätzlich zahlen, auch Klingbeils Klein- bis Mittelverdiener. Er kommt zur ohnehin bevorstehenden Erhöhung des Rentenbeitragssatzes hinzu. Derzeit beträgt der Rentenbeitrag 18,6 Prozent vom Bruttolohn. Er springt 2028 auf 19,9 Prozent, wie die jüngste Schätzung der Rentenversicherung bestätigt hat. Insoweit ist dies in Hechtners Zahlen berücksichtigt. Wird die Rentenreform wie geplant beschlossen, kommt der Zuschlag für die Kapitalrente aber noch obendrauf. Er soll von anfangs 0,5 Prozent schrittweise auf 2 Prozent vom Brutto steigen. Der Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre bewertet das Ergebnis seiner Berechnungen als „sehr düster“ hinsichtlich der künftigen Entlastungen. Die kalte Progression sei nicht ausgeglichen. Und zugleich sei nicht einmal sicher, dass Beitragssätze der anderen Sozialversicherungen stabil bleiben. „Also faktisch bleibt wenig bis gar nichts übrig“, urteilt Hechtner. „Bei mittleren und hohen Einkommen gibt es definitiv eine deutliche Mehrbelastung.“ Auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt in einem Kurzbericht zu dem Ergebnis, dass die kalte Progression nur unvollständig ausgeglichen wird, es im Jahr 2028 also zu realen Steuererhöhungen kommen wird. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren sei eine Anpassung der Tarifeckwerte mit der erwarteten Inflationsrate nicht oder nur eingeschränkt vorgesehen. Zwar gebe es in Deutschland keinen automatischen Mechanismus zum Ausgleich der kalten Progression. „Gleichwohl hat die Politik in den vergangenen elf Jahren durchgehend eine Anpassung vorgenommen. Vor diesem Hintergrund stellen die aktuellen Reformpläne einen Bruch mit der bisherigen Praxis dar“, schreiben die IW-Ökonomen Martin Beznoska und Tobias Hentze.

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