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Mittwoch, 15. Juli 2026
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Fußball - England trifft im zweiten Halbfinale auf Argentinien

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15. Juli
Süddeutsche Zeitung

Fußball-WM 2026: Argentiniens Vizepräsidentin verbindet England-Spiel mit Falkland-Krieg

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID. Hier geht es zum Spielplan, hier zum deutschen Kader, hier zu einer Übersicht über die Spielorte und Stadien, hier zu einem Überblick über alle WM-Teilnehmer und hier zur Schwerpunktseite zur WM mit allen Texten der SZ. Alle Nachrichten und SZ-Geschichten zur WM erhalten Sie auch zweimal täglich mit unseren Newslettern „SZ am Morgen“ und „SZ am Abend“. Hier können Sie sich dafür anmelden. Wichtige Updates Ball der „Hand Gottes“ wird versteigert – für zehn Millionen Dollar? Halbzeitpause im Finale könnte 30 Minuten dauern Wegen 1986: Argentinien will in blauen Trikots gegen England spielen DFB und Red Bull machen wohl den nächsten Schritt bei Gesprächen Balogun äußert sich zu „Kontroversen“ um aufgehobene Sperre  Argentiniens Vizepräsidentin: „Gegen die Engländer geht es um mehr“ Argentiniens Trainer Lionel Scaloni möchte die englisch-argentinische Vergangenheit um die Falkland-Inseln vor dem WM-Halbfinale ruhen lassen. Das gilt offenbar nicht für die Vizepräsidentin seines Landes. „Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere“, schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: „Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.“ Sie bezieht sich mit ihren Aussagen auf den Krieg um die Falkland-Inseln. Mehr als 70 Tage hatten Argentinien und Großbritannien 1982 um die Inseln gekämpft, rund 1000 Soldaten starben. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Bis heute weigert sich Großbritannien, über den Anspruch auf die sogenannten Malvinas zu verhandeln. Villarruels Vater hatte im Krieg für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft. Es ginge im Spiel darum, „den Eindringlingen die Stirn zu bieten“, schrieb die ultrarechte Politikerin weiter: „Hoch lebe Argentinien! Wir werden nämlich bis zum letzten Atemzug fordern, was uns gehört.“ Zuvor hatte Trainer Scaloni vor einer Vermischung von WM-Spiel und Krieg gewarnt: „Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen.“ Sie bezieht sich mit ihren Aussagen auf den Krieg um die Falkland-Inseln. Mehr als 70 Tage hatten Argentinien und Großbritannien 1982 um die Inseln gekämpft, rund 1000 Soldaten starben. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Bis heute weigert sich Großbritannien, über den Anspruch auf die sogenannten Malvinas zu verhandeln. Villarruels Vater hatte im Krieg für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft. Es ginge im Spiel darum, „den Eindringlingen die Stirn zu bieten“, schrieb die ultrarechte Politikerin weiter: „Hoch lebe Argentinien! Wir werden nämlich bis zum letzten Atemzug fordern, was uns gehört.“ Zuvor hatte Trainer Scaloni vor einer Vermischung von WM-Spiel und Krieg gewarnt: „Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen.“ Warum eine starke Verteidigung Titel bringt Der Sieg der Spanier im Halbfinale über Frankreich hat auch gezeigt, dass reine Offensivpower nicht der beste Weg ist, um ein WM-Finale zu erreichen. Widerstandskraft und eine gute Defensive helfen – auch historisch betrachtet – deutlich mehr. „Tatsächlich hat Spanien das Feld gegen Frankreich ja nicht nur kontrolliert, sie haben es zu jeder Sekunde beherrscht wie Julius Cäsar, den Spaniens Trainer Luis de la Fuente so gern zitiert, ganz Gallien nach dem Sieg über Vercingetorix bei Alesia. Das ganze Feld? Ja, das ganze Feld“, schreibt der stellvertretende SZ-Sportchef Martin Schneider in seinem Kommentar. Lesen Sie ihn hier: Lesen Sie ihn hier: Doppelgängerin von Haaland macht auf sich aufmerksam Erling Haaland hat nicht nur mit seinen Toren Eindruck hinterlassen. Auch eine Doppelgängerin des norwegischen Stürmers sorgt inzwischen weltweit für Schlagzeilen. Das russische Model Anastasia Kostromina ist mit einem Instagram-Video viral gegangen. Die Russin veröffentlichte Anfang des Monats ein Video, in dem sie Haaland nicht nur optisch ähnelt, sondern auch dessen markante Mimik und Gestik nachahmt. Der Clip entwickelte sich rasant zum Hit und sammelte bislang 6,4 Millionen Likes. „Zunächst wusste ich gar nicht, was überhaupt passiert. Es fühlte sich wie ein Traum an“, sagte die 24-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Mit einem derart großen Erfolg habe sie „nie gerechnet“. Freunde und Familie hätten ihr schon seit Jahren gesagt, dass sie dem norwegischen Nationalspieler ähnlich sehe. Anfangs habe sie mit dem Vergleich allerdings gefremdelt. „Ich konnte zunächst ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie ich einem männlichen Fußballspieler ähneln sollte. Aber inzwischen nehme ich es mit Humor und habe überhaupt kein Problem mehr damit.“ Haaland selbst entwickelte sich während der WM auch in den Sozialen Medien zum Publikumsliebling. Der Angreifer von Manchester City erzielte sieben Turniertore, darunter zwei Treffer beim Achtelfinalsieg gegen Brasilien und hat inzwischen 68,8 Millionen Follower auf Social Media. „Zunächst wusste ich gar nicht, was überhaupt passiert. Es fühlte sich wie ein Traum an“, sagte die 24-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Mit einem derart großen Erfolg habe sie „nie gerechnet“. Freunde und Familie hätten ihr schon seit Jahren gesagt, dass sie dem norwegischen Nationalspieler ähnlich sehe. Anfangs habe sie mit dem Vergleich allerdings gefremdelt. „Ich konnte zunächst ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie ich einem männlichen Fußballspieler ähneln sollte. Aber inzwischen nehme ich es mit Humor und habe überhaupt kein Problem mehr damit.