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Donnerstag, 23. Juli 2026
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Wadephul: Niemand wartet in Afrika auf Deutschland

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23. Juli
ZDF heute

Wadephul: Niemand wartet in Afrika auf Deutschland

Bundesaußenminister in Südafrika:Wadephul: Niemand wartet in Afrika auf Deutschland von Dorthe Ferber Wirtschaft, Rohstoffe, Arbeitskräfte - Außenminister Johann Wadephul betont in Südafrika das Potenzial Afrikas für Deutschland und Europa: "Afrika ist ein Chancenkontinent." "Was ist das Wichtigste für Deutschland in Afrika?", fragt der Student an der Universität Witwatersrand den deutschen Außenminister ganz direkt. Johann Wadephul besucht Johannesburg als letzte Station seiner viertägigen Afrika-Reise. Und er hat in Südafrika für den Studenten dieselbe Botschaft wie zuvor in Nigeria und Mauretanien: "Afrika ist ein Chancenkontinent." Wadephul sieht Chancen für Deutschland bei Wirtschaft, Rohstoffen, Arbeitskräften und internationaler Zusammenarbeit. Zugleich betont der Außenminister: Wir Europäer müssen aktiver sein, wir müssen auf diesen Kontinent zugehen. Johann Wadephul (CSU), Bundesaußenminister Niemand warte hier auf Deutschland und Europa. Denn China ist längst da, zeigt schon die Werbung für chinesische Elektroautos am Flughafen. "Auf den Straßen Südafrikas sind deutsche Autos unterwegs, aber zunehmend sind auch chinesische Autos unterwegs", stellt Wadephul nüchtern fest. Südafrika ist wichtigster Handelspartner Deutschlands in Afrika Noch sieht man die vielen VW Polos im Straßenbild und die Jägermeister-Werbung entlang der Autobahn. Deutschland ist präsent in Südafrika, das Land ist der wichtigste afrikanische Handelspartner. 600 deutsche Firmen beschäftigen hier etwa 100.000 Menschen, rund 300.000 Deutsche machten im vergangenen Jahr Urlaub am Kap. Außenminister Wadephul hat bei seinem Besuch in Nigeria zu mehr Investitionen aufgerufen. Er wies auf die Bedeutung des Landes hin und traf sich mit Wirtschaftsvertretern und Influencern. 22.07.2026 | 0:25 minBei Siemens Energy in Johannesburg lässt sich Wadephul zeigen, was deutsche Investitionen vor Ort bedeuten: Hier werden unter anderem Turbinen produziert und es wird geholfen, das südafrikanische Netz auszubauen Positionen von Deutschland und Südafrika gehen häufig auseinander Auch politisch ist Südafrika in seiner Rolle als einflussreiche Mittelmacht wichtig für Deutschland, trotz einiger heikler Themen. So ist die Haltung Südafrikas zu Gaza und Israel konträr zur deutschen. Die Regierung in Pretoria spricht von israelischem "Genozid" und hat 2023 vor dem Internationalen Strafgerichtshof deshalb Klage eingereicht. Südafrikas Russlandpolitik ist ebenfalls ein schwieriges Thema für Deutschlands Chefdiplomaten. Gemeinsam mit Russland gehört Südafrika dem BRICS-Staatenbund aufstrebender Schwellenländer an. Den russischen Angriffskrieg verurteilt Südafrika auch im fünften Jahr nicht. Man könne sich einig sein, uneinig zu sein, formuliert Johann Wadephul es diplomatisch in seiner Rede an der Universität. Zugleich mahnt der Außenminister: Lokale Herausforderungen von heute seien morgen globale Probleme, Iskander-Raketen aus Kaliningrad könnten innerhalb weniger Minuten Berlin erreichen. Unter dem Motto „March and March“ protestieren in Südafrika seit mehreren Wochen fremdenfeindliche Gruppen und greifen gewaltsam Ausländer an. 30.06.2026 | 1:41 minWadephul stellt sich in Sachen UN und G20 gegen Trump Wadephul will zeigen, dass Deutschland auch politisch Partner Afrikas ist. In Johannesburg spricht er sich erneut für einen afrikanischen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus. Südafrika sei auch ein unverzichtbares Mitglied der G20-Gruppe der wichtigsten Industrienationen. Damit stellt sich der deutsche Außenminister gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Südafrika nicht zum G20-Gipfel nach Miami Ende des Jahres einzuladen - wegen angeblicher Verfolgung weißer Farmer in Südafrika. Sein südafrikanischer Amtskollege Ronald Lamola fordert, alle müssten sich fragen: Ist ein G20-Gipfel ohne das Gründungsmitglied Südafrika überhaupt ein G20-Gipfel? Ronald Lamola, Außenminister Südafrikas Fragen, die andauern, wenn Johann Wadephul an diesem Freitag vom Chancenkontinent nach Deutschland zurückkehrt. Dabei hat die innenpolitische Lage den Außenminister bis nach Afrika begleitet. Auf der Pressekonferenz in Nigeria wird er nach Thorsten Frei als neuem Fraktionsvorsitzenden gefragt. Wadephul ist voll des Lobes. Auch wenn er selbst nächste Woche zur Sondersitzung der Fraktion eigentlich schon im Urlaub wäre - den wird Wadephul nun unterbrechen. Mehr zu Wadephuls Afrika-Reise - Außenminister auf Afrika-Reise:Wadephul trifft Influencer in NigeriaDorthe Ferber, Lagosmit Video2:27 - Bundesaußenminister auf Afrika-Reise:Nigeria: Land der Chancen für die deutsche Industrievon Susann von Lojewskimit Video2:27

