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Montag, 6. April 2026
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FDP-Chef Dürr kandidiert nicht mehr für Parteivorsitz

Medienspektrum

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5. April
Tagesschau

FDP-Chef Dürr kandidiert nicht mehr für Parteivorsitz

Parteivorsitz der Liberalen FDP-Chef Dürr zieht Bewerbung zurück Der amtierende FDP-Chef Dürr kandidiert nicht erneut für den Parteivorsitz. Er will nun Parteivize Kubicki unterstützen. Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann kritisiert das: Die FDP dürfe nicht von "alten Schlachtrössern" geführt werden. Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird", sagte Dürr der Zeitung. Voraussetzung sei "eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten." Er wolle vor allem, "dass unser Land wieder nach vorne kommt." Dafür brauche es, so Dürr, eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. "Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen." Kubicki will FDP zum Erfolg verhelfen Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Kubicki äußerte sich zunächst bei der Bild am Sonntag und auch auf X: "Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen." Damit tritt Kubicki wohl gegen den nordrhein-westfälischen Landes- und Fraktionschef Henning Höne an. Strack-Zimmermann: Keine "alten Schlachtrösser" an FDP-Spitze Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte sich kritisch über die Kandidatur Kubickis. "Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden", erklärte die Europaabgeordnete. "Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht." Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, "nicht nur von alten Schlachtrössern", meinte sie. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für Höne. Er stehe "für ein klares marktwirtschaftliches wie gesellschaftspolitisches Profil". Höne ist Jahrgang 1987, Kubicki Jahrgang 1952. Nach Ansicht von Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann muss die FDP von einer neuen Generation geführt werden. Höne für "glaubwürdigen Neuanfang" Höne selbst teilte via X mit, er freue sich "über den anstehenden Wettbewerb" mit Kubicki. Er betonte zugleich, dass profilierte Politikerinnen und Politiker wie Kubicki und Strack-Zimmermann "weiterhin eine wichtige Rolle in der FDP innehaben müssen". Im WDR sagte er, die FDP brauche dringend einen Neuanfang. "Der ist uns seit der Ampelregierung nicht gelungen, und zu einem glaubwürdigen Neuanfang gehören eben auch neue Gesichter." Von einem Machtkampf wolle er nicht sprechen: "Es ist doch eigentlich in einer Demokratie das Natürlichste der Welt, dass die Wählerinnen und Wähler, dass die Delegierten auf Parteitagen auch eine Auswahl haben, wenn sie wählen." Spannendes Duell erwartet Der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder von der Uni Kassel erwartet einen spannenden Machtkampf um den Parteivorsitz. "Höne ist der Chef des größten Landesverbandes der FDP, der etwa 25 Prozent der Mitglieder für sich beanspruchen kann", sagte er dem WDR. Es sei eine interessante Konstellation, sagte Schroeder: "Jung gegen Alt, großer Landesverband gegen kleiner Landesverband, jemand der Zukunft für sich reklamiert (...). Und Kubicki ist eben die Vergangenheit der FDP, die aber in dieser Situation durchaus eine gewisse Plausibilität für sich hat im Sinne des populistischen Moments." Kubicki sei "erfahren, ist in der Lage, Schneisen zu schlagen, eckig und kantig zu sein und damit eine Aufmerksamkeit herzustellen, wie kaum jemand anders in der FDP. Insofern ist die Versuchung Kubicki sehr naheliegend". FDP bei Landtagswahlen an Fünf-Prozent-Hürde gescheitert Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen - zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals. Im März - nach den Landtagswahlen - hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück.

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5. April
ZDF heute

Kubicki: Bin nicht die Zukunft, will aber eine für die FDP

Kandidatur für Vorsitz, Dürr zieht zurück:Kubicki: Bin nicht die Zukunft, will aber eine für die FDP Wolfgang Kubicki kandidiert für den FDP-Vorsitz - und äußert sich gegenüber ZDFheute zu den Gründen. Der amtierende Parteichef Christian Dürr zieht indessen seine Bewerbung zurück. Wegen der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef der FDP, Christian Dürr, seine Bewerbung zurück. Ein Parteisprecher bestätigte ZDFheute entsprechende Medienberichte. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird", erklärte Dürr am Ostersonntag. Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten. Christian Dürr, amtierender FDP-Parteichef Zuvor hatte "Bild" berichtet. Wolfgang Kubicki hatte bekanntgegeben, er wolle neuer Parteichef der Liberalen werden. Zudem erklärte der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne, sich für das Amt des Parteivorsitzenden bewerben zu wollen. Kubicki wolle keinen Wahlkampf um den Bundesvorsitz der FDP führen - doch eine Kandidatur sowohl von ihm als auch von Höne sei kein Problem, sagte er ZDFheute. "Ich bin Mitglied einer Wettbewerbspartei", fügte er hinzu. "Aber ich führe keinen Binnenwahlkampf, sondern will Wählerinnen und Wähler überzeugen." FDP-Vize Kubicki will Parteichef werden und verspricht, die Partei wieder erfolgreich zu machen. Der amtierende Chef Dürr zieht daraufhin zurück und unterstützt ihn. Wulf Schmiese berichtet. 05.04.2026 | 1:52 minKubicki will, dass FDP "überhaupt noch eine Zukunft hat" Kritik, dass er nicht für einen Neuanfang stehe, widersprach Kubicki nicht: Ich weiß, ich bin nicht die Zukunft der FDP. Aber ich will dafür sorgen, dass sie überhaupt noch eine Zukunft hat. Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Vorsitzender "Nach 56 Jahren Mitgliedschaft in der FDP will ich meine Partei nicht untergehen sehen." Das Alter allein stehe einem Erfolg nicht im Wege, so Kubicki mit Blick auf die politische Konkurrenz: "Bei der Linkspartei begann der Wiederaufstieg mit den Silberrücken." Mit Blick auf den anstehenden Parteitag sagte er der "Bild am Sonntag": "Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, um die Partei wieder erfolgreich zu machen." Nach dem schlechten Abschneiden bei den jüngsten Landtagswahlen zieht die FDP Konsequenzen. Die komplette Parteispitze um den Vorsitzenden Christian Dürr tritt zurück. 24.03.2026 | 1:49 minDürr erklärte indessen zu seinem Verzicht auf eine Kandidatur: "Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen." Landtagswahlen: FDP scheitert an Fünf-Prozent-Hürde Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen - zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals. Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Nach den jüngsten Umfragen könnten die Liberalen bei allen drei Wahlen ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Wahlen tritt die gesamte Parteiführung zurück. „Haben einen immensen Vertrauensverlust“, so Strack-Zimmermann. 24.03.2026 | 5:31 minKubicki: "Neues Selbstbewusstsein" für die FDP Kubicki sagte der "Bild am Sonntag", er wolle eine Partei, die mit "neuem Selbstbewusstsein" die politischen Debatten in diesem Land anführe, statt ihnen "hinterherzulaufen". "Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit", sagte Kubicki, der früher auch Bundestagsvizepräsident war. Vorstand tritt zurück - aber Dürr will wiederkommen Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen hatte der Bundesvorstand um den derzeitigen Vorsitzenden Christian Dürr im März beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr kündigte zunächst an, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er nun zurück. Wahlen und Vertrauen verloren und seit dem Ampel-Aus ein Jahr verschwendet – so sieht Henning Höne seine FDP. Der Vorsitzende der NRW-FDP will gegen Noch-Parteichef Dürr antreten. 26.03.2026 | 3:04 minZwischenzeitlich wurde über eine mögliche Doppelspitze für die FDP diskutiert: Die Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte in den FDP-Führungsgremien ihre Bereitschaft angekündigt, an die Spitze der Partei zu treten - wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber in einer Doppelspitze. Dann erklärte sie aber ihre Unterstützung für Hönes Einzelbewerbung. Kubickis Weg in der FDP Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige gilt als liberaler Freigeist, der auch innerparteilich schonungslos Kritik übt. Sollte Kubicki zum Parteivorsitzenden gewählt werden, setzt er nach Angaben der "Bams" auf den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär. Nach dem Scheitern der Ampel-Koalition und dem Rückzug von Christian Lindner als Parteichef ringt die FDP um Kurs und Profil. 15.03.2026 | 3:32 minMehr zur FDP FDP-Debatte bei "Lanz":Wissing: Kein Kontakt mit Lindner seit Ampel-Aus von Felix Rappsilbermit Video76:09- Analyse Nach Christian Dürrs Rücktrittsangebot:Henning Höne will an FDP-Spitze: Wie seine Chancen stehen von Normen Odenthalmit Video3:04 Nach Wahlniederlagen in den Ländern:FDP-Chef Dürr tritt zurück - vorerst von Britta Buchholzmit Video6:55- Analyse