“ Haaland selbst entwickelte sich während der WM auch in den Sozialen Medien zum Publikumsliebling. Der Angreifer von Manchester City erzielte sieben Turniertore, darunter zwei Treffer beim Achtelfinalsieg gegen Brasilien und hat inzwischen 68,8 Millionen Follower auf Social Media. Ball der „Hand Gottes“ wird versteigert – für zehn Millionen Dollar? Er berührte erst die „Hand Gottes“ und wurde dann von Diego Maradona gestreichelt: Der Ball aus dem wohl berühmtesten Spiel der WM-Geschichte wird erneut versteigert. Das Leder aus dem Viertelfinale 1986 zwischen Argentinien und England (2:1) soll laut dem US-Auktionshaus Heritage Auctions bis zu zehn Millionen US-Dollar (circa 8,8 Millionen Euro) bringen. „Dieser Ball war sowohl bei der umstrittensten Szene der Fußballgeschichte als auch bei deren genialstem Glanzmoment zugegen“, schreibt Heritage Auctions. Maradona hatte im Aztekenstadion innerhalb von vier Minuten erst mit der Hand und dann nach einem Solo über den halben Platz getroffen. Gebote können vom 31. Juli an abgegeben werden – 16 Tage nach dem erneuten Aufeinandertreffen beider Teams bei einer WM, diesmal im Halbfinale in den USA. Der heute 82 Jahre alte Schiedsrichter Ali Bennaceur aus Tunesien, der Maradonas erstes Tor fälschlicherweise anerkannt hatte, hatte den Ball nach dem Spiel zunächst mitgenommen. Der Referee soll laut dem Aktionshaus die Echtheit bestätigt haben, in der Partie sei kein weiterer Ball zum Einsatz gekommen. Schon 2022 war der Ball für umgerechnet 2,3 Millionen Euro erstmals versteigert worden. „Dieser Ball war sowohl bei der umstrittensten Szene der Fußballgeschichte als auch bei deren genialstem Glanzmoment zugegen“, schreibt Heritage Auctions. Maradona hatte im Aztekenstadion innerhalb von vier Minuten erst mit der Hand und dann nach einem Solo über den halben Platz getroffen. Gebote können vom 31. Juli an abgegeben werden – 16 Tage nach dem erneuten Aufeinandertreffen beider Teams bei einer WM, diesmal im Halbfinale in den USA. Der heute 82 Jahre alte Schiedsrichter Ali Bennaceur aus Tunesien, der Maradonas erstes Tor fälschlicherweise anerkannt hatte, hatte den Ball nach dem Spiel zunächst mitgenommen. Der Referee soll laut dem Aktionshaus die Echtheit bestätigt haben, in der Partie sei kein weiterer Ball zum Einsatz gekommen. Schon 2022 war der Ball für umgerechnet 2,3 Millionen Euro erstmals versteigert worden. Der Ball fliegt im WM-Viertelfinale zwischen Argentinien und England 1986 ins Tor im Stadion von Mexiko-Stadt. Doch es war eine Hand im Spiel: die Maradonnas oder Gottes? Uncredited/EL GRAFICO/dpa Miese Gewissheiten für Frankreich Dass Frankreich das WM-Halbfinale gegen Spanien auf diese Weise verlieren würde? Ohne Spektakel, ohne wilde Aufholjagd, fast ohne Emotionen? Das hatten die Wenigsten erwartet. „Dieses Abenteuer hätte etwas Besseres verdient gehabt als einen solchen Zusammenbruch des Spiels, der Strategie und der Emotionen“, schreibt die Sporttageszeitung L’Équipe. Wie es der Grande Nation nach diesem Auftritt geht: Lorenz Zeck Halbzeitpause im Finale könnte 30 Minuten dauern Medienberichten zufolge soll die Halbzeitpause im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft wegen einer großen Show länger als die üblichen 15 Minuten dauern. Wie lange die Unterbrechung des Endspiels in East Rutherford bei New York am Sonntag genau sein wird, dazu gibt es unterschiedliche Angaben. So ist von 20, aber auch von bis zu 30 Minuten Pause die Rede. Allein die Halbzeitshow soll elf Minuten lang sein. Die Show erinnert an jene im Super Bowl und enthält Auftritte von Mega-Prominenten wie der Pop-Ikonen Shakira und Madonna und des kanadischen Superstars Justin Bieber. Die südkoreanische Band BTS ist ebenfalls dabei – genau wie der nigerianische Musiker Burna Boy, der gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auftritt. Bei der Schlusszeremonie, die 90 Minuten vor Anpfiff stattfindet, sollen Tom Cruise, Laura Pausini, Nicole Scherzinger, Robbie Williams und der YouTuber "Ishowspeed" auftreten. Jennifer Hudson soll die Nationalhymne singen. Die Show erinnert an jene im Super Bowl und enthält Auftritte von Mega-Prominenten wie der Pop-Ikonen Shakira und Madonna und des kanadischen Superstars Justin Bieber. Die südkoreanische Band BTS ist ebenfalls dabei – genau wie der nigerianische Musiker Burna Boy, der gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auftritt. Bei der Schlusszeremonie, die 90 Minuten vor Anpfiff stattfindet, sollen Tom Cruise, Laura Pausini, Nicole Scherzinger, Robbie Williams und der YouTuber "Ishowspeed" auftreten. Jennifer Hudson soll die Nationalhymne singen. De la Fuentes Meisterwerk Wie schaltet eine Mannschaft die Offensivpower der Franzosen aus? Spanien hat ein Lehrbeispiel dafür im Halbfinale geliefert. Eins der Geheimnisse: die Beziehung von Trainer Luis de la Fuente zu seinen Spielern. SZ-Sportchef Claudio Catuogno ist dem Wirken dieses bescheidenen Coachs, der selbst nie eine schillernde Profikarriere hatte, nachgegangen. Lesen Sie seinen Text hier: Lesen Sie seinen Text hier: Wegen 1986: Argentinien will in blauen Trikots gegen England spielen Vor dem WM-Halbfinale gegen England hat Alexis Mac Allister die Bedeutung von Diego Maradona für Argentinien hervorgehoben und den Viertelfinal-Erfolg von 1986 als besondere Motivation ausgemacht. Damals hatte Maradona sein Team mit „der Hand Gottes“ und einem sensationellen Solo zum 2:1 geführt – später holte Argentinien den Titel. „Ich weiß nicht, ob es nur Zufall ist, aber in den letzten Tagen habe ich angefangen, Videos von Diego zu sehen, vom Spiel 1986 und anderen Dingen“, sagte Mac Allister vor dem Kracher am Mittwoch (21 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Atlanta: „Diego repräsentiert so viel für das Land und ich hoffe, dass wir etwas Ähnliches schaffen können wie das, was sie 1986 getan haben.“ Dafür greifen die Argentinier in die Trickkiste. Wie beim Coup vor 40 Jahren werden sie in ihrer „Glücksfarbe“ auflaufen und die dunkelblauen Auswärtstrikots tragen. Dafür erhielten sie sogar Lob vom Gegner. „Das hätte ich auch so gemacht“, sagte Englands Trainer Thomas Tuchel: „Ich wusste das aber gar nicht.“ Weltmeistertrainer Lionel Scaloni betonte derweil, es sei wichtig, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Es gehe um Fußball, der Falkland-Krieg zwischen Argentiniern und Briten aus dem Jahr 1982, der viele Todesopfer gefordert hatte, solle beim emotional aufgeladenen Duell der beiden Rivalen keine große Rolle spielen. „Natürlich erinnern wir uns an die damals Verstorbenen, aber hier geht es nur um ein Fußballspiel“, sagte Scaloni: „Wir müssen die Dinge voneinander trennen. Was haben die Spieler von heute oder morgen damit zu tun, was vor vielen Jahren passiert ist? Es war sehr traurig. Aber es wäre falsch, das ins Spiel zu tragen.“ „Ich weiß nicht, ob es nur Zufall ist, aber in den letzten Tagen habe ich angefangen, Videos von Diego zu sehen, vom Spiel 1986 und anderen Dingen“, sagte Mac Allister vor dem Kracher am Mittwoch (21 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Atlanta: „Diego repräsentiert so viel für das Land und ich hoffe, dass wir etwas Ähnliches schaffen können wie das, was sie 1986 getan haben.“ Dafür greifen die Argentinier in die Trickkiste. Wie beim Coup vor 40 Jahren werden sie in ihrer „Glücksfarbe“ auflaufen und die dunkelblauen Auswärtstrikots tragen. Dafür erhielten sie sogar Lob vom Gegner. „Das hätte ich auch so gemacht“, sagte Englands Trainer Thomas Tuchel: „Ich wusste das aber gar nicht.