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Montag, 20. Juli 2026
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Frauke Brosius-Gersdorf: »Ich sehe gute Gründe dafür, die Leihmutterschaft zu legalisieren«

Medienspektrum

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19. Juli
taz (Öko & Co)

Leihmutterschaft und der Fall Spahn: Die Frau als Brutkasten

Leihmutterschaft und der Fall Spahn : Die Frau als Brutkasten Eine Leihmutterschaft degradiert eine Frau zur Gebärmutter auf zwei Beinen. Ähnlich wie beim Organhandel beuten Reiche die Unterprivilegierten aus. W ir leben im Zeitalter der Regenbogenfamilien. Ein Spitzenpolitiker wie Jens Spahn muss sein Schwulsein nicht mehr verstecken, sondern kann ganz selbstverständlich zum Standesamt marschieren. Verheiratete lesbische Paare haben die Möglichkeit, mithilfe einer Samenspende legal Eltern zu werden. Pflegekinder, Stiefkindadoptionen und Adoptionen im Ausland sind möglich, um als nicht-heterosexuelles Paar eine Familie zu gründen. Wäre es da nicht folgerichtig, auch die Leihmutterschaft zu erlauben? Nein, die kommerzielle Leihmutterschaft ist keine akzeptable Alternative für schwule oder andere Paare, ein leibliches Kind in die Welt zu setzen, sondern Ausdruck einer besonders krassen Ausbeutung des weiblichen Körpers. Bei einer Leihmutterschaft wird die Frau zum Brutkasten der Reichen herabgewürdigt. Privilegierte Menschen wie Jens Spahn und sein Mann „mieten“ sich für 100.000 bis 200.000 Euro eine Gebärmutter, um eben ein „eigenes“ Kind zu bekommen, eines, das ihre Gene weiterträgt. Die Leihmütter sind meistens Frauen aus prekären Verhältnissen, die für sich keine andere Möglichkeit sehen, sich eine Zukunft aufzubauen. Wohlhabende Menschen „mieten“ sie neun Monate lang, in denen ihr Bauch nicht mehr ihr gehört. Im Fall von schwulen Männern kommt zudem fast immer noch eine Eizellenspende hinzu – auch das ist übrigens in Deutschland verboten. Eine Gebärmutter auf zwei Beinen Eine Leihmutterschaft stellt deshalb auf „moderne“ Weise dar, was patriarchale Strukturen schon immer für die Rolle der Frauen vorsahen: Eine Gebärmutter auf zwei Beinen, die die Fortpflanzung sicherstellt. Sie steht moralisch auf einer Ebene mit Organhandel. Sich eine neue Niere zu kaufen ist ethisch nicht vertretbar. Möchte dagegen ein Angehöriger oder ein anderer nahestehender Mensch eine seiner Nieren spenden, ist nichts dagegen einzuwenden. Dieser Ansatz könnte auch für einen Kinderwunsch wie den von Spahn eine Möglichkeit sein: Gemeinsam ein Kind zu zeugen, etwa mit einer Single-Frau mit Kinderwunsch, einem befreundeten lesbischen Paar oder mit jemandem aus der Familie. All das ist besser als die eigenen Privilegien zu nutzen, um weniger Privilegierte zu missbrauchen. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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17. Juli
ZDF heute