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5. April
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: FDP-Chef Dürr kandidiert nicht mehr

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Kubicki will FDP-Chef werden Männer bis 45 müssen Auslandsaufenthalt von Bundeswehr genehmigen lassen – theoretisch Außenminister: „Signifikante Zahl“ an Syrern soll zurückkehren Wirtschaftsweise Grimm für Tempolimit ADAC beobachtet Sprung bei Spritpreisen zur Mittagszeit FDP-Chef Christian Dürr kandidiert nicht mehr Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der Bild. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“, erklärte Dürr am Ostersonntag. „Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Dürr fügte hinzu: „Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“ Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich in der Bild am Sonntag und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm. Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. Bestehen bleibt die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich in der Bild am Sonntag und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm. Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. Bestehen bleibt die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Klüssendorf zu Reformen: Mehrheit trägt schon genug Lasten Die SPD pocht darauf, bei den anstehenden Reformen die Reichen stärker zu belasten. "Es ist inakzeptabel, wenn wieder die Hauptlast auf die Mehrheit der Gesellschaft abgeladen wird!", sagte Generalsekretär Tim Klüssendorf der Deutschen Presse-Agentur. Diese Mehrheit habe in den vergangenen Krisen schon erhebliche zusätzliche Lasten getragen - nicht nur durch die Preisentwicklung, sondern auch durch Zusatzbeiträge bei der Krankenversicherung. "Sie haben ordentlich draufgezahlt und Verantwortung für unsere Gesellschaft übernommen", sagte Klüssendorf. Gleichzeitig hätten aber einige in den Krisen weiter profitiert, ihre Vermögen seien stetig weiter angewachsen. "Diese Schieflage müssen wir dringend korrigieren", forderte der SPD-Politiker. Es sei gut, dass Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) mit seiner Reformagenda in die Offensive gegangen sei. "Wir werden endlich konkret. Jetzt ist es an der Union, zu sagen, was sie sich vorstellen kann", betonte Klüssendorf. CSU-Chef Markus Söder habe bisher jeden einzelnen Vorschlag abgelehnt. Er solle seine Blockadehaltung dringend ablegen, mahnte der SPD-Generalsekretär. "Sie haben ordentlich draufgezahlt und Verantwortung für unsere Gesellschaft übernommen", sagte Klüssendorf. Gleichzeitig hätten aber einige in den Krisen weiter profitiert, ihre Vermögen seien stetig weiter angewachsen. "Diese Schieflage müssen wir dringend korrigieren", forderte der SPD-Politiker. Es sei gut, dass Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) mit seiner Reformagenda in die Offensive gegangen sei. "Wir werden endlich konkret. Jetzt ist es an der Union, zu sagen, was sie sich vorstellen kann", betonte Klüssendorf. CSU-Chef Markus Söder habe bisher jeden einzelnen Vorschlag abgelehnt. Er solle seine Blockadehaltung dringend ablegen, mahnte der SPD-Generalsekretär. Strack-Zimmermann: Keine alten Schlachtrösser an FDP-Spitze Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich kritisch über die Kandidatur ihres Parteikollegen Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen geäußert. „Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden“, erklärte die Europaabgeordnete am Ostersonntag. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“ Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“ Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für den nordrhein-westfälischen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“ Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für den nordrhein-westfälischen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Kubicki will FDP-Chef werden Ein prominentes Gesicht mischt sich in das Rennen um den FDP-Vorsitz ein. Der frühere Bundestagsvizepräsident und langjährige stellvertretende Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki, kündigte auf X an: „Ich kandidiere“. Der 74-Jährige schrieb, er wolle „eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“. Deutschland „warte nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit.“ Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige übt innerparteilich immer wieder deutlich Kritik und steht für einen wirtschaftsliberalen Kurs. Wie die Bild berichtet, möchte Kubicki den 44 Jahre alten Martin Hagen, früher FDP-Fraktionschef in Bayern, als Generalsekretär an seiner Seite haben. Eine Doppelspitze mit der prominenten Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte Kubicki Ende März abgelehnt. Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige übt innerparteilich immer wieder deutlich Kritik und steht für einen wirtschaftsliberalen Kurs. Wie die Bild berichtet, möchte Kubicki den 44 Jahre alten Martin Hagen, früher FDP-Fraktionschef in Bayern, als Generalsekretär an seiner Seite haben. Eine Doppelspitze mit der prominenten Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte Kubicki Ende März abgelehnt. Männer bis 45 müssen Auslandsaufenthalt von Bundeswehr genehmigen lassen – theoretisch Zum Jahresbeginn wurde für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 eine verpflichtende Musterung eingeführt. Eine andere neue Regel bekam hingegen kaum öffentliche Aufmerksamkeit, obwohl zumindest in der Theorie Millionen Menschen betrifft: Mit dem neuen Wehrdienstgesetz müssen sich grundsätzlich alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur Informationen aus einem Bericht der Frankfurter Rundschau. Doch ein Sprecher fügte hinzu: „Wir werden aber durch Verwaltungsvorschriften klarstellen, dass die Genehmigung als erteilt gilt, solange der Wehrdienst freiwillig ist.“ Die theoretisch betroffenen Männer scheinen also keine Konsequenzen befürchten zu müssen, sollten sie ihren Auslandsaufenthalt nicht melden. Der Sprecher erklärte, im Wehrdienst-Modernisierungsgesetz werde auch der Rahmen für die Wehrerfassung und Wehrüberwachung gesetzt. Die Bundeswehr müsse für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhalte. Die Genehmigungspflicht gilt laut Gesetz auch außerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalls. Die Frage, wie oft solche Genehmigungen seit Jahresbeginn erbeten wurden, ließ der Sprecher offen. Auf die Frage, wie Verstöße gegen diese Auflage entdeckt oder bestraft werden sollen, erklärte er. „Die Regelung galt bereits auch in den Zeiten des Kalten Krieges und hatte keine praktische Relevanz, insbesondere ist sie auch nicht sanktioniert.“ Eine Genehmigung von Auslandsaufenthalten sei immer dann zu erteilen, wenn „für den betreffenden Zeitraum keine konkrete Dienstleistung als Soldatin oder Soldat zu erwarten ist“, erklärte der Sprecher. „Da der Wehrdienst nach geltendem Recht ausschließlich auf Freiwilligkeit beruht, sind entsprechende Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen.“ Mit dem neuen Wehrdienstgesetz müssen sich grundsätzlich alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur Informationen aus einem Bericht der Frankfurter Rundschau. Doch ein Sprecher fügte hinzu: „Wir werden aber durch Verwaltungsvorschriften klarstellen, dass die Genehmigung als erteilt gilt, solange der Wehrdienst freiwillig ist.