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Sonntag, 12. Juli 2026
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Hitze in Spanien: Das neue Normal

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12. Juli
taz (Öko & Co)

Hitze in Spanien: Das neue Normal

Hitze in Spanien: Das neue Normal Mindestens 12 Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Waldbränden in Andalusien gestorben. In Spanien werden es immer häufiger über 40 Grad. Selbst die Feuerwehrleute der Waldbrandeinheiten hatten so etwas noch nicht gesehen. Das Feuer in der andalusischen Provinz Almeria breitete sich mit bis zu 100 Metern pro Minute aus und verschlang alles auf seinem Weg durch die karge, zerklüftete Landschaft voller Gestrüpp. Auslöser waren wohl die Funken einer herabgefallenen Stromleitung am Donnerstag gegen Abend zwischen den kleinen südspanischen Dörfern Bedár und Los Gallardos. Am Sonntag konnte der Brand endlich eingedämmt werden. Bis dahin waren 7.000 Hektar Wald verwüstet und mindestens 12 Menschen gestorben. 23 Menschen werden noch immer vermisst. Seit Sonntag sind Freiwillige und Angehörige des Zivilschutzes dort unterwegs, wo das Gelände wieder begehbar ist, und suchen nach ihnen. Zuvor hatte die Gemeindeverwaltung von Bedár die Bewohner der Region dazu aufgefordert, ihre Häuser und das Gebiet zu verlassen. Rund 1.000 Menschen wurden evakuiert, doch nicht alle kamen der Aufforderung nach. Viele Häuser liegen verstreut in der Landschaft und sind im Besitz von Rentnern aus dem restlichen Europa, die in Südspanien ihren Lebensabend verbringen. 11 der 12 Todesopfer von Bedár und Los Gallardos sind – so vorläufige Informationen – Ausländer, die meisten wohl aus Großbritannien. Sie flohen viel zu spät und wurden auf Feldwegen von Flammen eingeschlossen. „Der Klimawandel führt zu immer komplexeren Lagen, mit Bränden, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben, viele davon unkontrollierbar“, erklärte der Chef der andalusischen Regionalregierung, Juanma Moreno. Der Konservative, der in Koalition mit der rechtsextremen VOX regiert, warnt vor weiteren Gefahren durch Waldbrände: Der Sommer habe gerade erst begonnen. 15 Brände pro Tag Tatsächlich sind aktuell in Andalusien durchschnittlich 15 Brände pro Tag zu verzeichnen. Die allermeisten können zum Glück schnell gelöscht werden. Doch die Wettervorhersagen und mittelfristigen Prognosen lassen nichts Gutes für die kommenden Wochen erwarten. In Spanien ist dieser Tage viel von der 30er-Regel die Rede: mehr als 30 Grad, mehr als 30 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit und eine Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent. Weit mehr als ein Drittel aller großen Waldbrände entstehen genau unter diesen Bedingungen. In großen Teilen Spaniens ist dies derzeit erfüllt. Nicht nur in Andalusien, sondern überall im Land brennt es. Die Satelliten der NASA zählten für die vergangenen 24 Stunden 973 Brandherde in Spanien. Betroffen sind 64 Gemeinden in 30 der 52 Provinzen. Über 68.000 Hektar – eine Fläche, die drei Viertel Berlins entspricht – sind dieses Jahr bereits abgebrannt. Was die Presse und das Wetteramt die zweite große Hitzewelle dieses Sommers nennt, ist eigentlich so etwas wie die neue sommerliche Realität, denn zwischen den Wellen kühlte es nur einige Tage ab und dann auch nur wenig. Mittlerweile wurden selbst an der nordspanischen Atlantikküste und deren Hinterland – dem Baskenland, Kantabrien oder Asturien – Temperaturen von über 40 Grad gemessen. Normal sind hier 10 Grad weniger. Vorbei sind die Zeiten, als der Nordwesten als Reiseziel für hitzegeplagte Menschen aus dem Zentrum und dem Süden des Landes galt. Die Waldbrände sind nicht die einzige Folge der hohen Temperaturen. Allein in den ersten neun Tagen im Juli starben in Spanien 622 Menschen in Folge der Hitze, seit Mai sind es 1.683. Neben Menschen, die trotz großer Hitze im Freien arbeiten müssen, sind vor allem ältere Menschen, meist in Nordspanien, davon betroffen. Anders als im Süden sind sie an Temperaturen in den hohen 30ern oder gar über 40 Grad nicht gewohnt. Die Wohnungen sind, ähnlich wie in Deutschland und Frankreich, auf die Hitze dieses Sommers nicht vorbereitet. Die Unternehmen sind per Gesetz verpflichtet, ihre Beschäftigten vor extremen Temperaturen zu schützen. Löst das spanische Wetteramt AEMET Hitzealarm aus, muss die Arbeit im Freien während der heißesten Stunden angepasst werden, eingeschränkt oder verboten. Im Gaststättengewerbe müssen bei besonders hohen Temperaturen – 42 Grad – außerdem die Terrassen geschlossen werden, um das Personal zu schützen. Nicht alle Unternehmen halten sich an die Vorgaben. Immer wieder kommt es zu Hitzeschlägen bei der Arbeit. 50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. 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11. Juli
Tagesschau