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23. Juli
Tagesschau

Wadephul: "Afrika sollte für uns Chancenkontinent sein"

Wadephul auf viertägiger Reise "Afrika sollte für uns Chancenkontinent sein" Außenminister Wadephul wirbt im Rahmen seiner Afrika-Reise für mehr Zusammenarbeit. Der Kontinent biete Chancen, aber diese müsse man auch nutzen - denn China sei in der Region bereits jetzt präsent. Im Rahmen seiner viertägigen Afrika-Reise hat Bundesaußenminister Johann Wadephul Deutschland und Europa zu einer aktiveren Politik gegenüber Afrika aufgerufen. "Afrika ist unser Nachbarkontinent", sagte der CDU-Politiker per Video-Interview im ZDF-Morgenmagazin. "Afrika kann und sollte für uns ein Chancenkontinent sein". Aber diese Chancen müsse man auch wahrnehmen, mahnte er bereits zuvor während seiner Station in Nigeria. Dort warb er für mehr wirtschaftliche Kooperation. "Rohstoffe, kritische Mineralien, Seltene Erden, all das finden wir hier vor", so Wadephul. "Es wäre grob fahrlässig, wenn wir das übersehen würden". Gleichzeitig sagte er im Gespräch mit jungen nigerianischen Influencern mehr Offenheit und Flexibilität Deutschlands bei der Vergabe von Visa zu. "Niemand wartet auf Deutschland" In Nigeria leben 237 Millionen Menschen. Es ist der größte Binnenmarkt Afrikas und zugleich ein wichtiger Rohölproduzent. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas leide darunter, dass "Terroristengruppen" in der Sahel-Region das Land verunsicherten, sagte Wadephul im Morgenmagazin. "Da ist Europa gefordert, und ich werde das auch mit nach Brüssel nehmen". Trotz Kürzungen bei der Entwicklungshilfe sei Deutschland weiterhin einer der größten Geber. Mit Blick auf die starke Präsenz Chinas in Afrika und anderen Weltregionen sagte Wadephul, ihm sei zuletzt immer wieder gesagt worden: "China ist schon da, wann kommt ihr?" Dies müsse für Deutschland und Europa "ein Weckruf" sein. "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen", sagte der Außenminister. "Niemand wartet auf Deutschland oder Europa, sondern wir müssen auf diese Länder zugehen." Er werbe im Bundestag dafür, international aktiv zu bleiben. Dies liege im deutschen Interesse: "Wir verhindern Migrationsströme, die uns belasten können und wir erschließen uns große Chancen." Solidarität mit G20-Partner Südafrika Wadephul hatte seine Afrika-Reise am Montag in Mauretanien begonnen und reiste anschließend nach Nigeria. Heute steht zum Abschluss ein Besuch in Südafrika auf dem Programm. Dort will er dem wichtigsten deutschen Partner auf dem Kontinent auch als G20-Land zur Seite stehen. US-Präsident Donald Trump hatte Südafrika zuletzt wegen angeblichem Rassismus gegenüber weißen Farmern die Teilnahme am G20-Gipfel im Dezember in Miami verweigert. "Südafrika auszuschließen bedeutet, eine wichtige afrikanische Stimme sowie eine regionale wirtschaftliche und politische Führungsmacht ins Abseits zu drängen“, sagte der CDU-Politiker in einer Rede am Südafrikanischen Institut für Internationale Angelegenheiten an der Universität Witwatersrand in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Dies könne in niemandes Interesse sein, warnte Wadephul. "Denn gerade in Zeiten wachsender globaler wirtschaftlicher Unsicherheit brauchen wir mehr Zusammenarbeit, nicht weniger". Der "überaus erfolgreiche" G20-Gipfel im vergangenen Jahr in Johannesburg habe gezeigt, dass Südafrika ein unverzichtbares G20-Mitglied sei. Die G20-Runde führender Industrie- und Schwellenländer gilt als eines der wichtigsten multilateralen politischen Formate. Südafrika ist Gründungsmitglied. Mit Informationen von Georg Schwarte, ARD Berlin, zzt. Johannesburg