“ Die theoretisch betroffenen Männer scheinen also keine Konsequenzen befürchten zu müssen, sollten sie ihren Auslandsaufenthalt nicht melden. Der Sprecher erklärte, im Wehrdienst-Modernisierungsgesetz werde auch der Rahmen für die Wehrerfassung und Wehrüberwachung gesetzt. Die Bundeswehr müsse für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhalte. Die Genehmigungspflicht gilt laut Gesetz auch außerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalls. Die Frage, wie oft solche Genehmigungen seit Jahresbeginn erbeten wurden, ließ der Sprecher offen. Auf die Frage, wie Verstöße gegen diese Auflage entdeckt oder bestraft werden sollen, erklärte er. „Die Regelung galt bereits auch in den Zeiten des Kalten Krieges und hatte keine praktische Relevanz, insbesondere ist sie auch nicht sanktioniert.“ Eine Genehmigung von Auslandsaufenthalten sei immer dann zu erteilen, wenn „für den betreffenden Zeitraum keine konkrete Dienstleistung als Soldatin oder Soldat zu erwarten ist“, erklärte der Sprecher. „Da der Wehrdienst nach geltendem Recht ausschließlich auf Freiwilligkeit beruht, sind entsprechende Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen.“ Außenminister: „Signifikante Zahl“ an Syrern soll zurückkehren In der Debatte über Syrer in Deutschland dringt Außenminister Johann Wadephul (CDU) darauf, „einer signifikanten Zahl der Kriegsflüchtlinge eine Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen“. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Daran arbeitet die Bundesregierung, daran arbeitet auch das Auswärtige Amt durch unsere Unterstützung für ein stabiles Syrien, das die Rechte aller seiner Bürgerinnen und Bürger wahrt und schützt.“ Das sei das Ziel, und daran werde die syrische Regierung gemessen. Auf die Frage, ob Syrien heute ein sicheres Land sei, antwortete Wadephul: „In Teilen ja, in Teilen nein. Der syrische Staat ist nach wie vor nicht in der Lage, über alle Gebiete die Staatsgewalt auszuüben und für Sicherheit zu sorgen.“ Es bleibe viel zu tun. Zurückgeführt werden sollten Personen, „die ihr Gastrecht missbraucht haben, indem sie straffällig geworden sind oder keine Integrationsbereitschaft gezeigt haben“, erklärte der Minister. Je erfolgreicher der wirtschaftliche Aufbau in Syrien verlaufe, desto stabiler werde der Staat und desto schneller werde eine größere Zahl von Syrerinnen und Syrern nach Hause zurückkehren. In Deutschland sollten diejenigen bleiben, „die sich integrieren, Arbeit aufnehmen, die deutsche Sprache lernen und zu unserem Gemeinwesen beitragen“. Das täten etliche Syrer, und das werde von vielen Arbeitgebern geschätzt. Wer Integrationserfolge nachweisen könne, werde die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben können. „Integration bleibt eine große Aufgabe. Aber mit Ruhe und Konsequenz werden wir sie lösen.“ Zurückgeführt werden sollten Personen, „die ihr Gastrecht missbraucht haben, indem sie straffällig geworden sind oder keine Integrationsbereitschaft gezeigt haben“, erklärte der Minister. Je erfolgreicher der wirtschaftliche Aufbau in Syrien verlaufe, desto stabiler werde der Staat und desto schneller werde eine größere Zahl von Syrerinnen und Syrern nach Hause zurückkehren. In Deutschland sollten diejenigen bleiben, „die sich integrieren, Arbeit aufnehmen, die deutsche Sprache lernen und zu unserem Gemeinwesen beitragen“. Das täten etliche Syrer, und das werde von vielen Arbeitgebern geschätzt. Wer Integrationserfolge nachweisen könne, werde die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben können. „Integration bleibt eine große Aufgabe. Aber mit Ruhe und Konsequenz werden wir sie lösen.“ Familienministerin kündigt Gesetzgebung zu Social Media an Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will bei einem möglichen Verbot von Social-Media für Kinder und Jugendliche auch die Eltern mit ins Boot holen. In einem Interview des Podcasts von Table Briefings schlug Prien einen Kodex für Mütter und Väter vor. „Ohne die Eltern, die auch bereit sind, sich in Konflikte über diese Fragen mit ihren Kindern zu begeben, wird es nicht funktionieren.“ Zugleich kündigte Prien eine umfassende Gesetzgebung an. Eine entsprechende Kommission werde ihre Ergebnisse Mitte April vorstellen. Derzeit seien die Instrumente der EU gegen die Tech-Plattformen oft unwirksam. „Deshalb müssen wir zusätzliche Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz einführen, möglichst gemeinsam auf europäischer Ebene, aber wenn das nicht funktioniert, auch auf nationaler Ebene“, erklärte Prien. Mit Präventionsmaßnahmen und Aufklärung müsse man schon in der Kinderarztpraxis sehr früh beginnen, sagte die CDU-Politikerin. „Bis zum Alter von drei Jahren haben etwa Handys oder iPads nichts zu suchen im Kinderwagen oder im Kinderzimmer.“ Zugleich kündigte Prien eine umfassende Gesetzgebung an. Eine entsprechende Kommission werde ihre Ergebnisse Mitte April vorstellen. Derzeit seien die Instrumente der EU gegen die Tech-Plattformen oft unwirksam. „Deshalb müssen wir zusätzliche Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz einführen, möglichst gemeinsam auf europäischer Ebene, aber wenn das nicht funktioniert, auch auf nationaler Ebene“, erklärte Prien. Mit Präventionsmaßnahmen und Aufklärung müsse man schon in der Kinderarztpraxis sehr früh beginnen, sagte die CDU-Politikerin. „Bis zum Alter von drei Jahren haben etwa Handys oder iPads nichts zu suchen im Kinderwagen oder im Kinderzimmer.“ Karin Prien (CDU) Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht im Bundestag (Archivbild). Kay Nietfeld/dpa Wirtschaftsweise Grimm für Tempolimit Als Maßnahme gegen die explodierenden Spritpreise kann die Ökonomin Veronika Grimm einem Tempolimit auf den Straßen einiges abgewinnen. „Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen“, sagte Grimm der Rheinischen Post. „Viele Länder des globalen Südens haben schon einschneidende Maßnahmen umgesetzt wie Homeoffice-Pflicht und Einschränkung der Fahrzeugnutzung. Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder.“ Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte angesichts der Ölkrise infolge des Iran-Kriegs bereits zu Maßnahmen geraten, die den Ölverbrauch senken. Mehr Homeoffice, ein Absenken des Tempolimits auf Straßen und das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel könnten demnach den Spritverbrauch reduzieren, empfahl die IEA unlängst. Trotz des jüngsten Maßnahmenpakets der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel erreichte am Mittwochmittag laut ADAC ein Rekordhoch von 2,415 Euro und übertraf damit den alten Rekord von vor vier Jahren. Der E10-Preis kletterte auf einen Jahreshöchststand: 2,129 Euro pro Liter. Grimm, die im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sitzt, hält die bisherigen Maßnahmen für wenig wirksam: „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg.“ Die neue Regel, nach der Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden dürfen, nannte sie „vermutlich noch das geringste Übel“. Die Menschen erwarteten, dass etwas getan wird, „also tut man etwas“. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte angesichts der Ölkrise infolge des Iran-Kriegs bereits zu Maßnahmen geraten, die den Ölverbrauch senken. Mehr Homeoffice, ein Absenken des Tempolimits auf Straßen und das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel könnten demnach den Spritverbrauch reduzieren, empfahl die IEA unlängst. Trotz des jüngsten Maßnahmenpakets der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel erreichte am Mittwochmittag laut ADAC ein Rekordhoch von 2,415 Euro und übertraf damit den alten Rekord von vor vier Jahren. Der E10-Preis kletterte auf einen Jahreshöchststand: 2,129 Euro pro Liter. Grimm, die im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sitzt, hält die bisherigen Maßnahmen für wenig wirksam: „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg.“ Die neue Regel, nach der Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden dürfen, nannte sie „vermutlich noch das geringste Übel“. Die Menschen erwarteten, dass etwas getan wird, „also tut man etwas“. Die Spritpreise an Tankstellen sind explodiert. Sebastian Christoph Gollnow/dpa ADAC beobachtet Sprung bei Spritpreisen zur Mittagszeit Die neue Preisregelung an Tankstellen hat am Mittwoch zu höheren Preisen geführt. Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland machten zur Mittagszeit einen Sprung nach oben, wie der Automobilclub ADAC mitteilte. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 kletterte demnach von 2,099 Euro kurz vor 12 Uhr auf 2,147 Euro kurz danach. Für Diesel mussten Autofahrer statt 2,301 Euro dann 2,347 Euro bezahlen. Der ADAC sieht darin einen Hinweis, dass die Neuregelung ihr Ziel womöglich verfehlt. Die Vorschrift, dass Mineralölkonzerne die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürften, senke das hohe Niveau nicht. „Stattdessen führt die geringere Flexibilität von Mineralölkonzernen offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen werden“, sagte ein Sprecher. „Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich.“ Bereits bevor die neue Tankregelung in Kraft getreten ist, prognostizierten Experten größere Preisschwankungen und größere Preissprünge als zuvor. Auch der ADAC warnt schon lange vor einer Spritpreisbremse. Die neue Regelung könnte dazu führen, dass Sprit am Ende für die Verbraucher teurer wird, warnte ein ADAC-Experte bereits im vergangenen Herbst. Die 12-Uhr-Regel bringt wenig, kommentiert SZ-Redakteurin Johanna Pfund: Der ADAC sieht darin einen Hinweis, dass die Neuregelung ihr Ziel womöglich verfehlt. Die Vorschrift, dass Mineralölkonzerne die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürften, senke das hohe Niveau nicht. „Stattdessen führt die geringere Flexibilität von Mineralölkonzernen offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen werden“, sagte ein Sprecher. „Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich.“ Bereits bevor die neue Tankregelung in Kraft getreten ist, prognostizierten Experten größere Preisschwankungen und größere Preissprünge als zuvor. Auch der ADAC warnt schon lange vor einer Spritpreisbremse. Die neue Regelung könnte dazu führen, dass Sprit am Ende für die Verbraucher teurer wird, warnte ein ADAC-Experte bereits im vergangenen Herbst. Die 12-Uhr-Regel bringt wenig, kommentiert SZ-Redakteurin Johanna Pfund: Kritik an „80 Prozent“-Äußerung von Merz hält an – Al-Scharaa widerspricht dem Kanzler Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat das von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geäußerte Ziel kritisiert, 80 Prozent der Syrer in Deutschland zurückzuführen. Das sei kein Befund, sondern „politische Dampfplauderei in Zahlenform“, erklärte die Organisation. Es bleibe eine verunsicherte Community zurück. Merz hatte am Montag nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa gesagt, in den nächsten drei Jahren sollten rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in ihre Heimat zurückkehren. Am Dienstag relativierte er die Aussage. Die Prozentangabe habe der syrische Präsident genannt. Dieser weist das allerdings zurück. Al-Scharaa widersprach am Dienstagabend in London und erklärte, er habe diese Zahl nicht gesagt, sondern der Kanzler. Unterdessen sprach sich nach dem Krankenhausverband auch der Deutsche Städtetag dafür aus, möglichst viele arbeitende Syrer in Deutschland zu halten. Fachkräften in bestimmten Branchen müsse der Verbleib ermöglicht werden – unabhängig von der Lage in der Heimat, sagte der Verband den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung dafür bald Regelungen findet. Aktuell sind laut Arbeitsagentur mehr als 300 000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland in Arbeit, mehr als eine Viertelmillion zahlt Sozialbeiträge. Insgesamt leben derzeit etwa 940 000 Syrer in Deutschland. Merz hatte am Montag nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa gesagt, in den nächsten drei Jahren sollten rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in ihre Heimat zurückkehren. Am Dienstag relativierte er die Aussage. Die Prozentangabe habe der syrische Präsident genannt. Dieser weist das allerdings zurück. Al-Scharaa widersprach am Dienstagabend in London und erklärte, er habe diese Zahl nicht gesagt, sondern der Kanzler. Unterdessen sprach sich nach dem Krankenhausverband auch der Deutsche Städtetag dafür aus, möglichst viele arbeitende Syrer in Deutschland zu halten. Fachkräften in bestimmten Branchen müsse der Verbleib ermöglicht werden – unabhängig von der Lage in der Heimat, sagte der Verband den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung dafür bald Regelungen findet. Aktuell sind laut Arbeitsagentur mehr als 300 000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland in Arbeit, mehr als eine Viertelmillion zahlt Sozialbeiträge. Insgesamt leben derzeit etwa 940 000 Syrer in Deutschland. Ökonomin Schnitzer plädiert für Verzicht auf Autofahrten Die Top-Ökonomin Monika Schnitzer hat sich gegen staatliche Eingriffe beim Spritpreis ausgesprochen. Stattdessen sollte man die höheren Preise wirken lassen, sagte das Mitglied des Konjunktur-Sachverständigenrats im "ZDF-Morgenmagazin". Durch die Schließung der Straße von Hormus als Folge des Iran-Krieges habe sich Öl verknappt, das müsse entsprechend eingespart werden. „Und da muss es eine Reaktion geben: Die Menschen müssen sich überlegen, wo ist es wirklich wichtig zu fahren, wo kann ich darauf verzichten, wo kann ich eine Fahrgemeinschaft bilden, wo kann ich vielleicht mal mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren“, fügte die Wirtschaftsweise hinzu. Das Preissignal müsse auch an die Wirtschaft weitergegeben werden, damit sie sich anpasse. „Wir müssen uns unabhängiger machen von diesen fossilen Energieträgern“, sagte Schnitzer. Es sei erkennbar, „dass wir als wirklich beste Lösung aus dieser Situation heraus mit voller Kraft auf den Ausbau der Erneuerbaren setzen sollten“. Von diesem Mittwoch an gilt in Deutschland eine neue Regel für Tankstellen. Sie dürfen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen, aber jederzeit senken. Experten bezweifeln, dass sich dadurch das Preisniveau verändert. „Und da muss es eine Reaktion geben: Die Menschen müssen sich überlegen, wo ist es wirklich wichtig zu fahren, wo kann ich darauf verzichten, wo kann ich eine Fahrgemeinschaft bilden, wo kann ich vielleicht mal mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren“, fügte die Wirtschaftsweise hinzu. Das Preissignal müsse auch an die Wirtschaft weitergegeben werden, damit sie sich anpasse. „Wir müssen uns unabhängiger machen von diesen fossilen Energieträgern“, sagte Schnitzer. Es sei erkennbar, „dass wir als wirklich beste Lösung aus dieser Situation heraus mit voller Kraft auf den Ausbau der Erneuerbaren setzen sollten“. Von diesem Mittwoch an gilt in Deutschland eine neue Regel für Tankstellen. Sie dürfen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen, aber jederzeit senken. Experten bezweifeln, dass sich dadurch das Preisniveau verändert. Kabinett beschließt geringere Luftverkehrsteuer Flugreisende sollen künftig bei der Ticketsteuer um bis zu 11,40 Euro entlastet werden. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Konkret soll die Abgabe für die Kurzstrecke um 2,50 Euro, auf der Mittelstrecke um 6,33 Euro und bei Fernflügen um 11,40 Euro sinken. Das Finanzministerium forderte die Fluggesellschaften auf, die Senkungen an die Reisenden weiterzugeben. Die Regelung soll zum 1. Juli 2026 in Kraft treten. Die Koalition aus CDU, CSU und SPD macht damit die Erhöhung der Ticketsteuer vom 1. Mai 2024 wieder rückgängig, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart worden war. Die Regelung soll zum 1. Juli 2026 in Kraft treten. Die Koalition aus CDU, CSU und SPD macht damit die Erhöhung der Ticketsteuer vom 1. Mai 2024 wieder rückgängig, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart worden war. Bund will Rheinmetall-Kampfdrohnen für bis zu 2,4 Milliarden Euro kaufen Die Bundeswehr soll weitere Kampfdrohnen vom Rüstungskonzern Rheinmetall für bis zu 2,4 Milliarden Euro erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll dazu in der kommenden Woche einen Rahmenvertrag billigen, aus dem zunächst Waffen für rund 298 Millionen Euro fest bestellt werden, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums hervorgeht. Damit setzt die Bundesregierung die Beschaffung sogenannter Loitering Munition fort. Bereits Ende Februar hatte der Ausschuss grünes Licht für Aufträge an die Firmen Helsing und Stark Defence gegeben, wobei schon angedeutet worden war, dass ein dritter Auftrag an Rheinmetall folgen könnte. Bei Tests hatten die Rheinmetall-Drohnen Insidern zufolge zunächst nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert, so dass ein Auftrag zurückgestellt wurde. Die Anzahl der bestellten Drohnen wird im Dokument nicht genannt. Bei Loitering Munition handelt es sich um Lenkwaffen, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und über einem potenziellen Zielgebiet kreisen. Ein Soldat am Boden kann der Waffe dann ein Ziel zuweisen, das sie selbständig angreift. Die Drohnen sollen zunächst die neue deutsche Panzerbrigade 45 in Litauen schützen und deren Kampfkraft erhöhen. Bei dem nun zur Beschaffung anstehenden System von Rheinmetall handelt es sich dem Dokument zufolge um das Modell Raider. Ziel ist es, den Streitkräften eine breite Palette an Drohnen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung zu stellen. Bei Tests hatten die Rheinmetall-Drohnen Insidern zufolge zunächst nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert, so dass ein Auftrag zurückgestellt wurde. Die Anzahl der bestellten Drohnen wird im Dokument nicht genannt. Bei Loitering Munition handelt es sich um Lenkwaffen, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und über einem potenziellen Zielgebiet kreisen. Ein Soldat am Boden kann der Waffe dann ein Ziel zuweisen, das sie selbständig angreift. Die Drohnen sollen zunächst die neue deutsche Panzerbrigade 45 in Litauen schützen und deren Kampfkraft erhöhen. Bei dem nun zur Beschaffung anstehenden System von Rheinmetall handelt es sich dem Dokument zufolge um das Modell Raider. Ziel ist es, den Streitkräften eine breite Palette an Drohnen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung zu stellen. Merz stellt klar: 80-Prozent Rückkehrziel kam von al-Scharaa Von den in Deutschland lebenden Syrern sollen 80 Prozent in ihr Herkunftsland zurückkehren - diese Forderung geht nach Aussagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa zurück. „Die Zahl von 80 Prozent Rückkehrern innerhalb von drei Jahren hat der syrische Präsident genannt. Wir haben diese Zahl zur Kenntnis genommen, sind uns aber der Dimension der Aufgabe bewusst“, sagte Merz. Mit einer undeutlichen Formulierung beim Besuch al-Scharaas in Berlin hatte Merz am Montag Irritationen ausgelöst. Wörtlich hatte er gesagt: „In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das sind auch, das ist der Wunsch von Präsident al-Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren.“ Man konnte das so verstehen, dass Merz den Wunsch al-Scharaas teilt. Auf dem vom Fachkräftemangel geprägten deutschen Arbeitsmarkt sind Menschen aus Syrien zu einer wichtigen Größe geworden. Insgesamt sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit 320 000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland beschäftigt, davon 266 100 sozialversicherungspflichtig – sie leisten mit ihrer Arbeit also auch Beiträge etwa für die Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Friedrich Merz' etwas vernuschelter Satz zur Rückkehrquote von Syrern hat ein Missverständnis ausgelöst. Jetzt bemüht sich der Kanzler um Klarstellung, schreibt Georg Ismar: Mit einer undeutlichen Formulierung beim Besuch al-Scharaas in Berlin hatte Merz am Montag Irritationen ausgelöst. Wörtlich hatte er gesagt: „In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das sind auch, das ist der Wunsch von Präsident al-Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren.“ Man konnte das so verstehen, dass Merz den Wunsch al-Scharaas teilt. Auf dem vom Fachkräftemangel geprägten deutschen Arbeitsmarkt sind Menschen aus Syrien zu einer wichtigen Größe geworden. Insgesamt sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit 320 000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland beschäftigt, davon 266 100 sozialversicherungspflichtig – sie leisten mit ihrer Arbeit also auch Beiträge etwa für die Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Friedrich Merz' etwas vernuschelter Satz zur Rückkehrquote von Syrern hat ein Missverständnis ausgelöst. Jetzt bemüht sich der Kanzler um Klarstellung, schreibt Georg Ismar: Außenminister Wadephul stellt sich hinter Merz Mit Blick auf die vom Bundeskanzler genannte Zahl, wonach innerhalb der nächsten drei Jahre rund 80 Prozent der derzeit mehr als 900 000 in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer nach Syrien zurückkehren sollen, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU), dass das, was der Bundeskanzler sagt, „natürlich Ziel der Bundesregierung ist“. Zugleich betonte Wadephul, die Bundesregierung sei grundsätzlich fest entschlossen, diejenigen, die ihr Gastrecht in Deutschland verwirkt hätten, „konsequent abzuschieben“. Der Kern der Zusammenkunft zwischen Berlin und Damaskus sei gewesen, dass Syrien wieder zu einem Land werden müsse, in dem Menschen sicher und mit wirtschaftlicher Perspektive leben könnten. Das, so Wadephul, solle diejenigen Syrerinnen und Syrer ermutigen zurückzukehren, die beim Wiederaufbau ihrer Heimat mitwirken wollen.