Flammen in Andalusien breiten sich aus

Weitere Orte evakuiert Waldbrand in Andalusien breitet sich aus Seit Donnerstag brennen im Süden Spanien große Waldflächen, zwölf Menschen starben. Nun mussten wieder Hunderte in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr macht aber Fortschritte bei der Brandbekämpfung. Der verheerende Waldbrand im Süden Spaniens hat sich weiter ausgebreitet. In der bei Touristen beliebten Provinz Almeria wurden weitere Orte evakuiert. Mehr als 1.400 Menschen mussten ihre Häuser und einen Campingplatz in der Nacht zu Samstag verlassen. Die Flammen lodern auch unweit beliebter Mittelmeerstrände wie Playa de Mojácar. Augenzeugen berichteten von der enormen Geschwindigkeit, mit der sich die Flammen am Freitag ausbreiteten. Dem Regionalpräsidenten zufolge legte das Feuer zeitweise 15 Kilometer in zwei Stunden zurück. Offenbar auch Touristen unter den Toten Etwa 500 Feuerwehrleute sowie Soldaten kämpfen gegen die Flammen. Auch mehr als 20 Löschflugzeuge sind im Einsatz. Wegen günstigerer Wetterbedingungen macht die Feuerwehr Fortschritte bei der Brandbekämpfung. Der Waldbrand war am Donnerstag ausgebrochen - vermutlich, weil eine Stromleitung herabgefallen war. Mindestens zwölf Menschen starben, unter ihnen waren nach vorläufigen Behördenangaben auch Ausländer. Sie wurden von den Flammen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Es wird vermutet, dass es sich größtenteils um britische und belgische Staatsbürger sowie einen Spanier handelt. Feuerwehr kann direkt gegen den Brand vorgehen Hoffnung macht der Feuerwehr, dass sie nun erstmals direkt gegen die Flammen vorgehen kann. Das teilte der Chef der Rettungsdienste in der Region Andalusien, Antonio Sanz, mit. Zuvor hätten sie sich darauf konzentrieren müssen, eine Ausbreitung auf dichter besiedelte Küstenorte zu verhindern. Der Brand sei weiterhin unberechenbar. Der Präsidentschaftsminister der Zentralregierung, Félix Bolaños, sagte am Einsatzleitstand, Teile des Feuers seien bereits nahezu stabilisiert, die Lage bleibe aber in einigen Abschnitten schwierig. Die Flammen haben bisher bereits 6.600 Hektar Wald- und Buschfläche zerstört, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Merz "bestürzt" Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte erschüttert auf die Todesfälle bei dem Waldbrand. "Die Nachrichten über die Feuerkatastrophe in Andalusien sind bestürzend", erklärte Merz im Onlinedienst X. Er habe dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez seine Anteilnahme ausgesprochen und hoffe, dass die vielen Verletzten und Angehörigen der Opfer "Trost finden".

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