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Sonntag, 12. Juli 2026
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Wie ein Krankenhaus sich für die Hitze wappnet

Medienspektrum

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11. Juli
Tagesschau

Wie ein Krankenhaus sich für die Hitze wappnet

Hitzeplan im Krankenhaus Mehr Eis, mehr Klimaanlagen, mehr Homeoffice Mehr als 4.000 Hitzetote gab es nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts Ende Juni. Eine Klinik in Stuttgart arbeitete während der Hitzewelle am Limit - und plant schon für das nächste Mal. So etwas habe er in seiner Notaufnahme zuvor noch nicht erlebt, sagt Oberarzt Markus Günther vom Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart. "Wir waren letztendlich von Freitag bis Montag früh durchgehend beschäftigt, Patienten mit hitzeassoziierten Erkrankungen zu versorgen", erzählt er. Am letzten Juni-Wochenende kamen ständig neue Patienten an: Körpertemperatur über 40 Grad und drohendes Multiorganversagen, weil bei über 42 Grad die Eiweißmoleküle im Körper zerfallen. Solche Notfälle müssen schnellstmöglich heruntergekühlt werden. Günther und sein Team füllten Leichensäcke mit Eiswürfeln und Wasser, legten die überhitzten Patienten hinein und zogen den Reißverschluss zu bis unters Kinn. Aber irgendwann ging das Eis aus. Sie mussten die Vorräte in der Forschungsabteilung plündern. Schließlich waren auch die erschöpft. "Dann haben wir Handtücher nass gemacht, sie auf den Patienten ausgebreitet und mit Ventilatoren Verdunstungskälte erzeugt", erzählt der Oberarzt. Krankenhaus rüstet mit Klimageräten nach Die Bilanz des Wochenendes: 160 Menschen mit Hitzebeschwerden, teilweise mussten sie in die Intensivstation, ein Mensch starb. Auch in anderen Bereichen des Krankenhauses machte die Hitze Schwierigkeiten. Denn Klimaanlagen gibt es zwar in der Notaufnahme und einigen anderen Bereichen wie dem OP, der Intensivstation, in Dialyse, Labor und Apotheke. Aber nicht auf den Normalstationen. Sofort am nächsten Tag habe man deshalb neue Strategien entwickelt, sagt der Geschäftsführer der Klinik, Mark Dominik Alscher. Man habe zum Beispiel 20 mobile Klimageräte angeschafft und eine Liste gekühlter Räume erstellt, in die man Patienten nötigenfalls bringen könnte. Mitarbeitenden, die nicht zur Betreuung von Patienten vor Ort sein müssen, will man bei zu hohen Temperaturen das mobile Arbeiten zum Beispiel von Zuhause ermöglichen. Forderungen nach Investitionen in Hitzeschutz Der Geschäftsführer zieht einen Vergleich: "Heute hat jedes noch so billige Hotel eine Klimaanlage. Ich glaube, Krankenhäuser werden nicht umhinkommen, hier nachzurüsten." Er fordert, einen Teil des 50-Milliarden-Euro-Transformationsfonds der Bundesregierung für die Anschaffung von Klimaanlagen in Kliniken zu nutzen. Der sei zwar eigentlich für die Umstrukturierung der Kliniklandschaft gedacht, zunächst aber müsse man die dringendste Not lindern. Ähnlich sieht das die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Sie aber hält es für richtig, einen eigenen Finanztopf zu schaffen, ein Hitzestopp-Investitionsprogramm in Höhe von 30 Milliarden Euro für Kliniken und Pflegeheime bis spätestens 2027. Medizinisch-pflegerische Einrichtungen seien für die Erderwärmung nicht gewappnet, schon an einfachsten Maßnahmen wie Außenbeschattungen mangele es. Kühlen schon auf dem Weg in die Klinik In anderen Ländern habe man sich schon besser auf die steigenden Temperaturen eingestellt, sagt Christoph Wasser, der in der Klinik die Akut- und Notfallmedizin leitet. Dort würden Menschen mit Hitzeschäden schon vor Ort oder auf dem Weg ins Krankenhaus gekühlt. "Die Patienten profitieren davon, dass man sie möglichst rasch kühlt", sagt er. Ideal wäre es, wenn zum Beispiel bei großen Festen, wo es zu Hitzenotfällen kommen kann, immer ausreichend Eisvorräte vorhanden sind - und eine Möglichkeit, die Patienten in ein Eisbad zu legen. "Das kann eine Wanne sein oder ein Planschbecken", sagt Wasser. Am Robert-Bosch-Krankenhaus soll nun der neue Hitzeplan die dringendsten Probleme lösen. Auch für Oberarzt Markus Günther und sein Team in der Notaufnahme hat er die Situation etwas verbessert. Sie haben nun eine zusätzliche Eismaschine und eine weitere Kühltruhe bekommen - damit ihnen das nächste Mal die Eiswürfel nicht ausgehen.