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5. April
Der Spiegel (Politik)

FDP: Wolfgang Kubickis Kehrtwende sorgt für Wirbel bei den Liberalen

FDP-Vorsitz Kubicki kandidiert, Dürr duckt sich weg, Strack-Zimmermann stänkert Die Ankündigung von Wolfgang Kubicki, für den FDP-Vorsitz zu kandidieren, wirbelt seine Partei durcheinander. Der bisherige Vorsitzende Christian Dürr, der nach den Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zunächst angekündigt hatte, Parteichef bleiben zu wollen, hat nach Medienberichten mittlerweile eine Kehrtwende hingelegt und zieht sich zurück. Dürr wolle den Weg frei machen und beim Parteitag Ende Mai nicht mehr antreten, um eine Zerreißprobe zu verhindern, schreibt die »Bild« . Das Blatt zitiert Dürr mit den Worten: »Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird. Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.« Ein Kandidat zieht zurück, ein anderer macht weiter Im Schwesterblatt »Bild am Sonntag« meldet sich der 74-jährige Kubicki selbst zu Wort. »Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen«, so Kubicki. »Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache.« Dem Bericht zufolge soll unter Kubicki der bayerische FDP-Mann Martin Hagen neuer Generalsekretär der Liberalen werden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Kurz nach der verlorenen Bundestagswahl 2025 hatte Kubicki noch ganz anders geklungen. »Dass ich nicht die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst«, hatte er damals erklärt. Und als die FDP-Europa- und Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann nach den verlorenen Landtagswahlen mit einer eigenen Kandidatur um den Parteivorsitz liebäugelte und dafür eine Doppelspitze mit ihrem alten Widersacher Kubicki ins Gespräch brachte, hatte der Norddeutsche ebenfalls auffällig zurückhaltend reagiert. »Nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten« Jetzt also der Kurswechsel – und für den gibt es Rückenwind sogar aus der CDU. Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bezeichnete seinen langjährigen Weggefährten als »derzeit das Gesicht der FDP, einer, den die Leute sehen und sofort wissen, wofür er steht«. Die Bekanntheit von Henning Höne ist dagegen längst nicht so ausgeprägt. Der Chef der NRW-FDP hatte ebenfalls seine Kandidatur um den Parteivorsitz angekündigt – und bekräftigte das am Sonntag auf Instagram noch einmal. »Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart.« Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Als Marktwirtschaftler freue er sich über den anstehenden Wettbewerb mit Kubicki, schrieb Höne. Der 39-Jährige wird von Marie-Agnes Strack-Zimmermann unterstützt. Die reagierte am Sonntag im »Tagesspiegel« mit scharfer Kritik an Kubickis Ankündigung. Es sei jetzt »nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht«, sagte sie dem Bericht zufolge: »Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern.« Kubicki und sie selbst sollten ihre mediale Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. »Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.«

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5. April
Tagesschau

Kubicki will neuer FDP-Chef werden

Parteispitze der Liberalen Kubicki will neuer FDP-Chef werden Wolfgang Kubicki möchte künftig die FDP anführen. Damit fordert der Parteivize beim Parteitag im Mai den nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Höne und Amtsinhaber Dürr heraus. Der frühere Bundestagsvizepräsident und stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki will beim Parteitag Ende Mai als neuer Parteivorsitzender der Liberalen kandidieren. "Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen", teilte Kubicki auf X mit. "Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit." Zuvor hatte Bild am Sonntag berichtet. Auch Dürr und Höne kandidieren In der FDP ist seit den Wahlpleiten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Führungsdebatte entbrannt. Der Bundesvorstand hatte beschlossen, beim Parteitag in Berlin Ende Mai geschlossen zurückzutreten. Allerdings erklärte Parteichef Christian Dürr auch, beim Parteitag wieder kandidieren zu wollen. Auch der nordrhein-westfälische Landes- und Fraktionschef Henning Höne will kandidieren. Kubicki werde den Delegierten in Berlin "ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen", sagte der 74-Jährige der Bild am Sonntag. Generalsekretär soll nach Informationen der Zeitung der bayerische FDP-Politiker Martin Hagen werden.

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5. April
Die Welt (Politik)

„Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen“ – Dürr verzichtet auf Kandidatur als FDP-Chef

„Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen“ – Dürr verzichtet auf Kandidatur als FDP-Chef Christian Dürr verzichtet nun doch auf eine erneute Kandidatur als FDP-Chef und unterstützt Wolfgang Kubicki. Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann kritisiert unterdessen die Kandidatur von Kubicki. Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der „Bild“. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“, erklärte Dürr am Ostersonntag. „Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Dürr fügte hinzu: „Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“ Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich zunächst bei der „Bild am Sonntag“ und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich unterdessen kritisch über die Kandidatur ihres Parteikollegen Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen geäußert. „Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden“, erklärte die Europaabgeordnete am Ostersonntag. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“ Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“ Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für den nordrhein-westfälischen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Serie von Wahlschlappen Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals. Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück.