“ Weltmeistertrainer Lionel Scaloni betonte derweil, es sei wichtig, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Es gehe um Fußball, der Falkland-Krieg zwischen Argentiniern und Briten aus dem Jahr 1982, der viele Todesopfer gefordert hatte, solle beim emotional aufgeladenen Duell der beiden Rivalen keine große Rolle spielen. „Natürlich erinnern wir uns an die damals Verstorbenen, aber hier geht es nur um ein Fußballspiel“, sagte Scaloni: „Wir müssen die Dinge voneinander trennen. Was haben die Spieler von heute oder morgen damit zu tun, was vor vielen Jahren passiert ist? Es war sehr traurig. Aber es wäre falsch, das ins Spiel zu tragen.“ Newsdesk DFB und Red Bull machen wohl den nächsten Schritt bei Gesprächen Auf dem Weg zu einem Engagement von Jürgen Klopp als Bundestrainer haben DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff anscheinend eine Lösung gefunden. Konkrete Ergebnisse über das Treffen in München wurden von den Verhandlungspartnern zunächst nicht veröffentlicht. Nach dpa-Informationen ist aber ein Deal gefunden worden, der den schon zuvor vorgezeichneten Weg von Klopp in das Bundestrainer-Amt endgültig ermöglicht. Knackpunkt der Gespräche zwischen Neuendorf und Mintzlaff war Klopps Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull. In dieser Funktion ist der 59-Jährige noch bis 2029 an den österreichischen Getränke-Konzern gebunden. Zwischen DFB und Red Bull ging es daher um mögliche Kompensationsleistungen, wenn das Unternehmen Klopp vorzeitig ziehen lässt. Der ehemalige Vereinscoach will unbedingt die Nachfolge von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft antreten. Mintzlaff soll zum WM-Finale nach New York fliegen und sich dort mit Klopp treffen. Dieser arbeitet während des WM-Turniers als Experte für MagentaTV. Seinen letzten Einsatz hat er beim Endspiel. Entscheidend für die Bundestrainer-Frage ist diese direkte Zusammenkunft aber nicht mehr. Bei einem Gipfeltreffen von Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit Wunschkandidat Klopp am vergangenen Freitag in New York hatten sich beide Parteien bereits grundsätzlich auf eine Zusammenarbeit verständigt. Es wurden „wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages“ vereinbart. Klopp soll demnach einen Kontrakt bis zur nächsten WM 2030 erhalten. Als letztes Hindernis gilt die vertragliche Lösung der Red-Bull-Verbindung. „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“, hieß es in der DFB-Mitteilung. Knackpunkt der Gespräche zwischen Neuendorf und Mintzlaff war Klopps Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull. In dieser Funktion ist der 59-Jährige noch bis 2029 an den österreichischen Getränke-Konzern gebunden. Zwischen DFB und Red Bull ging es daher um mögliche Kompensationsleistungen, wenn das Unternehmen Klopp vorzeitig ziehen lässt. Der ehemalige Vereinscoach will unbedingt die Nachfolge von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft antreten. Mintzlaff soll zum WM-Finale nach New York fliegen und sich dort mit Klopp treffen. Dieser arbeitet während des WM-Turniers als Experte für MagentaTV. Seinen letzten Einsatz hat er beim Endspiel. Entscheidend für die Bundestrainer-Frage ist diese direkte Zusammenkunft aber nicht mehr. Bei einem Gipfeltreffen von Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit Wunschkandidat Klopp am vergangenen Freitag in New York hatten sich beide Parteien bereits grundsätzlich auf eine Zusammenarbeit verständigt. Es wurden „wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages“ vereinbart. Klopp soll demnach einen Kontrakt bis zur nächsten WM 2030 erhalten. Als letztes Hindernis gilt die vertragliche Lösung der Red-Bull-Verbindung. „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“, hieß es in der DFB-Mitteilung. Balogun äußert sich zu „Kontroversen“ um aufgehobene Sperre Gut eine Woche nach dem WM-Skandal um die aufgehobene Sperre von Folarin Balogun hat sich der Stürmer der USA nochmals zu Wort gemeldet. Der 25 Jahre alte Fußballprofi sprach in der Sendung „CBS Mornings“ über die besonderen Tage rund um seinen Platzverweis beim Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina und die darauffolgende Sperre, die nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Gianni Infantino aufgehoben wurde. „Ich war komplett schockiert. Aber ich musste die Entscheidung akzeptieren“, sagte Balogun über seinen harten, aber unabsichtlichen Tritt im ersten K.-o.-Spiel, der bei dem 2:0 zu einer roten Karte nach Überprüfung der Videobilder geführt hatte. „Wenn etwas nicht absichtlich ist, sollte es niemals Rot geben. Es war einfach eine unglückliche Situation“, erklärte Balogun. Die Aufhebung hätte auch einen Einfluss auf die Mannschaft gehabt, sagt Balogun: „Ich konnte bei meinen Teamkollegen fast ein wenig Nervosität erkennen, weil das eine so einzigartige Situation ist. Es hat viel mehr Druck auf uns gepackt, als wir brauchten“, sagte Balogun. „Je näher das Spiel rückte, desto mehr versuchte ich, mich so gut wie möglich zu konzentrieren. Doch es war unheimlich schwierig – es gab unheimlich viel Lärm und Ablenkung von außen, und das lässt sich im Kopf nur schwer komplett ausschalten“, sagte Balogun, Der Weltverband Fifa hob die Sperre überraschend und einen Tag vor dem Achtelfinale (1:4 gegen Belgien) wieder auf. Zuvor hatte US-Präsident Trump nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei Fifa-Chef Infantino um eine Überprüfung der Sperre gebeten. „Meine erste Reaktion war, dass ich glücklich war, zurück zum Team zu kommen. Ich wusste, es würde für Kontroversen sorgen“, sagte Balogun, der sich schon beim Achtelfinale in Seattle den vielen Fragen gestellt – und sich dabei ähnlich wie nun in der TV-Sendung zu dem Thema geäußert hatte. „Es war schwierig, es gab viele Nebengeräusche – das ist kaum zu verhindern“, fügte der Angreifer von AS Monaco an. Er selbst zeigte bei der klaren Niederlage gegen die inzwischen ebenfalls ausgeschiedenen Belgier eine durchwachsene sportliche Leistung. „Ich war komplett schockiert. Aber ich musste die Entscheidung akzeptieren“, sagte Balogun über seinen harten, aber unabsichtlichen Tritt im ersten K.-o.