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23. Juli
ZDF heute

Wadephul: Afrika als "Chancenkontinent" sehen

Außenminister auf Afrikareise:Wadephul: Afrika als "Chancenkontinent" sehen Schon dreimal ist Außenminister Wadephul in diesem Jahr nach Afrika gereist. Im ZDF bezeichnete er den Kontinent als "Chancenkontinent" für Deutschland und Europa. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will stärker auf afrikanische Länder zugehen und wirbt für politische und wirtschaftliche Partnerschaften. Er sagte am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin": Afrika kann und ist und sollte für uns ein Chancenkontinent sein. Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister Wadephul: Weckruf für Europa Eines seiner Argumente: das Arbeitskräftepotenzial auf dem europäischen Nachbarkontinent. Die Menschen seien grundsätzlich bereit, nach Deutschland zu kommen. Ein Weckruf für Deutschland oder Europa müsse sein, wie man ihn in vielen Ländern der Welt begrüße - nicht nur in Afrika, sondern beispielsweise auch in Südamerika: Da sagt man mir: China ist schon da - wann kommt Ihr? Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister Sein Fazit: Deshalb müsste Deutschland mit seinen Angeboten und Interessen da sein, und natürlich auch offen für die Probleme der jeweiligen Länder. Im Rahmen seiner Afrikareise ist Bundesaußenminister Wadephul heute in Nigeria angekommen – einem der größten Erdölproduzenten der Welt. 21.07.2026 | 1:37 minWadephul sieht viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. "Viele Länder wollen eher mit Europa, mit Deutschland, in einen engeren wirtschaftlichen Austausch gehen als mit China." Aber: Niemand wartet auf Deutschland oder Europa, sondern wir müssen auf diese Länder zugehen. Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister Zwar habe Deutschland seine Gelder für Entwicklungshilfe gekürzt, es sei aber noch immer das aktivste Land auf diesem Sektor, der größte Geber. Auch im deutschen Bundestag werbe er dafür, trotz der nötigen Kürzungen international aktiv zu bleiben. Es liegt in unserem Interesse, aktiv zu sein. Wir verhindern Migrationsströme, die uns belasten können und wir erschließen uns große Chancen. Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister Als Beispiele nannte der deutsche Außenminister Rohstoffe, Seltene Erden, kritische Mineralien, alles Dinge, die die deutsche Industrie brauche, genauso wie dringend benötigte Arbeitskräfte. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  - Reaktionen von Koalition und Opposition:UN-Sicherheitsrat: Wadephul bedauert "herbe Niederlage"mit Video1:42 - InterviewVor Nato-Gipfel:Wadephul: "Ich setze auf das transatlantische Bündnis" - Außenminister fordert Reformen:Wadephul: "Die EU muss sich verändern und zwar grundlegend"mit Video1:24 - Internationale Konferenz in Berlin:Rund 1,5 Milliarden Euro für Hilfe im Sudanmit Video1:36

