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Montag, 23. März 2026
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Viele Stolpersteine auf dem Synodalen Weg

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1. Februar
Tagesschau

Viele Stolpersteine auf dem Synodalen Weg

Katholischer Reformdialog Viele Stolpersteine auf dem Synodalen Weg Sechs Jahre lang hat die Katholische Kirche um Reformen gerungen. Was nach der letzten Vollversammlung des Synodalen Weges übrig bleibt, sind gut klingende Texte auf dem Papier und eine holprige Umsetzung. Insgesamt 15 Texte hatten Bischöfe und Laien in fünf Synodalversammlungen gemeinsam verabschiedet, darunter neun konkrete Handlungstexte, etwa für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen oder die Möglichkeit - auch für Frauen, in Messfeiern zu predigen. Auf dieser letzten Tagung der Vollversammlung des Synodalen Weges wurde Bilanz gezogen: Was ist bisher von den Beschlüssen konkret an der Basis angekommen, was haben die Bischöfe in ihren Bistümern schon umgesetzt? Fragebögen von vier Bischöfen ignoriert Für den Bericht über die Umsetzung der Beschlüsse waren Fragebögen an die Bischöfe verschickt worden, die sie anonym ausfüllen mussten. Alle, die sich beteiligten, hatten mit der Umsetzung begonnen. 13 Bischöfe gaben beispielsweise an, dass in ihren Diözesen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden. Vier der 27 Bischöfe haben den Fragebogen aber ignoriert: Kardinal Woelki aus dem Erzbistum Köln und Bischöfe von Eichstätt, Regensburg und Passau, die gegen den Reformprozess schon in der Vergangenheit angekämpft haben. Wut und Enttäuschung Insgesamt ist die Bilanz ernüchternd: Viele Mitglieder der Synodalversammlung zeigten sich in Stuttgart enttäuscht bis wütend mit Blick auf die zahlreichen noch nicht in Angriff genommener Reformbeschlüsse. Natürlich ist die Aufgabe, vor der die Bischöfe stehen, nicht leicht: Dass alles so schleppend vorankommt, kann verschiedene Ursachen haben. Bei der Aussprache in der Synodalversammlung wurden sie angesprochen. Das können Beharrungskräfte in den Gemeinden sein, die sich mit bestimmten Neuerungen erst anfreunden müssen und verwaltungsrechtliche Fragen in den Bistümern, etwa bei der Einführung neuer Laiengremien. Zögern wegen fehlender Zustimmung aus Rom Was viele Diözesanbischöfe zögern lässt, ist die fehlende Zustimmung aus Rom zu bestimmten Beschlüssen. Dies betrifft etwa die Frage, ob Laien, also auch Frauen, in Messfeiern predigen dürfen oder inwieweit Laien ihren Bischof mitwählen dürfen. Aber das alles sind keine Entschuldigungen, sich entspannt zurückzulehnen und abzuwarten. Der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes ärgert sich über den zynischen Vorwurf, der Synodale Weg sei nur ein bischöfliches "Täuschungsmanöver" oder "Beschäftigungstherapie" gewesen. "Aber noch frustrierender ist, wenn Verantwortungsträger diese Kritik durch Passivität und unlauteres Durchlavieren noch bestätigen. Das spüren die Menschen und wenden sich ab", so Hermes. Haltung der Bischöfe entscheidend Die Haltung der einzelnen Bischöfe gegenüber dem Synodalen Prozess ist entscheidend, also ob sie Reformen eher halbherzig angehen oder versuchen, die Dinge wo immer es geht und gegen alle Widerstände, voranzutreiben. Es ist davon auszugehen, dass die einzelnen Bistümer stark unterschiedliche Geschwindigkeiten vorlegen. Ein direkter Vergleich ist momentan schwierig. Aber es wäre wichtig, dass sich das ändert. Transparenz und Monitoring Wenn eine künftige Synodalkonferenz diesen Prozess der Umsetzung vor Ort wirklich gut begleiten möchte, dann ist die Grundlage dafür ein fundiertes Monitoring und vor allen Dingen Transparenz. Dies könnte so aussehen: konkrete Auskünfte darüber, wer was schon konkret umgesetzt hat, was gut funktioniert, welche Leuchtturmprojekte es gibt, an denen sich andere Bistümer orientieren können oder was kirchenrechtlich vor Ort schon möglich ist, auch ohne die Zustimmung Roms. Für den ein oder anderen Bischof mag das unbequem werden, aber nur so kann der synodale Reformprozess weiter vorankommen.