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5. April
Handelsblatt

Liberale in der Krise: Kubicki will an die FDP-Spitze - Dürr zieht zurück

Liberale in der Krise: Kubicki will an die FDP-Spitze - Dürr zieht zurück Berlin/Kiel. Nach der bitteren Serie von Wahlniederlagen sortiert sich die FDP-Spitze neu. Der langjährige Parteivize Wolfgang Kubicki will beim Parteitag im Mai Bundesvorsitzender werden, der amtierende Parteichef Christian Dürr verzichtet. Trotzdem sieht es nach einer Kampfkandidatur aus. Der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Henning Höne bekräftigte am Ostersonntag, dass er ebenfalls antritt. Kubicki, seit mehr als 50 Jahren in der FDP und inzwischen 74 Jahre alt, hatte eigentlich schon einmal seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, als die Liberalen 2025 aus dem Bundestag flogen. Dann entschied er sich um. Damals sagte er mit Blick auf den Parteivorsitz: „Dass ich nicht die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst.“ Doch auch dies sieht er jetzt anders: „Ich kandidiere“, schrieb Kubicki bei X. „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“, fügte er hinzu. „Deshalb werde ich den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Ähnlich äußerte er sich in der „Bild am Sonntag“. Jungspund vs. „Schlachtross“ Im März hatte auch der erst ein Jahr amtierende Bundesvorsitzende Dürr erklärt, sich neu um sein Amt bewerben zu wollen. Da war die FDP gerade in ihrem Stammland Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Der gesamte Bundesvorstand kündigte zwar seinen Rücktritt an, bei Dürr aber verbunden mit der erneuten Kandidatur. Nach Kubickis Ansage zog der 48-Jährige nun zurück. Für neue Erfolge der FDP brauche es eine geschlossene Formation, sagte Dürr „Bild“. „Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Höne, in etwa halb so alt und vielleicht auch nur halb so bekannt wie Kubicki, gibt hingegen nicht klein bei. Der 39-Jährige bekräftigte auf X: „Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart.“ Er freue sich auf den Wettbewerb mit Kubicki. Eine prominente Fürsprecherin hat Höne. Die Europapolitikern Marie-Agnes Strack-Zimmermann stichelte gegen Kubicki, es sei „nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung“. Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Desolate Lage Nach den jüngsten Wahlschlappen sind die Liberalen nur noch in sechs von 16 Landtagen vertreten, nur in Sachsen-Anhalt sind sie noch in der Regierung. Bundesweit liegen sie in Umfragen bei drei Prozent. Die nächsten Landtagswahlen stehen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Doch auch für sie sieht Kubicki derzeit so schwarz, dass er sich auf eine riskante Wette einließ: „Wenn die FDP in Sachsen‑Anhalt oder anderswo im Osten über fünf Prozent kommt und in den Landtag einzieht, lasse ich mir die Haare abschneiden“, sagte er dem „Stern“. Mit markanten Zitaten erregte der in Braunschweig geborene Jurist, der seit Jahrzehnten in und für Schleswig-Holstein Politik macht, immer wieder Aufmerksamkeit. Gerne gab er den wortgewaltigen Kritiker, der die eigene Partei wie auch die politischen Gegner vor sich hertrieb. „Liberale müssen immer die Stahlbürste in der Hand führen, mit der sie gegen den Strich gehen“, schrieb er in seinem Buch „Aufwind im Freien Fall“, das 2025 erschien. Die Grünen auf dem Kieker Während der Zeit der Ampel-Koalition mit SPD und Grünen - auch damals fuhren die Liberalen schon schlechte Wahl- und Umfrageergebnisse ein - trieb er die eigene Partei immer wieder an. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Kubicki der „Bild“ nach dem schlechten Abschneiden in Hessen und Bayern 2023. Immer häufiger zeigte er sich unzufrieden mit der Ampel, etwa mit dem Vollzug des angekündigten Atomausstiegs. Nach dem Bruch der Koalition folgte in seinem Buch die Abrechnung, vor allem mit den Grünen. Die „feministische Außenpolitik“ von Annalena Baerbock zerriss er, Robert Habeck betitelte er als „unfähigsten Wirtschaftsminister aller Zeiten“. „Kaputt, zu feist“ Seiner eigenen Partei riet Kubicki in dem Buch: „Es darf keine Scheu vor Zuspitzung geben, keine Sorge, dass man des Populismus geziehen wird.“ Die Freien Demokraten dürften sich „nicht zu fein sein, in Wählersegmente vorzudringen, die wir vorher liegengelassen haben“. Dem Land bescheinigte er „infrastrukturell kaputt, zu feist und international nicht mehr satisfaktionsfähig“ zu sein. Er beklagte angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit, angebliches Versagen in der Corona- und der Migrationspolitik. Kubicki selbst vertritt bei Migration eine restriktive Linie. Im Februar 2025 sagte er über Integrationsbemühungen: „Wir brauchen keine jungen Männer aus arabischen Räumen und aus Afghanistan, die genau das nicht wollen“. Er warnt davor, die rund 20 Prozent AfD-Wähler auszugrenzen. Kubicki lag allerdings mit eigenen Prognosen auch nicht immer richtig. Noch im Dezember 2024, also nach dem Bruch der Ampel, sagte er im „Stern“ über das erwartete Ergebnis seiner Partei bei der Neuwahl: „Wir werden zweistellig.“ Es wurden 4,3 Prozent.

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5. April
Wirtschaftswoche

Zukunft der FDP: FDP-Chef Christian Dürr kandidiert nicht mehr – und unterstützt Kubicki

Zukunft der FDP: FDP-Chef Christian Dürr kandidiert nicht mehr – und unterstützt Kubicki Nach der bitteren Serie von Wahlniederlagen sortiert sich die FDP-Spitze neu. Der langjährige Parteivize Wolfgang Kubicki will beim Parteitag im Mai Bundesvorsitzender werden, der amtierende Parteichef Christian Dürr verzichtet. Trotzdem sieht es nach einer Kampfkandidatur aus. Der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Henning Höne bekräftigte am Ostersonntag, dass er ebenfalls antritt. Kubicki, seit mehr als 50 Jahren in der FDP und inzwischen 74 Jahre alt, hatte eigentlich schon einmal seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, als die Liberalen 2025 aus dem Bundestag flogen. Dann entschied er sich um. Damals sagte er mit Blick auf den Parteivorsitz: „Dass ich nicht die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst.“ Doch auch dies sieht er jetzt anders: „Ich kandidiere“, schrieb Kubicki bei X. „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“, fügte er hinzu. „Deshalb werde ich den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Ähnlich äußerte er sich in der „Bild am Sonntag“. Jungspund vs. „Schlachtross“ Im März hatte auch der erst ein Jahr amtierende Bundesvorsitzende Dürr erklärt, sich neu um sein Amt bewerben zu wollen. Da war die FDP gerade in ihrem Stammland Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Der gesamte Bundesvorstand kündigte zwar seinen Rücktritt an, bei Dürr aber verbunden mit der erneuten Kandidatur. Nach Kubickis Ansage zog der 48-Jährige nun zurück. Für neue Erfolge der FDP brauche es eine geschlossene Formation, sagte Dürr „Bild“. „Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Höne, in etwa halb so alt und deutlich weniger bekannt als Kubicki, gibt hingegen nicht klein bei. Der 39-Jährige bekräftigte auf X: „Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart.“ Er freue sich auf den Wettbewerb mit Kubicki. Eine prominente Fürsprecherin hat Höne. Die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann stichelte gegen Kubicki, es sei „nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung“. Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Nur noch in 6 Landtagen Nach den jüngsten Wahlschlappen sind die Liberalen nur noch in sechs von 16 Landtagen vertreten, nur in Sachsen-Anhalt sind sie noch in der Regierung. Bundesweit liegen sie in Umfragen bei drei Prozent. Die nächsten Landtagswahlen stehen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Doch auch für sie sieht Kubicki derzeit so schwarz, dass er sich auf eine riskante Wette einließ: „Wenn die FDP in Sachsen‑Anhalt oder anderswo im Osten über fünf Prozent kommt und in den Landtag einzieht, lasse ich mir die Haare abschneiden“, sagte er dem „Stern“. Mit markanten Zitaten erregte der in Braunschweig geborene Jurist, der seit Jahrzehnten in und für Schleswig-Holstein Politik macht, immer wieder Aufmerksamkeit. Gerne gab er den wortgewaltigen Kritiker, der die eigene Partei wie auch die politischen Gegner vor sich hertrieb. „Liberale müssen immer die Stahlbürste in der Hand führen, mit der sie gegen den Strich gehen“, schrieb er in seinem Buch „Aufwind im Freien Fall“, das 2025 erschien. Die Grünen auf dem Kieker Während der Zeit der Ampel-Koalition mit SPD und Grünen – auch damals fuhren die Liberalen schon schlechte Wahl- und Umfrageergebnisse ein – trieb er die eigene Partei immer wieder an. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Kubicki der „Bild“ nach dem schlechten Abschneiden in Hessen und Bayern 2023. Immer häufiger zeigte er sich unzufrieden mit der Ampel, etwa mit dem Vollzug des angekündigten Atomausstiegs. Nach dem Bruch der Koalition folgte in seinem Buch die Abrechnung, vor allem mit den Grünen. Die „feministische Außenpolitik“ von Annalena Baerbock zerriss er, Robert Habeck betitelte er als „unfähigsten Wirtschaftsminister aller Zeiten“. „Kaputt, zu feist“ Seiner eigenen Partei riet Kubicki in dem Buch: „Es darf keine Scheu vor Zuspitzung geben, keine Sorge, dass man des Populismus geziehen wird.“ Die Freien Demokraten dürften sich „nicht zu fein sein, in Wählersegmente vorzudringen, die wir vorher liegengelassen haben“. Dem Land bescheinigte er, „infrastrukturell kaputt, zu feist und international nicht mehr satisfaktionsfähig“ zu sein. Er beklagte angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit, angebliches Versagen in der Corona- und der Migrationspolitik. Kubicki selbst vertritt bei Migration eine restriktive Linie. Im Februar 2025 sagte er über Integrationsbemühungen: „Wir brauchen keine jungen Männer aus arabischen Räumen und aus Afghanistan, die genau das nicht wollen.“ Er warnt davor, die rund 20 Prozent AfD-Wähler auszugrenzen. Kubicki lag allerdings mit eigenen Prognosen auch nicht immer richtig. Noch im Dezember 2024, also nach dem Bruch der Ampel, sagte er im „Stern“ über das erwartete Ergebnis seiner Partei bei der Neuwahl: „Wir werden zweistellig.“ Es wurden 4,3 Prozent. Lesen Sie auch: Ein bisschen Muppet-Show reicht nicht, um die FDP zu retten