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21. Juli
Neues Deutschland

Afrika-Reise von Außenminister Wadephul | Afrika: Vorfahrt für die deutsche Wirtschaft

- Kommentare - Afrika-Reise von Außenminister Wadephul Afrika: Vorfahrt für die deutsche Wirtschaft Außenminister Johann Wadephul verfolgt bei seiner Afrikareise deutsche Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen. Das ist unzureichend. Ein Kommentar. Profite für deutsche Unternehmen fördern und die Migration aus Afrika bremsen: So deutlich werden die Ziele der Bundesregierung von Außenminister Johannes Wadephul bei seiner dritten Afrika-Reise in diesem Jahr zwar nicht benannt, aber diese Leitlinien sind seit Jahren richtungsweisend für die Bundesregierung, ob unter Angela Merkel, Olaf Scholz oder jetzt Friedrich Merz im Kanzleramt. Mauretanien, Nigeria und Südafrika stehen dieses Mal auf der Reiseroute, im Januar war er in Kenia und Äthiopien, Ende April in Marokko. In der Sahel-Region kann sich Wadephul jenseits von Mauretanien kaum noch irgendwo blicken lassen. Mali, Burkina Faso und Niger haben sich bereits 2023 zur »Allianz der Sahelstaaten« zusammengeschlossen, deren wichtigster strategischer Sicherheitspartner Russland ist. Der Westen verliert an Boden, weil seine Sicherheits- und Entwicklungsversprechen nicht gehalten wurden. Wadephul hat eine Wirtschaftsdelegation im Schlepptau. Potenzial gibt es in Afrika reichlich. Mauretanien hat kritische Rohstoffe wie Eisenerz und hervorragende Bedingungen für Wind- und Solarenergie im Angebot, das bevölkerungsreiche Nigeria einen großen Binnenmarkt, wo es den meisten Menschen nur an Kaufkraft fehlt, und Südafrika ist seit Apartheid-Zeiten der wichtigste Produktions- und Investitionsstandort deutscher Unternehmen in Afrika. Die deutsche Wirtschaft steht Gewehr bei Fuß: Allzeit bereit für lukrative Investitionen, so die Bundesregierung die Risiken übernimmt zum Beispiel via Hermes-Ausfall-Bürgschaften. Am Ansatz der deutschen Bundesregierung in Afrika mit Vorfahrt für deutsche Wirtschaftsinteressen hat sich im Großen und Ganzen über Jahrzehnte nichts geändert. Die Partnerschaft auf Augenhöhe ist eine Mär. Fluchtursachen werden so weiter geschaffen statt gemildert. Ein Ausbau der Zusammenarbeit bei der Sicherheit mit Mauretanien wird daran nichts ändern. Dafür müsste Entwicklungspolitik zu einem elementaren Bestandteil einer nachhaltigen Sicherheitspolitik werden. In Sicht ist das nicht. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen aufgreifen → marginalisierten Stimmen Raum geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten voranbringen Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.

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21. Juli
Neues Deutschland

Afrikareise von Außenminister Wadephul | Afrika: Vorfahrt für die deutsche Wirtschaft