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31. Januar
Tagesschau

Gemischte Bilanz: Katholische Kirche beendet Synodalen Weg

Katholische Kirche beendet Reformprojekt Gemischte Bilanz für Synodalen Weg Nach dem Missbrauchsskandal haben Teilnehmende des Synodalen Wegs rund sechs Jahre über Lehren und Veränderungen in der Katholischen Kirche diskutiert. Die Beteiligten ziehen eine gemischte Bilanz - und sprechen von teils mangelnder Aufarbeitung. Zum Abschluss der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Stuttgart haben Bischöfe, Ordensleute und Laien betont, dass der Reformprozess weitergeführt werden soll. Zugleich gingen die Einschätzungen auseinander, wie wirksam der bisherige Dialog und die Fortschritte bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs waren. Zu den zentralen Beschlüssen des Synodalen Wegs gehören Forderungen nach mehr Mitbestimmung für Laien, einem Zugang von Frauen zu Weiheämtern, Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare sowie eine stärkere Missbrauchsprävention. Rund 180 Teilnehmende waren bei der abschließenden Versammlung dabei. Weitere Reformen geplant Das Präsidium des Synodalen Wegs zog insgesamt eine positive Bilanz. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte: "Es geht um Erneuerung und um Umkehr der Kirche." Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, erinnerte daran, dass der Missbrauchsskandal Auslöser des Reformdialogs gewesen sei. Mit mehr Teilhabe und Menschenrechten könne die Kirche nun ihre Aufgaben in der Gesellschaft besser angehen, sie müsse ein Gegengewicht gegen undemokratische Tendenzen in der Welt sein. Die Teilnehmenden erklärten, der Synodale Weg sei "alles andere als ein abgeschlossenes Projekt". Mit der Synodalkonferenz wollen sie ein Gremium schaffen, in dem Bischöfe und Laien künftig dauerhaft gemeinsam beraten sollen. Für die katholische Kirche in Deutschland soll sie als Instrument dienen, "um dauerhaft die systemischen Dimensionen des Machtmissbrauchs zu bekämpfen." Ziel sei es, Partizipation, Transparenz und Rechenschaft zu sichern, Diskriminierung zu bekämpfen und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Die Konferenz soll, nach Zustimmung der Bischöfe und des Vatikans, im November an den Start gehen. Unmut und Enttäuschung Zugleich wurde während der Versammlung Unmut laut. Zwischen 2020 und 2023 waren 15 Reformtexte verabschiedet worden. Ein Monitoring zur Umsetzung der Beschlüsse zeigte, dass viele Bistümer zwar erste Schritte eingeleitet haben, eine vollständige Umsetzung aber vielerorts noch aussteht. Als Gründe wurden knappe personelle und finanzielle Ressourcen genannt. Mehrere Synodale warnten vor wachsendem Frust unter Katholikinnen und Katholiken. Johannes Norpoth, Mitglied im Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz, beklagte weiterhin bestehende massive Defizite bei der Missbrauchsaufarbeitung. Es gebe aber auch positive Effekte: "Dass wir heute hier sitzen und offen über Macht und Gewaltenteilung, über Geschlechtergerechtigkeit, über die Sexuallehre dieser Kirche und über die Lebensform des Klerus sprechen, ist keine Selbstverständlichkeit." Weibliche Delegierte wünschten sich vor allem weitergehende Reformen für Frauenrechte in der Kirche. Schwester Katharina Kluitmann von der Deutschen Ordensobernkonferenz sagte: "Die Frauen sind am Ende ihrer Geduld. Sie bleiben weg, selbst diese 'knatschkatholischen' Frauen."