-Spiel, der bei dem 2:0 zu einer roten Karte nach Überprüfung der Videobilder geführt hatte. „Wenn etwas nicht absichtlich ist, sollte es niemals Rot geben. Es war einfach eine unglückliche Situation“, erklärte Balogun. Die Aufhebung hätte auch einen Einfluss auf die Mannschaft gehabt, sagt Balogun: „Ich konnte bei meinen Teamkollegen fast ein wenig Nervosität erkennen, weil das eine so einzigartige Situation ist. Es hat viel mehr Druck auf uns gepackt, als wir brauchten“, sagte Balogun. „Je näher das Spiel rückte, desto mehr versuchte ich, mich so gut wie möglich zu konzentrieren. Doch es war unheimlich schwierig – es gab unheimlich viel Lärm und Ablenkung von außen, und das lässt sich im Kopf nur schwer komplett ausschalten“, sagte Balogun, Der Weltverband Fifa hob die Sperre überraschend und einen Tag vor dem Achtelfinale (1:4 gegen Belgien) wieder auf. Zuvor hatte US-Präsident Trump nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei Fifa-Chef Infantino um eine Überprüfung der Sperre gebeten. „Meine erste Reaktion war, dass ich glücklich war, zurück zum Team zu kommen. Ich wusste, es würde für Kontroversen sorgen“, sagte Balogun, der sich schon beim Achtelfinale in Seattle den vielen Fragen gestellt – und sich dabei ähnlich wie nun in der TV-Sendung zu dem Thema geäußert hatte. „Es war schwierig, es gab viele Nebengeräusche – das ist kaum zu verhindern“, fügte der Angreifer von AS Monaco an. Er selbst zeigte bei der klaren Niederlage gegen die inzwischen ebenfalls ausgeschiedenen Belgier eine durchwachsene sportliche Leistung. Messi gegen England – eine Premiere Lionel Andrés Messi Cuccittini ist mittlerweile 39 Jahre alt, er hat im Weltfußball alles erlebt und fast gegen jeden gespielt. Aber ein Duell Messi gegen Englands Nationalelf gab es tatsächlich noch nie. Zeit wird’s morgen um 21 Uhr (Liveticker auf SZ.de).  „Es ist ein besonderes Spiel, weil ich zum ersten Mal gegen sie antrete. Gegen alle anderen habe ich schon gespielt, aber noch nie gegen England.“ Warum die Personalie Klopp ein gewisses Grummeln umgibt Dass Jürgen Klopp bald Trainer der Nationalelf wird, ist sehr wahrscheinlich, es laufen schließlich längst Gespräche zwischen ihm und hohen Vertretern des deutschen Fußballs. Aber wer redet neben den DFB-Oberen Hans-Joachim Watzke und Bernd Neuendorf eigentlich sonst noch mit bei dieser Personalie? SZ-Sportpolitik-Experte Johannes Aumüller hat mal die sogenannten "Gremien" durchforstet:  Auch der deutsche Schiedsrichter Zwayer bei WM raus Für den deutschen Schiedsrichter Felix Zwayer ist die WM nach zwei Einsätzen in der Vorrunde vorzeitig beendet. Der 45 Jahre alte Berliner wird am Finalwochenende kein weiteres Spiel leiten und hat das Schiedsrichter-Quartier in Amerika bereits verlassen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage mitteilte. Zwayer hat bei der WM den zweiten Auftritt von Gastgeber USA gegen Australien (2:0) sowie das Duell Demokratische Republik Kongo gegen Usbekistan (3:1) geleitet. Der Deutsche zeigte in beiden Partien eine starke Leistung, fiel aber bei seinem ersten Einsatz in Seattle auch mit einem Krampf in der Nachspielzeit auf. | Bislang nicht abgereist ist Bastian Dankert, der sich als Videoschiedsrichter noch Hoffnungen auf einen Einsatz im WM-Finale am Sonntag machen darf. Zwayer hat bei der WM den zweiten Auftritt von Gastgeber USA gegen Australien (2:0) sowie das Duell Demokratische Republik Kongo gegen Usbekistan (3:1) geleitet. Der Deutsche zeigte in beiden Partien eine starke Leistung, fiel aber bei seinem ersten Einsatz in Seattle auch mit einem Krampf in der Nachspielzeit auf. | Bislang nicht abgereist ist Bastian Dankert, der sich als Videoschiedsrichter noch Hoffnungen auf einen Einsatz im WM-Finale am Sonntag machen darf. Abpfiff für Felix Zwayer bei der WM. Der deutsche Schiedsrichter leitet kein Spiel am Finalwochenende. Imagn Images/Reuters Fifa lässt WM-Pokal in Koffer von Luxusmarke aufbewahren Der Weltverband Fifa wird zum Abschluss seiner WM auch einen Trophäenkoffer einer Luxusmarke in seine Finalshow einbeziehen. Die französische Marke Louis Vuitton soll demnach „den offiziellen, speziell angefertigten Trophäenkoffer, der für den Transport und die Präsentation der wohl bekanntesten Trophäe im Sport entwickelt wurde“ präsentieren, wie die Fifa vor den beiden Halbfinals mitteilte. Im Netz gab es umgehend Kritik an der Aktion des Weltverbandes, der bei der WM zum Beispiel auch die neu eingeführten Trinkpausen an einen Namenssponsor verkauft hat. Louis Vuitton hat nach Fifa-Angaben bereits in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 den Trophäenkoffer für den WM-Sieger präsentiert. Im Netz gab es umgehend Kritik an der Aktion des Weltverbandes, der bei der WM zum Beispiel auch die neu eingeführten Trinkpausen an einen Namenssponsor verkauft hat. Louis Vuitton hat nach Fifa-Angaben bereits in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 den Trophäenkoffer für den WM-Sieger präsentiert. Messi und die Elfer – England-Keeper sieht keinen Vorteil Jordan Pickford musste schmunzeln. Schon zwei verschossene Elfmeter von Lionel Messi bei der WM? „Ich glaube, so einen Spieler wie Messi bringt das nicht aus der Ruhe“, sagte der englische Torhüter vor dem Halbfinale, in dem es auch zum „direkten Duell“ zwischen ihm und der argentinischen Bekanntheit kommen könnte. Einen psychologischen Vorteil sieht Pickford nicht: „Er wird es einfach durchziehen – und wenn es so weit kommt, heißt es: ich gegen ihn.“ Messi erzielte bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada bisher acht Treffer, vom Punkt blieb der 39 Jahre alte Superstar gegen Österreich und Ägypten jedoch glücklos. Niemand, der viele Elfmeter schieße, könne eine „100-Prozent-Quote“ vorweisen, sagte Pickford. Der Keeper warnte davor, sich im Kampf um das WM-Endspiel nur auf den Ausnahmekönner zu konzentrieren: „Wir wissen alle, wie gut Messi ist. Aber wir wissen auch, wie gut Argentinien ist.“ Die Engländer wollen erstmals seit ihrem bislang einzigen WM-Triumph 1966 wieder ins Finale einziehen – und sich auf ihre eigenen Stärken konzentrieren. „Ich spreche viel über Messi, weil er einer der Größten aller Zeiten ist. Aber man darf nicht übersehen, welche Fähigkeiten und welches Talent wir in unserem Kader haben – im Angriff, in der Verteidigung, im Zusammenhalt – wir haben einfach alles“, sagte Pickford. Messi erzielte bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada bisher acht Treffer, vom Punkt blieb der 39 Jahre alte Superstar gegen Österreich und Ägypten jedoch glücklos. Niemand, der viele Elfmeter schieße, könne eine „100-Prozent-Quote“ vorweisen, sagte Pickford. Der Keeper warnte davor, sich im Kampf um das WM-Endspiel nur auf den Ausnahmekönner zu konzentrieren: „Wir wissen alle, wie gut Messi ist. Aber wir wissen auch, wie gut Argentinien ist.“ Die Engländer wollen erstmals seit ihrem bislang einzigen WM-Triumph 1966 wieder ins Finale einziehen – und sich auf ihre eigenen Stärken konzentrieren. „Ich spreche viel über Messi, weil er einer der Größten aller Zeiten ist. Aber man darf nicht übersehen, welche Fähigkeiten und welches Talent wir in unserem Kader haben – im Angriff, in der Verteidigung, im Zusammenhalt – wir haben einfach alles“, sagte Pickford.