- Kommentare - Afrikareise von Außenminister Wadephul Afrika: Vorfahrt für die deutsche Wirtschaft Außenminister Johann Wadephul verfolgt bei seiner Afrikareise deutsche Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen. Das ist unzureichend. Ein Kommentar. Profite für deutsche Unternehmen fördern und die Migration aus Afrika bremsen: So deutlich werden die Ziele der Bundesregierung von Außenminister Johannes Wadephul bei seiner dritten Afrikareise in diesem Jahr zwar nicht benannt, aber diese Leitlinien sind seit Jahren richtungsweisend für die Bundesregierung, ob unter Angela Merkel, Olaf Scholz oder jetzt Friedrich Merz im Kanzleramt. Mauretanien, Nigeria und Südafrika stehen dieses Mal auf der Reiseroute, im Januar war er in Kenia und Äthiopien, Ende April in Marokko. In der Sahel-Region kann sich Wadephul jenseits von Mauretanien kaum noch irgendwo blicken lassen. Mali, Burkina Faso und Niger haben sich bereits 2023 zur »Allianz der Sahelstaaten« zusammengeschlossen, deren wichtigster strategischer Sicherheitspartner Russland ist. Der Westen verliert an Boden, weil seine Sicherheits- und Entwicklungsversprechen nicht gehalten wurden. Wadephul hat eine Wirtschaftsdelegation im Schlepptau. Potenzial gibt es in Afrika reichlich. Mauretanien hat kritische Rohstoffe wie Eisenerz und hervorragende Bedingungen für Wind- und Solarenergie im Angebot, das bevölkerungsreiche Nigeria einen großen Binnenmarkt, wo es den meisten Menschen nur an Kaufkraft fehlt und Südafrika ist seit Apartheid-Zeiten der wichtigste Produktions- und Investitionsstandort deutscher Unternehmen in Afrika. Die deutsche Wirtschaft steht Gewehr bei Fuß: Allzeit bereit für lukrative Investitionen, so die Bundesregierung die Risiken übernimmt zum Beispiel via Hermes-Ausfall-Bürgschaften. Am Ansatz der deutschen Bundesregierung in Afrika mit Vorfahrt für deutsche Wirtschaftsinteressen hat sich im Großen und Ganzen über Jahrzehnte nichts geändert. Die Partnerschaft auf Augenhöhe ist eine Mär. Fluchtursachen werden so weiter geschaffen statt gemildert. Ein Ausbau der Zusammenarbeit bei der Sicherheit mit Mauretanien wird daran nichts ändern. Dafür müsste Entwicklungspolitik zu einem elementaren Bestandteil einer nachhaltigen Sicherheitspolitik werden. In Sicht ist das nicht. Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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20. Juli
Die Welt (Politik)

Erste Reise eines deutschen Außenministers seit 20 Jahren – Das sind Wadephuls Pläne in Mauretanien

