Dow, S&P, Nasdaq: US-Börsen notieren weitestgehend unverändert – Risiko durch hohe Anleiherenditen
US-Börsen notieren weitestgehend unverändert
Düsseldorf. Im Vorfeld diverser Tech-Bilanzen und inmitten geopolitischer Unsicherheiten halten sich die US-Anleger am Mittwoch zurück.
- Der Standardwerte-Index Dow Jones liegt bei 52.332 Punkten etwa 0,2 Prozent höher.
- Der breiter gestreute S&P 500 notiert nahezu unverändert bei 7518 Punkten.
- Der technologielastige Nasdaq-Index liegt bei 25.806 Punkten ebenfalls ungefähr auf dem Niveau des Vortags.
Der Irankrieg bleibt weiter im Fokus der Anlegerinnen und Anleger, auch wenn die angespannte Lage in Nahost die US-Börsen am Dienstag noch kaltgelassen hat: Alle drei wichtigen US-Indizes haben den Handel am Vortag im Plus beendet.
Die gegenseitigen Angriffe zwischen dem Iran und den USA setzen sich jedoch auch am Mittwoch fort. Nach einer Warnung der jemenitischen Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudi-arabischer Häfen haben zudem weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei capital.com, warnt vor den Konsequenzen: „Damit könnte ein zusätzlicher globaler Engpass für die Energieversorgung unter Druck geraten.“
Sorgen vor weiteren Versorgungsunterbrechungen treiben die Energiepreise nach oben. Mit 94 US-Dollar je Barrel (159 Liter) erreichte der Preis der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September zeitweise den höchsten Stand seit Mitte Juni. Dieser Preis entspricht einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vortag.
Das US-Leichtöl WTI
„Vor zwei Wochen gingen alle davon aus, dass die Ölpreise wieder auf 70 oder 60 Dollar pro Barrel fallen würden“, sagte Kevin Thozet vom Vermögensverwalter Carmignac. „Jetzt ist die Straße von Hormus wieder gesperrt, und alle erwarten einen Anstieg auf 120 Dollar.“
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Die Lage im Nahen Osten bleibt insgesamt unübersichtlich, wie Experten der Helaba in ihrem Tagesausblick schreiben: „Einerseits werden die gegenseitigen Angriffe fortgesetzt und scheinbar intensiviert, andererseits gibt es auch Meldungen über Diplomatie.“
US-Präsident Donald Trump hat die Aussichten auf kurzfristige Gespräche mit dem Iran heruntergespielt. „Sie wollen unbedingt ein Treffen, und solange sie nicht bereit sind, sich auf sinnvolle Weise zu treffen, haben wir kein Interesse“, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen im Weißen Haus mit dem Präsidenten des Libanons und bekräftigte, den Kampf fortzusetzen. Teheran weist US-Darstellungen zurück, wonach es weitere Gespräche anstrebe.
Trump verschärfte seine Rhetorik am Mittwoch weiter. Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Dabei würden auch andere zivile Infrastrukturobjekte in der Nähe ins Visier genommen werden, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
Risiko durch hohe Anleiherenditen
Zusätzliche Sorgen bereiten Anlegern auch die anhaltend hohen Renditen auf langfristige US-Staatsanleihen. Papiere mit 30-jähriger Laufzeit notieren nun schon so lange bei einer Rendite von über fünf Prozent wie zuletzt 2007, kurz vor der Finanzkrise. Das geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor.
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Investoren und Banker warnen schon lange vor den hohen Staatsschulden, auch wenn unklar ist, wann diese tatsächlich zu einem handfesten Problem werden könnten. Anleihe-Investoren fordern auch deshalb eine höhere Rendite, weil sie eine Reihe von neuen Alternativen haben, wie Fondsmanager zu bedenken geben.
So haben die großen US-Tech-Konzerne Anleihen im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar ausgegeben. Institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherer hätten somit „eine breitere Auswahl an Optionen als in den vergangenen Jahren“, sagt Alex Payne, Portfolio Manager bei Vanguard Capital Management, der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Tech-Bilanzen im Fokus
Neben dem Irankrieg haben Anleger auch die Berichtssaison zum zweiten Quartal im Blick: Direkt mehrere Tech-Unternehmen präsentieren ihre Bilanzen. Dazu gehören die Softwareunternehmen IBM und Service Now
Am meisten Aufmerksamkeit dürften nach Börsenschluss die Google-Mutter Alphabet und der Autobauer Tesla
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, setzt die Erwartungen hoch: „Die Berichtssaison wird beweisen müssen, ob die Unternehmen im KI-Sektor dieselbe Resilienz gegenüber geopolitischen Krisen besitzen wie schon im letzten Quartal.“
Analyst Rodda zufolge dürfte die entscheidende Frage sein, wie sie ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz monetarisieren und wie groß die künftigen Investitionen sowie deren erwartete Rendite ausfallen.
Beim US-Autobauer Tesla wird sich die Erholung vom Einbruch des vergangenen Jahres zwar fortsetzen, im zweiten Quartal hat der Konzern nach Prognose von Analysten aber 3,3 Milliarden Dollar Barmittel verbraucht. Die neuen Quartalszahlen des E-Autobauers könnten sich auch auf die Kurse des Raumfahrtunternehmens SpaceX auswirken. Investoren hatten nach dem Rekord-Börsengang schnell das Interesse an Elon Musks Raumfahrtunternehmen verloren.
Blick auf Einzelwerte
Philip Morris International: Der Hersteller von Tabakprodukten Philip Morris
AT&T: Der Telekommunikationskonzern hat mit einem überraschend starken Zuwachs an Mobilfunkkunden bei Anlegern gepunktet. Auch im Breitbandgeschäft verzeichnete der Konzern Rekordzuwächse. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag ebenfalls über den Erwartungen, während der Umsatz die Prognosen leicht verfehlte. Die Aktien legen im Handel an der Wall Street um etwa 2,6 Prozent zu.
GE Vernova: Der US-Energietechnikkonzern GE Vernova
UBS Group: Die US-Bank JP Morgan
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