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15. Juli
ZDF heute

Erfüllt Thomas Tuchel Englands Titel-Traum?

WM-Halbfinale gegen Argentinien:Erfüllt Thomas Tuchel Englands Titel-Traum? von Frank Hellmann, Atlanta 60 Jahre nach dem bislang einzigen WM-Titel träumt das Mutterland des Fußballs vom Finale. Der deutsche Teamchef gibt fürs Halbfinale gegen Argentinien den Hoffnungsträger. Es ist allemal ein geschickter Schachzug von Englands Nationalteam, den Vorlauf aufs WM-Halbfinale gegen Argentinien in Atlanta (Mittwoch, 21 Uhr MESZ/ARD) zu unterteilen. Ihr Abschlusstraining haben die "Three Lions" noch in Kansas City abgehalten, um erst dann in den Bundesstaat Georgia zu fliegen. Ein typischer Tag in Atlanta sieht wegen der feuchten, warmen Luft vom Golf von Mexiko nämlich so aus: Mittags brauen sich dichte Quellwolken zusammen, die sich dann nachmittags oder abends in einem kräftigen Gewitter entladen. Aufgeladenes Halbfinale zwischen England und Argentinien Dieser Showdown ist aufgeladen genug: Atlanta erlebt mit die intensivste Rivalität im Weltfußball, weil der Falklandkrieg und die Hand Gottes aus der WM 1986 noch immer reinspielen. Thomas Tuchel hat damit nur wenig zu tun, denn der englische Teamchef hat zu diesem Zeitpunkt als Kind beim TSV Krumbach gekickt - und wusste nicht mal im Ansatz, dass er 2026 als Trainer vor einem WM-Finale stehen würde. 1986 trifft Maradona gegen England mit der "Hand Gottes" - ein nicht geahndeter Regelbruch, der ihn zum Symbol macht: zwischen Straßenjunge, Genie und Größenwahn. 30.10.2025 | 8:20 minEnglands Schmerzen währen schon sechs Jahrzehnte Das Mutterland des Fußballs ist nur noch einen Schritt vom Endspieleinzug entfernt, um die in der Kulthymne "Football’s Coming Home" besungene Sehnsucht nach einem zweiten Titel seit der WM 1966 zu stillen. In der Originalversion für die Heim-EM 1996 hieß es noch "Thirty years of hurt - never stopped me dreaming". Aus 30 Jahren sind inzwischen 60 geworden. Und nach so langem Leiden soll ein deutscher Fußballlehrer die Wunde heilen. Die Fans haben jedenfalls den Vers für die US-Tour ein bisschen umgetextet. "Football’s Coming Home again, with Thomas Tuchel", dröhnte es schon nach dem Sechzehntelfinale gegen DR Kongo durch Fantreffs wie "Hudson Grille" in Atlanta, wo sich der Anhang in Hochstimmung singt und trinkt. Im dritten Viertelfinale der WM 2026 treffen die von Thomas Tuchel trainierten Engländer in Miami auf den Geheimfavoriten aus Norwegen. Wer setzt sich durch und steht im Halbfinale? 12.07.2026 | 12:36 minBellingham bringt Leistung, Tuchel spricht Defizite an Vielen gefällt’s, dass Tuchel die Defizite klar anspricht. Seine Kritik am bisweilen schwergängigen Auftritt gegen Norwegen (2:1 n.V.) hat ein breites Echo gefunden, weil Jude Bellingham in Miami leicht pikiert konterte: "Wahrscheinlich weiß er nicht, wie es ist, bei diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ödegaard, Antonio Nusa und Alexander Sörloth zu spielen." Gleichwohl hatte der Matchwinner nicht gewusst, dass sich sein Coach deutlich differenzierter äußerte. Aber wer ist bei einer WM mit schrillen Ausschlägen schon an Zwischentönen interessiert? Und vielleicht ist es ja wirklich "die beste Zweckbeziehung des Sommers" ("Süddeutsche Zeitung")? Fakt ist doch, dass der 23 Jahre alte Bellingham volle Leistung abruft - und viel besser als bei Real Madrid spielt. Auffällig, dass englische Alt-Internationale wie Alan Shearer oder Wayne Rooney die Aussagen von Tuchel "großartig" fanden. Zuvor hatte sein Vorgänger Gareth Southgate zwar auch mal gegrantelt, aber nie nach Siegen. Dann gab es Loblieder ohne Ende. Nur für den letzten Schritt oder den letzten Elfmeter hat es unter Southgate in acht Jahren nie gereicht. Können die Three Lions bei den so heimstarken Mexikanern bestehen? Die großen Erwartungen an die Partie werden nicht enttäuscht. Elfmeter, Platzverweis und eine phantastische Stimmung inklusive. 06.07.2026 | 11:05 minKapitän Harry Kane geht als Vorbild voran Der detailversessene Schwabe kitzelt aus einer funktionierenden Gemeinschaft viel heraus. Der 52-Jährige sagt selbst, dass die K.o.-Spiele in der schnellen Abfolge "ein neues Level an emotionaler Achterbahnfahrt" seien. Aber Team und Trainer bewahren dabei bislang kühlen Kopf. England spielt strukturiert und steht weitgehend stabil. Klar, manchmal wirkt alles zu schablonenartig, aber in den richtigen Momenten waren entweder Bellingham oder eben Harry Kane da, beide je sechs Mal erfolgreich. Dazu hat der Trainer mit etlichen Einwechslungen etwas bewirkt. Er versucht, das Beste aus uns herauszuholen, und wir wissen, dass wir noch ein Level besser spielen können". Harry Kane, Englands Kapitän und kämpferisches Vorbild Das klimatisierte Stadion im Herzen der Olympiastadt von 1996 könnte den Engländern helfen, doch wieder über Grenzen zu gehen. Anders wird der hochmotivierte Weltmeister mit Lionel Messi in einem aufgeladenen Abnutzungskampf wohl kaum zu besiegen sein. ZDFsportstudio Update:Dein Newsletter zur Fußball-WM 2026 Alle Highlights der WM-Spiele aus der Nacht, Updates zum DFB-Team und die wichtigsten Nachrichten zur Fußball-WM 2026 – kompakt und aktuell. 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15. Juli
taz (Öko & Co)

Vor dem Halbfinale Argentinien–England: „Das hier war die Rache“