Erste Reise eines deutschen Außenministers seit 20 Jahren – Das sind Wadephuls Pläne in Mauretanien Außenminister Wadephul trifft in Nouakchott seinen mauretanischen Amtskollegen. Deutschland will künftig ein „wichtiger, verlässlicher und stabiler Partner“ sein, kündigt er an. Doch in puncto Pressefreiheit machen die Gastgeber keinen guten Eindruck. Viel zu reisen gehört zur Amtsbeschreibung eines Außenministers, doch Johann Wadephul (CDU) hat zuletzt ein Händchen für besondere Orte zu besonderen Zeitpunkten: Ende letzten Monats flog er für ein südamerikanisches Gipfeltreffen nach Paraguay – als erster deutscher Außenminister in dem Land seit über 30 Jahren, ausgerechnet in der Nacht der deutschen WM-Niederlage. Diesen Montagmorgen ist er nach Mauretanien aufgebrochen, wo ebenfalls seit knapp 20 Jahren kein Bundesaußenminister mehr war – während daheim die eigene Partei nach Jens Spahns Rücktritt in Aufruhr ist und sogar eine Regierungsumbildung im Raum steht. Um sein Amt muss sich Wadephul jedoch kaum Sorgen machen, der länger geplante Trip nach Mauretanien hat dafür umso mehr seine Berechtigung: Der Wüstenstaat an der westafrikanischen Küste ist ein seltener Stabilitätsanker in der durch Konflikte, Terrorismus und Russland-Söldner geprägten Region. Nachdem in vier der sieben Sahel-Staaten – Mali, Burkina Faso, Niger und Sudan – in den letzten Jahren das Militär an die Macht putschte und auch der Tschad als autoritär regiert gilt, ist Mauretanien neben Senegal die einzige verbliebene Demokratie in der Gruppe. Der einst in der Hauptstadt Nouakchott ansässige Sahel-Bund ist längst zerbrochen, stattdessen gewinnen China, Russland und auch die Türkei in der Region an Einfluss. Wie fragil sich die Sicherheitslage entwickelt, zeigt ein Vorfall aus dem Nachbarland Mali vom Wochenende: Dort überfielen Dschihadisten und Tuareg-Separatisten einen Militärkonvoi und sorgten mit über 50 getöteten Soldaten für die blutigste Attacke der letzten 15 Jahre. Mali, das ist wohlgemerkt das Land, in dem bis vor knapp drei Jahren noch die Bundeswehr im Rahmen einer UN-Mission im Einsatz war, bis die Militärjunta die internationalen Truppen rauswarf und stattdessen auf Wladimir Putins Afrikakorps setzte. Jetzt sind die Sorgen in Berlin und Brüssel groß, dass sich die Gewalt und Instabilität weiter ausbreiten und mit ihren Folgen wie Terrorismus und Migration auch für Europa ein Problem werden könnten. „Die Auswirkungen der Dauerkrise in Zentralsahel haben längst auch die Küstenanrainerstaaten erreicht“, warnte Wadephul bei einer Pressekonferenz mit seinem mauretanischen Amtskollegen Mohamed Merzoug. „Terrorismus, Gewalt und Instabilität drohen sich weiter auszuweiten.“ Deutschland wolle Mauretanien in seiner Rolle als „wichtiger, verlässlicher und stabiler Partner“ noch stärker unterstützen, etwa bei der Flüchtlingshilfe, wo das 5-Millionen-Land rund 320.000 Flüchtlinge aus Mali aufgenommen hat. Durch UN-Gelder und deutsche Entwicklungshilfe wolle man dafür sorgen, dass die „aufnehmenden Gemeinden nicht im Stich gelassen werden“. Merzoug trägt derweil eine Liste an weiteren Wünschen vor, die man an Deutschland hat: etwa Sicherheit und Verteidigung – wo die Bundeswehr beispielweise beim Training der Armee helfen könnte – oder Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energien. Tatsächlich ist Mauretanien neben Rohstoffen auch ein potenzieller zukünftiger Lieferant von grünem Wasserstoff für Deutschland. Es gebe einen „neuen Aufschwung“ in den Beziehungen, so Merzoug. Negativ fällt allerdings auf, dass der mauretanische Außenminister die Pressekonferenz nach einleitenden Bemerkungen durch ihn und Wadephul abbricht, bevor überhaupt Fragen gestellt werden können – angeblich aus Zeitmangel. Das war kein gutes Beispiel in puncto Demokratie und Pressefreiheit für die Gäste aus Deutschland. Wadephuls Hoffnungen in Mauretanien Wadephul, der im Anschluss auch noch den Präsidenten Mohamed Ghazouani trifft, verbindet mit dem Besuch jedoch eine konkrete Hoffnung: dass Mauretanien mit seiner Stabilität positiv in die fragile Sahel-Region hineinwirken könne. Da die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hier eine zunehmend schwierige Rolle hat – Burkina Faso brach gerade erst vor wenigen Wochen seine diplomatischen Beziehungen mit Paris ab –, könnte Deutschland aktiver werden, so der Gedanke. Der Besuch ist daher auch ein Fühler-Ausstrecken: Nach 20 Jahren Abwesenheit will man sich mehr in der Region engagieren. Was in Mauretaniens auffällt, ist die erfolgreiche Bekämpfung von radikalen Ideologien in dem islamischen Land. Nach einer Reihe von terroristischen Anschlägen zwischen 2005 und 2011 setzte die Regierung in Nouakchott konsequent auf Prävention. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch das von Deutschland von 2024 bis 2028 mit rund 7,2 Millionen Euro geförderte Netzwerk der „Mourchidates“, auf Deutsch die „spirituellen Führerinnen“: Dies sind rund 75 Frauen – zumeist Lehrerinnen an Koranschulen oder Gemeindeleiterinnen –, die im ganzen Land und insbesondere in der Grenzregion zu Mali aktiv sind. Mit theologischen Argumenten gehen sie in Moscheen, Koranschulen und Gefängnisse, um dort dem radikalen Islam entgegenzuwirken. Am Abend stattet Wadephul Vertreterinnen des Netzwerks im UN-Regionalbüro einen Besuch ab. Für wie wichtig er ihren Beitrag ansieht, hatte er schon zuvor vor der Presse betont: „Ihr Land ist eine wichtige Stimme der Besonnenheit, der Mäßigung und der Toleranz in dieser Region. Es geht darum, Sicherheit auch durch Extremismusprävention zu schaffen.“

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