Leihmutterschaft: Warum sie so umstritten ist

Nach Debatte um Jens Spahn:Leihmutterschaft: Warum sie so umstritten ist Die Leihmutterschaft von Jens Spahn ist zu einem Politikum geworden. In Deutschland ist sie verboten. Ein Überblick über die rechtliche Lage und ethischen Konflikte. Für ungewollt kinderlose oder schwule Paare ist die Leihmutterschaft eine Möglichkeit, genetisch verwandte Kinder zu bekommen. Sie ist aber äußerst umstritten. In Deutschland ist es verboten, eine Leihmutter zu engagieren. Fragen und Antworten zu den Problemen einer Leihmutterschaft: Was ist eine Leihmutterschaft? Bei einer Leihmutterschaft trägt eine Frau für ein anderes Paar ein Kind aus. In Deutschland ist das verboten, in anderen Ländern erlaubt, teilweise auch als Geschäft, indem das Paar der Frau Geld bezahlt. Gezeugt werden kann das Kind durch eine Samenspende des Wunschvaters. Medizinisch möglich ist auch, dass der Frau eine befruchtete fremde Eizelle eingesetzt wird, sodass sie nicht die genetische Mutter des Kindes ist. Was sagt das deutsche Recht dazu? Leihmutterschaft ist durch mehrere Gesetze in Deutschland verboten. Ausdrücklich ausgeschlossen ist sie im Embryonenschutzgesetz. Dort droht Ärzten eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft für die Herbeiführung einer Leihmutterschaft. Die "Wunscheltern" machen sich jedoch nicht strafbar. Auch das Familienrecht schließt eine Leihmutterschaft aus. Nach seinem Wortlaut ist die Mutter eines Kindes immer die Frau, die das Kind geboren hat. Jens Spahn und sein Ehemann sind Eltern geworden. Die Geburt durch eine Leihmutter in den USA sorgt für Kritik und wirft rechtliche Fragen auf. 16.07.2026 | 1:16 minWas spricht für eine Leihmutterschaft? Paare, die eine Leihmutterschaft in Anspruch genommen haben, argumentieren damit, dass sie sich auf diese Weise den Wunsch nach einem genetisch verwandten Kind erfüllen können. Das betrifft Paare, denen auch Methoden künstlicher Befruchtung nicht zum Kind verhelfen, sowie schwule Paare. Befürworter einer Legalisierung in Deutschland argumentieren auch, dass eine Erlaubnis in Deutschland ehrlicher wäre und Rechtssicherheit schaffen würde für Paare, die Leihmütter im Ausland in Anspruch nehmen. Was sind die Argumente dagegen? Kritiker befürchten, dass selbst in nicht-kommerziellen Modellen die Gefahr einer Ausbeutung der Frau besteht, die das Kind austrägt. Ein Dilemma kann zudem entstehen, wenn die Leihmutter im Laufe der Schwangerschaft den Wunsch entwickelt, das Kind selbst zu behalten. Hinzu kommen die medizinischen Risiken einer Schwangerschaft allgemein, die im Fall einer Eizellspende möglicherweise erhöht sind. In der Ukraine ist kommerzielle Leihmutterschaft legal – das Land ist zur „Babyfabrik“ der Welt geworden – ein Geschäft mit Millionenumsätzen. Im Krieg geht das weiter. 04.05.2022 | 14:01 minWelche Regelung wäre in Deutschland denkbar? In Deutschland wurde bislang ernsthaft nur über nicht-kommerzielle Modelle der Leihmutterschaft diskutiert, bei denen die Leihmutter aus der eigenen Familie oder dem engen Freundeskreis stammt. Die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr hatte sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt. Auch eine von der damaligen Ampel-Regierung eingesetzte Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin sah in solch einem Modell die einzige Möglichkeit für eine Legalisierung der Leihmutterschaft. Sie formulierte auch weitere Bedingungen, etwa dass die Leihmutter schon einmal ein Kind geboren hat und medizinische Risiken vorab geklärt werden. Zu einer konkreten Gesetzgebungsinitiative kam es aber bislang nicht. Im Koalitionsvertrag des aktuellen Regierungsbündnisses aus Union und SPD sind keine Vorhaben zu dem Thema zu finden. Die CDU lehnt die Erlaubnis einer Leihmutterschaft ab. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zum Thema Familie und Kinderwunsch - Worüber die Politik diskutiert:Sind Eizellspenden künftig auch in Deutschland erlaubt?von Stefanie Reulmannmit Video0:29 - Hürden für Regenbogenfamilien:Wenn Familie mehr als Vater, Mutter, Kind istvon Felicia Kaulmit Video28:37 - Hohe Kosten für künstliche Befruchtung:Wer kann sich Kinderwunschbehandlungen leisten?von Kristina Schlömermit Video21:18

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17. Juli
Die Zeit (Politik)

Leihmutterschaft in Deutschland: Wie Leihmutterschaft in Deutschland geregelt ist