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10. Juli
FAZ (Politik)

Viele Hitzetote: Zu wenig Schutz für Alte, Kranke, Kinder

Viele Hitzetote : Zu wenig Schutz für Alte, Kranke, Kinder Traurige Bilanz: In der Hitzewelle im Juni starben mehr als 5000 Menschen. Darauf muss Deutschland schnell und einschlägig reagieren. Am 10. Juni, genau eine Woche vor Beginn der jüngsten Hitzewelle in Deutschland, veröffentlichte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO eine Pressemitteilung, in der sie dazu aufrief, alte Menschen besser vor Hitze zu schützen. Ältere und Pflegebedürftige seien durch die Auswirkungen des Klimawandels besonders gefährdet, hieß es darin, dem müssten Kommunen mit finanzieller Unterstützung von Bund und Ländern durch Hitzeschutzpläne insbesondere für Pflegeeinrichtungen begegnen. Schon jetzt mehr Hitzetote als zuletzt im ganzen Jahr Vier Wochen und eine Hitzewelle später bestätigt sich, wie ernst diese Forderung genommen werden muss: 5120 Menschen, schätzt das Robert-Koch-Institut, seien bis zur Kalenderwoche 26 aufgrund der Hitze gestorben. Die meisten von ihnen waren Alte und Kranke. Das sind schon jetzt mehr Fälle, als in den vergangenen fünf Jahren jeweils fürs ganze Jahr gezählt wurden. Und es steht zu befürchten, dass auch die Zahlen der besonders heißen Jahre 2018 und 2019 mit jeweils mehr als 7000 Hitzetoten noch erreicht werden. Darauf muss Deutschland schnell und einschlägig reagieren. Es gibt aber noch eine weitere verletzliche Gruppe, für die dringend mehr getan werden muss: Das sind die kleinen Kinder, die in immer größerer Zahl in Kitas betreut werden. Bei 40 Grad Außentemperatur können sie nicht mehr auf den Spielplatz vor der Tür, doch auch drinnen wird es ohne Klimaanlagen und hinter oft großen Fensterfronten unerträglich. Eine Lösung wären Wasserspielplätze in jedem Stadtteil. Auch dafür müssen den Kommunen Mittel bereitgestellt werden, zum Beispiel aus dem EU-Emissionshandel.