Vor dem Halbfinale Argentinien–England: „Das hier war die Rache“ Zwei Weltmeisterschaften, ein Krieg: Diese historischen Momente 1966, 1982 und 1986 machten aus einer sportlichen Rivalität einen politischen Mythos. Das für Mittwochabend angekündigte Spektakel wird Antonio Rattín nicht mehr erleben. 1986 war er Zuschauer, 1966 wichtigster Akteur, aber vor wenigen Tagen, am 11. Juli 2026, ist der frühere Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft verstorben. 1966, das war das erste WM-Viertelfinale zwischen der Albiceleste und den englischen Three Lions. Aus häufig geäußerter argentinischer Sicht war das Spiel „el robo del siglo“, der Raub des Jahrhunderts. 1986, das war das zweite WM-Viertelfinale zwischen den beiden Ländern – mit der „Hand Gottes“, Jahrhunderttor und, wiederum aus argentinischer Sicht, die große Revanche. An diesem 22. Juni 1986 in Mexiko sorgte Diego Armando Maradona für die vielleicht spektakulärsten und politischsten vier Minuten, die der Fußball bis dahin und seither erlebt hatte. In der 51. Minute erzielte er das 1:0 mit der, wie es mittlerweile allüberall heißt, „Hand Gottes“. In der 54. Minute schoss er das 2:0 – nach einem elektrisierenden Sololauf, der 2002 zum „WM-Tor des Jahrhunderts“ gewählt wurde. Das Spiel endete letztlich 2:1 für Argentinien. Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier. Maradona schrieb später: „Es ist, als hätten wir ein Land besiegt, nicht nur eine Fußballmannschaft.“ Hintergrund war der vier Jahre zuvor ausgetragene Krieg um die – englisch ausgedrückt – Falklandinseln oder – spanisch formuliert – Malvinas. Im April 1982 hatte argentinisches Militär die Inseln, die seit den 1830er-Jahren zum Vereinigten Königreich gezählt wurden, besetzt. Doch die britische Armee eroberte sie zurück. Beinah 1.000 Tote waren in diesem Krieg zu beklagen. Im Juni 1982 war er zu Ende. In Argentinien wurde die Niederlage als koloniale Demütigung wahrgenommen. Maradona: „Obwohl wir vor dem Spiel gesagt hatten, dass Fußball nichts mit dem Malwinenkrieg zu tun hat, wussten wir, dass sie dort viele argentinische Jungen getötet hatten – getötet wie kleine Vögel. Und das hier war die Rache.“ Diego Armando Maradona „Engländern die Brieftasche gestohlen“ In der 51. Minute tauchte Maradona vor Englands Torwart Peter Shilton auf und sprang hoch: 1:0. Der Schiedsrichter sah das offensichtliche Handspiel nicht. Sehr wohl bemerkte es Víctor Hugo Morales, der argentinische Fernsehkommentator: „Der Treffer wurde mit der Hand erzielt, dass kann ich zweifelsfrei festhalten, aber ich will Ihnen auch sagen, was ich denke: Argentinien gewinnt 1:0 – und Gott möge mir verzeihen -, aber das 1:0 gegen England, durch ein Handspiel … Was soll ich dazu noch sagen?“ Die diebische Freude des Mannes ist nicht ohne Grund. Der argentinische Schriftsteller Mariano Siskind glaubt, dass dieses Tor „Maradonas Vermächtnis als mythische Figur in der Dritten Welt und dem Globalen Süden begründet“. In Europa und den USA halte man das Handspiel für Betrug, „aber in Lateinamerika, Afrika und der Dritten Welt betrachten sie es als eine Form, eine ehemalige Kolonialmacht zu demütigen, und als ultimativen Ausdruck von Gerissenheit oder Schläue“. Maradona selbst sagte etwas Ähnliches. „Manchmal denke ich, dass mir das Tor mit der Hand lieber war“, schreibt er in seiner Autobiografie. „Es war ein bisschen so, als hätte man den Engländern die Brieftasche gestohlen.“ In einer Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung Maradonas heißt es, dass nicht nur das Tor mit der Hand von solch enormer Bedeutung war, sondern auch das vier Minuten später folgende 2:0. Erst beide Treffer zusammengenommen hätten Maradona zu einem „globalen Symbol des antikolonialen Kampfes“ gemacht. Durch die Gegner hindurch In der 54. Minute war Maradona in der eigenen Hälfte mit dem Ball gestartet, spielte einen englischen Spieler nach dem anderen aus und lief dabei dennoch fast direkt auf das englische Tor zu. Nicht einmal das Sprachbild von den Slalomstangen passt: Er ist quasi durch sie durchgelaufen. Als Maradona zuletzt auch Shilton ausgespielt hatte, spitzelte er den Ball ins Tor. Sogar BBC-Kommentator Barry Davies, der vier Minuten zuvor noch wegen des Handspiels empört war, rief aus: „Oh! Das war einfach großartig, das muss man zugeben. Gegen dieses Tor gibt es nichts zu sagen. Das war reines fußballerisches Genie.“ Am deutschen Kommentatorenplatz fiel Experte Otto Rehhagel spontan nur ein Wort ein: „Weltklasse“. Und Englands Stürmer Gary Lineker sagte später: „Mein Gott! Was für ein Tor! Ich sollte applaudieren. Er hat sich gegen all diese Spieler durchgesetzt.“ Der irische Rechtswissenschaftler John Taylor schrieb 2020 in einem Maradona-Nachruf: „Die europäischen Imperien basierten auf der heuchlerischen Verknüpfung von roher Gewalt und Rechtsstaatlichkeit. An diesem Tag hat Maradona beides beendet.“ Auch beim Viertelfinale 1966 spielten die Falklands/Malwinen eine Rolle. „Erst haben sie uns die Malwinen gestohlen und nun rauben sie noch den World Cup“, titelte das argentinische Boulevardblatt Cronica. Die Zeitung hatte sogar ein kleines Team losgeschickt, um die argentinische Flagge auf einem Felsen vor den Inseln zu hissen. Auch der englische Fußballhistoriker David Goldblatt ordnet das Spiel als postkoloniale Auseinandersetzung ein. Die WM 1966 in England habe viele solche Momente gehabt, die als Ressentiment gegen Lateinamerika verstanden werden könnten: ungeahndete Fouls gegen den Brasilianer Pelé etwa oder viele Platzverweise gegen südamerikanische Teams, darunter zwei sehr umstrittene im Viertelfinale Deutschland gegen Uruguay. „All dies nährte den Verdacht einer stillschweigenden Verschwörung“, so Goldblatt. Die Erfindung der Roten Karte Das Viertelfinale eskalierte schon in der 35. Minute. Da wollte der deutsche Schiedsrichter Rudolf Kreitlein den argentinischen Kapitän Antonio Rattín wegen dessen aggressiven Verhaltens vom Platz stellen. Doch Kreitlein sprach kein Spanisch, Rattín kein Englisch, und der Argentinier verlangte einen Dolmetscher. Acht Minuten wurde gestritten, Rattín musste letztlich von Polizisten vom Platz geführt werden. Das Spiel endete 1:0 für England – durch ein abseitsverdächtiges Tor von Geoff Hurst. Unmittelbar nach dem Spiel entwickelte Kreitlein gemeinsam mit einem englischen Schiedsrichter das Konzept der Roten und Gelben Karte. Auch Goldblatt sieht die Albiceleste als „moralischen Sieger“ dieses Viertelfinales. Ähnlich urteilten internationale Medien. „Bevorzugung für die englische Mannschaft“, schrieb etwa der italienische Il Messagero. In England wurde anders geurteilt. Der Sunday Mirror verbreitete, die Argentinier „gehorchten dem Gesetz des Dschungels“, und auch Three-Lions-Trainer Alf Ramsey packte dumpfen Rassismus aus: „Unseren besten Fußball werden wir gegen die richtige Art von Gegner zeigen – eine Mannschaft, die kommt, um Fußball zu spielen und sich nicht wie Tiere aufführt.