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1. Februar
taz (Öko & Co)

Synodaler Weg: Reformen ohne Rechenschaft

Synodaler Weg: Reformen ohne Rechenschaft Sechs Jahre Synodaler Weg tun der Macht der Bischöfe keinen Abbruch. Mitreden ist erlaubt, Mitentscheiden nicht. D er Synodale Weg sollte aus der Missbrauchskrise Konsequenzen ziehen. Doch bei Kontrolle, Rechenschaft und Machtteilung stößt der Reformprozess an seine Grenzen. Die Mitglieder der Versammlung beraten über das Monitoring der Reformen – wer setzt sie um und wer nicht. Sich in den eigenen Bistümern kontrollieren zu lassen, stößt indes auf breiten Unwillen. Das wird zum Ende der sechsten Synodalversammlung, des Reformprozesses der katholischen Kirche, sehr deutlich. Doch was haben die letzten Jahre des Reformprozesses gebracht, wenn keine Rechenschaft bei den Mächtigen eingefordert werden kann. Seit 2019 beraten rund 230 Delegierte in der Synodalversammlung. Ausgelöst wurde der Prozess nicht aus Erneuerungseifer, sondern durch sexualisierte Gewalt und jahrzehntelange Vertuschung. Die von der Deutschen Bischofskonferenz beauftragte Studie zeigte, was Missbrauch in der Kirche begünstigt: asymmetrische Machtverhältnisse, hierarchische Abschottung, Intransparenz, Klerikalismus sowie der Umgang mit Zölibat und Sexualmoral. Das war der Ausgangspunkt. Drei Jahre lang wurde diskutiert und beschlossen. Als die fünfte Synodalversammlung 2023 endete, lagen Texte vor, die kleine Veränderungen ermöglichen. Frauen können in einigen Bistümern die Taufe spenden, und das kirchliche Arbeitsrecht hat sich verbessert. Kleine Kompromissvorschläge, die vielen nicht weit genug gehen, aber vor Ort zumindest manche Dinge möglich machen. Nun kam die Versammlung noch einmal zusammen, um zu prüfen, ob die Beschlüsse umgesetzt wurden. ist Journalistin, Politologin und Mitglied der Synodalversammlung. Grundlage dieser Überprüfung ist ein Monitoring der einzelnen Bistümer. Doch es bleibt anonym. Nicht sichtbar wird, welches Bistum Beschlüsse umsetzt und welches sie liegen lässt. Damit fehlt etwas Zentrales: Rechenschaft. Ohne Namen gibt es weder Verantwortung noch Anerkennung. Fortschritte lassen sich nicht benennen, Blockaden nicht adressieren. Verantwortung zu übernehmen hieße, sich prüfen zu lassen – durch die eigenen Gläubigen. Es hieße, voneinander zu lernen und Macht zu teilen. Gelächter über Diskriminierung Genau daran entzündet sich unter den Klerikern Widerstand. Niemand möchte von Macht reden, Sie nennen sich lieber Diener Gottes. Es ist leicht, von Dienst zu sprechen, wenn man über anderen steht. Während der Debatte über Quoten – über die Frage, wie Frauen und junge Menschen im künftigen Folgegremium vertreten sein sollen – wird gescherzt. „Dann bin ich für eine Quote von über Siebzigjährigen, die keine Bischöfe sind.“ Gelächter. „Und die nächste Quote dann für Pfälzer.“ Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums. Fünf Männer sitzen nebeneinander: Priester, Professor, Weihbischof, Bischof, Priester. Schwarz gekleidet, weißer Kragen. Sie lachen. Die Frauen und jungen Menschen in den umliegenden Reihen nicht. Am Ende wird eine Quote beschlossen. Doch von der oft beschworenen Haltungsänderung bei Männern in Machtpositionen in dieser Kirche ist in solchen Momenten wenig zu spüren. Wenn über Diskriminierung gelacht wird, ist nicht viel angekommen. Ohne Quote bleiben die Mächtigen unverändert mächtig. Mehr Freude brauche es in der Kirche, sagt ein Bischof. Wie soll Freude entstehen in Strukturen, die Menschen systematisch ausschließen? Wie soll Vertrauen wachsen, wenn Betroffene von sexualisierter Gewalt hören, man habe nun „auch genug über Missbrauch gesprochen“? Als Johannes Norpoth ans Mikrofon tritt, wird im Saal noch gesprochen. Er beginnt trotzdem. Norpoth ist Mitglied des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz. Er spricht über den Grund dieses Prozesses, fragt, ob die Bereitschaft bestünde, mutig zu sein. Mutig genug, die eigenen Strukturen infrage zu stellen. Er benennt, was sich verändert hat: Dass heute offen über Macht, Gewaltenteilung, Geschlechtergerechtigkeit, Sexuallehre und klerikale Lebensformen gesprochen wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Ernüchternde Bilanz Diese Offenheit ist der größte Ertrag des Synodalen Weges. Zugleich weist Norpoth den Vorwurf zurück, der Synodale Weg instrumentalisiere den Missbrauch für kirchenpolitische Agenden. Wer den Prozess als Missbrauch des Missbrauchs bezeichne, versuche damit, die Auseinandersetzung mit systemischen Ursachen zu diskreditieren und relativiere sowohl die Ergebnisse der Missbrauchsstudien als auch die Erfahrungen der Betroffenen. Gemessen an der Beseitigung der systemischen Ursachen von Missbrauch bleibt die Bilanz des Synodalen Weges ernüchternd. Ja, der Synodale Weg hat Ehrlichkeit ermöglicht. Ja, er hat Themen öffentlich gemacht, die lange ausgeblendet waren. Nein, die Machtverhältnisse haben sich nicht verschoben. Beschlüsse bleiben unverbindlich. Beteiligung endet dort, wo Entscheidung beginnt. Das ist kein Versehen, sondern Teil der Konstruktion. Synodalität ist möglich als Beratung, nicht als Mitentscheidung. Die Macht bleibt bei den Bischöfen. Damit bleibt auch das zentrale Versprechen unerfüllt, aus der Missbrauchskrise strukturelle Konsequenzen zu ziehen. Wie begrenzt der Spielraum ist, zeigt sich auch im Umgang mit Rom. Die Beschlüsse der Synodalversammlung wurden per Brief 2023 an den Papst geschickt, denn für die Umsetzung einiger Beschlüsse bräuchte es seine Zustimmung. Eine Antwort steht aus. Seit drei Jahren. Bei der Versammlung schlug eine Teilnehmerin vor, das Schweigen aus Rom doch einfach als Zustimmung zu werten. Das ginge schließlich auch bei jeder Strompreiserhöhung. Ob dieses Schweigen des Papstes nun Respektlosigkeit, ein Politikum oder eben tatsächlich stille Zustimmung ist, bleibt erst mal offen. Entscheidend ist die Konsequenz: Ein Reformprozess, der aus einer Gewaltgeschichte heraus entstanden ist, bleibt ohne Rückmeldung der Instanz, die über verbindliche Veränderungen entscheidet. Mit der Synodalkonferenz soll der Reformprozess weitergehen. Voraussetzung ist allerdings, dass Rom zustimmt. Dort sollen Lai*innen und Bischöfe gemeinsam beraten. Das ist ein Fortschritt. Doch die entscheidende Frage ist: Bleibt es beim Gespräch, oder entsteht echte Mitentscheidung und Rechenschaftspflicht? Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. 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