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5. April
taz (Öko & Co)

FDP-Chef will nicht mehr kandidieren: Dürr kneift nun doch

FDP-Chef will nicht mehr kandidieren: Dürr kneift nun doch Christian Dürr wollte sich im Mai erneut für das Amt des Vorsitzenden bewerben. Doch nun kündigt er an, er unterstütze stattdessen Wolfgang Kubicki – im Gegensatz zu einer prominenten Parteikollegin. dpa | Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der Bild. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“, erklärte Dürr am Ostersonntag. „Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Dürr fügte hinzu: „Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“ Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich zunächst bei der Bild am Sonntag und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Strack-Zimmermann: „Nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten“ Derweil hat sich die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisch über die Kandidatur ihres Parteikollegen Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen geäußert. „Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden“, erklärte die Europaabgeordnete am Ostersonntag. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“ Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“ Serie von Wahlschlappen Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals. Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. Bestehen bleibt die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Agnes Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für ihn. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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5. April
taz (Öko & Co)

Kandidatur für Chefposten bei der FDP: Kubicki mag einfach nicht loslassen

Kandidatur für Chefposten bei der FDP: Kubicki mag einfach nicht loslassen Die Liberalen steuern auf ihren Untergang zu. Doch Wolfgang Kubicki möchte das Ruder herumreißen und konkurriert nun mit Christian Dürr und dem NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne um das Spitzenamt. dpa | Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki will neuer Parteichef der Liberalen werden. Mit Blick auf den anstehenden Parteitag sagte Kubicki der Bild am Sonntag: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Der Bams-Bericht zu Kubickis Plänen wurde der Deutschen Presse-Agentur aus dem Büro des Politikers bestätigt. Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück. Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Nach den jüngsten Umfragen könnten die Liberalen bei allen drei Wahlen ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Kubicki sagte der Bild am Sonntag, er wolle eine Partei, die mit „neuem Selbstbewusstsein“ die politischen Debatten in diesem Land anführe, statt ihnen „hinterherzulaufen“. „Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit“, sagte Kubicki, der früher auch Bundestagsvizepräsident war. Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen hatte der Bundesvorstand um den derzeitigen Vorsitzenden Christian Dürr im März beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr kündigte aber an, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Zudem erklärte der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne, sich dafür bewerben zu wollen. Amtsinhaber Dürr zeigt sich selbstkritisch Kritiker in der FDP werfen Dürr vor, seit seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres keinen klaren Kurs für die Erneuerung der Partei vorgelegt zu haben. Der FDP-Chef zeigte sich zuletzt selbstkritisch: „Es ist mir nicht gut genug gelungen, meinen Plan, meine Richtung und meine Vorstellung für die FDP so in die Partei zu tragen, dass daraus eine klare gemeinsame Orientierung wird.“ Zwischenzeitlich wurde über eine mögliche Doppelspitze für die FDP diskutiert: Die Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte in den FDP-Führungsgremien ihre Bereitschaft angekündigt, an die Spitze der Partei zu treten – wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber in einer Doppelspitze. Dann erklärte sie aber ihre Unterstützung für Hönes Einzelbewerbung. Wolfgang Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige gilt als liberaler Freigeist, der auch innerparteilich schonungslos Kritik übt. Sollte Kubicki zum Parteivorsitzenden gewählt werden, setzt er nach Angaben der Bams auf den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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4. April
Der Spiegel (Politik)

FDP: Wolfgang Kubicki will Partei-Chef werden

Partei in der Krise Kubicki will FDP-Chef werden Der frühere Bundestagsvizepräsident und stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki will beim Parteitag Ende Mai als neuer Parteivorsitzender der Liberalen kandidieren. »Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen«, teilte Kubicki auf X mit: »Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit.« Zuvor hatte die »Bild am Sonntag« berichtet. Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen. — Wolfgang Kubicki (@KubickiWo) April 4, 2026 Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar… pic.twitter.com/eeC0e3oXm4 Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In der FDP ist seit den Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Führungsdebatte entbrannt. Der Bundesvorstand hatte beschlossen, beim Parteitag Ende Mai geschlossen zurückzutreten. Allerdings erklärte Parteichef Christian Dürr auch, beim Parteitag wieder kandidieren zu wollen. Wenig später kündigte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Henning Höne an, Parteichef werden zu wollen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann zog daraufhin ihre Bewerbung um den Vorsitz zurück. (Mehr zu der Genese dieser Entscheidungen lesen Sie hier: Kann dieser Mann die FDP retten? ) Auch der Name Kubicki fiel in diesem Zusammenhang immer wieder. Am Abend der Pleite seiner Partei bei der Bundestagswahl sprach er noch vom Ende seiner politischen Karriere, am nächsten Morgen brachte der damalige Bundestagsvizepräsident eine Kandidatur als Lindner-Nachfolger ins Spiel, von der er dann wieder abrückte. Nun wird die Wahl beim Bundesparteitag Ende Mai wohl doch noch mal spannend. Der »Bild am Sonntag« sagte Kubicki: »Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.«

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