“ Das Viertelfinale 1966 gehört zur Vorgeschichte des Viertelfinales 1986 genauso wie der Falkland/Malwinenkrieg. Und alles zusammen bildet die Vorgeschichte des nun anstehenden Halbfinales zwischen England und Argentinien am Mittwoch in Atlanta, auch wenn die heutige Mannschaft und ihr Trainer nichts davon hören wollen. Aber rein sportlich gilt auch dies: England wurde 1966 Weltmeister, Argentinien 1986. Wer dieses Spiel gewinnt, holt sich wohl den Titel. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? 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15. Juli
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Fußball-WM | England gegen Argentinien: Ein Halbfinale unter Hochspannung

- Sport - Fußball-WM England gegen Argentinien: Ein Halbfinale unter Hochspannung Im WM-Halbfinale treffen England und Argentinien aufeinander. Falklandkrieg, Maradonas Hand Gottes und alte Wunden prägen das Duell. Ein typischer Tag in Atlanta verläuft derzeit so: Morgens scheint die Sonne, mittags bilden sich Wolken, und nachmittags entlädt sich das Gewitter. Kurzzeitig überflutet der Starkregen die Straßen von Downtown. Die gute Nachricht: Die Wetterkapriolen können dem WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien (Mittwoch, 21 Uhr/ARD) nichts anhaben. Das Atlanta Stadium verfügt über ein verschließbares Dach und einen gewaltigen Kühlapparat. Was aber nichts daran ändert, dass diese Partie ähnlich aufgeladen daherkommt wie die Gewitterwolken über dem Bundesstaat Georgia. Und das liegt nicht an der feuchten, heißen Luft vom Golf von Mexiko, sondern an der Geschichte. Es ist eine der intensivsten Rivalitäten im Weltfußball, weil die große Politik und die Hand Gottes hineinspielen. Die Hand Gottes wirkt nach Alles führt auf den Falklandkrieg zurück, als 1982 die argentinische Militärjunta die seit 1833 von den Briten verwaltete Inselgruppe besetzte und die Rückeroberung viele Menschenleben kostete. Diego Armando Maradona sprach von »Vergeltung«, als er sich im WM-Viertelfinale 1986 in der dünnen Luft von Mexiko-Stadt gegen England in die Luft schraubte, um »mit der Hand Gottes« den Ball ins Tor zu stupsen. Der Wunderknabe sollte noch ein Solo zum »Jahrhunderttor« folgen lassen. Die Neuauflage im WM-Achtelfinale 1998 brachte David Beckham eine der größten Hasskampagnen im englischen Fußball ein, nachdem die »Three Lions« nach seiner Roten Karte eine flirrende Begegnung im Elfmeterschießen verloren hatten. Vier Jahre später sollte die Popikone einen Strafstoß im Gruppenspiel verwandeln – und die Argentinier heimreisen. Die Trainer sind tunlichst bemüht, die nationalistische Klaviatur nicht zu bedienen. Schon vor dem Achtelfinale im legendären Aztekenstadion gegen Mexiko wurde Thomas Tuchel zur Verbindung mit 1986 gefragt, obwohl er damals noch als Jugendlicher für den TSV Krumbach kickte. »Ich hoffe, wir können endlich Frieden mit dem Stadion schließen«, sagte der 52-Jährige. Kollege Lionel Scaloni will von der Historie noch viel weniger wissen. »Das ist ein Fußballspiel. Mehr kann ich dazu nicht sagen«, beschied der 48-Jährige. Doch ganz taub stellen kann auch er sich nicht. Die Malvinas in der Kabine Schon auf dem Weg zum WM-Titel 2022 unterwarfen die Argentinier die Stadien und Metrostationen von Katar einem mit voller Leidenschaft gebrüllten Song, in dem die Jungs von den »Malvinas«, den Falklandinseln, verehrt wurden. Auch eine veränderte Auflage ist in einer entscheidenden Passage ganz ähnlich verfasst – und hat es schon wieder bis in die Kabine des Titelverteidigers geschafft. Offenbar haben Fans und Fußballer kein Interesse daran, mit diesem kriegerischen Kapitel ihren Frieden zu schließen. Und der argentinische Verband schreibt jetzt: »Es gibt Spiele, die Champions küren. Andere, die Legenden schaffen. Und dann gibt es jene, auf die man scheinbar ein ganzes Leben lang gewartet hat.« Lionel Messi hat kurioserweise in seinen 205 Länderspielen noch nie gegen England gespielt. »Alles, was ich gesehen habe und woran ich mich erinnere, stammt natürlich aus Videos und Bildern, die wir Argentinier uns immer wieder ansehen und wieder erleben«, sagte der Weltstar, um einigermaßen die himmelblaue Balance zu wahren. Wenigstens einer. Zwei Wege durch das Zittern Seine Mannschaft und der Gegner sind sich allerdings gerade ein bisschen ähnlicher als vielleicht gewollt. Der Weg ins Halbfinale weist nämlich verdächtige Parallelen auf. Zittern gehört seit dem Sechzehntelfinale dazu: Die Engländer traten gegen die DR Kongo in Atlanta unter klinischen Bedingungen lange zu unterkühlt auf, die Argentinier spielten gegen Kap Verde in Miami bei drückender Schwüle mit dem Feuer. Bei beiden liefen die Ballstafetten oft zu schablonenhaft ab. Letztlich hat es bei Rückständen stets eine Mischung aus individueller Qualität und enormer Mentalität gerichtet. Hier trafen Harry Kane oder Jude Bellingham, dort meist Messi. Die südamerikanische Gangart ist ansonsten noch körperlicher als der britische Stil. Der Weltmeister foult am häufigsten in diesem Turnier, wird dafür aber erstaunlich milde von den Referees bestraft. Die schwergängigen Auftritte werden beiden Teams von einem begeisterungsfähigen Anhang verziehen. Auf der Insel ist man von Tuchels Führungsstil angetan. Bellingham mag ihm im Field Interview widersprochen haben, nachdem dem Matchwinner gegen Norwegen entscheidende Passagen des Tuchel-Statements unterschlagen worden waren. Einigkeit besteht immerhin darin, dass jetzt alle ihr teils großes Ego unterordnen müssen. Der Deutsche genießt gerade ein hohes Ansehen auf der Insel. Kein Trost im kleinen Finale Für den Argentinier Scaloni gilt das in seiner Heimat sowieso. Die Copa-Siege 2021 und 2024 sowie der WM-Titel 2022 sind untrennbar mit einem Trainer verbunden, der mit ruhiger Führung ein enges Vertrauensverhältnis vor allem zu Messi aufgebaut hat. Der 39-Jährige zahlt das in entscheidenden Momenten zurück. Das Spiel um Platz drei in Messis Wahlheimat Miami wäre für die »Albiceleste« natürlich genauso wenig ein Trostpflaster wie für die nach 60 Jahren Schmerzen vom zweiten WM-Titel träumenden »Three Lions«. Für den Sieger herrscht eitel Sonnenschein, auch wenn draußen die Blitze zucken sollten. Der Verlierer steht bedröppelt im Regen von Atlanta. Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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14. Juli