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9. Juli
ZDF heute

RKI meldet 5.120 Hitzetote nach der ersten Hitzewelle

Aktuelle Daten im Überblick:RKI meldet 5.120 Hitzetote nach der ersten Hitzewelle von Luisa Billmayer Nach der ersten Hitzewelle sind die Sterbefallzahlen sprunghaft angestiegen, das RKI meldet mehr als 5.000 Hitzetote. Wer am stärksten betroffen ist - ein Überblick in Grafiken. 5.120 Menschen sind in diesem Sommer bereits durch Hitze gestorben, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Allein in der Kalenderwoche 26 - also vom 22. bis zum 28. Juni - sind demnach 4.310 Menschen gestorben. Generell sterben in Deutschland im Winter mehr Menschen als im Sommer. Doch hohe Temperaturen, wie in den letzten beiden Juniwochen, führen zu mehr Sterbefällen. ZDFheute Infografik Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. In den vergangenen zehn Jahren gab es vor allem 2018 viele Hitzetote. Damals gab es sieben heiße Wochen. Am wärmsten war es Anfang August mit einer bundesweiten Wochenmitteltemperatur von 25,1 Grad. In den letzten beiden Juni-Wochen 2026 lag die Wochenmitteltemperatur bei 21,1 und mehr als 26 Grad. Bisher gab es 2026 erst zwei heiße Wochen. ZDFheute Infografik Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. Weil es sich bei der Berechnung der Hitzetoten um ein statistisches Modell handelt, ergibt sich ein Unsicherheitsbereich. Es kann also sein, dass in diesem Jahr weniger oder sogar mehr als 5.120 Personen tatsächlich in Folge der Hitze gestorben sind. Die Hitzewelle Ende Juni brachte viele in Gefahr: Bei über 40 Grad und teils überlasteten Notaufnahmen gab es laut RKI in Deutschland über 4.000 mehr Tote als statistisch erwartet. 09.07.2026 | 1:34 minHitze bedroht vor allem ältere Menschen Die Daten des RKI zeigen, dass vor allem über 85-Jährige von der Hitze bedroht sind. Die Hitzewelle Ende Juni hat allerdings in allen ausgewiesenen Altersgruppen zu mehr Toten geführt. ZDFheute Infografik Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. "Deutschland befindet sich gerade in einer Übergangsphase", erklärt Matthias an der Heiden, Statistiker des RKI. Dass Hitzewellen regelmäßig auftreten, sei neu. "Weder unsere Gebäude noch unsere Gewohnheiten sind darauf eingestellt. Die Effekte sehen wir in den Sterbefallzahlen." Wie das RKI die Hitzetoten berechnet Bei einem Hitzeschlag führt die Hitze allein zum Tod. Das tritt aber selten auf. Bei den meisten Hitzetoten führt die Kombination aus Vorerkrankungen und Hitzeexposition zum Tod. Hitze ist daher meist nicht als Ursache im Totenschein festgehalten. Um dennoch Hitzetote beziffern zu können, setzt das RKI auf ein statistisches Modell. Hitze ist selten eine alleinige Todesursache. Doch wir beobachten an heißen Tagen deutlich höhere Sterbefallzahlen als üblich, vor allem unter älteren Menschen. Dr. Matthias an der Heiden, Robert-Koch-Institut ZDFheute Infografik Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. Auf Basis der Jahre 2016 bis 2025 hat das RKI für jede Woche berechnet, wie viele Menschen bei Wochenmitteltemperaturen unter 20 Grad normalerweise sterben. Liegt die Zahl der in heißen Wochen verstorbenen Personen über diesem Wert, zählen sie als Hitzetote. Eine Woche gilt als heiß, wenn die bundesweite Wochenmitteltemperatur über 20 Grad liegt. - Mehrere Wetterrekorde gebrochen: So extrem war die erste Hitzewelle des Jahres Redaktion: Kevin Schubert Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zum Thema Hitze - AKW-Drosselungen in Frankreich:Wie anfällig sind Kernkraftwerke im Hitzestress?von Mark Hugomit Video2:30 - Schon vor der großen Hitzewelle:RKI: 800 Hitzetote bis Mitte Junimit Video0:33 - Über 50 Menschen helfen freiwillig:Hitzeschäden bremsen Straßenbahnen aus - Leipziger packen anmit Video0:27 - Weltgesundheitsorganisation:WHO: Hitzewelle ist "Generalprobe" für künftige Sommermit Video1:38

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