Unionsfraktionschef Jens Spahn und sein Mann sind durch eine Leihmutter in den USA Eltern eines Kindes geworden. Das löste in Deutschland eine Kontroverse aus: Zum einen ist Leihmutterschaft in Deutschland illegal. Zum anderen sprechen sich die Union und Jens Spahn dafür aus, dass dies so bleibt. Wie ist der aktuelle rechtliche Rahmen in Deutschland – auch was Leihmutterschaften im Ausland betrifft? Was sind die Argumente für eine Legalisierung der Leihmutterschaft? Und was spricht dagegen? Fragen und Antworten. Was ist eine Leihmutterschaft? Bei einer Leihmutterschaft trägt eine Frau ein Kind für andere Menschen aus. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, in anderen Ländern ist dies erlaubt. Manche Länder haben Modelle, bei denen die Leihmutter Geld dafür bekommt, das Kind auszutragen. Andere Modelle verbieten eine solche Bezahlung explizit. Gezeugt werden kann das Kind durch eine Samenspende und die Eizelle der Leihmutter. Medizinisch möglich ist auch, dass der Frau eine befruchtete fremde Eizelle eingesetzt wird, sodass sie nicht die genetische Mutter des Kindes ist. Was sagt das deutsche Recht dazu? Leihmutterschaft ist durch mehrere Gesetze in Deutschland verboten. Ausdrücklich ausgeschlossen ist sie im Embryonenschutzgesetz. Dort droht Ärzten eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft für die Herbeiführung einer Leihmutterschaft. Die Paare oder Einzelpersonen, die eine Leihmutter beauftragen, machen sich jedoch nicht strafbar. Auch das Familienrecht schließt eine Leihmutterschaft aus. Was bedeutet das für Leihmutterschaften im Ausland? Weil die Menschen, die eine Leihmutter beauftragen, sich in Deutschland nicht strafbar machen, können sie Leihmütter im Ausland engagieren. Vor dem deutschen Recht gilt jedoch immer die Frau als Mutter, die das Kind geboren hat – selbst wenn diese die befruchtete Eizelle einer anderen Frau ausgetragen hat und somit nicht genetisch mit dem Kind verwandt ist. Dadurch kann die deutsche Staatsangehörigkeit in diesem Fall nicht von einer deutschen Mutter automatisch weitergegeben werden. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes kann die Elternschaft jedoch in Deutschland anerkannt werden, wenn ein ausländisches Gericht sie den deutschen Eltern zuweist. In Fällen, in denen der Samenspender Deutscher ist, kann die Staatsangehörigkeit weniger kompliziert übertragen werden. Was spricht für eine Leihmutterschaft? Eine Leihmutterschaft kann für Paare und Einzelpersonen attraktiv sein, die den Wunsch nach einem Kind haben, welches genetisch mit ihnen verwandt ist – aber dieses Kind selbst nicht austragen wollen oder können. Beispiele dafür können Paare sein, bei denen eine Schwangerschaft aufgrund von Vorerkrankungen wie Endometriose zu risikoreich wäre oder aufgrund anderer medizinischer Komplikationen nicht möglich ist. Auch schwule Paare können durch eine Leihmutterschaft Eltern eines Kindes werden, welches mit einem der Väter genetisch verwandt ist. Befürworter argumentieren zudem mit dem Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper. Demnach sollte eine Frau selbst darüber bestimmen dürfen, ob sie ein Kind für andere Menschen austragen will und ob sie Geld dafür erhalten will. Befürworter einer Legalisierung in Deutschland argumentieren auch, dass eine Erlaubnis in Deutschland ehrlicher wäre und Rechtssicherheit schaffen würde für Paare, die Leihmütter im Ausland engagieren. Was sind die Argumente dagegen? Die meisten Argumente von Kritikern beziehen sich auf kommerzielle Modelle der Leihmutterschaft. Eine Schwangerschaft werde zur Dienstleistung, ein Kind zu einer kaufbaren Ware, der Körper der Frau kommerzialisiert. Dadurch entstehe ein enormes Machtgefälle zwischen den Leihmüttern, die in vielen Fällen in Armut leben und auf das Geld angewiesen sind, und den wohlhabenden »Wunsch«-Eltern. Von den etwa 100.000 Euro, die eine Leihmutterschaft oft kostet, bekommen die Frauen oft nur einen Bruchteil. UN-Expertin Reem Alsalem forderte 2025 sogar die globale Einstufung von Leihmutterschaft als »System der Gewalt, der Ausbeutung und des Missbrauchs«. Leihmutterschaft reduziere Frauen und Kinder, einschließlich Mädchen, auf eine bloße Ware und entziehe ihnen ihre Würde. Es gibt auch Kritiker der sogenannten altruistischen Leihmutterschaft. Wenn Frauen sich dafür entscheiden, ein Kind für andere Menschen auszutragen, würden sie dennoch die medizinischen Risiken einer Schwangerschaft tragen – ohne Entschädigung dafür. Zudem könnten sich komplizierte Fragen der Mutterschaft und Mitbestimmung ergeben, etwa wenn eine Leihmutter im Laufe der Schwangerschaft den Wunsch entwickelt, das Kind selbst behalten zu wollen. Oder die »Wunsch«-Eltern sich während der Schwangerschaft umentscheiden oder trennen. Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch haben in Deutschland zudem immer die Möglichkeit, sich für Adoptionen und Pflegekinder zu bewerben. 2025 standen jedem vorgemerkten Adoptivkind in Deutschland fünf potenzielle Adoptivfamilien gegenüber. Umgekehrt fehlen nach Schätzungen des Bundesverbands der Pflege- und Adoptivfamilien (PFAD) jedes Jahr mindestens 4.000 potenzielle Pflegeeltern für vor allem jüngere Kinder, die stattdessen in Kinderheimen untergebracht werden müssen. Welche Regelung wäre in Deutschland denkbar? In Deutschland wurde bislang nur über nichtkommerzielle Modelle der Leihmutterschaft diskutiert, bei denen die Leihmutter aus der eigenen Familie oder dem engen Freundeskreis stammt. Die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr hatte sich etwa in der Vergangenheit dafür eingesetzt. Auch eine von der damaligen Ampelregierung eingesetzte Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin sah in solch einem Modell die einzige Möglichkeit für eine Legalisierung der Leihmutterschaft. Sie formulierte auch weitere Bedingungen, etwa dass die Leihmutter schon einmal ein Kind geboren hat und medizinische Risiken vorab geklärt werden. Zu einer konkreten Gesetzgebungsinitiative kam es aber bislang nicht. Im Koalitionsvertrag des aktuellen Regierungsbündnisses aus Union und SPD sind keine Vorhaben zu dem Thema zu finden. Die CDU lehnt die Erlaubnis einer Leihmutterschaft ab.

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