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Erzfeinde im WM-Duell: Das Halbfinale der alten Wunden

Erzfeinde im WM-Duell: Das Halbfinale der alten Wunden Vor dem Spiel Argentinien gegen England kochen die Emotionen hoch. Krieg, Kolonialismus und Fußballmythen überlagern sogar das Duell Messi gegen Kane. „Es ist ein Fußballspiel“, hat Argentiniens Trainer Lionel Scaloni vorab gesagt. „Es ist nichts weiter daran. Lasst uns nicht nach irgendwas anderem suchen. Wir werden Fußball spielen gegen ein großes Team mit einem großen Trainer, den ich sehr schätze und bewundere.“ Scaloni war redlich bemüht, die Atmosphäre vor dem Halbfinale gegen England nicht weiter zu erhitzen. Es blieb ein mühsames Unterfangen. Denn rundherum, in den Medien beider Länder, im internationalen Boulevard, in den Fankurven und in der argentinischen Spielerkabine dröhnt es vor dem Spiel gegen England viel über die Falkland-Inseln. Jene hochsymbolische Inselgruppe vor der argentinischen Küste also, die seit Kolonialzeiten britisches Überseegebiet ist – allerdings heute mit offizieller Zustimmung der Inselbewohner:innen, die in einem Referendum dafür stimmten. Dass diese Inselbewohner:innen großteils Nachfahren kolonialer britischer Siedler:innen sind, macht die Sache jedoch kompliziert. Aus kollektiver argentinischer Sicht gehören die hier Malvinas genannten Inseln zu Argentinien, die beiden Länder führten 1982 kurzzeitig Krieg darum. Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier. Beim letzten Argentinien-Spiel in Kansas City gegen die Schweiz ließ sich erleben, wie die Massen von Fans in Weiß und Himmelblau schon in Erwartung gegen England sangen. Videos aus der argentinischen Kabine zeigen derweil die Mannschaft beim Singen des diesjährigen WM-Hits mit der Zeile „Für die Falklandinseln, für Diego, für Leos letzte WM“, natürlich in Anspielung auf die Götter Maradona und Messi. Die Falklandinseln sind Standard-Liedgut in Argentinien, wo der Anspruch auf die Inseln in der Verfassung verankert ist und es einen Feiertag zum Beginn des Krieges gibt. Battlen mit Songs Und wie so oft im Fußball verschwimmen vor dem Halbfinale nationalistischer Hass, begründeter antikolonialer Kampf – freilich nicht ohne Brüche in einer Nation, die sich gern weiß und europäisch erzählt – und eine fußballtypische spielerische Freude an Provokation bis zur Unkenntlichkeit. Auf Social Media wetteifern argentinische Fans seit Tagen, wer den viralsten Songtext gegen England und für die Falklandinseln erfindet. Und die Fifa hat ihre großen Emotionen. Denn bekanntlich war dieses Halbfinale England gegen Argentinien von der Fifa per Setzliste hocherwünscht. Die vier Weltranglistenbesten sollten frühestens im Halbfinale aufeinandertreffen. Und was klänge verlockender als die große Fußballrivalität von Argentinien und England mitsamt der ganzen alten Schinken, die jetzt hervorgekramt werden? Rein sportlich verspricht das Duell dabei eher wenig Augenschmaus. Beide Teams sind mit Hängen und Würgen und Fifas Beistand bis ins Halbfinale gekrabbelt, beide spielen keinen besonders ansprechenden Fußball. Die Engländer hätten sich nicht beschweren können, wenn schon im Sechzehntelfinale gegen Kongo Schluss gewesen wäre. Gegen Norwegen rettete sie das mutmaßliche TV-Kabel, das laut Fifa gar keins war. Argentinien hatte in jedem seiner K.-o.-Spiele große Schwierigkeiten und zumindest gegen Ägypten einen recht wohlgesinnten Schiedsrichter. Großer Fußball war das selten. Aber Harry Kane gegen Messi, das lässt sich eben besser verkaufen als Yoane Wissa gegen Mo Salah. Großes Polizeiaufgebot In einer Branche, in der Messis Inter Miami ohne sportliche Qualifikation zur Klub-WM durfte und Cristiano Ronaldo eine ganze WM ohne sportlichen Leistungsnachweis bestritt, ist England gegen Argentinien vielleicht das logische Halbfinale. Viele Storys, große virale Hits, emotionalisierte Fanszenen. Fußballerischer Verdienst bleibt optional. Dabei locken in der Theorie großartige Fußballer auf beiden Seiten. Und wer möchte nicht Lionel Messi und Harry Kane im direkten Vergleich gegeneinander antreten sehen, der eine bei acht, der andere bei sechs WM-Toren? Dass sechs argentinische Spieler in der Premier League unterwegs sind, darunter Cristian Romero, Enzo Fernández und Alexis Mac Allister, macht das Duell nur sportlich interessanter. Lauter jedoch ist vor dem Halbfinale das Getöse. Die Polizei in Atlanta bereitet sich mit einem großen Aufgebot vor, wenngleich Fans im bisherigen Turnierverlauf eher nicht wild darauf schienen, ihre mehrere tausend US-Dollar teuren Tickets für eine Schlägerei aufs Spiel zu setzen oder die berüchtigte US-Polizei näher kennenzulernen. Und auf dem Platz? Argentiniens Ersatzstürmer José Manuel López fasste die Komplikationen so zusammen. „Natürlich ist es außerhalb des Platzes ein Duell mit viel Geschichte, viel Schmerz und viel, was dahinter steht. Aber wir sind Profis.“ Ein Halbfinale zu spielen, das sei Motivation genug. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. 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